tr UüMote. Verkünd ungsblatt der Großherzogl. Bezirksämter und Amtsgerichte Sinsheim und Neckarbischofsheim. ■ Ql. Samstag, den 21. Mai 1864. [428] * .,^ r Das Aufführen und Zubereiten deö Slraßen-Matcrialö betr. Nr. 5389. Die Bürgermeister des Bezirks werden angewiesen, das im Straßenbau-Etat aufgenommene Material pro 1864 für Nne,j-t,aikung der Bizinalstraßen unfehlbar längstens bis 1. Oktober d. I. aufführen und zubereiten zu lasse». 4 den 17. Mai 1864. Großhcrzoglich bad. Bezirksamt. Otto. [429] Die Vornahme der Hundsmusterung berr. Nr. 5400. Die Hundsmusterung wird wie folgt angeortnet: Mittwoch 1. Juni früh 7 Uhr in Dühcen, 11 Uhr in Eschelbach, Freitag 3. Juni früh 8 Ubr in Mickelfeld, 11 Uhr in EickterSheim, Eamsrag 4. Juni früh 8 Uhr i» Waldangelloch, 11 Uhr in Hilsbach, Montag 6. Juni früh 8 Uhr in Sinsheim, Dienstag 7. Juni früh 8 Uhr in Edrstädk, 11 Uhr in Grombach, Mittwoch 8. Juni früh 8 Ubr in Weiler, Donnerstag 9. Juni früh 8 Uhr in Efchelbronn, 11 Uhr in Neidenstein, Freitag 10. Juni früh 8 Uhr in Äirchardl, 11 Uhr in Bockschatt, Sawerag 11. Juni früh 8 Uhr in Daisbach, Montag'13. Juni früh 8 Uhr in Reihen, 11 Uhr in Stei'nsfurth, Dienstag 14. Juni früh 8 Uhr in Rohrbach, 4 Uhr Mittags in Rohrbach, Mittwoch 15. Juni früh 7 Uhr in Hoffcnbeim, 11 Uhr in Zuzenbausen. DieS wird mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß Thicrarzk Oswald dahier dabei functionrre» wird. Die Bürgermeister haben sogleich und wenigstens drei Tage vor der Musterung durch Umsagen und am Tage der Musterung selbst die Gemeinden hievon zu verständigen und dabei zu bemerken, daß: Der Besitzer eines Hundes oder einer Hündin, welcher dieselbe bei der Hauptmristerung nicht vorführt, in eine Strafe LeS tor -sltcn Betrags von der daneben noch zu erhebenden Taxe verfällt werde, wovon jedoch die Besitzer solcher Thiere befreit find, nrbnn die Letzter» daö Alter von sechs Wochen noch nicht erreicht habe»; -2) für jeden Hund 4 fl. und eine Hündin 2 fl. und für diejenigen, welche zur Sicherheit oder zum Gewerbstrieb unentbehrlich' sind 1 fl. 30 kr. resp. 1 fl. zu bezahlen sind. Von dem Tage der Hundsmusterung sind die Steuererheber in Kcnntniß zu setzen. HliiShelM, den 17. Mai 1864. Großhcrzoglich bad. Bezirksamt. Otto. Müller. [432] Die Vornahme der Hundömusterung pro 1864 betr. An die Bürgermeisterämter des Amtsbezirkes: Nr. 4638. Zur Vornahme der Haupkhundömusterung pro 1864 werden folgende Tage festgesetzt, wobei sich Thirrarzt Zim- «ermann zur bestimmten Stunde einfinben wird: Mittwoch 1. Juni Vormittags 9 Uhr auf dem Helmhofe mit Mühle, Nachmittags 1 Uhr in Neckarbifchofsheim, Donnerstag 2. Juni Vormittags 8 Uhr in Untcrgimpcrn und Mühle, Nachmittags 2 Ubr in Hasselbach mit Ober- und Untcrbiegelhof, -4 Freitag 3. Juni Vormittags 8 Uhr in Obergimpern mit Mühlen, Nachmittags 2 Uhr in Wagcnbach mit Eulenberg, Samstag 4. Juni Vormittags 8 Uhr in Babstaot, Nachmittags 2 Uhr in Treschklingen, Montag 6. Juni Mittags 12 Uhr in Sicgelsbach mit Mühle, Dienstag 7. Juni Mittags 12 Uhr in Hüffenhardl mit Mühle und Wüsthausen, Mittwoch 8. Juni Vormittags 8 Uhr in Rappenau, Nachmittags 2 Uhr auf der Saline, Donnerstag 9. Juni Vormittags 8 Uhr in Bargen mit Mühle, Nachmittags 2 Uhr in Wellenberg, _ 4 Freitag 10. Juni Vormittags 7 Uhr in Hclmstadt mit Mühle, Nachmittags 2 Uhr auf dem Weiler- und Engclhof, Samstag 11. Juni Vormittags 8 Udr in Reichartöhauscn mit Mühle, Nachmittags 2 Uhr in Epfenbach, Montag 13. Juni Mittags 12 Uhr in Waibstadt, Dienstag 14. Juni Vormittags 8 Ubr in FlinSbach mit Mühle. Die Bürgermeisterämter haben sogleich und wenigstens 3 Tage vor der Musterung durch Umsagen und am Tage der Musterung selbst die Gemeinde hievon zu verständigen unv dabei zu bemerken, daß: 1. Der Besitzer eineS Hundes oder einer Hündin, welcher dieselbe bei der Hauptmusterung nicht verführt, in eine Strafe deö doppelten Betrages von der daneben noch zu erhebenden Tare verfällt werde, wovon jedoch die Besitzer solcher Thiere befreit sind, die daS Alter von 6 Wochen noch nicht erreicht haben; 2. für jeden Hund 4 fl. und eine Hündiii 2 fl. und für diejenigen, welche zur Sicherheit oder zum Gewerbebetrieb unentbehrlich sind, 1 fl. 30 kr., resp. 1 fl. zu bezahlen sind. Von dem Tage der Hundsmusteruiig siud auch die Steuererheber in Kenntniß zu setzen. NeckarbischofSheim, den 18. Mai 1864. Großherzoglich bad. Bezirksamt. Schupp. Erbvorladung. [4331 Nr. 2481. Wilhelm Lader von Steinöfurkh, seit mehr als 10 Jahre an unbekannten Orten in Amerika abwesend, ist kraft Gesetzes als Erbfolger zur Ver- laffenschafk seiner verstorbenen Mutter, der ledigen Katharina Lader von Steinefurth berufen. Derselbe wird mit Frist von drei Monaten zur Erblhcilung seiner obengcnaiiii, ten Mutter mit dem Bedeuten hiermit öffentlich vorgeladen, daß im Nichterscheinungssalle die Erbschaft nach der hinter« laffencn letztwilligen Verfügung und überhaupt so werde vertheilt werden, wie wenn er» der Vorgeladene, zur Zeit des Erban- sallS nicht mehr am Leben gewesen wäre. Sinsheim, den 9. Mai 1864. Großherzoglich bad. Amlörevisorat. Steinmetz. 1430] Michelfeld. Bauarbeit-Vergebung. Montag den 30. d. M. Nachmittags 2 Uhr werden auf hiesigem Rathhause folgende Bauarbeilen versteigert: I. Der Kostenüberschlag über Aufführung eines neuen FcuerspritzenhauseS beträgt a. Maurerarbeit 331 fl. 29 kr. b. Steinhauerarbeit 131 fl. 32 fr. c. Zimmerarbeit 29 fl. 2 kr. d. Schmicdarbcit 10 fl. — 502 fl. 3 fr. II. Die Reperatur am evang. Schulhause dabier beträgt a. Maurerarbeit 70 fl. 20 kr. b. Steinhauerarbeit 41 fl. — c. Tünckerarbeit 119 fl. 15 kr. d. Schlofferarbeit 7 fl. — e. Schremcrarbeit 15 fl. — 252 fl. 35 kr. Die Pläne und Kostcnübertchläge liegen auf dem Rathszimmcr zur Einsicht offen unv können die Sleigcrungsliebhaber solche täglich einschcn. Michelfeld, den 17. Mai 1864. Bürgermeister Dreher. Bender, Rthschr. Neues ärztliches Urtheil über die Vortrefflichkeit des N. F. Daubitz'schen Krauter-Liqueurs, ächt zu haben bei dem Erfinder deffelbrn, und in den aukorisirten Niederlagen bei Critfl Lac. Stutzmann »I Sinsheim und Ferd. Webergatt in Rappenau. [4311 Die durch eine bebrütende Anzahl authentischer Zeugnisse belegte und dadurch erwiesene Wirksamkeit des R. F. Daub itz',chen Kräuter-Ligueurs, dieses Hausmittels bei veralteten Leiden der Verdauungswerkzeuge und deren Folgen, wie Magenschwäche, Uedelfeik im nüchternen Zustande, Brechneigung, habikliellem Sodbrennen und Magendrücken oder Magenkrämpse, sowie Trägheit der Gedärme, ferner der dadurch bedingten Verlangsamung der Bauchcirculotion einem im gemeinen Leben als Hämorrhoidalleiden bekam,len Zustande, steht mit den beilwiffenschasllichen Regeln und Grundsätzen ui vollem Einklang. Wir sehen in diesem GesundheitSIiqueur, welcher allein die heilsamen Grundstoffe verschiedener bitterer, aromatischer und leicht purgirender Pflanzen in reinem Alkohol ausgezvgen enthält, eine sehr glückliche Eombination digestiver, gelind reizender unv tvnisirender, endlich ekkoprotischcr Wirkungen rei», in möglich kleinstem Raume darge» stellk, daher auch seine Wirkung conceiilrlrl, kräftig und zuverlässig. Es setzt demnach die Wahl solcher Stoffe, den wohlthäkigcn Einfluß des in Rede stehcnoeii Hausmittels auf Verdauung, kurz auf die gesommre Ernährung, außer allen Zweifel und begründet den vollen Anspruch aus das Vertraue» deö Publikums. Wien, den 28. Dezember 1863. Dr. I. Camondo, Mitglied der Mediciiiischen Fakultät. [29] Der weltberühmte, vv» viklkii Autoritäten bestens empfohlene me- liorirte weiße Bruft-Tyrup von H. Leopold & Co. in Breslau ist in Flaschen zu 25 und 12'4 Sgr. nur allein acht zu haben bei Herrn Carl-Fischer n Sinsheim, und Herrn A. I. Wittmann in Waibstadt. " j* j. ® ------ 9 9 = 9© g ©2 © WS1 ® iz =3 ^ «u Q 3-l H ir- « 'S S 16 -HZ r* J2 Xi Ua fiS) [435] Eulenhof bei Sinsheim. Münchener Lipatenbräu (Lagerbier) hat fortwährend im Ausschank V. Mütter. Lehrlings-Gesuch. [434] Ein braver junger Mensch wird in ein lebhaftes Handluiigögeschäst in dir Lehre gesucht. — Nährres bei Herrn w. C. 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Daffelbe wurde dem Raffaelc De Luchi tortsclbst übertragen, dem von Seile der königl. italienischen Regierung daö Erequaiur erlheilt worden ist. 2) Bekanntmachung des großh. Justizministeriums. Die Einführung der neuen Strafprozeßordnung betr. Letztere hak die döchstlandesherrtiche Bestätigung erhalten und tritt zugleich mit der neuen Gerichtsverfassung in Wirksamkeit. Die amtliche Ausgabe der Strafprozeßordnung ist im Verlage der Ehr. Fr. Müllcr'schen Hofbuchbandlung dahier erschienen. 3) Bekannt, machungen des großh. Ministeriums des Innern, a) Die Frequenz der Gelehrten- und höheren Bürgerschulen im Schuljahr 1862/63 betr. h) Die Erlheilung der Apokhekerlicenz an Hermann Spinnhirn von Äonstanj betr. 4) Bekannimachung des großh. Finauzmiiusteriumö. Den Zustand der Wltkwen- kaffe für die Aiigestellren der Zivilstaats-Verwaltung im Jahr 1863 betreffend. Karlsruhe, 18. Mai. Heute tagt in Bruchsal die Versammlung von Lorständen süddeutscher Strafanstalten. Eine große Anzahl derselben ist bereits eingctroffen, auch zahlreiche andere Gäste, darunter aus Moabit, aus der Schweiz je. Morgen besuchen die Herren die weibliche Scrasanstalt in Kißlau. Heidelberg, 18. Mai. Heute früh 10 Uhr ereignete sich auf dem neuen Bauplatz des Herrn Maurermeisters Looö nächst dem Hotel Schrieder dahier ein Unglückesall, welcher drei Menschen bas Leben kostete. Es sollte nämlich daö Bret« ter-Gerüst aus dem daselbst neu erbauten Brunnen heraus genommen werden, meßhalb ein Arbeiter in den mit Grubengas angefülltcil Brunnen stieg, aber nicht wieder heraus kam, diesen zu retten stieg ein zweiter, der Ballier Schönig von hier, hinab, kam aber cbaitalle nicht wieder unt> diesem folgte rin dritter, welcher nach zweimaligem Versuch in der Tiefe dcö Brunnens liegen blieb. Heidelberg, 16. Mai. Auch unter den hiesigen Ka- tbvliken cirkulirt eine Akrrffe zur Unterschrift, die unter Anschluß der Mannheimer Vcrtraucnserklärung an den Hrn. Präsidenten des Ministeriums des Innern, Dr. Lamey abgehen wird. Von Seiten der Gegner der Schulreform war bereits vorher eine Liste in Umlauf gesetzt worden, um Unterschriften gegen diese Maßregel zu sammeln. — In einigen Wochen wird der hiesige Gesangverein --Liedcrkranz" sei« 25jährigeS Stiftungsfest feiern, und zwar, fo viel man vernimmt, im Bandhaufe (der Ruprechtshalle) deS Schlosses. Die benach, barten Sängergeskllschoften werden hierzu cingeladen. AuS Baden. Ein specieller landwirkhschafilicher Verein von größeren Gutsbesitzern, der feine Hauptthätigkeil in Abhaltung von Wandcrvcrsammlungen setzen wird, ist im Ent- stehen begriffen. Viele angesehene Männer haben ihren Beitritt zugesagt. Die erste Versammlung soll in Freiburg gehalten werden. München, 16. Mai. Dem Vernehmen nach hat eine große Anzahl Mitglieder der Kammer der Reichsräthe an Frhrn. v. Beust >» London titj Schreiben gerichtet, in welchem ' sie die Erwariung auösprechcn, derselbe werde die schleswig* holsteinische Angelegenheit nur im echt deutschen Sinne bei der Konferenz vertreten. Frankfurt a. M., 17. Mai. Die »Südd. Zeilung« schreibt: Dem preußisch-sächsischen Scparatabkommcn in der ZoUsrage ist, wie man uns aus Berlin schreibt, bereits ein welkeres mit Baden gefolgt, welches am verflossenen Freitag zum Abschluß gebracht wurde. Berlin, 18. Mai. Die ministerielle Norddeutsche Allg. Zkg. vom gestrigen bestätigt die Nachricht der englischen Blätter, es hätten Oesterreich und Preußen in der letzten Eonserenz» Sltzuag erklärt, sie betrachten den Vertrag von 1852 nicht mehr für verpflichtend. Berlin, 19. Mai. Der Kronprinz wurde gestern zum kommaridrrrnden General des zweiten Armeekorps ernannt. Feldmarschall v. Wraugcl üiurde in den Grafcnstand erhoben. Prinz Friedrich Karl erhielt dem Vernehmen nach bas Oder- tvmlnando in den Herzogthümern. Wien, 15. Mai. Fast mit Bestimmtheit glaube ich Ihnen nunmehr melden zu können, daß die Einigung zwischen Oesterreich und Preuße» über daS Programm ihrer gemeinsamen, in der Eouserenz geltend zu machenden Forderungen seit gestern in alle» wesentlichen Punkten erzielt ist. Somit ist eS wohl möglich, daß dieses Programm einer Friedensbasiö be» rellS in der nächiten Sitzung vor die Confcrciiz gebracht wird. Ich darf hinzusuge», baß Frankreich und auch Rußland davon Kcnntnlß haben u„d im Ganzen daö Programm der Alliirlen billigen. Wien, 18. Mai. Man telegrapliirt der --Frkf. Post« Ztg.»: Die in der gestrige» Sitzung der'Londoner Konferenz vorgelcgke österreichisch.preußische Friekrnspropostlivn verlangt in aUgemelneil Gruntzügen vollständige Autonomie der Herzog- lhümer, Personalunion, materielle Garantien, und Wahrung deö StandpUlikkcö des Deutschen Bundes bezüglich der Suc- ccssioiissragc, weßhalb Hr. v. Beust der Propvsition beistimmte. Rußland ist terselbe» nicht abgeneigt. Hamburg, 16. Mai. Der Kronprinz von Preußen empfing hier den Besuch deö Herzogs Friedrich und stellte den« selben auch seiner Gemahlin vor. Hamburg, 18. Mai. Die «Börsenhallc» von gestern weldei: Eonireadmiral Teffetthof erklärt die Nachricht, daS englische Kriegsschiff »Aurora-- habe manöorirt, um die Fregatte --Schwarzenberg» von der alliirken Flotte zu trennen» für unwahr. Die «Aurora» lag bi« zu Ende des GcfechtS unter Helgoland vor Anker. Paris, 19. Mai. Der --Moniteur-- kündigt an, daß Hr. v. Beust am Freitag in Paris erwartet werde. Von der polnischen Grenze, 17. Mai. Wie die Gutsbesitzer des Warschauer Gouvcriicweuts, so haben auch die Gutsbesitzer der anderen Gouvernements Lvyalitätöadrcflen an de» Kaiser und deren Ueberscndung nach S«. Petersburg durch Dcpulalioiien beschlossen. London, 18. Mai. Dir Konferenz hat in ihrer grstn» gen. dreistündigen Sitzung keinen Schritt zur Lösung der deutsch- dänischen Frage gemacht und sich bi« zum 28. d. M. vertagt. 242 — Gin versunkenes Vallfeft. Cs war im Sommer 1780, alö der stattliche Dreimaster „Royal George" vo« 84 Kanonen nach zweijähriger Abwesenheit aus der Spirdeav vor Äufer ging. Man brauchte einige Wochen, um das stolze Schiff von -en Spure» der langen Reise zu befreien; aber nachdem es wieder schmuck dalag und sich majestätisch auf den Fluthen wiegte, da faßte der Commandanl den Beschluß, de» Oifizleren der auf Svttbeav versammelten Flotte und cen Rotabliitäken von Portsmouth einen großen Bail an Boro des „Royal George" zu geben." DaS Schiff batte feinen Sonnkagsputz an, deßgleichcn feine gefammte Bemannung, uno der Eommandant erwartete in seiner Galla-Uniform die herrannahende» Gäste. Wahrend ein auserlesenes MusikcorpS seine rauschenden Fanfaren ertönen ließ, glitten, vom schönsten Wetter begünstigt, die Staats- darken heran, welche eine Elite von Herren und schöne» Domen auS Portömoukh, Portsea und von der Insel Wight her- beifüdrten. Eine Stunde später war der Ball in vollem Gange. ES herrschte doö prächtigste Werter, eine schwache Brise kräuselte kaum die Oberfläche deS fast spiegelglatten Meeres. Oben auf dem Verdecke des prachtvollen OrlogschiffeS war Alles Lust und Freude; die Mauzenden Paare drehten sich in raschen Kreisen, und rundum saßen plaudernd und s i rrjniD dir Nicht.'anzenden. Auf allen Lippen sah man das Lächeln deS ungeschminkten Vergnügens. Der Himmel schaute mit seinen großen blauen Augen heiter auf daS frohe Menschengewühl herab und sandte, um den Genuß auf den Gipfelpunkt zu bringen, eine verstärkte Brise, welche die vom Tanze erglübten Schönen wobllhuend anwehtc. Dieser Luikbauch, welcher nicht stärker war, um die Windharfe in deö Capitäns Cajüre sanft ertönen zu lassen, reichte indessen hin, um durch die auf de» so leicht beweglichen Ele» Nienke entstaiiteue kaum bemerkbare Bewegung das Glnchge- wicht deS Schiffes i» soweit zu stören, daß eine Lage schwerer Geschütze, welche man zur Vermehrung deS Raumes >n die geöffneten Stückpforten vorgeschoben halte, ohne sie unvorsichtiger Weise — durch das windstillk Wetter verfuhrt — fest- gebunden zu haben, alle zugleich mit .Blitzesschnelle nach der entgegengesetzten Seite rollten, wodurch der „Royal George" im Augenblick auf die Seite gelegt wurde. Ein einziger herzzerreißender Schrei, in welchem die allgemeine Freude und Lust in einer einzigen schaurig-gräßlichen Dissonanz erstarb, hallte klagend über die Gewässer zu den Nächstliegende» Schiffe». Die riesigen Maste des „Royal George" neigten sich schnell hinab biö zum Spiegel deö Meeres, welches seine Wellen, wie um seine gestörte Ruhe zu rächen, durch die offenen Stückpforten in die rnncre» Räume sendete. — Noch ein Schwanken und eine zweite Fluth strömte ,n den mächtigen Bauch des Schiffcö. Einmal noch hob sich der stattliche Bau in leirier ganzen imposanten Größe, aber nur, um zum letzten Male die Umrisse seiner herrlichen Formen za zeigen. Dan» begann das Schiff, rmmer tiefer versinkend, tu raschen Wirbeln einen schrecklichen Tanz. Roch einige Sekunden und e6 schoß, mit allen den Tau, sende», die mit todteSbleichen, irren Zügen — den Himmel vergebens.um Rettung anstehend — sich in den Tauen krampfhaft angeklammcrt hielte», in den unergrüiidllchcii Abgrund hinab. Ueber ihm aber schloß sich hoch aufschäumend in lautem, grausigen Gurgeln für immer der schwarze, gähnende tzchlund. Wenige Minuten hatten bingerricht, die schreckliche Katastrophe zu vollenden, so daß die von den naheliegenden Schiffen abgesandtrn Rettungsboote bei ihrer Ankunft nur noch einen weuhin wallenden Ring sahen, der in kreisförmig * Strudel Alles, war ihm zu nabe kam, in dir Flurh hinabz Nur krei gute Schwimmer hatten sich gerettet; alle klebrig«, vc,fiele» mitten im Jubel der tellsten Lust dem Meere Raub. DirS ist die Geschichte deS --Versunkenen BallfestcS Thif dem Royal George--, wie sie von drei Geketteten seiner Zeit der Admiralität berichtet wurde. Miszellen. * Der „Great-Eastern." Der Koloß des Meeres, welcher seinen Besitzern so viel Enttäuschungen und so große Muhen verursacht hat, der „Great-Eastern." wird hoffentlich seine nächste gewichtige Aufgabe ausnahmsweise mit besricpi« gendereui Erfolge ersülle» als man bisher von ihm zu erwarten gewohnt ist. Er ist dazu auserlesen worden, daS Kac-el des lranöatlaiililchcu Telegraphen dem Grunde der See a».,a- vcrkrauen. Dieses Kabel wirb der Berechnung nach über'S Jahr um diesen Monat vollendet sein; eine Frist, deren Länge zu der Länge des Taues in entsprechendem Verhältnisse ch^t. Der „Greai-Castern" bietet Raum genug für die Unierbring.^g des gauzen Kabels, ein« große Etlelchierung für Cie Legung «nc dazu ist bas große Schiff weniger Schwankungen unterworfen, als die früheren kleineren Fregatten, welche daö Kabel trugen, wodurch die Senkung gleichmäßiger und ohne je* wellige übergroße Tension des Taues auegeführt werde» kaifl«. * Deutsches Spital in Paris. D>e Fürstin Metternich uno die Kraue» der drutschcii Gesandten i» Paris, sowie deutsche Frauen von dorther richten an alle deutsche Frauen einen Ausrul zur Tveilnabme an einem Bazar mit Lotterie, oder zur Sammlung vo» Geschenken und Geldbeiträgen, auch örtlicher Lotterien, deren Ertrag zur Verpflegung scher Kranker, oder wo möglich zur Gründung etueö teutse. Krankenhauses in Paris verwendet werde» soll. A»S dem deigeschloffeiieii Ausweise ist zu entnehme», baß im vorigen Jahre vom deutschen HllfSverein in Paris 76 Angehörige bO» schiedener Staaten Deutschlands, am meisten Hessen, Baylvu und Picußcii, dann auch 276 Oesterreichrr ciitwedcr moiiaki,.,,. oder wöchentliche Unterstützung, ärztliche Behandlung und Mc- dicaaienie, oder freie Reise in die Heimarh erhielke». 13,fh, P>u»d Brov wurden an deutsche Arme vertheilk. * Ein schreckliche- Unglück ereignete sich vor einigen Tagen an Borv deö Dampfschiffs »Leinster Laß» von Drogheda ur Irland. Während der Uebcrfabrt von Drogheda nach Liverpool löste sich die schwere Pumpenstange los, stürzte in den Schlffödoden und brach darin eine Oeffiuing, wodurch das Wosser stromwkise eindrang. Die Rcisklidcn wurden von einem panischen Schrecken ergriffen und ein Theil derselbi sprang >n die Rclluugöbooke, welche im Angendlick überf-nt tintergingen. Etwa 50 Personen ertranken. Mittlerweile wurde dem zwischen Dublin und Liverpool kursirenten Dampfer --Tor« scha-- die Gefahr signalisirt, welcher »och zeitig beilegen ko»n um die andern Reisenden, welche sich nicht vom augenblickliche» Schrecken hatten Hinreißen lassen und auf dem Schiff geblieben waren, zu retten. Lraitkfurter Eoursc. Pistole« 9. »>-42 bto. Preuß. 9. 58-47 Holl. 10 si.-Stücke S. -»9-50 Randdukaten 5. 33'/,-'34% 20-ärank-Ltiickc 9. 24-25 Engl. SouverainS IV. 50-54 Russische Imperialen 9. 42 44 Dollars in Golr 2. 27-29 Redigut, TiuU m;i» Uif'Iüjj sun Ä. Pfisterer in Heidelberg.