Geoßherzogllch badischer 34s A n z e i g e b ! a t t für den Neckar-«nb Main-und TaubrrkreiS. N* 63. Samstags den 24ten August 1816. .. . .. ———■— 23 e kanntmachungen. 1) Da den. Gestern in der Nacht find der Handelsfrau Komberger von Pforzheim aus ihrem Schlafzimmer in dem städtischen Theater während ihrer Abwesenheit mittelst Einbruchs 4000 fl. in baarem Gelbe, theils in Gold, »Heils inSildrr, größtentheilS in Rollen großer Thaler, zu iog fl. die Rolle, entwendet worden; es sind aber darunter auch Mehrere Rollen mit 24 Kreuzerstücken zu 30 nnd 40 fl.. eine Rolle mit 3 Livrethalern. Unter dem Golde sind besonders 2 doppelte Friedrichsd'or. eine doppelre Dnkare, und 2 neue französische LoniSd'or bemerkbar, so wie auch 9 doppelte Louisd'or; das übrige besteht in einfachen Louisd'or, Dukaten und Napo- leonSd'or. Das Geld war zum Theil in hiesige Komödienzetiel, zum Theil iu verschriebenes altes Papier, eine Rolle aber in den Brief eines Frauenzimmers von Gernsbach mit einer Bestellung von Mobewaarm an die Ma-, dame Komberger eingewickelt, nnd in einen Sak von starkem rothgrauem Tuche zusammen gebunden, 520 fl. aber, welche nichtmehr in dem Sak Plaz hatten, ebenfalls in Rollen waren in ein starkes graneS Papier eiagepakt, auf welchem bemerkt ist: Urvtl. N.„ Man bringt diesen großen Diebstahl hiemit zur öffentlichen Kenntnig, und federt jedermann auf, wer etwas hierauf Bezug habendes in Erfahrnug gebracht hat oder noch erfahren wird, hievon schleunigst entweder unmittelbar anher, oder an die nächste Obrigkeit die Anzeige zu machen, wobei dem Entdecker des Diebstahls eine ansehnliche Belohnung zugesichert wird. Zugleich werden alle obrigkeitlichen Behörden ersncht in ihren Bezirken schleunigst die geeigneten Bekanntmachungen zu erlaßen , und alles zu veranstalten, was zur Entdeckung des gestohlenen Geldes, nnd des zur Zeit noch unbekannten Diebes dienen könnte, auch uns schleimigst Nachricht geben zu wollen, sobald sich etwas Näheres aus diesen Diebstahl Bezug habendes verrffenbaren sollte, Baden den ryten August igi6. Grvßherzegl. Bezirksamt. 1) Baden. Vor einiger Zeit ka m cm fr em- der Pursche nach Malschbach in der k^Wfftde Beuren, nnd wüste den dorligenMich. Oestk^ le einen alten Hirten mit dem Vorgehen täuschen, daß er sein nach vieljahrige^Ädwq senheit aus der Fremde zurük gekehrtr^MW Franz Joseph Oesterle feie, welches »ÄS. nicht mir bei dem Vater, sondern selbst MbeM Gemeinde um so mehr Glauben fand/ fcä'ntart^ viele Aehnlichkeit mit dem Franz Joseph Oesterle an diesem Purschen bemerkt haben wollte, und derselbe auch von dessen Familien-Angelegenheiten genau unterrichtet war. Der vermeintliche Vater nahm ihn liebreich auf, verwendete auf ihn, waS seine ärmlichen Umstande ihm zuließeu, und erwirkte nach einem Aufenthalte von einigen Wochen von unS eine amtliche Legitimation, daß er sich um einen'Dienst im Lande nmsehen dürfe; kaum hatte min aber derselbe einige Tage daS väterliche Haus verlaßen gehabt, als schon wieder ein Anderer darin einkehrte, und dem erstaunten Vater erklärte» daß er der wahr« Sohn Franz Joseph, und der vor ihm da gewesene eiu Betrüger feie, was sich auch bei der angestellren Untersuchung bestätigte. Sämmt- liche obrigkeitliche Behörden werden nun ersucht, auf diesen unten beschriebenen angebliche n Franz Joseph Oesterle fahnden, ihn im BetretungSfalle arretiren, und hieher liefern zu laßen. Personbefchrieb. Derselbe ist ungefähr $' 5" groß, hat soviel man sich erinnert braune Haare und Augenbraunen» graue Angin,sp,'z» zig« Nase, rundes Kinn, rollkcrnmrnrs Au- 3 ? 4 6 ’ gesicht', «ine gesunde Gesichtsfarbe, und überhaupt eine starke LeibeSkonstituiiön; bei seinem Abgänge von hier frirg er einen butifeU blauen WammS, eine rvlhe Weste,, gelblederne Hosen, Stiefeln, und einen wachstuche- nen großen runden Hut; er spricht den österreichischen Dialekt.. Baden, den. i7ten August »816. Großherzogl. Bezirksamt. i) Schwetzingen. Der Bürger Johann Jakob Knppinger von Neulußheim, welcher schon lange Zeit tiefsinnig und Geisteskrank war, hat am »7ten d. wahrscheinlich meinem Anfälle von Geistesverwirrung sein Leben im Rhein geendet. Der Körper desselben ward noch nicht aüfgefunden. Man ersucht daher fämmtliche Behörden, deren Amtsbezirke von Altlutzheim abwärts an den Rhein stoßen, von der allenfallsi'gen Ländung des Verunglükten, dessen Personbeschrieb unten folgt,, gefällige Nachricht anher zu geben.. Personbeftbrieb. Joh. Jakob Knppinger, auS Neulußheim, Zy Jahr alt, 5 Schuh 6 Zoll groß, graue Haare , braune Äugen, blasse Gesichtsfarbe, niedere Stirn, spitze Nase, mittelmäßigen Mund, spitzes Kinn. Seine anhabende Kleider' bestehen in i blautnchenen Wammes, 1 dunkelblau tuchene Weste, r Paar kurze leinene Hosen, Strümpfe, und Schuhe mit Schnallen. Schwetzingen den 18* August 1816. Großherzogl. Amt; 2) Achern. DeruntenbeschriebeneAndreaS Hock, Bürger und Küfer zu Oensbach, ist heimlich entwichen , fämmtliche Behörden werden daher ersucht, denselben im Betretungs- falle anher liefern zu laßen. Personbeschrieb. Andreas Hock, seiner Profession ein Küfer, ist 5' 5" groß, 30 Jahre alt , hat ein blasses Gesicht, graue Augen, blende Haare, eine große Nase, trug bei sei- " ner Entweichung einen dunkelblauen Frakrok, ein rothwollenes Brusttuch und lange grüne Manschesterne Hosen. Achern am zten Juli 18 lb. Großberzogl. Bezirksamt. 2) MoSbach. An dem 28ten Juli wurde in dem Neckar zwischen Diedesbeim und Hochhausen ein tvdker männlicher Körper auf einer Sandbank gefunden. welcher schon zum The«» le ,'n Verwesung übergegangen war. er halte eine Art miiitai ische Kleidung an, nämlich dun- ! kelblauelange knapp anliegende Beinkleider, am den Seilen.mit etwas' ge'.bem Tuch beftzt, ! schwarze besezte Schni'e-sticstl , einen hellblauen militärisch zugeschniuenen kurzen Rok, dem Anscheine, nach mir gelben Vmstcß ausgeichla- gen, einen Kragen von nämlicher Farbe des Rockes, stehend » ungefähr 3 Finger hoch, Knöpfe von weißem Metall ohne irgend ein- Kennzeichen, dem Vermmhen nach halte der entseelte rorhe Haare» weil man noch deutliche Spuren eines rothen Schnurrbartes wahineh- men konnte. Urbngens war an dem tobten Körper oder dessen Kleidung kein weiters Zeichen wahrzunehmen , woraus man etwas sicheres Härte schließen können. Moebnch am 16; August r8l6. Großherzogl. Stadt- u. r. Landamt. 2) Blumberg. (Vorladung.) DaAntow Hauser von Mundelfingen, welcher schon im Jahr 1808. unter das großherzogl. bad. Militär hätte einstehen sollen, bisher immer abwesend gewesen, und sich, da er jüngst einen Paß in das Ausland nachsuchen wollte, seit» dem abernials fortbegeben hat, ohne wieder etwas von sich hören zu laßen; so wird derselbe anmik anfgefordert, daß er sich in denen nächsten 3 Monaten um so mehr dahier ein- finden solle, weil man sonst gegen ihn alseinen Ausgetretenen nach Landesgesetzen versah» wen würbe. Blumberg den t. Augustrhrö. ' Großherzogl. Bezirksamt. 2) Wertheim (Vorladung.) Oie Ehefrau desIollgardisten Löhrs zu Derkingen, Agnes, welche sich unerlaubter Weise entfernt hat, und deren Aufenthalt unbekannt ist, wird hiermit anfgefvdert sich binnen 6 Wochen dahier beim 2ten Landamte zu stellen, und auf die von ihrem Ehemanne angebrachte Schei» dungsklage vernehmen zu laßen» widrigenfalls sie als der, von ihrem Manne vorgetra- genen Scheidungsursachen', nämlich des Ehebruchs und einer von ihr erstandenen enteh, renden Strafe für geständig erklärt, «ndalsdann über die Ehescheidungsklage nach den bestehenden Gesetzen erkannt werden soll. Wert» heim den roten August 18*0. Großherzogl. %> Landamt. Mundksdt» Erklärung^ Ohne Bewilligung des Pflegers soll bei Verlust der Forderung, folgender Person nichts geborgt oder sonst mir denselben kvurrahirt werden. Ans dem Großherz. Bezirksamt Gengenbach 2) Der Hofbauer Ignaz Wöhrle von Schwarzenbach, Vogrei Reichenbach ist im iten Grad mundtodt gemacht, und Joseph Huber von da als dessen Pfleger bestellt, ohne wtlche» er weder rechten, Vergleiche schließen, Anlehen aufnehmen, ablösliche Kapitalien erheben, oder darüber Empfangschei- «e geben, noch Güter veräußern oderverpfän- den kann. WaS zu Jedermanns Warnung hi-mit öffentlich bekannt gemacht wird. Ob er gerichtliche Aufforderung. Grvßherzogl. bad. Hvfgericht des Unterrheins (B. G. N. 3872. I. 8.) Ad Causam des AntvN Rei- neckerschen Debinvesens. Werden sännnrliche von Oktoische Erben und' insbesondere die Fräulein von Langenschwarz , oder derselben Erben hiemit aufge- fvdert, binnen einer unerstreklichen Frist von drei Monaten sich zum Empfange des in De- posito beruhenden Betrags circa 415 fl. zu legitimiren, unter dem Rechtsnachtheile, daß ansonst nach Umlauf dieser Frist auf erfolgendes Anrufen dasselbe an die Staatskasse für verfallen erklärt werden solle. Mannheim den tytrn August. i8ib. Siegel- Dich. Unter gerichtliche Aufforderungen und Kundmachungen. Schuldenliqu idationen. Andurch werden alle diejenigen, »oelche an folgende Personen etwas zu fordern haben, unter dem Präjudiz aus der vorhandenen Masse sonst keine Zahlung zu erhalten , znr Liquidirung derselben vorgeladen. — Aus dem Gr oß Herz. Bezirk Sa mtGerlachshe im 2) zu KrenSheim an den in Konkurs erkannten Amon Nudelgast, auf Dienstag den loten September d. I. früh y Uhr vor dem grvßherzogl. AmkSrevifvrat zu Gerlachs. heim. Aus dem 347 Grvßherzogl..Bezirksamt Tauber- bijchofs heim 2) zu Werrbach an dem in Gant gera- thenen Martin Külsheimer, auf den 2Z. September d. I. zu Werrbach. Aus denr. Grossherzogl« Stadt- u. r. Landamt Mosbach 2) zu Auerbach, wer an de» Bürger Jakob Grämlich etwas zu fordern hat, auf Donnerstag den zten September d. I. früh 8 Uhr vor dem grvßherzogl. Amrsrevisvral zm Auerbach. Aus dem Großherz. Stadtamt Heidelberg 2) zu Wieblingen, wer an den verleb- ten katholischen Pfarrer S teigleder etwas- zu fordern hat, auf Mittwoch den gten September d. I. früh y Uhr vor dem großherzogl». Theilungskommissät zu Wieblingen. Ans dem Großherzogl. Amt Ladenburg 2) zu Käfer k ha l an die in Gant g?ra» thenen unter der bisherigen Firma von V i l» liez und Kompagnie bestandene Bleizucker- Fabrik- Gesellschaft auf den 2 ten Oktober d.J. !Morgens 8 Uhr und die folgende Tage in .dem Fabrikgebäude zu Käferrhal vor dem angeordneten Amtsrevisorate bei Strafe des Ausschlusses. Dabei wird noch kund gethan, chaß der Rathsverwandte und Handelsmann Ludwig Wassermann zu Mannheim als Masse» kurator bestellt sei, wohin einzig und allein nur, bei Strafe nochmaliger Zahlung, alle noch ausstehende Maffeaktiorn zu berichtigen sind. Schlieslich wird auch noch angefügt: daß der großherzogl. Dikasterialadvokat Hr. Mohr in Mannheim als Gemein- Sachwalter angeordnel fei, an welchen die Gläubiger, wenn sie wollen, sich zu wenden haben, Lrbvsrladungen • Folgende schon längst abwesende Personen^ oder deren Leibeserben sollen binnen 12 Monaten sich bei der Obrigkeit, unterwelcher ihr Vermögen steht, melden, widrigenfalls ihr Vermögen an ihre bekannten, nächsten Verwandten gegen Kaution wirdausgeliefertwer- den. Aus dem Großherzogl. Stadt-u. l. Landamt^ Bruchsal i) von Bruchsal, per seit langen Iaht 34 * ren abwesenden Elisabeth» Ekartin, und ihrem Bnider An-on Ekart, ist t>ou ihrem abgelebten Bender Heinrich Ekarr eine Erbschaft anerfallm von etwa 1090 fl. für jedes, Bus dem Großherzogl. Stadt- u. i. Landamt R a st a v t 2) von St 0 llh 0 fen Hanns Georg Müller, Bauernknecht, welcher seit 37 Jahren nichts mehr har von sich hören laßen, dessen Vermögen in Zisfl. 58 kr. besteht. Anö dem Großherzogl. Stadt-u. r. Ländamt N a st a d t Z) von Plittersdorf Joseph Müller, Wagnersgesell, welcher vor 20 Jahren auf die Wanderschaft ist» ltnd seitdem nichts mehr pon sich hören ließ, dessen Vermögen in 48 t fl. 52; kr. besteht. Raufanträge. 3) M a n n he i m. (Hansversteigerunz.) DaS dem verlebten hiesigen Bürger und Ackersmann Wendel Gräff zugehörig gewesene Haus dahier l.it. 8 4 d>o 8- auf welches bei der vorgewesenen Versteigerung 540 fl. gebothen worden sind, wird Donnerstag den lotenOkrober r8t6. Nachmittags um 4 Uhr in dem Gasthaus zum Aweibrückerhof noch einmal auf öffentliche Steigerung gesezt und definitiv zngcschlagrn werden. Mannheim den tOtenAugust igrö. Großherzogl. Amtsrevlsvrat. 3) Mannheim. Das I,it. II. 4. No. Lg. gelegene Hans des verlebten Schreinermeister Fensterer, wird denzten September nachsihin Nachmittags zUhr auf dem Amthanse dahier öffentlich versteigert. Mannheim den yten August 1816. Großherzogl. Amtsrevisvrat. 2) Mannheim. Künftigen Montag den übten d. Nachmittags 3 Uhr, werden in dem dahiesigen Kanfl-aus 4 Faß Bordeauwein ge» gen gleich baarr Zahlung öffentlich versteigert. Mannheim den i7ten August rgi6. Großherzogl. Amtsrevisvrat. 2) Mannheim. Eine Staatsobligation Qir. 0 . zu 1000 fl., wird den röten d. Mor» \txii 11 Uhr auf dem Amthause öffentlich ver- leigrrt. Mannheim den igten August 1316. Großherzogl. Amtsrevisvrat» ! Z) Mannheim Die Effekten und Mobilien des verlebten Ackersmann Peter Bahr, bestehend in Gold. und Silber, maynliche Kleider, Leinengerüch. Bettung. Schmner- werk, Zinn, Kupfer, Messing, Eisen, Blech und sonstiger Hausrarh, werden Montags den 2bren d. Vormittags y und Nachmittags r Uhr, und so die folgende Tage in dem Slerb» Hause l,it. P. 5. No. 11. der Erbveriheilnng wegen öffentlich versteigert. Mannheim den 14. August i8t6. Großherzogl. Amtsrcvisorat. Pachtanträge. 2) Bruchsal. Donnerstag den ryten August d. I. früh 10 Uhr wird die Wintersi-sss- weide, und Ziegelhükte zu Oberg, ombach auf einen gjahrigen Zeitbestand von Martini d.J. an auf dem Rathhauszn Obergrombach öffentlich versteigert werden, welches den Steigliebhabern anmit bekannt gemacht wird. Bruchsal den 6len August i8>6. Großherzogl. Stadt - u. 1. Landamt. Künftigen Montag den yten September laßt dje Gemeind« Heddesheim die Winkersckaaf- waide auf ein Jahr unter annehmliche» Be- dingnisse» öffenilich versteigern, welches an- durch bekannt gemacht wird. Anzeige. Ein lediges Frauenzimmer in gesezten Jahren, in hiesiger Stadt wohnhaft, wünscht einig« Mädchen, welche jedoch nicht unter 10 Jahr alt seyn dürfen, in Kost und Wobnung zu übernehmen. Sie wird ihnen zugleich Un, rerrichl im Nähen, Stricken, Sticken undson- stigen weiblichen Arbeiten errheilen. Die des- fallsigen Bedingnisse sind in I.lt. 0 .5. No, 14. im zlen Skok zn erfragen. Dkenstnachrichten. Ein Theilungskommissär» welcher noch Im Geschäfte stehet, und von seinem Borgesezten ein günstiges Ieugniß erwarten darf, wünscht eine andere Stelle im nämlichen Geschäft zu erhalten. Ausgeber dieses Blatts sagt nähere Auskunft.