Der kan 12 Erichen »/ »= i Dienstag, Lokalblatt für den Amtsbezirk Sinsheim und Umgebung. 1870. Erscheint 3mal wöchentlich, Donnerstag, Samstag. Samstag den 25 , Juni EinrückmigSgebUhr: die einspaltige Zeile 3 !r. Einladung zum Abonnement. Mit dem 1. Juli 1870 beginnt ein neues Wonnement auf den „Landboten". Derselbe wird wie seither fortfahren, die politischen Tagesereiglüsse freisinnig zu besprechen uild bemüht sein, auch die Interessen unserer engeren Heimath niit Entschiedenheit zu vertreten. Beiträge zur Förderung unserer nationalen Sache wie auch gemeinnützige finden gerne Aufnahme. Der Abonnements- prcis ist hier sammt Trägerlohn vierteljährlich 48 kr., durch die Post bezogen 55 kr. Das mit jeder Samstagsnuunuer erscheinende Unterhaltungsblatt wird durch gute Erzählungen, Miszellen re. das Interesse unserer Leser stets wach zu halten suchen. — Alle amtliche Bekanntmachungen erscheinen im Landboten und eignet sich derselbe durch seine starke Verbreitung zur Aufnahme von Inseraten bestens und kostet die einspaltige Zeile 3 kr. Bei öfterer Wiederholung der Anzeigen bedeutenden Rabatt. '(t Bestellungen, welche nur Quartalsweise von den Großh. Postbehörden angenolunlen werden und mit jede»! neuen Quartal einige Tage vorher zu erneuern sind, wollen rechtzeitig auswärts bei den großh. Postanstalten und Postboten, hier im Kontor d. Bl. gemacht werden. Sinsheim, im Juni 1870. Die Expedition des Landboten. Sagesgeschichte. Karlsruhe, 20. Juni. Die Gesetze über Militärstraf- recht und -Prozeß treten mit dem 1. Oktober i» Wirksamkeit. Ueber die GerichtssteUeii ist u. A. bcstimmt, daß i» den Gar- nisonSorten Mannheim, Freiburg und Konstanz je ein Divisi- onsauditeur seinen Ansenthalt haben soll; der GarnisonSaudi- tenr in Rastatt ist zugleich DivisionSautitenr. Die DivisionS» auditeure besorgen zugleich die zur Divisionsgerichtsbarkeit gehörigen Slraffälle der Landwehrstammmannschasten. Jede selbstständige Truppenabtheilung hat in der Regel auch ein Abthel- luugsgericht, so sind jetzt schon als Regiments-Abtheilungsgerichte bestellt die Gerichte der einzelnen Regimenter, des Festungs- ArtilleriebataillonS, der Pioniere, der Trainabthcilung, der 10 Landwehr-Bezirkskommandos. (Schw. M.) Karlsruhe, 23.Juni. Geheimerath Professor Dr. Roßhirt an der Universität Heidelberg wurde auf sein unterthanig- steS Ansuchen mit Rücksicht auf sein hohes Alter, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und guten Dienste in den Ruhestand versetzt. Sinsheim, 24. Juni. Die Zahl der zum Amte des Bürgermeisters, in de» Gemeinderalh und BürgeranSschuß zu Sinsheim wählbaren Gemeindebürger beträgt 579 und die der Wahlberechtigten 453. Die Wahlkommission für die Morgen stattfindende Bürgermeisterwahl besteht ans dem großherzoglichen Aiutsvorstand, einem Aktuar und zwei Urkuntspersonen, in welch' letzterer Eigenschaft der Gemeinderath den Kaufmann Eduard Frank und Apotheker Karl Hunkele erwählt hat. Bon der Elsenz, 20. Juni. Die Tage, welche uns Entscheidung über die Wahlen zu den Gemeindeämtern bringen werden, rücken immer näher und dürste es nur noch kurze Zeit dauern, bis wir in der Lage sein werden, über den Ausfall derselben in einzelnen Orten Bericht zu erstatten. Je näher die Termine heranrücken, desto niehr wächst die Spannung, welcher den Wahlergebnissen vorauszugehen pflegt. Wahlversammlungen haben unseres Wissens bis jetzt nicht stattgefuuden und werdet! auch, wie es den Altschein hat, nicht gehalten werden, obgleich dieselben in richtiger Weise geleitet, zur Klärung der Verhältnisse und Ansichten vvtt entschiedenem Vortheile und darum höchst empfehlenswerth wären. Es ist anzunchmen, daß nach der Wahl der Bürgerineister, wenigstens in einzelnen Gemeinden Besprechungen behufs der Aufstellung geeigneter Candidaten und Einigung auf bestinmlte Persönlichkeiten zu diesen Aenttern folgen werden. Was uns an den Aeußerungen und Kundgebungen über die Wahlvorgänge seitens vieler Bürger besonders gefällt, das ist, daß man meist das Interesse und die Bedürfnisse der Gemeinde zum Ausgangspunkte nimmt und ferne bleibt von engherzigem Parteigetriebe, wie von den alten tu- multuarischen Rechthabereien u. dergl., welche früher bei Ur- wahlen zum Vorspiele die Gemeinden belvegten. Wir dürfen diesen Umstand gewiß mit Sicherheit als ein Zeichen politischen Fortschritts unserer Gemeindebürger hinnchinen, dem freilich noch ein weiterer glücklicher Fortgang und Aufschwung zu wünschen ist. (H. Z.) Gen gen buch, 18. Juni. Lender, I. Lindau und Genossen beabsichtigen, auf Sonntag, den 3. Juli, dahier eine Bolks- versammlnng auf dem sogen. Beegle zu halten. (B. Ldvz) Stuttgart, 20 Juni. Es ist hier das Gerücht verbreitet, der Bischof v. Rottenburg, Dr. Joseph v. Hefele, habe bereits die Absicht ausgesprochen, für den Fall der Jnfallibili- tätserkläruug seine bischöfliche Würde uiederzulegen und sich wieder, wie zuvor, auf das akademische Lehramt zurnckznziehen. Dieses Gerücht ist auch in solchen Kreisen verbreitet, von denen man annehinen kann, daß der Sache irgend eine bestimmte Aeuße- rung des Betreffenden zu GtNttde liegt. (F. I) München, 20. Juni. Gutem Vernehmen nach ist das Entlassungsgesuch des KriegSmiuisters, Freiherrn von Prankh, vorn Könige nicht angenommen worden. Berlin, 21. Juni. Gestern wurde die Uebercinkunft zwischen dem Norddeutschen Bunde, dem Königreich Italien und der Schweiz muerzeichnetz wodurch der Rortdeutsche Bund dem zwischen Italien und der Schweiz abgeschlossenen Vertrag bezüglich der Gotthardt-Bahn beitritt und die Frist für die Beschaffung der erforderlichen Subvention biö zum 31. Januar verlängert wird. Berlin, 21. Juni. Mit dem 1. Juli d. I. tritt der am 25. April zwischen dem Norddeutsche» Bunde und Großbritannien abgeschlossene Postvertrag in praktische Geltung. Von dem Bnndcs-Generalpostamt sind Ansführnugsbestimmungen zu diesem Vertrage ausgestellt worden. Rach den getroffencu Vereinbarungen iviid der Briesoerkehr, welcher aus Oesterreich.Ungarn, Baiern, Württemberg, Baden und Luxemburg über norddeutsches Poslgebiet mit Großbritannien staltfindet, ebenso behandelt, wie der Briefvcrkehr NorddentschlandS mit Großbritannien. Für den einfachen frankirten Brief ans Oesterreich- Ungarn ist ein Porto von 13 Neukreuzern zu entrichten. Davon erhält die Postverwaltnug des Auigabegebieres 5 Nenkreu- zer und die nordd. Postverwaltnug für die ganze übrige Beförderung 8 Neukreuzer. Das Porto des einfachen Briefes aus Bayern, Württemberg und Baden beträgt 9 kr., wovon die Post- Verwaltung des Auigabegebicts 3^ und die norddeutsche Post- Verwaltung 5 V 4 bezieht.^ Der Preis eines Briefes aus Luxemburg stellt sich aus tt'^Sgr. Davon erhalt die luxemburgische Postverwaltung 1 Sgr. und die norddeutsche 1% Sgr. Aus Schlesien wird neuerdings gemeldet, daß dort die - SOG - Ernteaussichten durch den stengen Winter im Ganzen nicht wesentlich getrübt worden seien. Nur an einzelnen Stellen, wo der Wind den Schnee verwehte, ist die Saat ausgefroren. Bei weitem die meisten Wintersaaten zeigen eine günstige Entwickelung. Wien, 22. Juni. Die Morgenblätter bringen das der Wahrscheinlichkeit nicht entbehrende Gerücht, daß Graf Potozki sich mit der Ergänzung des Kabinets beschäftige. Mit Hofrath Stremahr sollen wegen Wiederübernahme deö Unterrichtsministeriums Unterhandlungen schweben. Der „Karlsr. Ztg." wird von Wien geschrieben: Die grie- chifche Regierung hat dem Vernehmen nach die Absicht zu erkennen gegeben, die Lösung der durch die Marathon-Angelegenheit entstandenen Schwierigkeiten einer europäischen Conferenz zu überlassen, und bereits die einleitenden Schritte gethan, die Mächte für eine solche Conferenz zu gewinnen. Zara, 20. Juui. Bei den heutigen Gemeindewahlen in Bencovaz griffen Bauern, von slavischen verfassungsfeindlichen Agitatoren aufgchctzt, Gensd'armen an, welche feuerten. Zwei Bauern blieben tobt, mehrere wurden verwundet. Man befürchtet weitere Blut-Excesse. Truppen-Compagnien marschiren dahin. Ne neu bürg, 21. 3m,t. Der Große Rath hat mit 32 gegen 3l Stimm-n die Trennung von Kirche und Staat erheblich erklärt. (Bund) Rom, 20. Juni. An der Grenze bei Orbetello wurden 40 junge Leute, sänimtlich mazzinistische Rebuplikaner, verhaftet und hierher nach der Engelsburg gebracht. Paris, 20. Juni. Die tlerikalen Blätter veröffentlichen ein an den Nunzius in Paris, Mfgr, Chigi, erlassenes päpstliches Breve, in welchem Se. Heligkcit diesen Prälaten mit Umgehung der Bischöfe beauftragt, die geeigneten Schritte zu thnn, um diejenigen Mitglieder der französischen Geistlichkeit, welche Adressen zu Gunsten des Unsehlbarkeits-Dogma's gezeichnet haben, wissen zu lassen, wie angenehm diese »Zeichen kindlicher Ergebenheit» dem heil. Vater gewesen sind. In dem Breve heißt cS dann wörtlich: Der heil. Vater kann sich nur freuen, jene fromme Lehre, welche so viele Jahrhunderte hindurch Niemand in Zweifel zog (?!), nun von der Geistlichkeit und dem christlichen Volke so offen bekräftigt und verbreitet zu sehn. Paris, 21. Juni. Man meldet mit aller Destimmtheit, daß der kaiserliche Hof sich heute Nachmittag l Uhr nach St. Cloud begeben sollte; aber um 5 Uhr war die Fahne von den Tuilerien noch nicht eingezogen. ES dürfte indeß eher irgend rin an derer Umstand alS das Befinden des Kaisers jeiit, waS den Hof in der Hauptstadt zurückhält, denn schon geslein hat der Kaiser in Gesellschaft seiner Familie und deö Generals Lepic ohne Schwierigkeit einen längeren Spaziergang in dem reservirten Theil des Tuileriengartenö gemacht. Der «Gaz de France» zufolge gewinn! der Gesetzentwurf bezüglich der Hinrichtung der zum Tode Berurtheilten im Innern der Gefängnisse die Beistimmung fast sämmtlicher Abgeordneten und wird, wie es scheint, ohne Schwierigkeilen angenommen weiden. Brüssel, 21. Juni. DaS Programm der katholischen Partei nimmt einen großen Anlauf, indem es Wahlreform, Ar- meercdnklion und Verminderung der Steuerlast foltert. — Nach Vervicrs sind Truppen abmarschirt, weil man dort Unruhen befürchtet. (F. I.) Kopenhagen, 22. Juni Der höchste Gerichtshof hat das vori, stanzliebe Urtheil bestätigt, wodurch des Herzogs Karl von Gkücksburg Ansprüche auf den dänischen Staatsschatz anerkannt werden. verschiedenes. — Karlsruhe, 22. Juni. Ein bcklagcnswerther Unglücksfall hat gestern Morgen auf der militärischen Schießstätte bei Durlach stattgesunden. Der Premierlieutenant Zeidler wurde beim Scheibenschießen erschossen. Er war ei» allgemein beliebter Offizier. — Nt annheim , 21. Juni. Gestern begannen die Schwur- gerichtSsitznngen des 2. Quartals mit der Anklage gegen Philipp Bauer von Jugenheim und Karl August Trübner von Dorfsulza wegen Diebstahls. Beide wurden dieses Vergehens schuldig befunden, PH. Bauer zu 3 Jahren Zuchthaus und Karl August Trübner zu 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt, gegen Beide darauffolgende Landesverweisung ausgesprochen. — Mannheim, 21. Juni. Heute wurde in geheimer Sitzung des Lchwurgerichts die Anklage gegen Jakob Mainzer von Dentfchneurenlh wegen Unzucht mit einem Kinde verhandelt. Der Angeklagte wurde dieses Verbrechens schuldig befunden und zu 3 Jahren Zuchthaus verurtheilt. M annhei m, 22. Juni. Schwurgericht. Heute kam die Anklage gegen Joh. Volk von Eppelheim wegen Fälschung öffendlicher Urkunden zur Verhandlimg. Volk wurde freigesprochen. — Aus dem Unterlande, 20. Juni. Das Gaufest der 10 den landwirthschaftlichen Pfalzgau-Verband bildenden BezirkSvereiiie Eppmgen, Heidelberg, Ladenburg, Mannheim, Neckarbischofsheim, Philippsbnrg, Schwetzingen, Sinsheim, Wein- Heim, Wiesloch wird am 2. Oktober l. I. in Philippsburg ab- gehalten werden. Mit demselben wird eine Ausstellung landw. Maschinen, von Rindvieh, Erzeugnissen dcS Feld- und Gartenbaues ans den betreffenden Bezirken verbunden werden. Die Zentralstelle des landwirthschaftlichen Vereins hat zu diesem Gan- fefl den Betrag von 800 fl. ans ihren Mitteln angewiesen, die Vereine werden 200 Gulden zusammenschießen. (H. Z) — SB ei ii beim, 19. Juui. Vor etwa 13 Jahren wurde auf dem Sulzbacher Hofe ein junges Mädchen vermißt und blieb spurlos verschwunden. Damals lenkte sich die öffentliche Meinung auf einen jungen Mann als den Ucbclthäter bei diesem Verschwinden. Jetzt erst, bei der Anlegung eines Weges, entdeckte man ein verscharrtes weibliches Gerippe. Die Untersuchung hat begonnen; der vermeintliche Schuldige ist verhaftet worden. Die Sache macht großes Aufsehen. (B. Lztg.) — Kehl, 20. Juni. Gestern Abend hat sich gerade jenseits der Schiffbrücke ein bedeutendes Unglück ereignet. Tex Badomnibus von Straßburg fuhr vom Bavhause ab der Landstraße zu, als die Pferde vor etwas scheuten, zu Hufen begannen und endlich mit dem Omnibus den steilen Abhang hinunter rollten. Ein Mann, der obenauf saß, blieb sogleich tobt, eine Dame erlitt einen doppelten Schcnkelbrnch, ein Kind einen Knöchelbruch, ein Mann wurde am Ohr schwer verletzt und die andern erhielten leichtere Verletzungen. Hr Dr. Weber von hier, der sich in der Nähe befand und alsbalo gerufen wurde, leistete den Verwundeten sogleich Beistand. (B. Lztg.) — Villingen, 17. Juni. Gestern Nachmittag kam ein auf der Hochzeitsreise begriffenes Ehepaar aus Konstanz mit dem Postomuibus hier an. Die junge schwächliche Frau fühlte sich unwohl und verschied auf dem hiesigen Bahnhof. (O. Sch.) — Hechingen, 20. Juni. Auf das beim Mittagsmahl der gestrigen Versammlung der National-Lieberalen an den Grafen Bismarck abgcsendete Telegramm ist folgende Antwort eingelaufen: „Varzin, 19. Juni, 9 Uhr 35. Min. Nachm. Hrn. Reichstages-Mittglied Evelt, Hechingen. Herzlichen Dank und landmanschaftlichen Gruß vom Meer zum Fels zurück — Bismarck." (Schw. M.) — Darmstadt, 18. Juni. Das Programm der allgemeinen Rosenausstellung, welche in den Sälen des großh. Orangeriegartens zu Bessungen abgehalten werden soll, ist nunmehr erschienen. Die Ausstellung ist die erste, welche die Rosencul- turen der verschiedenen Gegenden Deutschlands, Frankreichs, Belgiens re. vereinigen wird, und muß schon deshalb bei alte« Garten- und Rosenfreunden das größte Interesse erregen. Allein auch dem Laien verspricht die Ausstellung einen ungewöhnlichen Genuß zu bieten. 30—40,000 Rosen in den verschiedensten Formen, in Töpfen, in Bouquets, in Arrangements jeder Art bilden an sich ein so anziehendes und reizendes Material, wie es an Farbenpracht und Duft seines Gleichen kaum finden dürfte. Dazu komnien die herrlichen Räume des von dem Großherzoge für die Ausstellung bewilligten Orangeriegartens. Geschmackvolle Decorationen, üppige Blattpflanzen und zahlreiche erfrischende Fontainen werden der Ausstellung zu einer wohlthuenden und prachtvollen Umgebung dienen. Während der Ausstellung finden täglich Concerte verschiedener Musikcorps statt, auch ist dafür gesorgt, daß Erfrischungen gereicht werden können. Die Ausstellung wird Samstag den 25. d. M., Vormittags 11 Uhr, geöffnet werden und Montag den 27. d. M., Abends 7 Uhr, zu Ende gehen. Zur Prüniiirung der Aussteller sind folgende Preise bestimmt: Von dem Großherzoge: Ein großer silberner Pokal mit Deckel; eine silberne Fruchtschale. Von dem Prinzen und der Prinzessin Karl: eine Bronce-Pen- dule. Von dem Prinzen und der Prinzessin Ludwig: zwei silberne Bouquet-Vasen. Von dem Prinzen Alexander und der Prinzessin Battenberg: ein großer silberner Pokal mit Deckel. - 307 Von den derzeitigen Direktoren der Bank für Handel und In» dustrie: ein silberner Pokal mit Deckel. Von Herrn Banquier Otto Wolfskehl; ein silberner Tafelaufsatz. Von dem Vereinspräsidenten Wilhelm Schwab: eine silberne Fruchtschale; ein Oelgemälde in Goldrahmen (Schloß Schönberg an der Bergstraße). Von Hrn. L. Victor: ein kleiner silberner Pokal. Von Von Hrn. G. Schwab: ein Kupferstich in Goldrahmen. Von Herrn Dr. Siebert: eine Fruchlschale und ein Etuis mit Gar- tengeräthen. Von Frau Bijouteriefabrikant Schergen: eine goldene Tuchnadel. Von Herrn Cornelius Heil in Worms: zwei Geldpreise von je 50 fl. Außerdem hat der Gartenbauverein zu Darmstadt 6 goldene, 21 silberne und 23 broncene Medaillen zur Vertheilung bestimmt. Gießen, 18. Juni. In der letzten Woche sind in der Umgegend falsche badische Zehnguldenscheine verbreitet worden. Nachdem Herr Staatsanwalt Klingelhöfer zu Dillenburg einen Mann aus Roßbach wegen Verausgabung solcher Scheine verhaftet hatte, hat die Polizei den Verfertiger der Scheine ermittelt und denselben festgenommen. Der großhrrzogl Polizeirath Rover und einige Polizeiofficianten fanden nämlich vorgestern in dem Atelier des seit einigen Jahren hier wohnenden Maler und Photographen Hugo Perger aus Elberfeld unter der Preffe; 1) Badische Zwanzig-Gulden-Coupons des Eisen- bahn-Anlehens vom Jahr 1862, Lit. A. Rr. 4240, „fällig 1. April 1870"; 2) badische Zehngulden-Scheine und 3) Landgräflich Hessen-Homburgische Zehngulden-Scheine, sodann viele Negative zu diesen Papier-Geldsorten und zu braunschw. Zehn- Thalerscheinen. Außerdem fanden sich viele, theils ganz- theils halbfertige falsche badische Zehnguldenscheine vor. Letztere sind nicht von einer, sondern von mehreren Nummern abgedruckt: namentlich von Serie K. Nr. 228, 637, •— Serie 0. 1. Nr. 349, 719, — Serie R Nr. 411, 349, — Serie 8. Nr. 443, 245. Sämmtliche falsche Geldscheine sind auf photographischem Wege hergestellt. In Allem sind bis jetzt 4 Betheiligte verhaftet. Das Fälschergeschäft scheint erst vor Kurzem begonnen jn haben. Uiiterstenweiler (bei Salem), 18. Juni. Heute früh 2 Uhr schlug der Blitz von einem mit heftigem Donner begleitet gewesenen Gewitter in die Scheuer eines hiesigen Einwohners, in Folge dessen dieselbe sofort gänzlich nieder brannte. *— Nürnberg, 16. Juni. Die Voraussetzungen, die man an die Beständigkeit der wannen Witterung zu knüpfen berechtigt war, habe» sich in ihrem vollen Umfange bewahrheitet. Der von Tag zu Tag sich erneuernde Begehr in Hopfen zeigt deutlich, daß trotz der beträchtlichen Biervorräthe, mit welchen man in die Sommcrsaison eingetreten, noch allenthalben Bedarf besteht, und sicher würden die Umsätze von größerer Bedeutung sein, wenn nicht die Unzulänglichkeit der Lager besserer Sorten der Ausdehnung des Geschäfts natürliche Schranken setzte. Daß bis zum Beginne der neuen Ernte mit den Borräthen der letztjährigen aufgeräumt sein wird, kann füglich kaum mehr ein Gegenstand des Zweifels sein. Im Laufe dieser Woche wurden für Prima 105 bis 115 fl. und selbst darüber, für Mittel 85 bis 95 fl. und für geringere Sorten 66—75 fl. angelegt; auch in 1868ern fanden Käufe zu 18—24 fl. statt. — Der Berkauf der Korrespondenzkarten hat in Berlin am 18. Juni früh begonnen. Es sind an diesem Tage bei den dortigen Postaustalten 45,468 Stück vom Publikum gekauft worden. — Großes Aufsehen macht in Rom die Entlaffung des?. Augustin Theiner, geheimen Archivars des Vatikans. Dieser, der Verfasser des „Lebens Clemens' XIV.", war den Jesuiten schon lange ein Dorn im Auge gewesen; er hat das genannte jesuitenfeindliche Buch zu einer Zeit, wo Pius IX. noch ein Gegner der Jesniten war, in dessen Aufträge geschrieben. Seine Absetzung jetzt soll übrigens auch noch aus dem Grunde erfolgt sein, weil er den deutschen Prälaten aus dem päpstlichen Archiv einige Schriftstücke nritgetheilt habe, die den Tendenzen der Infallibilisten durchaus nicht in den Kram passen. (N. Fr. Pr.) — In Aden hat am 20. und 21. Mai ein furchtbarer Gewittersturm gewüthet, welcher mit einem Sandwirbel begann, dem ein gewaltiger Regenguß mit so zahllosen und blendenden Blitzen folgte, wie man sich deren seit 1846 nicht erinnert. Von den Anhöhen stürzten Felzblöcke hinab und viele Wege wurden ganz und gar verdorben. Jn dem arabischen Stattheile richtet die Ueberschwemmung unermeßlichen Schaden an. Zwei englische Soldaten erschlug der Blitz; viele Eingeborene wurden niit ihrein Vieh von den reißenden Wafler- güssen ins Meer geschwemint utld ertranken. Großh. Bad. Kreisgericht, Civilkammer. Bekanntmachung. Nr. 2948. In Sachen der Ehefrau des Georg Hauk jung von Hilobach, Elisabelha geb. Holzwarth, Klägerin, gegen ihren Ehemann, Beklagten, Bermögcnsabsonderung betr., wurde die Klägerin durch Urtheil vom Heutigen berechtigt erklärt, ihr Ber- mögen von dem des Beklagten abzusondern. Dies wird zur Kcnnlniß der Gläubiger gebracht. Heidelberg, den 10. Juni 1870. Reinhard. v. Bechtold. Dauarbeitcn-llrrgcbung. J457J Für das Kreisgerichtsge- baude in Mosbach sollen Glaser- Arbeiten im Anschlag von 288 fl. 42 kr. auf schriftliches Angebot vergeben werden. Kostenübcrschläge und UebernahmSbedin- gungen liegen bei Unterzeichneter Stelle zur Einsicht auf, bei welcher die Angebote bis Montag den 27. d. M., Bormittags 11 Uhr, versiegelt und kostenfrei einzureichen find. Heidelberg, den 20. Juni 1870. Großh. Bezirks-Baniuspektion. Lutz, D.-B. « Erntewein in bester reingehaltener Qualität die Dhm von fl. 18 S( 20 an empfiehlt die Weinhanrlung von [433] I. F. Merrzer, JfccfiarQcmünD. I Waibstadt. Bauplatz-Versteigerung. Donnerstag den 7 Juli d. I. Bormittagö 10 Uhr, wird auf dem Rathhaus dahier ein zum Nachlaß deS verlebten Heinrich Heß von hier gehöriger, zwischen dessen Erbmasse und Ph. Aut. Boppre gemeinschaftlichen, in der Schnlgasse gelegenen Bauplatz, der Crbver- lheilnng wegen öffentlich versteigert. Waibstadt, 21. Juni 1870. Bürgermeist-ramt. Böller. Seeber. Verloren ging einem armen Sandhändlcr sein Geld- beutet mit 5 fl. Der redliche Finder wird gebeten, denselben auf dem Ralhhauö in Sinsheim abzugeben. |461] Mineralwasser. ,1*. [456] Selterser, Kiffin- if i £ cr Racoczy, Friedrichs- jj I Haller, Hallerjod-, Emfer- ^^.und Hamburgerwafser sind stets natürlich wie künstlich in frischer Füllung vorräthig. Auch werden alle übrigen gebräuchlichen Mineralwasser auf Verlangen direkt von den Quellen geliefert. Sodawasser aus der Mineralwasserfabrik von Universitäts-Apotheker Buch in Heidelberg, bei Abnahme von 25 Stück und mehr ü 2 kr. die Füllung stets vorräthig bei _ Hu nkele, Apotheker. Schoppen hat [459] Carl Betsch zur Sonne. zu 4 kr. pr. im Ausschank Feuerversicherungsbank für Deutschland in Gotha. [412] Nach dem Rechnungsabschlüsse der Bank für 1869 beträgt die Ersparniß für das vergangene Jahr 73 Proeent der eingezahlten Prämien. Jeder Banklheilnehmcr empfängt diesen Antheil nebst einem Exemplar des Abschlusses von den Unterzeichneten, bei denen auch die ausführliche» Nachweisungen zum Rechnungsabschlüsse zu jedes Bersicherten Einsicht offen liegen. Denjenigen, welche beabsichtigen, dieser gegenseitigen Feuerversicherungs-Gesellschaft beizntreien, geben die Unterzeichneten bereitwilligst desfallsige Auskunft und vermitteln die Versicherung kostenfrei. Im Mai 1870. Die Agenten der Feuerversichernngsbank f. D. in Gotha. H. Dinges tu Sinsheim, C. Graulich in Neckarblschofsheim. — 308 — Bekanntmachung. ObftlMiimjudjt betreffend. [452] Nr. 65. Der landw. Bezirksverein Sinsheim setze für Theilnehnier an dem am L Juli l. I. beginnenden Obstbanlehrkurse in der Gr. landw. Gartenbauschule in Karlsruhe die Summe von 60 fl. aus, welche in Beträgen von 20—25 fl. an geeignete Besucher verabreicht werden soll. Lusttragende Bewerber wollen sich alsbald bei der Direktion deö Vereins mündlich oder schriftlich melden. Sinsheim, den 16. Juni 1870. Die Direktion. Der Vorschußverein sür den Ätmtsqerichtbezirk Iteckarbischofsheim. Einladung Ml GkNMlversnlnmlung auf Dienstag den 5. Juli, Nachmittags 2 Nhr, im Rathhaussaale zu Neckarbischofsheim. Außer dem Rechenschaftsbericht des Cassiers sollen folgende Anträge zur Beschlußfassung kommen: 1) auf Einführung der Creditertheilung in laufender Rechnung (§ 7, 10 der Statuten), 2) Annahme von Wechseln in vorkommenden Fällen, 3) Abänderung des ZiuSfusses bei Vorschüssen (§ 53) und Spareinlagen (§ 56), 4) nähere Bestimmung über die Auszahlung der Zinse und Dividenden a die Mitglieder (§ 44—46), 5) die Wahl der Eiuschätzungskommission (§ 52). __ Der Vorstan d. Dresch Masch inen. Hand-Dresch Maschinen für 2 Personen, neueste Conslruktion, ganz von Eisen, gehen bedeutend leichter, dreschen viel mehr als die früheren und sind viel dauerhafter. Preise bedeutend herabgesetzt. Göpel-Dresch-Mtaschinen für ein Pferd mit allen Zubehören, unter Garantie, von fl. 220. — oder Thlr. 126. an und darüber. Göpel-Dresch-Maschinen für zwei Pferde oder Ochsen, mit oder ohne Strohschüttler, unter Garantie fl. 230. — oder Thlr. 132. an und darüber. Für Hand-Dresch-Maschinen, welche schon im Betrieb sind, können Göpel auf schriftliche Bestellung nachgeliefert werden, ohne daß die Dreschmaschine verändert zu werden braucht. Schriftliche Anfragen werden stets sofort beantwortet. Lieferung geschieht franco bei Baarzahlung. Garantie und Probezeit. Mau wende sich an das Nlaschmeiigeschäsl von Moritz Weil Jun. in Frankfurt am Main. [4 t 6] Examen. [264] DasIufcpn;itional>Insti"' tut bereitet beständig fiir Staatsexamen tot: Einjährigen Militärdienst, Porteepeefähnriche, Post, etc. und schon sind über 80 Zöglinge bestanden. — H a n d e 1 s s ch u 1 e mit gründlicher Erlernung der lebenden Sprachen. — Pensionat mit strenger Diseiplin. Im Jahre 1869 waren daselbst 225 ZOglfnge, worunter 121 Pensionäre. — Näheres bei der Direction in Bruchsal. Lehrplan fco. [458] Sinshci m. GeschüstMMigk. Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß er von heute ab wieder selbst die Bäckerei in seinem Hause betreibt und empfiehlt dabei besonders seine mürbe Waaren, sowie Halbweißbrod 4 L |u 16, Kornbrvd 4 K 17 und Schwarzbrod » L zu 21 kr. ' I. Kolb, Bäcker. (ßcfrimtes (Eis) wird bei heißer Witterung jeden Sonntag in Portionen verabreicht, dcßgleichen werden 'Bestellungen sowohl für hier als nach außen jederzeit entgegcugenommen und pünkt- lichst auSgeführt. [430] G. Kelber, Konditor. fcZF“ Wichtig sür Bruch leidende. [632] Wer sich von der überraschenden Wirksamkeit des berühmten Brnchheilmittels von dem Brncharzt Krsisy-,Althen* in Gais, Kanton Appenzell, (Schweiz) überzeugen will, kann in der Redaktion dieses Blattes ein Schriftcheu mit vielen hundert Leugniffen in Empfang nehmen. Unter Garantie: Cyiindie- $ Jlncre-Uhren von 10 fl. au, Voldwamen 14 K. coii trollirt äußerst billig auf terminweise Zahlung bei August Schilling, [421] Uhrmacher in Sinsheim. [719] Der Unterzeichnete bescheinigt hier-» mit, daß die Chocoladenfabrik von £'vatt$ Ktollwerck und Kähne in Köln sich für die Reinheit ihrer Waaren verbürgt und ihre Fabrikation unter fanitätspo» lizeiliche Controle freiwillig gestellt hat, daß die zur Verwendung kommenden Rohmaterialien und Ingredienzien sowie auch die fertige Waare analysirt werden und dadurch dem Consnmentcii eine reine Cho- colade, d. h. pure Cacao und Zucker garau- tirt wird. Köln I. September 1869. »I. Herui Bohl, König!. Regierungscommissär und vereidigter Chemiker. Obige mit Recht empfehlenSwerthen Cho« coladcn sind stets vorrathig in Sinsheim bei E. I. Sttttzmann, in Eichters» heim bei I. F. Landes, in Rappenau bei Fevd. Niebergall und Apoth. H. L. Niederheifer sowie iu Wies!och bei P. I. Wipfier. ranz-Mufik Sonntag den 26. d. M. bei [461] PH. Wild zum Kloster. rdfml'C, “ fertig zum Anstrich, in allen Qualitäten und Farben bei Ernst Lac. Stnhmann. Stosenblätter, frische, kauft daS L zu 4 kr. 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