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SDDKUKIEK

Donnerstag, 3. April 194T

Irr

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Jkr habt eine Chance"

schreibt ein französischer Freund der deutschen Jugend am Bodensee

Die deutsche Jugend hatte ein großes Ideal. Sie glaubte an ein großes, mächti­ges Deutschland . Sie vertraute auf das, was ihr die Aelteren versprachen, hoffte auf eine sorglose Zukunft in einem gesi­cherten Reich, das eine halbe Welt be­herrscht Diese Hoffnung ist in ein Nichts zerfallen. Das Ergebnis ist, wie wir all- wärts sehen, eine große Hoffnungslosig­keit und Verbitterung. Es mag schwer sein, einen neuen Weg zu finden. Aber er muß unter allen Umständen gesucht werden. Damals ging es der Jugend wohl materiell besser, aber die Voraussetzungen dafür ha­ben sich als Trug und Schein erwiesen; dieser Wohlstand konnte nicht von Dauer sein, weil er auf Kosten des Lebensstan­dards der übrigen Völker Europas ging. Auch das Soldatenspiel ob mit Bleisol­daten oder in irgendeiner Uniform als HJ oder als Flakhelfer, beim Arbeitsdienst oder in der Wehrmacht so schön es- auch aussehen mochte ist ebenfalls in nichts zerfallen.

Es gilt, die Ursachen der plötzlichen und schrecklichsten Katastrophe, die das deut­sche Volk je betroffen hat, klar zu erken­nen, Diese Jugend ist hier im Raum um den Bodensee nur von geringen Miseren geplagt, wenn man auf das Elend in je­nen Gegenden schaut, wo sie kein Dach, kein Bett ihr eigen nennen, wo der Hunger noch stärker drückt und das Stehlen zur Tagesordnung geworden ist, weil man le­ben will... Sie müßte es inzwischen als angenehm empfunden haben, daß man jetzt nachts ruhig schlafen kann, so wie unsere Jugend es als angenehm empfin­det, daß sie sich niemals mehr vor einem Ueberfall durch die Gestapo fürchten muß, wie das während der Besetzungszeit tag­täglich geschehen ist.

Die deutsche Jugend trifft an allem, was die Vergangenheit belastet, keine Schuld, sondern allein die ältere Generation. Ju­gend ist immer enthusiastisch, sie begei­stert sich gern und ehrlich an großen Vor­bildern und Plänen. Deshalb muß man der deutschen Jugend ein neues Ideal ge­ben. Jeder hat das Recht, sein eigenes Land zu lieben. Wir würden den nicht schätzen, der keine Vaterlandsliebe kennt. Vom philosophischen wie vom christlichen Standpunkt aus sind alle Menschen Brü­der. Jedes Volk auf dieser Erde hat seine guten Seiten und seine Schwächen. Des­halb muß Toleranz die Grundlage der Liebe zum eigenen wie zu allen Völkern bilden, also das Gegenteil des Standpunk­tes!, wie ihn dasDritte Reich verfocht und leider seine Jugend lehrte. Man fin­det noch zu viel Egoismus in der Welt. Die deutsche Jugend muß vom Irrgeist der Brutalität, wie er in Ueberheblichkeit und im Kriege seinen schlimmsten Ausdruck

fand, auf helfende, soziale Aufgaben zu­rückgeführt werden!

Wir kennen in unserem Lande überall den Pfadfindergeist. Er hat sich aus de» Scouts-System entwickelt, umspannt heute bereits die ganze Kulturwelt und gewinnt erfreulicherweise zusehends mehr an Bo­den. Sie wandern viel und freuen sich ihrer Jugend. Es gibt ihrer mehrere Zwei­ge, die katholisch, evangelisch oder inter­konfessioneller Richtung sind. Alle aber haben sich ein hohes, humanitäres Ziel ge­setzt: Täglich mindestens ein gutes Werk zu tun! Diese Pfadfinder legen sich abends nicht zur Ruhe, ohne sich vorher ernsthaft zu fragen, ob sie den Tag genützt, wie sie es in freiwilliger Verpflichtung auf sich genommen haben. Das könnte auch für die Jugend, die heute in Deutschland um neue Ziele ringt oder verzweifelt ganz bei­seitesteht, ein Weg sein, der sie begeistern kann. Pfadfindergedsf sollte sie erfassen. Mit dem geringsten Liebesdienst kann sie beginnen, den sie für Alte, Schwache, Hilflose tut. Man kann auch Ritterlichkeit dazu sagen. Demütig geworden, ohne Hin­tergedanken, möge eie sich im gleichen Geiste dem Wiederaufbau ihres Landes zuwenden. Die deutsche Jugend findet, wie jede Jugend im zerstörten Europa , für die nächsten fünfzig Jahre genügend friedliche Arbeit. Sie möge zeigen, daß sie gute Handwerker und Ingenieure stellt, aber dem Kriegshandwerk abgeschiworen hat, lieber Spitäler und Sanatorien als wie­derum Kasernen baut.

Diese Möglichkeit ist eine große Chance für die deutsche Jugend. Wenn Deutsch­ land diesen neuen Geist dem Ausland zeigt, dann kann es mit Hilfe der Jugend sich neu aufbauen inmitten von Eurooa. Sie kann uns und den anderen euro­ päischen Völkern in diesem Falle sogar um mehrere Längen voraussein. Wenn Ihr Deutsche Eure ersten wichtigen Erfahrun­gen mit Eurem eigenen deutschen Staa­tenbunde in dem neuen Geiste gemacht habt, habt Ihr ein wertvolles Rüstzeug für eine größere Gemeinschaft von Nationen, und könnt dort in friedlicher Aufbauarbeit weiter wirken. Sobald dieVereinten Nationen ihre Organisation genügend aus­gebaut und mit einer internationalen Po­lizeimacht gesichert haben, werden auch wir gern von unserer eigenen Souveräni­tät ab geben.

Insbesondere muß es zu einer wirtschaft­lichen und kulturellen Zusammenarbeit zwischen beiden Nachbarvölkern kommen, ein Hochziel, das sich die vornehmsten Geister schon seit langer Zeit gestellt, für das sie Opfer an Gut und Leben gebracht haben und das auch in Kreisen der deutschen Jugend bedauert man das auf­richtig in den vergangenen Jahren durch

Sportdienst des Südkurier

Gedanken zum deutschen Sportleben

Die Situation im deutschen Sportleben darf jetzt ca. zwei Jahre nach dem Krieg als einiger­maßen erfreulich bezeichnet werden, wenngleich nach einer verhältnismäßig schnell erfolgten Er­hebung aus den Trümmern zerschlagener Ideo­logien und aus dem Wirrwarr der ausgebombten Materie noch viel, recht viel aufbauende Ar­beit geleistet wenden muß. Bemerkens werte Tat­kraft und das zwangsläufige Mittel der Improvi­sation, die den belebenden Funken auslösten, werden weiterhin die Hauptmittei sein müssen, um das langsam entstehende Sportgebäude veo> waltungstechni scher und leistttnjgsmaßiger Art *u vollenden, bzw. das Richtfest zu feiern, wenn der deutsche Sport wieder seine internationale Anerkennung gefunden hat.

Wo stehen wir heute? Auf allen Gebieten des Sports herrscht trotz großer Schwierigkeiten ein lebendiger Impuls; einer der Osterwünsche im französischen Zonenibereich wird sein, daß wie in anderen Zonen bald auch die Turner, die Ruderer, die Boxer und Schwerathleten wieder mm Zuge kommen können. Eine der verwaltungs­technischen Aufgaben wird es sein, auf allen Gebieten wir denken z. B. an Fußball eine einheitliche Organisation als Voraussetzung für die Durchführung von deutschen Meisterschafts- Wettbewerben 2u finden. Anzeichen dafür sind vorhanden, und die bald in Frankfurt tagende »weite Sportkonferenz unter Beteiligung aller vier Zonen dürfte uns in dieser Hinsicht einen.' wesentlichen Schritt vorwärts bringen.

Entscheidend ist, daß zum Bau des neuen Hauses alle notwendigen Baustoffe und Mosaik­stein cheu zusammengeirageh werden können Diese Baustoffe müssen sein; sportliche Gesin­nung, organisch wachsende Verwaltungsform, un­gehemmter Spielbetrieb und Sportverkehr sowie ein ständig wachsender Leistungsstandard. Ein weiter Weg noch trennt uns vom erträumten Idealzustand es. ist hier wie auf allen Ge­bieten des öffentlichen und politischen Lebens. Die sportliche Gesinnung muß sich im Geiste desteir plav M und im oÜymoisehen Gedanken weiterbüden. Die Verwaltung bedarf Männer, die im nationalen und im internationalen Sportleben unantastbar sind (Männer wie Dr. Diem und Dr. Bauwens stehen wieder zur Verfügung). Spel­betrieb. Sportverkehr und Leistungsstandard sind Faktoren, die teils mehr odeT weniger von allen Begleiterscheinungen bzw. Folgen des verlore­nen Krieges, vom eigenen und nicht zuletzt vom guten Willen jener Mächte abhanden, die jetzt in Moskau viele Voraussetzungen für die Lebensfähigkeit des deutschen Volkes überhaupt bestimmen. Wenn der Friedenssoruch von Mos­ kau bekannt sein wird, läßt sich so wollen wir hoffen alles klarer und in einem rosa­roten Osterlicht überblicken. Dann wird sich zeigen, ob ein ungehemmter Spiel- und Sport­verkehr über Zonengrenzen hinweg stattfinden kann, ob die Verkehrsverhältnisse als dessen Voraussetzung eine Erleichterung bzw. Verbes­serung erfahren, ob Sportgeräte und Sportbeklei­dung für die vom Militarismus befreite und zum Sport hindTängende, schuldlos ins ..Dritte Reich Mneingeborene Jugend allmählich wieder zum freien Erwerb bereit stehen und ob alle mate­riellen Voraussetzungen wie z. B. die Frage der Arbeit und der Ernährung m einem günstigeren Licht erscheinen WiT wollen die Erfüllung die­ser Wünsche mit dem ganzen iugendKchen Opti­mismus des Sportsmannes erhoffen.

I^ann ist die Zeit, in deT rieh der deutsche Sport nach innen bewährt haben muß, um sich cbÜeSSich auch wieder die intesrnotionale Aner­

kennung und Achtung zu erwerben, um die man sich besonders ian Grenzland bemüht. So schmerzlich es sein mag, daß die olympischen Glocken 1948 die Sportjugend Deutschlands wohl nicht rufen werden, diese gegebenenfalls un­umgängliche Tatsache soll wie nach dem ersten Weltkrieg den vertrauensvollen Marsch in die Zukunft nicht hemmen. Selbst wenn Länder 1948 wieder dabei sein weiden, die 1936 ohne Ver­pflichtung mit dem. sogenanntendeutschen Gruß in die Stadien von Garmisch-Partenkirchen und Berlin eiazogen. A. St.

Leere Olympiakassen

Olympische Spiele kosten Geld. Das weiß London , das aus iinanzieiilen Gründen vom Bau eines Olympischen Dorfes für 1948 Abstand ge nommen hat, und das weiß auch St. Moritz , des­sen Appell um finanzielle Mittel bisher ohne Echo geblieben ist. Der berühmte Wintersport­platz sieht sich heute vor leeren Kassen, eine Folge der sieben Kriegsjahre. Bei der diesjäh­rigen vorolympisdien Wintersportwoche war es den Engadinern unmöglich, den ausländischen Mannschaften alle Kosten zu ersetzen und der Skiklub Alpina mußte das nicht unbeträchtliche Defizit decken. Für die Olympischen Winter­spiele 1948 weiß man heute, 10 Monate vor ih­rer Eröffnung noch nicht, wie man die Kosten

die Abschnürung vom Ausland wieder in so weite Feme gerückt war. Ehrliche Ver­ständigung, Austaüsch der Jugend und of­fene Aussprache bringen uns diesem Wunschtraum unserer Besten nun doch endlich wieder näher. Es ist nicht gewollt, was augenblicklich Euch im besetzten Ge­biet bedrückt, der Hunger und die viel­fältige Not. Frankreich , das durch Krieg und Besetzung so sehr gelitten hat, dessen Jugend. Not. Entbehrung und Verfolgung am eigenen Leibe verspüren mußte, ist leider selbst noch arm. Wir wollen Deutschland und Deutsche nicht unter­drücken, Aber wir möchten, daß Ruhe und Sicherheit in der Welt ednkehrt, und jene friedliche Arbeit und jener Wohlstand möglich wird, die das Leben erst lebens­wert machen.

Süddeutsche Rundschau

Die Erinnerung an jene elenden Krea­turen, die wirCollaborateurs nannten, weil sie während der Besetzungszeit mit den deutschen Gestapostellen zusammen­arbeiteten, ist noch viel zu frisch für uns Franzosen, als daß wir nicht einen inne­ren Abscheu für eine derartig minderwer­tige Menschensorte empfinden würden Wir wollen sie nicht französisieren. Unsere Resistance galt nicht nur der Freiheit un­serer Nation, sondern zugleich der Frei­heit in der Welt. Alles, was wir erhoffen und wünschen, ist offenes Spiel für eine gemeinsame bessere Zukunft. ,

Streit um eine Landgemeinde Offenburg . Eme geschichtliche, für Baden einmalige Köpenidriade * kam in der Kreisver- sammlung des Kreises Offenburg am 29. März zur öffentlichen Kenntnis und Aussprache. Die Zeit der Rechts-Unsicherheit anlang Mai 1945 be­nützte das Landratsamt Lahr , um auf gesetzlose Weise und unter Zuhilfenahme der Militärregie­rung auf Grund unsachlicher Darlegung die zum Kreise Offenburg gehörende Gemeinde Dundes- heim in den Landkreis Lahr einzureihen. Dem Gemeindebürgermeister wurde der Anschluß be­fohlen. Seine Proteste wurden zu den Akten ge­legt. Seit jener Zeit besteht ein grotesker Zu­stand. Die Kreisversammlung stimmte einmütig einer Eingabe des Land-ratsamtes Off-enburg an das Innenministerium in Freiburg zu, in der die Rückgliederung der Gemeinde Dunriesheim in den Landkreis Offenburg gefordert wird.

Was sie verdienten

Aus der Pfalz

Landau . Ein in mancher Beziehung inter­essanter Prozeß ging vo-r der Strafkammer des Landgerichtes Landau nach zweitägiger Dauer zu Ende. Es handelte sich um Vergehen gegen den Paragraphen 218 Die Hauptangeklagte, eine Frau aus Landau , hatte sich außerdem wegen Kindestötung zu verantworten. Der Staatsanwalt begründete aus der z. Zt. im Gange befindlichen allgemeinen Diskussion um eine Revision des Abtreibungsparagraphen seine Strafanträge, die für alle Angeklagte weistgehende Milderungs­gründe vorsahen. Das Gericht Schloß sich dieser Argumentation an. Die Hauptangeklagte, die man neben der erwerbsmäßigen Abtreibung auch der versuchten Kindestötuing für überführt erach­tete, erhielt 3 Jahre 9 Monate Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Von den übri­gen 27 Angeklagten wurden vier freigesprochen.

Göppingen . Der 29 jährige verheiratete Mechaniker Scheufeien von Göppingen, der seit 1945 ausschließlich vom Schwarzhandel lebt, wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, j Scheufeien hat Radiogerätevermittelt''. Er er­hielt Preise bis zu 6000 Mark für ein Gerät. 20 Pfund Schweineschmalz setzte eT zu 140 Mark pro Pfund ab Er nahm auch noch höhere Preise. Sein Wochenverdienst als Mechaniker beträgt 27 RM. Demgegenüber verrauchte er wöchentlich im Durchschnitt für 150 Mark Zigaretten. Sein Hel­fershelfer Kriegei, dem er 4000 RM Anfangskapi­tal aushändigte, besorgte ihm die Zigaretten. Kriege! gab an, daß sie sich den Verdienet geteilt hätten. Er schätzt Sdieufelens Gewinn auf rund 20 000 RM. Ein neues Geschäft der beiden, bei dem rund 1000 Flaschen Schnaps zu je 270300 RM verhandelt werden sollten, kam dank des Eingreifens der Polizei nicht mehr zum Abschluß.

Kaiserslautern . Auf ein etwa 8 Kilo­meter von Kaiserslautern abgelegenes Forsthaus wurde von einer sieben-köpfigen Bande nachts eiri schwerer Raubüberfall verübt. Die Bande war mit Maschinenpistolen, Karabinern und Pi­stolen ausgerüstet. Ein Hausbewohner, der sich den Eindringlingen entgegensteilen wollte, wurde niedergeschlagen. Alle Hausbewohner, insgesamt drei Familien, wurden in ein Zimmer gesperrt und unter Bedrohung mit den Waffen zur Her­ausgabe sämtlicher Wertsachen gezwungen. Zu­vor hatten die Räuber sämtliche im Haus vor­handene Lebensrnittel und Kleidungsstücke an sich gebracht. Den Bemühungen der französi­ schen und deutschen Gendarmerie ist es gelun­gen, einige der Täter zu stellen.

Seltsame Landräte

Würzburg . Die Zahl der in den letzten

Monaten abgesetzten oder verhafteten bayrischen Landräte ist nach einerKurier''-Meldung aus Würzburg um drei weitere auf 36 gestiegen. LandTat Dr. Meinow von Ochsenfurth wurde mit Hilfe der Berliner Dokumentenzentrale als Partei­genossen entlarvt. Dem aus Oberschlesien zuge­wanderten Landrat von Brückenau , Heinrich Os­ wald , wurde Fragebogenfälschung und Vettern Wirtschaft nachgewiesen. Der Landrat von Mil­ tenberg , Hans Frerick, der beim Zusammenbruch aus dem KZ befreit wurde, erwies sich bei nähe­rem Zusehen als Berufsverbrecher. Er machte sei­ner Zunft auch alle Ehre und entfloh rechtzeitig.

-P-

Wenn in diesemTempo" weitergefahren wird Fürth/Bayern. Schulräte aus Ober- und Mittelfranken -kennzeichneten in einer Resolution die unhaltbaren Notstände im bayerischen Schul­wesen. In der Entschließung heißt es unter ande­rem wörtlich:Der Wissensstand hat einen er­schreckenden Tiefstand erreicht. Dei Mangel an Schulxaum, an Lehrern und nicht zuletzt an Leirr- und Lernmittel warfen unser Schulwesen um viele Jahrzehnte zurück. Seit 1945 ist in Bayern erst ein einziges Lehrbuch, das Lesebuch der 2.

bestreiten soll. Man hofft, daß die Herausgabe von Olympia-Briefmarken Hilfe bringt.

Das klassische Achterrennen

Mit zehn Längen blieb der Oxford -Achter im klassischen Rudermatch gegen Cambridge ge­schlagen. Die Oxonians waren beim größten Teil der vielen Hunderttausende von Zuschauern favorisiert, aber bereits nach einer Meile lagen sie 2 Längen zurück. Vor deT Hammersmith- . Brücke betrug der Rückstand drei Längen, nach der Brücke vier Längen. Die Barnes-Brücke war nach 19:01 erreicht und sah die Cantabs mit sie­ben Längen im Vorsprung; im Ziel betrug der Abstand zehn Längen. Es war ein ausgesprochen leichter Sieg einer Mannschaft, die das Rennen überraschend frisch beehdigte, während der Oxford -Achter von Anfang an da-s wuchtige Tem- ' po der Gegner nicht halten konnte. Wind und Regen trugen dazu bei, daß der siegreiche Ach­ter 23:01 benötigte. Nach 93 Begegnungen weist nun Cambridge 49 Siege auf, Oxford 43 und ein Rennen endigte unentschieden.

Führend« europäische Clubs

Fufjball im Westen und Norden

In Westdeutschland gingen durchweg alle Fuß­ballbegegnungen mit Siegen der Spitzenmann­schaften aus. Nur Fortuna Düsseldorf unterlag mit 1*2 Toren der Elf von Vohwinkel . Borussia Dortmund und SpVgg Erkenschwick trennten sich 3:3. In Bergmark liegt zur Zeit noch die Janes-Elf Fortuna mit nur einem Punkt Vor­sprung knapp an der Tabellenspitze. Der VfR Köln setzte in deT rhe inbeszirksmeisterschaft sei­nen Siegeszug durch ein 1:0 gegen FV Bonn fort. Auch det Tabellenzweite Bayenthal hatte

Kreuz und quer durch den Sport

Einen neuen Weltrekord im 200-m-Bnistschwim- men für Frauen stellte die Holländerin Nel Van Vliet auf, indem sie ihre eigene Bestzeit von 2:52,6 auf 2:51,9 verbesserte. Im Titelkampl um die deutsche Bantam-Gewichtsmeisterschaft im Boxen gewann Limbach (Krefeld ) über Goetzke (Hamburg ) in Hamburg nach Punkten. Der Franzose Emile Dicristo verlor in Brüssel seinen Titel als Europameister im Leichtgewicht an den Belgier Kid Dussart, der über 15 Runden nach Punkten siegte. Ein Hallentennis-Städtewett­kampf New-YorkParis endete mit einem 2:1 Punktsieg der Amerikaner. Der deutsche Mei­ster im 800-m-Lauf, Ludwig Kaindl (München ) wurde sudbayrischer Waldlaufmeister. Der ita­ lienische Autorennfahrer Achilie Varzi gewann mit seinem Alfa Romeo das Interlagos-Rennen in Sao Paolo (Brasilien ) vor drei Brasilianern. Kanadische Eiskunstlaufmeisterin wurde in Ot­ tawa die Weltmeisterin Barbara Ann Scott . Die internationale Zürcher Sportnachrichtenagen- turSportinformation', die jetzt auch wieder deutsche Zeitungen bedient, kann in diesem Jahre auf ein Vierteljahrbundert ihres Bestehens zurückblicken. Den Abschluß der Spielsaison im Schwarzwald bildete ein Riesentorlauf beim Feldberg, den bei den Männern Friedei (Skigilde Feldberg), bei den Frauen Hildesuse Gärtner ge­wann. Polens Boxer gewannen einen LändeT- kampf gegen Schweden mit 10:6 Punkten. Schiedsrichter des Spieles Großbritannien Konti­nent am 10. Mai in Glasgow ist der Engländer George Reader. Im Internationalen Tennistur­nier von Alexandrien gewann der Franzose Co- chet das Einzel und mit Abdessalam gegen die Jugoslawen Mitic-Puncec das Doppel. Der Sport in der französischen Besatzungszone zählt 181 476 Mitglieder in 2240 Vereinen.

Der französische Tennisstar Jean Borotra wurde in New Jersey von Don Mc Neil 6:1, 6:4 ge­schlagen. Hollands F ußbal loa tionale 1 f schlug

1 in einem Trainingsspiel die Klubmannschaft von Malmö 3:0. Raciugcluib Paris spielte gegen Wacker Wien 1:1. Caracciolas Stsromltmien- Mercedes -Rennwagen, mit dem er 1938 bei Frankfurt mit 436.893 Stundenkilometern einen Rekord aufstellte, ist von einem amerikanischen Industriellen erworben worden Der ehema­lige deutsche Fußballnationalspieler Willimowski ist von Chemnitz nach Babelsberg übergesiedelt.

Der Schweinfurter Kupfer wurde wegen Un­sportlichkeit für zwei Monate gesperrt. Das Spiel Neckarau SpVgg Fürth , das am 9. 3. 2:1 für Neckarau ausging, wird in Fürth wieder­holt werden. Der Weltmeister im Welterge­wicht Ray Robinson (USA ) besiegte Hernie Miller (Newyork) in der 3. Runde durch technischen, k. o. Der französische Halbschwergewichtler Marcel Cerdan schlug in Newyork den Amerika­ner Harold Green in der 2. Runde k. o. Der frühere belgische Straßenweltmeister Marcel Kkit liegt nach einem Sturz im Pariser Sechstageren­nen mit einem Schädeibruch bedenklich darnieder.

Bei den letzten Skisprungveransta 1 tungen auf der Weltrekordschanze Planica (Jugoslawien ) wurden Weiten von 102 m (Finzgar-Jugoslawien) hnd 101 m (Tschannen-Schweiz ) erzielt. Der Erbauer der Sprungschanze Planica hält nach ei­nem weiteren Ausbau der Anlage (u. a. mit Windschutzvomchtung) Sprünge bis zu 180 m für möglich. Fritz Jädde (Isny ), alpiner Skikom- binationssiegeT Südwürttembergs, ist als Trainer der französischen Armeemansnschaft nach Mittel­ berg (Oesterreich ) verpflichtet worden. Den bisher höchsten Gewinn im englischen Fußball­ toto erzielte ein Autobuschauffeur mit 61456 Pfund Sterling. Das Berliner Poststadion wird mit einem Kostenaufwand von 200 000 Mark zu einem Großstadion ausgebaut. Der fünfzig- fache belgische Fußball-Internationale Raymond Braine ist wegenAutomobilhandels mit den Deutschen '' während des Kriege« zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt wokfceo.

Volksschulklasse, erschienen. Es ist ein Mustect buch. Wenn aber in diesemTempo weiterge­fahren wird, so wären in etwa 20 Jahren die Volksschulen mit den notwendigsten Büchern ver­sehen. Noch schlimmer wirkt sich das Fehlen von Tafeln und Schreibheften aus . . .**

Schwarzes Kind in blauweißer Hut M'ü'nch'e'n. Zwischen München und Dachau wurde, wie Associated Preß meldet, ein acht bis vierzehn Tage altes Negermädchen gefunden. Der deutsche Polizeiberidit veriautbarte dazu, daß es sich wahrscheinlich um ein bayrisches Negerkind; handle. Er fügte laut AP hinzu:Wir werden es ebensogut betreuen wie die acht übrigen Fin­delkinder, die wir seit dem 1. Januar 1947 ent­deckt haben. - p»

DieFettlücke"

Frankfurt a. M. Ueberprüfungen der Gen- darmerie im Landkreis Kassel deckten eine Reihe schwerer Verfehlungen in Lebensmittelgeschäften auf. In einem kleinen Dorf laden in Lohfelden wurden 540 kg Fett, 590 kg Käse, 420 kg Zucker etc. als Fehlmengen festgestellt. Eine Molkerei in Obervellmar hatte mehrere Einbrüche vorge­täuscht, um das Fehlen von 450 kg Butter, 118 kg Magarine, 52 kg Butterschmalz und 400 kg Käse zu vertuschen. Eine Händlerin in Kasse* hatte zwei Zentner Zucker ohne Bezugsrechte verschoben. In allen Fällen wurden die Geschäfte geschlossen und die Konzession eingezogen.

Herbstmesse in Zeiten

Frankfurt a. M. Die lang andauernde Kälte hat auch die Frankfurter Mes9epläne in Miitled- densdiaft gezogen. Der Wiederaufbau des Häu- ses der Technik zieht sich hinaus und wird bis zum September, dem Zeitpunkt der Frankfurter Herbstmesse , nicht vollendet sein können. Die Messe wird darum in zwei großen Zelten und neun in deT Nähe des Messegeländes liegenden Schulen abgehaiten.

Täglich ein Raub überfall und zehn Diebstähle Frankfurt a. M. Die Wodiennapporte der Frankfurter Polizei zeigen pünktlich mit dem Frühjahrsbeginn einen starken Anstieg der Ver­brechen-Kurve. Die Zahlen der letzten März- woche stellen eine Verdoppelung der Dezember- kriminalität dar. Neun Raubüberfälle wurden in dieser Woche in Frankfurt verübt, und die zur Anzeige gekommenen Einbrüche und schwerer): Diebstähle nehmen mit 393 einen Rekordstand ein.

Deutscher Allgemeiner Sängerbund Die Redaktionskommission des in Gründung be­griffenen Allgemeinen Deutschen Sängerbundes, der an die Stelle der früher bestandenen drei. Bünde treten soll, tagte in Anspach im Taunus . Zur Vorlage bei den Militärbehörden wurde dec, Satzungsentwurf feTtiggestellt. Der Bund will alle chor- und sprach technisch tätigen Gemein- schäften zu einem einheitlichen, künstlerisch, orientierten und demokratisch geleiteten Chor-. wesen in Deutschland zusammenfassen. Er wird seinen Verwaltungssitz in der zukünftigen deut­ schen Hauptstadt haben und domiziliert bis zu diesem Zeitpunkt in Hannover .

Mühe, sich gegen dasSchlußlicht Beuel 1:0 zu behaupten. Am rechten Niederrhein krönte Rot- Weiß Obe Thansen seine Erfolgsserie durch einen 2:0-Sieg gegen Union Hamborn. Die Meister­schaft ist Oberhausen , nicht mehr zu nehmen. Die Sportfreunde Katemberg blieben mit 2:1 gegen Schwarz-Weiß Essen erfolgreich und lie­gen mit vier Punkten Vorsprung vor Tura Es­ sen . Borussia München-Gladbach setzte sich mit j einem 4:1 gegen den Ortsrivalen Eintracht ! durch Der Rheydten Spg schlug Krefeld 2:1. Schalke ist in Westfalen weiterhin an der Tabel­lenspitze. Die Elf schlug SV Höntrop 3:0. Horst- Emscher gewann gegen VfL Bochum 2:0.

Niedersachsen : Werder Bremen Germania Leer 12:0; SV Hemelingen VfL Osnabrück 2:6; VfB Oldenburg Lindau 07 5:1; Arminia Hannover Schwarz-Gelb Göttingen 4:2; VfB Peine Hannover 96 2:1; Nienburg Wolfen - j büttel 1:5. Hamburg : St. Pauli Hamburger SV 2:2; Eimsbüttel Union 3:0; Concordia Blankensee 3:1.

Meisterschaftsfu^ball über Ostern

Während alle anderen Fußballldas&en in der; fransz. Zone über Ostern von den harten Punkte*' kämpfen befreit sind, werden in der Zonenäiga Meisterschaftsspiele durchgeführt, die die Ent­scheidungen ein beträchtliches Stück vorwärts treiben werden.

Zonenliga, Gruppe Süd: (4. April): VfL Kon»* stanz SV Biberach? (Vorspiel 3:2); Friedrichs­ hafen Schwenningen (3:3); 7. April: VfL Frei­burg Friedrichshafen (Vorspiel); Reutlingen Offenburg (1:1). Gruppe Nord: (4. April)i

Nauendorf Mainz .

Im Mittelpunkt des schweizerischen FußbaM- sports stand neben den Meisterschaftsspielen die Vorschlußrunde um den Pokal zwischen Locarno und dem gegenwärtigen Tabellenführer in der NationalLiga A, Lausanne Sports. Trotz Verlän­gerung endete die Partie 2:2 (1:1, 1:1). Das

Spiel wird wiederholt. In der Meisterschaft der NationalLiga A überrascht das erfolgreiche Ab­schneiden einiger Gastmannschaften: Bellinzona Biel 3:2; Grenchen Cantonal 2:3; Servette Genf gegen Bern 2:3; Young Boys Bern Grashoppers Zürich 3:2; Young Fellows ZürichFC Basel 2:2. Lausanne führt nach 16 Spielen mit 27 Punkten weiterhin vor Biel 19 Spiele 25 Punkte, Lugano 17/23,. Basel 15/22, Servette Genf 18/20.

Auch in England gab es neben der Meister- schaftsrunde einen Wettbewerb um den Fuß­ballpokal. In der Vorschlußrunde sahen 48 000 Zuschauer in Leeds einen 4:0-Sieg des letzt­jährigen Pokalsiegers Charlton Athietic über Newcastle United. 53 000 Zuschauer waren beim anderen Halbfinal in Blackpool enttäuscht, daß trotz Verlängerung der Begegnung BumleyLi­verpool kein Tor fiel. Ueber eine Million Zu­schauer wohnten den Meisterschaftsspielen bei. Der Tabellenführer der 1. Division. Wolverhamp­ ton Wanderers , schlug Preston North End 4:1. Aston VillaChelsea 2:0; Blackpool -Leeds Uni­ ted 3:0; BrentfortGrimsby 0:1; Portsmouth Middiesbrough 3:1; SunderlandSheffield Uni­ted 2:1; Wolverhampton Preston North End4:l; Derby CountyBolton Wanderers 1:3; Hudders* field TownMancheser United 2:2 Das Ama­teurländerspiel WalesEngland endete in New­ port mit einem englischen 4:1-Sieg.

In der Wiener Fußballmeisterschaft gab es einen Wechsel in der Tabellenführung, da Rapid von der Austria 3:2 geschlagen wurde, während Vienna gegen WAC Wien 1:0 gewann Der Tabeilenstand: 1 Vienna 17 P. f 2 Rapid 17 P. (schlechteres Torverhältnis). 3. Sportclub 16 P., 4. Wacker 15 P. (zwei Spiele im Rückstand).

Der FC. Torino führt in Italien weiterhin mit 41 Punkten vor Modena (36 Punkten). Juventus Turin (35 P.), Milan (34 P.), und Bari (29 P.). Er­gebnisse: Lazio Livorno 3:0, MilanoAtolanta 0:0, Torino Intemazionale 5:2, Brescia Roma 3:0, NapoliTriestina 0:3, Genua Samp Doria 2:3, Modena Bologna 1:0, Vicenza Alessandria 4:2, Bari Juventus 0:1. FiorentinaVenezia 1:1.

Die Viertelfinalspiele um den Coupe de France überraschten mit dem Außenseitersieg von An- gouJöxne gegen Reims . Ergebnisse: Stade Fran- caiisStrasbourg 1:2, Lille Metz 3:2, Girondins Bordeaux Le Havre 5:2, Reims Angouleme H2 (!).

Im belgischen Fußball führt Olympia Charleroi mit 36 Punkten aus 26 Spielen vor Royal Ant­werpen (34 P.).

Süddeutsche Oberliga (US -Zone): Karfreitag: 1860 München VfB . Stuttgart ; . Offenbacher Kickers SfL Neckarau ; FC Bamberg BC Augsburg. Ostersonntag: VfR Mannheim Stuttgarter Kickers; TSG Ulm Bayern München .

Landesliga, Gruppe Nord (madigem. Ergeb­nisse) : Sdiram/berg Tübingen 3:0 (1:0); Tail­ fingen Tuttlingen 6:0 (1:0); Birkenfeld Pfullingen 1:2 abgebrochen.

Favoriten der Bezirks- und Kreisliga

In der Bezirksklasse Gruppe I führt die I b des VfL Konstanz nunmehr die Tabelle an, Dicht gefolgt von Worbiingen und Hilzio- gen, deren beider Konto die gleiche Zahl von Veriustpunkten aufweist. Hier dürfte es noch zu einem fesselnden Endkampf kommen. Die starken Reservemannschaften von Singen und Radolfzell , die an vierter bzw fünfter Stelle liegen, werden den Favoriten noch sehr za schaffen machen, wenn sie auch kaum mehr für den Meistertitel in Frage kommen. In det Gruppe II der Bezirksklasse rangiert üeberlinr' gen mit geringem Vorsprung vor Wollmatingefif gefolgt von PfuUendorf und Zizenhausen . Da« Ende dürften die beiden Erstgenannten unte* sich ausmachen.

In der Kreisklasse Gruppe I (Konstanz ) sah es lange Zeit so aus, als könne Bankholzea mit den beiden Favoriten Meersburg und Mar* kelfingen Schritt halten, jedoch sind die Bank­holzer durch die beiden Heimndederlagen gegen Dettingen und Meersburg entscheidend zurüdt- gefallen. Meersburg scheint ein wenig stärke* zu sein als Markelfingen. In der Gruppe II der Kreisklasse (Hegau ) schlug Geismgen vergangen nen Sonntag Welschingen mit 3:1 und schob sich damit so' eindeutig in Front, daß man die Elf alsFavorit Nr. 1 bezeichnen muß.

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Der bekannte Sechstagefahrer Kilian, der mit seinem Partner Vopel früher in Amerika zahl* reiche Erfolge verzeichnete, betätigt sich immer noch als Rennfahrer. Bei der Eröffnung det Radsportsaison in Hannover gewann er den Eröffnungspreis der Sicher über 20 km ta 1:08:05, während er nn Rennen Aber 30 km in 2:07:16 erfolgreich war. Bei einem Riradstredceo- Rennen in Landshut , das beste Rennfahrer Nord- und Süddeutsdilands am Start, sah, 9iegte der bekannte Berliner Harfy Saggel vor dem NürB- berger Karl Kittsfeiner, dem Berliner Schwar­zer, Richter (Chemnitz ), Lady (Nürnberg ) und Schild (Chemnitz ).

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