Der Laiübote. Lokalblatt für den Amtsbezirk Dinslzcim und Umgebung. qq Erscheint 3mal wöchentlich, " -L c». Dienstag, Donnerstag, Samstag. Dienstag den 8. März EinrückiingSgebübr: die einspaltige Zeile 3 kr. 1870 . O Die „Badische Frage" im norddeutschen Reichstage. In der Sitzung des Noiddentschen Reichstags dein 24. Februar fand eine für die politische Lage Süddeutschland, ins» besondere für Baden, bedeiitungsvolle Verhandlung statt. Der Abgeordnete Laöker hat ini Namen der nationalliberalen Partei den Antrag eingebracht, der Reichstag wolle — anläßlich der dritten Berathnng des Vertrags mit Baden über Gewährung der Rechtshülie — folgende Erklärung beschließen: »Der Reichstag deö norddeutschen Bundes spricht den unablässigen nationalen Vestrebnugen, in denen Regierung und Volk deS Großherzogthumö Baden vereinigt sind, seine dankende Anerkennung aus; der Reichstag erkennt in diesen Bestrebungen den lebhaften Ausdruck der nationalen Zusammengehörigkeit und nimmt mit freudiger Genugthuung den möglichst ungesäumten Anschluß an den bestehenden Bund als Ziel derselben wahr.» Die treffliche Rede, in welcher der Abg. Laeker seinen Antrag begründete, beweist uns Badenern im höchsten Maße, wie deutsch und brüderlich die große nationale Partei des RordenS unserni Lande und seinen patriotischen Bestrebungen gegenüber- skeht. Jeder Fremde »nd jeder Gegner wird zugeben inüssen, daß in diesen Worten das Gefühl einer untrennbaren nationalen Zusammengehörigkeit waltet, und daß man in parlamentarischen Kreisen deS Nordbundes, welche zugleich von der Liebe zur Freiheit und von Begeisterung für die abschließende Wiedervereinigung deS deutschen Volkes in einem großen nationalen Staate durchdrungen sind, unserm gleichgesinnten Streben nicht nur Worte freundlicher und anfinnnternter Anerkennung widmet, sondern, daß man von dem ernsten Willen beseelt ist, dem badischen Volke als Belohnung seiner Treue den Eintritt in den großen und mächtigen Bundesstaat zu erringen. Wir dürfen diesem Verhalten der nationalliberalen Partei um so mehr unsere aufrichtige Anerkennung zollen, als es nicht in Folge irgendwelcher Aufforderung aus badischen politischen Kreisen, vielinehr lediglich auS dem selbstständigen, eigenen Entschlüsse der Freunde im Norden hervor gegangen nt. Es erfüllt uns mit Stolz, daß Männer wie Lasker, Miquel, Löwe u. A. in so erhebenden Worten dem Fürsten, der Regierung und dem Volke Baden in der ersten polittschen Versammlung Deutschlands unwidersprochen das edle Lob zuerkennen konnten, daß wir Alle der Sache der Nation in unwandelbarer Treue unsere Dienste gewidmet haben. Die Würdigung, welche das Streben Badens an diesem Tage gefunden hat, wird, neben dem eigenen Pflichlbewußtsei», unserni Vorsatze — anSznbarren bis zur Erreichung des Ziels — zur lebendigen Ansinnntcrnng gereichen. Wir haben eine anS dem freien Entschlüsse der größten parlamentarische» Partei des norddeutschen Bundes h'ervcrgegangene That vor uns, welche uns für alle Ereignisse der Zukunft daS Manneswort jener Männer verpfändet, daß sie nie ansheren werden, uns als einen dem neuen Reiche deutscher Nation von Rechtswege» angehörenden Volksstamm in brüderlicher Gesinnung anzuerkenncn, und daß sie alle ihnen zu Gebot stehenden Mittel snswendcn werden, um unserm eigenen gleichgesinnten Streben die Erfüllung zu sichern. Wohl hat der leitende Staatsmann des Norddentschen Bundes, der Bundeskanzler Graf Bismarck, die Sckilnßwoite des Lasker'schen Antrags »der' Reichslag nimmt mit freudiger Ge- nugihuung den möglichst ungesäumten Anschluß an den bestehenden Bund als Ziel tev Bestrebungen Badens an« — wenigstens soweit er (Bismarck) denselben einen gegen das BundcSprä- sirimn gerichteten Vorwurf unnöthige» Zaudernd erblicken zu _ müssen glaubte — j n lebhafter Weise bekämpft und sie als eine bei der gegenwärtige» politischen Lago unzeitgemäße Erklärung bezeichnet, welcher Auffassung der Redner der konservativen Partei, von Blankenburg, und in iiiilvercr Weise, aus andern Rücksichten, auch der Sprecher der Fortschrittspartei, der Abg. Löwe, beigelretcn ist. >vie daun auch von Seiten rer Freikoiiservaliven der Abg. v. Kardorff hiezu eine ähnliche Stellung eingenominen hat. Für uns Badener gibt die Erklärung Bismarcks einen neuen Beitrag zu einer »ns wohlbekannten Thalsache, daß nämlich das Präsidium des Norddeutschen Bandes bei gegenwärtiger Sachlage den Zeilpunkt für eine Ausdehiiung des Norddeutschen Bundes über den Main herüber noch nicht für gekominen erachtet, auch nicht für eine» Staat wie Baden, der in einer na- tivnaleu Politik dem Werke der Wiedervereinigung des deutschen Volkes freudig eulgegeukommeu würde. Es ist uns Badenern bei unserer lauggestreckien und deßhalb am meisten gefährdeten Westgreuze des deutschen BodenS, am allerwenigsten unbekannt, daß die Beseitigung der Maingrenze, ja auch nur die »Badische Frage» eine Angelegenheit der europäischen Machtintcressen bildet. Ebendarum wissen wir auf daS Lestimmleste, daß von unserer Seite nur dann mit Erfolg an ihre Durchführung gegangen werten kann, wenn die cutgegenkommenbe Initiative des Norddeutschen BuiireSpräsidiumü gesichert ist. Der Umstand, daß bisher weder die Regierung, noch die versammelten Kammer» in Vade» irgendwelchen auf die Ergreifung dieser Initiative hin» wirkenden Schritt gethau habe», beweist deutlich, daß mau sich' der Bediiigiiligeii der gegenwärtigen europäischen und deutschen Lage hierzulande mit Klarheit beioußt gewesen ist. Diese Lage entzog sich ober auch dein Abg. Lasker nicht. Daraus deutet seine wiederholte Erklärung, daß er mit seinem Anträge nicht direkt zu einem alsbaldigen Eintritt Badens in den norddeutschen Bund die Anregung geben wolle. Die nach unserem Dafürhalten ohne genügenden Grund schroffe ' Form, deren sich Gras Bioinarck in einzelnen ©teilen seiner "Rede gegen Lasker und seine Freunde bediente, wird feinen und unfern Gegnern im Süden willkommene Gelegenheit darbieten, diesen Vorgang zu G»nsten ihrer niitiiialionalen Bestrebungen anSzu- beiiten. Die überflüssige und ungerechtfertigte Empfindlichkeit, welche die Eifersucht BiömarckS auf feine Prärogative der obersten Leitung anscheinend wachgerufen hat, bildete sicher keinen nothwendigen Bestandiheil einer Ablehnung des Laskerschcii Antrags — tun so mehr wird gerade diese formelle Seite der Rede in vielen süddeutsche»- Volkskrcisen, zuvörderst unter den von Bismarck gerübmteu »gebildeten Standen» einen peinlichen» a» die Scene» des VerfassungSstreiteS rrinneniden Eindruck Hervorrufen. Mögen die norddeutschen Männer, welche sich auch durch solche Widrigkeiten nicht abhalten ließen, seit Jahren schon in aufopfernder Treue jede persönliche Rücksicht der patriotischen That für die große uns Allen gemeinsame Sache deS Vaterlandes uiiterzuortnen, auch nach diesem Tage überzeugt sein, daß auch unter den Gesinnungsgenossen in Baden fein Mann sich findet, dessen ernste und entschlossene Fortarbeit an unserer größten Ausgabe in der Gegenwart durch Empfiiidiingeii, wie sie ViSmaicks Rcre Hervorrufen muß, durchkreuzt oder gelähmt werden könnte. Wohl läßt sich streiten, über den Kern der Gründe, welche Bismarck dem vereinzelten Anschluß Badens an den Nord- bnnd entgegengehalten hat, daß nämlich unser Staat außerhalb deö VniikeSstaateS der nationalen Sache größere Dienste leisten könne, als nach vollzogenem Eintrikte. Wir wissen, daß diese Auffassung seit der Entscheidung von 1866 die süddeutsche Politik des Grasen Bismarck maßgebend bestimmt hat. Dagegen findet sich im Norden, wie es scheint, vielfach, und theilwcis« 114 auch im Süden eine der Bi'Smarck'schcn Ansicht entgegengesetzte Auffassung. Daß indeß in Baden weder Negierung noch BolkSverlrelung olS solche gesonnen sink, diese letztere Anschauung zu der ihrigen und zur Richtschnur ihres Handelns zu machen, rürsle aus der oben gckeunzeichnele» Haltung derselben zur Genüge hervor» gehen. Bo» einer besonders überraschenden oder gar cntmiithigeu- den Wirkung der Bismarckschen Kundgebung kan» also bei uns gar nicht die Rede sein. Wenn sie überhaupt eine Wirkung auf UNS ansübt, so kann es nur die sein, daß wir um so deutlicher erkennen: Die wirksamste Stärkung der nationalen Partei in Baden liegt in der gleichzeitigen Thätigkeit derselbe» für den freiheitlichen Ausbau unserer heimischen Staatszuslande. Hierin werden wir mit verdoppelter Energie fortfalneu, in dem festen Bewußtsein, daß der liberale und deutsche Geist des badischen Volkes uns Mulh und Ausdauer verleihen wird, um inmitten aller Schwierigkeiten der Zeit nicht allein für die volbsthümliche Entfaltung der inneren Zustände unseres schönen Heimathslan» des, sondern auch für die Aufgabe der deutschen Ration mit ausharrcnrer Hingebung unsre Pflicht zu erfüllen. Unsere Freunde im Norden, und mit ihnen der weiter der norddeutschen Politik, mögen sich also versichert halten, daß wir weder yrüde »och mit sinkenden Hoffnungen der Zukunft entgcgcngehen. Wir unsererseits aber leben der festen Uebcrzengung, daß man auch in Preußen, in den entscheidenden Kreisen, eingedenk sein werde, daß die einzige Berechtigung zu der Ergreifung des Werkes von 1866 in dem unerschütterlichen Entschlnsse gelegen ist, die deutsche Staatsresorm durch die Aufnahme SübdeutschlandS in den auf den Trümmern deö alten Bundes geschaffenen nationalen Staat zu vollenden. Daß dieser Gedanke nach wie vor den Grafen Bismarck beseelt, dafür gewähren seine neuesten Auslassungen genügende Beweise, — Beweise, die der feindselige Geist derer, welche sich bemühen, aus seinen Worten das Gegen- theil herauszulesen, nicht übersehen sollte. Cagesgeschichte. Karlsruhe, 2. März. In heutiger (65.) Sitzung der 2. Kammer legte der Präsident deö Handelsministeriums eine» Gesetzentwurf Betreffs eines von Baden zu leistenden Beitrags von 3 Millionen Franks zum Bau der Gotthardbahn vor. Bei der nachfolgenden Berathung des außerordentlichen Budgets wurde die Regierung zum Ankauf eines geeigneten Platzes behufs Herrichtung eines neuen Gerichtsgebäudeö in Karlsruhe im Lauf der Budgetperiode ermächtigt, deßgleichen zum Neubau eines Lyzeums i» Karlsruhe. Karlsruhe, 3. März. Die 2. Kammer berielh in ihrer heutigen 66. Sitzung das Gesetz über die Einlheilung der Wahlbezirke. Dasselbe wurde schließlich in erster Lesung mit 46 gegen 4 Stimmen angenommen. Karlsruhe, 4. Marz. Genchtsiiolar Schwarz in Eberbach ist in gleicher Eigenschaft zum Amtsgericht Durlach versetzt, Revisor Bertsch beim Bezirksamt Mannheim zum Gerichtö- notar beim Amtsgericht Eberbach, Distriklsnotar Karl Schulz in Offenburg, zum Revisor beim Justizministerium ernannt. München, 2. Marz. Der König richtete an den SristS- probst Döllinger anläßlich seines Geburtstages ein eigenhändiges Handschreiben, worin er die Hoffnung auöspricht, Döllinger werde nicht ermüden, in dem begonnenen Kampfe zum Heile deö Staates und der Kirche muthig auszuharren. München, 2. März. Graf Brah, der künflige Minister des Aeußern, wird nächsten Freitag von Wien hier cimreffen. — Der Landtag ist nur bis 12. April verlängert worden. Man vermmhet deßhalb, weil das Zollparlamcnt auf den 20. April berufen werden soll. Berlin, 1. März. Die Fortschrittspartei ist entschlossen, auch bei dem Reichstage, wie bei dem Abgeordnetenhause, einen Abrüstungöantrag einzubringen, der wenn nicht dem Wortlaute, so doch dem Inhalte nach dem Birchow'scheu Anträge entsprechen soll. Berlin, 2. März. Die preußische Provinzial-Korrespon- denz veröffentlicht einen Artikel, welcher die irrthümlichen Auslegungen der Rede des Bundeskanzlers Graf Biömarck in der Debatte über den Antrag LaSker widerlegt. Es heißt darin: Man behauptet, dutch die Erklärungen des Grafen Biömarck würden die Freunde der Einigung Deutschlands in Süddeutsch- laud entuuühigt. Aber die wahren Freunde der nationalen Sache werden bald erkennen, daß der Bundeskanzler den scheinbaren Fortschritt der nationale» Entwickelung nur darum ab- weist, um nicht den naturgemäßen sichern Verlaus derGesammt« eiuigung Deulschlaiirs gesährre» zu lassen. Der oben erwähnte Artikel der »Prov.-Corresp.« bezüglich der Erklärungen des Grasen Bismarck lautet ausführlicher: «Es wird fälschlich behauptet: Gras Bismarck habe erklärt, daß er den gesonderte» Eintritt Badens in de» Bund überhaupt und unter keinen Umständen wolle, — während der Bundeskanzler klar und entschieden ausgesprochen hat, daß er de» Anschluß nur bei der jetzigen Lage der Dinge und so lange nicht wolle, als dadurch die deutsche Gesammleutwickeluiig eher gehemmt als gefördert werde. ES wird fälschlich behauptet: Graf Bismarck wolle die nationale Polilik überhaupt im Stillstand erhalte», während alle seine Acußerunge» bekunden, daß ihm vor Allem die Einigung Gesauimtdeutschlands am Herzen liegt, und daß er jeden einzelnen Schritt seiner Politik eben danach bemißt, ob er geeignet ist, diesem endlichen Ziele näher zu führen. Es wird fälschlich behauptet: Graf Bismarck wolle dem Reichstage jede Mitwirkung bei der nationalen Politik versagen, — wah- reud er von vornherein erklärte, daß cS sein Wunsch sei, di» auswärtige Politik in der uiinterbrccheiieii und engen Anlehnung an die Volksvertretung zu leite», daß jedoch eine gemeinsame Politik durch ein uiizeitmäßiges und uuverabredetes Hmeingrei« sen unmöglich gemacht werde. Gegenüber dem Hinweis auf eine vermeintliche LolkSpolitik, welche de» Anschluß Badens fordere, durfte Graf Bismarck mit vollem Recht daran erinnern, daß dieselben Männer gleichfalls unter dem Namen der «VolkSpo- litik« in den Jahren 1864 und 1866 durch Adressen und Verweigerung der Mittel ihrerseits Alles gethan haben, um Preußens Erfolge in Schleswig-Holstein und in Deutschland zu verhindern, daß das deutsche Volk aber der Regierung jetzt Dank wisse, daß sie die Sache besser verstanden habe, als jene Art von Volköpolitik. Es wird endlich behauptet, d'aß durch die Erklärungen des Grafen Bismarck die Freunde der deutschen Einigung i» Süddeutschlaiid ennnuthigt werden müßten. Aber die wahrhaften Freunde der nationalen Sache werde» auch in diesem Falle bald erkennen, daß der Bundeskanzler einen scheinbaren Fortschritt der nationalen Entwickelung nur darum ab- weiöt, um nicht den naturgemäßen und sicheren Verlauf der Gcsamniteinigung gefährden zu lassen.« Bremen, 3. März. DaS Gerücht, der der hiesigen Firma G. Lange und Eo. gehörige Dampfer «Smikt« sei mit un- gcfähr 300 Auswanderern an der englischen Küste zu Grunde gegangen, hat sich durch die bis jetzt hierher gelangten Meldungen nicht beslaligt. Der Dampfer »Smidt» ist nicht am 6., sonder» am 21. vorigen Monats hier ausgeiausen und Paffirtr am 24. Februar Dover. Hamburg, 2. März. Heute sind die ersten Dampfer an die Start gekommen und ist mithin die Dampf-Schifffahrt als eröffnet zu betrachten. Wien, 1. Marz. Der bevorstehende Besuch eines fürst. lichcn Gastes am hiesigen Hofe wird heute angekündigt: der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin wird zum 7. d. M. hier erwartet, wo ihn Kaiser und Kaiserin empfangen werden. Bei den nahen Beziehungen des Großheezogö zu den beiden nordischen Fürstenhäusern wird eS an Dcutnnge» nicht fehlen, dir in diesem Besuche ein neues Zeichen der sich vollziehenden Annäherung erblicken. So weit kann man die Sache noch immer gelten lassen, zumal wenn man sich erinnert, daß der Gast des KaiserhofeS im Jahr 1866 eine sehr hervorragende Stellung einnahm. Nur möge man sich nicht zu Vermulhungen hochpolitischer Natur rcrsteigen, zu denen es bisher mindestens an jeglichem Anhaltspunkte gebricht. Portugal. ES hieß, der Herzog von Saldanha, habe dem Könige Don Ferdinand geratheu, seinen Sehn, den König Don Luis, zu bestimmen, das Ministerium zu entlassen, um einer Revolution im Laude vorzubeugeu. Der »Diario de No- ticias« hat dieses Gerücht nicht blos bestätigt, sondern gestern sogar die Worte angegeben, in denen der Herzog dem Könige seinen Rath ertheilt hat. Dian liest im «Journal de Eommercio« vom 25. Febr.: «Heut geht daS Gerücht, die Corvette «Don Henique« solle eine politische Persönlichkeit nach den Azoren bringen und diese soll keine andere als der Herzog von Saldanha sein. Die Regierung will ihn von Lissabon entfernen. Wir wisse» nicht, was an dieser Nachricht Wahres ist, allein man spricht davon ganz laut.« — «Wir sind, sagt dies Journal ferner, in einem Zustande, der dein Belagerungszustände sehr nahe kommt. Die Negierung — 115 - glaubt oti Erneuten, He nur in ihrer Einbildungskraft existiren oder von ihr vorgeschützt werden. Die Artillerie durchzieht die Straßen von Lissabon mit großem Geraffel, und die betroffenen Vorsichtsmaßregeln sind der Art, daß mau an eine drohende politische Katastrophe glauben könnte. Es scheint fast, als wolle man in Ermanglung populärer Sympathien zu einem Regime offizieller Einschüchterung seine Zuflucht nehmen.« Die Bewohner von San Domingo stimmten am 19. Januar mit großer Majorität für die Einverleibung in die Bcr- einigten Staaten. Washington, 2. Marz. DaS große Dampfschiff Gol- den-City, welches von San Francisco nacb Panama abgegangen war, hat an der Küste von Mexiko Schiffbruch gelitten. Geld und Mannschaft sind gerettet. Der Schaden wird aus 250,000 Dollars geschätzt. V erschienenes. — Großgerau, 18. Febr. Die Erderschntternugen mehren sich wieder in auffallender Weise. Am 26. um 12 Uhr 29 Min. und am 27. um 1 Uhr 57 Minuten. Mittags erklirrten plötzlich die Wände, Thüren, Fenster unv Geräthe in ähnlicher Weise, wie am 22. Abends, so daß nunmehr seit dem 20. Febr. bereits 10 Erschütterungen und fast die doppelte Zahl an Donner und Rollen stattgesnnden haben. — Vom Neckar. Einen interessanten Einblick in die kirchlichen Verhältnisse gewährt die kirchliche Statistik Preußens für die letzten 6 Jahre. Danach haben sich die Evangelischen in diesen Jahren um 26°/,» Pro;, die Katholischen um 36 7 /,o Pro;, die Juden um 48 7 / 10 Proz. und die andern Religionen, Dissidenten, Sekten rc. um 217*/,, Proz. vermehrt. — Im Reich deS chmalS als liberal gefeierten Schützen» königS Herzog Ernst von Koburg wurde am 19. Februar ein Todesnrtheil vollstreckt. Die Guillotine wurde aus Mainz lchenweise herbeigeschafft. — Die Tabakoslcner hat in 9 Orten der bairischen Pfalz die Einnahme von 26,729 fl. 42 kr. ergeben. — Vom 23 oben fee, 1. März. Ein schweres Brandnn- glück hat letzten Donnerstag Morgens das Dorf EmS bei Chur betroffen: 17 Häuser mit Stallungen sind ein Raub der Flammen geworden. auch einiges Vieh ging zu Grunde. Der Lie- geuschaslSschaden wird annähernd ans 100,000 Fr. geschätzt, der Fahrnißschaden ist ebenfalls sehr bedeutend. Dreißig Familien sind obdachlos. Beinahe wären 3 Frauenspersonen — eine alte Großmutter, eine Wiltwe und ein junges Mädchen — in den Flamme» nmgekommen: 3 Stunden lang harrten sie in Todesangst in einem der zuerst brennenden Häuser auf Rettung, die endlich gelang, als einige junge Männer mit Helvenmuth sich in die brennende Ruine stürzten. Entmündigung. Nr. 2399. Durch rechtskräftiges Urtheil vom 25. v. M. ist Georg Friedrich Rudel von Weiler wegen bleibender GemüthS- schwäche entmündigt, und wurde Schuhmacher Jakob Moser von dort zu seinem Vormund ernannt. Sinsheim, den 26. Februar 1870. Großh. AmlSgeiicht. Mors. Häffner. [1621 Reihen.. Steigerungs-Ankündigung I» Folge richterlicher Verfügung wer- den die der Müller Karl Zutavern Ehefrau, Margaretha, geb Brunner, z. Z. in Reihen, gehörigen Liegenschaften am Donnerstag den 24. März 1870, Nachmittags 2 Uhr, in dem Nathhause zu Reihen einer öffentlichen Steigerung ausgesetzt, wobei der envgiltige Zuschlag erfolgt, wenn der Schäz- züngSpreiö oder mehr geboten wird, nämlich: 20 verschiedene Grundstücke, auf der Ge- markung Reihen zerstreut liegend und 10 Morgen 1 Viertel 32 Ruthen haltend, im Anschlag zu 4600 fl. Steinsfurth, den 19. Februar 1870. Ter VoUstrcckungsbeamte: Großh. Notar Süß. [171] Sinsheim. Holzversteigerung. Nr 260. In dem SiuSheimer | StiftSwald Distrikt [ Ncnnenwald versteigern wir am Donnerstag den 10. - —. März d. I., Nach- mittags 2 Uhr, mit Vorgfrist bis 1. Scp- tember l. I. 40% Klafter eichen Scheit- und Nutzholz und 3000 Stück eichene Wellen gegen Bürgschaft oder Cautionsleistung mit dem Anfügen, daß sich auswärtige, der Verwaltung unbekannte Steigerer mit gemeinde- räthlichem Zeuzniß über ZalnngSfähigkeit bei der Versteigerung ausznweisen haben. Sinsheim, 4. März 1870. Großh. Stistschaffnei. _Banz._ [179] Sinsheim. Holzversteigerung Zugleich mit der auf Donnerstag den 10. Marz angekünrigten Holzverstcigerung der Großh. Stistschaffnei Sinsheim werden 17 Klafter eichenes Scheitholz (Besoldungsholz) gegen Baarzahlung vor der Abfuhr ver- steigert. _ Liegenschaftsvcrpachtmig. [174] Am Freitag den 11. März, Nachmittags 2 Uhr, werden 20 den minderjährigen Philipp und Katharina Ziegler von hier gehörige Grundstücke (Aecker, Wiesen und ein Garten) im Rathhause in öffentlicher Versteigerung auf 6 Jahre in Pacht vergeben. Sinsheim, vcn 4. März 1870. Bürgermeisteramt: Heiß. Paux. Liegenschaftsverpachtung. [175] Jakob Stcrk'S Kinder lassen am Freitag den II März, Nachmittags 3 Uhr, im Nachhause zu Sinsheim 30 Grundstücke auf 9 Jahre in Pacht ve> steigern. Sinsheim, den 5. März 1870. Bürgermeisteramt: Heiß. Laux. Liegenschaftsvcrpachtung. [176] Säinmlliche Aecker und Wiesen der minderjährigen Eiisabetha Schuhmann werden am Freitag den 11 März, Nachmittags 4 Uhr, im Rathhause aus 6 Jahre in Pacht auf- geboten. Sinsheim, den 5. März 1870. Bürgermeisteraiiit: Heiß. Laux. Fahrniß-Versteigerung. [177] Adam Jeremias von hier läßt am Donnerstag den 10. März, vormittags 8 Uhr anfangend, versteigern: Wollen- waaren, Frauenkleider, Hemden, Weißzeug, Schreinmerk und sonstige Hansgeräthe. Sinsheim, den 5. März 1870. Dürgermeisterauik: _H^e _ Faselverkauf. fl72] Bei Faselhalter iöafob Hvnnig dahier steht chein zum Schlachten geeigne- ter Gemeindefasel, welcher dem Verkauf auSgesetzt werden soll. Angebote hierauf wollen alsbald bei der Unterzeichneten Stelle gemacht werden. Hosfenheim, den 4. März 1870. Bürgermeisteramt: Hönnig. Schäfer. Stammholzversteigerung. Montag den 7. März d. I., Vormittags 9 Uhr anfangend, werden im hiesigen Gemeinde- wald, Distrikt II. Hohenberg 15 Eichstamm und 1 Ahornstamm, zu Bau- und Nutzholz sich eignend, versteigert, wozu die Liebhaber einladet. Flinsbach, den 2. Mär; 1870. Bürgermeister Senge». Schupp, Rthschr. Protestantenverein. [180] Donnerstag den 10. März, pünktlich um 6 Abends, Bortrag über Jung-Stilling von Herrn Stadtvikar Schwarz aus Heidelberg, im Lehrzimmer der evang. Mädchenschule. Freier Eintritt für Jeder mann. _ Conjpoiis ~~ von Amcrikan. United Staten Oblig. per 1. Mai 1810 fällig, werden jetzt schon bei unS eingetöst. [173] Gebrüder Ziegler - 116 - Nutz- und Brennholz. Versteigerung. [178] 81 u3 nachbenan »teil Schaffnerei- waldinigen werden felgende Holzsortimente versteigert: 1) am Montag den 14. Marz d.J., Morgens 10 Uhr, in der Wirthschaft des Friedrich Fletterer in Mönchzell ven den vormals Uexküll'schen Waldungen tat Trösterle, Salzderg und Mühlwald: 86'/« Klafter buchene?, 5'/, eichenes und 9^/« forleneS Scheithclz, 17'/« Klafter buchenes Prügelholz, 12 % n Stockholz und 6886 Stück buchene Wellen, zu dessen Zahlung Borg'rist bewilligt wird. 2) am Dienstag den 18. d. Mts., Vormittags 10. Uhr, i« der Wirthfchaft res Georg Frey in Kloster Lobenfclv vom Distrikt Langenthal: 11 eichene Klötze und 1 Akazienstamm; vom Mühlwald: 4 eichene Klötze, 3 eichene und 4 lärchene Stangen; vom Salzberg: 5 Forlenstamme und 96 forlene Brunnen» deuchel; vom Biiifcnteich und Büschel: 4 eichene und 9 buchene Klötze; von der Hohlebnch beim steinernen Tisch; 6 Fichten- und Lärchenstämine und 20 Lauholzstangen; vom Eulenberg: 12 Fichten- und 7 Forlenstämme, 90 forlene Brunuendcuchel und 4 fichtene Banholzstangen. Lobenfeld, den 4. März 1870. Kathol. Schaffncrei Lolli n. Stammholzversteigerung. [168] In der Freiherr- S lich von Gem- s mingcnschen Waldung da- hier, Distrikt Reubcrg an der Platte, weiden nächsten Mittwoch den 9. März von Bormittags 9 Uhr an 254 Eichen, Nutz-, Bau-, Schwellen- und Wagnerholz, 32 Forlen und Fichten, Säg« mid Bauholz, 26 Aspen, Bauholz, 5 Aliaskirschen, 115 Wagnerslangen öflenllich versteigert. Zusammenkunft ans der Hiebfläche. Gemmingkn b. Eppingen 3. März 1370. Frciherrlich von Gemmingensche GutSverwaltung. Veb- & Strickgarne ju den niedersten Preisen bei ^ [1431 Er nst Joe. St utz,nan». 28 Stück schöne Birnstämme, gutes Moslobst, sind zu haben bei Kaminfeger Christian Klaiber __ in Sinsh eim. Kleefaamen Luzern er (blauer) j 1869er Ge- Deutscher(krciblätteriger) ] wächs nl guter Waare billigst bei [165] Gebrüder Ziegler. s 166] D a u d e n z e l l. Nutz- und Brennholz- Versteigerung. Freitag den I I. März l. I., Bormiltags 9 Uhr aiisangcnd, werden in hiesigem Gemeindöwald, bei der Schnlwicse, 35 Eichstänime, darunter Holländer, 9 Buchstäinme, 2 Kirschbäume, 21 Aspen, 129 Stangen (Wagnerholz), 49 Klafter buchen Scheitholz, 8600 Wellen öffemlich versteigert. Daurcnzell, den 3. Mär; 1870. DaS Bürgermeisteramt: Ph. Maßholder. _ Meng. [183] Lcirenharterhof bei Neunkirchen. Holzversteigerung. Der Unterzeichnete läßt bis Mon- UH^Vtag den 14. d. MV, VH.) Bormiltags 9 Uhr. M folgendes Holz aus .seinem Privatwald beimLeidenharterhos öffentlich versteigern, alS: 50 Klafter birken Rollenholz, 40 Klafter forlen dto. 300 Stück birkene Wagnerstangen und 300 » forlene Hopfenstangen. Die Zusammenkunft ist aus dem Hof. Leidenharteihof bei Neunkirchen, den 1b. März 1870. Gerhard Keller. Mühlbaner zwei bis drei tüchtige werden zum sofortigen Eintritt gesucht bei Mühlbaner Gögel in Sinsheim. 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