Kttdbetk. Verkündungsblatt der Großherzogl. Bezirksämter Sinsheim und Eppingen. und der Großherzogl. Amtsgerichte Sinsheim, Neckarbischofsheim und Eppmgen. J/o 146. Dienstag, den 6. Dezember ' 1864. Bestellungen auf den Landboten, welche bei den Großh. Postanstallcn und Postboten gemacht werden wollen, werden auch im Laufe deS Quartals noch angenommen. VeKanntmnchung. [1101] Den Gebrauch des Stempelpopiers in Vormundschaftssachen betr. Nr. 1065. Wegen häufig verkommender unrichtiger Anwendung des Stcmpelpaptcrö in Sachen der höheren freiwillige« Gerichtsbarkeit steht man sich veranlaßt, bekannt zu machen, daß zwar nach § 8 dcö Gerichtösportel- und Stempelgesetzeö alle Parteien das vorgeschriebenc Stempelpapier zu ihren Eingaben zu verwenden haben, baß jedoch die Berichte der Bürgermeister, Gemeinderätbc und Waisenrichtcr nach § 11 jenes Gesetzes stempelfrei sind. Sinsheim, 3. Dezember 1864. Großherzogliches Amtsgericht. Der Gerichlönvlar. Fischer. Bekanntmachung. [1100] Es wird anmit zur allgemeinen Kenntuiß gebracht, daß gemäß Verfügung großh. Bezirksamts vom 25. v. M. Nr. 8375 und 8363 die Anordnung, wonach sämmtllche Hunte mit Maulkörben versehen sein müssen, zurückgenommen sel, baß dagegen nachstehende bczirkspolizeiltche Vorschrift erlassen sei: § 1. Die Besitzer größerer Hunde aller Art, mit Ausnahme der Hühnerhunde und der Schäferhunde, während letztere zum Hüten der Schafe verwendet werden, haben dafür zu sorgen, daß solche nicht ohne wohlbefcstigte Maulkörbe, welche das Beißen unmöglich machen, frei herumlaufcn. § 2. Gleiche Verpflichkung haben auch die Eigenthümer kleiner Hunde, sowie von Hühnerhunden und Schäferhunden, von welchra^ihnen bekannt ist, daß sie Neigung zum Beißen haben. § 3. Wird ein Hund der bezeichnetcn Art ohne Maulkorb herumlaufend ange» troffen, so hak der Eigenthümer gemäß § 103, Abs. 3 des P.-St.-G.-B. eine Geldstrafe bis zu 5 fl. verwirkt. Eppjngen den 1. Dezember 1864. Bürgermeisteramt. _Höchst etter._ Zu herabgeschten Preisen: % breite Poii de Chevre per Elle 12 kr. V* » dunkle Kattun per Elle 13 kr. */* " Lüstern. Doppellüsterp.E. 15 kr. */« u. % breite Kleiderstoffe p. E. 18 kr. % breite Poppelin und Halbsci- denzeug per Elle 24 kr. Farbige Seidenzeuge per Elle . 30 kr. Schwarze Noreen per Elle . . 20 kr. bei Leopold Apfel. Muster werden keine abgegeben. U099] 11Ü98J Mosbach. Straßenbauvergebung. Nr. 913. Die Herstellung einer neuen Straße von Buchen nach Hettingen- bcuern soll im Soumi>sionswege vergeben werden. Veranschlagt sind die Arbeiten: I. Ablhelluug nächst Buchen, 401 Ruthe lang: a) Erdarbciten .... 3149 fl. 27 kr. b) Brücken und Dohlen. . . 1580 fl. — kr. c) Fahrvahnherstellung . . . 1284 fl. 2 kr. d) Schutzanstalten .... 300 fl. — fr. Summa: 6313 fl. 29 kr. II. Abtheilung nebst Hcttingenbeuern, 639 Ruthen lang: a) Erdarbciten .... 1716 fl. — kr. b) Brücken und Dohlen. . . 861 fl. 35 kr. o) Fahrbahnherstellung . . . 2702 fl. 53 kr. d) Schutzanstalten.... 150 fl. — kr. Summa: 5430 fl. 28 kr. Summa ganze Straße: 11743 fl. 57 kr. Die Angebote, welche längstens bis zum 21. d. M. portofrei, versiegelt, mit der Aufschrift "Straßenbauvergebung" versehen, emzureichrn sind, müssen in Prozenten des Voranschlags gestellt werden und haben sämmtllche Arbeiten in einer oder der andern oder in beiden Abkheilungen zusammen zu umfassen. Vormittags 11 Uhr an oben erwähntem Tage findet die Eröffnung der An« geböte auf unserm Bureau hrer stakt, wozu die Soumittenten mit dem Bemerken rin« geladen werden, daß bis dahm Plane und Kostenüberjchläge jederzeit zur Einsicht bereit ltegcn. Mosbach, 1. Dezember 1864. Großh. Wasser- und Straßenbau-Inspektion. gez. Schmitt. Zu Weihnachten empfehle ich mein reich affortirteö Lager in Spiel- und allen Arten Galanterie Waaren, und lade zu der nun beendeten Weihnachtsausstellung ergebenst ein. Ed. Winter, [1096] 32, östliche Hauptstraße in Heidelberg. ^achschtlder zu Vemeinderegtstrn- sind vvrräthig in der Buchdruckerei von D. P fi st«r»« tnren iu Heidelberg. 604 — [1097] Mit ächten Tyroler und allen andern Sorten Peitschen ist aufs reichhaltigste assortirt 3 Wmelin jung. Sattler ' in Sinsheim. Seegras, Sprungledern sowie Gurt u. s. w., en gros & en detail empfiehlt [959] 3. £. Mare in Waibstadt. Petroleum-Lampen sind in großer Sendung wieder einge- troffen bei [1084] Ernst 3ac. Stutzmauu. Forlen, Eichen & Tannendiele, geeignet zu Stoßtrögen, sowie fcrtlgr Stoßtröge bei [958] 3. 4T. Marr in Waibstadt. Schellfische, Speck- und Bratbückinge bei [1085] Ernst 3ar. Stutzmaua. Citronat unv ^Orangeat, grünen und schwarzen Thee m vorzüglicher Qualität empfiehlt [1086] Ernst 3ar. Stutzmann. 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Während des gestrigen Tages/und im Verlauf der letzten Nacht blieb der Zustand der hohen Kranken unverändert.^ Karlsruhe, 1. Dez. Der in dem berichteten Pistolenzweikampfe schwer verwundete Offizier ist gestern gestorben. Heidelberg, 2. Dez. In dem Ausschußsaal des hiesigen Ralhhauscs fand gestern die Eröffnung der landwirth. schaftlichen Schule durch Hrn. Regierungsrach Dr. Rau auö Karlsruhe statt. An dieser Eröffnungsfeier betheiligten sich die Spitzen des StadlrathS und des landwirthschaftl. Vereins, Herr Direktor Proi. Weber, daS gesammre Lehrerpersonal der neuen Anstalt, viele Freiäide der Landwirthschaft und mehrere Väter der Schüler. Herr RegierungSralh Dr. Rau wies in einer längeren Rede die Nothwcnvigkeil und Nützlichkeit der landwirthschaftl. Bildung und vermehrter Intelligenz nach, dankte, Namens unseres Handelsministeriums der hiesigen Stadt für die anerkennenswerthe Unterstützung, welche sie der Errichtung dieser Anstalt angedeihcn ließ und sprach seine Freude darüber aus, daß diese Schule eine so freudige Ausnahme Seitens unserer Landwirthe gefunden habe. Der Direktor deö landw. Vereins, Hr. Dr. Herth, begrüßte Namens feines Vereins dieses neue Institut und sagte demselben jede Hülfe und Unterstützung zu. Die Zahl der Schüler beträgt äugen, blicklich 17. Mögen diese junge» wackeren Leute eö an Fleiß nicht fehlen lassen, damit sie recht bald >m Stande sind, den Nutzen dieser neuen Anstalt mit gutem Erfolg ins praktische Leben überzutragen. Glück auf! Heidelberg, 2. Dez. DaS soeben erschienene Adrcß. buch der Universität Heidelberg weiSt 767 Skudirendc, 49 Personen reiferen Alters und 21 konditivnirende Ehirurgen unv Pharmazeuten auf, im Ganzen 837 an den Vorlesungen Theilnchmende. Unter diesen sind 492 Ausländer unv 245 Inländer. Mannheim, 1. Dez. In de» bis 13. d. beginnenden Eckwurgerichtssitzungcri des 4. Quartals kommen folgende Fälle zur Verhandlung: 1) Dienstag den 13. Dez., gegen Peter Schendin von Ilvesheim wegen Tödtung; 2) Mittwoch de» 14. Dez. gegen Georg Göppele von Wackershofen, wegen Brandstiftung; 3) Donnerstag den 15. und Freitag den 16. Dez. gegen Nikolaus Rumbach von hier, Wendelin Dahl von hier unv Franz Krieger von Weinheim, wegen Diebstahls, und gegen Peter Müller von hier, wegen Begünstigung; 4) Samstag den 17. Dez. gegen Johann Knapp von PeterSthal, wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit; 5) Montag den 19. Dez. Vormittags gegen Georg Adam Kaiser von Hornbach, wegen ähnlichem Vergehen; 6) Nachmittags gegen Jakob Stell von Lobenfeld, wegen versuchten gefährlichen Diebstahls; 7) Dienstag den 20. Dez. gegen Anna Maria Flamann Wittnse von Rohrbach, wegen Meineid; 8) Mittwoch den 21. Dez. und Donnerstag den 22. Dez. gegen Christian Hetlinger, Martin Hertlein, Heinrich Samstag, Georg Wächter, Julius Wächter, Philipp Frank von Wölchingcn und Georg Michael Hertlein von Rudvlzhasen, wegen Tödtung. München, 2. Dez. Esistanzunehmen, daßv.d.Pfordlen wieder als Minister emireten wird. Kassel, 30. Nov. Ein hiesiger Arbeiter hat heute, ohne daß man die Ursache dazu kennt, seinen 3 Kindern den Hals abgeschnittcn und sich dann erhängt. Berlin, 1. Dez. Kürzlich hat sich hier ein nachahm» ungswürdiger Verein gebildet, ncmlich ein Baarzahlungsvercin, deffen Milgiiedcr sich verpflichten, vorzüglich Handwerkerrcch- nungen sofort zu bezahlen. Düsseldorf, 1. Dez. Die »Düffeld. Ztg.« schreibt: »Heule Morgen passirte Hierselbst ein schreckliches Unglück. Es sprang nämlich der Kessel der vor Kurzem von Bingen hlehcr gebrachten, im Rheine der Neustadt gegenüber liegenden Dampf'Baggermaschinc. Sechs Arbeiter wurden mehr oder weniger erheblich verletzt, zwei werden noch vermißt. Köln, 1. Dez. Das 1. rbeinische Infanterieregiment Nr. 25 wird morgen nach Schleswig abrücken. Dresden, 1. Dez. Sachsen rüstet und bewaffnet sich bis an die Zähne, die Gelder in den Kaffe» werde» hierher gebracht und von allen Seite» strömenZdie beurlaubten Soldaten herbei; warum weiß eigentlich Niemand, man sagt eö geschehe deßhalb weil Preußen größere Truppcnmassen in und um Berlin konzentrirl. Dresden, 4. Dez. Die 25. Wandergcsellschaft deutscher Land« und Forstwirthe soll vom 25. Juni bis 2. Juli dahier abgchalikn werden. , Hamburg, 1. Dez. Sämmkliche verfügbare Eisenbahnwagen der dannover'schen Bahn sind für den 6. Dez. nach Harburg beordert. Hamburg, 2. Dez. Die »FlenSb. Nordd. Ztg.» bringt einen ÄommiffariatSerlaß vom 29. Nov., welcher den fchleS« wig'schen Beamten verbietet, an politischen Demonstrationen, insbesondere an solchen die Erbsolgefrage präjudizirendrn theil- junehmen. Altona, 29. Nov. Heute Mittag erschien eine Abtheilung preußischen Militärs, welches den Befehl auSführen sollte, die Hannoveraner von der Hauptwache abzulösen. Eine große Menschenmenge war zusammengcströmt. Da aber die hannö» vrische Wachmannschaft ihre Posten nicht ablöste, obgleich etwas zurückgedrängl, und die Hauptwache nicht übergab, er, hielten nach einer Halden Siunoc die Preußen Beseht wieder abzuzichen. Troppau, 1. Dez. Der Exkönig von Neapel hat die Herrschaft Odran in Mähren für eine Halde Million Gulden gekauft. Bern, 2. Dez. Der Bundesrath zeigt an, daß für den 7. d. Baden, Württemberg und Bayern offiziell zusagten, De- legirte zu den Handelsvertragsverhandlungen abzuordnen. — Die frazöstsche Regierung har eingewilligt, alle europäischen Regierungen zur Tclegraphenkonferenz einzuladen. Kopenhagen, 2. Dez. Der König von Dänemark wirb auf seiner Reise in Jütland allenthalben mit Jubel begrüßt. Petersburg, 30. Nov. Ein kaiserl. Ukaö hak die Leibeigenschaft in Transkaukasien aufgehoben. Newyork, 16. Nov. Präsident Lincoln geht mit Friedensgedanken um, und der französische Gesandte unterstützt ihn darin. Während des furchtbaren Sturmes, der Kalkutta am ö. Okl. hcimsuchte, litt auch die französische Stadt Chanderna» gor so, daß in der Hindustadt, wo 4000 Häuser von der leichten Bauart der Eingebornen, sogenannte „Paillottes», stehen, fast kein einziges aufrecht stehen blieb; auch in der Franzosenstadt litten die aus Stein gebauten Häuser so, daß z. B. das Gouvernewentsgcbäude nur eine Ruine ist und die Archive weithin über Straßen, Kanäle und Strom zerstreut wurden. Von den. Bäumen rings um die Stadt blieb kein einziger aufrecht. Uiüer den Trümmern fand man 7 Tobte; verwundet wurden Viele; an 20,000 Personen wurden gänzlich obdachlos; die Vorräthe in Magazine» und aus Schiffen wurden theilö in alle Winde zerstreut, theilö von de» Flutycn verschlungen. Sklaverei in Amerika, wie sie sich gegenwärtig vor der Welt enthüllt. (Fortsetzung.) Jeden Abend werden nun die Neger auf einen Richtstuhl gebracht. Der Aufseher präsidirt. Haben sie nicht nach seinem Gefallen gearbeitet, oder ist ihre Aufgabe unvollendet geblieben, so werde» sie an einen Pfahl gebunden und hart gepeitscht. Ich habe nie einen gotlesfürchligen Aufseher gesehen oder gekannt, niemals. Als eine Klasse, sind die Aufseher noch schlimmer, als die Sklavenhalter selbst. Sic sind grausam, brutal, der Ausschweirung ergeben, liederlich und profan. Sie tragen stetö eine schwere Peitsche, einen Revolver und ein Bovicmcffer bei sich.,. Dies sind die Handhabcr der Gerechtigkeit der Sklavenhalter des Südens. Natürlich flößen sie ungeheuer« Schrecken ein, und der Schreiber erzählt einen Fall, wo eine Frau am Geißelpfahl aus Schrecken gebar. ES ist kaum nvthig, zu sagen, daß der Aufseher die Skia, ven nach Belieben bis auf irgend einen Grad entkleiden kann. In Louisiana werden die Weiber öfters vor dem Peitschen nackt auSgezogen. Nur schwarze Weiber! mag villcicht mancher Aristokrat von Farbe sich denken. „Ich weiß ein Mädchen, sagte Colonel H., welches in Folge von Witterungseinfluß im Gesicht nicht sehr weiß aussieht; wenn ich eS aber entkleide, um eö zu peitschen, so finde ich, daß es eine so schöne weiße Haut hat, wie meine Frau." Somit pflegen diese Mississippi- Patriarchen augenscheinlich Weiber zu entkleiden und zu peitschen, welche eine ebenso weiße Haut haben, wie ihre eigenen Frauen. Und die Sklave» haben dieses System so gerne, daß „jede Nacht«, wie uns Mr. Aughey sagt, „die Wälder am Mississippi von dem dumpfen Gebelle der Bluthunde wieder. Hallen." Man bedenke stets, daß man annchmen muß, es komme zwischen Virginle» urw auch Südkarolina einerseits, und dem Südwe,krn anderseits, jede Zwischenstufe vor. Mr. Taylor, ein Virginier, dessen Frau in Alabama aufcrzogen war, fuhrt ein Beispiel aus letzterem Staate an, wo ein Meister, welcher mit einem Davongelaufenen nach Hause ritt, ihn mit einer fchweren Peitsche geißelte, bis er auf dem Wege niedersank und nach ein paar Stunden verendete; worauf dieganze Nachbarschaft tiefes Mitleid mit dem Patriarchen bezeugte, welcher einen so werthvollcn Mann verloren hatte, und den Vorfall als eine Warnung für Neger betrachtete, zu Hause zu bleiben und ihrer Arbeit »achzugehen. Am Ende jedoch, jagen Viele, ist der Neger nur ein fauler Vagabund. Er wird bestraft, weil er nicht arbeiten will, wie er lollte. Daß der Sklave nicht so viel vollbringt, wie ein freier Mann, ist eine Thatsache, und zwar eine, worüber ich meiiieslheilö mich freue. Ich freue mich, ich wiederhole es, über die Tharjache, baß die Peitsche und alle ihre Qualen und alle andern Brutalitckten der Sklaverei keine andere Wirkung hervorbriiigen, als die, de» Menschen, wie man es heißt, zu einem „faulen Vagabunden" zu macken. Wir werden später sehen, waö aus ihnen wird, ohne die Peitsche, wenn sie einmal^ als Menschen behandelt werden, durch Menschen, die bas Wort verstehen. Und dennoch ist es Thatsache, daß diese „sanlen Vagabunden" überarbeitet werden. Die Berichte bei" hündischen Aerzte zeigen, neben dem Beweise der Mißhandlung, noch daö häufige Vorkommen eines schmerzhaften Leidens — des Bruches — der wohlbekannten golgen übermäßiger Anstrengung. Dies ist vielleicht besonders der Fall auf den Zuckcrplantagen auf Louisiana. „An eiiie», schönen Soiiutagsmvrgen, sagt Mr. Aughey, stand ich aus dem Damme in Baton Rouge, in Louisiana, und zählte 27 Zuckerhäuscr in vollem Gepläse. Ich erfuhr, baß die Neger gezwungen wurde», 18 Stunden zu arbeiten, und daß man ll-ucn nicht gestattete, am Sonntag während der Walz- zeit zu ruhen. Aus den meisten Pflanzungen haben die Neger rin kleines Stück Land, welches sie am Sonntag bearbeiteten, ^ch habe auf die Sünde hingcwiesen, auf solche Art des Sonntags zu arbeite»; sie schützen aber die Nothwcndigkeit vor. ^hre Kinder, sagen sie, müßten Hunger leiden, wen» sie nicht lhr Fleckchen Land bebauten, und ihre Herren würden ihnen an teincm auder» Tage Zeit dazu laffcn. Aber auch da, wo die Arbeit an sich selbst nicht so streng ist, wird sie dock» erdrückend, durch ihre ununterbrochene Beständigkeit. So wurde auf den Küsteninseln, wo die Arbeitsstunden von Tagesanbruch an bis um 5 Uhr Abends dauerten, kein Unterbrechen der Arbeit für Mahlzeiten gestattet, und der Sklave muß essen, waö er kriegen kann, ohne in feinem Hacken oder Banmwolle- Lejen anzuhaltcn. Und die, welche am meisten überarbeitet werden, sind natürlich die Schwächsten, die, welche eö am wenigsten aushalten können, Weiber und Kinder. Mr. Nordbvft sagt uns in seiner interessanten Brochure „Thee Frectman of South Carolina", daß es dort gebräuchlich war, Weiber bis zum Tage ihrer Niederkunft zur Feldarbeit anzuhalteu; wenn daö Kind zwei Wochen alt war, wurde die Mutter wiederum mit der Hacke an dir Arbeit gesandt, und als die einzige Arbeit ersparende, von Sklavenhaltern eingesührkc Vorrichtung, welche er auf den Inseln gesehen hakte, führt er an, daß auf den meisten Baumwollefel- tern einzelne Pal,«bäume in regelmäßigen Zwischenräumen über daS Feld zerstreut waren, welche dazu bestimmt sein sollten, die Säuglinge unter der Obhut etlicher alter Frauen zu schirmen, bis zu festgesetzieu Stunden die Mütter kamen, um sie zu säugen. Ich kaiin hier nicht mehr thurr, alö auf die Fol- — 606 — u gen solcher Arbeit auf den weiblichen Körper Hinweisen. Ihre schrecklichen Verheerungen werden gezeichnet von Mrs. Butler in ihrer "Residence on aGeorgian Plantatio**, rin Buch, daö ihres Geschlechtes halber jede Hausfrau und Mucker lesen sollte. Aber gewiß werden die Sklaven gut genährt? Niemand braucht daran zu zweifeln, daß dieHaussklave» ebenso gründlich von dem eigentlichen Fett des Landes I.beu, wie irgend ein Bedienter oder Kutscher oder Kellermeister eines reichen Lord in England; und das Nämliche läßt sich mehr oder weniger von allen Sklaven in den Städten sagen. Aber die Masse der Ackersklaven des Südens lebt in ganz andern Verhältnissen. «Denn — sagt Mr. Nordbofk — die einzige Nahrung, welche diese Neger aus den Küsteninseln Südkarolina's von ihren Herrn erhielten, bestand in 15 Pfund Mais per Woche. Auf sehr wenigen Pflanzungen gaben die Meister während der Zeit, wo v e Feldarbeit am anstrengendsten war, noch ein wenig Speck zwei oder dreimal in der Woche. Frisches Fleisch kosteten sie vielleicht ein- oder zweimal im Jahre. Von einer »sehr geizigen Mißuö*. sagten die Neger, daß si« in 3 Jahren nur eine Kuh geschlachtet habe.» In den östlichen erckerbautreibeuden Staaten, wo der Boden allmälig auSgesogc» wird, ist wahrscheinlich ungenügende Nahrung die am häufigsten vorkommende Plage im Loos des Sklaven. (Forts, folgt.) Land- «nd H^usrvirthschast. Zweckmäßige Bienenstöcke. Von angehenden Bienenzückte/n wird gewöhnlich eie Errichtung eines eigenen Bienenhauses als erstes Erforserniß betrachtet. Diese Ausgabe ist aper in den meisten Fällen eine ganz überflüssige. Die Erfahrung hak nemlich gelehrt, daß die Bienen besser gedeihen, wenn die Stöcke nach der alten Methode einzeln oder in Gruppen an günstigen Orten im Garten aufgestellt werben. Dies hat neben der Billigkeit auch »och den Vorrheil, daß man ihnen von allen Setten leicht beikommen und deshalb alle Operationen an ihnen ungehindert vollziehen kann. Mtszetlen. * Auf der Breslau-Pofencc Bahn ereignete sich am 24. Nov. bei Gcllcndorf das Kuriosum, baß durch ein geöffnercö Coupecfenster dcö dahlnrollendrn Zuges zuerst eine Lerche und gleich darauf ein Sperber hereinschoß. Legrerer wurde gefangen und an den zoologischen Garten in Breölan abgeliesert. * In Dresden hat sich dieser Tage ein Artillerist durch einen Pistolenschuß gctödtet. Die,er Selbstmord entspringt, wie die »DeSkn. Nachr." erfahren, aus den leider auch in Deutschland eitirelßelideii Gesetzen eines sogenannte» amerikanifchen Duellö, welches bekanntlich zwischen zwei Erzürnten die Bedingung stellt, daß Derjenige, welcher beim Loosen den schwarzen Papierstreifen ober eie schwarze Kugel zieht, sich binnen einer gewissen Frist eigenhändig daS Leben nehmen, gewöhnlich erschießen muß. Die Ursache un vorliegenden Falle war folgende: Der freiwillige auS dem Leben gegangene Soldat verkehrte oft in einer größeren Restauration, wo er sich die Liebe des daselbst befindliche», sonst sehr achtbaren Schenk» mädchcns zu erwerben suchte. Gar bald aber fand sich ein Nebenbuhler, der gleiche Absichten hegte. Die Eifersucht kam ins Spiel; die beiden Männer gerietden aneinander, die Forderung geschah, wie es heißt, vou dem Nebenbuhler, und so traf den Heimgegangenen das schwarze LooS. Der Name deS Gegners aber kam nicht über seine Lippen, er beobachtete darüber ein unverbrüchliches Schweigen, ihn band ein seinem Gegner gegebener Eid. * Ein« neue Art Postmarken ist soeben in Newyork pa« tentirt worben. Sie ist aus Goldschlägerhaut gemacht, die sehr zäh und dabei so dünn ist, daß der Druck aufßbeiden Seiten fast gleich gut gesehen werden kann. Die Marke wird deshalb auch auf der gedruckten Seite gummirt, und Zeichnung, Schrift und Ziffern scheinen deutlich durch und find, da der Druck ein verkehrter ist, vollkommen lesbar. Zum Druck selbst wird eigens präparirte Farbe angewandt, die, sobald man die Marke abzulösen versucht, sich ebenfalls von dieser löst und aus dem Brief hängen bleibt, während sich der Stoff der Marke ganz farblos abhebt. Eine verartige Marke kann natürlich nicht zum zweiten Male benutzt werden, was man von den jetzt gebräuchlichen nicht gerade sagen kann. Den besten Beweis hiervon lieferte vor Jahren schon Herr Jobard, Inspektor des Jndustriemuscums in Brüssel, denn er landte dem Generalpvstmeister in London eine Postmarke, die er gegen zwanzig Mal, auf ebenso vielen Briefen, versuchsweise benützte, ohne daß die Post nur eine Ahnung davon hatte. Das dürste ihm bei der neuen Art Marken doch wohl schwer werden. * Wie man wohlfeil Staat wacht. Eine Kaus- mannsfrau in Breslau, welche unlängst zu einer Hochzeit geladen war, wollte bei dieser Gelegenheit Staat machen, dabei aber auch ihren Geldbeutel schonen. Sie verfiel aus folgendes AuSkunflSmitlcI. Sie begab sich am Hochzeitsmorgen in eia Modewaarcngeschäfk, wählte daselbst zwei theure Spitzenman- tillen aus, und bat solche sofort in ihre Wohnung zu senden, um angeblich ihren Manu für den Kauf zu stimmen. Der Modewaarenhändler schickte nun Nachmittags nach der Wohnung der KousmannSsrau, um zu erfahren, welche von den beiden Mantillcn gewählt worden sei. Der Bote hörte jedoch von der Dienerschaft, daß die Frau sich bei einer Hochzeit befinde. Das fiel dem Modewaarenhändler aus; er kalkuiirte sosort, daß eine seiner Manlillen aus der Hochzeit fungiren dürfte und schickte deßhalv seine Kommis nach dem Hochzeitslokale. Richtig hatte die Frau eine der Mantillcn angethan. Des andern Morgens schickte sie die beiden Mantillen mit dem Bemerken zurück, baß keine ihren Beifall habe. Der Kaufmann verweigerte indcß begreiflicherweise die Zurücknahme der einen Mantille, und die sparsame Frau, die so wohlfeil Staat zu machen gehofft hatte, mußte den Kaufpreis von 30 Thlr. erlegen. Mannheim, 1. Dez. Mannheimer Börse. Weizen bei reichlichem Angebot ohne ncnnenSwerthen Umsatz. Roggen war in schöner Maare stark begehrt und fest. Mehl fand bei stärkeren Offerten nur für den Konsum Abzug. Rüböl etwas besser beachtet und eine Kleinigkeit höher. Kleesaamcn verkehrte in bedeutenden Posten bei steigenden Preise». Southampton, 1. Dez. Das Postbampfschiff^deö nordd. Lloyd »Amerika", Kapt. H. Weffelö, welches am 19. Nov. von Newyork abgegangen war, ist heute 2 Uhr^Mor- genS nach einer Reise von 11 Tagen wohlbehalten unweit Cowes eingelroffen und hat um 3 Uhr die Reise nach Bremen fortgesetzt; dasselbe bringt außer rer neuesten Post 156 Passagiere, volle Ladung und für 335,000 Dollars an Conkanten. Mttgethellk durch die Agentur deS Herrn Kvnrad Herold in Mannheim. Frankfurter Coirrfe. Pistolen dt-, Preuß. Holl. ivfl.-Ltücke Randdnkatcn 9. 55*56 9. 47-48 5. 32-/.-3S'/. 20-Srank-Stücke 9. 24%«t5yi Engl. SouverainS 11. 49*53 Russische Jmverialen 8. 42 44 Dollars in «old 2. 25'/,-28'/. Redigirt, Druck »qd Verlag voll D. Pfisterer in Heidelberg.