Erscheint Dienstag, Donnerstag und Samstag. Abonncmentspreis vierteljährlich 1 Mk. 50 Pf., durch die Post bezogen 1 Mk. 75 Pf. Einrückungsgebühr, die kleingespaltene Zeile oderderenRaum 10 Pf. Reklamen werden mit 20 Pf. die Zeile berechnet. Briefe undGelder frei für den Amtsbezirk Sinsheim und Umgebung. Donnerstag, den 17. Januar 1884. 45. Jahrgang. Bestellungen auf den „Landboten" mit der Gratisbeilage „Jllustrirtes Unterhaltungsblatt" für die Monate Februar und März können fortwährend bei den Postanstalten und Landpostboten, in Sinsheim bei der Expedition d. Blattes gemacht werden. * Uokitische Umschau. Sinsheim, 16. Januar 1884. vr. La sker wird in heimischer Erde ruhen. Sein Bruder in Texas führt die Leiche auf dem Dampfer „Neckar" übers Meer nach Bremen. Die Aerzte fanden bei Lasker Anschwellung der Lungen, Herz- und Gehirn-Erweiterung. Das ungarische Oberhaus verwarf mit 200 gegen 191 Stimmen abermals die Gesetzvorlage, welche Ehen zwischen Christen und Juden ermöglichen sollte. Die Königin von England wird Anfangs März nach ihrer Billa bei Baden-Baden sich begeben, und Anfangs April nach Darmstadt reisen, um der Vermählung ihrer Enkelin, der Prinzessin Viktoria von Hessen mit dem Prinzen Ludwig von Battenberg, beizuwohnen. Gerüchte unheimlichen Inhalts sind es, die man sich in Petersburger hohen Kreisen zuflüstert, woselbst in den letzten Tagen abermals Warnungen aus London einliesen. In London, heißt es, sei in der Wohnung eines plötzlich von dort verschwundenen Nihilisten, welcher sehr viel Umgang mit Irländern gehabt, ein chiffrirter, Mitte Dezember aus Petersburg datirter Brief vorgefunden worden, welchen zu dechiffriren der Polizei gelungen sei und der eine Stelle enthalten soll, welche besagt: ein Revol- verschuß sei sicherer als eine Tynamitbombe; es müffe aber eine Gelegenheit abgewartet werden, bei welcher der Kaiser mit dem Thronfolger zusammen aus dem Leben geschaffen werden könnten, damit möglichste Anarchie eintrete. Gleichzeitig verlautet, cs wären auch aus Paris Warnungen eingelaufen. Aus Kairo 11. d. wird gemeldet: Send- linge des Mahdi sind in Assuan angekommen und haben das Volk aufgefordert, sich dem Profeien zu unterwerfen. Die europäischen und arabischen Kausleute in Berber verließen diese Stadt am 8. d. und schlugen den Weg nach Karosko und Affuan ein. Ein dem „Bureau Reuter" zugehendes Telegramm aus Kanton sagt, die Behörden der Provinz Kwuangtung träfen ernstliche Kriegsvorbereitungen. Zwischen Kanton und der ton- kinesischen Grenze werde eine telegraphische Verbindung hergestellt. Nach Hainan sollen beträchtliche Truppenverstärkungen geschickt werden. Eine Proklamation des Vicekönigs fordert die Bevölkerung auf, sich für den Krieg vorzubereiten und den Angriff der Franzosen zurückzuweisen. Die Proklamation gedenkt schließlich des Freundschafts- verhältniffes zu den anderen Nationen. Deutsches Weich. Karlsruhe. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben gnädigst geruht, den mit der probeweifen Verwaltung des Postamts in Offenburg betrauten Postkassierrr Wilhelm M a > z a ch e r zum Postdirektor in Offenburg zu ernennen. Karlsruhe, 12. Jan. (17. Sitzung der 2. Kammer.) Eingelausen sind: Die Bitte der Stadtgemeinde Ueberlingen um Vollendung der Bodenjee-Gürtelbahn; übergeben von dem Abgeordneten Lohr. Der Präsident verliest sodann einen inzwischen eingegangenen von mehreren Abgeordneten Unterzeichneten Antrag: „Großh. Regierung wolle den Ständen in Bälde seinen Gesetzentwurf in Betreff der Zwangsvollstreckung in Liegenschaften vorlegen, welcher von dem Grundsätze ausgeht, daß der Verkauf nur unter Wahrung der besseren Rechte der dem betreibenden Gläubiger vorangehenden Gläubiger, somit insbesondere nur dann geschehen darf, wenn das höchste Gebot zur Deckung der Vorhypotheken ausreicht." Dieser Antrag trägt den Charakter einer Motion an sich und wird nach der Zusage des Präsidenten als solche behandelt werden. Der Abg. Nopp dankt der Großh. Regierung für die Wiederherstellung der Amtsgerichte Philippsburg und Neckarbischofsheim, bedauert aber, daß die zahlreichen auf Aufhebung der Fluß- und Dammbau - Steuern abzielenden Petitionen keine Berücksichtigung gefunden hätten. — 14. Jan. In der heute stattgehabten 18. Sitzung der 2. Kammer ist die Motion Buol und Genossen, betreffend den Verkauf von Liegenschaften bei Zwangsvollstreckungen im Sinne der Wahrung besserer Rechte der betreibenden Gläubiger, wegen großer Wichtigkeit auf Antrag Kiefer's an eine Kommission verwiesen worden. Karlsruhe, 14. Jan. Schon unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Grundzüge des Einkommensteuergesetzes machte sich namentlich in dem Kleingewerbe die Anschauung geltend, daß es nicht gerechtfertigt sei, die künftigen Erträgnisse der neuen Steuer ausschließlich zum Vortheil der Landwirthschast, bezw. des land- wirthschafllichen Gewerbes zu verwenden. In diesem Sinn wurde auch am 10. d. M. bei einer hier gehaltenen Sitzung des Landesausschusses der Gewerbevereinsgauverbände ein Beschluß gefaßt. Man ging dabei von der Ansicht aus, daß eine Enquote über die Lage des Kleinhandwerks gezeigt haben würde, dasselbe befinde sich ohne seine Schuld in einer mindestens ebenso ungünstigen Lage, wie der Kleinbauer. — Die während der letzten Wochen einen Gegenstand lebhafter Polemik in der Presse bildende Befferstellung der Gerichtsschreiber soll nun da- hin entschieden werden, daß für 64 Gerichtschreiber der Satz von 113 800 M. in das Budget ausgenommen wird. Frankfurt, 15. Jan. Das hiesige „Journal" berichtet: „Der in Hamburg verhaftete Anstifter der Dynamitexplosion ist ein als Anarchist bekannter Sachse, der eigens zur Verübung des Verbrechens hergereist sei. Er habe Genossen, welche noch gesucht werden. Der Verbrecher läugnet. Berlin, 14. Jan. Das Staatsministerium trat gestern Mittag um 3 Uhr im Konferenzzimmer des Abgeordnetenhauses zu einer Sitzung zusammen. Wie die „Voff. Ztg". vernimmt, soll die Begnadigung des B i s ch o f s v o n M ü n- ster, wie überhaupt die kirchenpolitische Lage zur Besprechung gestanden haben, nachdem vorher ein insormirendes Schreiben des Fürsten Bismarck zur Verlesung gelangt war. — Das „Bromberger Tageblatt" meldet, der Kultusminister habe die Regierung angewiesen, die Verfügung betreffend Wiederherstellung der Staatsleistungen in dem zur Diözese Kulm gehörigen Dekanat Fordon, Regierungsbezirk Bromberg, schleunigst zu erlaffen. Prinz Friedrich Carl von Preußen lebt seit Jahren von seiner Gemahlin, Prinzessin Maria Anna, einer Prinzessin von Anhalt, getrennt und diese Trennung ist jetzt wie „Berliner Blätter" berichten, eine dauernde geworden. Vor zwei Jahren nahmen die Zerwürfnisse eine Form an, welche das greise Oberhaupt der Königlichen Familie nöthigte, den Prinzen zu einer Orientreise zu veranlassen, welche er auch dann nicht unterbrechen durfte, als sein Vater, der Prinz Carl, starb. Tie Prinzessin lebt seit Monaten in tiefer Zurückgezogenheit in Deffau. Die drei Kinder sind die verwittwete Prinzessin Heinrich der Niederlande, die Erbgroßherzogin von Oldenburg, die Herzogin von Connaught und ein Sohn. Ausland. London, 14. Jan. Wolff und Bondurand, welche wegen Komplottes zur Zerstörung der deutschen Botschaft durch Explosionsstoffe angeklagt sind, erschienen heute vor dem Old- bailey-Gerichtshof. — Im Schlosse zu Windsor sind in Folge von Drohbriefen der Fenier Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Paris, 14. Jan. Der Marineminister erhielt eine Depesche des Admirals Meyer aus Hongkong vom 12. Jan, welche die Stimmung in Hongkong als sehr befriedigend bezeichnet und hinzu- sügt, daß die Seeräuber, auf welche energisch Jagd gemacht werde, allmählig aus dem Delta zu verschwinden begännen. Hongkong, 14. Jan. Es geht das Gerücht, chinesische Truppen seien im Vorrücken aus der Provinz Quangsi zur Verstärkung der Besatzung von Baku in begriffen. verschiedenes. -i- Sinsheim, 15. Jan. Ende voriger Woche hielt der hiesige Sparverein seine 5. Jahresversammlung ab. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden erstattete Herr Kassier Frank Bericht über das Geschäftsjahr 1883. Die Gesellschaft besitzt z. Z. 22 Stück Loose, verzinsliche und unverzinsliche, mit einem Anschasfungswerthe von Mk. 5853. Das Zinsenerträgniß hieraus beträgt Mk. 153 == 2,6 pCt. Dieser niedrige Zinsfuß rührt theils daher, daß verzinsliche Prämienloose an sich schon einen niederen Zinsfuß haben und dieselben obendrein noch 20—30 pCt. über pari bezahlt werden, und daß unverzinsliche Loose, von welchen der Verein für ca. Mk. 1200 besitzt, nichts einbringen. Im Laufe des Jahres wurde ein Gothaer Prämienpfandbrief mit niederstem Treffer gezogen und von der Versicherungsbank in Berlin, bei welcher derselbe gegen Ausloosung des niedersten Treffers versichert war, kostenfrei umgetauscht. Im Stande der Mitglieder vollzog sich eine kleine Aenderung, indem Herr E. nach Freiburg verzog und Herr v. L. für ein ausgetretenes Mitglied dem Verein beigetreten ist. In letzter außerordentlicher Versammlung wurde der Beschluß gefaßt, vom Jahr 1884 an aus den sich ergebenden Zinsen die laufenden kleinen Auslagen (Versicherungen der Loose, Gehalt des Dieners rc.) zu bestreiten und den Rest den Mitgliedern zu überweisen. Es wurde das als nothwendig erachtet, da sonst bei fortwährendem Zinsznschlag zum Gesellschaftsantheil, die Nachzahlung eines etwa später eintretenden Mitgliedes sich sehr hoch berechnen würde. Für die kulante Geschäftsführung des Herrn Kassiers und Secre- tärs sei hier der Dank ausgesprochen. (:) Rappenau, 14. Jan. Von Großherzogl. Bezirksamt ist die zu begrüßende Verfügung erlassen worden, daß die Feldwege, welche auf Landstraßen ausmünden, mehrere Fuß von der Ausmündungsstelle rückwärts zu beschottern sind. Hieran anknüpfend möchten wir dem vielfach gehegten Wunsche Ausdruck geben, daß die hiesige Ortsbehörde Veranlassung nehmen möchte, auch der Reinlichkeit der Fußwege im Orte etwas mehr Aufmerksamkeit -zuzuwenden, insbesondere aber den vor dem Schulhausbrunnen und hinter dem Schulhaus angesammelten Stra- ßenkoth entfernen zu lassen. /X Nrckargcmünd, 14. Jan. Unser verdienter Mitbürger, Herr Consul I. F. Menzer, beabsichtigt auf seinem eigenen Gelände in der Nähe der Elsenz eine Gasfabrik zu errichten. Obwohl das Projekt vorerst nur auf Deckung des Bedarfs in seinem Geschäft gerichtet ist, wäre doch ein werthvoller Anlaß für die übrigen Geschäfte der Stadt gegeben, im Benehmen mit Herrn Menzer das in Aussicht stehende Werk im allgemeinen Interesse zu erweitern. — In der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen 3 Uhr Morgens entstand in Heidelberg zwischen Corps- und nicht Corps-Studenten ein großer Streit, der in heftige Thätlichkeiten ausartete und wurve durch eiitschreitende Polizei beendet. — Die wegen Verdachts des Wiener Raubmords in Pforzheim und Stuttgart verhafteten Reisenden wurden alsbald wieder freigelassen, nachdem ihre Unschuld erwiesen. — Aus Baden. Im Walde bei Hirschlanden wurde vor einigen Tagen der ehemalige Verwalter auf dem Kudacher Hofe erhängt gefunden. Angebliche Ursache: Nahrungssorgen. — Auf dieselbe Weise hat ein dem Trunk ergebener verheiratheter Mann in den Neckargärten zu Mannheim seinem Leben ein Ende gemacht. — In Neckarau brannte am Montag die mit Tabak und Stroh gefüllte Scheuer des Landwirths P. Schuhmacher vollständig nieder. ■— Ein löjähriger Arbeiter in der Fabrik Waghäusel gerieth beiin Verschieben von leeren Eisenbahnwagen zwischen die Puster, wobei ihm die Brust eingedrückt wurde. Sein Zustand ist hoffnungslos. — In der gleichen Fabrik gerieth ein Arbeiter aus Wicsrnthal in das Getriebe einer Maschine und wurden ihm beide Beine abgedrückt. — Einem armen Taglöhner aus Altlußheim wurde dieser Tage die linke Hand von einer Futterschneid-Maschine abgeschnitten. Der Unglückliche ist Familienvater. — Ende voriger Woche brannte Nachts ein großer Bauernhof in Dcrlingbach (Ettenheim) nieder. Mit ihm wurden 3 Pferde, 7 Stück Rindvieh, sämmtliche landw. Geräthe und viele Vorräthe eine Beute der Flammen. — Von den beiden italienischen Mordgesellen an dem Hofbauer Storz zu Rcicheubach ist jetzt auch der andere in der Nähe von Wolfach verhaftet worden. — Als Beleg des auffallend milden Winterwetters erzählt ein Berichterstatter aus dem Oberamt Ncckarsulm, daß anläßlich eines Reinigungsausflugs, welchen er seinen Bienen am Mittag des 9. und 10. d. gestattete, die fleißigen Thierchen bereits gelbe Höschen heimbrachten. Eben so auffallend findet derselbe das Vorkommen von Traubenknospen, die dem Aufbrechen nahe find und eine dementsprechend fortgeschrittene Entwicklung an Frühobstbäumen. Eine rasch eintretende scharfe Kälte müßte somit diesen Culturen mehr oder minder ver- hängnißvoll werden. — Das 8jährige Töchterchen eines Landmanns in Langdorf verletzte sich schwer das vordere Glied des Mittelfingers. Der Arzt rieth, das Glied abzunehmen, das war aber dem zärtlichen Vater zu theuer. Er nahm Stemmeisen und Hamnier und stemmte unter Beistand seines Sohnes auf einem Holzbock das kranke Glied ab. Und die grundgütige Natur brachte Heilung. — Wien, 14. Jan. Der ermordete Knabe Rudolf Eifert, Sohn des Bankiers Eifert wurde gestern unter großer Theilnahme beerdigt. Der Zustand des Geldwechslers Eifert und seines zweiten Sohnes hat sich gebessert. Die Genesung beider ist nicht ausgeschlossen. Der Genosse des Mädchenmöcders Schenk, Schloßarek, ist nicht unbedenklich erkrankt. — (Zu den Wiener Raubmorden.) Die Beweise und Anzeichen, welche dafür sprechen, daß die beiden verhafteten Personen, Pongracz und sein Genoffe Dürschner, den Raubmord in der Eiserl'schen Wechselstube verübt, haben sich derart gehäuft, daß an der Schuld dieser Mau- uer nicht mehr zu zweifeln ist. Viele Personen welche die Verbrecher zur Zeit der Unthat von der Wechselstube wegfliehen sahen, erkannten in den beiden die Mörder. Verschiedene Versuche, ihr Alibi nachzuweisen, mißlangen. Vom geraubten Gelde ist dennoch nichts vorgesunden worden. — Die Untersuchung gegen den Frauenmörder Schenk gewinnt an Ausdehnung, indem sie sich jetzt auf weitere Ermordungen und größere Betrügereien erstreckt. — Am Montag wurde dem Landesgerichte von einem auswärtigen Gerichte ein Mann eingeliesert, welcher verdächtig ist, als der Dritte an dem Raubmorde in Mariahilf theilgenommen zu haben. Kumoristisches. — (Ehrenerklärung.) In einer Wiener Zeitung konnte man folgende originelle Ehrenerklärung lesen: Erklärung. Ich nehme die gegen „Azor", den Hund der Baronin v. K., ausgestoßene Beleidigung hiermit zurück und erkläre „Azor" hiermit für einen Ehrenhund. Penzig bei Wien. Anna L., geb. K. — (Mißverstandene Aufschrift.) Taschendieb zum andern (eine Warnungstafel mit der Aufschrift : Achtung vor Taschendieben ansehend): „Sieh' mal August, nun fängt man endlich einmal an, auch uns zu achten!" (Fl. Bl.) — Sinsheim, 12. Jan. (Schöffengericht.) In heutiger Sitzung wurden. 1. Franz Feil von Reihen wegen Sachbeschädigung zu einer Gefängnißstrafe von 4 Wochen, 2. Karolina Müller von Untergimpern wegen Betrugs zu einer Gefängnißstrafe von 14 Tagen, 3. August Pfeil von Reihen wegen Diebstahls zu einer Gefängnißstrafe von 2 Tage», 4. Ernst Friedrich Heller von Böckingen wegen Diebstahls zu einer Gefängnißstrafe von 3 Wochen, 5. Sebastian Knoll von Spechbach wegen Diebstahls zu einer Gefängnißstrafe von 3 Wochen, 6. Johann Michael Kattermann von Michelfeld wegen Betrugs zu einer Gefängnißstrafe von 5 Tagen verurtheilt. 7. Leonhard Salzgeber Ehefrau von Daisbach wurde von der erhobenen Anklage wegen Diebstahls und den Kosten freigesprochen. 8. Albert Ettlinger von Neidenstein wurde von der erhobenen Anklage wegen Störung der Sonnlagsfeier freigesprochen. 9. Die Anklage gegen Philipp Anton Boppre Eheleute und Seligmann Bodenheimer Ehefrau von Waibstadt wegen gegenseitiger Beleidigung fand durch Vergleich ihre Erledigung. Die Erhebungen über die Lage der Landwirthschaft. (Fortsetzung.) Vll. Kreditwesen. Als Kreditinstitute, welche vorwiegend von den Landwirthen in Anspruch genommen werden, sind in den Berichten hauptsächlich aufgeführt: Sparkassen, von denen einzelne ein sehr weitverzweigtes Kreditgeschäft unterhalten, Stiftungsfonds, Borschuß- kasien, örtlicheDarlehenskassen-Vereine. Größere und von dem Wohnsitz der Kreditsuchenden entfernt gelegene Kreditinstitute werden seltener benützt. Die Zeitdauer bei hypothekarisch gesicherten Darlehen ist gewöhnlich eine unbestimmte bei beiderseits vorbehaltener vierteljähriger Aufkündigung, bei Darlehen des Personalkredits in der Regel 6—12 Monate nicht übersteigend, und nur bei einzelnen Instituten auf längere Zeit (bis zu zwei oder drei Jahren) sich erstreckend; der Zinsfuß stellt sich bei der ersterwähnten Art von Darleihen 4—6, bei den anderen auf 5—8"/»; bei Prolongationen pflegt, namentlich bei Vorschußkassen, eine besondere Provision (’/, bis y>%) berechnet, vielfach auch die Prolongation an die Bedingung geknüpft zu werden, daß ein gewisser Prozentsatz der Schuld (mindestens y 10 ) abgetragen werde; hinsichtlich der Art der Rückzahlung werden gewöhnlich keine Bedingungen vorgeschrieben, bei einzelnen Kassen erhöht sich indeß, falls Ratenzahlung beliebt wird, der Zinsfuß auch bei hypothekarischen Darlehen auf 6%; andere Institute berechnen einen um 1°/» höheren Zinsfuß, falls der Verfalltag des Darlehens nicht eingehalten wird. Neben diesen Instituten wird in einer großen Anzahl Erhebungsgemeinden das Kreditbedürfniß der Einwohner auch durch Private, theils Landwirthe oder Gewerbetreibende, theils gewerbmäßige Geldverleiher, befriedigt. Im ersteren Falle sind die Darlehcnsbe- dingungen meist sehr coulante und besonders der Zinsfuß in einzelnen Orten niedrig bemessen (3—4/,"/»); in Fällen der letzteren Art entziehen sich die Darlehens- aber nur zur Schuldtilgung in Form mäßiger Annuitäten, befähigt erscheint. In zweiter Beziehung verweist man aus die thatsächlichen Rentabilitätsverhältnisse, welche, wie die bezüglichen Berechnungen ergeben haben, im Allgemeinen sehr bescheidene sind, so daß ein Zinsfuß von 5 und gar von 6"/» als hoch und die Abtragung der Zinsschuldigkeiten erschwerend bezeichnet wird. Da die Mehrzahl der bisher vorzugsweise von der bäuerlichen Bevölkerung benutzten Geldinstituten seither keine Geneigtheit zeigte, den Zinsfuß auf einen mäßigen Betrag herabzusetzen, und da auch diese Institute auf die Entnahme hypothekarischer Annuitätendarlehen, soweit bekannt geworden, bis jetzt wenig sich einließen, so wurde mehrfach das Verlangen nach einem den Bedürfnissen des bäuerlichen Hypothekarkredits angepaßten, d. h. mäßigen Zinsfuß und annuitätenweise Abtragung ermöglichenden Landes- Kreditkasse laut. Das Bedürfniß nach einer anderweiten Organisation des Hypothekarkredits kann selbstredend nicht überall gleichmäßig stark auftreten; letzteres scheint nach den Erhebungsberichten vorwiegend in denjenigen Gebieten der Fall zu sein, wo die Wirthschaft vorwiegend auf Körnerbau und Viehzucht sich stützt, und im Allgemeinen mit geringeren Einnahmen als in den Distrikten vorwiegenden Handelsgewächs-Baues zu rechnen hat. Auch im Gebiet des Mobilarkredits wird von einer Anzahl Berichte auf die hohen Zinsen (meist 6"/») bemängelnd hingewiesen, zumal diese Zinsen durch die Kosten der Prolongationen, welche bei dem in der Regel kurzfristigen Kredit vielfach erwirkt werden müssen, eine weitere Steigerung erfahren. Einige im Kreis Konstanz befindliche Borschußkassen haben eine besonders harte Kritik ihrer Geschäftsgebahrung erfahren. „Gar manche dieser Vereine (Vorschußkassen) suchten in der Größe des Umsatzes das Hauptaugenmerks ihrer Nützlichkeit, statt in der Befriedigung des Kredits. Dazu kam der hohe Zins und die Provision, um an die Stammantheile recht hohe Dividenden (10°/» und mehr) zahlen zu können, und es gibt Verwaltungsraths - Mitglieder, welche es offen als eine Hauptaufgabe der Vorschußkasse darstellen, auf die Erzielung möglichst hoher Devidenden bedacht zu sein." _ Der Einfluß dieser Geschäftsgebahrung wird als ein schädlicher bezeichnet und der hohe Schuldenstand in einzelnen Gemeinden mit der Thätigkeit der betreffenden Borschußkaffen in unmittelbare Verbindung gebracht. Man gewinnt den Eindruck, daß in diesen Gemeinden der in verhängnißvollem Umfang betriebene Licgcn- schaftsumsatz der 70er Jahre ohne die stets bereite Beihilfe der Vorschußkassen der betreffenden Bezirke nicht wohl möglich gewesen wäre. Jetzt mögen alle diese Kassen wohl vorsichtiger geworden sein, aber „den schädlichen Einfluß haben sie leider ausgeübt." In den anderen Landestheilen scheinen solche Verirrungen weniger hervorgetreten zu sein. Die günstigen Erfolge, welche sich an das Bestehen von örtlich organisirten, im klebrigen ebenfalls aus dem Genossenschaftsgesetz beruhenden Darlehenskassen offenkundig knüpfen, haben in einer größeren Anzahl Berichte auf die Gründung solcher Kassen gerichtete Vorschläge zur Folge gehabt. In denjenigen Erhebungsgemeinden, in denen solche bereits bestehen, haben sich in der Regel die Kreditverhältnisse des Orts als recht geordnete ergeben. Wo Kreditinstitute am Wohnort des Schuldners fehlen, liegt eben in hohem Grad die Gefahr vor, daß Geschäftsbeziehungen mit Privatpersonen nicht immer lauteren Charakters angeknüpft werden, während man gerade diesen örtlichen Darlehenskassen neben rascherer und billigerer Kreditbefriedigung, günstigern Rückzahlungsbedingungen, Gewöhnung an Ordnung und Pünktlichkeit;, besonders auch die Verhütung wucherlicher Geldgeschäfte nach- rühmt. Leider tritt einer rascheren Ausbreitung dieser Vereine häufig mangelnder Sinn für genossenschaftliche bedingungen in der Regel der Kenntniß, doch wird meist als Minimalzinsfutz 6°/» angegeben. Ganz allgemein gewinnt man aus einer Anzahl Berichte den Eindruck, daß mit der Mehrung der Kreditinstitute und namentlich mit der Verdichtung des Sparkassen - Netzes die Kreditoperationen der bäuerlichen Bevölkerung an Reellität der Darlehensbedingung ganz wesentlich gewonnen haben; eine große Anzahl Berichte betont ausdrücklich, daß wucherliche Geldgeschäfte seit den letzten Dezennien in der Abnahme begriffen sind, weil jene Kreditinstitute den gewerbsmäßigen , unreellen Geldverleihern den Boden ihrer Thätigkeit allmählig entzogen; ganz vorzugsweise gilt dies auch von den örtlich organisirten Darlehenskassen. Auch der von einer Anzahl Kassen, namentlich Sparkassen, betriebene Aufkauf von Kausschillings- sorderungen und Forderungen aus Konkursen (Gant- rödeln) hat günstig gewirkt, weil die Schuldner nun einen loyalen, nachsichtigen Gläubiger erhalten, während ehedem der Auskauf solcher Forderungen fast ausschließlich durch nicht immer reele und häufig rücksichtslose Privatleute zu erfolgen pflegte. Im übrigen werden hinsichtlich der Kreditinstitute für Jmmobiliar . (Hypothekar-) Kredit die üblichen Darlehensbedingungen besonders in zwei Beziehungen bemängelt: einmal hinsichtlich der Art der Kapitalabtragung und sodann hinsichtlich der Höhe des Zinsfußes. In erster Beziehung glaubt man, daß der Natur und dem Wesen des landwirthschrstlichen Gewerbes im Allgemeinen das Aufnehmen von Darlehen mit der Pflicht der Rückzahlung im Ganzen oder in großen Raten nicht entspricht, weil der Grund und Boden nur eine Rentenquelle, und eben deßhalb nur unter ganz besonderen Verhältnissen (z. B. beim Handelsgewächs-Bau oder beim Weinbau in ergiebigen Jahren) zu Kapitalabzahlungen, der Regel nach Thätigkeit, da und dort auch der Mangel tüchtige^ Elemente zur örtlichen Leitung der Vereine, endlich mitunter der theils offene, theils geheime Widerstand der mit anderen Geldinstituten (insbesondere Vorschußkassen) verknüpften Interessentenkreise entgegen. (Fortsetzung folgt.) Vroi»-Preifc in Sinsheim, vom 15. bis 30. Januar 1884. Hauten ö t r L iick er. B d © Kgr. 2 4 Ko br Kgr. rn- od * .sa ! 4 Gr. 4 >o a 'a K Gr. & Iss Josef H offmann % 9 _ 900 26 100 6 Ad. Hollenbach \ 10 — — 900 26 120 6 Ludwig Klein . % 10 — — 900 26 120 6 Philipp Kolb . V* 10 — — 900 26 120 6 Jak. Morlock . % 10 — — 900 26 110 6 Georg Pfauz . Vs 10 — — 900 27 120 6 Johann Pfauz. Vs 10 — — 900 26 110 6 Karl Reinach . % 10 — — 900 26 120 6 Fried. Wagner. \ 10 — — 900 26 120 6 Gottlieb Stock. v 2 10 — — 900 26 120 6 Maaren- und UroduKterröerichte. Mannheim, 14. Jan. (Produktenbörse.) Folgendes sind die bezahlten Preise: (Per 100 Kilo Preise in Mark.) Weizen, Pfalz. 19.50. bis 19.75. russischer 19.50 bis 20.25. Amerik. 21.50. bis 21.75. Ungar. —.—. bis —.—. Californ. 21.75. bis 22.—. Taganrog 17.—. bis 18.—. Roggen Pfälzer 15.75. bis 16.50. russischer 15.—. bis 15.50. Franzos. 16.25. bis 16.50. bulgarischer —.—. bis—.—. Gerste hiesige Gegend 15.—. bis 16.—. pfäl. Gerste 15.50. bis 16.25. ungarische Gerste —.—. bis —. Hafer neuer badischer 13.—. bis 13.50. Württemb. neuer Hafer 14.25. bis 14.50. russischer —.—. bis —.—. Mais amerikan. mixt 14.25 . bis 14. 50. Bohnen alte 22.50. bis 27.—. neue —.bis — Linsen —.—. bis —.—. Wicken 18.—. bis 19.—. Kernen 19.25. bis 19.50. Erbsen —.—. bis. —.—. Kohlreps deutscher 34.50 bis —.—. ungarischer 33.50. bis 33.75. Kleesamen deutscher 1. Sorte 110.— bis 115 .—. 2. Sorte 104.—. bis 108. —. Provencer 125. bis 130.—. neuer Pfälzer Luzerne 105.—. bis 110.—. Esparsette 30.—. bis 34.—. Mannheim, 14. Jan. Der heutige Fett viehmarkt war mit 53 Stück Ochsen, 429 Stück Schmalvieh und Farren, — St. Jungvieh, 16 Milchkühen, 180 St. Kälber, 3 St. Hämmel — Pferde, — 316 Schweinen I befahren u. kostete: Ochsenfleisch pro 100 Kilo 1. Qualität I M. 145—.—, 2. Qualität M. 135-, Schmal- oder Rindfleisch 1. Qualität M. 133—, — 2. Qualität M. 110-, Jungvieh M. —.-. Milchkühe M. 175. bis 500, Kälber M. IM—120, Hämmel M. 40.- Schweine M. 110.—116. Gesammterlös M. 161,523. Brette», 14, Jan. Der heutige Viehmarkt war ungemein stark befahren, es waren aufgestellt: Großvieh 1272 Stück, Kleinvieh 304 St. Zusammen 1576 Stück. Die Preise gingen trotz der großen Zufuhr nicht zurück. Schifffahrts-Mchrrchten. Bremen, 14. Jan. Der Postdampser „Oder", Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. Dez. von Bremen und am 1. Januar von Southampton abgegangen war, ist gestern Mittag wohlbehalten in Newyork angekommen. Antwerpen, 10. Jan. Der Postdampfer „Penn- land" ist von Newyork angekommen; der Postdampser „Baderland" ist von Philadelhia angekommen. Newyork, 11. Jan. Der Postdampser „Rhyn- land" ist von Antwerpen angekommen. Frankfurter Veldcours vom 15. Jan. 1884. Dukaten. 9 67—71 20 Franken-Stücke ... 16. 16—20 Engl. Sovereigns.... 20. 30—34 Russische Imperials ... 16. 69—74 Dollar in Gold .... 4. 16—20 Amtliches Verkündigungsblatt für den Amts- und Amtsgerichtsbezirk Sinsheim. Großh. Bezirksamt Sinsheim. Die Aufstellung der Kataster der direkten Steuern betr. Nr. 1170. An die Bürgermeisterämter Babstadt, Bargen, Eichters- heim, Epfenbach, Grombach, Haffelbach, Helmstadt, Hilsbach, Hoffenheim, Kirchardt, Michelfeld, Neckarbischofsheim, Reihen, Reichartshausen, Sinsheim, Siegelsbach, Waibstadt, Weiler und Wollenberg: Dieselben werden veranlatzt, den Schatzungsräthen unter Hinweis auf Artikel 251 des Gesetzes vom 17. März 1854 (Regierungsblatt Seite 83/84) und auf § 11 der Verordnung vom 27. März 1880 (Ges. u. V.O.Bl. S. 91) zu eröffnen, daß sie, gemeinschaftlich mit dem Herrn Steuerkommissär, zur Besetzung der erledigten Schatzungsausschuß- mitgliederstellen geeignet scheinende Persönlichkeiten bald thunlichst anher in Vorschlag zu bringen haben. Wir bemerken, daß die betreffenden Personen mit dem Liegenschastsbesitz in der Gemarkung vorzugsweise vertraut sein müssen und bei dem Vorschlag namentlich die Bürgermeister und Rathschreiber ins Auge zu faffen sind, auch daß die in Vorschlag kommenden Personen, bevor uns, resp. dem Bezirksrath Vorlage gemacht wird, über die Annahme des ihnen zugedachten Dienstes zu vernehmen sind. Ju den Gemeinden Hilsbach und Neckarbischofsheim sind zwei Schatzungsansschußmitglieder neu zu ernennen, während in den übrigen der oben genannten Gemeinden die Ernennung von nur je einem Mitglied nölhig fällt. Sinsheim, den 15. Januar 1884. A. Jung. [100| Die Revision der Listen der bei der Wahl der Kreisabgeordnelen wahlberechtigten Grundbesitzer und Gewerbetreibenden und der zum Stimmrecht auf den Kceis- versammlungen berufenen größten Grundbesitzer betreffend. Nr. 887. Gemäß § 1 und 2 der Kreiswahlordnung vom 20. April 1865 werden andurch die nach 8 30 des Verwaltungsgesetzes bei der Wahl des Kreisabgeordneten wahlberechtigten Grundbesitzer und Gewerbetreibenden sowie die nach § 27 Ziffer 5 und § 38 des Verwaltungsgesetzes zum Stimmrecht auf der Kreisversammlung berufenen größten Grundbesitzer des Kreises Heidelberg mit Frist von 4 Wochen aufgesordert, sich unter näherer Angabe ihrer Verhältnisse zum Zwecke der Aufstellung der betreffenden Listen anzumelden. Insoweit die Aufnahme in die Listen schon früher erfolgt ist. erstreckt sich diese Aufforderung nur auf Anmeldung neuer Ansprüche oder zur Anzeige solcher Veränderungen des Besitzstandes oder des Wohnsitzes, welche von Einfluß auf die Wahl- und Stimmberechtigung sind, und ergeht mit dieser Beschränkung diese Aufforderung: a. an alle Grundeigenthümer, welche in dem Kreise Heidelberg an Liegenschaften Grundsteuerkapitalien von zusammen mindestens 25,000 Gulden besitzen, die seit 5 Jahren von ihnen oder ihren Familienvorfahcen versteuert werden — ohne Rücksicht auf deren Wohnsitz; b. an die Gewerbetreibenden, welche im Kreise ihren Wohnort oder ihre Hauptniederlaffung haben und Gewerbsteuerkapitalien im Betrage von mindestens 50,000 Gulden in dem Kreise besitzen, die von ihnen oder ihren Familienvorsahren seit 5 Jahren versteuert werden; v. an Körperschaften und Acliengesellschaften, deren Verwaltung im Kreise ihren Sitz oder ihre Hauptniederlaffung hat und welche in demselben seit länger als 5 Jahren mindestens das obenbezeichnete Grundsteuer- oder Gewerbsteuerkapital versteuern. Heidelberg, den 8. Januar 1884. Gr. Kreishauptmann: v. Scherer. [96] Frischgewäfferte Stockfische bei Theodor Hoffmann. V Amiltrpkch empfiehlt billigst [1774] Wilh. Scheeder. ^ Am Dienstag den 22. Januar Nachmittags 1 Uhr ^ a ^’ et au ,f Rathhause die Ausübung der Jagd auf dem die hiesige Gemarkung umfaffenden Areal von ca. 2400 Morgen Wald und Feld auf weitere 6 Jahre verpachtet. Eschelbach, den 11. Januar 1884. Bürgermeisteramt. Eüinger. >76] SLneyder. Forstbczirk Neckarfchwarzach. Holz - Versteigerung. Die Großh. Bezirksforstei S ch w a r z a ch versteigert Montag den 21.. Januar d. I. früh 9 Uhr bei Wirth Liebig in Unterschwarzach: Aus Domänenwald „Jungholz" im Hntdistrikt des Waldhüters Mäck von Unterschwarzach: 749 Ster buchene Scheiter, 300 Ster buchene Prügel und 5850 buchene Wellen, 21 Eichstämme IV. Classe, 2 Forlen- und 2 Birkenstämme und 16 Lärchenstangen. Sämmtliches Holz ist an die Abfuhrwege verbracht. 8monatliche Borgfrist. [93 ‘ KR» Helmstadt. Vieh- u. Fahrniß- Versteigerung. Dienstag den 22. Januar d. JZ. Vormittags 10 Uhr ansangcnd läßt der Unterzeichnete wegen Geschäftsaufgabe Folgendes auf baare Zahlung in seiner Wohnung öffentlich versteigern: 8 Pferde, schweren Schlags, 6 fette Ochsen, 4 fette Kühe, 3 Zucht- Wunder, 1 Zncht- faffel, 10 Monate alt , 20 Milchkühe, darunter trächtig und mit Kälber, 30 Tauben, 5, Fuhrwagen nebst Zuge- hör, 1 Psuhlwagen, 6. Pflüge, 4 Eggen, 1 Ackerwalze, 8 Acker- und Fuhrwagen, 4 Paar Pferdegeschirre, 2 Paar Fahrgeschirre sammt Sattel, 4 Paar Ochsengeschirre, 2 Wurzelmühlen und verschiedene Stallutensilien, 1 Schubkarren, 1 Hundshütte, 2 Putzmühlen, 10 verschiedene Siebe, 1 Sackkarren, Rechen, Sensen, Hauen rc. 8 Fäffer von 600—1500 Liter Gehalt, nebst 2000 Liter gutem Most, Kraulständer, Züber, Bütten u. s. w., verschiedene weiße und graue Körbe, 5 Betten mit Bettladen, verschiedene Tische und Stühle, 2 Kleiderschränke, einen transportablen kupfernen Waschkessel, 1 Butterfaß, 1 Backmulde nebst Zubehör und sonstige verschiedene Haus- und Küchengeräthe, 20 Ster buchenes dürres Brennholz, verschiedenes Nutz- und Wagnerholz, einen Nest Nnßbaumbretter, 1000 Ctr. Kartoffeln und 1500 Ctr. Dickrüben, wozu Kaufliebhaber freund- lichst einladet S. Schmutz, Gutspächter. Rappenau. Fahrniß- Versteigerung. Wegen Wegzug lasse ich Montag den 21. Januar l. IS. von Vormittags 8 Uhr an: 2 Wagen. 2 Pflüge, 1 eiserne und hölzerne Egge, 1 Schlitten, 1 Futterschneidmaschine, 1 Rübenmühle, I Göpel, 1 Obstpreffe, 1 Windmühle, 1 Mehlkasten, 2 große Faß, 300 Ctr. Rüben und Kartoffeln, 100 Ctr. Heu und verschiedenes Acker- und Handgeräthe in meinem Hofraum gegen Baar- zahlung versteigern und lade hiezu Liebhaber ein. W. Nothenhöscr, Metzger. Kochherde neuester Konstruktion hält fortwährend auf Lager und verkauft solche zu Fabrikpreisen [97] Albert Hoffmann. Vadischcr Tandesverein der Kaiser - Wilhelm - Stiftung für deutsche Invaliden. Wir bringen nachstehend das Ver zeichniß der im Jahre 1883 in de Amtsgemeinden eingegangenen Bei träge zur allgemeinen Kenntniß: Ädersbach M. —.— Babstadt ff - . - Bargen ft 1.71 Bockschaft ff 1.60 Daisbach ff 5.— Dühren ff 5.— Ehrstädt „ 5.25 Eichtersheim „ — . — Epfenbach ff —.90 Eschelbach ff 6.85 Cschelbronn ft 5.— Flinsbach ff 2.30 Grombach ft 8.— Hasselbach ff 1.70 Helmstadt ft 13.74 Hilsbach „ 12.— Hoffenheim ff 15 — Kirchardt ff 7.50 Michelfeld 8.57 Neckarbischossheim ft —.— Neideustein 5.- Obergimpern 4.— Rappenau ft 19.50 Reichartshausen ft 5 — Reihen ff 6.35 Rohrbach ft 3 — Siegelsbach ft 11.90 Sinsheim 50.— Steinssnrth 1.20 Ursenbacher Hof 5.42 Treschklingeu ff —. — Untergimpern ff — .90 Waldangelloch 3.— Waibstadt 10.— Weiler 3.16 Wollenberg „ 1.— Zuzenhausen „ 1.20 Zusammen Al. 230.75 Sinsheim, den 16. Januar 1884 Der Vorstand des Bezirksausschuffes A. Jung. Carl. Laux. Forsthaus (Station Babstadl). Fahrniß- Versteigerung. Wegen Wegzug ist der Unterzeichnete gesonnen, folgenve Gegenstände Montag den 21. Januar Vormittags 9 Uhr anfangcnd gegen Baarzahlung zu versteigern und zwar: 2 Pferde (Stuten) 5- und 2jährig, 1 Kuh, '*>'^2 Rinder, 3 schwere Wagen, davon 2 mit Heuleitern und einer mit Kasten, 1 Ausreißer, 4 Pflüge, worunter 1 Felg- und 1 Häufelpflug, 2 Eggen, 2 Ackerwalzen, 1 Repssümaschine, 2 Dreschmaschinen mit Göpel, worunter 1 vierpferdige und 1 zweipferdige, 2 Fuhrschlitten, 1 Futterschneidma- schine, 2 Dung- wasserpumpen,1 - Feldscheuer, 2 Winden, 5 Fässer, 2—800 Liter haltend; 1000 Liter Obstwein, 1 Obstmühle, 1 Obstpresie, 60 Ctr. Wiesenheu, 80 Ctr. Oehmd, 100 Ctr. Stroh, 200 Ctr. Rüben, 70 Ctr. Dinkel, 50 Ctr. Hafer, 1 Pferchhütte sammt Horten, 30 Wagen Dung und sonstige Hausgeräthschaften. Karl Wacker, Eutspächter. Vorläufige Anzeige. Wer Bruteier von meinen direkt imporlirten weißen und schwarzen Jtalienerhühnern zu erhalten wünscht, wolle seine Bestellungen rechtzeitig machen. Helmstadt (Baden), 9. Jan. 1884. [57] H. Greder. Großer Winter - Ausverkauf M zu bedeutend herabgesetzten Ireisen. W» Anfang IS. Januar. Ende 1. März er. Besonders mache auf mein groß fortirtes Lager in Akten und Winterkappen aufmerksam. Hochachtungsvoll Waibstadt« Pti« icliäfer jr. Geschäfts-Empfehlung. Unterzeichneter erlaubt sich einem hiesigen und auswärtigen Publikum ergebenst anzuzeigen, daß er sich unter heutigem Datum am hiesigen Platze niedergelaflen hat und empfiehlt sich daher zur Anfertigung aller Schlosser- und mechanischer Arbeiten, übernimmt Neubauten, besorgt alle in der Metallbranche vorkonimenden Reparaturen und verspricht bei reeller Bedienung billige Preise. Sinsheim. August MerKelöach, ScfiCoffenneifEec. Tiegelsbach. Geschäfts - Eröffnung Ich beehre mich einem hiesigen wie auswärtigen Publikum anzuzeigen, daß ich mich hier als MÜEf- Buchbinder etablin habe. Ich bitte, mich mit zahlreichen Geschästsaufträgen zu erfreuen und wird es mein Bestreben sein, durch solide und billige Arbeit mir eine dauernde Kundschaft zu erwerben. [36 j _ Keinrich Aillig. I. Silherzahn oon Mömhzefi ist gesonnen, sein frequentes Spezereigefchäft, mitten im Dorfe, wie auch ca. 10—12 Morgen Güter unter günstigen Bedingungen auf 6 Jahre zu verpachten. Dem Pächter ist freigestellt, das ganze Anwesen zusammen oder jeden Theil allein zu nehmen. (60j ■ a. ? r P—'< "D " ■ I Eine freundliche Wohnung, bestehend in 3—5 Zimmern, Küche, Keller, Speicher rc. ist zu vermiethen. Näheres bei Kaufmann Julius Schick, [98] Hauptstraße. B IBIIIIBIBI ■ ■ Schöne ©rangen ■ ■ per Llnck 15 Pfennig ■ J empfiehlt ' K. Krpf. " BBBBBBBBBBBB Mchl!!! Alle feine Sorten Mehl und Kleie offerirt zu billigsten Preisen [2101] L. Merz, Neidenstein. Amerikanische Waagen empfiehlt Carl-Fischer. MM« (Wuiiiiliiiilift mit grobem Druck, sowie zwei- u. vierstimmige ElMl-Wcher hierzu sind vorräthig und empfiehlt [2071] G. Münzesheimer. Der Unterzeichnete sucht ein Paar schwere Zugpferde, 6 bis Ljährig, zu kaufen und sieht Offerten entgegen. Ebendaselbst ist ein eiserner Wellbaum, Räder und Lager zu einem Wasierrad, in gutem Zustande, zu verkaufen. Johann Anton Andre in Hirschhorn am Neckar. — Kirchardt. — Strohmesser, Strohmesserblätter und Messer für Futterschneid- Maschinen in bester Qualität empfiehlt billigst [ 16431 Heinrich Waidler. »AL! vr. Atzk-Ligllllkll „Bremer-Aaörikat." Beliebte, jedem Raucher einer feinen, milden Cigarre bestens zu empfehlende Qualitäten, in der Preislage von 50—120 Mk. pr. Mille. Alleinververkauf für Sinsheim a. d. Elsenz bei: Keör. Ziegler [36] Mein reichhaltiges Lager solider bringe hiermit im empfehlende Erinnerung. Wilh. Schccdcr. Thee & Chocolade billigst bei Wilh. Scheeder. Die Dampfschiffe des Norddeutschen Lloyd in Bremen fahren regelmäßig Mittwochs und Sonntags nach Amerika. Pafsagiervcrträge schließt ab: Die Hcnerakagcntur des Htordd. Lloyd: PH. Jac. Gglinger, Mannheim, oder dessen Agenten: C. L. Sickinger, Sinsheim. Karl Stöcker, Rappenau. I. -Öfter, Öteiiisfurtfj. Aür unsere Aröeiterkotonie suchen wir im Großherzogthum Baden ein passendes Unterkommen, wo Gelegenheit zur nützlichen Beschäftigung von 80 bis 100 Kolonisten für eine Reihe von Jahren sich darbietet. Die zu leistende Arbeit darf keine besonderen technischen Fertigkeiten erfordern und soll derart sein, daß sie, wenn auch mit Abänderungen je nach der Jahreszeit, das ganze Jahr hindurch geleistet werden kann, so z. B. landwirthschaftlicher Betrieb mit reichlicher Gelegenheit zu Meliorationsarbeiten, Anlage größerer Be- und Entwässerungen, Aufforstungen, Ausbeutung und Kulti- virung von Torflagern u. dgl. Wir bitten um Nachweisung solcher Arbeitsgelegenheiten, wobei mir bemerken, daß den Absichten der Arbeiterkolonie der Kauf oder pachtweise Erwerb eines größeren Liegenschaftencomplexes von geringer, jedoch der Verbesserung fähiger Beschaffenheit am meisten entsprechen würde. Etwaige gefällige Anerbietungen von Privaten oder Gemeinden wollen unter nachstehender Adresse aufgegcben werden. Der geschäftsfiihrrnöe Ausschuß für Arbeiterkolonirn in Laden. Präsident von Stöffer. Karlsruhe. [78] Redaktion, Druck und Verlag von G. Becker in Sinsheim.