er Kilndbote. VerkündungSblatt der Großherzogl. Bezirksämter und Amtsgerichte Sinsheim und Neckarbischofsheim. Samstag, den 23. April 1864. Berlinische Feuer - Berficherungs - Anstalt, gegründet 1812. [ 350 j Grund-Capital 3,500,000 Gulden. Nachdem uns Agenturen der Berlinischen Feuer-Versicherungö-Anstalt für Ittt Amtsbezirk Sinsheim übertragen worden sind, erlauben wir „ns einem geebrten Publikum diele Aiisiall, welche während ihres mehr als fünfzigjährigen Be- ftehens sich stets des Rufes der größten Solidität und Liveraiitai zu erneuen gebubt har, zur gefälligen Benützung beim Abschluffe von Mobiliar-Versicherungen jeder Art, als: Mobilien, Waaren, Maschinen, Erndtebestände, Vieh, Utensilien rc., sowie auch vom fünften Theile der Berficherunas- fumme der bei der Staatsanstalt versicherten Gebäude, zu feste» im Voraus bestiuiu>len Prämien zu empfebleu. 2» Billigkeit der Prämien liebt die Anstalt keiner andern soliden Feuer-Ver- sicherungö.Anstalt uacb, und gewährt bei Versicherungen auf mehrere Jahre besondere Borrveile. * Nachzahlungen können niemals stattfinden, die Anstalt haftet vielmehr mit ihre« ganzen bedeutenden Vermögen für die Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten. Nähere Auskunft ertheilen jederzeit bercilwilllgst Die Bezirks-Agenten: Jakob Fleischer, Kaufmann -OsWald,Tbierarzt I» Neide,,nein, i« Sinsheim, I. F. Landes, Kaufmann in Elchkeröhelm. JK49. Aufforderung. [359] Nr. 3911. Johann Michael Maier von Unkergimpcrn bat sich im Jahr 1852 nach Amerika begeben, und seil dieser Zeit nicktS medr von sich hören lassen. Auf den Antrag der Betbeiligten wird er aufgefordert, innerhalb eines Jahres Kunde von seinem Dasein zu geben, widrigenfalls er für verschollen erkläri, und sei» Vermögen seinen muihmaßlichcn Elben gegen Sicherstellung ln sürsorglichru Besitz, gegeben werden würde. Neckarbischolsheiw, 20. April 1864. Großherzogliches Bezirksamt. Schupp. [352] G.«Rr. 3487. Am OstcrsawStag oder Sonntag wurden am Wege von Odenheim »ach Michelseid 20 Bäumchen beschädigt. Wir bitten um Fahndung, insbesondere au,b daraus, wer am Ostersonntag den Weg zwischen Odenheim und Michelseld zurücklegie. Dem Entdecker deS ThäterS sink vom Beschädigten 11 fl. Belohnung zugesagt. Sinöheim, am 8. April 1864. Großhcrzoglich bad. Amtsgericht. M o r ö. Denk. [357] Neidenstein. Jagdverpachtung. Nr. 123. Die Jagd aus diesiger Gemarkung, joweil es die Grund- Herrschaft v. Venningen als gesetzlich zusammenhängend nickt beanipruchcii kann wird Di'Nstag den 26. d. M. Nachmittags 1 Uhr aus 6jährigen Pacht öffentlich versteigert, wobei bemerkt wird, daß dieser Distrikt ra. 360 Morgen Wald und 700 Morgen Feld umfaßt, und an die Gemarkung Epfen« dach, Helmstadt, Waibstadt, Daisbach und Eschrlbronn grenzt. Neidenstein, den 19. April 1864. Grvßh. Bürgermristeramt. Grab. _vdt. Doll. [3i2] SiricklmumrvoUe in allen Farben bei Ernst 3ac. Stntzman«. Empfehlung. 1346] Aus gegenwärlige JahreSzeit bringe ich mein Lager in Zeug- u. Leder- arbeit «» empfehlende Ennnerung und sichere billigste Preise zu. Ferner für Schuhmacher die ergebenste Nachricht, daß ich, >m Besitz einer vvlkkcfflickie» Nähmaschine, Schäftchen in Zeug und Leder m,k und ohne Gummi- zug voerälhig Halle und solche zu den billigsten Prellen abgebe. Sinsheim, iw April 1864. Chr. Knvdig, Schuhmacher. [355] Eulenhof bei Sinsheim. A ech teö Münchener Spatenbräu Lagerbier hat im Ausschank vom Sonntag den 24. April an E. Müller. [332] Mein Strohhut Lager ist wieder auf das Reichhaltigste assomrl. tU. <£. Äöllreutter in Sinsheim. H r Patthon s 17831 Gichtlvatte, Heil- und Präservativ-Mittel gegen Gicht und Rheumatismen aller Art, als gegen Gesichts-, Brust-, Hals- und Zahnschmerzen, Kopf», Hand« und Kniegicht, Seitenstechen, Gliederreißen, Rücken« und Lendenschmerz rc. rc. Ganze Pakete zu 30 kr., halbe zu 16 kr. bei C. Weißgerber, Haspelgaffe Nr. 1 in Heidelberg. Geschäftsecöffnlmg. [358] Der Unterzeichnete bringt hiewit zur Anzeige, daß er nunmehr seine Apotheke babier eröffnet hat. Kirchardt, am 22. April 1864. ■3. Conradi, Apotheker. 12671 Kleesaamen blauen und dreiblätterigen, Nühler Haus- faamen, empfiehlt unter Garantie __ Ernst Lar. Stuhman«^ Drahtstiften u. Schifftheer billigst dri [3ii] Ernst Lar. Stuhmam». Jur Geschichte -es Sages. Karlsruhe, 2V. April. Daö heute erschiciiene Regie» rungöblakk Nr. 12 enthält (außer Perloiialnachnchleu): I. Verfügungen unv Bekanntmachungen der Ministerien. 1) Bekanntmachungen deö großh. Munsterlums ces Innern: a) Die Zulassung auswärtiger Feuerversicherungs-Gefell,chatten zum Geschältsverried im Grvßberzoglhnm betreffenv. (Darnach ist der Bersicherungöge>ell>chalt --North Brikilh anb Mer« caatile Insurance Company» in London unv Edinburgh, sowie der VersicherungSge>eU>chasl 'Providentia« i» Franksurk a. M. die nachgesuchte Erlauduiß zur Uebcrnahme von Versicherungen gegen FeuerSgefahr von Fahrnissen, unv vom sunllen Thett der Versicherungssumme der bei ver Skaatsanstall versicherten Gebäude ertheilt worvcn.1 b) Die Gerieralagenlur für deutsche Feuerversicherung auf Gegenseitigkeit in Cudwigshasen a. Rh. betreffend. (Der von der genaiiiite» Direkilvu za ihrem Generalagenten für baö Givßherzvgrhum ernannte Kaulmaun Ca» zaruS Morgcnthau in Mannheim ist als folchcr bestätigt «vor» den.) o) Dre Stiftung eines Gewerbefchuisoucs für eie Stadt Schopfheim betreffend, d) Die Generalage,nur für die Feuer» versicherungS-Anstalt der bayrischen Hypvlheken- und Wectgel- bank in München betreffend. (Der von ver genannie» Ac- ministrotion zu ihrem Generalagenten sur das Großherzogihum ernannte Kaufmann Karl Betz ui Mannheiw (Firma: Mayer- Schütz) ist alö solcher bestätigt wviden.) 2) Betaniilmachung deS großh. Hanvelöministeriumö: Die Ertheilung eines Eifin- dungspalentes an den k. preußischen KrelSdaumelster Ritter in Trier für die von ihm ersuuvene neue Methode der Olts- Hängung und Schwingung von Glocken betreffend. 3) Be. kanntwachungen res großh. Finanzwlntsterlums: a) Die erste diesjährige Gewinnzlehung des Cvllcrleaniehenö der Ellenbahn» Schuldentilgungs-Kasse zu 14 Millioueu Gulden vom Jahr 1845 betreffend, b) Die Einlösung der 3'/^pcozentigen Rentenschcine betreffend. II. Todesfälle. Gestorben sind: Am 10. Dez. v. I. der pensivnirte Hof-Oekonomierath v. Klavt >» Mannheim; am 4. Febr. d. I. der Rneinschifffahrts-Jnspektvr des eisten Bezirks, Regierungsrath Wikh in Mannheim; am 1b. v. M. der im Ruhestand befindlich gewelene evang. Plärrer K. F. Eh. Brecht von Bammernhal; am 19. v. M. der evang. Pfarrer M. Schmidt in Grünweltersbach; am 21. v. M. ver großh. AmtSrevifor W. Fingadv in Lahr; am 25. v. M. der kathol. Pfarrer und Kaplielslammerer I Eh. Scherer von Britzingen. Stuttgart, 19. April. Gelter«, Abend sanb eine Versammlung diesiger Abgeordneleri statt zu einer Beiprechung über den Anschluß an einen projeklirten Protest sämmtlicher deutschen Lolksvertrelungen wider b>c Einmischung der Cvnbo- ner Konferenz. Darmstadt, 18. April. Der Domänenpfandmeister Schlick von Zwingenberg, der Ermordung des Kaufmanns Gütlich von hier angeklagt, steht feil gestcrii vor den Schranken de» Schwurgerichts. Der Angeklagte pladirt dis jetzt in allen Dingen auf Nichtwissen und Nichlerinnern aus Gecächk- „ißschwäche. Der Andrang des PudlikumS zu dem Gerichtssaale ist sehr groß. Berlin, 17. April. Nach der „M. Z." solle» die fünf Garderegimeiiter, vie noch nicht auf dem Kriegsschauplatz sind, das Garde Jäger, und Schützenbataillon, daö 2. Dragoner-, 3. UNS 5. Ulanen- und 11. Husareiiregimenr dazu belilmmt srin, auf dem Kriegsschauplätze eie östreich,scheu Truppen zu ersetzen, falls tiefe von ihrer Regierung odberufcn werden sollten. Die Kavallerieregimenter würtr» auch vielleicht schon früher nach Jütland gelendet. Berlin, 19. April. Der Verlust der Preußen an Offizieren bei Erstürmung der Duppeler Schanzen soll nach einer Nachricht, Cu der „Kreuz Zlg." zügelst, iw Ganze« 63 beklagen; darunter sollen aber nur 6, nach Ankeren 7 kokt sein; ein überaus günstiges Verhälkniß, wonach man auch bei der Ma»n>chaft annehmen darf, daß unter den 600 Mann Verlust sich nicht mehr als etwa 60—100 Todle befinden werde«. Der glorreiche Sieg ist also mit verhällnißmäßlg geringen Opfern erkauft worden, da man bei einem Sturmangriff auf Oie dänische» Fortö sich mindestens auf «neu Gesammtverlust von 1000 Mann gefaßt machen mußte. Nach einem heute srüh auö dem Hauptquartier Graven- stein ciiigegangknen Telegramm wird rer dänische Verlust aus ungefähr 80—100 Olfiziere — darunter todr General du Plat und 2 Obersten — und ungefähr 4000 Mann angegeben. (Ein Telegramm aus Gravcnstein, 18. d., Abends, gibt die Zahl der gefangenen Dänen auf 3000 an, darunter 30 Olfiziere.) Eö ist jetzt schon sicher, daß die Dänen den Krieg auf der Insel Allen fortsetzcn werde», daß ol>o preußischer Seit» der Uebergang über den Al>cner Suud sorcirk werden muß. Berlin, 20. April- Da daö englische Kabinet, ohne Zustimmung der drurschen Großmächte und ohne Rücksicht dar, aus, daß Hr. v. Beust erst in einigen Tage» in Conto» rin» treffen wird, die Eröffnung der Konferenz auf den 20. d. an» beraumt hat und lsteran festhält, so ist der preußische Botschafter angewiesen worden, sich an der Eröffnung der Konferenz nicht zu bctheiligrn. Es heißt, der Lerlrrler Oesterreichs fei ebenso instrulrl worden. Berlin, 21. April. Ein Extrablatt der Kreuzzeilung meldet: Gleich nach der Brückenkopserstürmung wurde befohlen, daß der größte Theil der preußische» Truppen unv deS Be- lagcruiigsparkö nach Jütland adwarfchirr, ganz Jütland zu be>etzcn, unv Fncericia zu belagern. Berlin, 21. April. Se. Maj. der König ist obgerrist, um sich auf den Kriegsschauplatz zu begeben. Wien, 18. April. Dem Vernehmen nach sind Oesterreich uuo Preußen ruchl nur von sich ouS Willens gewesen, sonder» haben sich dem Bunde gegenüber verpflichtet, vor allen Dingen und neben der aeannlstrallvcn Vereinigung auch die pvluische Vereinigung Schleswigs und Holsteins zu begründen, und zu dic>em Zweck eine vereinigte lchlcswig-holsteinische Slänocver>ammluiig inö Ceben zu rufen. Sie haben sich ferner entlchlosie« und anheilchig gemacht — diesmal wesentlich aus Anregung Preußens — eure Kanalverbindvng zwischen der Nordsee uuo Oji,ee >nö Werk zu führe», welche der Schifffahrt aller Nationen ein» für allemal den langen und nicht ungefährlichen Weg um Skagen herum und durch bas Kattegat und den Suud erlparl: r>n Moment, nebenbei auch von so eminent allgemeinem Interesse, daß eö schwerlich verfehlen kann, sich der Unterstützung sämmtlicher Mächte, mit Ausnahme Dänemarks, zu erlreueu. Sw haben sich endlich unter einander und mir dem Bunde dahin geeinigt, als eine der für Denkfch- laiid unerläßlichen Garantien die Erklärung Rendsburgs zur Buiivessestung zu veilangen, und wahrlchkliUich wird zu dieser Forderung noch tie fernere Forderung hinzuireken, daß Kiel der Hasen für die tunliige deutlche Flotte, baß er ein LullteS» KriegShafen werde. Wien, 21. April. Ein Pariser Telegramm der »Preffe» desagl: »Frankreich und England werden bei der Konferenz zunächst einen Waffeniullstanb und sodann tie Umwandlung der Konferenz ln einen eurvpäismen Kongreß beantragen.» , Hamburg, 20. April. Auö dem Brückenkopf vor Sonderburg, Dienstag 19. v.. Mittags, meldet man der „Hamb. Börf.-Hlle.": Von heute Morgen 10 Uhr bi» Abends 6 Uhr Waffenstillstand. Sonderburg soll bis dahin geräumt fein, widrigenlallS eS bombardirt werte» wird. Hamburg, 19. April. Eine telegraphische Depesche aus Flenöourg von heute, 7 Udr MvigenS, an das Komitee zur Pflege brr Verivundeten und Kranktn gibt die Zahl der Verwundeten und Tobten auf 3000 an und requirier bedeutende — 197 — Unterstützung. (Unter dieser Zahl sind offenbar die den Dä- neu Angehörigen mit einbegriffen.) Aus Renvsburg wirb geuieltet: Wränget ist einge« troffen; die Stadl schmückt sich jestlich. Rendsburg, 17. April. An dänischen Gefangenen, die morgen weiter klrigirk werten, langt« n gestern im Kronwerk 115 Mann an und wurden, wie gewöhnlich, im ZollauiibouS einquartiert. Sie waren meistens vom 5. und 6. Regiuicnk. Drei geborene SchleSwigcr und ein Holsteiner wurden sofort in ihre He,mach enilaffcn. Diejenigen Lck'ieswiger und Hol« steiner, die sich nach überstanteiier Dlenstzcit freiwillig alö Stellvertreter haben annchmen lassen, wurten wie dänische Soldaten bchantclr. Kopenhagen, 19. April. Auö der Mittheilung des Oberkommandos: General Duplat, beim Gefechlsbeginn in die erste Linie geeilt, siel schwer verwundet mit dem Stabschef- Major Schon, und Major Rochfen in Feinteehänke. Der größte Theil der 1. Brigade wird vermißt. Die 8. Brigate ist kaum bald übrig. Der Rückzug des rechte» Flügels ging verhälknißmäßig glücklich vor sich, doch nicht ohne beteutenden Verlust. Die Besatzung behauptete den Brückenkopf, diö die Abiheilungen sich gesammelt, und Ausstellung in Alse» genommen hatten, die Brückenkopfskanonen wurden inzwifcbcn von dem überaus heftigen Feuer deS Feindes dcmonlirt. D>e Artillerie der Verfchanchngcn ging verloren. Ungefähr 100 Todte, und 700 dis 800 Verwundere wurten nach Alfen gebracht. Paris, 18. April. Der --Moniteur de l'Algerie" bestätigt heute biö zu einem gewissen Punkt Gerüchte von einer unter den Sütkabylen herrschenden Gährung. Oberst Beau- prekre, welcher mit einer Abtheilung Infanterie gegen die Rebellen auszog, wurke getöttet und seine Infanterie ausgerieben. Nun ist General Marlineau mit einer Kolonne »uf dem Marsch nach Geiyville, dem Hauptsitz ter Gährung. Die Nachrichten auö Algerien lauten ernster alS die ersten Auszüge besorgen ließen. Hier vollständigere Mittheilungen auö rem gedachten Blatte: „Am 7. April campirre der Obrist Beaupretre mit seiner auö 100 Mann Infanterie, einer Eskadron Spahis und Goumö bestehenden Eolonne 5 Stunden (Lleurs) östlich von Geryville. Am 8., um 4 Uhr des Morgens, ward sein Lager durch zahlreiche Eorpö von Reitern und Fußvolk angegriffen, an deren Spitze Si-Selimann stand. Seit dieiem Tage fehlen Nachrichten vom Obristen; er soll durch einen der ersten Schüsse verwundet und seine Infanterie uahezu vernichtet sei». Auch Hauptmann Tbibaut und Lienie- nank Pcrin von den Spahiö wären gefallen. — Nachschrift. Eben (Abend des 13 ) „»gekommene Nachrichten lassen keinen Zweifel über das Schicksal des Obristen Beaupretre. Derselbe fiel >m Gefechte vom 8., ebenso Haupkmann Jönard, Chef deö aiablsche» Bureau von Tlaret. — Der Häuptling deö Aufiiaiideö, Si-Scllmann, blieb gleichfalls im Treffen. Sein jüngerer Bruder, Sl-Mohammed, befindet sich mit den Insurgenten.Eonliiigcnlcn zu Bou-Alem, 20 Stunden östlich von Geiyville. London, 17. April. Der gestern statlgehabte Empfang Garibaldis im Eriliallpalaste war glänzend. Es waren 30,000 Personen versammelt, darunter Mitglieder des Parlaments und der Aristokratie. Das italienische Eomite überreichte Garibaldi eine Fahne, „uf welcher die Namen „Rom" und „Veneticn" stehen. Garibaldi sagte in seiner Erwiderung, ohne den Bei« stand, welche» er von Lord Paimcrston erhalten, würde Neapel noch in der Gewalr der Bourbonen sein, und ohne den Admiral Mun y würde er nie die Meerenge von Messina haben passiren können; wenn England jemals in Gefahr sei, würde Italien für dasselbe kämpfen. Das italienische Eomite übergab Garibaldi auch einen Ebrencegen. London, 19. April. Garibaldi ist durch die Strapazen seines hiesigen Aufenthalts so angegriffen, baß er auf ärztlichen Rath wahrscheinlich schon nächsten Freitag über Plymouth nach Caprrra zurückkehrt. London, 21. April. Wegen der Abwesenheit des Hrlü v. Beust vertagte sich dir Konteren; nach kurzem Beisammen» sein auf nächsten Montag. Dir Hamburger --Bavaria-- hat Southampton unbelästigt erreicht. sDie Nachricht von der Wegnahme derselben durch die Dänen war also grundlos.) ' Petersburg, 19. April. Die Kaufmannschaft beab- sicktigt, der Regierung die Abschaffung der Ausfuhrzölle vor- zuschlagen, da sie der Handelsentwicklung hinderlich und die Einkünfte daraus unbekeukenb feien. Sfr Selbstankläger. (Fortsetzung.) --Nun,« lächelte der Fremde, ihn unterbrechend, damit der Alte nicht das Thema fvrlsetze, --dann wünsche ich Ihnen mindestens einen Tag gute Laune zum Wurten. Morgen wird es keinesfalls möglich fein, die Koppe zu besteigen, am wenigsten in Gesellschaft von Damcn.-- --Das wäre fatal; was soll man hier in Schmiedebcrg anfangen!-< . Der Fremde zuckle die Achseln. »Eö gibt hier einige Rarilätcusammler,-- sagte er, --die Sie besuchen könnten, Schie» fcrabdrücke aus ter vorsündfluthllchen Zeit, Kiystallbildungen, Mineralien aller Art und Herbarien, das sind die Schätze, welche man hier besitzt, das Beste, die Natur, steht unter Wasser.-- »Sie sind hier in der Gegend ansaßig?» fragte der Baron nach kurzer Pause. "Neu,, aber ich verlebe den Sommer stets im Gebirge; wen» ich mich Ihnen vorstellen darf — mein Name ist Warden.-- . »Ick bi» Baron Horbach — das ist weine Familie, Herr Graf, rücken Sie zu uns heran, trinken Sie eine Taffe Thee, die ist besser alö der Grog und — nehmen Sie mein Zimmer --Thun Sie eö,-- wischte sich jetzt die Baronin inö Gespräch, --wenn Sie es nicht fühle», baß Ihnen ein warmrö Belt iiolv khuk, io werfen Sie einen Blick in den Spiegel.« --Gnäbigsie Frau,-- unterbrach sie der Graf, der bei ihren letzten Worten auffällig errötbele, --ich muß auch Ihre gütige Thciluahme zurückwelsen. Der Spiegel sagt mir nicktö NeueS, wenn ich leidend auösrhe. Daö hak einen andern Grund alS das Wetter.« Er sagte diese Worte mit einem so trüben Ausdruck, daß die Baron,i, fühlte, daß eö unzart wäre, bieS Thema weiter zu berühre»; der schmerzliche Ton, welchen die angeregte Sait» von sich gab, war für VaS Ohr einer Frau genug, um in vaS Innere dieses Mannes zu sehen. Frauen fühlen instinktmäßig, was die Lippe deö Mannes von seinem Kummer verschweigt; man kan« Frauen über Alle» täuschen, aber nie über rin verborgenes Leid, nieaialö über de« Grundton der Stimmung seines Herzens. Die Baronin änderte das Thema, daö Gespräch kam auf die Nalurschviihelte» des Gebirges, und Graf Warden ließ eö sich angelcgeu sein, die Familie auf verschiedene Punkte aufmerksam zu machen, welchen sie einen Besuch schenken sollte. Er schilderte out Farben, welche den Naturfreund verriethrn, und wenn er auch stclS den wildromantischen Parthien den Vorzug gab und diese mit besonderer Vorliebe auöwalte, so verlor sein Anilitz doch im Lause deö Gesprächs den Ausdruck der Schivcrmulh und entwickelte eine so angenehme Unterhal» tllngsgade, daß man ihn kaum wiedrrerkannte und sich un- willtürlich fragte: was veranlaß» diesen Mann, des Sturm und Wetter die Einsamkeit der Berge zu suchen! — ES war auffallend, daß er die Badeorte kaum zu kennen schien, auf - 198 — tie 'Frage M WorottS, ob er Riefen ober Jenen kenne, er, «vieverte er ein kurze» Nein, und gestand endlich, baß er seine Fußwanderungen stet» allein zurucklege und keinen Uingang suche. «Sie zerstöre» mir eine Hoffnung,« lächelte der Baron, während seine Damen den Graten am neugierigem Jnlereffe beobachteten, «ich dachte, baß Sir sich vielleicht uuö anschließen würden, da Sie koch bei gutem Weiter in die Berge gehen.« «Wenn der Brief,« verbeugte sich Warden, «den ich morgen erwarte, wich nicht abrusk, so bitte ich um die Er- kaubniß, Ihnen die schönsten Parrhien zeigen zu dlusen; ich habe den Weg über den Kamm des Gebirges bis zum Kpnast lange nicht gemacht.« «Vorausgesetzt, daß Ihre Gesundheit eS ebenfalls erlaubt,» lächelte die Baronin zweifelnd. «Dieses Hinoerniß befürchte ich am wenigsten.« Damit erhob sich der Graf, denn der Kellner hatte der Familie angezrlgk, daß ibre Zimmer fetzt bereit waren. Der Baron wiederholte sein Anerbieten nochmals, aber vergebens, bevor er sich mit seiner Familie zueuckzvg. Der Graf schaute ihnen nach, und es war, als ob sein Auge mit besonderem Jntrreffe der älteren Tochier des Barons folgte, schon während teö Gesprächs halte lei» Blick oft verstohlen ihr; sanften Züge betrachtet. «Sonderbar,« murmelte er für sich, als sie jetzt in der Tdüre verschwunden war, «da» Schicksal wirft mir eine Ge» stalt in den Weg, die mein Herz wunderbar anziehl — will es mich mit seinem Schlag veriöhneu, will es mich hinaus- reißen ans diesem trüben Hinbrulen und mir rettend die Hand reichen, oder soll di« Wunde nur frisch bluten! Ist es Hohn, der mich neckt, zeigt es mir Sonneusche««, damit ich mein Elend um so tiefer fühle? Auch Jene hatte das sanfte Auge, Beide glichen einander wie zwei Blulven von einem Strauch, hier die Farbe nur frischer wie im Bild der Gegenwait, dort verblichen unter einem düsteren Schatie», wie das Bild der Erinnerung.« Das Auge des MannrS, der dieses stille Selbstgespräch führte, starrte düster vor sich bin, es lag etwas Unhelmiiwe» in seiner funkelnbrn Giuth, und doch hatte Niemand vor ihm gezittert. Niemand Argwohn gefaßt; man sah es lum an, daß er Leiden ertragen, aber keine Heiden verurfacheu kv»»le. Las trocken gewordene Haar lag wild auf Schlafe und Nacken, bedeckte die halbe Stirn. Die Kleidung war durch das Wet» ter in Unordnung gerathen und hing schlaff am Körper herab, daS Auge starrte »n finsterem Bruten, und dom Halle ciefe Erscheinung etwas ungemein Anzehences, man fühlte Lheil» nähme für das Seelenleide», reffen unverkenlldarer Stempel sich hier zu tief eingedrückt hatte, als baß irgend etwas Anderes der Erscheinung seinen Coarakter zu geben vermocht hätte, ja, bas Verwilderte im Aeußeren, welches ter Sturm verursacht hakte, paßte zu dem Ausdruck seines Kopfes; er glich brr Tanne, die vom Sturm zur Erde gebeugt mir los» gerissener Wurzel schwankt — ei» zweiter Stoß wurde sie sur immer vernichten. Graf Warden erhielt durch einen glücklichen Zufall noch am späten Abend rin Zimmer, aber er hatte Recht, wen» er wenig Werth darauf legte. Die Folgen der kviperlichen An» strengungen waren es nicht, vor denen seine Natur zu beben hatte. Die Erscheinung des jungt« Mädchens, die ihn so »igenihümlich angezogen, wirkte Mit Fiedergewalr aus die seit langer Zeit erkünstelte Ruhe seiner Seele. (Fortsetzung folgt.) i Reclainc. Indem der Unterzeichnete der ihm gewordenen Aufforderung nackkomm«, den allbekannten Daubitz'ichen Äräuter-Liqueur einem sachverständigen Gutachten zu u»terwerfen, geht er von der Vormkiuulig auS, daß, wie die Geschichte lehrt — viele Neu» eulligen, die bei ihrem Erscheine,, mit Achselzucken, Zweifeln und selbst Lächeln begrüßt worden, sich im Laufe der Zeit alS überaus ächtungs- und anerkenuenswerth erweisen; und baß also Nicht» ln der Welt für zu unbedeutend erachtet werte» darf, um ein Gegenstand wiffenschaftlicher Untersuchung Behufs Erforschling der Wahrheit zu sein. So ist denn auch der Daubih'sche Kräuter-Liqueur von mir schon seit längerer Zeit vielfach untersucht unv erprobt, temzusolge aber in een geeigneten Fällen meinen Paneine» empsohir« und tu seinen Wirkungen beodachiet worden. Auf Grund dieser Thatsachen kaun ich nunmehr über dieses Haus- mikiel folgendes Gutachten abgebe«. Der Dauditz'sche Kräurer-Liqueur ist rin weingeistiger Extrakt aus bloße,, Pflanzenstoffcn, tdeilS aromatische biirere, theilö auilöseiibc bilkerc, theilö erregende und stärkende, sämmt- Iich nicht allein durchaus unschädlich, sonder» auch an und für sich dem Körper heilsam und zulrägli b. Grate in der ihnen gegeveoe« Zuiammensktzulig, tu dem geringen Quantum der einzeluen Stoffe und der oster wirderholren Gabe, die eine Folge der Liqueursorm ist, wirkc« die Ingredienzen io der Art, daß sie den Appetit anrrgrn, den Magensaft verstärken, bre na urliche, sogeiiaiinle wurmförmige Bewegung des Darm- kanals beschleuiiigen, die Assimilation der Nahrungsmittel, selbst in größerer Quantität, desörkcrn und durch bieö Alles die Vluibittiiug, den Ui quell der Ernährung und Erhalrung des menschttcheu Orgamsmu«, erweitern, beziehungsweise regeln, so daß een Störungen in blesea für das Leben wichtigsten Fuutlivueu des Körpers, woraus sich ein großer Tdeil der «rantheilen herleitek, ihnls vorgebeugk, theils abgeholfen wirb: Zu diese,i Slormigen gehören besonders Mangel an Appetit, Trägheit und Schwache des Darmkanals, die sich theils durch die Neigung zu Verstopsungen, theilö zu Diarrhoe dokumentirt, ferner Ausgel,ubenheit des Leibes, selbst nach geringen Mahl- zeileu, Aufstvtzeu, Uebelkellcii u. dgl. mehr, sowie als unmittel, vare Folge dieser Uebel mit antauernce Verstimmung des Gc- mUlhs, uole Laune, Unlust zur Tbätigkeli u. f. w. Allen dielen Lköruugen nun, sowie den Krankheiten, die sich direkt oder uivlrekt daraus hcrlelien, wird, wie ich überzeugt dl», durch den Dauvlh'schen Kräuker-Llqueur, zufolge der u, ihm euthallenen Pslanzenstoffe vorgebeugk rcsp. abgeholfen, und zwar wegen seiner Liqueursorm ui einer den Begriff deö Mcdieuitreno ausschließenden rein riätetischen Weife, wobei noch zu bemerken, baß der anfänglich dnlerc Geschmack dieses Gelrants in kurzer Zeit zu einem durchaus angenehmen, Verlangen erweckenden wird. Ich will damit durchaus nicht gesagt haben, daß der Dauditz'sche Kräuier-Liqueur rin Rcmediuw gegen alle Krankheiten >ei, soubetn nur, daß sei» angemessener, nicht allzu regelmäßiger Gebrauch zufolge feiner Wirkung auf rie Funktionen der Verbauungsorgane sich als ein guleS HauSMiliel gege». viele aus den Siörungen deö VerdauungSprozeffrS rrilstl Uebel rrwelsen wild. Berlin, den 1. Januar 1884. irr. Krlebel, prakt. Arzt. i Pistolen dto. Preuß. Holt, i »st.-Stücke Randdukalen rankfurter Lourfe. ». io'A iiy* 9. 5 b y,‘vy t 9. 449'/. 5 . 33 '/,-- 34 '/, ii»-zra»k-Lt»cke 9. 29 24 (Sngl. «ouverain« it. 45-49 Russische Imperialen 9. 40 42 Dollars in Gold 2 . 27-28 Rebigirt, Druck und Beilag rau D. Pfisterer in Heidelberg.