Der fimiMr. für den Lokalblatt Amtsbezirk Binsheim und Umgebung. JS 54. Erscheint 3mal wöchentlich, Dienstag, Donnerstag, Zainstag. Äamslag den 7. Eni Einrückungsgebühr: die einspaltige Zeile 3 kr. 1870. - Cagesgeschichte. Stuttgart, 2. Mai. Ueber die Pfingstfeicrtage soll der zweite Kongreß der socialdemokratischen Arbeiterpartei in hiesiger Stadt znsammentreten. Vorbereitungen dazu werden von dem hiesigen socialdemokratischen Arbeiterverein bereits getroffen. (Schw. Bl.) Stultgart, 4. Mai. Der König hat den Unterrichts« minister, den seitherigen Kammerpräsidenicn Geßler, mit felgender Aniede beeidigt: »Ich komme Ihne» entgegen mit vollem Lertrauen und erwarte, daß Sie mir beisteheu, auch ferner den konfessionellen Frieden zu erhallen.« Berlin, 2. Mai. Die aus Varzin eingehenden Nachrichten über das Befinden des Grafen Bismarck, lauten andauernd günstig. Ohne Unterbrechung macht die Wiedergenesnng desselben Fortschritte. Wie es heißt, beabsichtigt Graf Bismarck, um die Mitte der nächsten Woche nach der Hauptstadt zurückzukehren. Berlin, 2 . Mai. Das Zollparlament soll womöglich am 7. d. MtS. geschloffen werden und die Reichskagsarbeit am 9. d. Di., und zwar mit der Erledigung deS Budgets beginnen; man hofft die Reichstags-Session etwa zum 28. schließe» zu können; viel langer wird sie sich keinenfalls hinausziehen. — Ans Süv- denrschland sind im Ganzen 52 Zollvarlamentsabgeordnete hier anwesend; 30 sind ansgebliebcn. Berlin, 4. Mai. Die »Provinzialkorresp » meldet: Die Kräftigung des Grafen Bismarck schreite nur langsam fort; über seine Rückkehr seien feste Bestimmungen noch nicht getroffen. — Dasselbe Blatt hält die Hoffnung auf eine Verständigung zwischen dem Bundesrath und dem Reichstag in Betreff der Beibehaltung der Todesstrafe fest. Dresden, 3. Mai. Der Großherzog von Hessen hat heule früh 7*/ 2 Uhr über Leipzig die Rückreise nach Darmstadt angetreten. Aus Wien vom 2. Mai wird der «Karlör. Ztg.« berichtet: Die griechische Regierung hat dem Vernehmen nach in der Angelegenheit von Marethon selbst die Initiative ergriffen und in einer besonder» Mittheilung an die Mächte zunächst ihre Pflicht und ihre Bereitwilligkeit erklärt, jede Genugthunng zu leisten, die einer Regierung für eine ihr jedenfalls nicht unmittelbar zur Last fallende That angesonneu werden könne. Gleichzeitig aber hat sie der bestimmten Hoffnung Ausdruck geliehen, es werde ihr nichts zngemuthet und kein Schritt gegen sie un- ternomlneu werden, der ihre Autorität in den Augen der eigenen Bevölkerung erniedrigen und sie damit vollständig außer Stand setzen müsse, geordnete Zustände zu schaffen und zu erhalten Wien, 3. Mai. Die parlamentarische Ergänzung des Ministeriums steht spätestens für nächste Woche bevor. Der Aufforderung der industriellen Vereine an das Ministerium, betreffend die allgemeine Weltausstellung in Wien, haben sämint- liche Minister, besonders auch Graf Beust, zngestimmt. — Die Antwort Antonelli's auf die österreichische KonzilSdepesche ist eingetroffen und abschriftlich mitgetheilt worden. Der Schritt der französischen Regierung in Rom wird von allen bedeutenden Machten, auch von Preußen, unterstützt, das in einer Note an den Kardinal Antcnelli auf die wichtigen Folgen der Haltung der Kurie für das zivilisirte Europa hingewiesen hat. — Ans Rom wird gemeldet, daß die Haltung der Minderheit sich ge- kraftigt hat, und daß die Jnfallibilitätserklärung zwar nicht fallen gelassen ist, aber die Verhandlung über den dogmatisirten ShllabuS wahrscheinlich vertagt werden werden wird. Paris, 3. Mai. Im »Konstitutionnel» schreibt Robert Mitchell: »Erhalten wir eine starke Ja Majorilät, so ist das Kaiserreich begründet, wird die durch die Zustimmung des Landes gestärkte Regierung entschlossen die liberale Bahn wandeln. Trägt die Zahl der «Nein« den Sieg davon, so stehen dem Kaiser nur zwei Wege offen: entweder muß er abdanken, seine Stelle den Staatsmännern von Bellcville einräumen, oder das Ergebniß der Abstimmung als eine antiliberale Protesterhebung betrachten und die Bahn der Reaktion betreten. Stimmt demnach mit »Ja«, wenn Ihr die Freiheit wollt, mit »Nein«, wenn Euch die Revolution lieber ist. Stimmt gar nicht, wenn die Angelegenheiten Eures Landes kein Interesse für Euch haben, wenn die Staatesache Euch gleichgültig läßt, wenn Ihr Euch für unwürdig haltet, Euer Recht als Wähler auszullben.« Das Komitv der französischen Linken hat folgendes Manifest an die Armee gerichtet, welches das »Sivcle« an der Spitze seines Blattes veröffentlicht: »Ihr wäret Bürger, ehe Ihr Soldaten wurdet. Euer Herz schlägt wie das unsrige bei dem Gedanken an das Vaterland und"an die Freiheit; höret also unsere B>uderworte. Wir haben mit Euch in Euren eigenen thenersten Interessen, welche wir von den unsrigen nicht trennen, zu reden. Man wird Euch morgen in den Kasernen znsammcnberufen und Euch Eure Zustimmnng zu Gunsten eines Systems abfordern, welches noch schwerer auf Euch als auf den anderen Staatsbürgern lastet. Als Wähler macht Ihr einen Thcil des souveraincu Volkes aus, und da das Kaiserthum von Neuem seine Kandidatschaft aufstellt, so befragt Euch und Eure Vernunft und den gesunden Menschenverstand; Minister, Generäle,. Obersten haben nichts über das zu bestimmen, was in den Bereich Eures Gewissens gehört. Wenn Ihr glaubt, daß eine Regierung, welche Euch während Eurer schönsten Lebensjahre allem, was Euch lieb und thener ist, Euren Bürgerpflichten, Eurer Hoffnung auf den Beruf entreißt, welche Euch zu Fremden im eigenen Lande macht, weder gegen die Gerechtigkeit noch gegen Eure Freiheit handelt, so stimmt mit »Ja» unter den Augen Eurer Vorgesetzten. Wenn Ihr dagegen Euren Platz am heimischen Herde, Euer Recht auf daö soziale Leben wieder erringen und doch zur Verfügung deö Vaterlandes bleiben wollt, für den Fall, daß seine Sicherheit, seine Ehre bedroht wäre — und dann stände die ganze Demokratie Euch zur Seite —; wen» Ihr glaubt, daß die Freiheit da» höchste aller Güter ist; wenn Ihr es müde seid, einer Politik, rvelche Ihr selbst bekänipfen würdet, sobald Ihr nicht mehr Soldaten seid, zum Schilde und zum Werkzeuge zu dienen; wenn Jyr von diesen wüsten, fruchtlosen Kriege», welche Euch daö beste Blut kosten, nichts mehr wissen wollt; wenn Ihr schließlich als freie Männer in einem freien Vaterlande leben wollt: so stimmt kühn mit »Nein». Und glaubt nicht, daß dieser manii- hasle Akt Euch der Rachsucht und Verfolgung Preis gebe; der Geist Frankreichs wird Euch beschützen. Und mögt Ihr weiter wissen, wie Eure Chefs es so gut wie Ihr kennen, daß die Armee irr Frankreich keine dynastische, sondern eine nationale Institution ist. Wen» sie auch ihre» Gefühlen keinen freien Lauf lassen, nicht mehr als Ihr haben sie Ursache, sich ob des Casarismus zu beglückwünschen. Ist die Beförderung nur ausschließlich die Belohnung des Verdienstes und der geleisteten Dienste? Sie wieJhr mögen darauf antworten. Und die Bessere» unter denen, welche Euch befehligen, wie oft scuszcn sie nicht, daß sie Euch bereiiwilliger finden, als ihnen lieb ist, gewisse Befehle zu voll- zsehe», welche sie gezwungener Maßen E»cb wiederzngcben haben? Habt Vertrauen Einer zum Anderen. Man läßt Euch i» den Kasernen abstimmen, man hindert Euch, Eure Stimmen in den Mairieen mit denen Eurer Mnbürgcr zu vereinigen; man entzieht Euch damit das Geheimniß der Abstimmung, ohne welches es unter einer Herrschaft der Willkür weder Sicherheit, noch VlimbfKingnifcit, noch Würde für den Wähler gibt. Und warum bestreitet inan Euch dieses Reckt, welches inan fcnft Riemaneem versagt, wenn cs sich nicht darum handelt, • Eure freie Willensäußerung, vor welcher mau sich fürchtet, Zwang aufzuerlege» ? Ihr werdet diesem Treiben sein Recht wieverlahren lassen und mit "Rein« stimmen. Dieses Votnni wird der Bundesvertrag zwischen Bürgern und Soldaten sein. Frankreich zahlt auf die Armee, die Armee kann auf Frankreich zahlen « Paris, 3. Mai. Tie „Patrie" will wissen, daß von den 20 aufgesundenen Komplott-Bomben mir 17 aus der Werkstätte des Gießers Lepet hervorgegangen sind. Tieser Umstand scheine zu beweisen, daß eine geivisse Anzahl dieser Explosivns- werkzenge den Nachsuchnngen der Polizei entgangen ist. Paris, 4. Mai. In den Provinzialstärten werten Ver- fammlungeu gegen das Plebiszit von der Bevölkerung unter dem Ruf: «Es lebe der Kaiser! Rieder mit der Republik!-, aufgelöst. — Gestern wurden in Marseille mehrere Mitglieder des republikanisch-sozialistischen Komite's verhaftet. Ans Rußland. Die russische Socialisten-Partei setzt ihre revolutionäre Agitation mit ungeschwächtem Eifer fort nnd bat neuerdings wieder in Littauen und den riissischen Gouvernements Kiew, Podvlien nnd Bolhmnen in zahlreichen Erempla- ren eine Proklaination verbreitet, ivorin die Bevölkerung zur Stetierverweigcrnng und sonstiger Vorbereitung der Revolution auf- gesordert wird. Viel Wahrscheinlichkeit bat die hier vielfach geäußerte Aiisicht, daß die gerade im gegenwärtigeil Augenblick erneuerten revolutionären Unitriebe in den genannten ehemals polnischen Landestheilen auf die dort herrschende religiöse Aufregung berechnet seien. St. Petersburg, 4. Mai. Wegen Ablebens des jüng- sien SohueS des Thronfolgers wird der Kaiser seine 'Reise nach Deutschland erst am II. d. Mts autreteu. Der Kaiser trifft am 13. in Berlin ein und setzt die Reise nach einigen Tagen nach Ems fort. Ein diplomatische Korrespondenz zwischen einer Bande Raubmörder einerseits und den Vertretern zweier europäische» Großmächte andererseits werden die wenigsten unserer dieser mit Augen gesehen haben. Wir lassen daher eine solche wörtlich folgen: 1) «Meine HH. Gesandten von England und Italien! Die Herren sind sehr gütig, aber anbelaiigeud, worüber wir mit dem Herrn übereingekommen sind, betreffend daö Lösegeld von 25,000 Pfund, so verlangen wir von der hellenischen Regierung die Amnestie, und daß die Verfolgungen verhindert werden, nickt nur in Attika, sondern in allen Provinzen; denn wenn wir vernehmen, daß man uns verfolgt, so werden die Herren in Gefahr sein. Wir erwarten ihre Antwort unfehlbar morgen « 2) «Die Gesandten Englands nnd Italiens haben Ihre Mittheilung erhalten. Die Zahlung der Siimine wird keine Schwierigkeit machen, aber Sie dürfen nicht auf einer Amnestie bestehen, welche die Regierung zu bewilligen nicht die Macht bat. Es werde» Personell an Sie gesendet werden, um mit Ihnen zu lluterhaudetu, und in der Zwischenzeit haben der König uiid der Eonseilsprä- sideut dem englischen Gesaudtei, versichert, daß Sie iiicht belästigt werden sollen. Behandeln Sie Ihre Gefangenen so gut wie möglich. Sie können dieselben ohne jede Besorgniß in irgend einer ländlichen Wohnung unter Dach biinaen. C M. Erskinc.« Bezüglich der griechischen Räuber erzählt ein Korrespondent des „Kork. v. u. f. Deutschst" einige Einzelllheiten, ans denen die stuunenswerthe Familiarität hervorgeht, mit welcher sich die durch. die in ihren Händen befindlichen Gefangenen gesicherten Räuber fast unter den Maliern der griechischen Hanpstadt benahmen. Der von ihnen entlassene Lord Muncaster schickte bekanntlich den unglücklichen Gefangenen Lebensmittel und Kleider hinaus. Tie Räuber benützten diese Gelegenheit, um sich ihre Fernrohre und Uhren in Athen ansbeffern zu lassen. La- dv Muncaster, die Gemahlin des Freigelassenen, schickte hierbei dem Ränbcranführer mit seiner ansgebesserten Uhr aus Dankbarkeit für die Retlumg ihres Gemahls eine goldene Kette zum Geschenke und erhielt dafür von ihm ein kostbares silbernes Amnlet zum Andenken! Nach in London eingctrPsenen Berichten hatten die Gefangenen unter sich das Loos gezogen, welcher nach Athen gehen sollte, mn die Unterhandlungen wegen der Auslösung zu leiten. Das Loos fiel ans Vyner; dieser jedoch lehittc ab und drang in Lord Muncaster, an seiner Stelle zu gehen, damit dessen Gattin beruhigt werde. Er ist also das Opfer seines Edelmuthes geworden. Washington, 2. Mai. Die Staatsschuld betrug am 30. April 2654 Millionen Dollars. Es bat daher im Monat April eine Verminderung der Schuld um I l '4 Millionen ffntt* gefunden. Im Staatsschatz befinden sich 115'/, Millionen in Baar nnd 7 Millionen in Papiergeld. verschiedenes. * SinSheim, 5. Mai. Gestern wurde ein sehr braves Dienstmädchen dahier von einem schweren Unfall betroffen, in- deni cS durch Einstürzen einer Riegelmaner einen Beinbruch erlitt und ein Arm stark beschädigt wurde. — Bei der am 4. d. statlgefnndenen Prämiirnng von Rindvieh auf dem Maimarkt in Mannheim haben ans nnserm Bezirk Gebr. Frank von Rcckar- bischofsheim nnd Gebr. Zimmer» von Michelfeld für ausgezeichnete Farren und Kühe Prämien s 20 und 10 fl. erhalten. — K arlSruhe, 3. Mai. Wie man neueftenö erfährt, wird der bisherige Bahnhof für die Maxanbahn am Mühlburger Thore in Verwendung bleiben, für die Karlsruhe-Mannheimer Bahn aber ein neuer Bahnhof auf dem vormalige» Kinderspielplätze und in dessen Nähe auch ein Gülerschoppen erbaut werden. — Karlsruhe, 4. Mai. Das großh Handelsministerium hat >n Sacke der Kraichgan-Bahn unter dem >7. April folgenden Erlaß an den EisenbahnanSschuß in Brette» ergehen lassen: «Ans die unterm 25. September v. I. hierher eingercichle Bitte um den Bau einer Eisenbahn von Berghansen über Brette» und Eppingen nach Grombach beziehungsweise SteinSsnrth auf Staatskosten haben wir zu erwieder», daß wir im Hinblick ans die sehr bedeutenden Anforternngen für bereits begonnene oder nach bestehenden Slaatsverträgen auSznfnhrenre Bahnbanten nicht in der Lage gewesen sind, auch die Anlage der im Eingänge erwähnten Bahn für die nächste Zeit zu beantragen. Rach den über diesen Gegenstand bei den Ständen gepflogenen Verhandlungen wurde übrigens die Anlage einer Bahn, welche mit Berührungen von Eppinngen den Weg von Karlsruhe nach Heilbronn thunlickst abgekürzt, zur Belvollständigiuig des Eisenbahnnetzes für wünschenSwertb erachtet, nnd werden wir auf diese Eisenbahnverbindung zu geeigneter Zeit znrückkommen. Die vorgelegten Pläne und Kostenanschläge haben wir ans diesem Grunde znrückbehalten.« v. Dusck. — Heidelberg, 2. Mai. Don sämmtlichen hiesigen Bierbrauern wurden 3500 Fuder Bier gebraut. Im vorigen Jahr 3015 Fuder, stellt sich also für dieses Jahr ein Mehr von 485 Fuder heraus. (H. I.) — Mannheim, 4. Mai. Der gestrige Haupttag des Mannheinwr Maimarktes war so belebt, als er es seit zwei Jahren nicht mehr war, die bayerische Pfalz hatte, wie gewöhnlich, ein zahlreiches Kontingent zil den Besuchern gestellt und sollen allein mittelst der pfälzischen Lndwigsbahn ungefähr 13,000 Reisende hierher befördert worden sein. Auf dem Markte in der Stadt, der Messe und den Wirthshänsern herrschte reges Leben, die Verkäufer schienen gute Geschäfte getnachk zu haben. — 41 us Baden. In Karlsruhe ist am 2. Mai der ausgezeichnete Gymnastiker Hebert, der bei seinen wiederholten Vorstellungen' im Thiergarten so großen Beifall gefunden, als er damit'beschäftigt war, de» Apparat wegznnehme», aus einer Höhe von 50 Fuß hcrabgeflürzt nnd hat sich schwerverletzt. Er wurde bewußtlos ins Spital gebracht. — Am 3. Mai ist Herr Detmar Alt, einer der beschäftigsten Aerzte in Mannheim, gestorben; er war nur kurze Zeit krank. ? Vom 'Neckar. Die Einnahmen des Zollvereines an Ein nnd Ausgangs-Abgaben im Jahre 1869 beträgt 26,674,537 Thlr.; gegen das Jahr 1868: 674,051 Thlr. wenigem Der Ausfall rührt nach der offiziellen Darstellung vorzugsweise von der erheblichen Minderverzollung von Salz, Tabak und Tabakfabrikation her. — In Preußen leben l 1,809,000 Personen von der Landwirthschaft; 628,000 von Berg- unk Hüttenban; 2,964,000 von Industrie und Bauwesen; 830,000 vom Handel; l,264,000 vom Verkehr (Eisenbahn, Post); 2,017,000 von persönlichen Verdiensten; 226,000 von Erziehung nnd Unterricht; 291,000 Armee und Flotte; 802,000 ohne Berns. In den Städten leben 7,4.52,000; ans dem Lande 16,568,000 Personen. — Preußen zählte 1869 nicht mehr als 3283 pensionirte Offiziere mit 3,435,563 Thlr. Pensionen. 4= Frankfurt, 4. Mai. Frankfurt wird immer mehr. Weltstadt. Seit kurzem verkauft man hier an verschiedenen Stellen rie größten Nord- und Ostseefische, welche täglich per Eilzng ankonunen. Auch ist bereits in Konservedosen frisches und gekochtes Hammelfleisch ans Australien eingetroffen. © H a n nover, 4. Mai. Rach dem Geschäftsberichte der — 225 — hannover'schen Bank hat dieselbe im letzten Jahre einen Umsatz ven rund >27 Millionen Thlr. gegen 117 Millionen im vorletzten Jahre. — Ibbenbüren (Westphalen) 26. April. Wie die „N. B. Z." vernimmt, ist auf den in unserer Nähe befindlichen Bleigrnbcn Platin gefunden ivorden. Dies wäre das erste Vorkommen dieses technisch und für die Wissenschaft so wichtigen Metalls in deutschen Landen. Nur Südamerika und der Ural konnten sich bisher der Gewinnung des Platins und seiner Begleiter rühmen. Land- und Hauswirll,schalt. U e b e r die Wirkung verschiedener Düngemittel aus den GraSwnchs bat die laudwirthschaftliche Lehranstalt in Worms, augeregt durch die dessallö erzielten Resultate der Herr» Lawes und Gilbert in Rolhamstcdt Versuche anstelle» lassen über die Wirkung von Schlamm, Abtrittsdünger, Mistjauche, Knochenmehl und Kalisalzen. Die Schlammdüngung hatte zur Folge, daß sich der Heuertrag, berechnet aus den Morgen, um 7 Clr. erhöhte; allein eo waren in Folge der Schlammaufbringung manche süße Grasarten vei-schwunden und ziemlich viele saure Gräser zum Vorschein gekommen. Doch glauben wir, daß dies nicht der Fall gewesen sein würde, wenn der Schlamm vor der Aufbringung genügend lange der Einwirkung der Luft unterworfen gewesen wäre. Der Abtrittsdünger erzeugte, selbst da, wo die Grasnarbe fast abgestorben war, einen förmlichen filzigen Wuchs des im gewöhnlichen Leben Kuhflach- tengras genannten Gewächses. War dasselbe auch nur gut Handhoch, so vermehrte eS doch den Heuerlrag per Morgen gegen uugedüugt um 13% Centuer. Das GraS selbst wurde von dem Rindvieh verschmäht; allein das Heb wurde ausgenommen. Doch glauben wir, daß in den folgenden Jahren auch das Gras eine dem Rindvieh zusagendere Natur annehmen wird. Die Mistjauche halte auch eine starke Vermehrung des EltragS zur Folge. War derselbe auch nicht so groß, wie nach AbtritlS- düuger, so war doch das GraS besser. Die auf der betreffenden Wiese seit Jahren beobachteten Gräser kamen zum Vorscheine, nur verstärkt als Bodeugras und üppiger im Wüchse; dagegen waren die verschiedenartig blühenden Kräuter fast gänzlich verschwunden. Der Mehrertrag in Heu pro Morgen betrug 14% Centuer. Daö Knochenmehl (dasselbe war vorher mit Erde gemischt und unter zeitweiligem Zusatze von Jauche einer Gährung unterworfen worden) wirkte der Art auf den PflauzenwuchS ein, daß manche Gräser verschwanden, oder doch, Knäulgras, in der Entwicklung zurückblieben, während der rothe und der weiße Klee, sowie wilde Wicken, die im Wiesenfuttcr sehr zu schätzen sind, die Oberhand gewannen. Die Heuvermehrung betrug zwar nur 12 Centuer pro Morgen von 2 Ctr. Knochenmehl; allein Hoffentlich wird sich im nächsten Jahre der Ertrag wesentlich steigern. Das schönste und beste Gras, wenn auch nicht im üppigsten Wüchse, wurde durch Kalisalz erzielt. Die Graser waren zwar ihrer Art nach geblieben; allein sie waren feiner, zarter, weniger rauh, dagegen hatten sich die Kräuter meistens verloren. Die Steigerung des Ertrags betrug 11 % Centuer. Cttcrimjcfjcs. Das dtene Blatt Nr. 20 ist soeben eingetroffe» und enthält: -'Pygmäen." Ein Roman nach der Natur. Von L. K. v. Kohlenegg (Poly Henriou). — »Herzog Ernst von Coburg auf der Bühne.» Mit Illustration. — »Unerwarteter Besuch.« Mit Jllusttation von Ortlieb. — »Die Mutter Gott's». Novelle. Von Adeline Volckhansen. — »Die Post und die Eisenbahnen.« Von W. S. — »Unter dem Strohdach « Eine Erinnerung aus der Jugendzeit. — »Naturwissenschaftliche Skizzen » Von Karl v. Kessel. — »Allerlei«: Amerikanische Reklame. — »Correspoudenz.» [352] Angebote auf Lieferung von 200 Ztr. Spelzstroh und 100 Ztr. Blaukleeheu sind bis spätestens Dienstag den 10. Mai, vormittags 9 Uhr, schriftlich beim Gemeinderathe einzureichen. Sinsheim, den 4. Mai 1870. Gemeinderath: Heiß. _Laux. Feuerwehr Sinsheim. [353] Sonntag den 8 Mai, Morgens 6 Uhr, Dian erwartet vollzähliges und pünkliches Erscheinen. Das Commando. 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[344] Der Karlsruher Pserdemarkt findet in diesem Jahre am zweiten Meßmontage den 13. Juni statt. In Verbindung mit diesem Markt wird der Gemeinderath mit Staatsgenehmigung eine Anzahl der schönsten Reit- und Wagenpferde, das Neueste in Equipagen, vollständige Pferdegeschirre, sowie Reit- und Fahrreguisite aller Art zur Berloofung bringen und zu diesem Zwecke 12,000 Loose ausgeben. Der ganze Reinertrag der abgesctzten Loose wird zum Ankauf von Gewinnsten verwendet. DaS Ergeoniß der Berloofung, welche am 14. Juni d. I., Nachmittags 2 Uhr, öffentlich stattfindet, wird in unserm Blatt bekannt gemacht weiden Loost ä 1 st. sind zu hoben in der Buchdrucker ei von G. Becker in Sinsheim. Mineralwasser, als: Selterser, Einser Kränchen, Kissinger Racoczy, Friedrichshaller Bitterwasser, zugsweise aber Soda-Wasser in Ktffkn vom 50 und 100 Flaschen, » 2 kr. per-Kl»sche»l«halt 7 - sind in frischen Füllungen eingetrosfeii bei [307] Ernst Iac. Stntzmann. Mi Auswanderer. [257] Nach Nord- und Südamerika und den überseeischen Ländern befördert die Unterzeichnete, seit 1852 concessienirle, Hauptagentur über alle bekannten Seehäfen mit Dampf- und Segelschiffen Auswanderer und Reisende zu den billigsten Preisen. Die BezirkSageiiten: Mich. Wirfching in Mannheim. I. Walter in Steinsfnrth, A. Dehoff in Kirchardt. [351] Indem ich für das mir geschenkte Vertrauen während meines Hierseins iunigst danke, sage ich Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl. Ch. Geiger, Maler und Photograph. Zeitliche Empfehlung. [699] Die Stollwerck'scheu Brilstbonbons haben vor allen andern gegen Heiserkeit. Husten rc. empfohlenen Mitteln den ganz besoudern Vorzug, daß sie, nur aus Zucker und Pflauzensäfteii bestehend, vom Körper leicht afficiuirt werden und die Verdauung nicht stören. Sie werden nebenbei von Kindern und zarten Personen gerne und mit Erfolg genossen, wie ich mich selbst durch Versuche in dem unter meiner Leitung stehenden Hospital überzeugt habe. Breslau, 21. 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