Der KiriMote. Verkündungsblatt der Großherzogl. Bezirksämter und Amtsgerichte Sinsheim und Neckarbischofsheim. ■r^ _ ' ■ ■■■■■-!■■ ' ■■ ■ ■■ _■■■ l. 1 ■■■ "1U _ L 1 1 .1 jß 19. Samstag, den 13. Februar 1864 £3» Bestellungen auf den Landbote« werden auch im Laufe -es SLuartals angenommen. [H 5 j Die Aufnahme ins Armenbad betr. Nr. 1624. Die Bürgermeisterämter deS Amtsbezirks werden aus die Verordnung Großh. Ministeriums deö Innern vom 19. Febr. 1863, Amt-V.«O.-Bl. III, aufmerksam gemacht, wornach die Anmeldungen zur Aufnahme in bas Armenbad zu Baden, sowie auch die zur Aufnahme in daö Svolbad Rappenau, längstens bis zum 1. Marz bei dem Gemeinderalhe zu geschehen haben, und nachdem ste obiger Verordnung gemäß behandelt, sofort an daö Bezirksamt vorzulegcn sind. Reckarblschofsheim, den 10. Februar 1864. Großherzoglich bad. Bezirksamt. Schupp. [111] S i n ö h e i m. Bauarbetten-Vergebung. Zur Erbauung eines neuen Wohnhauses nebst einem Stallbau und eines ScheuerbaucS zu Buchenauer Hof Gemarkung Weiler am Sreinsberg für Herrn August Dennig in Pforzheim werden Zimmermanns-, Schreiner-, Schlosser», Glaser-, Blechner-, Schieferdecker- und Anstrelchcr-Arbeiten im Svumiffiouöwege zu jedem Bau-einzeln oder im Ganzen und jede Handwerks-Arbeit allein vergeben. _ Im Anschlag: A. vom Haus . . . 6. vom Stallbau . . C. vom Scheuerbau . Zusammen Zimmcrmanns- Arbeit 2352 fl. 4670 fl. . 4457 fl. 9. 13. 29. Schreiner- Arbeit 1074 fl. 34. 262 fl. 37. Schlosser- Arbeit 658 fl. 44. 649 fl. 28. 282 fl. 32. Glaser- Arbeit 523 fl. 26. 183 fl. 54. 220 fl. 59. Blechner- Arbeit 211 fl. 38. 108 fl. 30. 86 fl. 10. Schieferdecker- Arbeit 743 Hl. I. Anstreicher- Arbeit 345 fl. 53. 176 fl. 13. 46 fl. 22. 11479 fl. 51. 1590 fl. 44. 928 fl. 19. 406 fl. 18. 743 fl. 1. 568 fl. 28. 1337 fl. >1 Summa fl. 17053. 52 kr. Solide Bauunternehmet werten eingeladen, ihre Angebote verstegclt mit der Aufschrift: betreffenden Arbeiten zum Buchenauer Hof bis Samstag den 20. d. M. Vormittags 9 Ucderschläge und Bedingungen können biö zur Soumiffionöeröffnung bei Unterzeichnetem oder Sonnenwirth Betsch in SinSheim eingcschen werde«. SinSheim, den 8. Februar 1864. Beetz, Werkmeister. "Soumiffion zur Ucbernahme der Uhr anher einzusenden. Pläne, [113] Eschelbach. Ankündigung. Montag den 29. Febr. l. I., Vormittags 10 Uhr, __dem Rathhaufc zu Helbach, in Folge richterlicher Verfü- jung, werden die Liegenschaften der Schmied Johann Merkel jg. Ebeleute von da, auf der Gemarkung Eschelbach, bestehend in: der unabgetheiltcn Hälfte eines zweistöckigen Wohnhauses mit Scheuer, Stallung und Keller lammt Haus- und Hosplatz unken im Ort Eschelbach, mit 5 Ruthen Garten beim Hause, ge» schälst zu 600 fl. circa 1 Morgen Ackerfeld in 4 Parzellen, im Tar 355 fl. 18 Ruthen Weinberg 50 fl. im Ganzen 1005 ft. öffentlich zu Eigenkhum versteigert und end- giltig zugeschlagen, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird. Das Schätzungs-Protokoll ist während 14 Tagen zur Einsicht auf dem Rathhause ln Eschelbach aufgelegt. Sinsheim, den 27. Januar 1864. Der VollstreckungSbeamte. Neuer. [112] Weiler, Bezirksamt Sinsheim. Jagdverpachtung. Durch den Tod des Freiherr» Clemens von Venningen in Elcbters- heim, geht die Jagd, welche derselbe auf hiesiger Gemarkung vom 1. Februar 1863 bis 69 in Pacht hakte, auf die Gemeinde wieder über. Um dieselbe nicht länger ohne Pächter zu lassen, so bestimmte man Tagfahrt zur Verpachtung der Jagd Mittwoch den 17. d. M., Mittags 1 Uhr, auf hiesigem Rathhause. Der Iagddistrikt besteht in 1488 Morgen Feld und Wald und wird derselbe auf 6 Jahre in Pacht gegeben, wozu die Liebhaber unter Hinweisung des Jagdgesetzes vom 2. Dez. 1850, Reg.-Bl. 58, Seite 407, und der Vollzugsverordnung, Reg.» Blatt 61, Seite 433 vom 21. Dez. 1850, hiermit eingeladen werden. Weiler, den 6. Februar 1864. Gaßmann, Brgmstr. [114] Waibstadt. Holzversteigerung betr. Die bei der Versteigerung am 3. u. 4. b. M. gefallenen Gebote haben die Genehmigung erhalten. Hievon setzt man die Käufer, zu Folge den Sleigbedingungen, auf diesem Wege in Kcnntniß. Waibstadt, den 9. Februar 1864. Brgrwstr. Wacker. S e e b e r. - 76 — N. F. Dllllbih'jlhtr KMer-LiPem, (erfunden und nur allein bereitet von dem approb. Apotheker 1. KI. R. F. Oaubitz in Berlin) als bewährtes Getränk bei schwacher Verdauung, Verschleimung, Hämorrhoidal-Beschwerden u. s. w. von medic. Autoritäten empfohlen und durch tausende von Attesten allseitig anerkannt, ist stur allein acht zu haben beide« Erfinder desselben, und m den autonsirlen Nieberlageu bei Ernst Jac. Stutzmaun in Sinsheim und /erd. Webergall in Rappenau. Reue Resultate und Beweise über die Vortrefflichkeit des Liqueurs. [118] Geehrter Herr Daubitz! Seit zwei Jahren hindurch litt ich an blinde» Hämorrhoiden, Magenbeschwerden, Appetitlosigkeit, Aufstoßen, Verschleimung und schlechter Verdauung, auch Stuhlverstopfung und heftigem Jküekenschmerz. Mehrere Aerzie, die lch kousulurte, tonnten Mir keine Linderung verschaffen, und hatten mich die Memigen schon aufgegeben. Durch die Zeitungen auf Ihren Kräuter-Liqueur aufmerksam gemacht, entschloß ich mich, reu- selben zu gebrauchen, und stellte sich nach Verbrauch von ö bis 6 Flaschen der Appetit wieder eia, der QtufylQanQ wurde regelmäßig, die Magenbeschwerden ließen nach, kurz, ich lebe jetzt der frohen Hoffnung, von meinem Ucdel durch fortgesetzten Gebrauch vollständig hergestellt zu werden, und erbitte mir (folgt Bestellung). Achtungsvoll er, gebenst Joh. Aug. Liebehein, Gutsbesitzer. Bärenstein bei Lauenstctn in Sachsen, den 24. Mai 1863. Den so berühmten, geprüften und genehmigten lii9] weisen Brust-Syrup v. G. A. W.Mstyer in Breslau 1 Ft. 1 fl. 45 kr., ’/ 2 Fl. 54 kr. empfiehlt die Niederlage von G. Kelber, Konditor in Sinsheim. Zeugniß. Den Mayer'schen weißen Brust-Syrup habe ich in vielen bezüglichen Fällen verordnet und hat sich derselbe als ein allen übrigen derartigen angepricsenen Mitteln mindestens vvrzuziehendeö, besonders gegen Catarrhe und die dadurch entstehende Heiserkeit in diesen Thcilcn ein gutes Linderungsmittel, woS selbst auch bei veralteten hartnäckigen Catarrhe» noch gute Dienste leistet. Aber auch Personen wie Steinmetzen, Bildhauer, Bäcker, Müller, Stubenmaler, Maurer und dergleichen mehr, deren Geschäfte eS mit sich bringen, daß sie viele fremdartige die Rejpirations. organe nachtheilig berührende Stoffe, wie seinen Staub u. s. w. einathmen muffen, wodurch über kurz oder lang «n den ge, nannten Organen krankhafte Erscheinungen entstehen können, auch solche werden den Mayer'schen Brust-Syrup, rechtzeitig an- gewendet, bei Beobachtung deS nölyigen Regimes mit Nutze» gebrauchen. Oschatz, den 2. April 1863. Med. Dr. Gerstäcker, prakt. Arzt und Genchlswundarzt. [110] Ich suche einen Lehrling in mein Bäckereigewcrbe aufzunehmen; hiezu Lustlragende wollen sich bei mir melden. Der Eintritt kann sogleich geschehen. Reihen, den 5. Februar 1864. Geörg Heiß, Bäcker. [107] Eppingen. Verkaufs-Anzeige. Wegen Aufgabe deö Selbstbekriebö meines Oeko- nomie-GeschästS setze ich Mittwoch den 17. Februar Morgens y 2 10 Uhr (nicht Dienstag den 16. Februar) nachstehenden Vichstand einem öffentlichen Verkauf aus: 5 Pferde, darunter ein trächtiges, 2 zweijährige Fohlen, 2 einjährige Fohlen, 8 Kühe, darunter 3 mit Kälber, 8 Rinder, 3 Mullerfchweine. Heinrich Vielhauer. [116] Der Unterzeichnete empfiehlt sein Lager «n Gußeisen jeder Art, ui Grvbeiscn, Handwerkszeug rc., sowie auch in Bordet» und Laltcn und verspricht gute billige Be- trenuttg. SinSbeim, den 11. Februar 1864. Sal. Lob Freudenberger, gegenüber den Herren Gcbr. Ziegler. 1981 Stockfische frisch gewässert, schön weiß, empfiehlt Ernst Jac. Stahmann. im Repskucheu empfiehlt billigst Ernst Jae. Stutzmann. Erdöl-Lampen in neuer Sendung bei [100] Ernst Jae. Stahmann. D r Pattfson’s ■«« Gichtwattk, Heil- und Präservativ-Mittel gegen Gicht und Rheumatismen aller Art, alü gegen Gesichts-, Brust-, Hal«- und Zahnschmerzen, Kopf-, Hand- und Kniegicht, Seitenstechen, Gliederreißen, Rücken- und Lendenschmerz rc. rc. GanzePakele zu 30 kr., halbe zu 16 kr. bei C. Weißgerber, Haspelgasse Nr. 1. Zeugnisse. Ich sage Ihnen meinen innigsten Dank für die übersandten zwei Paquete Gicht- watte; ich konnte für wein zehnjähriges Kreuzleiden von keiner Seite Hülfe erlangen und durfte an keine Heilung mehr denken, da wurde mir so schnell durch die Gichkwatte geholfen; um 12 Ukr legte ich die zwei Stücke auf, Nachmittags 4 Uhr waren meine Schmerzen verschwunden und hatte nur noch einige Steifheit 14 Tage lang. WiSbitz bei Calbe,. 10. Jan. 1863. Christoph Koppner. Senden Sie mir wieder zwei Paquete Or. Pattison's Gichtwatte; die letztgesandte that große Wirkung, schon in der ersten Nacht konnte ich wieder schlafen, was seit fünf Wochen nicht mehr der Fall war; ich kann heute schon im Zimmer wieder auf- und abgehen und ich hoffe ein voll- ständiges Ende. Walpertskirchen (Baicrn), 28. Februar 1863. G. Sih«, Schreinermcister. Neun Wochen fesselten mich die bittersten Schmerzen an»- rechten Bein und im Rücken an mein Bett und trotz ich mir großem Kostenaufwand behandelt wurde, blieb mir mein Leiden und gestattete mir keinen Augenblick Ruhe, weder bei Tag noch bei Nacht, bis ich endlich die ange- zeigte Gichkwatte in Gebrauch nahm, die mich erstaunenewürdig innerhalb 4 Tagen ohne zurückgebliebenen Schmerz gesund auö meinem Bette gehen ließ. Frankenbach, Kreis Gießen, 10. April 1863. Ludwig Schmäht, Oekvnow. [117] Selbst verfertigtes Mal; tu untadelhaflerVaalitätun-zn möglichst billigstem vreile empfiehlt Vernh. Baer, Schiffgaffe 13, Heidelberg. Zahldefehle/ Liguider- kerrntniß/ Vollstreckungsverfügungen auf Fahrnisse u. Liegenschaften für Bürgermeisterämter ind zu haben in der Buchdruckerei von D. P fi jlittt in Heidelberg. -77 - Jur Geschichte des Sages. Karlsruhe, 8. Fcbr. Das heute erschienene Regierungsblatt Rr. 3 enthält (außer Pcrfvnalnachnchten): I. Verfügungen unv Bekanntmachungen der Ministerien. 1) Bekanntmachungen veS großh. Ministeriums deö Innern: a) Dir Ersatzwahl eines Abgeordneten zur Zweite« Kammer der Ständeversawmlung im 36. Aemrer-Wahlbezirk bctr. b) Die Staatsgenehmigung von Snstungen im See- und Oberrheio- kreise berr. o) Die Erthcilung der Licenz als Apotheker an Karl Blaö von Freiburg beir. 2) Bekanntmachungen deö großh. Handelsministeriums: Die Ertheilung von Erfindungs- Patenten betr. An den Polsternägel-Fabnkanten Albert Schaffer in Mühlburg für Cie von ihm erfundene neue Art des E»l° formens und Gießens von Polstcrnägeln, an den Kaufmann «nd Rittergutsbesitzer Karl Ficvet in Köln für die von ihm erfundene Verbesserung deö Wafferregulators am Giffarb'schen Injektor, und an die HH. Bosio, Lcmurr und Rücker in Paris für die von ihnen erfundene neue Pendelhcmmung ohne Steig» rad bei Pendeluhren. 3) Bekanntmachung des großh. Finanzministeriums: Die vierte vorjährige Gewinnzichung des Lvtte- rie-AnlehenS der Eifenbahn-SchrildentilgungörKaffe zu 14 Mist. Gulden vom Jahr 1845 betr. ' II. Diensterledigung. Am Lyceum zu Mannheim ist eine Lehrstelle, mit einer Besoldung diö zu 900 fl., durch einen philologisch gebildeten Lehrer zu besetzen. □ Vom Unterrheinkrciö. Es wurde bekanntlich bestimmt, daß circa 2 Millionen an abgeschliffenen Groschen und Sechsern von den Vercinsstaatcn, wobei auch solche mit inbe, griffen sind, worauf die Jahreszahl nicht mehr deutlich zu erkennen, löcherig' und beschnitten und älter» Geprägö von 1816 rückwärts, umgeprägt werten sollen. Auf Bade» kommen hiervon circa 200,000 Gulden zum Einzug, welche die Oberem» nehmerei und AcciSstellen im Lande beidringen sollen. Da bekanntlich diese Stellen nur grobcö Geld annehmcn, so wird der Zweck hierdurch nicht erreicht. Sin Beweis hierfür, daß feit der Aufforderung vom Staate erst eia ganz kleiner Theil genannter Münzen bei Großh. Staatskasse elngegangen ist, was diese veranlaßt hak, die Oberelnnehmerelen im Lande zu fleißigerem Einsamwcln solcher Münzen anzugehen. Wenn der Staatskasse daran liegt, den von ihr verlangten Betrag genannter Münzen in Bälde zu erhalten, so würde eine allgemeine Bekanntmachung im Lande, welche auscrückl, daß binnen 3 oder 6 Monaten alle 3- und 6-Äreuzer»Stücke, die kein deutliches Gepräge und Jahreszahl mehr haben, ebenso älteren GeprägS als 1816 sind, verrufen werden, am sichersten wir« Heu. Dabei wäre dca Oberrinnehmercien und AcciSstellku von ihrer Vorgesetzten Behörde zu bedeute», baß sie Mit Bereitwilligkeit den Sammler» genannter Münzen, die gerne zu •% bei uns cursiren, gegen grobes Geld Umtauschen. — Bekanntlich werden Kaufleutc, Metzger, Bäcker und Wirkhe rc. am meisten mit kleinen Münzen bcimgesucht, und bei diesen ließen sich bald Summen von Belang bclbringen. Daß endlich einmal dir schlechten Münzen beseitigt werden, begrüßt Jedermann freudig und wird gewiß auch Jeder dazu gerne beitragen, solche abzuliefcru. Baden, 8. Febr. Auch Ihre kais. Hoheit die Frau Großfürstin Alexandra Josephowna von Rußland haben die . Summe von 500 Gulden "für die Armen hiesiger Stadt, zur Erinnerung an vr. Guggert, ihren Wohlthäter/.' gnädigst an- zuweisen geruht. Frankfurt, 10. Febr. Die --Gothaische Ztg.« hat ein Telegramm vom 8. auö Kiel. Hienach war der Kampf am Sonntag zwischen Schleswig und Flensburg mörderischer als ähnliche Kämpfe in Italien. Gegen sich hatten die Oesterreicher dichtes Schneegestöber und 10,000 Dänen. Das Regiment König der Belgier und ein Regiment Kopcnhagener wurden fast aufgerieben. Die Straße ist bedeckt mit Leichen, Verwundeten, Pferden, Fahnen, Wagen und Kanonen. In Oever- fee war man handgemein mit Kolben und Bayoniiele«. DaS Grvü der dänische» Armee war schon Samstags in den Düp- pelcr Schanzen. Somit sind 20,000 Mann entkommen. Der Herzog von Würltembcrg hat zwei Zehen verloren. Es herrscht Mangel an Charpie und Aerzken. Berlin, 7. Febr. Die so überaus günstigen Nachrichten vom Kriegsschauplätze setzen die Stadt in die frendigste Bewegung. Seitens des Polizeipräsidiums wurde die Siegesbotschaft durch Plakate an den Anschlagsfäulen gestern Abend zur Keuntiiiß der Einwohnerschaft gebrächt; denn um eine große Siegesbotschaft handelt es sich allerdings, wenn der Erfolg auch ohne weitern Kampf errungen worden ist. Diese glückliche Wendung ist hauptsächlich dem geschickten Mannöver der Preußen zu verdanken, in deren Plan sich jetzt erst eine nähere Einsicht gewinnen läßt. Bei Miffunde handelte es sich lediglich um einen Scheinangriff, um die Aufmerksamkeit der Dänen von demjenigen Punkte, wo der Uebergang über die Schley cigenliich beabsichtigt war, abzulcnken; und die Dänen gingen um so sicherer in diese Falle, als sie der Meinung waren, daß die vor AnriS sich hlnziehenden Moraste und Sümpfe ohnehin schon ei» nicht zu überwindendes Hindcrniß gegen einen Ueber- gangsverfuch fern würde». An und für sich war daS auch ganz richtig, nur dachten die Dänen dabei nicht an die Menge vvn Faschinen, welche die Preußen, auf diese Schwierigkeiten vorbereitet, bei sich führten, und nicht an die Hülfe, welche die vortrefflichen Fi>cher und Bootsleute von Kiel, Eckernförde und EllerSdeck mit ihren per Are beförderten Booten und ihrer ganzen Erfahrung zur Ueberwindung diefer Schwierigkeiten den Preußen angedeihen lassen könnten. Wir haben, schreibt man der »D. A. Z.«, Generalstabsoffizirrk gesprochen, die von diesem zwischen den Oesterreichern und Preußen vorher festgcstell- ten Plan genau unterrichtet waren, und die, nachdem derselbe gelungen, natürlich keine Veranlassung wehr haben konnten, aus cer Sache selbst, sowie aus den betreffenden Details ein Gchkimniß zu mache». Und als der Uebergang bei Arnis nun glücklich gcluiigei, war, da fanden die Dänen natürlich ihres Bleibens in dem Danewerk nicht mehr, denn sic wären von den Preußen in demselben Augenblick im Rücken angegriffen worden, wo die siegenden Oesterreicher sie in der Fronte angegriffen hätten — sie wären wie die Maus in der Falle verloren gewesen, wenn sie sich nicht über HalS und Kopf davon gemacht hätten auf der einzigen Rückzugslinie, die ihnen nur noch für wenige Stunden btleb. Daher auch die große Menge des i» die Hände der verbündeten Armee gefallenen schweren Geschützes; was in der Eile nicht fortzubnugcn war, mußte eben zurückgelaffen werden. Nie ist schöner, nie exacter operirt morden und eö ,st durch dieses strategische Meisterstück viel deutsches Blut erspart worden, daß sonst, bei einer Erstürmung des Danewerk, in Strömen hätte fließen müssen. Ehre den deutschen Heerführern und ihren tapferen Soldaten! Nach dem Uebcrgangc der Arniü war natürlich auch Mlssunde von den Dänen nicht mehr zu halten. Berlin, 7. Febr. Durch königliche Kabi'nctsordre vom 6. Febr. ist die sofortige Mobilmachung der 10. Infanterie- Brigade, dcs brandcnburgischen Jägcrbataillonö Skr. 3, der 1. Fußabtheilung der brandenburgifchen Artilleriebrigade Rr. 3 unv dreier MunitionSkolonncn befohlen worden. Berlin, 8. Fcbr. Laut einer heute früh hier ringetroffenen Nachricht aus Magdeburg sind gestern Abend 11 Uhr dort 200 dänische Kriegsgefangene, darunter S Offiziere, ein- gctroffco und in der dortigen Ciradelle untergebracht worden. Köln, 7. Fcbr. Von unserem hiesigen Alerianer-Kloster gehen mehrere Brüder nach SchlrSwig-Holstrin zur Verpflegung der Kranken und Verwundeten. Hamburg, 8. Febr. Heute sind wirrer großartige Quantitäten von Lebensmitteln und Lajarethgegenstäiivcn für die Verbündeten nach dem Norden verschickt worden. Ein hie» siger Weinhändler schenkte allein 20 Orhotk Rvkhwein, und eS wurden von dem heutigen Güterzuge der Äliona-Kieler Eisenbahn nicht weniger alS 12 Wagen mit diversen Sachen befrachtet. An Contanten wurden die Nachmittags 4 Uhr reichlich 20,000 Thalcr preußisch gezeichnet und wir wollen schließlich erwähnen, daß rin hiesiger Kaufherr mit der Errich» tung eines geräumigen Hauses zur Ausnahme von 20 verwun» beten Offizieren der verbündeten Armee brschästigt ist, zu die. sem Zwecke 8000 Thlr. preußisch ausgeworsen und zur Be» Handlung der Kranken einen angesehenen Arzt engagirl hat. Altona, 5. Febr. Ein paar Altonaer Herren, welche sich am 4. in Rendsburg aufhieltcn, sahen daselbst in der fiel« nen Wache, welche iw Kronwerk dem Zollpackhause gegenüber- liegt, den HardeSvogr Blaunfeldk, eine» schon älteren Mann mit kahlem Kopf. AIS derselbe eingebrachl wurde, war er mit beiden Händen zwischen zwei Reitern gebunden. Die Ein» bringung der verwundeten Oesterreicher gewährte einen rührenden Anblick. Ihrer fünf dis sechs, darunter oft schwer Verwundete, lagen au» strohbedrckte Ackerwagen geladen. In den Lazarethen war man mit den Vorbereitungen noch weit zurück; Betten fehlten noch und wurden die Lerwundeien adermal» auf Stroh gelagert. Ein verwundeter Major vom Regiment "Martini« wurde auf einem Feberwagcn nach Rendsburg und dort in ein Privathaus gebracht. Glaubwürdig erzählt wurde, daß ein österreichischer Husar einen dänischen Dragoner >m Einzelkampfe durch einen Hieb über den Kopf niedergeschlagen uud dann noch einen dänischen Infanteristen verwundet habe, wobei er selbst einen Schuß durch die Hand erhielt. Alle Drei wurden auf denselben Wagen geladeu, machten unterwegs Be» kannrschaft und baten, in Rendsburg in ein Zimmer gebracht zu werden. Auch zwei verwundete österreichische OifizielSpscree edler Rare kamen nach Rendsburg. Daß das eine mit einem so großen Loch in der Brust «och so stolz einherging, mußte Wunder nehmen. Daö andere hatte einen Schuß au» das Blakt bekommen und hieß eS, auch sein Reiter sei leicht gestreift worden. Die eingebrachten dänischen Gefangenen sahen sehr schmutzig und abgerissen auS. Altona, 9. Febr. Die Nachricht von einem angeblichen Straßcnkampf in Flensburg erweist sich als fal,ch. Die Preu- ßen sind am Sonntag Vormittag um 9 Uhr in die Stadt ein- gezogen, nachdem die Dänrn diese in der Nacht vorher verlassen hatten. Schleswig, 7. Febr. Auf der weiteren Verfolgung der Danen geriethen österreichische Husaren in einen Hinterhalt. Von 759 sind 250 verwundet worden und hier eocn eingebracht. Die Zahl der in und um Schleswig zuruckgc» laffencn dänischen Positionögeschütze beträgt gegen 120. Heule Abend sind die dänischen Beamte» in Ruhe aus ecr Stadl enlsernk worden. G ro ß-Br ecken d o rf, 4. Febr. Gestern sollte daS österreichische Corps bereits Morgens den linken Flügel der Verbündeien möglichst nahe an die Danewerke vorschlebcn. I„ Folge der schlechten Wege scheint diese Absicht erst anfgegede» und bann wieder gefaßt worben zu sein, so daß der Beginn deö Gefechtes sich bis gegen halb 3 Uhr verzögerte. Der eigentliche Angriff fiel der Brigade Gondrccourt zu; dieselbe besteht auS den Infanterie-Regimentern Martini (Polen) und König von Preußen (Ungarn), dem 18. Jäger-Bataillon (Deutsch-Böhmen) und der vierpfündigcn Batterie Nr. 2 deS ersten Artillerie-Regiments. GeneralstabS-Offizier der Brigade ist der Hauptmann v. Sternegg. Da« Dorf Jagcl, gegen welches sich zunächst dir Angriff der Ocsterreicher richtete, wurde aufs hartnäckiglie von dänischer Jinaiiterie und Artillerie vertheidigt; die Oesterreichrr (Martin,-Infanterie) hielten sich nicht lange mit Plänkeln allf, sondern warfen sich mit dem Bayonnete aus den Feind, der aus den Häusern feuerte, dem Angriffe Stand hielt, aber zum Weichen gebracht wurde. Bei dieser Attaque wurde der Oberst Benebeck von Martini schwer durch einen Flinleaschuß verwundet und von den Jägern ein vlerpsündigeö eisernes Geschütz erobert; dem Reste der Batterie gelang es, zu entkommen. Die Dänen zogen sich zum größten Theile auf de» Königsberg zurück, der eine sehr starke und wichtige Stellung bildet. General Gondrccourt, die Wichltg- kcu der Stellung erkciincnd und der Tapferkeit seiner durch den Eriolg begeijirrten Truppen vertrauend, ordnete aus eigene Verankworkiing den Angriff aus den Äöntgöhügcl an, besten Erstürmung den Dispositionen zufolge erst am kommenden Tage hätte Statt haben sollen. Preußen-Infanterie stürmte die ziemlich steilen Abhänge hinauf, die Dänen feuerten Salven auf die mühsam die Abhänge hinauf Kletternden und hielten wacker Stand, so daß eö wiederdolter Anstrengungen bedurfte, um sic endlich mit dem Bayonnete zu werfen, was den Oesterrrichern schwere Verluste kostete. Unsere Soldaten sind das Ueberstrigen der Knicken, der die einzelnen Ackerfelder ein« gränzendcn, halb mannshohen Skeinbämme, noch nicht gewöhnt und bieten deßhalb durch ihr Verweilen beim Ueberfetzen dem hinter anderen Knicken liegenden Feinde treffliche Zielpunkte. Aber auch der Köntgehügel hielt cen General Gondrecvurk nicht lange auf: er birtgirle das Regiment Preußen noch weiter nach vorwärts gegen Groß-Danewerke. Die Dänen ließen die österreichische Jnsanterie also ankommen, und be- gailtten bann aus ihren schweren Geschützen rin eben so heftiges als mörderisches Feuer, welches den Ocsterreicher» schwere Verluste kostele und sie vcraiilaßte, sich auf die Behauptung der eroberten Slellung auf dem Königshügel, den sie ver- schaiizle», zu deschranten. Mehrere Hundert dänische Gefangene wurde» clngcdracht, darunter viele Schleswiger von drei verschiedenen Regimentern. Der österreichische Verlust beläuft sich, so viel bis jetzt bekannt, aus etwa 500 Todie und Ver» wundeie, barunler unverhältnißmäßig viele Offiziere. Die Verwundeten wurden nach Rendsburg geschafft, wohin auch die räiiiichen Gefangenen dlrigirt werden. General Gablenz wird den General Gonvrccourt für den Theresien-Orcen in Vorschlag bringen. Heute donnerten die Geschütze seil 7 Uhr »ruh bei Schleswig, und der Tag verfprilpt ein heißer zu werden. Gegen Vas Dancwcrk stehen wir ziemlich wehrlos da, da die schweren Geschütze noch nicht eingerroffen sind, die mit größter Ungebuld erwartet werben. So eben setzt sich bas osterrrlchi>che Hauptquartier nach Loitorf m Bewegung und von den dortigen Höhen überblickt man die ganze Dane- werk-Slellung — ein Panorama, daö Ihnen mein heute Abend abgehencer Brief fchilbein soll, wenn ich ein Plätzchen finde, um meinen Eindruck zu Papier zu dringen. General Hake, selbstverständlich ohne Sachsen, ist eben mit General Gablen; ln der Gelechtslinie. Kopenhagen, 9. Febr. Der Reichstag hak eine von dem Conscilprasioemen vorgeschlagene Adresse an daS Heer crlaffe», welche eine energische Kortsetzung des Kriegs verkündigt. London, 8. Febr. Aus Kopenhagen, 7. Febr. AbendS. wird berichtet: Ueberwältigt von den Anstrengungen eines fünftägigen ununterbrochenen Dienstes kam die Armee, der Ueber» macht weichend, in Düppel an und erreichte Alfen. Dir Kavallerie zog sich nach dem Norden zurück, immerwährend vom Feinde verfolgt. In verschiedenen Treffen haben wir erhebliche Verluste erlitten. Ueberall find den deutschen Truppen im SchleSwig'schen Augustendurger Demonstrationen auf dem Fuße gefolgt. (Hierzu eine Beilage.) Beilage zu Nr. IS -es ■ - ■ - - - ■ -* - Rendsburg, 4 . Febr. Dir Nacht/vom Z. auf den 4. Februar war ziemlich wild, io daß die vom KönrgShügel nach Rendsburg zurück tranöportirten Verwundeten wenigstens nicht von der Kälte zu leiden hatten. Nach authentische» Angaben beträgt der Verlust der Oesterreicher an 600 Lodkr und Verwundete, darunter 2 Stabsoffiziere und gegen 40 Offiziere. DaS Regiment Martini ließ rin Drittel seiner Offiziere auf dem Platze. Es waren ungefähr 5000 Mann in der Actio». Die Verlust-Quote stellt sich demgemäß auf über 12 pCt. der eiigagirten Mannschaften. Diese Daten beweisen mehr als weitläuftige Details die Hartnäckigkeit des Gefechtes und die Tapferkeit der beiderseitigen Truppentheile. Am Königöhügel und bei Jagel herum lagen noch heute Morgen, wie ich mich mit eigenen Augen überzeugte, die lobten Dänen förmlich in Reihen und Haufen bei einander. Ihre Verluste, abgesehen von den 250 Gefangenen, die ihnen die Oesterreicher adnah- men, müssen wenigstens eben so stark sein, wie jene der Kaiser- liche». Der Hauplverlust der letzteren wurde übrigens durch das heftige Geschützfeuer aus dem Lanewerke verursacht, hinter welchem de» Dänen kein Schaden zugefügt werden konnte, da den starken Profilen ihrer Verfchanzungen gegenüber die österreichische 4pfündige Batterie, trotz ihrer iveiltragenden gezogenen Geschütze, natürlich Nichts ausrichren konnte uns die glänzend durchgcführke Aufgabe derselben sich darauf beschränken mußte, daü Feuer der Dänen von den Eolvnnen ab aus sich zu lenken. Daß die gestern von der Brigade Gondrecourt eroberten Positionen am Königshügel, die im Schußbereiche der Dänen liegen, behauptet blieben, wurde bereits gemeldet. Eö gelang mir heute Morgen, Himer Lvllvrf dis aus einen Höhepunkt vorzudringen, von welchem aus ich elneu Ueberdlick auf da» gestrige Schlachtfeld, die ganze DanewerksteUung, Schleswig, das zum Greifen nahe vor mir zu liegen schieu, und die Schlei hatte. Auö den vor Schleswig bei Selk Ile- genben Schanzen unterhielten die Dänen ein langsames Ge« schützseuer auf die von den Oesterreichern, die unter een Waffen standen, besetzten Stellungen. Die Kugeln stogen über die Bataillone weg, die sich, wen» die Projectile glctchmäßig dieselbe Richtung nahmen, aus den Boden nicderleglen. Ungefähr eine Viertelstunde vor mir sah ich den General Gableuz Mit seinem kleinen Stabe recognoecirciid auf einer Anhöhe halten, und eS dauerte nicht lange, so bewiesen die in jener Gegend cinschlagenben Äugeln, daß die im Allgemeinen sehr siet,er schießenden Dänen die kleine Gruppe alö Zielpunkt gewählt hatten. Aue de» Hurrahrufen, welche laut »der die Hochebene ballten, konnte ich beiläufig aus die Richtung schließen, welche der General einschlug. Die »Eljenö« der Ungarn vom Re- gimente Preuße» klangen besondere hell und krallig. Die im Bivouac stehende Brigade Thomas, die Regimenter EorvliiNi (Serben aus dem Banate) und Prinz Holste,,, (Venellaner) formirten sich, um die vorn siebende Brigade Goudrecourr av- znlvse». Die Leute waren heiter und guick Dinge, trotz des absoluten Mangels an Spirituoien. Leider ist kein Martcle»- derdienst vorhanden, der dem Manne die kleinen Erfrischunge» und Kchlenseuchtigkeiten dierer, die nicht zu seiner Rarurver- pflegung gehören. Die wenigen und >m ÄUgemeinen ziemlich unbeveurciiden Ortschaften dieser Moorgegend sind vollständig »auSgrfreffei,"; nicht um schweres Geld ist mehr etwas Eß. oder Trinkbares aufzutrciben. In Grvß.Breckendors hielt eö gestern Nacht schwer, einen Laib Brov für baS frugale Nachtmahl dcS in wenigen Häusern und Scheunen untergebrachlen österreichischen Hauptquartiers hdrbeizuschaffcn. Wäre General Gondrecourt Mitglied der kleinen Tafelrunde gewesen, die einen vollgepfropften Stall pafflren mußte, um in ras kleine Zimmer zu gelangen, in welchem eia neugeborene« Kindlein wimmerte, i)ätte ihn General Gablenz, wie Frundöberg den wackeren Schweppermann, mit den Worten anreden können: »Jedem Landbotou von 186«. Manne eine Taffe Thee und dem braven Gondrecourt — zwei!« Diese Auszeichnung wäre vie höchste gewesen, welche in diesem Momente der Commandanl deö österreichischen CorpS hätte er- theilen können. — Uw drei Uhr Mittags begegnete ich, nachdem daS klare Wetter in scharfen Wind und Schneegestöber umgcschlagrn war, der aus dem Bordertreffeu abgelösten und ine Bivouac einrückenven Brigade Gondrecourt. Man laö es den Leuten an den Augen ab, daß sie zurückkamen auö einer blutigen Affaire; die Blicke funkelten noch gar unheimlich wild; wo der General Gondrecourt vorbeiritt, wurde er mit jubelnden Eljeus begrüßt, und die wackcrn Burschen legten eine beinahe wilde Begeisterung an de« Tag, welche nur wenig durch die wahrnehmbare Erschöpfung und Trauer um die Gefallenen abgedämpft wurde. Viele Czakvtö waren mit farbigen Bändern, künstlichen Blumen und Reisig geschmückt. Alle schritten unier einer so kecken Haltung näher, alö ob jeder Einzelne von dem Wiederschein des Sieges und dem Bewußtsein, redlich seine Pflicht gelhan zu haben, erfüllt wäre. Zn den Zündlöchern der bereits chlank gescheuerten Geschütze stecken der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Artillerie zn Ehren — ebenfalls farbige Blumensträußchen. Auf meine Frage, wo dieser Schmuck aufgctricben worden sei, bekam ich nur ein verschmitztes Lächeln zur Antwort. Kaum im Bivouac bei Lot- korf angelangt, wurden die armen Leute von einem tüchtigen Schnee,chauer hrimgefncht, gegen dessen Wirkung ihnen der ungastliche Moorboden nur wenig Schutzmittel bieten kann. Vor ÄUein ist weit und breit kein Holz aufzutreibrn, und von dem vorhandenen Vorralbe, der zum Kochen bestimmt ist, wird wenig genug zu Wachfeucrn übrig bleiben. Kopenhagen, 7. Febr. Außer dem General Meza ist auch dessen Generalstabschef, Oberst Kaufmann, abberufcn worden. — Vor dem Palaste deö Königs fanden tumultuarifche Demonstrationen starr; dir Menge verlangte Erklärungen über den dem dänischen Heere gegebenen Befehl zum Rückzüge. Der Krirgsministrr versicherte, er sei dieser Maßnahme völlig fremd. Die Aufregung ist sehr groß. Warschau, 10. Febr. Der »Dzjeiinik» enthält rin Rundschreiben des Statthalters an die Militärchefs, demzufolge freiwillig sich stellende Insurgenten mit Waffen unbedingt, ohne Waffen aber nur gegen Legitimation und Garantie ihrer Dorfgemeinde freigelassen und, wenn Beides nicht zu erlangen, vis zur Wiederherstellung der Ruhe deportirk werken sollen. Turin, 9. Febr. Im Kriegsministerium und in den höchsten milikärlschen Kreisen herrscht dir größte Tätigkeit. General Etalvirri ist von hier abgereiöt, um die Mincivliuie zu ilispizircn. Nach dem -Pungolo» ist ein französischer General mit einer Depesche angckowmen. In einer KabinetSsitzung, welche in Folge dessen anderaumt wurde, «st beschlossen worden, eine Flotte für dos Adriotische Meer bereit zu ballen. Gestern und vorgestern sind große Kontrakte für den Prvviank- bebarf abgeschlossen worben. Nach dem heute erschienenen Mi- lirärhandbuch ist der gegenwärtige Stand deö HeereS 383,050 Manu. Zn Genua bereiter man sich in aller Stille vor, 27,000 Mann auö Neapel zu tranSpvrtiren. Man ersrtzt dieselben dort durch mobile Rationalgarde. Die Konskription ist früher alö gewöbnlich anberaumt, waS auch gestern offiziell bekannt gegeben wurde. New-Aork, 26. Jan. Die Armer Longstreet'S, verstärkt mit 20,000 Mann, marfchirt gegen Knorvillc. Man meldet von Eharlestvn, daß die Hindernisse für die Schifffahrt zwischen Fort Sumtek und Fort Moultrie verschwunden sind. General Halleck weint, die Südstaarlichen wollten zu bevorstehendem Frühjahr den Kriegsschauplatz nach dt« Norden verlegen. - 80 Eine Vertretung im Nachtdienst. Humoristisches Genrebild von H. Mahler. (Schluß.) Doch mit des Geschickes Mächten Ist kein ew'ger Bund z« flechten, Und das Unglück reitet schnell. ES mochte zwei Uhr vorbei sein. Plötzlich wurde die Thür aufgerissen und der Sergeant stürzte inS Zimmer mit den verhängnißvollen Worten: „Es ist Feuer, Herr Fähnrich." Den guten Mann halte der Franzwein wahrscheinlich vergessen gemacht, daß der Wachrkommandeur uno Fähnrich von Schnitter als junger Krieger von seiner Geliebten Abschied nehmen gegangen war, und jetzt wahrscheinlich, trotz des genommenen Abschieds, die Comteß Caroline im Galopp herumschwenkte. Das Entsetzen lähmte mich. Der Sergeant besann sich plötzlich und eilte mit den Worten: „Na, ich weiß von nichts, will aber das Nöthige veranlassen", hinaus. Der Posten rief sein Rauö, die Wache trat ins Gewehr, der Hornist begann tutend die ihm vorgeschriebene Tour durch die Stadt. Guter Gott? So nahe dem Ziele und dennoch jetzt dem Verderben ebenso nahe. Es war zum Wahnsinnigwerden. Und nun fiel mir zu allem Unglück noch jener schöne Paragraph auS unserer Garnisons-Feuerlöschordnung ein, nach welchem die Truppen bei Feuerlärm auf ihre Sammelplätze sich zu begeben hätten. Dabei war ich wider Fug und Recht in eigener Uniform Kommandeur der Hauptwache. Was aber machen? So auf den Sammelplatz eilen und die Wache im Stich lassen, oder hier bleiben und den Sammelplatz im Stich lassen? In beiden Fällen hieß es: Sein oder Nichtsein! DaS ist hier die Frage. — Ich war in Verzweiflung und verwünschte alle Abendunterhaltungen (nota bene, wenn Melanie nicht dabei war), alle Prioatbälle, lebenden Bilder, Krteger-Abschiede, mrch, die ganze Welt (natürlich wieder mit Ausnahme Melanie'ö). Da kam noch glücklicher Weise zur richtigen Zeit (o, mein Herz jubelte hoch auf!) Schnitter herbeigestürzt. Aber in welchem Aufzuge! Schwarze Civiihosen, Uniform, Vatermörder; mein Seitengewehr hatte er vergessen. Er übernahm sofort daS Kommando. Ich aber eilte auf den Sammelplatz, in eigener Uniform, ohne Säbel! Mein Hauptwann schimpfte und fluchte. Womit sollte ich mich (ich war einer der Ersten auf dem Platze), entschuldigen, als mit meinem übergroßen Diensteifer, der mich so blind gemacht hätte, baß ich sowohl die Kommißuniform, wie daö Faschincnmcffer anzulegen vergessen. „Schöner Soldat, das", grollte mein Hauplmanu; „eilen Sie nach Hause, Unteroffizier Hobcck, und legen Sie dcS Königs Rock und die Waffe an." Ich jagte wie ein Reh davon und hätte fast noch daS Pech gehabt, in meiner wilden Hast von einer Patrouille auf- gegriffen zu werden. Unmöglich war es ja auch nicht, baß ich der Brandstifter war und mich nun retten wollte. Mein HauS, meine Stube waren erreicht, die Kommißsachen und der Säbel umgelhan, und dass ich zurückkehrte, bevor noch die ganze Kompagnie versammelt war, bejänfkigke den gestrengen Hauptmonn. DaS Feuer war übrigens die Unruhe, die eS verursacht hatte, gar nickt werth gewesen. Es wurde bald gelöscht, ohne daß man unsere Hilfe in Anspruch nahm. Bald lag ich in meinem Bett, um mich von Len Ereignissen der Nacht zu erholen. Ehe ich am andern Morgen zum Dienst ging, erkundigte ich mich auf der Hauptwache nach Schnitter. , Ich fand ihn lustig und gutcr Dinge. Er hatte sich auf dem Balle köstlich amüsirl und rven rtue Polka mit der Comteß beendet, als er plötzlich den Feuerschein gewahrte. Sich entschuldigen, im Zimmer des Cousins die Uniform anziehe« und fortstürzen, war daS Werk weniger Sekunden. Alö er aber die Wache wieder übernommen, hatte der Sergeant dem Herrn Fähnrich bedeutet, daß die weiße Halsbinde doch ein gar dienstwidriges Ding sei. Es wurde alSdann vom Mantel rin binvenbreiteö Stück Tuch abgcschnitlen, daö, um den Hals geschlungen, bei Nachtzeit wohl die Binde zu ersetzen geeignet war. Erst, als der Morgen anbrach, halte er sich aus der Wohnung des Präsidenten Beinkleider und Binde holen lassen; auch meinen Säbel fand ich wieder vor. Ein schönes Zusammentreffen war noch bei der Zurückkunft der Ronde in Scene gesetzt worden. Alö man nämlich des Feuers Herr geworden, kam Herr Griebenthal vollständig ohne Grund auf die Hauptwache. Sein erstes Wort war das erstaunt herausgestoßene: „Haben Sie mit Guano gedüngt? Wenigstens drei Zoll sind Sie seit dret Stunden gewachsen, lieber Fähnrich." „Täuschung, Herr Lieutenant, nur Täuschung." „Zu rasiren härten Sie sich aber nicht bei der Dunkelheit gebraucht, es war ein ganz hübscher Bart gewesen." Schnitter wußte sofort, nm was es sich handelte. Er erlaubte sich, lächelnd zu erwicdern, daß die Langeweile ihn zu dem Vandalismus des Barkabnchmens bewogen habe. „Schade, schade, ä propos, wo wohnte doch gleich Ihr Freund Hobeck?" Die Frage hatte Schnitter doch perplex gemacht. Aber von unverwüstlichem Glück begünstigt, schloß er bald auf daS Richtige und entgegnete gefaßt: „Ich sagte dem Herrn Lieutenant schon, in der Mirkelstraße Nr. so und so." „Danke, banke, lieber Fähnrich, lassen Sie sich durchaus nicht stören." Er ging wieder hinaus, fragte den Sergeanten und dieser sagte auf die desfallsige Erkundigung des Lieutenants mit einer Zuversicht, wie sie nur das Bewußtsein der lautersten Wahrheit geben kann: „Zu des Herrn Lleutenanrö Befehl, cö ist der Herr Fähnrich von Schnitter." „Merkwürdig schnelles Wachsthum", hatte der Lieutenant noch einmal gesagt und sich enlsernr. — Acht Tage nach diesen Vorfällen bekam ich das silberne Portepee der Fähnriche. Mit Wehmulh beschaute ich dieses Zeichen meiner neuen Würde und sagte: „Zu Großen muß ich auserschcn sein, sonst wären mir dte Vorfälle jener Nacht schlechter bekommen." Aber eS waren auch meine letzten 11», leroffizierstrciche gewesen! „So?" fragte der Artillerieoffizier, „wurdest Du jetzt gar so sehr solid?" „Nein", sprach Hobeck reumüthig. „Jetzt kamen Fäkn- richSstreiche!" Bescheinigung. Für Schleswig-Holstein sin» ferner bei unö cingegangen: Vo» Daisbach und Ursenbachcrbof a) für fchleSwig« holst. unterstützungsbedürftige geistl. und weltl. Beamte . . fl. ü. 1ä. b) ohne Bedingung, für Schleswig- Holstein .fl. 14 45. - fl. 20. -. Erlös auS dem Flugblatt Rr. 1.fl. 18. 14. Von den aktiven Mitgliedern deö LiederkranzeS in Neidenstein.. ... fl. 7.—. Hiezu die früheren . fl. 680. 10. Summa fl. 731. 24. Sinsheim, 8. Februar 1864. Da« BezirkS-Comitre. Steöijjvrt, Dr»ck ws Cfriag vv, D. Pfisterer i» Heitzelbertz.