Großherzoglich Badisches Anzetgevlat 1 für den Neckar, und Main» und Tauber-Kreis. No. 60. Freitag den 27. Juli 1821. B e k a n n t m 1) Wertheim. Der ledige Bauernknecht Georg Klein vonUrphar, hat sich deS Diebstahls zweier Pflugswägen durch deren Verkauf sehr verdächtig gemacht/ und sich der deßhalb eingeleiteten gerichtlichen Untersuchung durch seine Flucht entzogen. Derselbe wird daher öffentlich aufgefordert/ sich binnen 6 Wochen von heute an dahier bei Unterzeichnetem Amte zu stellen/ widrigenfalls nach den bestehenden Gesetzen gegen ihn verfahren werden soll. Wertheim den »4. Juli 1821. Großh. Stadt-und Landamt. Gärtner. 1) Müllheim. Das UnterpfandSbuch der Stadt Neuenburg wird in loco erneu- ert werden. Diesem zufolge werden alle diejenige»/ welche Unterpfandsrechte auf Liegenschaften genannter Gemarkung anzu- sprechen haben / aufgefordert, ihre Pfandverschreibung entweder in Original oder in beglaubigter Abschrift dem hiezu ernannten Theilungskommissär um so gewisser einzu» geben, alS sonst daSPfandgericht allerVer- antwortlichkeit entbunden wird. Die Tage/ an welchen diese Erneuerung vorgenommen wird/ sind Montag den 3., Dienstag den 4. und Mittwoch den 5. September l. I. Müllheim den II. Juli 1821. Großherzogl. Bezirksamt. I) Emmendingen. Jakob Kost von Frimant/ nun schon zum drittenmal« vom großh. 4. Linien - Jnfant. Regim. entlaufen/ «ird aufgerufen, innerhalb -er Monat» a ch u n g e n. wegen seines Austritts dahier / oder vor dem großh. RegimenrSkommando sich zu verantworten, oder eS wird nach den Landesgesetzen wider ihn erkannt werden. Emmendingen den 21» Juli 1831. Großherzogl. Oberamt. 4) Osterburken. ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß für den disseitigen Amtsbezirk der Bürger Anton Schmidt zu Osterburken als verpflichteter Pestbote ausgestellt seye. Osterburken den 19. Juli 1821. Großherzogl. Bezirksamt. H r rrm an n. Obergericht l. Aufforderung. 1) Rastatt. Über die Verlassenschaft der hvchseeligen Frau Gräfin von Höchberg, zu CarlSruhe, wurde unterm I. Juni l. I. der Gantprezeß erkannt, und dem Unterzeichneten der Auftrag rrtheilt, das Gantverfahren rechtlicher Ordnung nach einzulei- ten, und, wenn rin vordersamst zu versus chender Nachlaßvergleich^ nicht zu Stande kommen sollte, Tagfahrt zur Richtigstellung der Forderungen und zum Streit über die Vorzugsrechte anzuberaumen. Diesemnach werden sämmtliche, welche aus irgendeine« Rechtsgrunde Ansprüche an die Verlassen- schaftsmasse der Frau Gräfin von Hochberg Erlaucht zu marlon haben, unter dem Rechtsnachtheil de» Äusschluffes von der Masse hiermit vorgeladen, Montag den %. Eepr. 404 l.Z., Vormittags 9 Uhr, indem Gasthof« zum rothen Haus in Carlsruhe vor unter- zrichneter Commission entweder selbst oder durch gehörig Bevollmächtigte zu erscheinen, und ihre Forderungen anzumelden; auch haben sich die Gläubiger an diesem Tage über die Personen des fürsorglich ausgestellten Masseourators Finanzdirektors Vierordt zu Carlsruhe und des ContraduetorS Hof- gerichtsabvokaten BayerS zu erklären, widrigenfalls ihre Einwilligung zu deren Ernennung als stillschweigend ertheilt angesehen werden soll; ferner haben sich an jenem Tage sowohl die ältern Gläubiger, welche ihre Forderungen bei der Liquidation vom Jahr 1815 richtig gestellt, als auch jene Gläubiger, deren Forderungen später entstanden, wegen eines engern Ausschusses zu vereinbaren, von welchem dasjenige, waS das gemeine Beste der Gläubiger betrifft, im Namen aller Gläubiger gültig beschlossen werden kann. Sollte ein Nachlaßvergleich nicht zu Stand kommen, so wird alsdann Termin zur Richtigstellung und zum Vorzugsstreit auf Mittwoch den 5. Septbr. d. I., und die folgende Tage hiemit anberaumt. Rastatt den 18. Juli 1821. Großh. HofgerichrS- Commission. Hüber. Untergerichtl. Aufforderungen und Kundmachungen. Schulden » Hierdurch werden alle diejenigen, welche an felgende Personen Forderungen haben, unter ocm Rechtsnachtheile, aus der vorhandenen Maste sonst keine Zahlung zu erhalten, zur Liguidation derselben vorgeladen: Aus dem Großherzogl. Bezirksamt« W i e s l 0 ch 1) zu Baierthal, an die in Concurs «rkannte Verlaffenschaft des Bürgers und Bauers Heinrich Obert, auf Montag den 20. August, Vormittags um 9 Uhr, vor dem großh. AmtSrevisorate auf dem Rathhaus« zu Baierthal. Aus dem Großh. Stadt-u.Landamt« Wertheim I) zu Bettingen, an den kn ConcurS erkannten Peter Die hm d. j., so wie an dessen Rechtsvorfahrer, den verlebten Heinrich Fleg ler daselbst, auf Donnerstag den 30. August früh 9 Uhr, vor großh-Amte zu Bettingen. Aus dem Großherzogl. Landamte Heidelberg 1) zu Wieblingen, an dir in Gant erkannten Nikolaus Schollischen Ehe- teure, auf Donnerstag den 9 August d. I., auf dem Rathhause zu Wieblingen. AuS dem Großherz ogl. BezirkSamte Walldürn I) zu Waldste tten, an die in ConcurS erkannten Michael Rüekerr'fchen Eheleute, auf Donnerstag den 6.September l.J., vor bem großh. Amte zu Walldürn. Aus dem Großherzogl. Bezirksamt« Tryb erg 3) zu Sch önwald, an den Georg Hummel, auf Freitag den 27. Juli, vor großh. AmtSrevisorate zu Tryberg. Aus deuz Großherzoglichen Amt, Schwetzingen 3) zu Neckarau, an den Georg Michael Bürkel» welcher um Zusammenberufung seiner Gläubiger zum Versuch« eines Stun- dungs. und Nachlaßvergleichs gebeten hat, auf Dienstag den 31. Juli, vor großh. Amts» Zevisorate auf dem Rathhause zu Neckarau. Versteigerungen. 3) Mannheim. Das Terrain deS herrschaftlichen Materialheses, nebst den Obergebäuden, wird Montag den 30.Juli, Nachmittags 3 Uhr, in dem gedachten Hofe nach verschiedenen Abtheilungen und hierüber ausgestellten Plänen, thcilS zu Eigenthum, theils auf Abbruch, an die Meistbietenden vorbehaltlich der höher« Genehmigung öffentlich versteigert. Bedinqnisse und Plan« können inzwischen in der Wohnung deS Material-Verwalters Hölzel einqefehen werden. Mannheim den 16. Juli 1821. Großherzogl. Domanial. Verwaltung» D a n n i n g e r. 405 1) Mannheim. Das ehemalige Rhein« thor mit den dabei liegenden Steinen und Bauholz/ sammt anstoßendem Schoppen/ worauf 3000 fl. geboten sind/ wird den 6ten August wiederholt aus dem Amthause versteigert, und ohne Vorbehalt zugeschlagen. Mannheim den LO.Zuli 1821. Großherzogl. Amtsrevisorat. Leers. 2) Mannheim. Das zum Nachlaß des Georg Bttzig gehörige Haus lät. N 4. No. 8. wird den 2. August / Nachmittags 3 Uhr/ auf dem Amthause der Erbvertheilung wegen versteigert/ und bei einem annehmbaren Gebote ohne Vorbehalt zugeschlage». Mannheim den 17. Juli 1821. Großherzogl. Amtsrevisorat. LeerS. 2) Mannheim. Folgende Güter de- Georg Krampf, werden den 7. August, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Amthause versteigert: No. 857. Lit. E. im Herzogenried, die ehemalige Küchenschreiberwiese 3 Morgen 8 Ruthen. No. 857. Lit. F, im Herzogenried, der ehemalige Wiesen Knechtsacker 2 Morg, 2 Vrtl. 29 Ruth. No. 1042. in der 3. Sandgewann 3 Vrtl. 23 Ruthen. Ne. 1050. in der 4. Sandgewann 2 Morg. I Vrtl. 19 Ruth. No. 1133, in der 5. Sandgewanrt 2 Morg. I Vrtl. 12 Ruth. Mannheim den 17- Juli 1821. Großherzogl. AmtSrevisorat. LeerS. 3) Mannheim. Das l.it. F 5. No. 4. dahier liegende Haus deS hiesigen Bürgers Johann Georg Murh wird den 30sten dieses, NachiuittagS 3 Uhr, auf dem Amthause öffentlich versteigert. Mannheim den 9te» Juli 1821. GroßherzoglicheS Amtsrevisorat Loers. I) Mannheim, sWeinversteiqerung.^ Den löten künftigen Monat« August, Nachmittags 2 Uhr, wird Unterzeichneter dahier in Mannheim in dem Hause t.it. v 6. No. b, genannt zum weißen Adler, nachfolgende rein gehaltene Weine, sämmtlich vom Jahre 1819, an den Meistbietenden versteigern, nämlich: No. I. 4 Fuder Muschbacher, 9 2. 4 I Diedesfelder, 9 3. 6 » 3 Ohm Hambacher, 9 4. 7 Edenkober Traminer, er- ster Qualität, 9 5. 6 r Muschbacher, 9 6. 2 D 3 Ohm Hambacher, 9 7. 3 Diedesfelder, 9 8. 4 KönigSbacher, 9 9. 6 » Hambacher 9 10. 7 Edenkober Traminer, X 11. 4 » Maikammer, » 12. 4 » 3 Ohm Ungsteiner, - 9 13. 1 Stuck EdenkeberTraminer, und 9 14. 1 Fuder 3 Ohm dergleichen, wozu die SteigungSliebhaber mit dem Bemerken «ingeladen werden, daß am nämlichen Tage der Versteigerung, Vormittags von 10 bis 12 Uhr, die Proben an de» Fässern genomüien werden können. Mannheim den 23. Juli 1821. Sala, Notar. 1) Heidelberg. Dienstag den 31.Juli d. Z., Morgens 11 Uhr, soll zu Weinheini im Wirthshause zum Ochsen ein Herrschaft!. Theil der kleinen Koppeljagd in Wklnhei- merGemarkung in öffentlicher Versteigerung auf sechs Jahre verpachtet werde». Den et. waigen Liebhabern wird dieß mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß nach Verordnung deS großh. Ministeril deS Innern vom 14. November 1817, R-ggsbl. Ne. XXV11J, pag. 113- keine Landlenke oder Handwerker als Jagdbeständer angenommen werden dürfen. Die Bedingungen, unter welchen diese Verpachtung statt findet, werden bei der Versteigerung bekannt gemacht werden. Heidelberg den 18. Juli 1821. Großherzogl. Forftamt. v. S te u b e. 2) Heidelberg. Die Behausung des Nikolaus Sckollschen Eheleute z« Wieblingen, wild Montag den 6. August, daselbst auf 4 verzinslich« Zahlungsfristr versteigert werden. Heidelberg den 16. Juli 1811. ^ Grokherzogliches Panbamt. 406 I) ^Verkauf oder Verpachtung der Herr» schaftl. Wolfsbrunnen - Domaine.s Unter den angenehmen und interessanten Umgebungen Heidelbergs steht der Wolfsbrunnen oben an, denn mit dem Reize seiner Lage, eine halbe Stunde von Heidelberg, am linken Neckarufer und kaum 200 Schritte von der Landstraße nach Würzburg und Heilbronn, verbindet derselbe manches merkwürdige aus grauer Vorzeit, daher auch die Reisenden aus allen Ständen den Besuch nicht versäumen, alle Reisebeschreibungen hiesiger Gegenden seiner lobend erwähnen, und manch' liebliche Dichtung aus der alten Sage hervorgegangen ist. Diese bisher verpachtet gewesene Herrschafts. Domaine, „in einer Wohnung, einer Scheuer mit „Stallungen, einem laufenden Brunnen „beim Haus, der zu außerordentlicher „Hohe getrieben werden kann, und wobei „noch ein kleiner Bach vorbeifließt; so- „dann außer der berühmten Wolfsbrun- „nenquelle, die 4 große solid angelegte „Forellenweiher füllet, in welcher diese ed- „len Fische sogar bis zur Große von lO — „13 Pf. gezogen werden, noch in 8 Mor- „gen Acker, 4 Morgen WieSfeld und 6 — „7 Morgen Wald und Oedfeld bestehend" wird nun Freitags den 24. August l. I., Vormittags 10 Uhr, auf dem Wolfsbrunnen selbst als sreres unumschränktes Eigenthum öffentlich versteigert, und erst wenn kein hinlänglicher Kaufschilling erlößt werden sollte, auf wenigstens !2 Jahre verpachtet werden, und zwar beides unter sehr annehmlichen Bedingungen, welche unterdessen täglich Vormittags von 8 — 12 Uhr, in diesseitiger Kanzlei eingesehen werden können. Allein daS verdient noch öffentlich anqe- zeigt zu werden, daß mit dieser Dcmaine das uneingeschränkteste WirhschastSrecht auf derselben verbunden seye, und daß, wenn kein Kauf zu Stande kommen sollte, dem Pächter rin neueS gut eingerichtetes Wirth- schaftSgebäude nach bereit- vorliegendM Plan, »«verweilt erbaut werde. Wer die Lage und die Verhältnisse kennt und zugleich weiß, daß nunmehr die Wege so hergestellt sind, daß man nicht nur von der Chaussee aus, sondern selbst auch scher den Schloßberg sicher und bequem auf den Wolfsbrunnen fahren kann, wird umsomehr den Vortheil der WirthschaftSberechtigung zu,schätzen wissen. Übrigens versteht es sich von selbst, daß die Bedingungen auch zugleich für die Sicherheit des Kaufschillings sorgen, und mithin die Steigerungsliebhaber sich mit Beweisen der Zahlung-' haben. Heidelberg den lo. jözi. Großherzogl. Domanial - Verwaltung. Breitenstein. Anzeige. Von dem großherzogl. bad. hoch- preislichen Ministerium de- Innern, Sanitäts-Commission, ist Unterzeichnetem, nach sorgfältigster Prüfung, unterm 7. Oktober verw. Jahrs bezeugt worden, daß daS von ihm verfertigte Cölnische Wasser, mit dem in seinem Zettel beschriebenen Siegel versehen, „alle gute Eigenschaften in sich vereinige, keine der Gesundheit nachtheilige Substanzen in sich fasse, und überhaupt dem von Johann Maria Farina, gegenüber dem Jülichs- platze in Cöln, verfertigt werdenden Cölnifchen Wasser gleich komme." Mithin auch ist solches jedem andern vorzuziehen, as Fabriken liefern, deren Ruf nirgend so fest begründet ist, wie jener der oben erwähnte», was mitBezug auf oben angeführtes Zeugniß wohl verdient, berücksichtigt zu werten, wenn auf Aechtheit und gute, heilsame Wirkungen gesehen wird. Mannheim im Jahr 1821. L. Newhouse, Eigenthümer der großherzogl. bad. privilegirten Fabrik von feinem Rauchtabak und Cigaren. Carl Hermsdorf, Redakteur.