Großhekzoglich Badisches Anzetgeblatt für den Neckar« und Main» und TaubereKreis. No. 2. Freitag den 5. Zänner 1821. Bekanntmachungen. D M a nnheim. Der Schloßwächter Ioh. Michael Raab, welcher sich böslicher Weif« von hier entfernt hat, wird hiermit aufgefor« dert, innerhalb 6 Wochen sich dahier zu stellen, und sich wegen seiner Entweichung «nd dem auf ihm ruhende» DiebstahlS-Ver, dacht zu verantworten, widrigenfalls gegen ihn da» Gesetzliche verfügt werden wird. Mannheim den SO. Dezember 1820. Großherzogl. Stadtamt, 2) Mosbach. Der unten beschriebene Bursche wurde von grvßh. Bezirksamt Philippsburg wegen mangelnder Legitimation aufgegriffen, gab an, er heiße Jakob Ganzmüller, gebürtig von Neckarmühlbach, und sollte auf dem Schub in seine angebliche Heimath transportirt werden. Gestern Nachmittag fand derselbe Gelegenheit, zwischen hie» und Neckarmühlbach dem TranS- portirenden zu entkommene Wir ersuchen daher sämmtliche Behörden dienstfreundschaftlichst, auf diesen i,urch feine, Flucht höchst verdächtig gewordenen, nach erhobener Kundschaft in Neckarmühkbach weder geborenen noch je wohnhaft gewesenen Menschen, zu fahnden, ihn-im BetretungS- falle zu verhaften, und gegen Kostenersatz hierher zu liefern. Personbeschreibung. Derselbe ist von mittlerer Statur, gegen 50 Jahre alt, hat ein volles etwas blatternarbigtes Gesicht, dunkle graugemischte Bart» und Haupthaare. — Er trug bei seiner Entweichung einen dunkelblau tüchenen Bauernreck, welcher sich besonder- dadurch au-zeichnet, daß er vorn nicht übereinander geht, und mit einer Reihe Metallknöpfen in der Form von einem großen Thaler besitzt ist. Er hatte eine graue Bauernpudelkappe auf, Schuhe, und graue zwilchene Hosen an. MoSbach den 36. Dezbr. t820. Großherzogl. 2teS Landamt. Schaaff. 2) Pfunqsta dt. Sie unten stgnülifirt« Phil. AsmußischeWittwe von Grießheim, ha» sich vor ehngefähr 7 Wochen von da entfernt, und ihr Kind von acht Jahren in Grieß- Heim zurückgelaffen. Es werden daher alle Militär- und Civilbehörhen ersucht, dieselbe im DetretungSfalle zu arretiren, und gegen Erstattung der Kosten, an daS Unterzeichnete Amt abliefern zu lassen. Personbeschreibung. Dieselbe ist FZ Jahre alt, mittlerer Größe, hat blonde und dünn« Haare, hohe Stirne, blonde Augenbraunen, braune Augen, gewöhnliche Nase, kleinen Mund, spitzes Kinn, frische Gesichtsfarbe. Kleidung. Eine kattunene Haube mit ro- then Blumen, einen alten Mutzen von weißem Bieber, eine Schürze von leinenem hellblauem Zeug, einen Rock von bräunlichtem wollenem Zeug, blaue wollen« Strümpfe, alte Schuhe. Pfungstadt den IS. Dezember 1820. Großherzogl. Heß. Oberamt daselbst. Welker. 2) Carlsruhe. Die ledige Elisabeth« Baumann von Kirchheim, welche früher mit dem verstorbenen Krämer Dominik Kaiser von Todtnau, di« Messen und Jahrmärkte 10 besucht hat, wird, nachdem ihr jetziger Aufenthaltsort nicht hat erheben werden können, hiermit ausgefordert, auf die von dein hiesigen Handelsmann E. Fr. Marbe gegen sie erhobene Schuldklaqe, binnen -6 Wochen peremtorjscher Frist bei hiesigem Gericht zu antworten, widrigenfalls sonst-der Klag» vertrag für einqestanden und erwiesen angenommen, jede Einrede für versäumt erklärt, und Kläger durch öffentliche Versteigerung der zum Pfand eingesetzten Effekten, so weit der Erlös reicht, wirv befriedigt werden« Carlsruhe den 22. Dezbr. 1820. Großherzogl. Stadlamk. Z) Heidelberg. Der hiesigen Stadt wurde höchsten Orrs daS Hatten von vier Viehmarkten jährlich gestattet, anfangend jm Jahr l82l, wozu folgende Tage bestimmt Wurden: Der erste Viehmarkt wird auf letzten Mittwoch im Monat Februar, der eite auf letzten Mittwoch im Monat April, her d r i tte auf letzten Mittwoch im Monat August, und der vierte auf zweiten Mittwoch im Mo» nat Oktober abgehalten werden; — wobei bemerkt wird, daß, wenn auf besagte Tage ein Feiertag falle» sollte, der Vieh« markt Tags darauf statt findet; welches anburch zur allgemeinen Kenntniß deS Publikums gebracht wird. Heidelberg den 27. Dezember 1820. Großherzogl. Stadtrath. Lonibardi» o. V'ät. ManziuS. -vbergerichil. Aufforderung. Großherzogl. Bad. Hofgericht D. G. Nr. 8480 — 81. H. Sen. Ad causam des von Miegischen Debitwesrns. Da der Förster Anton Bronn in Pforz» heim sich als Erbe ferner verlebten Ehefrau Anna Elisabetha Katharina, Tochter des ehemaligen Förster» Kramer zu Schwetzingen, dahier gemeldet, und in dieser Eigenschaft um Ausfolgung des der Letzter» wegen einer an die Miegische Debitmasse habenden For- derung zukvmmenden Geldbetrags angestanden hat; so «erden diejenigen, welche hier» auf aus irgend einem Erbrechte einen gegründeten Anspruch machen zu können glan» den, hiermit aufgefordert, diesen innerhalb einer Frist von sechs Wochen vor der dahier bestehenden großherzogl. HefgerichtS-Commission geltend zu machen, widrigenfalls sie zu erwärtigen haben, baff nach Ablauf dieser Frist der vorräthige und weiters ein» gehende Geldbetrag an vbgenannten Förster Anton Bronn ohne weiters auSgezahltwerbe. Mannheim den 22« Dezember 1820. Frhr. v. Stengei. Vdt. Petitjean. Untergerichtl. Aufforderungen und Kundmachungen. Schnlden < Liquidationen. Hierdurch werden alle diejenigen, welch» an folgende Personen Forderungen haben, unter eem Rechtsnachtheile,auS der vorhan» denenMasse sonst keine Zahlung zu erhalten, zur Liquidation derselben vorgeladen: AuS dem Grvßherzoglichen Amte Ladenburg 2) zu Ladenburg, an die Verlassen, schaktsmasse des verlebten Landchirurgen Rothensee, gegen welche der Gant erkannt wurde, auf Dienstag den 6 Februar d.J. früh 8 Uhr, vor dem greßherz, AmtS- pevisorate zu Ladenburq. AuS dem Großherzoglichen Amte Ladenburg 2) zu L ad en bu rg, an den in Gant erkannten Burger und Schuhmacher Georg Müller, auf Mittwoch oen 7. Februar d.Z. früh 8 Uhr, vor dem greßh. Amtsrevisorate zu Ladenburq. Aus dem Großherzoglichen Amte Laden bürg 2) zu Schriesheim, an den in Gant erkannten Handelszuden Hayum Mart, auf Donnerstag den 8. Febr. d. I. , früh 8 Uhr, vor großh. Acktsrevisorate zu Ladenburg. 2) Mannheim, Aste diejenigen, welch, irgend einen Anspruch an die Nachlassen- schaft der dahier verlebten Friedrich August Hartmann Wittib zu machen haben, werden andurch ausqefordert, solchen de.s Unterzeichneten Stelle bis Montag den lö.Jänner 1821, Vormittags 9 Uhr, um so gewisser anzugeben und richtig zu stellen, als nach Verlauf dieser Frist mit erwähntem Nachlaß weitere Verfügung getroffen werden wird. Mannheim den ÄOsten Dezember 1828. Großherzogl. AmtSrevisorat. LeerS. Erbvorladungen. Folgendeschon längst abwesendePersvnen, ober deren Leibeserben, soll binnen zwölf Monaten sich bei der Obrigkeit, unter welcher ihr Vermögen steht, melden, widrigenfalls dasselbe an ihre bekannte» nächste Verwandten gegen Caution wird auSgeliefert werben: AuS dem Großherzogl. Bezirksamt« Tauberbischofsheim 1) von Werbach, Michael Kiesel, welcher im Jahr 1813 als Soldat beim groß- herzvgl, bad. leichten Infanterie-Bataillon mit nach Rußland zog. 2) Engen. Die beiden Brüder Anton Weckerle, 34 Jahre alt, Metzaer, und Mathias Weckerle, 30 Jahre alt, Bäcker, Söhne des längst gestorbenen Hofbauers Johann Georg Weckerle zu Schopfloch in der Markung der Stadt Engen, haben sich vermehr als acht Jahren von Hause weqbeqeben, und sollen im Jabr 1812mit dem französ. Heere nach Rußland, aber nicht wieder znrückqe- kommen seyn. Ueber ihren Aufenthalt und Schicksal ist seitdem gar nichrs bekannt. Da sich nun deren Verwandten um die Einweisung in den fürsorglichen Besitz ihres Vermögens, welches für Ersteren in etwa 1508 si. und für Letztern in etwa 1600 fl besteht, gemeldet haben; so werden gedachte Anton und Mathias Weckerle, oder ihre rechtmäßigen Leibeserßen/binnen Jahresfrist zu erscheinen vorgcladrn, um ihr Vermöge» zu übernehmen, widrigens sie für verschob len erklärt, und ihr Vermögen den erbberech, tigten Verwandten gegen Caution in fürsorglichen Besitz würde gegeben werden. Engen den 21,-Dezember-1620. Großherzogl. Bezirksamt. Eckhard. , Versteigerungen. 1) CarlSruhe. Die Brodlieferung für hie Garnisonen Kehl, Constanz und Kißla«, so wie die Lieferung der Fourage für die Garnisonen Carlsruhe mit Gottsaqe und Umgegend, Mannheim, Rastatt, Freiburg und Constanz, welche mit Ausgang des nächsten Monats Jänner 1821 ihr Ende erreichen, sollen, wie bisher, durch Einreichung versiegelter schriftlicher Gebote, ganz «der für jede Garnison getheilt, vom 1. Februar 1821 an, auf 3 oder 6 Monate an die nigsinehmenden überlassen werden. Diejenigen, welche diese Lieferungen gänz oder zum Theil zu übernehmen gesonnen sind, werden hiermit aufgefordert, ihre Gebote längsten- bis zum 18. Jänner 1821 um so bestimmter dahier einzugeben, alS am iSte» desselben Monats die angekommenen Gebote eröffnet, an diesem Tage aber keine Gebote mehr angenommen werden. Auf densUmschlag jeder Submission muß ausdrücklich bemerkt werden, ob das Gebot die Brod- oder Fourage-Lieferung betrifft^ auch muffen die Gebote in bestimmten Worten und Zahlen ausgedrückt seyn, indem undeutliche und unbestimmte Gebote nicht berücksichtigt werden können. Hinsichtlich der Brodlieferung müssest dix Gebot, auf zweierlei'Art geschehen, einmal wie viel der Bietende für den Schuß Bryd zu 8 Pfund in baarem Geld verlangt, pntz dann wie viel Schuß Brod derselbe gegen Abgabe von 4 Malter Früchten Durlacher Maaß, nämlich 2 Malter Weitzen eher Kernen, 1 Malter Korn und 1 Malter Gerste- liefern will. 12 Die näheren LjeferungS-Bedingungen können übrigens, wie bisher, bei den Stadt- Eommandantschaften, so wie auch bei dem diesseitigen Sekretariat eingesehen werden. EarlSruhe den 27. Dez. 11)20. Großh» bad. Kriegs - Ministerium. , p.Schä ffe r. V6t. Erka'rt. 1) Bruchsal. Von der Unterzeichneten Stelle werden Mittwoch den 17.Janner 1821, Vormittags 10 Uhr, auf bem herrschaftlichen Speicher dahier von den 1819er Vorräthen 100 Malter Hafer, und 100 — Gerste öffentlich »ersteigert, wozu di« Kaufliebha- der hiermit eingeladen werden. Bruchsal den 30 .Dezemb«r 1820. Sroßherzvgliche Dvmanial-Verwaltung. 'Gold. 2) Mannheim. Donnerstag den 18. Jänner 1821, Nachmittags 2 Uhr, werden auf dem Amthause folgende StaatSpapiere öffentlich versteigert, und sogleich definitiv »ugeschlagen, al»: I, «ine bstreich« Bettmännische Obligation No. 26087. ad A4 pCt. über 1200 fl.; z. ein« ditto No« 26121. über 1200 fl.; S» eine Rheinpfälzische Stüatsobligation lait. v. No. 4287; über 1000 fl.; 4« eine ditto No. 3066. über 1000 fl.; 5. «ine ditto No. 5625. über 1000 fl.; S. eine Rheinpfälzische StaatSvbligation Halt. Hein h, No. 415. über 500 fl. ' Mannheim den 30. Dezbr. 1820« Großherzogl. AmtSrevisvrak. LeerS. D Schwetzingen. AuS der Hofkammerrath Zrllerschen BerlaffenschaftSmaffe dahier werden Montag den 8. Jänner 1821, und die folgenden Tag«, die sämmtlichen vorhandene» Mobilien, alS: Gold, Silber, Präcisse«, verschiedrne alte Münzen, Kleidungen, Bettung, Leinwand, Schreinerwerk und HauSrath durch alle Rubriken, eine Elektrifirmaschine mit allem dem dazu ge- hörigen Apparate, mehrere mathematische Instrumente, eine Sammlung Kupferstiche, endlich 1 Fuder 1819er, und gegen 9 Ohm 1807er Förster Wein, dann 2 Ohm 1802er, gegen gleich baare Bezahlung öffentlich ver- steigert werden. — Dieses wird mit dem Anhang« bekannt gemacht, daß das Gold, Silber, nebst den Münzen rc. am 8.Jänner Mittags, die Elektrifirmaschine und übrigen Instrumente, nebst dem Wein und den Kupferstichen, am 9ten Mittags ausgeboten werden wird. Schwetzingen den 28. Dezember 1820. Großherzogl. AmtSrevisorat. Orff. Anzeige. In den Jahren 1810 und 1811 wurden in dem jetzigen königlich baierischen Rhein- kreise, welcher den Haupttheil deS vormals französischen Departements vom DonnerS- berg ausmacht, die darin befindlich gewesenen Hypotheken größtentheilS erneuert. Da nun der damals allda bestandene Lode civil noch in diesem Kreise in Kraft ist, und der Art 2154 desselben vorschreibt, daß alle zehn Jahre, bei Verlust deS Unterpfands - und VorzugS-RechtS, die HypothekemEinfchrei- bungen erneuert werden müssen; so bringe ich dieses mit dem Bemerken in Erinnerung, daß ich mich, wie damals, der Besorgung solcher allenfalls nöthigen neuen Einschreibungen bei den einschlägigen Hypctheken- BewahrungS-Aemtern unterziehen werde. Mannheim den 23. Dezember 1820. Sala, großher zogl« bad. Notär. Dienstnachricht. Durch das erfolgte Ableben deS PfarrerS Wachs ist die evangel. lutherische Pfarrei Dettingen, Dekanats W.ertheim im Main, und Tauberkreise, mit einem Comvetenz- Anschlage von 523 fl., und Mittlern Ertrage von 630zur Erledigung gekommen. Die CompetenteN um dieselbe haben sich binnen 6 Wochen bei der einschlägigen fürsts. Löwenstein - Wertheimischen Standesherrschaft vorschriftsmäßig zu melden. Lapl HermSdvrf, Redakteur.