Der Flln-bote. Verknndigungsblatt der Großherzoglichen Bezirksämter Sinsheim und Neckarbischofsheim. W^- 2 . Samstag» den Z. Lanuar 1857 . [7] ' Die Ortsreisen des Thierarztes Zimmermann dahier betr. Beschluß. An sämmtliche Bürgermeisterämter: Nro. 17,204. Die Tage zu den Ortsreisen des Thierarztcs Zimmermann dahier für das Jahr 1857 werden dahin bestimmt: Für den I. Bezirk: In den Gemeinden Waibstadt mit den zwei Mühlen, Epfenbach mit der Mühle, Rcichartshausen mit der Mühle, Helm« stadt mit dem Weiler- und Jngelheimerbof: Montag den 12. Januar, Montag den 9. Februar, Donnerstag den 5. März, Mittwoch den 8. April, Mittwoch den 6. Mai, Freitag den 5. Juni, Montag den 6. Juli, Mittwoch den 5. August, Samstag den 5. September, Montag den 5. Oktober, Samötag den 7. November und Samstag den 5. Dezember. Für den II. Bezirk: In den Gemeinden Flinsbach mit der Mühle, Bargen mit der Mühle, Wollenberg, Hüffeuhardt mit Wüsthausen, mid Hüttigsmühle und Sicgelsbach mit den Mühlen: Mittwoch den 14. Januar, Mittwoch den 11. Februar, Freitag den 6. Marz, Montag de» 6. April, Donnerstag den 7. Mai, Donnerötag den 4. Juni, Mittwoch den 8. Juli, Donnerstag Len 6. August, Freitag den 4. September, Mittwoch den 7. Oktober, Freitag den 6. November und Freitag den 4. Dezember. Für den III. Bezirk: In den Gemeinden Hasselbach mit Ober- und Untcrbiegelhof, Untcrgimpcrii, Obcrgimpern mit Wagcnbach, Mühle und Eulenberg, Babstadt mit Martinshof, Treschklingen und Rappenau: Donnerstag den 15. Januar, Donnerstag den 12. Februar, Samstag den 14. Marz, Samstag den 11. April, Samstag den 9. Mai, Montag den 8. Juni, Samstag den 11. Juli, Samstag den 7. August, Montag den 7. September, Freitag den 9. Oktober, Montag den 9. November und Montag den 7. Dezember. Die Bürgermeisterämter werden beauftragt, diese Verfügung durch die Schelle bekannt machen und an die Gemcindetafel anschlagen zu lassen. Neckarbischofsheini, den 27. Dezember 1856. Großherzoglich bad. Bezirksamt. Benitz. Kuhn. £9] Die Brod- und Fleischpreise betreffend. Beschluß. Nro. 188. Bis auf Weiteres kosten 4 Pfund Schwarzbrod 1. Sorte 14 kr. 3 Pfund dto. 2. Sorte 8kr. 8 Loth Wasserweck.2 kr. Die Fleischpreise bleiben die bisherigen. Sinsheim, den 31. Dezbr. 1856. Großherzoglich bad. Bezirksamt. Otto. Geschlumpte Wolle 5,“ Leopold Apfel [8] in SinShcii». Kapital auszuleihen. 1783] Hilsbach. Bei der Gemeindckaffe dahier liegen 600 bis 1000 ff. GrnndsteckSgelder gegen doppelte Verstchcrnng zum Ausleihen bereit. Gesuche unter Verlage der Taratiene» wollen >«i dem Gemeinderath eingercicht werden. Hilsbach, am 28. Dezember 1856. Der Gemeinderath. Bürgermeister Witte mann. Der Rathschreiber. Larl Schäfer. B c k a n n t m a ch u n g. [10J Die laut § 16 der Statuten für die landwirthschaftlichen Bezirksvereine alljährlich abzuhaltende Bezirks-Versamnilung findet Donnerstag den 8. Januar 1857, früh 9 Uhr, im hiesigen Rathhauösaale statt, wozu wir unsere Vereinsmitglieder mit dem Bemerken einladen, daß zugleich auch die Wahl der Direktionsmitglieder für die nächsten 4, beziebungsweise 2 Jahre vorgciiomiuen werden soll. Sinsheim, den 12. Dezember 1850. I'andwirthschaftlichc Bezirköstelle. L a n r o p. Der Verein zur Belohnung treuer Dienstboten im Amtsbezirke Sinsheim. Preisvcrtheilung betreffend. [5] Bei der am Donnerstag den 8. Januar 1857, Morgens 9 Uhr, in dem Rathhanösaale dahier abgchalkcn werdenden Generalversammlung des landwirthschaft- lichcn Bezirksvereins Sinsheim fiudet auch zugleich die Vertheilung der Preise an treue Dienstboten statt, wozu die Mitglieder des Vereins zur Belohnung treuer Dienstboten im Amtsbezirke Sinsheim, sowie die Freunde des Vereins und die Preisbewerber ein- geladen werden. Zugleich wird die Wahl des Vorstandes und der Mitglieder des Derwaltungs- rathcö vvrgenomMen. SinSheim, den 11. Dezember 1856. Der Vorstand des Verwaltuiigsrathes. Otto. reit. Heckwau», z. Z. Sekretär. Jur Geschichte des Enges. Karlsruhe, 31. Dez. Das heute erschienene Regierungsblatt Nro. 53 enthält: I. Unmittelbare allerhöchste Entschließungen Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs. Dienstnachrichten. Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich gnädigst,bewogen gesunden: dem Hauptmann Zimmermann, Kommandant der Straf« kompagnie, und dem in Ruhestand befindlichen Hauptmann von Reischach den Charakter als Major und letzterem die Er- laubniß zu ertheilen, die Uniform deS vierten Infanterieregiments Markgraf Wilhelm zu tragen; dem Rittmeister von Weiler vom zweiten Dragvnerregiment Markgraf Maximilian, unter Beförderung zum Major und Aggregierung bei diesem Regiment, zum Kommandanten von Kehl zu ernennen. II. Verfügungen und Bekanntmachungen der Ministerien. 1) Bekanntmachung deS großherzoglichen Justizministeriums: die Zivilrechtspfiege der Bezirksämter bekr. 2) Bekanntmachungen des großh. Ministeriums deS Innern: s) die Staatsgenehmigung der Stiftung der Gemeinde Wenkheim belr. b) Die Staatsgenehmigung der Stiftung eines Ungenannten betr. c) Die Staatsgenehmigung der Stiftung der Gemeinde Brette« und einer Anzahl dortiger Bürger belr. 6) Die Uebersicht der Schülerzahl an der polytechnischen Schule zu Karlsruhe und der damit verbundenen Vorschule im Studienjahr 1856/57 betr. e) Die Prüfung der Lehramtskandidaten betr. III. Todesfälle. Gestorben sind: am 10. Nov. d. I. der pensionirte Oberst Eichrodt zu Heidelberg; am 17. Dez. d. I. der pensionirte geheime Finauzrath Eckardr zu Karlsruhe. Karlsruhe, 27. Dez. Einzelne Städte, wie namentlich Pforzheim, Mannheim, Karlsruhe, zeigen namhafte Vermehrung der Bevölkerung. Die größer» Slädje des Landes zählen, und zwar Mannheim 25,688 Einwohner, Karlsruhe 25,163 Einw., Freiburg 16,089 Einw., Heidelberg 15,129 Einw., Pforzheim 10,711 Einw. rc. Karlsruhe, 31. Dez. Im Laufe des nächsten Jahres wird unsere Gegend um eine neue Fabrik reicher werde»; ob solche aber bei unserem konsumirenden Publikum beliebt sein wird, bezweifeln wir sehr. Eö hat nämlich ein Hr. Wahl aus Neuwied, der eine große Kartoffelstärkefabrik besitzt, den früheren Krapphof in Mühlburg gekauft, um dort eine ähnliche Anstalt zu errichten. Pforzheim, 27. Dez. Das benachbarte Wildbad wird, wie im vorigen Sommer, so auch in dem nächsten des Besuches der Kaiserin-Mutter von Rußland sich zu erfreuen haben, da der Eigcnthümer des dortigen Hotel Bellevue die Mittheilung erhalten hat, seine Wohnungsräume für die genannte Zeit zur Verfügung der Kaiserin zu bewahren. Aus dem Großh. Hessen, 14. Dez. Durch Vermittlung des landwirthfchaftl. Vereins sind im verflossenen Jahr in der Provinz Starkenburg 873 Morgen Wiesen be- oder entwässert worden, 865 Morgen stehen noch in Ausführung und 819 Morgen sind durch Anfertigung der Pläne zur Ausführung vorbereitet. Daneben haben Privaten die Verbesserung von 293 Morgen Wiesen auf ihre alleinigen Kosten durch Techniker ausführcn lassen. Auch macht die Drainage in dieser Provinz, welche gleich im Jahr 1851 schnell Eingang fand, erfreuliche Fortschritte. Aus dem Nassauischen, 29. Dez. Wie vor einiger Zeit berichtet, sind bei den hiesigen Gerichten gegen einige Fuhrleute wegen gewerbsmäßigen Verkaufs von gefälschtem (untergeschobenem) Selterser Mineralwasser Untersuchungen cingeleitet worden. Eine derselben ist nunmehr beendet und soll, sicherm Vernehme» nach, der Angeschuldigte (Fuhrmann E. aus Castei), welcher auf dem Hochheimer Jahrmärkte ver- baftet und nach Höchst gebracht wurde, wo er als Ausländer seitdem in Untersuchungshaft verblieb, zu einer mehrwöchigen Gefängnißstrafe und zur Tragung der nicht unbedeutenden Un- tersuchungtzkosten verurtheilt, die erkannte Arreststrafe ihm aber auf ein von ihm eingereichtes Gnadengesuch aus Rücksicht auf sein hohes Alter und seine Kränklichkeit zum Theil wieder erlassen worden sein, und so wurde er gestern wieder auf freien Fuß gesetzt. Der wegen desselben Vergehens noch in Unter- luchung stehende Fuhrmann K. aus Weilbach dürfte so leichten Kaufes nicht davon kommen. Das nassauische Strafgesetz läßt nämlich eine Bestrafung wegen Betrugs nur auf Antrag des Betrogenen zu, was, da dieses nicht geschehen ist, dem Fuhrmann E. zu gut kam, bei Verurtheilung des Fuhrmanns K, aber ein höheres Strafmaß herbeiführen muß. Wie die geführten Untersuchungen ergeben haben, sollen in Mainz große Niederlagen von Mineralwasser aus dem Okarbener Brunnen gehalten werden, welches als Selterser Wasser verkauft wird. Aus Bayern, 28. Dezbr. Die »Bayer. Landbötin» schreibt: »Dem Vernehmen nach ist der Durchmarsch preußischer Truppen durch Bayern bereits bestimmt. Von Seite der Gcneraldirektion der Verkehrsanstalten sollen bezüglich des Transports der Truppen auf der Eisenbahn bereits alle Vorkehrungen getroffen sein. Berlin, 29. Dez. (Fr. P.-Z.) In hiesigen Kreisen will man wissen, daß die Maßregeln, welche in Bezug aus die Mobilmachung, wie bisher bestimmt war, am 2. Januar zur Ausführung kommen sollten, nunmehr bis zum 15. Januar hinausgcschoben worden seien. Eö sollen auch bereits Mittheilungen in dieser Beziehung an verschiedene Höfe ergangen sein. Die obige Kunde hat hier um so größere Freude erweckt, als die Friedensliebe, welche das preußische Kabinet beseelt, dadurch wieder eine neue Besiegelung vor aller Welt erhält, falls die Angabe sich vollkommen bewahrheitet. Den weiteren Vermittlungsversuchen würde dadurch mehr Raum gegönnt werden. Aus Wien meldet man der »Times», daß England, Oesterreich und Frankreich sich endlich definitiv dahin geeinigt haben: 1) daß beide Bolgrads an die Moldau fallen sollen; 2) daß die Schlangeninsel und das Donaudelta der Türkei zurückgegeben werden müssen und 3) daß Rußland zum Ersatz für Alt-Bolgrad (Tabak) das zwischen dem Aalpuck und dessen Nebenfluß liegende Land behalten dürfe. Der russische Gesandte in Paris wende nichts gegen diese Bedingungen ein. Der letzte Schneefall in Wien hat der Stadt 8500 fl. eingetragen; denn 1700 Hausbesitzer hatten versäumt, den Schnee auszuräumen und wurden um 5 fl. ä Mann gestraft. Bern, 30. Dez. Der Bundesrath hat eröffnet, daß eine friedliche, die Schweiz befriedigende Lösung in Aussicht stehe. Bern, 30. Dez. (Bund.) Die an viele Blätter tele- graphirte Nachricht von der Ankunft eines außerordentlichen französischen Gesandten entbehrt alles Grundes. — Hr. Ca- lame in Neuenburg soll von den dortigen Royalisten aufgefordert worden sein, im Namen ihrer Partei sich nach Berlin zu begeben, und für den Frieden zu wirken. Er habe aber die Mission abgelehnt, worauf ein Anderer sie übernommen haben soll. Aus Morteau (Doubsdepartement) schreibt man dem »Pays», daß eine Auswanderungsbewegung täglich zahlreiche Milizen und royalistische Familien aus Neuenburg nach dieser Stadt oder nach Montbeillard führt, welche aus Furcht vor Gewaltthätigkeiten der radikalen Partei ihre Heimath verlassen. Ihre Zahl beläuft sich schon auf 7- bis 800. irudft - Mittelpreije. Heilbronn, 31. Dezbr. Weizen 16 fl. 40 kr.. Kernen 17 fl. 2 ft., G-masch 10 fl. 30 kr., Gerste 10 fl. 22 kr.. Dinkel 6 st. 58 kr., Hafer 5 fl. 23 kr. Redigirt, Druck u«d Verlag von D. Pfisterer in Heidelberg.