Groß herzoglich Badisches An z e i g e d l a t t für den Neckar- und Main- und Tauber-Kreis. No. 55. Dienstag den 10. Juli 1821. B e k a n n t m 1) Mannheim. Zufolge einer Verordnung großherzogl. Kreisdirektoriums dd. 30sten v.M. No. >2874. werden die Floß, meister aller dahier erbaut werdenden Flöße angewiesen, ihre Arbeiter, unter einer nach Ümständen zu gewarten habenden Strafe von 10 bis 20 Reichsthalern, und bei per, sönliche.r Verantwortlichkeit/ innerhalb 24 Stunden auf der Polizei anzuzeigen, und 'sich von dort die nöthigen Aufenthaltskgr- ken zu verschaffen, iiicht minder bei Vermei-, düng gleicher Strafe 3 Tage vor Abfahrt deS Floßes die gleichmäßige Anzeige zu machen. Mannheim den 6.Juli 1821. > Großherzogl. Stadtamt. v.J age m an n. ! Vdt. Kunkelmann. • 1) Carl Sruhe. Da sich zu dem am 3. Zänner d. I. No. S, 6 und 8. dieses Blattes beschriebenen Faß Schwefel derEigenlhüa mer in der anberaumten Frist nicht gemeldet hat,,s» ist diese Waare verkauft, und der Erlös der hiesigen Stadtkaffe zugeschieden worden. Carlsruhe den 28. Juni 1821. Großherzogl. Stadtdirektion. 1) Kork. Da auf die unterm 17. März v. I. öffentlich erlassene Vorladung von dem seit mehreren Jahren abwesenden Georg Härter zu Wittstett keine Nachricht eingetroffen ist, so wird derselbe für verschollen erklärt, und sein in 771 fl. 38 kr. bestehende- Vermögen an seine nächste» Verwandten gegen Cauti'on ausgefolget. Kork den 29. Juni 1821. Großherzogl. Bezirksamt. Rettia. a ch u n g e rr. 2) Gengenbach. Der im Jänner diese- Jahrs in Oberkirch ausgebrochene und ausgeschriebene, höchst gefährliche Verbrecher, Jakob Mayer von Stabelhofen, ist kn Berghaupten ertappt worden, und wegen neuerlichen Diebstahlen dahier in Untersuchung. Indem dieses zur Einstellung der Fahndung hiermit bekannt gemacht wird, werden zugleich alle'Behörde«, in derenBezirk dieser Verbrecher sich «ineS Diebstahls oder sonstigen Vergehens schuldig oder verdächtig gee macht haben sollte, ersucht, uns Nachricht da» von bald gefällig zu ertheilen. Gengenbach den 26.Juni,1821. Großherzogl. Bezirksamt. ' Bvsin. 2 ) Rheinbischofs heim. Die unterm lO.Äkai d.J. ausgeschriebene Pfand-Urkunde der hiesigen Gemeinde für den gewe» senen Soldaten Friedrich Münchern aus Freistett über 500 fl», wird andUrch, da sich kein Besitzer-derselben gemeldet hat, als kraftlos u. jeder Anspruch darauf als erloschen erklärt, welche- öffentlich bekannt gemacht wird. RheinbischofSheim den 21.Juni 1821. Großherzogl. Bezirksamt» Au- Auftrag. Mangold. 3) Sinshernr. fNeidensteiner Unterpfandsbuchs »Erneuerung.^ Da die Erneuerung des Unterpfandsbuchs in Neidenstein verfügt ist, so werden alle jene, welche Pfandoder sonstige Recht« auf Liegenschaften g«. nannter Gemarkung anzusprechen haben, hiermit öffentlich aufgeforbert, hinnen zwer 376 Monaten a dato ihre Pfandverschreibungen entweder in Original oder beglaubter Abschrift bei dem hiesigen grvßh.Amtsrevisorate «m so gewisser einzureichen, als nach umlaufener Frist das Pfandgericht Ncidenstein hinsichtlich der nicht eingegebenen Pfand- Urkunden seiner Gewährschaft für enthoben erklärt wird. Sinsheim den 25.Juni 1821. Großherzvgl- Bezirksamt. Reichard- Untergerichtl. Aufforderungen und Kundmachungen. Schulden , Liquidationen. Hierdurch werden alle diejenigen, welch« an folgende Personen Forderungen haben, unter dem Rechtsnachtheile, auS der vorhan, denen Masse sonst keineZahlung zu erhalten, zur Liauidation derselben vorgeladen: AuS dem Grvßherzoglichen Amte Schwetzingen I) zu Reilingen, an den Nikolaus Klaus, welcher um Zusammenberufung seiner Gläubiger zum Versuche eines Stun- dungs- und Nachlaßvergleichs gebeten hat, auf Freitag den 20 Juli, Morgens 8 Uhr, vor großh. Amtsreviforate auf dem Rath- haufe zu Reilingen. Aus dem Großherzvglkchen Amte Schwetzingen I) zu Alt!ußheim, an die Verlassenschaftsmasse des in Concurs erkannten Julius Hoffmann, auf Dienstag den 24. Juli, Morgen- 8 Uhr, vor großh. Amts- reviforate auf dem Rathhause zu Altluß- heim. AuS dem Großherzvgl. Landamte Heidelberg I) zu Kirchheim, an die Georg Trei- b erschen Eheleute, welcheeinenStundungsvergleich machen wollen, auf Mittwoch den 18. Juli, vor großh. Landamtsrevisorate zu Heidelberg. AuS dem Großherzvgl. Bezirksamt« Eberbach l) zu Strümpfelbrunn, an dieVer- laffenschaftsmasse deS Juden Isaak Hirsch, auf Donnerstag den 16. August l. I., Morgens 8 Uhr, vor großh. Amtsreviforate zu Strümpfelbrunn. Aus demG roßh.Stadt- u. 1. Landamte Mosbach 1) zu Dalla u, an den in Gant erkannten Martin Baumann, auf Donnerstag den 2. August l. I., früh 7 Uhr, zu Dallau. Aus dem Großherzvgl. Bezirksamt« Eberbach 2) zu Wagenschwend, an die Verlassenschaftsmasse des SchutzbürgersJohannet Rodemich, auf Dienstag den 31. Juli, Morgens früh 8 Uhr, vor großh. Amtsrevi- sorate zu Eberbach. Aus dem Großherzvgl. Bezirksamt, Osterburken 3) zu Merchingen, an den in Gant erkannten Schutzjuden Abraham Löw Funkenstein, auf Freitag den I3.Juli l.J. früh 9 Uhr, vordem grvßh.Amtsrevisorate zu Merchingen. Aus dem Großherzvgl. Landamt« Heidelberg 3) zu Wieblingen, an die Wilhelm Riedingerische Eheleute, auf Montag den 16. Juli, früh9Uhr, auf dem Gemeindehause zu Wieblingen. AuS dem Großh.Stadt- u.Landamt« W e r t h e i m 3) zu Derting en, an den kn ConeurS erkannten Georg Nikolaus Gbtzelm ann, auf Dienstag den 24. Juli, früh 8 Uhr, zu Wertheim. Erbvorladungen. Folgende schon längst abwesende Person, oder deren LeibeSerben, soll binnen zwölf Monaten sich bei der Obrigkeit, unter welcher ihr Vermögen steht, melden, widrigenfalls dasselbe an ihre bekannte, nächste Ver» wandten gegen Caution wird ausgeliefert werben: AuS dem Großherzogl. Bezirksamt« Staufen 1) von Schlatt, Anton Schumacher> 32 Jahre alt, welcher im Jahr 1812 mit der französ. Armee alS Regiemetzger nach Rußland marschierte, seitdem aber nichtS mehr von sich hören ließ, dessen Vermögen in 2500 fl. besteht. Aus dem Großherzogl. Oberamte Bruchsal !) von Bruchsal, Mathias Frede, 61 Jahre alt, welcher sich vor 40 Jahren von hier entfarte, ohne bisher etwas von sich hören zu lassen. AuS dem Großherzogl. Oberamt« Bruch sal 3) von Rettfeld, Franz JakobBad er, nächst 36 Jahre alt, welcher schon seit 21 Jahren abwesend ist, und seither nicht-von seinem Aufenthalte hören ließ. Versteigerungen. 1) Carl-ruhe. Die Brodlieferung für die Garnisonen Constanz und Kißlau» sodann die Fvuragelieferung für die Garnisonen CarlSruhe und Bruchsal, welche sich mit Ende Juli d. I. endigen, soll auf die bisherige Weise, mittelst Einreichung versiegelter schriftlicher Gebote, auf weitere 3 oder 6 Monate an den Wenigstnehmenden überlassen werden. Diejenigen, welche diese Lieferungen ganz oder zum Theil übernehmen wollen, werden aufgefordert, längstens bis zum 16. Juli d. I. ihre Gebete dahier einzugeben, indem am 17teN desselben MonatS die eingekomm«, nen Offerten geöffnet, und an diesem Tage keine Soumissionen mehr angenommen werden können. Hierbei wird wiederholt bemerkt, daß auf dem Umschlags jeder Soumission angezeigt seyn muß, ob daS Gebot die Brod - oder Fourage-Lieferung betrifft; auch müssen die Gebote mit deutlichen Worten und Zahlen geschrieben seyn, indem undeutliche und unbestimmte Gebote nicht berücksichtigt werden können. Bei der Brodlieferung müsse» die Gebote auf zweierlei Art geschehen, einmal wie viel der Bietende für den Schuß Brod zu 8 Pfund in baarem Geld verlangt, und wie viel Schuß Brod derselbe gegen Abgabe von 4 Malter Früchten Durlacher Maaß, nämlich 2 Malter Weitzen oder Kernen, 1 Malter Korn und I Malter Gerste, liefern will. Die Lieferungs-Bedingnisse können bei den betreffenden Stadt-Commandantschaften, jo wie bei dem diesseitigen Sekretariat, ein- gesehen werden. Carlsruhe den 26. Juni 1621. Grvßh. bad. Kriegs-Ministerium, v.Schä ffer. Vät. Frvhmüller. 2) Mannheim. Mittwoch den IIten d., Nachmittags 3 Uhr, werden circa 150 Stück Diehle und Borde, mehrere Keippenklötze und 260^ Reffen parthieenweiseim herrschaftlichen Materialhofe öffentlich versteigert werden. Mannheim den 4.Juli 1821. Großherzogl. Domanial - Verwaltung. Danninger. 2) Mannheim. Dienstag- den17.Julk l. I., Nachmittags 2 Uhr, wird die Lieferung de- Brandholzes von 100 Maß Eichen, und 50 Maß Buchen-Scheitholz für die hiesige ZuchthauS-Anstalt, auf dem Verwal- tungs-Büreau Lit. Q 6. No. 1, an den Wenigstnehmenden, mit Ratifikations-Vorbehalt, öffentlich versteigert, und können die Bedingnisse bis zum Versteigerung-« Tage «ingesehen werden. Mannheim den 25. Juni 1821. Großherzogl. Zuchthaus-Verwaltung. Kiefer. 3) Mannheim. Montag den I6.Juli Nachmittags 2 Uhr, werden auf dem Amthause dahier folgende Liegenschaften deS Baumeister- Messonier, als: 1 . Die Aecker No. 948 und 949 im Altwasser, ad 2 Vrtl. 27 Ruthen; 2 . das ehemalige Rheinthor mit den dabei liegenden und hierzu gehörigen Steinen rc. k. auf drei halbjährigen verzinslichen Zahlungsterminen versteigert und definitiv zu- gefchlagen. Mannheim den 26 . Juni 1821» Großherzogl. Amtsreviforat. L e e r s. Da mit Ende Dezember 1821 der Pacht der Betreibung der Wirtschaft in dem großherzogl. Komödien - und Rrdoutenhause da- 878 hier zu Ende geht, ft wird die weitere Versteigerung auf den 23. Juli 1821, Nachmittags 3 Uhr, in dem Spielsaale dieses Haüses in einen weitern sechsjährigen Tem- pvralbestand, vom I. Jänner 1822 anfangend, hierdurch mit der Bemerkung bekannt gemacht, daß mit der Weinwirthschaft auch die Betreibung einer Kaffeewirthschafts-Ge» rechtigkeit und Haltung von mehreren Billard- verbunden ist; daß ferner die Stei» gungSliebhaber sich zur bestimmten Stunde einjufinden, dieBedingnisse anzuhären, und die Auswärtigen sich durch Attestate über ihre Fähigkeit zur -Führung einer solchen Wirtschaft sowohl, als über die Vermögensumstände zu legitimiren haben. Mannheim den 27. Mai 1821. Großh. Hoftheater-Jntendanz. „ Graf v. Lurbürg. 1) MvSbach. Montag den I3.Aug l.J. Vormittags 10 Uhr, wird die sogenannte unten beschriebene Dallauer Fabrik, nebst dazu gehörigen Gütern,zu Dallau imWirths- hause zum Löwen, als Eigenthum unter annehmbaren, jeden Dienstag und Freitag auf dem Büreau des Unterzeichneten Amtsrevi- sorats dahier eingesehc» werden könnenden Bedingnissen, und unkerRatifikationsvorbe- halt versteigert. Beschreibung. 1. In dem Hauptbaue, gegen 80' lang und 48' breit, von 2 Stöcken, bis unters Dach von Stein aufgebauet, enthaltet: a, im untern Stock 5 heizbare Zimmer, nebst 4 geräumigen hellen Küchen; b. ,'m 2ten Stock 5 un - und 2 heizbare Zimmer, nebst Küche und Speisekammer ; *. auf diesen «in Speicher, worauf über 1000 Mltr. Früchten können geschüttet werden, und über diesem noch «inen geräumigen Holzspeicher; 6. Stallungen für 6 bis 8 Pferde und 20 Stück Rindvieh, nebst Chaisenremise und Waschküche; e. zwölf Schritte vom Gebäude entfernt ein gewölkter Keller zu 30 Fuderfaß mit überbauter Wohnung von einem Zimmer, einer Kammer, Küche und Speicher; f. geräumiger Hofplatz, wo noch Scheuer angebauet werden kann, dann g. einen dabei liegenden Garten in engl. Anlage. 2. In 10, in der Nähe'um das Hauptgebäude herumliegenden gesonderten Wohnhäuschen, wovon 7 noch wohlbehalten und bewohnt sind, deren jedes ein heizbares Zimmer und eine Küche hat. Diese Gebäulichkeiten, wo nahe dabei die Trienzbach vorüberfließet, liegen seitwärts und i Stunde zwischen und von Dallau und Neckarburken, wo die Straße überLim- bach nach Walldürn und Amorbach führet, 4 Stunde von der Chaussee über Schefflenz nach Tauberbischofsheim und Würzburg, 4 Stunde von Mosbach, sehr bequem zur Betreibung mehrerer Gewerbe, als Tuchfa- brike und Gieserei, die schon früher einmal allda bestandene Gerberei, Stärke-, Papierfabrik und Leinwandbleiche rc. Zu diesen Gebäuden gehören noch circa 11 Mvrg 3 Vrtl. 22 Rth. in der Nähe lier gendes Ackerland, circa 2Morg, 1 Vrtl, 18 Rth. Wiesen, von welchen letzter» 1 Morg. 14 Vrtl. auf die Gebäude stoßen. Auswärtige SteigerungSlirbhaber haben sich zuvor ob ihrer Zahlungsfähigkeit mit obrigkeitlichen Zeugnissen auszuweisen. Mosbach den 28. Juni 1821. Großherzogl. Stadt-und erstes Land- amtSreviftrat. Hagel. I) Neckargemün d. Die auf ten lOlen Julid. I. aufeinenachtjährigenZeitbestand ausgeschriebene Heinrich Odenwaldische Schmiedeverstrigerung dahier, findet ringe- trrtener Umstände zu Folge nicht statt, wel, ches andurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Neckargemünd den 5. Juli 1821. Großherzogl. AmtSrevisorat. Trau b. Carl HermSdorf, Redakteur.