Skobherzogllch badische- 473 A n z e i g e b l a t r fu« den Neckar- und Makn-und TauberkretS. N*. 96. Samstags den Zoten November I8i6. isssm Bekanntmachungen, r) Weinheim. Durch den gestern Abend gegen 7 Uhr dahier ausgebrochenen Brand, welcher ungeachtet der schnell herbei geeilten Hülfe in wenigen Stunden zwei mit 190 Haufen Früchten und 9 Wage» Heu angefüllte -?xcheuer» nebst Schoppen und Stallung des hiesigen Bürgers Philipp Peter Bock in Asche legte, und drei nahe gelegene Gebäuden anderer Bürger beschädigte,« würde ein großer Theil der nachbarlichen Hauser und Scheuern ein öiaub der Flammen geworden seyn, wenn nicht die wackere Hilfsleistung der hiesigen Bürgerschaft dem weiterm Umgreifen des Feuers Einhalt gekhan hätte. Hiebei haben sich aufS rühmlichste ausgezeichnet, und öffentlicher Belobung würdig gemacht: derjun» ge Handelsmann Herrmann Rauch der. — di« Stütze und Hoffnung seiner durch die'« Un- glüksfalle betrübten Familie — durch den Einsturz eines Gebälkes sein Leben verlor, und so ein Opfer seiner Bürgertugrnd wurde; ferner der Schlvssermeister Adam Abel, der Bürger Valentin Baier und der Soldat Heinrich Beutel von hier , welche bei jenem Einsturz des Gebälks mehr oder weniger beschädigt wurden, besonders aber der, durch seinen, bei mehreren früher» Feuerbrünsten erprobten bürgerlichen Heroismus rühmlich bekannt« Mauer- meister Koppel, dessen menschenfteundlicher kühner, und keine Gefahr scheuender Eifer, so wie die einsichtsvolle wackere Thätigkeit des Theiluugskommissäis Oveloge, der die Mitleituug der Löschanstalt führte, vorzüglich zur Rettung der nachbarlichen Gebäuden beitrug. Man fühlt sich verbunden, dieses öffentlich bekannt zu machen, und diesen Menschenfreunden im Nanien der hiesigen Stadt den laute» Dank zu erstatten. Weinheim den lgttn November igi6. Großherzogl. Amt. (P.N.6077.) In Untersuchungssachen gegen den Schaasknecht Joh. Georg Sauter angeblich von Ludwigsburg, wegen verschiedenen ihm zur Last gelegten Schaaf» drebstähle» betr. Wird gedachter Schaasknecht Johann Georg Sauber, welcher seit Michaeli d. Jahrs aus seinem Dienste bei dem Schäfer Frank zu Bobstadt mit Rüklaßungvonz8 Stük Schaa» fen ausgetreten, dessen Aufenthalt aber unbekannt ist, ««durch vorgeladen a dato binnen , 14 Lagen sich sowohl über die ihm zu Last ge, ; legte Schaafdiebsiähle zu verantworten, als l auch über das Eigenthum der dem Schäfer < Frank zu Bobstadt zur Fütterung überlaß«« j neu Z8 Stük Schaafen sich um so gewisser anher auszuwrisen, «IS ansonsten daS vorhandene Schaafoieh versteigert, der Erlös ad depositum genommen, hinsichtlich der ihm zur Last gelegten Schaafdiebsiähle aber da- weiterS geeignet« gegen ihn verfügt werden wird. Zugleich werden alle diejenigen so an daS befragliche Schaafoieh des entwichenen Schaaf« knechts Sander einen Anspruch zu machen jha« ben, aufgefodert, dieses in nämlichem Ter, min anzuzeigen. Sämmtliche Obrigkeiten hingegen ersucht, gedachten Schaasknecht Sander, welcher der Beschreibung nach 54 Jahr alt, nntersezter Statur, frischen Angesichts, und am linken Auge übersichtig sein soll, auf Betreten zu arrettren, und anher auszuliefer». Borberg am 13. November 1816. Großherzogl. Bezirksamt. 2) Mannheim. Der ohneErlaubnißmit Rüklaßung seiner Ehefrau Anna Maria, ge« bvhrn« Herz, sich bereits vor q Jahren entfernte, hiesige Schuzbürger Joseph Ulmervon Solothurn in der Schweiz wird auf «ingereichte Ehescheidungklagr der gedachtenEhefran wegen böslicher Berlaßung hirmit aufgefo» he«: sich in einer unerstrekiichrn Frist von 3 4 7 4 Monaten vor Unterzeichnetem Stadtamte, zu stellen, um sich über feinen AnStritt und die Klage seiner Ehefrau zn verantworten, oder aber zu erwarten, daß sonst nach der Landeskonstitution gegen ihn verfahren, und Vas weitere, was Rechtens rüksichtlich der Ehe «nd des Vermögensstandes verfügt werden solle. Mannheim den 23. November 1816. Großherzogl. Stadtamt. v. Jägemann. Vük. Stark. 2) Engen. Da der Landwehrmann Kasuar Buggie von Jmmendingen sich vor längerer Zeit aus dem Urlaub entfernt hat, und dessen Aufenthalt unbekannt ist , so wird derselbe aufgeforderr, sich binnen 6 Wochen von heute an um so gewisser bei unterfertigter Behörde zu stellen, als er sonst als Ausreißer behandelt, und die gesezlichen Nachtheile gegen ihn werden vorgekehrt werden. Engen am trten November !8r6. Großherzogl. Bezirksamt. 2) Haslach. (Vorladung.) Der vomgroß- herzogl. vad. Zken Linieninfanterie-Regimeme Großherzvg im Jahre 1813. entwichene Soldat Andreas Ziegler von Hofstetten wird hiermit aufgefordert, sich in Zeit z Monaten dahier zu stellen, mrd sich über stine Entweichung zu verantworten, oder zu gewärtigen, daß nach fruchtlos umlaufener Frist gegen ihn als ausgetretenen Unterthan nach den Landes- gefetzen werde verfahren werden. Haslach den Zoten Oktober lhth. Großherzogl. Bezirksamt. 2) Walldürn. (Vorladung.) Der kürzlich vom großherzogl. leichten Jnfanterieba- raillon entwichene Soldat Justin Merkrrt von Waldstetten wird hiedurch aufgefoderk, sich hinnen 3 Monaten bei Amt dahier zu stellen, «nd sich über feine Entweichung zu verant- werten, oder zu gewärtigen, daß Vas gefezli- che gegen ihn verfügt werde. Walldürn den stlen November igid. Großherzogl. Bezirksamt. I Mundrodt» Erklärung. OhneBewillignng des Pflegers soll bei Verlast der Forderung, folgender Person nichts geborgt oder sonst mitdenfelbenkontrahirt wer-! Heu. Aus dem 1 Großherz. Stadtamte Mannheim Unterm heutigen wurde Helena G ö r n r r i n dahier im ersten Grade munaobt eikLirt, und ist ihr der hiesige Bürger und Apotheker Wilhelm Herrmann als Pfleger beigegeben, welches hiedurch zur öffentlichen Kennt- niß gebracht wird. Mannheim den isten .November 1816. Großherzogl. Stadtamt. v. Zagemann. Veit. Nürnberger. Unter gerichtliche Aufforderungen und Kundmachungen. Schuld« »ligu idationen. Andurch werden alle diejenigen , welche an folgende Personen etwas zu fordern habe-F, unter dem Präjudiz aus der vorhandenen Masse sonst keine Zahlung zu erhalten, zur Liquidirung derselben vvrgeladen. — Aus dem Großherz. Bezirksamte Weinheim i) zu G r ossach fen, wer an den Müllermeister Gerhard Weber etwas zu fordern har, auf Dienstag den roten Dezember d. I. früh y Uhr vor dem großherzogl. Amtsrevi- forate zu Weiuhrim. Au« dem Großherzogl. Amte Brette» 3) zu Büchig, wer an den mit gnädigster Erlaubniß auSwandernden Georg Graz- majer etwas zu fordern hat, auf den zten Dezember d. I. früh 9 Uhr auf dem Rathhaufe zu Büchig. Aus dem Großherzogs. Amte Breiten 3) zu Büchig, wer an den mit gnädig- !ster Erlaubniß auszuwandernden Joh. Hipp etwas zu fordern hat, aus den zien Dezem« ber d. I., auf dem Rathhause vor dem grvßherzogl. TheilungSkommissär zn Büchig. Kaufanträge. 3) Mannheim. DaS Wohnhaus der Soldat Johann Sckulz'schen Eheleute dahier Quad. llt. T. 4. No. 15 wird der Erbver- rheilung wegen Mittwoch den 4ten Dezember d. I. Nachmittag» 2 Uhr in dem WirkhshauS des Hrn. Knecht zum Trauben dahier unter annehmlichen Bedingniffen öffentlich versteigert und definitiv zugefchlagen werden. Mannheim den zoten Oktober 18 > 6 . Lutz, Auditor. 2) Mann Heini. Die auf de» aflten dieses angekündigte Versteigung des Gasthauses zum Badenerhof Q'iad. L,lt. G. 6. No. 3. findet zn- solg großherzogl. Hofgerichts Urkheils nicht statt. Jedoch wird dies Gasthaus, bestehend in Z Häuser, großen Garten, nnd darin be* j findlichen gut eingerichteten Badaustalten, nebst den dazu gehörigen Badwannen auf da- hiefizem Amlhaus Dienstags den 17ten k.M. Dezember Nachmittags 3 Uhr mit Vorbehalt zweimonatlicher Affirion, und daß achkiau« send Gulden vom Sleigschilling auf erste gerichtliche Hypothek z prCt. darauf stehen bleiben können, versteigert. Mannheim am lglen November 1816. i«‘- Großherzogl. Amtsrevisorat. 2) Mannheim. Das den verlebten Uhrmacher Aniy Marcinhesschen Eheleuten an den Planken Lit. P. 1. No. 11. gelegene Haus, auf welches die Hälfte des Stekg,chillings stehen bleiben kann, wird Dienstags den zten Dezember l. I. Nachmittags um 4 Uhr im WirthShauS zur Uhr der Erbvertheilnng wegen versteigert. Mannheim am aren No vember l8l6. Großherzogl. Amtsrevisorat, Z) Mannheim. Die dem Kaffeewirth Leonlrard zustehenden Effekten und sonstige Gerachschaften, worunter sich 2 Billarde mit Zugehörde befinden , werden den 2ten Dezember nächsthin in der Behausung I-.it, e. i. No. 1. nächst den Planken öffentlich versteigert. Mannheim de» 2>ken November rglb. I Großherzogl. AmtSrevisoral. j Montag den 2ten Dezemver l. I. Morgens yUhr und die folgende Tage, werden in der Behausung des verlebten Hoftachs und Stadtdirektors Rupprechk Il-il M 1. No. 6. dessen rükgelaßene Bücher, wovon der Katalog täglich im Hause zu haben ist, gegen gleich baare Bezahlung versteigert. 3> PeterSrhal. (Verkauf deS dasigen Mi .cralbades. nnd dabei gelegenen Hofgutes.) Das iu dem Frucht, RedenObst und Holzreichen Amt Overkirch io Stunden von Straß- bnrg und 7 Stunden von der Kreisstadt Offenburg sehr angenehm liegende Peterskhaler Mineralbad, welches wegen feiner Größe, bequemen und vollständigen Einrichtung und wegen seiner stark besuchten Heilquellen, so 475 wir durch sein vortreffliches kn sehr großer Menge verführt werdendes sogenanntes Sauerwasser längst berühmt ist, wurde zwar im verflossenen Sommer zum Handverkauf aus» geborhen, worauf sich auch mehrere sehr annehmbare Käufer gefunden haben mit denen aber wegen eingekretenen Umständen die Unterhandlungen nicht angeknüpft oder fortge- sezt werdcu konnten. Um nun jenen und sammtkkchen Kauflustigen einen kürzer» nnd sichern Weg zum Ankauf jenes Bades und des dabei gelegene« großen und fruchtbaren Meierei- Gutes zu offnen, haben sich die Herrn Eigenthümcr entschlossen , dasselbe durch bas grvßherzogliche Amtsrevisorat bis Freitag den bien Dezember dieses JahrS Vormittags in öffentlicher Versteigerung verkaufen zu laßen. Je nachdem es die Kaufliebhaber wünschen, wird 1) Das Bad mit den dazu gehörigen Gebäuden und andern liegenschaftlichen Umgebungen, sawmt der ständigen Wirlhschafts- Gerechtigkeit. 2) Die zu Möblirung sammtlicher Zimmer und zum Wirthschaflsbekrieb vorhandene Mobilien, und z) der Meyerhof mit dem Frucht- und Futrervorrath in 3 abgesonderten Theilenaus- gevokhen werden. Der Käufer kann sogleich von allem Besiz nehmen. Vom Kaufschilling wird nnr ei« kleiner Theit baar gefordert, der Rest kann nach vorheriger gehöriger Versicherung in mehrjährigen Terminen abgetragen werden. Unbekannte und nicht im Amt wohnende Personen müssen obrigkeitliche Vermögens. Zeugnisse beibringen, und für den baare« Tbeil des Kaufschillings bis zu dessen Zahlung bekannte »ermögliche Bürgen stellen. Die Größe und Benutzungsart deS Flächeninhalts, so wie die Gerechtsame nnd Laste« der obgenannten Objekte können nebst de» übrigen sehr gelinden Steigerungkbedingringe« bei Unterzeichneter Stelle täglich ersahrrnwer» den. Oberkirch dcn yten Ncvkmbrr J&16. Großherzogl. Amtsrevisorat. pachrankräge. z) M a n n h«i m. Der der gräflich p Obern- dorfischen Familie zuständige Weinberg, znrn Keltersbrrg genannt, mit vrm daran stoße». 47 « den Dannrstücke ln Schriesheimer Gemarkung gelegen, etwa- über 6 Morgen hallend, soll «ach seinem Umfange, wie solcher mit einer Mauer umfasset ist , den gten Dezemver l. I. zu Schriesheim in dem Wirthsbause zum Lö- rven ganz oder theilweis« unter vortheilhasten Bedingnissen in einen 9 auch lLjährigenZeitbestand versteigert werden; welches den Liebhabern mit dem Anhänge eröffnet wird, daß der Augenschein unter Zuziehung des dazu angewiesenen Bürgers und Wingertsmannes Hauber zu Schriesheim eingenommen; die Bedingnisse aber bei dem großherzogl. badischen Domanenverwalter Herrn Hügler zu Weinheim, und dem gräflich von Oberndorf- ischru Consulenten, ObergerichtK- Advokaten Hrn. Ledenbaur zu Mannheim «ingesehen werden können. Mannheim den 4.November 1816. i) Mannheim. Donnerstag den gteu Dezember l. % Nachmittags um 3 Uhr, wird die Lieferung von too Stücke eichener Laterncn- Pfostea auf dem hiesigen Polizei- Büreau an den Wenigstnehmenden versteigert, welches den Steigungs-Liebhabern hiermit bekannt gemacht wird. Mannheim den roten November iSt6, Großherzogl. Stadtamt. v. Zagemann. Vdt, Kunkelmann. Anzeige. Meine hiesige und auswärtige Freunde benachrichtige ich, dag ich meine bisher i«r der Behausung deS Hrn. Accisor Andriano am VogelSgesang über geführte Spezereihandlung, in mein eigen thümliches Haus l,it. O. 4. No. 1. in der Kapuzinerstraße neben Wein- wirth Hrn. Maas verlegt habe. Indem ich mich in allen in dieses Geschäft «inschlagende» Artikeln sowohl als in dem bekannten Regensburger Karmeliter-oder Melissengeist, und ächt köllnifchem Wasser empfehle, werde ich bemüht feyu, daS mir seither geschenkte Zutrauen durch gurr und billige Bedienung zu erhalte». Zugleich zeige ich an, daß bei mir «ach wie' vor alle Sorten feiner und ordinärer Blumen, als BouquelS auf Damenhüte und Hauben, Guirlguden zu Kopfpuz und um Kleider nach der Natur und in Fantasieblumen verfertigt werden, auch die Blumen jeder Gattung einzeln nach »orzüglichrm Gefchmak und Auswahl zu haben sind. Ueberzeugt, daß von längst her auch in diesem Zweige meines Ge» schäftS der Wunsch meiner Abnehmer durch geschmakvolle und dauerhafte Arbeit sowohl als billige Preise befriedigt worden ist, hoffe ich auch fernerhin der Ehre des seitherige» Zutrauens zu genießen. Mannheim den 2b. November igib. Anton Lutz. Joseph Delanck d. ä. benachrichtiget ei» verehrungswürdiges Publikum das er biskünft tigen Sonntag den rren Dezember seine Kaf- feewirthschaft bei Hutmacher Wunder über eröffnet, und büret um geneigten Zuspruch. In dem zur Handlung vorzüglich gut gel-» genen Hause Lit. P.3. No. 12. ist der tmrü Stok, enthaltend eine vollständige Einrichtung zu einer Spezerei-Handlung, geranmi» geS Magazin, Keller, 5 Zimmern , Alkofen, Kammer, 2 Küchen, und Holzrenijse zu ver- mielhe», und kann biSEnde November d. I. bezrgen werde». Nähere Auskunft giebt der im zweiten Srvk dieses Hauses wohnende Ei« geuthümer. Dienstn achrichten. Der erledigte evangelisch lutherische Schuldienst zu Leutersheim (evangel. Dekanats Bi» schoffsheim, Kinzigkreis) ist dem bisherigen Schullehrer in Dürrenbüchig, Jakob Friedrich Hofer, verliehen worden. Die Bewerber um den hierdurch erledigten evangelisch lutherischen Schuldienst in Dürrenbüchig (evangelischen Dekanats Stein, Pfinz- und Enzkreis) mit einem Kompetenzanschlag« von 140 fl» habe» sich binnen 4 Wochen durch ihr« Spe- zialate oder Dekanate bei der obersten evangelischen Kirchenbrhörd« vorschriftmäßig zu melden. Der vakante Schuldienst zu Hugsweier ist dem bisherigen Schullehrer Bermeitingrr übertragen worden, wodurch der evangel. Schuldienst zu Writenau (DiöcesrS Schvpfheim im DreifamkreiS) mit einer Kompetenz von 152 st. zur Erledigung gekommen ist. Di« allenfall- sigen Kompetenten haben sich binnen 4Wo