♦ VcrkündurrgSblatr der Grotzherzogl. Bezirksämter Sinsheim und Eppingen und der Großherzogl. Amtsgerichte Sinsheim, Neckarbischofsheim und Eppingen. ^'146 Oonncrstay, den 6.. Dezember 1866 . [1286| Die Bildung der Geschwornen- liste pro 1867 bctr. Nr. 15,264. In der bcutigen Sitzung des Bezirksraths wurden folgende Geschwo- reue für das Jahr 1867 gewählt: Bon Adersbach: Friedrich Bachert. Padsradt: Jakob Albrecht. Bargen: Bernhard Schemenau. Daisbach: David Muselinann. Dühren: Johannes Dletscher. Ehrstadt: Heinrich Landes. Eichtersheim: Joh. Mich. Landes. Epfenbach: Georg Jakob Bergkoll. Efchelbronn: Johann Wolf. FlinSbach: Michael Senges. Grombach: Georg Utzmaun. Hasselbach: Daniel Beiz. Hclmstadt: Karl Lanle. Hilsbach: Karl Lang. Hoffen beim: Georg Jk. Ödländer. Kirchardt: Georg Menold IV. " Georg Bentz, Gg. 2. Neckarbischofsheim: Heinrich Schiel. Neidenstein: Sebastian Ziegler. Obergimpern: Heinrich Gabel. " „ Adolf Schupp. Nadpcnau: Heinrich Fink. " Georg Ad. Hofmann. Reichartshausen: Georg Adam Reinmuth. Reihen: Ludwig Böller. Rohrbach: Bernhard Gamer. Siegelsbach: Friedrich Wagenbach. Sinsheim: Eduard Frank. ,, Heinrich Fischer. ,, Samuel Freuvenberger. Treschklingen: Friedrich Bengel. Freiherr Sigmund v. Gem- iningen. Waibstadt: Johann Zeitz. „ Jakob Seeber. Zuzenhausen: Christian Hagenbucher. Dieses wird mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß wenn ein in dasselbe Eingetragener aus einem gesetzlichen Grunde um Befreiung vom Geschwornen-Amte nach- snchen wolle, er sein Gesuch mit den erforderlichen Nachweisungen unverzüglich bei dem Kreis- und Hofgerichte Mannheim einzureichen habe. Sinsheim, 30. Nov. 1866. Großherzoglich bad. Bezirksamt. Otto. Müller. [1290] Nr. 12,381. Da auf unsere Aufforderung vom 24. Oktober l. I. Nr. 10,757 keine Einsprache erfolgt ist, werden die in derselben bczeichneten Rechte dem neuen Erwerber Schmied Georg Risch von Zuzenhausen gegenüber für erloschen erklärt. Sinsheim, am 3. Dezember 1866. Großherzoglich bad. Amtsgericht, v. B r a u n. Denk. Bekanntmachung. [1299] Der Unterzeichnete durch großh. Justizministerium mir Verwaltung des 1. Notariatsdistrikts Sinsheim beauftragte einstweilige Notar wohnt bei Schmiedmeister Künzel gegenüber der großh. Postexpedition und ist jeden Mittwoch in seiner Wohnung anzutreffen. Sinsheim, 3. Dezember 1866. _Johann Oppel. [1295] In verkaufen circa 150 Zentner große gesunde Dich- wurzeln, pr. Zentner n 24 kr. bei Earl David Deitenheimer in Waibstadt. Nürnberger Kinder- Spielwanren bringe zu den billigsten Preisen in Empfehlung. [1294] M. L. Leih in Waibstadt. [1293] Waibstadt. Zn Weihnachtsgeschenken empfehle eine reiche Auswahl in fein bemalten Wachsstöcken. M. 3. Leih. Cautscliuc- !LecleröB 9 welches Leder für Schneewasser undurchdringlich macht, empfiehlt [1300] Apotheker Hunkele« H [1272] Ein ganz neuer Saulen- Steinkohlenofen, ein Koch-Holzofe» sind zu verkaufen. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes. 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Für Sinsheim und Umgegend nimmt Buchdrucker Pfisterer Bestellungen auf alle auch von andern Buchhandlungen angezeigten, sowie auf die obenverzeichneten Zeitschriften, von welchen Probenummern daselbst aufliegen, ohne Preiserhöhung entgegen. — 614 — Johann I^epp in Urckarbifthofslieim FL. J. Zeitz in waibftadt [1291] empfehlen auch als „Geschenke" besonders geeignet: Messer, Scheeren re. von Gebrüder Dittmar in Heilbronn. S4i Medaillen, Patente re. • a. | Preis von 30 Dukaten für von Deutschland, Frankreich Nasirmefser von besonderer England re. Härte und Feinheit. Jeher- Taschenmesser, Transchir-, Tisch- $c Dessertmesser & Gabeln Scheeren, Patent-RasirMesser für jeden Bart, Patent-Streichriemen Garten- Se Vculirmesser, Gartenscheeren, Schärfstäffle, Met)germesser etc. fl288s Mein Lager von Herren-Winterkleidern, Damenmänteln und Jacken, sowie Herren- und Damen - Shawls, Cravatten und Binden, ist aus das Vollständigste astortirt. I. Rudy, Schneider und Tuchhändler. Weihnachts - Ausstellung. [1289] Hierdurch, beehre ich mich anzuzeigen, daß meine mit allen zur Zierde des WeihuachtSbaumes reichlich ausgestattete WeihnachtS-Ansstellu«g eröffnet ist und lade zu recht zahlreichem Besuch freuudlichst ein. G. Kelber, Condüor. Havanna -Honig Warnung. [1279] Ich warne hiermit Jedermann, meiner Ehefrau Fanny Pfeiffer, geborene Holland, welche sich gegenwärtig bei ihrer Mutter, der Joseph Holland Wittwe in Neidenstein aufhält, weder etwas zu borgen noch zu leihen, da ich durchaus für sie keine Zahlung leiste. Dühren, 30. Novbr. 1866. Bernhard Pfeiffer. [1287] Ein guter Jagdhund ist billig zu verkaufen. Wo? sagt die Red. d. Bl. in schönstkandirter Waare, sowie alle sonstigen zur Lebkuchen - Bäckerei nöthigen Artikel billigst bei [1263] G. Äelber, Conditor. För J&vgen-Kranke ! Das mit allerhöchster Concession belichene als heilend und stärkend berühmte ächte vr. White' s Augenwasser ist in Flacons n 36 kr. zu beziehen in Sinsheim durch E. I. Stutzmann. 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Verkehrsanstalten veröffentlicht folgende "Warnung.,: In Frankreich dürfen Briefe, Zeitungen, periodische Schrif- tcn, Prospekte, Circulare, Avise jeder Art, sowie lithographirte und autographirte Drucksachen ausschließlich nur mittelst der kaiserlichen Briefposten befördert werben, und ist die Einlegung von geschlossenen, sowie offenen Briefen oder anderer Papiere obiger Art in die Gütercollis, gleich wie in die Fahrpostsendunge», gesetzlich mit hohen Geldstrafen bedroht. Die kaiserlich französische Postbehörde läßt deßhalb häufig die aus Deutschland über Straßburg eingehenden Güterstücke untersuchen und, im Falle der Vorfindung von Briefen — selbst in der Form kleiner offener Zettel — sowie von Zeitungen und dgl. in denselben, Strafen bis zu 300 Frcs. erkennen. Alle Versender von Gütern nach Frankreich werden daher zur Vermeidung solcher Unannehmlichkeiten vor dem Einschlüsse derartiger Gegenstände hiermit ernstlich verwarnt. Karlsruhe, 3. Dez. 'Es ist in der jüngsten Zeit eine Reihe von Erfindungen mittelst benachbarter Tageeblätter in die Oeffentlichkeit gebracht worden zu dem offenbaren Zweck, die Absichten der großh. Regierung zu verdächtigen und im badischen Land Besorgnisse und Unruhen zu erregen. Eine der dreistesten Unwahrheiten solcher Art ist die Miltheilung, daß die großh/ Regierung eine Domänenausscheidung beabsichtige und sogar schon vorbereitende Anordnungen getroffen habe. Im Inland kennt man die Personen und Verhältnisse, insbesondere auch die Tendenzen derjenigen Presse, welche sich zur Verbreit tung von dergleichen Nachrichten hergibt, und die Zuverlässigkeit ihrer Korrespondenten im Allgemeinen zu gut, als daß wir denselben eine Beachtung zu schenken hätten. Nachdem indessen jene Mittheilung ihren Weg auch in Blättzr, deren Leserkreis den hiesigen Zuständen mehr oder -weniger fern steht, wie z. B. auch in das "Journal des Debats«, gefunden hat, glauben wir (in der Zuversicht, daß auch unsere Aeußerung dort eine Stelle finden wird) noch besonders versichern zu muffen, daß absolut nichts ThatsächlicheS vorliegt, was zu der Vermuthung berechtigte, daß die großh. Regierung irgend eine Aenderung der verfassungsmäßigen Verhältnisse der Domänen oder der Verwendung der Erträgnisse derselben für die allgemeinen Staatszwecke, wie dieselbe bisher ftattgcfunden hat, beabsichtige. An ihre Erfindung einer beabsichtigten Domänenausscheidung haben vermuth- lich dieselben perfiden Gegner der großh. Regierung Gerüchte über angebliche Beschränkungen der Dotirung der Kunstin- stitute rc. geknüpft. Diese Gerüchte sind um so weniger begründet. als die der Kunst und der Industrie an hohen Stellen gewidmete Aufmerksamkeit und die für die Pflege derselben be- 615 — stimmten Geldmittel bisher die besten Früchte getragen und, den vorwaltenden Absichten entsprechend, dem Gemeinwohl gedient und auch nicht wenig dazu beigetragen haben, den guten Namen des badischen Staates im Ausland zu erhöhen. Mannheim, 3. Dez. Der eine der Thäter, welche den neulich gemeldeten Raub an einem hiesigen Lehrer ausführten, ist in Hochheim festgenommen und mit dem Beraubten bereits confrondirt worden; der andere Spießgeselle hat sich aus rem Staube gemacht. Ein Streit wegen Kleidern unter den beiden Räubern brachte die Sache zur Entdeckung. München, 1. Dez. In Folge des Steigens der Gerstenpreise haben sich unsere Brauer genöthigt gesehen, den Bier- preis von 6 auf 6 '4 Kreuzer per Maaß (3 bad. Schoppen) zu erhöhen. Mehrere Abtheilungen Linie und Landwehr haben für heute und die nächsten Abende Bereitschaft. München. Dieser Tage wurde in einer frequenten Straße, in einem Völlig bewohnten Hause, ein äußerst frecher Raubmordversuch verübt. Zu dem Hausmeister des Hauses an der Korneliusstraße 15 kamen zwei Bursche, so viel man weiß, Landsleute desselben, und scheinen, nach allen Berhältnissen zu urtheilen, Geld von ihm gefordert zu haben. Um halb 6 Uhr vernahm die über dem Hausmeister wohnende Miethpartei einen dumpfen Schlag, eilte sofort herunter, fand aber den Hausmeister bereits allein, schwer verletzt und aus zwei mit einem stumpfen Instrumente beigebrachten Wunden blutend, besinnungslos am Boden liegend. Der Unglückliche >vard sofort ins Kranken- haus verbracht und man erwartet sofort sein Verscheiden. Ob ein Raub wirklich verübt worden, ließ sich vis jetzt noch nicht konstatiren; der dringendste Verdacht der Thäterschaft fällt sowohl wegen Zurücklassung eines Mililärnrlaubspasses als in Folge anderer Umstände auf zwei Soldaten, deren Verfolgung bereits begonnen hat. — Heute früh gelang es, einen der beiden Burschen zu ermitteln, welche vorgestern Abends auf der The- resienwiese einem Schäfer aus Württemberg die Uhr und 50 fl. an Geld raubten. Ueberhaupt sind jetzt die Verhältnisse der untern, arbeitenden Klassen hier derart, daß der Beginn größerer Staats- oder Privatarbeiten, z. B. Eisenbahn- oder ähnlicher Bauten, welche den Winter über betrieben werden können, dringend geboten erscheint, wenn nicht in Bezug auf Sicherheit des Eigenthnms und der Personen noch recht traurige Erfahrungen gemacht werden sollen. Augsburg. Die --Allg. Ztg.-- bringt folgende Erklärung: ,-Wiener Blätter zuerst und dann auch andere, selbst bairische, und neuerdings die Broschüre »Der Buiidesfeltzug in Baiern im I. 1866, erste Auflage S. 58," haben die Nachricht verbreitet, daß Rittmeister Friedrich v. Stromer sich deßwegen erschossen habe, weil ich ihm wiederholt, trotz ,-ehrfnrchtsvoller Bemerkung" seinerseits, befohlen haben soll, einen von den Preußen besetzten Wald mit seiner Eskadron zu säubern, und ich, auf seine Erklärung, daß er seine Leute nicht --gegen alle Regel» so nutzlos anfopfern könne, ihm den Bescheid gegeben hätte, sein Kommando niederznlegen, falls ihm zur Ausführung dieses meines Befehls der Muth fehle. Diese Erzählung beruht in allen ihren Theilcn aus Unwahrheit. Herr Rittmeister Friedrich v. Stromer, welcher das Kommando der 4. Eskadron des 3. ChevauxlegerSregiment innehatte, das während des ganzen Feldzugs der 1. Infanteriedivision unter Generalmajor Stephan als Divisionskavallerie zngetheilt war, hat sich am 4. Juli im Bivouac hinter Kaltennordheim durch einen Revolverschuß entleibt. Hr. Rittmeister & Stromer, der mir stets ein sehr lieber Kamerad gewesen, stand also gar nicht unter meinem Befehl, denn ich kommandirte die 1. leichte Kavalleriebrigade (1. und 2. Uhlaneuregiment), die dem vom General der Kavallerie Fürsten Taxis kommandirten Kavalleriercservekorps unterstellt war. Am kritischen Tag des 4. Juli befand ich mich im Dorfe Langen- Biber im eheiualigen Kurfürstenthum Hessen, ohne jemals einen Kavallerieangriff auf Wälder befohlen zu haben. — Ludwig, Herzog in Baiern. Berlin, 1. Dez. Heute Abend um 6% Uhr ist Graf Bismarck wieder hier eingetroffen. Berlin, 3. Dez. Die Schenkungscommission beschloß, unter Beistimmung der Minister in der Schenkungsvorlage die Namen der Minister v. Bismarck, v. Roon, der Generale v. Moltke, Herwarth v. Bittenfeld, v. Steinmetz, Bogel's v. Falkenstein beizufügen. Hannover, 30. Novbr. Der Civilcommissär Herr v. Hardenberg theilte gestern bei einem Besuche im Arbeitervereine mit, daß die Aufhebung des Zunftzwanges und eine Reform der Gewerbegesetzgebung in sicherer Aussicht stehe. Wien, 1. Dez. Viceadmiral v. Tegetthoff ist gestern aus Graz hier eingetroffen und schon heute wieder mit der Westbahn abgereist. Da er sich bereits am 6. Dezember in Liverpool nach Newhork einschifft, so wird er erst auf dem Heimwege die maritimen Etablissements in England und Frankreich besucheu. Der Vizeadmiral dürfte Ende Dezember seinen Fuß auf nordamerikanische Erde setzen und beabsichtigt, wie wir hören, nach einem kurzen Besuche von Canada über Boston, Philadelphia, Washington nach den Weststaaten zu gehen und seine Reise bis nach Reworleanö und den Golf von Mexico auszudeynen. Nach diesen Aussichten zu urtheilen, scheint Vizeadmiral Tegetthoff nicht geneigt, vor dem Monat Mai nach Europa znrückznkehren, falls ihn nicht früher schon das Vaterland rufen sollte. Anfänglich sollte Tegetthoff die Fahrt nach Amerika gemeinschaftlich mit dem Unter - Staatssccretär Fox machen, dieser schifft sich aber schon am 1. Dezember nach Newyort ein. Florenz, 1. Dez. Der Admiral Persano wird im Palaste deö Senats gefangen gehalten, nachdem er heute ein Verhör vor der Eommission des Senates bestanden hat. Dublin, 1. Dez. Wichtige Verhaftungen haben stattgefunden in der Grafschaft Limerik ist der Belagerungszustand proklamirt. Sinsheim, 3. Dez. (Brodpreise betreffend.) Ein Artikel in Nr. 144 dieses Blattes sucht Aufklärung über die Ursachen der hohen Brodpreise zu geben und verlangt Maßregeln zur Anbahnung normalerer Preise. Es ist diese Bemühung ganz am Platze und es wird gewiß Niemanden einfallen, zu begehren, Producent und Bäcker sollten umsonst arbeiten; nein, die Preise des Brods sol- len lediglich nur in Einklang mit den laufenden Fruchtpreisen gebracht werden, — sie sind dies aber hier nicht. — Was nun indessen die Ursache des Steigens der Brod- frnchtpreise betrifft, so sind sie nicht wohl allein in den Operationen unserer Frucht- und Mehlhändler und in der, wenn auch allerdings geringeren Ernte zu suchen, sondern hauptsächlich in der Steigerung der Angst, es könnten die Vorräthe nicht reichen, welche Furcht dann auch der Wucher benutzt, — insbesondere aber in dem sogenannten Dstfferenzgeschäft, den Schwindelspekulationen, dem Fruchtbörsenspiel, welche sich seit der Theurung des Jahres 1846 auf 1847 eingenistet haben und auf den Fruchtbörsen zur Ausführung kommen. Das Kaufen auf Lieferung ohne baares Geld, auf leichte Weise einen Gewinn zu machen oder zu versuchen, schafft einen starken, wenn auch nur künstlichen Bedarf; die Furcht, die Lebensmittelvorräthe könnten nicht reichen, steckt an und vermehrt den Reiz des Spiels, und es werden ja bekanntlich bei diesen Käufen auf Lieferung Abschlüsse auf enorme Quantitäten gemacht, von einem rasch abgewickelt (Schwindlerausdruck) und von einem andern erneuert, alfo Massen von Früchten gekauft, welche in Wirklichkeit gar nicht geliefert werden können (ähnlich wie bei dem ungeheuren Spritschwindel in den 1850er Jahren). Dieses Börsenspiel oder Differenzgeschäft treibt also die Preise in die Höhe und die Steigerung nimmt so lange zu, als der Reiz der Kauflust der Spieler währt. Es ist das die sogenannte Housse und es dauert oft lange, bis das Gegentheil, die Baisse, eintritt, aber die Brod- konsumeiiten leiden eben darunter, weil unsere Mehlhändler und Bäcker am Ende eben auch aus die' Börsenpreise sehen. Der Fruchtbörsenspieler kauft meist große Quantitäten, denn ein Spieler will ja viel gewinnen und riskirt oft, und wenn er auf diese Weise darüber zu Grunde geht. Je größer also der Bedarf, und wenn er auch nur ein künstlich geschaffener ist, je größer das Mißverhältniß zwischen Begehr und Angebot auf den Börsenplätzen, desto schneller steigen natürlich die Preise, sowie umgekehrt, wenn Berkaufslust und Angebot vorherrsche», werden die Preise rasch fallen. Der Schwindel hat keine Grundsätze, er ist eben Schwindel. Der Spieler will keinen Waizen und kein Korn beziehen — nur Geldgewinn — einen Differenz, beziehen. Das Jahr 1846 lieferte im Allgemeinen keine reichliche Ernte, allein die Qualität der Brodsrüchte war nicht gering, auch stellte sich später heraus, daß der übriggebliebene Vorrath vom vorhergegangenen Jahre größer war, als man glaubte und wahruahm. — Nach der Ernte 1846 entwickelte sich das Schwindelgeschäft auf den Börsen und hatte sein gut Theil an den rasch steigenden Preisen pro 1846 auf 1847; dazu kam die Angst um allzugeringe Vorräthe und auch der Wucher bemächtigte sich vieler Produzenten, denen, wie wir uns ja noch gut erinnern können, der enorme Preis der Gerste um fl. 22 und des Spelzes um 5 Kronenthaler das Malter im Anfänge des Monats Mai 1847 nicht.genug war, welche aber 4 bis 6 Wochen später sich mit fl. 11 für Gerste und fl. 6 für Spelz begnügen mußten, trotzdem die Ernte 1847 in Folge langandauernder nasser Witterung weit geringer war, als die bei trockener Witterung heimgebrachte Ernte von 1846. Das Börsenspiel ruhte auf die erhaltenen Schläge, die Angst wegen geringer Vorräthe wich, und der Wucher war verschwunden. Der Letztere hätte noch mehr geleistet, wenn er es gekonnt. — Die in Folge der damaligen Geiztheuerung aufgespeicherten Vorräthe bei uns waren nicht gering und verhüteten, daß trotz der äußerst geringen Qualität der 1847er Frucht und trotz der starken Kartoffelfäule, nächst Unterstützung des Obstsegens in diesem Jahre (1847) im Frühjahr 1848 der Spelz der 1847er Ernte bei uns um ca. 5 st. verkauft wurde, — gar nicht im Verhältniß der Kartoffeln, welche als Saat oder Steckkartoffeln pro 1848 bestimmt, 6% bis 7 fl. kosten. Wenn nun auch nicht anzunehmen ist, daß wir bis Frühjahr billige Brodpreise erhalten, so wird eher als nicht'der Fall eintreten, sobald das Saatfeld sich ordentlich entwickelt und grünt, daß Angst, Schwindel und Wucher fallen, und mit denselben auch allzuhohe Brodpreise. Wie hoch die Differenzier indessen die Preise im nächsten Vierteljahre »och steigern, ist nicht so leicht vorauszusagen. Hoffen wir, daß die Panique bei den Brodfrucht-Vertheuerern recht bald eintritt und mäßige Preise bringt. Dem Landwirth und dem Bäcker wünschen wir ihr gutes Auskommen, uns aber auch täglich ein gesundes gutes Brod zu einem Preise im Einklang mit denBrodfrucht- preisen. z. * In einem Briefe aus Moskau an die »Times", der den Besuch des Prinzen von Wales in der alten russischen Hauptstadt beschreibt, findet sich folgende Schilderung der russischen Eisenbahnen: Die Entfernungen, welche Reisende in diesem Lande zu durchfahren haben, sind so ungeheuer und das Wetter ist oft so strenge, daß die Bevölkerung bei diesen Uebelständen sehr natürlich aus den Gedanken kam, sich in den Eisenbahnwagen, so zu sagen, häuslich einzurichten und sie zu kleinen Häusern auf Rädern zu machen. In der ersten und zum Theil auch in der zweiten Klasse sind die Wagen der Petersburg-Moskauer Eisenbahn eine Art von Salons, die mit allen uothwendigen Möbeln und manchen Schmuckgegenständen auögestattet sind. Es finden sich darin Spiegel, sie werden durch thönerne Oefen geheizt und init Lampen und Lichtern erleuchtet. An den Seiten ist eine Reihe von Divans, in der Mitte steht ein Tisch von Mahagony und doppelte Fenster mit rothen Vorhängen schützen nicht nur vor dem rauben Zuge der russischen Luft, sondern auch vor dem Anblicke deö trüben winterlichen Himmels. Die Gesellschaft sitzt oder spaziert umher, plaudert, lieöt oder spielt Karten, Schach und Domino. So vergeht der Tag in ganz angenehmer Weife und wenn die Nacht kommt, gehen die Passagiere zur Ruhe, beinahe ebenso bequem wie zu Hause. Durch eine sehr einfache Vorrichtung werden die Divans in Betten verwandelt und mit Kissen durch die Kondukteure versehen. Zuletzt, wenn man sich bequeni hingelegt und sich gegenseitig gute 'Nacht gewünscht hat, wird es Nacht in dem Wagen und nur die Kondukteure bleiben noch wach. Sinsheim. (Eingesandt.) Im Interesse der Konsumenten wäre zu wünschen, daß die hiesigen Fleisch- uud Brodpreise von Zeit zu Zeit in diesem Blatte veröffentlicht würden. Mannheim, 3. Dez. (Mannheimer Börse.) Waizen und Roggen fest und höher bezahlt; Gerste unverändert; Hafer etwas angenehmer, Umsätze bedeutend. Mehl im Preise steigend. RepS schwach begehrt. Kleefarnen ruhig. Rüböl und Leinöl in kleinen Posten Umsatz zu notirten Preisen. Petroleum flau. — Weizen, hiesiger, fl. 16. 15 G., fl. 16 30 P., ungarischer, fl. 15. 45 G., fl. 16. 15 P., auf Lieferung per März, fl. !6. 15 G., 16 30 P,. Roggen, effektiv, fl. I I. 30 G., fl. I I. 45 P., Gerste, effektiv, hiesiger Gegend, neue, fl. I I. 15 G, fl. 11. 20 P., württembcrgische, fl. 11. 15 G., sl. 11. 20 P., Hafer, eff., fl. 4. 20 G., fl. 4. 30 P., Kernen, fl. 16. 15 P., Bohnen, fl. 14. G., fl. 14. 30 P., Linsen, fl.' 14. bis fl. 25. P., Wicken, fl. 10. 30 G., 11 P. Erbsen, fl. 11. 45 bis fl. 12 P., Kleesaamcn, deutscher, Prima, fl. 31. 30 G., fl. 32. P., Secunda fl. 30. 30 P., Luzernen, fl. 27. bis fl. 28. P., Esparsette, fl. 7. 15 P., Leinöl, effekt., in Parthieen, Inland, faßweise, fl. 25. 15 G., fl. 25. 30 P., in Parthieen, fl. 25. 30 G., fl. 25. 45 P., auf Lieferung, fl. 26. 30 P., Weizenmehl, Nr. 0, fl. 12. 45 G., fl. 13. P., Nr. 1, fl. 12. G., fl. 12. 30 P., Nr. 2. fl. 11. G., fl. 11. 30P., Roggeumchl, Nr. 0 und 1, Stettiner, fl. 9. 15 G-, fl. 9. 30 P., Branntwein, eff., transit, fl. 23. G., fl. 24 P., Petroleum, fl. 15. 30 G., fl. 16. — P. Nach der polizeilichen Deklaration der Bäcker in Mannheim im dortigen Journal vom 30. Nov. kosten während der ersten 14 Tage des Monats Dezember 4 Pfd. Schwarzbrod 16-/2 kr., 4V 2 und 4 Loth Weck 1 kr., 3 % Loth Milchbrod 1 kr., wobei noch zu bemerken ist, daß der Mannheimer Bäcker von jedem Laib Brod eine Abgabe von % kr. für's Theater zu zahlen hat. Auflösung der Charade in Nr. 144: Hexenschuß. frankfurter Canr | t. Preuß. Cassen-Sch. Pistolen „ Doppelte „ Preuß. Holl. 10fl.-Stücke 1. 44y s 45y» 9. 42-44 9. 43-46 9. 56'/,-57'/, 9. 48-50 Dukaten 5. 34*36 20-Frank-Stücke 9. 25'/,-26'/, Engl. Souverains II. 48*52 Russische Imperialen 9. 43-45 Dollars in Gold 2. 26-27 Redigirt, Druck und Verlag von D. Pfisterer in Smsbeim.