Ver Lan-bote. Verkündigungsblatt der Großherzoglichen Bezirksämter Sinsheim und Neckarbischofsheim. M ro -17. Samstag, Dm 7. Februar 1857 . Bestellungen auf den „Landbotm" können fortwährend bei den Großh. Postanstalten gemacht werden. [94] Die Holzaufnahmen und Abgaben in den Gemeindswaldungen betr. Nro. 102. Diejenigen Gemeinderäthe, welche bis jetzt unterlassen haben, die Auszüge aus den Holzaufnahmslisten zurück- zusenden, werden an deren sofortige Einsendung hiemit erinnert. Sinsheim, den 5. Februar 1857. Großherzogliche Bezirksforstei. L a ü r v p. [93] Nro. 1394. In der, ersten Hälfte dieses Monats kosten: 4 Pfund Brod 1. Sorte 14 kr. Das Paar Wasserwecke zu 9Loth 2 kr. Alles Uebrige bleibt, was hiermit zur öffentlichen Kenutniß gebracht wird. Ncckarbischofshcim, 3. Februar 1857. Großhcrzoglich bad. Bezirksamt. Benitz. Schuldenliquidation. [96] Nro, 1411. Neckarbischofs he im. Der ledige Schneidergeselle Karl. Waidel vo» hier will nach Nordamerika auswandern. Etwaige Forderungen an denselben sind am Dienstag de» 17. Febr. l. I., früh 8 Uhr, bei Verlust rer Rechtshülfe dahier anzumelden. Neckarbischofsheim, den 3. Februar 1857. Großherzoglich bad. Bezirksamt. B e :i i tz. Schuldenliquidation. [97] Nro. 1406. Neckarbischofsheim. Der ledige Bernhard Scheide! von Siegelsbach will nach Nordamerika auswander». Etwaige Forderungen an denselben stnd am Dienstag den 17. Febr. l. I., früh 8 Uhr, bei Verlust der Rechtshülfe dahier anzumelde». Ncckarbischofsheim, den 3. Februar 1857. Großhcrzoglich bad. Bezirksamt. B e n i tz. Schuldenliquidation. [92] Nro. 1393. Neckarb isch ofsheim. Die Georg Stutz Wittwe von Helmstadt will mit ihren Kinder» nach Amerika answandkrn. Etwaige Forderungen an dieselben stnd am Mittwoch den ,8. Februar d. I., früh 8 Uhr, bei Verlust der RechtShülfc dahier aiizumeldcu. NeckarbischofSheim, den 3. Februar 1857. Großherzoglich bad. Bezirksamt. B e i, i tz. Schuldenliquidation. [83] Nro. 1285. NeckarbischofSheim. Re- cisor Adam Schweikert vo» Flinsbach will mit seinen Kindern nach Nordamerika answandern. Etwaige Forderungen a» dieselben stnd am Freitag den 13. Februar d. I., früh 9 Uhr, bei Verlust der Rechtshülfe dahier anzumeldcn. NeckarbischofSheim, den 30. Januar 1857. Großhcrzoglich bad. Bezirksamt. Benitz. Bekanntmachung. [95] Dienstag den 10. d. M., Nachmittags 2 Uhr, werden wir im Rathhause in Waldangclloch eine landwirthschastliche Besprechung abhalten, und laden hiezu Alle, welche sich hiesür interessiren, freundlich ei». Sinsheim, den 5. Februar 1857. Landwirthschastliche Bezirköstelle. L a n r o p. [87] B a b st a d t. Schäfereiverpachtung, Freitag den 13. Februar d. I. ^ Nachmittags 1 Uhr, wird auf dem Rathhaus dahier die Schäferei auf hiesiger Gemarkung auf einen l2iährigen Zcitbestand öffentlich versteigert, wozu die Liebhaber eingeladen werden. Babstadt, den 3. Februar 1857. Das Bürgermeisteramt. Zwickel. vdt. Krämer, Ratbfchrewer. L'* -lA [88] Babstadt. Jagdverpachtung. Freitag den 13. Febr. d. I., Nachmittags I Uhr, wird auf dem Rathhans dahier die Jagd auf hiesiger Gemarkung auf einen 12jährigen Pacht vergeben, wozu die Liebhaber eingeladcn werden. Babstadt, den 3. Februar 1857. Das Bürgermeisteramt. 3 wicke 1. vdt. Krämer, Rathschreiber. [90] Hilsbach, Amts Sinsheim. Holzversteigerung. Nro. 188. Mittwoch de» II. d. M. werden im hiesige» Gemeindewalde 8^/, Klafter Holz, 10,470 Wellen und 14 LooS Stumpen öffentlich versteigert. Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr int Gabbolzfchlag am Waldangellocher Weg. Hilsbach, den 4. Februar 1857. Das Bürgermeisteramt. Wittemann. Schäfer. [99] Hilsbach, Amts Sinsheim. Stammholzversteigerung. Nro. 190. Montag den 16. d. M. werbe» im hiesigen Gemeindewalde 30 Eichstämme, sog. Holländer, 50 ,. > 1 Aspe ! zu Ban- und Nutzholz geeignet, 2 Forlen I ' gegen baare Bezahlung durch öffentliche Versteigerung verkauft. Tie Zusammenkunft ist morgens 9 Uhr im Gab-' holzschlag gm Waldangellocher Weg. Hilsbach, de» 4. Februar 1857. Das Bürgermeisteramt. Wittemann. > Schäfer. fT77if*Sl |9lJ Rappenau. Liegenscyastsversteigerung. Nr. 20. Mit obervormundschaftlicher Ermächtigung vom 8. Jan. 1857, Nro. 247, werden auf Mittwoch den i 8. Febr. 1857, Mittags 12 Uhr. auf dem Rathhanse dahier versteigert: Das dreistöckige Gasthaus mit Realge- rechtigkeit zum Roß dahier, mit gewölbtem Keller, einer Metzgereieinrichtung, gerän- »ligen Wohn- und Nebenzimmern und Tanzsaal sannnt Nebengebäuden, bestehend in Scheuer, Stallung nnd Waschküche: sodann mit gepflastertem Hofraum und der Halste an 79 Ruthen Kochgarten mit Bleichplatz ngp eigenem Brnngen unmittelbar hinter der Scheuer, nebst weitere» 23'/,°'Rittbe» Garten daselbst, ander Hauptstraße mitten im Dorfe; zusammen angeschlagen zu 4500 fl. . Das Anwefen ist in sehr gutem Zustande und eignet sich durch seine Lage an der Hauptstraße nicht nur zum Betriebe der Wirthschaft, sondern auch eine« jeden andern GerverbeS. — 64 — Ferner komme» mit in Versteigerung:, S Morgen 2 Viertel 6iy i0 Rth. Aecker in verschiedenen Parzellen und guten Lagen, im Anschläge zu 3960 fl. und 1 Morgen 3 Viertel W/ ia Ruth. Wiesen in mehreren Stücken, angeschlag en zu 570 5. zusammen 9030 st. Auswärtige Kaufliebhaber haben legale Vermö- geuSzeugnisse vorzulegen. Rappenau, den 28. Januar 1857. Das Waisengericht: sskothenhöfer, Bürgermstr. - ' vdt. Metzger, Rathsthrbr. [100] Eschelbron», Amt SinSheim. Liegenschastsversteigerung. In Folge eines Nachgebots wird das im La»d- boten Nr. 7 beschriebene Wohnhaus und Zugehör der Friedr. Butschbachers Erben dahier, ans Zur Geschichte des Tages. Karlsruhe, 5. Fcbr. Das heute erschienene Regierungsblatt Nro. 5 enthält: I. Unmittelbare Allerhöchste Entschließungen Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs. Dienst,lachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großhcrzog haben Sich allergnädigst bewogen gefunden: den Oberbaurath, Major Scheffel, bei der Oberdi- rektion des Wasser - und Straßenbaues, unter Anerkennung seiner langjährigen und treu geleisteten Dienste — auf sein unterthänigstes Ansuchen in den Ruhestand zu versetzen;, die auf hen Hofrath, Professor M Renaud gefallene Wahl zum Prorektor der Universität Heidelberg für das Studienjahr von Ostern 1857 bis dahin 1858 zu bestätigen; den Domänen-, rath Nicolai, unter Ernennung zum Finanzrath, von der Zehntsektion zur Zolldirektion zu versetzen; den Ingenieur Maximilian Hoffmann zu Achcrn in gleicher Eigenschaft zur Wasser - und Straßenbauinspektion Mosbach zu versetzen; den Pfarrer Karl August Leibnitz in Gondelsheim auö dem Dienste der evangelischen Landeskirche zu entlassen. II. Verfügungen und Bekanntmachungen der Ministerien. 1) Bekanntmachung des großh. Ministeriums des großh. Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten: Den Bundcöbe- schluß vom 6. Juli 1854 über allgemeine Bcstiniinungen zur Verhinderung des Mißbrauchs der Presse bctr. 2) Verordnung des großh. Justizministeriums: Die Gebühren für die Rechtspflege der Bürgermeister in bürgerlichen Rechtssachen und in Strafsachen betr. Karlsruhe, 5. Febr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog sind neuesten Nachrichten zufolge von Sr. Maj. dem Kaiser von Oesterreich zum Oberstiiihaber des k. k. österreichischen Infanterieregiments Nro. 50 ernannt worden. " ][ Neckarbischofsheim, 1. Febr. Schon im vierten Jahr besteht hier ein Verein zum gemeinschaftlichen Ankauf von Staatslottericloosen, über dessen Grundsätze eine Mttthei- lung in diesem Blatte um so gerechtfertigter sein wird, als ganz verkehrte Ansichten darüber verbreitet sind. Selbst Mitglieder des Vereins sind über dessen Lebenselcmcnte so sehr im unklaren, daß sie sich bald zu sanguinischen Hoffnungen bin- geben, bald von Verlusten träumen, die auch nicht im entferntesten drohen. Der Verein, kaust nemlich mit seinen Mitteln, welche durch Einzahlung von 1 fl. monatlich für Eine Einlage zusammengebracht werden, 50 fl.-Loose und 35 fl.- Loose. Durch solche kleinen Einlagen allmählig ein kleines Kapital zu erwerben, so wie die Möglichkeit, dabei noch einen Gewinn zu mache», sind die beiden leitenden Grundgedanken, welche bei Gründung des Vereins vorwaltetcn. Bei dem einen Theilnehmcr übcrwiegte der eine, bei dem andern der andere Gedanke. Im ganzen ist anzunehmen, daß die tembergische Cubikfuß. 36 Stimme eigen Schnittholz mit 2691 wür- tembergische Cubikfuß. 61 „ . Bau - und Schwellenholz mit . 1641 würtemb. Cubikfuß. Wimpfen, am 4. Februar 1857. Großh. Hess. Bürgermeisterei Wimpfen. Barth. _ f 98] Rv h rb a ch. ' Stammholzversteigerung. In dem Walddistrikt Langloch zu Rvhrbach werden am Donnerstag den 1-2. Februar l. I., Nachmittags 2 Uhr, 37 Eichstämme, von welchen 13 zu Holländerholz tauglich sind, gegen Baarzahlnng versteigert, wozu die Liebhaber eingeladen werden. Sinsheim, den 4. Februar 1857. Freiherr von Venningen-UllnersscheS Rentamt. Rees. Absicht des Sparens in erster Reihe steht, keineswegs aber ist dieselbe so überwiegend, daß die ganze Richtung des Vereins sich von ihr bestimmen ließe. Wäre das Sparen der einzige Zweck, so müßten z. B. auch die gezogenen Serien verkauft werden, um nicht den sichern Gewinn, das gewisse Erspar- niß an den so unsicher«, in weite Ferne hinausgerückten Gewinn zu setzen. Ein deßfallsiger Antrag fand aber bei der letzten Generalversammlung so wenig Anklang, daß er gar nicht zur Abstimmung gebracht werden durste, zum deutlichen Beweis, daß die Aussicht auf einen Gewinn einen Reiz hat, dem sich die wenigsten entziehen können. . Auch thut im Gan, zen die. Festhaltung des zweiten Grundgedanken dem ersten so wenig Antrag, daß man ihm recht gut auch seine Geltung lassen kann, ist es ja doch die Hoffnung, diese im Leben so' wichtige Kraft, die ihm zu Grund liegt, und, wenn auch gerade keine materiellen Vörthrile bringt, doch dem Band, das den Verein umschlingt, eine heitere Färbung gibt. Drum mögen beide Absichten brüderlich neben einander bestehen und gepflegt werden. Das Wesentlichste und unterscheidende von andern Vereinen besteht bei unserm Verein darin, daß er nach Verflnß einer bestimmten Reihe von Jahren (12) sich auflöst,, und sein Vermögen vcrtheilt. Dadurch soll erzielt werden, daß die Mitglieder auch einmal die Früchte ihres Sparens zu genießen bekommen, was nach seiner ganzen Bedeutung auf keine andere Art zu erreichen ist. Andere Vereine, welche ihren endlichen Abschluß auf eine Zeit hinausgcrückt haben, die zu erleben eine kühne Hoffnung ist, sagen darauf zwar, daß ja jedes Mitglied seine Einlagen verkaufen könne, wenn es zu barem Geld gelangen wolle, sie bedenken aber dabei nicht, daß derjenige, welcher so verkaufen muß, gerade dadurch um den Antheil an dem Ersparten gebracht wird, ja vielleicht selbst noch an seiner Einlage einen Nachlaß bewilligen muß. Der doppelte Vortheil aber gerade soll durch unsere Einrichtung erzielt werden, daß nemlich vorzugsweise der, dem'Ersparnisse am nöthigsten sind und am wohlsten thun, die nicht sehr ferne Aussicht hat, zum Genuß des ganzen Ertrags seines Ersparniffes zu kommen, und daß nicht solches Verkaufen - Müssen, welches das Siegel der aus Noth entsprungenen. Nothwcndigkeit an sich hat, zu dem materiellen Schaden auch noch das Gefühl eines moralischen Druckes hinzufügt. Von weniger unterrichteter Seite wurde den Bestrebungen des Vereins auch der Einwurf gemacht, man hätte wirklich einen offenbaren Schaden, und suche den sichern Verlust mit dem unsicher,, Gewinn zu decken, weil der geringste Werth, mit dem die Loose herauskommen, in keinem Verhällniß mehr stünde zu dem Ankaufspreis. Solcher Eimpurf beruht auf einseitiger Auffassung des Verhältnisses des Vereins zu den Werthpapieren, die solchen Einwurf machen vergessen drei Donnerstag den 12. Februar d. J., Mittags 12 Uhr, einer nochmaligen Versteigerung anSgefetzt, was hierdurch verkündet wird. Efchelbron», den 31. Januar 1857. Das Waisengericht. Doll, Bürgermeister. vdt, Dinkel, Rathschrciber. [89] Wimpfen. Stammholzversteigerung. Mittwoch den 41. Februar vou Morgens 8 Uhr au kommen in dem hiesigen, eine halbe Stunde vom Neckar entfernt liegenden Gemeindewald zur Versteigerung: 22. Srämnie buchen Werkhvlz mit 546 würtem- bergifche Cubikfuß.. 11 „ eichen Holländerholz mit 1376 wür- wesentliche Punkte. Sie vergessen nemlich: 1) daß (bei an, ders friedlichen Zeiten) der Cours der Loose stetig steigt; 2) daß die Loose nicht behalten werden, bis sie hcrausgelooöt werden, daß sie vielmehr später um den Courspreis verkauft werden, und 3) daß nur ein ganz unbedeutender Theil der Loose beim Ausspielen herauskommt. Da nämlich die Loose im stetigen Steigen sind, und zwar die 50 fl.,Loose in noch stärkerem Verhältniß als die 35 fl. »Loose; da dadurch in jedem Jahr ein Gewinn an den früher angckauftcn Loosen in sicherer Aussicht ist, da ferner die 50 fl.-Loose nicht behalten werden bis sie alle ausgespielt werden, sondern einige Jahre vor der Auflösung des Vereins, die mit dem Ende des Anlehens der 50 fl.-Loose zusammenfällt, also gerade wenn sie am höchsten stehen, verkauft werden; da dann auch beim Abfluß des letzten Jahrs des Vereins,die 35 fl.-Loose um den dortigen Courspreis verkauft werden; da endlich ein allenfall« siger kleiner Verlust, welcher dadurch entsteht, daß ein Loos herauskommt, weitaus durch den Gewinn des stetig steigenden Courses der übrigen Loose gedeckt wird, so kann e», sicherer Gewinn gar nicht ausbleibcn. Auch har eine Vergleichung der Ankaufspreise der in den 3 Jahren gekauften Loose mit dem jetzigen Courö ergeben, daß bei etwa 70 Mitglieder und etwa 80 Einlagen ein Ersparniß von über 500 fl. gemacht worden ist. Eine Berechnung, welche sich auf die angegebenen That- sachen gründet und mögliche Wcchselfälle nicht außer Acht ge- lassen hat, ergiebt, daß mindestens die Einlagen mit Zuschuß der Zinsen von 5 Prozent dem Einleger beim Schluß wieder zufallen, daß aber bei anders günstigen Verhältnissen, d. h. bei einem Steigen des, Cours in dem bisherigen Grad so wie bei dem bisherigen Verbältniß des Herauskommens der Loose zur Zahl aller angebrachten Loose noch ein weiteres Ersparniß in Aussicht steht, wobei die Möglichkeit eines Gewinnes ganz außer Rechnung geblieben ist. Ein solches Resultat muß aber sicherlich als, km erfreuliches bezeichnet werden, wenn man be, denkt, daß so kleine Summen kaum zinstragend angelegt wer- den können, ja daß sie auch selbst als Kapital nicht leicht gesammelt werden können, indem sie ganz unvermerkt wieder ' verschwinden. Es wird manchem, der jährlich 12 fl. in einzelnen Theilen eingelegt hat, recht wohl thun, wenn er nach Verfluß von 12 Jahre» auf Einmal ein Sümmchen von gegen 200 fl. eingehändigt bekommt. Möchten uns — dies ist der beste Wunsch, den wir für den Verein hegen können — Zeiten des Friedens bewahrt bleiben, welche die eigentliche Lebenslust sind, die diesem Werk des Friedens, wie allen übrigen Gedeihen.gibt, und möchten auch die Angelegenheiten des Vereins stets in treuen und uneigennützigen Händen liegen! Vorstand und Kassier haben der Opfer an Mühe und Zeit manche zu bringen, es war daher auch eine sehr zu lobende Rücksicht, die der Verein seinem Kassier schenkte, als er in der letzten Generalversammlung vierteljährige Einzahlung festsetzte. Es sammelt sich ein solch ansehnliches Vermögen allmäylig an, daß es im wohlverstandenen Interesse des Vereins ist, einem geschäftskundigen, red- lichen und opferbercitwilligen Kassier die Arbeit möglichst zu erleichtern, damit er auch für die Zukunft seine Kräfte gerne der guten Sache widmet. Solchen, wenn es schwer fallen sollte, vierteljährige Vorausbezahlung zu leisten, wird der Kassier billige Rücksicht zu schenken wissen, doch wirb dieser Fall kaum verkommen. Wir leben der Hoffnung, daß durch den Verein nicht nur manches erhebliche Ersparniß gemacht, sonder» auch der Sinn des Sparens geweckt und genährt wird. Mannheim, 5. Fcbr. Die kaum entstandene Käutschuk- fabrik hier prosperirt so günstig, daß bereits eine bedeutende' Vergrößerung — 500' Länge — und zwei weitere Dampfmaschinen, jede von 100 Pferdekraft, in Plan genommen sein sein soll. — Der gegenwärtige Wohnungsmangel hat mehrere Hauseigenthümer bestimmt, dritte Stöcke aufzubaueu, und ei sind solche schon akkordirt. Allein jeßt beginnt auch der Auf-, schlag der kleinen Arbeiterwohnunge», welche im Durchschnitt um ein Sechstel drö früheren Miethziisses gestiegen sind. Mit den Pachtzinsen von Grundstücken ist es ebenso. Die Presse steigen enorm, und die Felder werden meistens zu Tabakpflanzungen bestimmt. Leopvldshafen (LA. Karlsruhe), 3. Febr. Heute hätte hier ein großes Unglück statifinden können, wenn uicht glücklicherweise schnelle Hilfe es abgelcnkt hätte. Die drei Söhne des Herrn Ulrici vergnügten sich auf dem Eis im Hafen mit Schlittschuhlaufen, wobei der Jüngste an einer Stelle, die gestern ein Schiff passirte, welches unser» Hafen verlassen hatte, mit dem Eis einbBtch, das dort zu dünn war. Der Arlteste, der dies sah, eilte seinem Bruder zu Hilfe und stürzte cbelifällö hinein, und auch der Dritte, welcher einen Schlitten führte und seinen zwei Brüdern bcispringen wollte, hatte gleiches Schicksal. Ein nahe liegender ^Schiffer, Zeuge des Unfalls, kam rajch herbei, und so wurden denn mittelst einer StaUge die 3 Brüder lebend wieder aus dem 15 Schuh tiefen Wasser herausgezogrn. St. Georgen, 3. Febr. In unserer Gegend liegen bedeutende Holzquantitätcn parat, und harren nur der Fahrbar- wcrdung der Wege und Straßen, um an ihre Bestimmungsorte gelangen zu können. — In unserem industriellen Orte besteht für die reisende» Handwerksbursche die bequeme Einrichtung, daß dieselben auf der gemeinschaftlichen Herberge nebst dem üblichen Zunftgeschenke auch ei» Geschenk von der hiesigen Einwohnerschaft erhalten, indem diese letztere durch freiwillige Beiträge eine eigene Kasse zu' diesem Zwecke bildete, und sich hiefür nur die Bedingung erbat, daß das sog. Fechten aufgehoben werde. Dies lasse» sich die Handwerksbursche natürlich auch gefallen und begnügen sich mit dem Geschenke. Breisach, 1. Febr. (Frbgr. Ztgi) Im Laufe des Jahres 1856 gingen aus den« freien Verkehr aus dem Bezirke des Hauptsteueramts Breisach über die Rhcingrenze nach Frankreich aus: 12,592 Malter Weizen, 208 Malter Welschkorn, 321 Malter Roggen, 2129 Malter Gerste und Malz, 119 Malter Hafer, 274 Mltr. verschsedene Hülscnfrüchte, 26 Ztnr. Hopfen, 78 Ztnr. Bier, 803 Ztnr. Branntwein, 25 Ztnr. Essig , 261. Ztnr. Wein, 137 Ztnr. eingesottene Butter, 50 Ztnr. Stroh- und Bastgeflechte, 491 Ztnr. Seegras, 30 Ztnr. Hanfsamen, 93 Ztnr. Schwämme, 46 Stück Pferde, 2090 Stück gemästete Ochsen, 2373 Stück Kühe, 10,600 Stück fette Hämmel, 229 St. Jungvieh, 73 St. Kälber, 73 St. gemästete Schweine, 107 Stück magere Schweine, und eine sehr große Menge von Brenn-, Bau- und Möbclholz; ferner gingen gegen Verzollung aus: 705 Ztnr. Holzborken (Lohe), 5296 Ztnr. Holzkohlen. Dagegen wurden aus Frankreich 1566 Stück Spanferkel ein- geführt Und verzollt. Mainz, 4. Febr. Die hiesige Dampffähre machte am letzten Sonntag 47 Doppclfahrten zwischen den beiden Ufern, und beförderte bei jeder Fahrt durchschnittlich 100 Personen. Die Fahrt selbst dauerte 2V- bis 3 Minuten. Früher fuhren 20 offene kleine Nachen, welche im Durchschnitt je 20 Fahrten täglich machten, die oft V 4 Stunde und länger dauerten, nud kaum die Hälfte der Personen transportirten, welche jetzt befördert werden. Frankfurt, 2. Fcbr. Ein junger Mann, welcher vorgestern wegen einer kleinen Veruntreuung von seinem Prinzipale im Beisein anderer Personen darüber zur Rede gestellt wurde, ging fort, kaufte sich ein Terzerol und machte seinem Leben durch einen Schuß ein freiwilliges Ende. Ein Anderer, welcher heute Mittag bei einem versuchten Einbruch in einem Hause in der Ncugasse ertappt und verfolgt wurde, flüchtete sich in ein Haus ui der Graupcngasse und erschoß sich hier, ehe seine Verfolger ihn erreichen konnten. Ein Knabe von et- wa 15 Jahren, welcher am Samstag Vormittag i» einem Mefferschmiedladen in brr Weißabtergaffe einen Lolch stahl, wurde von der Schutzmannschaft an der Katharinenkirche ein- geholt und zur Hast gebracht. Nach der Volkszählung von 1855 hat München 132,112 Einwohner. Berlin, 3. Frbr. Die --B. B. Z.« zählt unter den Bedingungen, unter denen Preußen feine Ansprüche auf Neuenbürg fallen lassen wolle, auch die Brrcchttgung für alle Diejenigen auf, die mit Rücksicht auf die jetzigen Verhältnisse aus dem Fürstenthume auswandern wolle», unbedingt ihr Vermögen mit fortnehmen zu können, eventuell eine angemessene Entschädigung für das, waS sie zurücklassen müssen. Der ungarische Fruchthandel bat im Jahre 1856 gegen 1855 bedeutend zugenommen. Kopenhagen. Daß der Mormonismus sich im Lande immer mehr verbreitet, ist bereits eine feststehende Thatsache. Erst dieser Tage kam auö Anlaß dieses verderblichen Wahnes in dem Landstädtchen Haagerup ein abscheulicher Mord vor. Ein Gärtner, Vater mehrerer Kinder und Inhaber eine» guten Geschäfts, hatte eine solche Zuneigung für den Mormonismus gefaßt, daß er auch seine Frau zu die,ein Glauben verleiten wollte, die sich aber auf daö Bestimmleste dessen weigerte, obwohl er versicherte, daß ihm ein Engel erschienen sei, der ihm befohlen habe, wenn sie nicht zum Mormonismus übertrete, sie zu ermorden. Plötzlich überfiel er dir Arme im Berte, brachte ihr mehrere Stiche mittelst cuieö Messers bei und schnitt ihr zuletzt den Hals ab. Er ist jetzt gesauglich cingczogcn. New-Aork. Von Frühjahr an wird rin neuer Dampfer- Ueberfahrtskourö eingerichtet, der in 8 Tagen auö der alten in die neue Welt hinüberfährt. Eine Verlockung für Touristen, die nach Tirol und nach dem Rhein vor 30 Jahren fast eben so viel Zeit unterwegs waren, jetzt diesen »Katzensprung" über den Ozean zu riskiren. Miszellen. * Wasserscheu dürch Dampf heilbar. Der Pariser Arft Dr. Büssion, welcher durch Behandlung einer in Folge des Bisses eines tollen Hundes von der Wasserscheu befallenen Frau ebenfalls von dieser fürchterlichen Krankheit ergriffen worden war, beschloß, seinen Leiden durch Tödtung mit Wasserdampf ein Ende zu machen. Er ließ sich ein Dampfbad bereiten und steigerte die Hitze allmählig bis auf 107 Grad 36 Sekunden deö Fahrcnheit'schen Thermometers, spürte aber auffallender Weise eine außerordentliche Erleichterung seiner schrecklichen Beschwerden. Er verweilte so lange im Bade, bis er sich vollkommen wohl fühlte, aß mit wahrem Heißhunger, trank außergewöhnlich viel Wasser und schlief ganze 24 Stniide» in einem fort. Als er erwachte war er vollständig wieder hcrgestellt. Dr. Bussion sandte den beglaubigte» Bericht seiner Heilung an die Akademie der Wissenschaften zu Paris und behandelte seit jener Zeit fünf Wasserscheue und Hundöwüthige auf die angegebene Weise durch Dampf, wovon vier genasen, während der eine Kranke, ein sechsjähriger Knabe, im Bake erstickte. * Vom obersten Gerichtshöfe in München ist ei» langer und in seiner Art interessanter Prozeß enkschirden worden. Ein übermüthigcr wohlhabender Bauer aus dem Genchtsbezirke Straubing prahlte im Wirthshause vor vielen Zeugen mit seiner körperlichen Stärke; „1000 Gulden geb' ich Jedem, der mich hinhackelt", d. h. wer mich beim eingebogcnr» Mittelfinger mit seinem gleichfalls eingebogcuen Mittelfinger faßt und über eine Tischplatte zieht. Ein Wirth auS der Gesellschaft nahm die Herausforderung an und zog kr» Bauer wirklich ans. Der Bauer, dessen Ehrgefühl durch die verlorne Wette erst recht verletzt war, sagte: „Roch mal! hackelst mich wieder hin, kriegst 2000 Gulden, Hackel ich Dich hin, sind wir quitt!" Wirklich wurde der Bauer wieder „hingehackelt," wollte aber nichts vom Zahlen wissen, denn et „hat ja nur Spaß z'habl!" Der Wirth stellte Klage und so kam die Sache durch Appelliren bis an den obersten Gerichtshof des Reiches, der denn auch entschied, daß der Bauer den Prozeß verloren hat, also zahlen muß , denn es liege hier eine sogenannte Auslobung vor, die von Jedem, der darauf eingehe, thatsächlich angenommen und also für beide Theile bindend sei, indem einem solchen Kraftspiel kein Gesetz rntgegenstehe. * In Thibet, diesem so unzugänglichen, so unendlich viel Seltsames einschlicßendcn Lande, herrscht, wie die Lazaristenpriester Huc und Gäbet berichten, die wunderliche Sitte, baß alle Frauen, die auf Anstand und Würde Anspruch machen, nie das Haus verlassen und nie innerhalb desselben einem Fremden sich zeige», ohne zuvor ihr Angesicht mit einer glänzend schwarzen, und gallertartigen Masse zu betupfen , dergestalt, daß nicht allein die Farbe, sondern auch die Züge gänzlich entstellt werden. Eine Frau, die ohne Bctupfung ihr Antlitz bloßstellte, würde für aller Sitte bar geachtet werden. — Anstatt der Verbeugung, die bei den Chinesen so sehr tief ist, strecken die Thibetancr zum Gruß die Zunge aus — je weiter, je ehrfurchtsvoller; bei den allervornehmsten Personen, z. B. den 4 »KäloneN" (Ministern) des Tale Lama's muß der Begrüßende die Zungenspitze bis ans Ohrläppchen bringen. * Auch in Norwegen wird das deutsche Bier allgemein das herrschende Getränk und beginnt den Branntwein zu verdrängen. Die jährliche Bierproduktion soll sich daselbst auf 6,810,000 Pott (Töpfe, Krüge) belaufen.' * Der gegcwärtige Präsident der französischen Akademie der Künste und der erste kaiserliche Architekt in Paris, Hr. Jakob Hittorff, ist ein gcborncr Deutscher, und cs gibt Leute, die ihn ums Jahr 1808 noch als Maurerlchrling in Köln arbeitende« sehen haben. Mit siebzehn Jahren ging Hittorff nach Paris, besuchte dort wissenschaftliche Anstalten und bildete sich daselbst zu einem der ersten Künstler seines Faches ans. Karlsruhe, 31. Jan. Bei der heute stattgchabten Ziehung der Obligationen der badischen Gesellschaft für Zucker- fabrikation sind folgende Nummern heraus gekommen: Lit. A a 1000 fl.: Nr. 9, 114, 127, 195, 279, 300, 386, 490, 576, 604, 633, 845, 1003, 1168, 1181, 1196, 1202, 1216, 1232, 1251, 1267, 1272, 1324, 1361, 1397, ;1408, 1414, >1459, 1544, 1594. — Lit. v a 500 fl.: Nr. 5, 77, 81, 86, 103, 150, 302, 359, 505, 643, 647, 662, 740, 790, 852. —iLit. Ca 100 fl.: Nr. 100, 128, 163, 165, 196, 315,j357, 376, 541, 542, 659, 679. Rückständig jaus früheren Ziehungen sind und zwar auf den 1. März 1855: Lit. A a 1000 fl. Nr. 102. Lit. C ü 100 fl. Nr. 343. Auf den 1. März 1856: Lit. A ä 1000 fl. Nr. 1162. Lit. B ä 500 fl.Mr. 117, 629. Lit. C a 100 fl. Nr. 299, 342, 660. frucht - Mittelpreije. Heilbronn, 4. Fetr. Weizen 17 ff. 24 kr., Kernen l7 fl. g kr., Geinasch II fl. 48 kr., Geiste 10 ff. 2 kr., Dinkel 7 ff. 14 kr., Hafer 5 ff. 14 kr. frankfurter Laurfe. Pistelen 9. 38-39 dto. Preuß. 9. 55-59 Hell. lOff.-Ltücke 9. 44-45 Kanddilkaren 5. 31 '//iV/* 2 U-,)r>»ik-Lti,ckk 9 . 19'/,-20'/, Engl. Sonverains >1. 38-42 Preuß. Thaler — 5-Franken-Thaler 2. 20'/, Prenß. Kaff.-Sch. I. 45'/, Zsekigiit, Druck 11116 Verlag von D. Pfi^erer in Heidelberg.