n Uilndbotr. Verkündungsblatt der Großherzogl. Bezirksämter und Amtsgerichte Sinsheim und Neckarbischofsheim. Jtä 106. Samstag, den 3. September 1864. l 748 j Die außerhalb der Staaisanstalten besindlicheu Geisteskranken betr. Beschluß. Nr. 9248. An sämmtliche Bürgermeisterämter des Amtsbezirkes: Dieselben werden angewiesen, die nach § 4 der Verordnung Großb. Ministeriums des Innern vom 27. März 1863, Central, Verordnungsblatt Nr. 6, vorgeschrlebcne Anzeige, längstens bis zum 20. September d. 2-, anher zu erstatten. Sinsheim, 1. September 1864. Grvßherzoglich bad. Bezirksamt. , Otto. [ 749 ] Die Bildung der Geschwornenliste betr. Beschluß. Nr. 9243. An die Gemeindcrälhe des Bezirks: Nach § 52 des Gesetzes vom 5. Februar 1851, Reg.«Blatt Nr. 9, und Z 51 der Vollzugsverordnung vom 7. März 1851, hier im Lause des Monats September die Urlisten der Geichworcnen aufzustrllen und längstens bis 15. Oktober sammt den erforderlichen Bescheinigungen hierher clnzusendcn, worauf die Gemclndcräthe zur Nachachtung hiermit aufmerksam gemacht werden. Sinsheim, 1. September 1864. Großherzoglich bad. Bezirksamt. Otto. Bekanntmachung. 1747] Die Wahle» tu den Orlöschulrath dahier betr. Die Liste über sämmtliche Wahlberechtigten, das find alle verheiralheten und ver- witlwcten Männer der evangcl. Schulgemeinde dahier, und die Liste aller Wählbaren, dgö find alle mindestens 25 Jahre alten Ortöeinwohner derselben, sind auf dem Ge» mcindehauö dahier öffentlich aufgelegt. Dies wirs mit cem Anfügen bekannt gemacht, daß Einsprachen gegen die Listen binnen acht Tagen bei dem Gemeindcralb angebracht werden müssen. Waldangelloch, den 1. September 1864. Gemeinderath Bürgermeister Hagmaier. Grimm. (i" Orisschulrathö-Wahlen find zu haben in der Buch, druckcrel von D. Pfisterer in Heidelberg. Urtheil. [746] Nro. 7655. Sinsheim. 2» Sachen Anna Maria Ganzhorn, geborne Reichert in Eschelbronn, gegen ihren Ehemann Jakob Heinrich Ganzhorn allda, VermögcnSabsondcrung betr., wird auf gepflogene Verhandlung zu Recht erkannt: »Es sei das Vermögen der Klägerin von jenem ihres Ehemannes abzufon- dcrn und habe Letzterer die Kosten zu tragen.» V. R. W. Sinsheim, den 31. August 1864. Grvßherzoglich bad. Amtsgericht. F. Beck. Denk. Sinsheim. Liegenschaftsversteigerung. [750] Nr. 391. Richterlicher Verfügung gemäß wird der Anton Krciö Witlwe von hier als Vormünderin der Anna Kreis von da Mittwoch den 5. Oktober d. I. Nachmittags 2 Uhr auf dem Rathhause dahier die Hälfte einer zweistöckigen Behausung mit Anbau und Garten in der äußeren Vorstadt dahier gelegen, tarirt zu 400 fl. öffentlich versteigert und der endgiltige Zuschlag ertheilt, wenn der Schätzungs- Preis oder mehr geboten werden wird. Sinöheim, 3t. August 1864. H e l d l i n g, Notar. [752] Sinsheim. Aus der hiesigen Actien-Baumschule können >m Laufe deö Herbstes 4—600 schöne und wnrzelreiche Äepfel- und Birn-Hochstämme von den anerkannt besten und für die Boden- und klimatischen Verhältnisse der hiesigen Gegend geeignetsten Wlrlhschafts, und Tafelobst- sorten, für deren Richtigkeit ga- ranrirt wird, abgegeben werden. Nähere Auskunft über den Preis, die Sorten und die Verwendbarkeit der Bäume ertheilt Herr Carl-Fl scher hier. Sinsheim, 1. September 1864. Die Actien-Baumschulen-Gesellschaft. [672] Den Herren Mühlenbesitzera bringe mein wohl affortirtes Lager in Seuteltuch und Gurt in empfehlende Erinnerung X L. Murr in Waibstadt. Tuch & Bilkskirr. Es wurde mir von einem der ersten Häuser der Commissions-Verkauf in Rock-, Hosen- und Westenstoffen aus Musterkar, len übertragen, und halte mich zu geneig» ten Aufträgen hierauf zu den reellsten Preisen ergebenst empfohlen. 1751] m. X Jeitz. Waibstadt, im September 1864. [754] Sinöheim. Schmiedekohlen, Stück- und Flammkohlen bester Qualität, auf Verlangen auch in das Haus geliefert, mit reeller Bedienung von ^_E. Speiser [753] Sinöheim. Strickwolle aus reiner Schafwolle, eigene Fabrikation mit ächten Farben, sowie Terneaur, und verschiedene Sorten Wolle bei E. Speiser. - 424 — Erklärung. [738] Der Unterzeichnete ist bereit, die von ihm dem Metzger- Meister Ludwig Schick von Sinsheim und seinen Schwiegereltern, den Gg. Adam Müller'schen Eheleuten von Daisbach, unterm 23. d. M. auf dem Weg von Sinsheim nach Daisbach zugefügte Beleidigung zu widerrufen, da ich einfehe daß ich unrecht gethan habe. Daisbach, den 23. Auq. 1864. David Burkhard. Verputzrohr, frifchgebrannten Gyps St hydr. Kalk be|ie Qualität bei [674] 3. £. Marr in Waibstavk. [715] Sinsheim. Von einem bedeutenden Handlungshause ist mir der Verkauf von Mo-rrvaaren übergeben, bestehend in den neuesten Rvck- uiio Hosenstoffen, sowie in Damenkleiderftoffen. Ich besitze hierin die Muster in reichhaltigster Auswahl mit deigesrtzten festen Preisen, und können dieselben auf Verlangen zur gefälligen Ansicht und Auswahl inö Haus besorgt werden. Es bittet um zahlreiche Aufträge J. Cahn. [697] Neuerfundener Altenburger Polierstvff (Putzpulver), sehr zu empfehien. Ernst Jac. Stutzmann. Tabellen über die außerhalb der Staatsanstalten sich befindenden Seelengestorten und Epileptischen sind zu haben in der Buchdruckerei von D. Pfister«« in Heidelberg. Steinkohlen- sowie Pflanzen- theer en gros & en detail billigst bei [673] 3. L. iftarr in Waibstadt. Neue Häringe u. Sardellen eingetroffen bei [686] Ernst 3(tc. Stuhmann. [695] Frische Gewürze und Südfrüchte empfieblt Ernst 3ae. Stutzmann. Lnr Geschichte des Eagrs. Karlsruhe, 3t. Aug. Für die Wahlen in den Ortö- schulralh sind durch eine Verordnung des Ministeriums des Innern vom 20. d. folgende Vorschriften gegeben worden: Die Wahl erfolgt mittelst geheimer Slimmgebung. Erstere wird durch eine Wahlkommissioü geleitet, welche aus dem Bürgermeister, dem Ralhfchreiber als Protokollführer, dem ältesten und jüngsten Mitglied des GemeinderathS als Uzkundö» Personen besteht. Jeder Wahlberechtigte muß persönlich erscheinen. Wahlberechtigt sind alle verheiratyeken und verwitt- weten Männer der Schulgemeinde und alle mindestens 25 Jahre alten Ortseinwohner der betr. Konfessionen. Die Wahl als Ortsschulrathsmikglied kann nur dulch genügende Entschul- digungsgründe abgelchnt werben. AIS solche gelten: 1) Das zurückgelegte 60. Lebensjahr, und 2) die Dlenstführung als OrlSschulrath während einer gesetzlichen Periode für die näch." stc» 6 Jahre. Die Gewählten werben durch das Bezirksamt verpflichtet. Bei Wahlen in den Ortöfchulralh für eine gewischte Schule wird die betr. Zahl aus jeder Konfession durch sämwtliche Wahlberechtigte in einer Abstimmung vorgenommen. Karlsruhe, 1. Septdr. Laö heute erschienene Regierungsblatt Nr. 40 enthält (außer Personalnachrichten): I. Verfügungen und Bekanntmachungen der Ministerien. 1) Bekanntmachung des großh. Miiiisteriumö des Großh. Hau- seö und der auswärtigen Aiigelegenheiteii: Die Erappeukou- ventivnen zwiscken Baken und Preußen und zwischen Bade» und Oesterreich betr. 2) Bekanntmachungen des großh. Ministeriums des Innern: ») Die Hauptagentur der Dreöd.ner Feuerversicherungs-Anstalt betr. Darnach wurden an der Stelle des Kaufmanns Theodor Gärtner in Mannheim die Kaufleure August Baum und Franz F>Icher daselbst, ,v lange sie ern gemeinschaftliches Geschäft unter der Firma: „Baum und Fischer" führen, als Hauptagenten für die Dresdener FeuerversicherungS. Gesellschaft ernannt und als solche bestätigt, b) Die Beför,Irrung des Gemeinbewaldes >» Au, Ä. Durlach betr. 3) Be. kanntwachungen des großh. Handelsministeriums: a) Den Bau einer stehenden Brücke über den Rhein zwischen Mannheim und Ludwigshafen betr. b) Die Errichtung einer Landwirth« schaftS-Kaffe betr. II. Todesfall. Gestorben ist: Am 18. August d. I. der Hauptmann Mar. v. Weinzierl vom Armeekorps IN Freiburg. Karlsruhe, 31. Aug. Wir erfahren so eben, baß Se. Majestät der König von Preußen die Insel Mainau heute Nachmittag verlassen und mit dem Zug um 3 Uhr 40 Minuten von Konstanz die Reise noch Baden fortgesetzt hat. Allerhöchstderseide wird in Freiburg übernachten und hat sich jeden feierlichen Empfang verbeten. Heidelberg, 26. Aug. (Hdg. Zrg.) So lange das südliche Baben als ein Theil Vorderösterreichö zu dem katholischen Karserstaale gehörte, stand die Schule unter weltlichen Aufsehern oder Schulvisikalvren, insbesondere während der glorreichen Regierungen Maria Theresia'S und ihres Sohnes Joseph. In Freiburg, Säckingen, Rottenvurg und Alldorf fungllten Evmmiffäre für die Schulvisitationen, dir untergeordnet waren einem kaiserlichen Rache und Schuloberaufseher. Der Prvftctvr der Universität Wien wird in amtlichen Erlassen des 15. Jahrhunderts --oberster Schulmeister der Hochschule-- genannt, weiches damals ehrende Präbicat ein jetziger Prorcctor als höchst seltsam und sonderbar sich verbitten würde. Als iw Anfänge dieses Jahrhunderts ein großer Theil Vorderösterreichö an Baren kam, wurden von der protestantischen badischen Regierung Schuliiispcctoren bestellt und eingeführt, welche dem geistlichen Stande angchönen; es war dies eine allbadifche, aus der Rcsormalivnözeir herrührende Einrichtung. Die vom Staate angestellren Deeane bestanden neben den erzbischöflichen und selbst für den Religionsunterricht hakte der Herr Erzbischof nur eine Milaufsichl. Durch landeöherr- Nche Vorschrift wurden die Pfarrer angewiesen, in den Schulen den Religlonsuiiterncht zu enheilen. Denn auch hier handelt eS sich um ein unveräußerliches Hoheitsrecht des Staa, tes, welches er rechtlich jederzeit besessen hat. Wenn, wie baS in einigen Fälle» vorgekvmmen ist, die Erlasse und Weisungen der kirchlichen und weltlichen Schulbehörde in einer Frage der Oderschulaufsicht contrav>clor«s ch sich gegenüber stehen, so müssen die geistlichen den vom Staate eingesetzten Beamten folgen und gehorchen. Es har u> dieser vielbesprochenen Angelegenheit die Regierung unseres Großherzogs Friedrich nicht nur Gerechtigkeit, sondern auch Billigkeit geübt: die Kirche ist in ehrenvollster Welse zur Mitleikung der Schule berufe» worden und nur vom Parteigeist verblciidetc Zeloten und Fanatiker verkennen und läugiien es. Wen« nach genauer Grenz- berichligung Klarheit, Mäßigung und ruhige Besonnenheit zu- rückgekehrt sein werben, wirb, >o Gott will, auch der giftige consessionelle Hader schwiliven. Heidelberg, 1. Sept. Gestern hat wieder ein hiesiger Siudent sein Leben durch Erschießen beendet. Nach den uns von Freunde« desselben gemachten Mitlheilungen und Vorgefundenen Briefen geht hervor, baß derselbe abermals daS Opfer cuieS sogenannten amerikanischen Duells geworden. Brief an einen seiner Freunde. Hrn. Kaufmann W. hier. --Heidelberg, 31. Aug. Lieber Freund! Mit Bedauern muß ich Dir hiermit gestehen, daß ich gestern nicht Vir rernr Wahrheit gesagt habe. Ich hatte jedoch meine gute Absicht dabei, denn ich wollte Dir gestern noch nicht verrathen, daß ich schon — 425 — um mein Leben gewürfelt habe. Am Sonntag habe ich das feierliche Ehrenwort gegeben und sogar mit einem Gelübde bekräftigt, falls ich verliere, wein Leben beschließen zu wollen. Lieber Freund, Du wirst mich nicht mehr lebend sehen,. . . . da ich nur 3mal 24 Stunden Frist habe (von Sonntag an). Lebewohl, mein lieber, guter W. Dein Freund Pirmin Wilhelm.« Ein anderer Brief wuroe zerriffen aus seinem Tisch gefunden. (Adresse nicht angegeben. Vermuthlich an seinen früheren Chardelträger.) «Heidelberg, 29. Aug. Lieber Freund! Leider ist es so, wie ick Dir gesagt habe, aber Die Art und Weise des Duells ist etwas schauerhasleö. Ich habe mein Leben im Würfelspiel verloren. Du.kein Herz, wie cs.(das Stückchen, auf dem diese Worte standen, ging verloren) nock bei keinem meiner Freunde gefunden habe. Lebe wohl. Dein Freund, der Dir für alle Deine Güte herzlich dankt, Pirmin Wilhelms- Heidelberg, 30. Aug. Am 5., 6. und 7. September wird hier die 7. Versammlung der deutschen Ingenieure statt- finbcn. Nach dem Programm wird unser Stadtrath am Moo« ta fl . den 5. Scptbr. eine bengalische Festbeleuchtung der großen östlichen Seite der Schloßruine in einer Lange von mehr als 300 Fuß veranstalten, wo der von Friedrich dem Siegreichen erbaute und von Friedrich II. vollendete achteckige Thurm, der gleichfalls von letztgenanntem Fürsten erbaute «Neue Bau«, der «Otlo-Heinrichö-Bau«, sowie der „Bibliotheksthurm" rc. beleuchtet werden. Folgt bann bis Nachts 12 Uhr in den zur Schloßwirlhschafl gehörigen Schloßgarlen-Anlagen italienische Nacht. Mannheim, 30. Aug. Auf die Morgenthau'schcn Flch- tennadel-Cigarren har nun auch das bayrische Ministerium für Handel und Gewerbe ein Patent für den Umfang dieses Landes ertheilt. Eon stanz, 28. Aug. Heule ist der wieder erstandene Ludwig, als Rorschack umgetauft, stattlich aufgeputzl und reichlich beflaggt, schwer beladen auf einer Lustfahrt von Rorschach ,n den hiesigen Hafen eingelanfen. Er wurde freundlich de- grüßt durch Geschützessalven und Aufhrffung der Flaggen und erfreute sich während seines mehrstündigen Aufenthaltes bcö theilnahwvollsten Besuches von Jung und Alt. Seinem unglücklichen Gefährten Jura ist, wie es scheint, kein gleiches Aufcrstehungsfcst möglich. München, 30. Aug. Se. Maj. der König Ludwig I. wird, von seiner Villa in der Pfalz zurückkehrend, übermorgen Abends wieder hier eintieffen. Wien, 28. Aug. Der König von Preußen hatte an die ihm zu Ebren nach Wien gekommene Ehrenkowpagnie seines 34. Infanterieregiments 148 Stück Dukaten vcrtheilen lassen. Jecer bei dieser Kompagnie zugelheille Offizier erhielt den Rothen-Adler-Orde», der Hauptmann der Kompagnie den Kroiienorden, während die zwei Unteroffiziere das allgemeine Ehrenzeichen erhielicn. Der erste Gencraladjutant Sr. Maj. des Kaijers erhielt vorgestern von dem König von Preußen zu dem bereits ihm erlhcilken Rothcn-Adlcr-Orbcn das Großkreuz mit den Schwertern in Brillanten zugesandt, eine Auszeichnung der seltensten Art. Paris, 28. Aug. Der Hutmacher, bei dem in LimogcS das Feuer auübrach, welches beinahe die ganze Stadl zerstört hätte, ist verhaftet worden. Es soll schwerer Verdacht auf ihm lasten. Paris, 29. Aug. Der Kaiser geht erst morgen nach Chalons. — Nach Berichten auS Tunis vom 21. haben sich vierzehn Stämme unterworfen, während vierzig in Aufstand verharren und die Entlassung des Kasnadars verlangen. London, 29. Aug. Von der Verhaftung deS der Ermordung Hrn. Brigg'S verdächtigen Franz Müller ist noch keine Kunde hieher gelangt. Am 16. b. ist die «City of Manchester" drei Tagereisen von Neu-Iork einem Schiffe begegnet, welches dem Segelschiffe „Victoria", an Bord dessen sich Müller befinden sollte, der Beschreibung nach aufs genaueste entsprach. Die „Europa", deren Ankunft stündlich erwartet wird, dürfte ihn vielleicht schon als Gefangenen an Bord haben. Turin, 30. Aug. Die Verhaftungen dauern in Trient und Vrneticn fort. ES geht das Gerücht, die Polizei habe Depots von Waffen, Munition und dreifarbigen. Fahnen entdeckt. Neu York, 22. Aug. Das Corps Grants nahm am 19. Stellung an der Weldoneisenbahn. Es wurde überrascht und mit 3000 Mann Verlust zurückgeschlagen, erhielt aber Verstärkung und nahm seine Stellung wieder. Mit in das Vrab. Erzählung von Friedrich Friedrich. (Fortsetzung.) Ein Lächeln glitt über deS Richters Gesicht. „Sie halten meine Vermuthung also nicht für so sehr unwahrscheinlich?" fragte er. „Durchaus nicht!" erwiderte Burkart. „Weßhalb haben Sie dieselbe noch nicht verhaften lassen?" „Weil ich noch nicht den geringsten Beweis gegen sie habe. Ich darf mich durch bloße Vermuthungen nicht zu weit hinreißen lassen. Vollständig unerklärbar bleibt es ja noch immer, wie sie in den Besitz von Grunerts Büchse gekommen wäre. Ein Verdacht gegen sie stieg allerdings sofort in mir auf und wurde durch bas Verhör, welches ich an demselben Tage mit ihr anstellle, noch gesteigert. Sie war zu ruhig für ein Mädchen, dessen Verlobter ermordet ist und doch lag in ihrer Ruhe wieder viel Gezwungenes, Unnatürliches. Sie machte den Eindruck großer Schlauheit und Berechnung auf mich und deßhalb muß ich gegen sie ganz besonders vorsichtig sein. Ich werde »ichtö erreichen, wenn ich offen gegen sie verfahre, denn dann wird sie doppelt auf ihrer Hut sein. Schon bei dem Verhöre fiel eö wir durch eine hingeworfene Bemerkung von ihr auf, daß sie den Verdacht auf einen Andern zu leiten suchte, auf Karsten, ohne daß sie ihn nannte. Sie wußte offenbar, daß er an dem Abend im Walde gewesen war." „Ich muß Ihnen in jedem einzelnen Punkte Recht geben," erwidcite Burkarl, „und dennoch halte ich eS für unmöglich, baß eine Frau eine solche That begehen konnte. ES widerstreitet dem Charakter eines WcibeS." „Eines wirklichen Weibes gewiß," fiel Roth ein, „allein vergessen Sie daö Eine nicht, hat einmal eine Leidenschaft in der Brust einer Frau Platz gegriffen, so tritt sie auch viel schroffer und rücksichtsloser als beim Manne auf. ES gibt Gottlob unter den Frauen nur wenige Verbrecher, allein die unnatürlichsten und blutigsten Verbrechen sind von Frauen ausgeübt." „Und was wollen Sie gegen sie beginnen?" fragte Burkart. „Ich weiß es selbst noch nicht," entgegnete der Richter. „Sie wissen, weßhalb ich so vorsichtig sein muß. Ich habe noch so wenig Beweise gegen sie in Händen, um eine Haussuchung bei ihr vornehmen lassen zu können, und bin auch überzeugt, daß dieselbe ohne jeden Erfolg sein würde. Auch ihre Dienerschaft mag ich nicht vernehmen, um zu erfahren, ob sic an dem Tage in dem Walde gewesen ist." „Soll ick nachforschen?" erbot sich Burkart. „Thun Sie daö, aber seien Sie vorsichtig. Sie müssen es schon deßhalb sein, weil ich mich immerhin in weinen Ver» wulhungen leicht irren kann, und ich möchte auf keinen Unschuldigen den öffentlichen Verdacht lenken." Burkart versprach eö. Er war zum provisorischen För» — 426 — Loose sind folgende Haup.» gewinne gezogen worden: Nr. 21,016 40,000 fl., Nr. 28,331 10,000 fl. Nr. 35,757 7000 fl. Nr. 85,713 5000 fl. Nr. 5641, 8105, 82,180, 86,728 ü 1500 fl. Nr. 3956, 7535, 50,172, 60,637, 70,239, 77,095, 96,173 « 1000 fl. /rankfur Pistolen S. 41'/,-42'/, »to. Preuß. 9. 56-57 Holl. IVst.-Stücke S. 49-50 Randdukaten 5. 34-35 er Course. 2V-Frank-St>lcke g. 26-28 Engl. Souverain« I I. 49-53 Russische Imperialen 9. 43-45 Dollar« in Gold 2. 27%<28% Redigirt, Druck und Verlag von D. Pfisterer in Heidelberg.