Großherzvglich Badisches Anzetgeblatt für den Neckar- und Main« und Tauber-Kreis. No. 97. Dienstag den 4. Dezember 1821. V nun No. 23 , 432 . Die ChauflcegeldSbefreinng landwirthschaftlicher Dungmittel betreffend. Zn Gemäßheit eingelangten Rescripts deS großh. Finanzministeriums vom 14. November d. 3- No. 10,473. wird andurch verordnet, baß, da die bereits ausgesprochene Chauffeegeldfreiheit der Dungfuhren die Beförderung des Landbaues bezwecke, auch andere Dungmittel, wie z. 25. GypS und Aescherig, in Bezug auf die Weggeldsentrichtung, den, im Artikel 7. Abschnitt 10. des Gesetzes vom 5. Oktober 1820 befreiten landwirthschaft- Uchen Gegenständen gleich zu behandeln sind. Wornach sich die betreffenden Behörden zu achten haben. Mannheim den 24. November 1621. Direktorium des Neckarkreises. Siegel. Vdf, Joachim. Bekanntmachungen. 1 ) Stockach. Der unten beschriebene Zud, angeblich Isaak Emanuel auS Kolmar, beinahe vollständig überwiese», aber nicht geständig, eine silberne Uhr gestohlen zu ha» ben, ist dahier in Untersuchung gekommen. Er will der Sehn von herumziehenden, schon vor mehr als 20 Jahren verstorbenen Eltern, zufällig in Colmar geboren worden seyn, und stets ei» so vagirendeS Leben geführt haben, daß man ihn nirgends kenne. Er besitzt weder Effekten, noch den mindesten AuSweis über sein Herkommen, will gar nicht« j» dessen Erhebung näher anzugeben wissen, und es hat sich seine Angabe über den Geburtsort als ungegründet gezeigt. Alles dieses macht wahrscheinlich, daß In« quisit auf diesen Angaben nur beharrt, um dadurch die Entdeckung anderer begangener Verbrechen zu verhindern. Man ist daher veranlaßt, diesen öffentlichen Weg finzu- schlagen, und darauf alle Criminal» und Polizeibehörden angelegenst zu ersuchen, besitzende, zur Entdeckung der Wahrheit dienliche Notizen in möglichster Bälde anher mitzuthcilen. Personbeschreibung. Jakob Emanuel von Colmar, ist 5' 4" groß, hat schwarze ä 1» llitu, geschnittene Haare, erhabene Stirne, starke Augenbraunen, blaue Augen, große Nase; Mittlern Mund, rundeS Kinn, star« ken Backenbart, ovales Gesicht, etivaS blasse Gesichtsfarbe. Er trägt einen runden Filzhut, einen dunkelgrünen Frack mit Knöpfen von gleicher Farbe, kein Gilet, lange grüne tuchene Hofen, und Bändel- fchuhc. Stockach den 22. November I82l. Großh. Bezirks - und Criminalamt. Freyer. 2) Mosbach. Johann Adam Ripp von Fahrcnhgch, welcher vor vhngefähr 3.Wo- chen aus dem Correctionshause entlassen worden/ hat sich abermals eines bedeutenden DiebstahlS schuldig gemacht, und ist entwichen. Sämmtliche Ortsobrigkeiten werden aufgefordert, auf diesen gefährlichen Dieb zu fahnden, welches um so nöthiger ist, als derselbe sich auch noch ganz gute Kleider zu verschaffen gewußt hat, mithin leicht eine Aufnahme finden kann. Personbeschreibung. Johann Adam Ripp von Fahrenbach, ist 5' 10" groß, hat ein länglichtes, rothes, etwas von den Pocken zerrissenes Gesicht, braune Haare, blaue Augen, länge Nase, mittelmäßigen Mund. Bei seiner Entweichung trug derselbe ein Paar lange rüchene dunkelblaue Hosen, Halbstiefel, ein feines flächfeneS Hemd, ei > neu dunkelblauen Wamms, und eine grüne Sammetkappe mit Fuchspelz ausgeschlagen, oben mit einer goldenen Quaste, so wie solche die jungen Bursche in hiesiger Gegend trage». Mosbach den 23. November 1821. Großherzogl. Stadt- u. 1. Landamt. Hennemann. 3) Bruchsal. In der Nacht vom lOten auf den Ilten d. wurden dahier gestohlen: 6 zinnene Suppenteller, 6 dergleichen flache, 3 dergleichen Platten, auf einer derBuch- stab U, nebst Küferwappen, gestochen, 2 Paar schon getragene Mannsstiefel, I kupferner Brennkesselhut von mittlerer Größe, 1 Paar grüne gefärbte lange Hosen von Nankin, 1 weiße baumwollene Kappe, 2 weiße Frauenhauben. Die grvßherzoglichen Ober- und Bezirksämter werden hiervon mit dem Ersuchen in Kenntniß gesetzt, durch die Polizeiaufseher genau daraufAcht haben, die Effekten und ihren Besitzer, wenn dieser eine der Flucht wegen verdächtige Person seyn sollte, auf Betreten arretiren und anher einliefern zu lassen« Bruchsal den 15. Novbr. 1821- Großherzogl. Oberamt. M a ch a u e r. 3) Walldürn. Der Barthel BallwegS Wittib von Hornbach wurden am 6ten d. Nachmittags gegen 4 Uhr, von.drei fremden Burschen 150 fi. hinterlistiger Weise entwendet. Zwei derselben, welche ihrer Angabe und dem Aussehen nach Juden waren, fanden sich Anfangs allein in der Wohnung, unter dem Vorwand, Hafer kaufen zu wollen, ein, sprachen von allerlei der Wittib bekannten Verhältnissen, bis der dritte als ein dem Ang-ben, der Art sich ausdrücken, und Gebärdem nach aus Frankreich kommender russischer Soldat, erschien. Letzterer stellte sich wegen dem weiten Marsch nach Rußland, und dem Mangel an Geld, ver» legen, und bot verschiedene bei sich gehabte Sachen, als eine silberne Uhr, dann in einem Schächtelchen eine goldene Uhr, einen Ring und ein Kreuz, zum Verkauf an. Einer der erstern that, indem er mit den in dem Kreutz eingefaßten Steinen an den Fensterscheiben ritzte, als wenn ein großer Werth daran sei, sprach die BallwegS Wittib, während dem er mit dem Russen handelte, und dieser für mehrere auf den Tisch gelegte Kronenkhalsr daS Kreuz nicht lassen wollte, gegen den Versatz aller dieser Sachen um Vorschuß an, und nahm derselben, als solche Geld herbeiholen wollte, einen Beutel von 150 fl. an Kronenthalern und 24 kr. Stücken unter dem Versprechen hinweg, ihr den andern Tag das Geld mit Gewinnst wiederbringen zu wollen. Die 150 fl. mit mehreren von Letzterem bei sich gehabten Krer nenthalern wurden dem Russen übergeben, die 2 Uhren mit Ring und Kreutz versiegelt, und der BallwegS Wittib als Versatz übergeben. Da dieselbe keine 20 fl. werth sind, und wie sich von selbst versteht, nicht auSgelößt wurden, so bringen wir diese Betrügerei mit dem Ersuchen zur öffentlichen Kenntniß, auf die hier unten beschriebenen Betrüger rin wachsames Auge zu haben, solche im Betre- tungSfalle zu arretiren, und hieher auSzu« liefern. Personbeschreibungen. Die zwei erster» sind mittlerer Größe, tragen runde Hüte mit Wachstuch überzvr 657 gen, dunkelblaue lange Oberröcke und hohe Stiefel, welche über die Hosen gehen; der eine hatte ein schwarzseidenes Halstuch, und dunkelblaue Hosen an, war ohngefähr I6 bis 38 Jahre alt, blatternarbigt, hatte graue Augen und etwas blonde Haare, so wie dergleichen Backenbart. Der andere mag 28 Jahre alt gewesen seyn, hatte ein rvthkattunenes HalStuch, und graue Hosen an, war schwarz von Haaren, etwas schwarze Gesichtsfarbe, und trug einen röthlichen Backenbart und einen gelben Stock, welcher oben schwarz gewickelt war. Beide waren ihrer Mundart und Angabe nach Juden. Der angebliche Russe mag in die 40 Jahre zählen^ iss von kleiner dicker Statur, hat tiefliegende schwarze Augen, dicke aufgetrun-- kene rvthe Backen, einen dicken Kopf, trug eine Kappe von Wachstuch mireinem Schild, einen weißen WammS von Boy oder Wol- lenzeug, ein weißleinenes Halstuch, leinene Hosen, Halbfliefel oder Schuhe, und hatte unter dem Arm ein Päckchen in einem ro- then Sacktuch eingewickelt. Walldürn den 12. November 1821. Großherzogl. Bezirksamt. RieS. 2) Engen. Gegen Anton Bertsche,Huf- schmied von Eßlingen, auS der ordentlichen Militärconscription für «822, welcher sich deS Vergehens der Refraction schuldig gemacht hat, wurde durch hohen Kreisdirek- torialbeschluß ää. Konstanz den 2. November No. 2566!. der Verlust des Ortsbürger- rechtS und eine Geldstrafe von 800 fl. erkannt. Engen den 17. November 1821. Großherzogl. Bezirksamt. Eckhard. 2) Bruchsal. Der Soldat Joftbh Höft lich von Forst, welcher vor einigen Tagen pom Linien-Jnfant. Regiment Großherzog No. 1» desertirt ist, wird aufgeforbert, bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe, sich binnen 6 Wochen zu stellen, und zu verantwort ten, Bruchsal den 21. November 1821. Großherzogl. Oberamt. M a ch a u e r. 2) Osterburken. Da der unterm 22. März v. I. zur Empfangnahme seines Vermögens vorgeladene Kiefergeselle Felix Blatz von Zimmern, binnen Jahresfrist nicht erschienen ist, so wird derselbe für verschollen erklärt, und sein Vermögen dessen nächsten Verwandten in fürsorglichen Besitz gegeben. Osterburken den 20. November 1821. Großherzogl. Bezirksamt. Herrmann. 2 ) Philippsburg. Der unterm 2Isten Oktober 1820 öffentlich vvrgeladene Franz Lavet Legemayer, ein Sohn deS verlebten kön. preuß. Soldaten Martin Legemayer, und dessen ebenfalls verstorbenen Eheweibes Barbara, geb. Hallmayer zu Wiesenthal, hat sich zum Empfang seines älterlichen ErbtheilS bisher nicht sistirt; derselbe wird daher hiermit für verschollen erklärt, und eS soll nunmehr dessen Vermögen gesetzlicher Ordnung nach an dessen nächste Verwandten auSgehändigt werden. Philippsburg den 16. November 1821. Großherzogl. Bezirksamt. Keller. 2) Osterburken. Der schon vor 21 Jahren im ersten Grade entmündigte Bürger und Bauer Kaspar Reinhard d. ä. zu Merchingen, ist mittelst Beschlusses des großh. hochl. Main - und Tauberkreisdirek- koriumS vom 29. v. M. No. 12733. im zweiten Grade mundtodt erklärt worden. Sein Pfleger ist Vogt Peter Hedinger zu Merchingen. Dieß wird zur allgemeinen Wissenschaft öffentlich bekannt gemacht. Osterburken den 12. November 1821. Großherzogl. Bezirksamt. Herrmann. 3) Freiburg. NachbenannteConscribirte für daS Jahr >622, als: Martin Nüßlin, Gärtner, Alois Ritzinger, Schreiner, Joh. Baptist Steurer; alle von Freiburg, haben sich weder bei der Messung noch Loo- sung gestellt, und werden daher andurch auf» gefordert, sich binnen 6 Wochen dahier unfehlbar zu stellen, widrigenfalls gegen fle als Refraktär- nach den bestehenden Lanr 658 besgesetzen würbe verfahren werden. Frei« bürg den 17. Novbr. 1821. Großherzogl. Stadtamt. Chrismar. 1) Grngenbach. Ein italienischerZinnr gießer, welcher sich in diesseitigem Lande aufhält, mit Zinnwaaren hausirt und in Zell am Harmersbach seine Uhr verloren hat, wird hiermit aufgefordert, sich wegen diesem Vorfall dahier vor Amt zu stellen, auch seine Uhr in Empfang zu nehmen, oder wenigstens seinen Namen und Aufenthalt anher anzuzeigen. Gengenbach den 17« November 1321. Großherzogl. Bezirksamt. Siegel. I) N he indisch ofs he im. Der zur Conr fcription für das Jahr 1822 gehörige aber abwesende Karl Metz von Rheinbischofsheim, ein Müller von Profession, welcher durch daS LovS No. 56. in die militärische Reserve gefallen iss, wird andurch aufgefodert, sich binnen 6 Wochen von heute an dahier zu stellen, und über seine unerlaubte Abwe: senheit zu verantworten, ansonsten gegen ihn nach den Landesgesetzen verfahren werden wird. Rheinbischofsheim den 27» November 1621. Großherzogs. Bezirksamt. Jägerschmied. 1) Philippsburg. Da die Maria Eva Walther, geb. Kistrer von Neudorf, der an sie ergangenen Aufforderung vhngeachtet sich binnen Jahresfrist nicht sistirt hat, noch sonstige Nachricht von ihrem Aufenthalte gegeben hat, alS wird dieselbe hiermit für verschollen erklärt, und deren in circa 80 fl. bestehende» Vermögen gesetzlicher Ordnung nach ihren uächsten Anverwandten ausge» händigt werden. PhilippSbueg den 26. Nor vember 1821. GroßherzoqlicheS Amt. Keller. 1) Freiburg. Da sich der amtlichen Aufforderung vom 4. September d. I. unr geachtet keine Ansprache auf den, auf dem Hause de» verstorbenen Simon Geffer noch »orgemerkt stehenden Kauffchillingsrest per 166 fl. 40 kr. erhoben hat, so wird derselbe hiermit für kraftlos und amortisirt erklärt. Freiburg den 7. November 1821. Großherzogl. Stadtamt. ChriSmar. 1) Bruchsal. Der heute zum erstenmale wieder abgehaltene Viehmarkt wurde be« sucht mit 215 Pferden, 20 Fohlen, 250 Paar Ochsen, 230 Kühen, 180 Rindern, 383 Hämmel Davon wurden wirklich verkauft, und bcttauS erlöst: 11 Pferde. 1007(1. 30 kr. 1 Fohlen. 25 J — » 81 Stück Ochsen.6269 , 27 » 28 Kühe. 976 , 9 » 15 Rinder und Stiere 155 » 54 * 383 Hämmel.2541 * 7 » Die höchsten Kaufpreise waren: 1 Pferd. .. 209 st. — kr. 1 Paar Ochsen. 228 » — * 1 Kuh. 66 » — » Der nächste Viehmarkt wird abgehalten Montag den 18. März 1822, und der Mittfasten Krämermarkt am Mittwoch den 20. März, weil am 19. März da» Fest des heil» Josephs als gesetzlicher Feiertag einfällt. Bruchsal de« 19. November 1621. Großherzogl. Stadtamt. 3) Blumenfeld. Da sich der längst abwesende Peregrin Keller von Wiechs, auf die öffentliche Vorladung und Aufforderung zur Besitznahme seine- Vermögens vom September 1620 nicht erschienen ist, und auch nichts von sich hören kaffen, f» erklärt man denselben hiemit für verschollen, und eS wird dessen Vermögen gegen genügende Sicherheitsleistung an seine nächsten Verwandten au-gefolgt. Blumenfeld de» 9. November 1821. Großherzogl. Bezirksamt. Hamburger. Untergerichtl. Aufforderungen und Kundmachungen. Schulden t Liquidationen. Hierdurch werden all« diejenigen, welch» an folgende Personen Forderungen haben, unter dem Rechtsnachtheile, aus der vorhan» denen Masse sonst keine Zahlung zu erhalte«, zur Liquidation derselben vorgeladen: AuS dem Großherzoglichen Amte GerlachSheim 1) zu Grünsfeldzimmern, an die in ConcurS erkannten Philipp W irsching- ischen Eheleute, auf Montag den 10. Dezem« der, früh S Uhr, vor großh. Amtsrevisorate zu GerlachSheim» AuS dem Großherzogl. Bezirks amt« Neckarbischofs heim 2 ) zu Neckarbischofsheim, an den in Gant gerathenen Bürger und Hafnermeister Friedrich Scharf, auf Montag den 17.De« zember l. I, Morgens 9 Uhr, vor großh. Amtsrevisorate zu Neckarbischofsheim. AuS dem Großh.Stadt- u. 1. Landamt« Mosbach 2 ) zu Kochendorf, an den in Gant ge« rathenen Schäfer Leonhard Kirchner, vor.' mal- Bestandsschäfer in Muckenthal, auf Dienstag den 13. Dezember l. I. früh S Uhr, zu MoSbach. Aus dem Großherzoglichen Amte Neckargemünd 2) auf demBedderSbacherHof, bei Lobenfeld, an den in Gant erkannten Erbbeständer Jakob Dorr, auf Montag den 17. Dezember l.J. Morgen- 9 Uhr, zu Lobenfeld. AuS dem Großherzogl. Bezirksamt« Neckargemünd ») zu Wiesen dach, an den in Gant gerathenen Br. u. Schmiedmeister Nikolaus Ebinger, auf Dienstag den II. Dezrm.' der, Morgen« 9 Uhr, vor großh. Amt-revi- sorate zu Wiesenbach. AuS dem Großherzogl. Bezirksamt« Eberbach r) zu Balsbach, an den gewesenen Vogt Franz Schork, auf Donnerstag den 13. Dezember, Morgen« 9 Uhr, vor großh. Amtsrevisorate zu BalSbach. AuS dem Großh. Stadt -u.l.Landamt« M v « b a ch 3) zu Neckarelz, an d«n in Gant «r» tannt«n Michael Leuz, auf Montag.drn 659 17. Dezember b. I. früh '9 Uhr, Vok großh. Amtsrevisorate zu Neckarelz. 2) Mannheim. Alle diejenigen, welche an die Nachlassenschaft des Nachgängers Adam Huber eine Forderung zu machen ha« ben, werden andurch aufgefordert, solche den 12 k. M- Dezbr. Morgens 9 Uhr, bei Unterzeichneter Stelle anzuzeigen und richtig zu stellen. Mannheim den 28. Novbr. 1821. Großherzogl. Amtsrevisorat. Stets* Erbvorladungen. Folgende schon längst abwesende Personen »derberen Leibeserben,sollen binnen zwölf Monaten sich bei der Obrigkeit, unter welcher ihr Vermögen steht, melden, widrigenfalls dasselbe an ihre bekannte, nächst« Ver- wandten gegen Caution wird auSgeliefert werden: AuS- dem Großherzogl. Oberamt« Emmendingen 1) von Köndringen, Katharine Leher S, geboren den 27. November F775, welche schon seit 20 Jahren von Hau- abwesend ist. AuS demGroßh.Sta d t--u.l.Landamte Mosbach 2) von Oberschefflenz, Joh.Haaß, welcher im Jahr 1812 alS Fahnenschmied in französischen Diensten nach Rußland gezogen ist. 2) Bruchsal. Michael Lang, von hier, ein Sohn deS verewigten fürstl. Speierfchen HoflaquaiNicolausLang, welcher schon über 20 Jahre von hier entfernt ist, ohne inzwischen etwa- von sich hören zu lassen, oder dessen etwaige LeibeSerben, werden hier« mit aufgefordert, sich binnen einem Jahr« vor Unterzeichneter Stelle zu sistirrn und ihre Ansprüche auf das dem Michael Lang anerfall.ne, bisher unter Pflegschaft gestanr dene ältrrliche Vermögen geltend zu machen, widrigenfalls sie nach Umlauf dieser Frist für verschollen erklärt, und die bekannten nächst«« Anverwandten drs Michael Lang 660 in fürsorglichen Besitz des ritterlichen Vermögens, eingewiesen werden sollen. Zugleich wird hierdurch der Bruder dieses Michael Lang, Namens Jakob Lang, der sich ebenfalls schon vor 20 Jahren von hier ent« fernte und inzwischen nichts von sich hören ließ, oder dessen etwaige Leibeserben, auf« gefordert, sich ebenfalls binnen einem Jahre vvp der Unterzeichneten Stelle zu sistiren, und ihre Ansprüche auf das Vermögen des vermißten Michael Lang geltend zu machen, indem ansonst auch sie für verschollen erklärt und der ihnen an dem Vermögen de» ge« dachten 'Michael Lang gebührende Antheil dessen übrigen bekannten nächsten Jntestat- erben in fürsorglichen Besitz ausgefolgt werden soll. Bruchsal den 3. Novbr. 1321. Großherzogl. Oberamt. Machauer. Vät. Goedtler. Versteig erungen. 2) Mannheim. Dienstag den II. Dezember l. I., Nachmittags umL UHr, werden in dem Lagerhaus« am Neckar ohngefähr 10 Zentner Pech gegen gleich baare Bejah« lung versteigert werden. Mannheim den 27 » November 1821. Großherzogl. AmtSrevisorat. L e e r S. 2) Weinheim. Montag den I7.Dezbr. Morgens um lOUhr, und Nachmittags um 2 Uhr, und eben so an den folgenden Ta« gen, sollen aus de« Nachlasse des Amts« revisorS Halm mehrere Kleidungsstücke, Kostbarkeiten, ganz neue Bettung und Schreiner» werk, Gläser, Holz, mehrere Kupferstiche unb- Malereien, Bücher, Schreibmaterialien, endlich einige» Pferds« und Chaisengeschirr öffentlich gegen gleich baare Bezahlung auf dem großherzogl. Amtsrevisorate versteigert werden. Weinheim den 23 . Novbr. 1821. Großherzogl. AmtSrevisorat- Junghans. 2) Sinsheim. Der dahusige Br. u» Bäckermeister Gottlieb Merkel ist gesonnen, seine an einer frequenten Straße dahier gelegen« zweistöckige Behausung, bestehend in 3 heizbaren Wohnzimmern, 4 Kammern, 2 Küchen, einer Backstube, einem Keller, einer Holzremise, einem Stall zu 3 Stück Rindvieh, und vier Schweinälle, nebst Hof und Bauplatz zu einer Scheuer, im Wege einer öffentlichen Versteigerung zu veräußern. Wir haben hierzu Termin auf Mittwoch den 19. Dezember, Vormittags 10 Uhr, auf hiesigem Rathhause anberaumt, welche- mit dem Anfügen bekannt gemacht wird, daß fragliche Behausung mit der Dack- gerechtigkeir begünstigt ist, und auswärtige Steigerer sich mit obrigkeitlichen Vermögenszeugnissen auSzuweisen haben. Sinsr heim den 17. November 1621. Großherzogl. Stadtrath. 2) Flinsbach, Bezirksamt Neckar«Bi« schofsheim. sJagd« Verpachtung f Die den Direktor von Helmstatt'schen Erben auf hiesiger Markung allein zuständige Jagd wird den 2. Februar 1822, Vormittags 10 Uhr, in dem WirthShause zu Flinsbach auf sechs Jahre verpachtet werden, vorbehaltlich der Ratifikation. Derwangen den 18. Novem- bem 1821. Grundherr!. Rentamt. H ö l d e r. Anzeige. Große Güter-Lotterien. Mir allerhöchster Bewilligung Sr. Mas. des Kaiser- von Oestreich werden folgende Güter vermittelst zwei mit vielen Geld- gewinnst«» verbundenen Lotterien, ausgespielt, und den Gewinnenden ganz schulden« frei übergeben, nämlich: 1 . a) Die auf 371,923 fl. 20 kr. SSB. 503. ge» richtlich geschätzte schöne und bedeutende Herrschaft Woerdl am FlusseGurk, mir dazu gehörigem Dominikalhof« Draschkowitz, nebst 34 Dörfern, Waldungen, Fische» 661 reien if., 10 Stunden von Laibach und 22 Stunden von Triest entfernt, in einem milden Klima und einer äußerstangenehmen Gegend, die wegen ihres bedeutenden Wein. Frucht- und Obstbaues der Garten von Krain ge- nannt wird. Das Schloß ist feiner Lage nach einzig, da eS mitten im Fluß Gurk auf einer Insel liegt. Dieses alles zusammen bildet den ersten Hauptpreis bei dieser Lotterie. b) Das auf 46364 fl. 474 kr. W. W. gerichtlich geschätzte HerrlchaftShaus No. 24 in Laibach, 4 Stockwerke hoch, mit 23 Zimmern, 4 Küchen, mehrere andere feuerfeste Gewölbe, Stallung zu S Pferden, wozu noch ein Garten und 3 große Wiesen rc. gehören, als zweiter Hauptpreis. Der Gewinner, welcher die eine oder ander« dieserRealitäten nicht in Besitz nehmen will, erhält durch das Großhandlungshaus Daniel Toith u.Sohn in Wien, die im Plan bestimmte bedeutende Geldablösung. Außer diesen zwei Hauptpreisen enthält diese Lotterie noch 4283 Geldgewinnste, im Gesammlbetrag von 404,570 fl. Die Ziehung geschieht in Wien unter Aufsicht der kaiserl. königl. Hofbehörde am I. März 4 822, DerPreiS des LovseS ist 7 Gulden rheinisch inclusive aller Kosten. U. Die großen Eisen- und Stahlhammerwerke zu Malbvrgeth, nebst einer Nägelfabrik, dann einem Herrnhause, mehreren andern Häusern und einer Maierei, auf 750,026 fl. 40 kr. gerichtlich geschätzt, alS Hauptpreis dieser Lotterie. Diese großen Realitäten liegen in Kärnthen, im Villacher Kreise, eine Stunde von der Gränze deS lombardisch -venetiani- schen Königreichs, 48 Meilen von Wien, 29 Meilen von Venedig, 134 Meilen von Triest, und 5 Stunden von der Kreisstadt Villach entfernt, hart an der Hauptkom- merzialstraße, welche durch Jnner-Oestreich nach Italien führt. Sollte jedoch der Gewinner dieser Realitäten solche nicht selbst in, Besitz nehmen wollen, so erhält er dafür von dem Großhandlungshause Karrer und Borkenstein in Wien, die ebenfalls im Plan bestimmte sehr bedeutende Geldab- lösung. Außer diesem Hauptpreise enthält diese Lotterie noch 4000 verschiedeneGeldgewinnste, zusammen 75,000 fl. D>e Ziehung geschieht in Wien unter Aussicht der kaiserl. königl. Hvfbehörde am 14. März 4822. Der Preis des LooseS ist 44 Gulden rhein. inclusive aller Kosten. ES ist hauptsächlich zu bemerken, daß diese beiden Lotterien besonders wegen ihrer geringen Loosenanzahl alle vorhergehenden die- ser Art Ausspielungen übertreffen. Die Geld- gewinnst« können auf Verlangen durch mich eingelöst werden, und man daher nicht nör lhig hat, sich erst deßwegen direkt oder indirekt nach Wien zu wenden, in sofern jedoch nur, daß die Loose auS meiner Kollekte sind, und solche daher auf der Nebcnseite von mir eigenhändig mit unterschrieben seyn müssen. BiS zu den refp. Ziehungstagen kann man bei mir Loose hiervon zu den angesetzten Preisen, wie auch Pläne gratis, welche die nähere Beschreibung rc» jener Güter enthalten, haben. Diejenigen, welche mich direkt mit ihren werthen Aufträgen beehren, werde ich nach Zufriedenheit bedienen, welches immer mein Bestreben seyn wird. Briefe und Gelder werden postfrei erbeten. A. D. Fläsch, Hauptkollekteur, Lit.B.N’o.75. Allerheiligcngaffc, in Franks» rtam Main. NB. Die beiden Ziehungsliste»! kosten, in Folge der Auslagen und des hohen Porto von Wien, 36 kr., die auf Verlangen einem jeden zugesandt werden können. Dienstnachricht. Die von der Grund-und PatronatSherrr schaft erfolgte Präsentation des bisherigen SchulverweserS Georg Andreas Bannspach al» wirklicher Schullehrer auf den evangel. Schuldienst zu Hoffenheim, Dekanats Sinsheim, hat die Landesherrliche Bestätigung erhalten. 662 V iktualien-Preise der großherzoglich badische« Hauptstadt Mannheim. I. Polizei-Taxen für den Monat Dezbr. 1821 . B r o d. Ein Lucken- oder gerissener Paarweck für l kr. -. — rundes Wafferbrod, ein lang gerissenes Tafeidrod, und ein Kümmelbrod für i kr.. — Milchbrod für i kr. — Tafeidrod von Weißmehl für 4 kr. - — Tafeidrod von Weißmehl für 2 kr. - — stahlmäßiges Kundenbrod für 74 kr. - — stahimäßiges Kundenbrod für 3; kr. Pf- Lth. — l°i — pi 7? 1 19 — 34 4 — 1 2 Fleisch. Mast-Ochsenfleifch, das Pfund - Kalbfleisch ..... Hammelfleisch .... Schweinenfleisch .... i) Die Fieischzugabe darf nur ei» Zehentheil des Gewichtes, i Pf. auf io, und zwar von der nämlichen Gattung, betragen. r) Bei den jüdifchen Mezgern stehet das Pf. der drei ersten Fieischaattungen um einen halben Kreuzer wohlfeiler. kr. 9 7 7 6 II. Marktpreise von dem Monate Novbr. 1821 . pf. 2 Getreide ».sonstige Früchte. Korn, daö Malter - Gerste. Spelz. Spelzkerne Walzen. Hafer., Wälschkorn .... Linsen. Erbsen. Lohnen - - - Hirsen - - - Wicken - Reps - - - Kartoffeln. Heu, der Zentner - Kornstrvh, 100 Gebund, das Ger bund zu i8 Pfund Spelzstroh, 122 Gebund, das Ge« bun» zu 14 Pfund Mehl. Korn- oder Roggenmehl, das Malter Weißmehl in ganzer Parthie - Schivingmehl - Dunstmehl - Schrotmehl - /Kern - oder Griesmehl - ' Geflügel. '«Sin Truthahn - Ein Kapaun - - - - Eine Gans - Eine Ente .... Ein altes Huhn Ein Paar junge Hühner - Ein Paar junge Tauben - Lin Feldhuhn Eine Schnepfe - Ein Dutzend Lerche» Ei» Spies Krammetsvögel, zu gStück fl kr. Pf- Fische. fl. 3 -1 — Salmen, das Pfund 26 2 45 — Hechte - - - 2 22 Karpfen. — 19 5 I Aaal. 26 j 5 8 — Forellen. 1 49 Barsche ..... «M» 16 4 — Schleihen .... 12 4 i5 Barben - IO 4 34 Gressen . — --- 3o Weißfische .... 4 5 Schmalz/ 15 Frische Butter, das Pfund 14 8 T“ Siierenfett .... _ 12 - \\ Hammelfett 12 51 Schweinenfett .... Io II 56 Unschlitt u.Lichter. Rohes Unschlitt, der Zentner - 16 52 9 22 Lichter, bester Gattung, das Pfund — 18 Lichter, gemeiner Gattung, das Pf. — 18 3 47 Seife. •— 13 5 42 2 Brennholz. 7 36 2 Buchenholz, das Maß - 14 22. 6 8 Eichenholz .... IO 30 5 4 2 Birkenholz .... Io 42 3 48 2 Eichen- und Birkenholz - Tannenholz - - 7 2 Buchene Klappern - Ilo 30 — — Buchene Wellen, das Hundert 2 41 I 36 Sonstige Viktualien. — 35 — Schwarz Wildprett, das Pfund — 22 — 3 o — Roth Wildprett, das Pfund - — 8 — 36 — Ein Hase - - , - I 4 — — Ein größeres Spanferkel - 1 36 — Cyer, 9 Stück . _ 8 -i| 36 —. Salz, das Pfund - Milch, die Maaß - f 1 40 — Bier, die Maaß - — 6 Earl Hermsdorf, Redakteur. N Cf