Erscheint Sienstag, Aonnerstag und Samstag. Abonnementspreis mit wöchentl. Unterhaltungsblatt .Illustriertes Sonntagsblatt' durch die Post bezogen: Mk. 1.1? am Schalter abgeholt, durch den Briefträger und unsere Agenten frei in's Haus gebracht Mk. 1.41. M 1 . MSheuner General-Anzeiger für das Veiiung Elsenz- und Schwarzbachtal Aelteste und verbreitetste Zeitung dieser Gegend. Laupt -Insertions - Organ. Dienstag, den 3. Januar sy05. Anzeige«: Die einspaltige Garmondzeile oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen 25 Pfg. die Petitzeile. Für Aufnahme au bestimmten Tagen wird nicht garantiert. Bei schriftlichen Anfragen ist Freimarke für Antwort beizufügen. Redaktionsschluß 8 Uhr vormittags. Telephon Nr. 11. 66. Jahrgang. Zum Jahreswechsel entbieten wir unfern geehrten Lesern und Geschäftsfreunden in Nah und Fern unfern herzlichsten Glückwunsch! Die Redaktion des Landboten. Aas neue Jayr! Ein rosig Kind, von lichtem Lockenlaar Umwallt ein lachend Augenpaar, So hell und sonnig wie ein Frühlingstag, Nicht» ahnend noch von Erdenleid und Plag Hintänzelt dustge Blumen in der Hand, Schaut in den blauen Himmel unverwandt Verstreut mutwillig auch wohl Blatt und Blüt . Wie ks so trällernd seines Weges zieht. Es wächst und wächst zum Jüngling wohl heran Und selbst nicht ahnend wards auch schon zum Mann, Doch mählich fiel auch aus dem Blumenstrauß Der schönste Flor wohl unterwegs heraus. Ein Greis steht da, mit fast erlosch'nem Blick, Schaut auf sein Leben wehmutsvoll zurück. Wie kühn war doch dem lieben jungen Blut Der Geistesflug einst und der L bensmut. Und was erbrachte wirklich denn an Glück Dem Alten, zieht zurück er, sein Geschick? Der Freude wenig, viel an Schmerz und Not Ihm bleibt nur Aussicht jetzt noch auf den Tod. Ergeben lenkt der Greis d, n müden Schritt Zum Grabe hin. — Ein Rabe flieget mit. Wißt Ihr wer in das kühle Grab versank? Das alte Jahr! und ohne Sang und Klang. Doch schon umweht uns linde, frische Luft. Das neue Jahr erstand uns aus des alten Gruft Und tröstet Traurige so süß und lind. Wie eine Mutter trösten mag ein Kind. Drum neues Hoffen, licht wie Sonnenschein Zieh mit ihm in bedrückte Herzen ein. Vorbei, versunken sei die alte Zeit, Laßt öffnen uns der neuen unsre Herzen weit. Die Fackel hoch! Dis Körpers Elend sei Bekämpft vom Geist. Das macht die Seele frei. Nur wer sich strebend über sich erhebt, Kann glücklich fein, was er auch sonst erlebt. Im rwgen Wechsel und im Wandel der Natur, Sehn wir ein Spiegelbild des Lebens itM. Drum gute Luft, Freibahn dem Geist! Du Tor, Vergiß, daß Du geatmet Treibhauslust zuvor. Die schlaffen Blätter richte aus, der Sonne zu Und gönn dem Toten, Morschen seine Ruh Hoff, daß aus buntem Blütenkranz Dir iprießt Auch manche Blume, die t»S Glück umschließt; Den Kelch gestillt! Ein Hoch dem neuen Jahr. Ein guter Stern walt' über ihm sürwabr! Das Jahr 1 ( 90 ^ i. Im Gegensatz zum WeihnachtSfest trägt das Neu jahrSfest trotz allem Sylvester-Spuk und Zauber nnen nüchterneren Stempel. Weihnachten wird man mit Kin> dern gewissermaßen wieder Kind und gibt man sich optimistischen Hoffnungen vom „Frieden auf Erden" hin, selbst wenn der Krieg noch so grausam wütet, spricht man von dem Wohlgefallen der Menschen, auch wenn ein Prozeß eben erst in einer längeren Reihe vou Tagen von Neuem enthüllt hat, waö übrigens kaum verborgen war und sein konnte, daß das Leben himmelweit davon entfernt ist, den Menschen ein Wohlgefallen zu sein. Aber zu Weihnachten tröstet man sich in der optimistischen Stimmung, in der man sich nun einmal befindet, daß werden kann, was nicht ist, daß wir unS, wenn auch langsam, der Zeit nähern, da Frieden auf Erden herrschen und daS Leven der Menschen ein Wohlgefälliges sein werde. Am Neujahrstage ist man, auch wenn man noch so vieles vom neuen Jahr hofft und wünscht, viel nüchterner, und am nüchternsten vielleicht sind diejenigen, die Sylvester recht flott gefeiert und das alte Jahr zu Grabe getragen haben. Man hat allerlei Zahlungsve'pflichtungen, man erhält in Massen zu begleichende Rechnungen und denkt nüchtern an deren geschäftsmäßige Erledigung. Alle Geld angelegenheiten wollen nüchtern behandelt werden. Der N-ujahritag ist zudem für die Geschäftswelt auch der üeginn en es neuen Geschäftsjahres, und auch d swegen stad allerlei aeschäfiliche Erwägungen und Entschlüffe erforderlich. Wenn man an die Zukunft denkt, dann tunkt man nicht wie zu Weihnachten an weite, vielleicht gar nie zu erreichende Fernen, sondern an nahe, nach Möglichkeit zu erreichende Ziele. S lbst und sogar grade der Blick in die Vergangenheit, den man an der Jahreswende zu tun pflegt, ist -.üchterner und viel enger begrenzt als zu Weihnachten, da man natürlich bis zur Geburt Christi zurückgeht und mindestens auch noch bis zu den Weihnachtsfesten, die man als Kind im Elternhsufe verlebt hat, wenn man l icht gar auch an die Zeiten denkt, die die Mutter oder gar -die Großmutter schilderte, wie sie in ihrer Kindheit den Wkihnachrsbaum haben schmücken helfen, wie sie als Kinder dessen Herrlichkeiten angestaunt haben u. s. w. Neujahr beschränken sich die Rückerinnerungen nur auf das abgelaufene Jahr und zwar mit dem wenn auch eicht immer ausgesprochenen, so doch empfundenen Zweck, daraus nach Möglichkeit zu lernen, wie man es im neuen Jahre zu machen oder nicht zu machen habe, um Erfolge zu rreichen oder Mißerfolgen auS dem Wege zu gehen. Wenn nur dieser Zweck immer erreicht werden könnte! A>-er wenn das auch nickt der Fall ist, gut ist anläßlich d- pferkeit und kluger Berechnung ging eS vorwärts und schritt von Erfolg zu Erfolg. Es sperrte die zu einem großen Teile mehr oder minder kampfuntav glich gemachte russische Flolte in Port Arthur ein und erschwerte durch Versenkung zahlreicher Brander deren Ausfahrt; es sperrte weiter die Festung Port Arthur auch von der Landseite durch einen eisernen Ring ab, erzwang den Uebergong über den D>lu in mehr>ägiger Schlacht und trieb die Russen unter dem für besonders tüchtig gehaltenen und deshalb mit dem Haupt- und schließlich nach Abberufung des Statthalters Alexejew mit dem alleinigen Oberkommando betrauten früheren Kriegsminister Kuropatkin nach und nach bis nach Mukven zurück. Cs ist aber den Japanern nicht gelungen, die als uneinnehmbar geltende Festung Port Arthur bis Schluß des Jahres zu nehmen. Die geschickte Anlage deS russischen Felsenforts, die anerkennenswerte Tapferkeit der russischen Besatzung verhinderten die Einnahme, obwohl die Japaner mit kaum glaublicher Bravour und Nichtachtung der Opfer Alles daran setzten, sie zu bewerkstelligen. ES gelang ihnen die ganze im Hafen liegende russische Flotte zusawmenzu« schießen, hallen aber außer ganz außerordentlichen Verlusten noch den Nachteil, daß eine stattliche Armee vor Port Arthur festgehaltea und verhindert wurde, der gegen Kuropatkin operierenden Armee zu Hilfe zu eilen und dem Marschall Oyama zu ermöglichen, die gleichfalls mit großen Opfern errungenen Siege über die Russen Holande. 1) Der Roman eines jungen Mädchens. Von A. Tutheu. lRachdruck verboten.) Geschahen denn heute Wunder und Zeichen? Oder was mochte da im Witwenhause vorgefallen sein, daß die Frau Pfarrer Weinland, die stets tätige, immer beschäftigte, am hellen Mittag in ihrem Sorgenstuhl am Fenster saß und die sonst so fleißigen Hände im Schoß ruhen ließ? Ein niedliches schwarzes Spitzenhäubchen bedeckte leicht das kastanienbraune, mit erst wenig Silberfäden durchzogene Haar, das in glänzenden, dicht an den Schläfen sich anschmiegenden Scheiteln ein schmales, feines, durchgeistigtes Antlitz umrahmte. Ihre Blicke starrten ins Leere, als ob sie mit ihren Gedanken weit abgeirrt sei und so für den Augenblick sogar die Gegenwart vergessen habe. Ach, sie überlegte ja und rechnete hin und her, die treue Mutter, die so gern den Lieblingswunsch ihres Jüngsten erfüllt hätte. Wenn er nun heute zurückkehrte, wenn er sein Maturitätsexamen glücklich bestanden hatte, wenn er sie bitten sollte, ihn doch studieren zu lassen, was sollte sie dann tun? Woher sollte sie das Geld zum Studium auftreiben? Hatte doch darum ihr Aeltester schon den gleichen Herzenswunsch, zu studieren, zum Opfer gebracht, damit die Mutter von dem Wenigen, was sie besaß, leben und ihren jüngsten Sohn erziehen könne. ^Da drangen Laute an ihr Ohr, die sie der Gegenwart Zurückgaben. Es nahten ihr o, so wohlbekannte Schritte. Sie kamen, ihre beiden Jungen! Sie wollte sich erheben, ihnen entgegeneilen, doch ihre Kniee wankten und ehe sie sich noch aufraffen konnte, wurde die Tür aufgerissen und ein hübscher, kräftig gebauter Jüngling von etwa achtzehn Jahren stürzte ins Zimmer und auf die Mutter zu, ließ sich vor ihr nieder, umfaßte ihre Kniee und rief: „Ich hab's, ich hab's, Mutter! Ich habe mein Examen glänzend bestanden, ich habe das Maturitätszeugnis und könnte nun studieren! Denke dir, wie herrlich das wäre!" Die Mutter zog das Haupt ihres Jüngsten an sich und eine Träne fiel auf seine Stirn. „Du weinst, Mutterherz!" rief er. „So freue dich doch mit mir und verliere den Mut nicht! Gott wird's schon machen!" „Ach Artur, wenn du wenigstens Geistlicher werden wolltest," seufzte die Pfarrerin, „da könnte man mit einem Stipendium —" „Was könnte mich ein Studium nützen, zu dem ich mich nicht berufen fühle? Medizin möchte ich studieren! Und da der Baron für das Jahr, in dem ich mein Einjähriges abdienen muß, dieselbe Zulage angeboten hat wie für Wilhelm, so könnte ich dasselbe sogar auf der Universität abmachen. Auch Wilhelm meint —" „Ja," unterbrach ihn Frau Weinland, „deinen Bruder haben wir in der Freude des Wiedersehens ganz vergessen. Wo ist er denn?" „Hier, Mütterchen!" sprach freundlichen Tones und mit auffallend wohlklingendem Organ ein schlank aufgeschossener Mann mit goldgelocktem Haar, indem er aus dem dunklen Hintergrund des Ziinmers rasch auf die Mutter zutrat. „Ich wollte nur das erste Wiedersehen vorübergehen lassen, um zu melden, daß ich auch gute Nachrichten bringe. Als ich Artur in N. abholte, fragte ich zuvor auf der Post nach Briefen für uns und es wurde mir einer übermittelt, der dir Freude bereiten dürfte. Es ist mir auf den ersten August eine sehr gute Stellung in einem der größten Drogengeschäft der Residenz angeboten worden, wohin ich mich unter anderm um Anstellung wandte, auf den Rat des Barons, der ohne Zweifel ein gutes Wort für mich dort eingelegt hat. Mein Gehalt wäre so, daß wenn wir alle recht sparen würden, vielleicht ein Studium für Artur zu ermöglichen wäre." „Aber bedenke," fiel die Mutter ein, „wie vieler Semester gerade ein Studium der Medizin bedarf! "Meine Witwenpension ist klein und du sollst nicht auch noch deinen Verdienst zu gunsten deines Bruders opfern, nachdem du selbst auf das Studieren verzichtet hast!" „Ich habe es jetzt überwunden und in einem solchen Geschäft kann ich meiner Liebhaberei für Chemie auch etwas huldigen. Uebrigens brauchen wir heute noch keinen Entschluß zu fassen," fügte er lächelnd hinzu, „Artur ist schon seit heute früh unterwegs und ich gestehe, daß auch ich nicht abgeneigt wäre, einen Imbiß einzunehmen, vorausgesetzt, daß du etwas für uns in Be— Herein!" unterbrach er sich selbst, weil ihm war, als hätte es zaghaft an die Tür geklopft. „Wer, in Kuckucks Namen, will uns denn jetzt mit einem Besuch erfreuen?" rief Artur, indem er aufsprang, und als es nun wiederholt anklopste, rief er mit erhobener Stimme: „Herein, wenn's kein Schneider ist!" und riß die Tür aus. Da stand zu aller Erstaunen ein schmächtiges junges Wesen, ganz in Schwarz gekleidet, ein kleines Filzhütchen auf dem dunklen Haar, das etwas unordentlich bis über die Schultern herabhing, ein halblanges Trauerkleidcheü ließ ein Paar winziger eleganter Stiefelchen erblicken und in der schwarzbehandschuhten Rechten hielt das junge Mädchen — denn das schien es doch zu sein — eine dunkle, elegante Ledertasche. „Ja," rief Artur in seiner rücksichtslosen Weise, „wer ist denn das? Kenne ich nicht!" „Ick sein Cousine, da außen ist Kutscher, bitte bezahlen Sie, ick 'aben kein deutsch Geld mehr!" Sprachlos starrten Mutter und Söhne die Erscheinung an, die nun ungeduldig weiter ins Zimmer vordrang, mit dem Füßchen auftrat und rief: Sie mich nicht abgeholt, bin ick mit Wagen gekommen ! 'aben Sie den Brief von Papa nicht erhalten?" Nr 1 . Telephon Nr. 11. „Der Landbote" # Sinsheimer Zeitung Dienstag, 3. Januar 1905. avcp wuktich ouSzub ule . :o va^-» Dir I pjner zwa große Siege, ab r keine a'vßen w> k ich p aknseven Erfolge in dem nun schon eli Mo> ate dauernden Krieg zu ve' zeichnen. Als man in P-te S urg loh, daß Port Artbur sich io lange hielt, »'schloß man sich endlich, sehr spät, «ine Flotte, die baltische, aus,usch cken, um der tapferen Besatzung Ersatz zu b in„er.. Wa« die>e Flotte an Unsinn bereits tn den uropäiiLen Gewässern, a gebl'ch auS Furcht vor den I paar, n, «tinftet hat, ist noch in frischer Erinnerung. Schien ja eine kurze Zeit io rar der AuSb uch eines russisch englischen Krieges unvermeidlich Diese Gefahr wu>de allerdings noch durch Verweisung der An klegenheit an eine internaiionale Unte'suchungS- Komwisiion g ücklich beichwo-eu. Ader diele L 'stungen halten u A auch die Fol^e, daß man allgemein sich wenig versprach von dem wuS st- gegenüber der japanischen Flotte leisten würde, die bereits zu rh-em Empfang in See g gangen ist. Selbst in Rußland scheint man sich wenig davo» zu ve>sprechen, denn man rustrt bei eit* eine nrue Fiotte aus. Die Rückwirkungen des KnegeS auf daS eigentliche Rußland waren kaum minder bedruiungSvoll, als die Wirkung'» aus d-w Kriegsschauplätze selbst. DaS war noch das Wenigste, daß die immer neuen Nu Hebungen' sür den gar nicht populären u»d w>nig erfolgen-, desto mehr aber opferreichen und mit furchtbaren Strapazen und Entbehrungen v r u denen Krieg in dem feinen unwirtlichen Osten müssend »ft- Desertionen, nomentl ch der so stiefmütlkilich behandelten Juden und Polen, sowie zahlreiche blutige Ausschreitungen der eingezogenen Reservisten und ih er Angehötigea zur Folge hatten; Viel wichtiger ist, daß u»ter dem Eindruck der fort» Währenden Niederlagen, sowie der Enthüllungen über die ungeheuerliche Corraption in der Heeresverwaltung eine von Tag zu Tag sich steigende Bewegung zu Gunsten einer Verfassung sich durch Versammlungen und Resolutionen bemrrkoar machte. Eine Zeitlang schien eS, als wollte auch die Regierung, an deren Spitze, seitdem Plehwe durch eine Dynamitbombe als Opfer seines v r- haßten Systems gefallen war, Fürst Seriatopolk-Mirsky steht, den Forderungen nackgeben Ja der Zar selbst schien nicht abgeneigt den so deutlich und nachdrücklich nicht mehr blvr von Sozialisten u,d Studenten, sondern von Männern in Amt und Stellung vorgebrachten Wünschen Rechnung zu tragen. A"er schließlich siegle doch die von Pobjedonospew und Muraw> w uni ähnlichen Geistern vertretene Reaktion und ^egen Schluß des Jahres erschien statt deS erwarteten cntegegenkommenden Zaren- manisestes eins, in welchem die Bufrechterhaltung de zarischen Selbstherrschaft angekündigt und die gegen di fi gerichtete Bewegung als vaterlandSfeindiich mit schweren Strafen bedroht wurde. Da aber die Bewegung bereits große Dimensionen angenommen hat, da die Unzufriedenheit wie in Finland, wo die Elwoidung des Geneial-GouoerneurS Bobrikow durch einen gebildeten Mann aus bester B-amtenfamilie deren Höhe bezeichnet hat, so auch in Polen und anderen Teilen des russischen Reiches eine weit und liesgehende ist, und da nun russ sche Mißerfolge >n Ostasien möglich, Vielleicht sogar wahrscheinlich sind, sieht man um die Jahreswende der weiteren Entwicklung der russischen Angelegenheiten in der ganzen Welt, nicht zum wenigsten in Rußland selbst, mit der denkbar größten Spannung und Besorgnis entgegen. Kein Zweifel! Rußland und Japan nahmen infolge der erwähnten Vorgänge das größte Jaterrsie überall in Anspiuch, urb diese- überwog wegen der großen politischen Folgen für die ganze Welt, wegen der mannig. fachen durch den Krieg angeregten völkerrechtlichen, wirk- chaftlichen, politischen rc. F agen oft daS Interests an len heimischen Vorgängen. DieS war zum großen Teil ^Uck in Deutschland der Fall, bas sich zur strenaen a „Nein," sagte die Pfarrerin, „wir wissen gar nichts! So treten Sie doch näher, liebes Kind! Wie heißen Sie denn?" „Nolande Lange. Hier ist ein Brief!" Mit diesen Worten zog das junge Mädchen aus ihrer Handtasche ein kleines, gut verschnürtes Päckchen hervor und überreichte es der Pfarrerin. „Aber bitte," fügte sie hinzu, „nun schnell meine Koffer hereinbringen und Mann bezahlen!" „Ja, wer soll denn das besorgen?" fragte Artur. „Du selbst, dummer Jung," rief das junge Ding ungeduldig, „und der andere Monsieur da, der mich anstarrt so sonderbar, sind ja zwei Personen. So gehen Sie doch, oder soll ich müssen gehen?" Ganz verdutzt eilten die beiden jungen Leute hinaus, wo allerdings, znm größten Gaudium der Jugend von Sterneck, ein ganz vollbepackter Extrapostwagen stand. Während die beiden mit Hilfe des Kutschers das Gepäck nach und nach hereinschafften, nahm die Pfarrerin rasch dem jungen Mädchen Hut und Jäckchen ab und bald verständigten sich die beiden darüber, daß Aolande das einzige Kind ihres Vetters Norbert Lange sei, der mit seiner Gattin seit Jahren in Marseille wohnte. Auf des jungen Mädchens dringenden Wunsch erbrach die Pfarrerin das eben erwähnte Päckchen, aus dem ihr eine Marokinbrief- tasche und ein Brief entgegenfiel. Letzteren überlas sie eilends und aus dem Inhalt desselben ward ihr endlich klar, aus welchem Grunde das ungefähr vierzehnjährige Mädchen ihnen so plötzlich ins Haus geschneit kam. Der Brief lautete folgendermaßen: Marseille, April 1891. Liebe, verehrte Cousine! Der Brief, in dem ich Dir die Ankunft meines Töchterchens mit kurzen Worten anmeldete, wird hoffentlich in Deinen Händen sein, wenn anders mein Diener, den ich gleich darauf wegen Unehrlichkeit zum Hause hinauswarf, denselben überhaupt zur Post befördert hat. Ver- Rrut uluat brfunnte, trvtzdrm aber wieder hott der Begünstigung Rußlands von verschiedenen Seiten beschuldigt wurde. Roch diesem ostasiatischen Kriege und der inneren Bewegung in Rußland interessierte uni Deutsche im letzten Jahre hauptsächlich der gegen die derttsche Schutzherrschaft gerichtete Aufstand der Herero in Südwestafrika, dem ein Butstand der Hottentotten folgte. Deutsches Reich. Karlsruhe, 29. Dezbr. Der S taatSan'zeiger kür da« Großherzogtum Bade» enthält in Nr. 38 eine summarische Ueberficht der bürgerlichen Rechtspflege und der Strafrechtspflege des GioßherzogtumS »ährend des Jahre« 1903. Karlsruhe, 30. Dez. Die Tagung der Jung- liberalen LandeSoerbandr», die bekanntlich am l4. und 15. Januar in Freiburg statlsindet, verspricht eine imposante Parteikundgebnng zu werden. Verschiedene hervorragende Redner werden am BegrüßungSabend und auch am BeratangStage selbst za Wort kommen, sodaß cS an reicher politischer Anregung nicht fehlen wird. Karlsruhe, 31. Dez. Prinz Karl von Baden, der Bruder des Großherzogs, ist nicht unbedenklich erkrankt. Der Prinz steht im 72. Lebensjahre. Düffeldvrs, 30. Dez. Die Abrechnung über die Kunst- und Gartenbauausstellung ergab ein günstiges finanzielles Resultat. Der Garavtiefond braucht nicht in Anspruch genommen zu werden. Hamburg, 30. Dez. Oberst Leut wein ist heute Bormttrag an Bord der „Luzie Woermaun" von Deutsch- südwestafrika kommend, hier eingetroffen. Dresden, 30. Dez. Zwischen dem Hose und der geschiedenen Kronprinzessin haben Verhandlungen begonnen zwecks Herbeiführung regelmäßiger Zusammenkünfte zwischen der Gräfin Monlignoso und ihren Kindern. Berli«, 30. Dez. Kaiser Wilhelm sandte dem Verein deutscher ReichSangehörigen in Moskau folgendes Telegramm: „Ich iprcche dem Verein zu« 25jährigen Bestehen meine herzlichen Glückwünsche aus. Mögen die Bestrebungen de- Verein« auf dem Gebiet patriotische Wohltätigkeit auch ferner gesegnete sein und dazu beitragen, daS gute Einvernehmen Deutschlands mit dem Ausland zu fördern. Berlin, 30. Dezember. In der Audienz deS auS Südwestainka heimgekehrten Hauptman»- Franke der Seiner Majestät dem Kaiser dejpcach der Monarch ein- gehend die Ursachen des Kriege«, die Lage der Kolonie und die zukünftige Gestaltung ihrer Verwaltung. Vorher war Hauptmann Franke von Ihrer Majestät der Kai- ferin empfangen worden, die sich nach den in dar Schutzgebiet gegangenen Krankenschwestern erkundigte. Berli«, 30. Dez. Au» Hannover wird dem Lokal anz. berichtet: Der Magistrat der Stadt Hannover de- schloß in vertraulicher S tzung, sich an dem Hochzeit« geschenk der deutschen Städte dem Kronprinzen mit einer Summe von etwa 10 000 bi» 12500 Mk. zu beteiligen. — DemBerliner Tgdl. wird aus Wien gemeldet: Der Rücktritt KörberS wird keine Stockung in den Han delSvertragSnerhandlungen mit Deutschland herbeiführen, da die Verhandlungen in erster Rihe von den Fachministera de« Handel» und Ackerbau» geführt wnr den, diese aber wahrsch'inlich auch schon mit Rücksicht auf diese Verhandlungen de« Kabinett angehören dürften. Körber fetzte sich allerdings stark für den Handelsvertrag ein und war unermüdlich tätig, zwischen den weitgehenden ungarischen Forderungen und dem deutschen Standpunkt e ne Annäherung herbeizusühren. In dieser Hinsicht verdient vermerkt zu werden, daß da» Kabinett Körber bei Gelegenheit der AuSgleichkverhandlungen in der Veterr- närfrage an Ungarn beinahe genau dieselben Forderungen st-llte, die j-tzt Deutschland Oesierreich-Ungarn oeaenübrr erhebt. Fiele die Einwirkung Körbe, s au? runter, Verhandlungen mit Deutschland fort, so wäre da« sür diese allerdinu« ein erheblicher Verlust. Berli«, 31. Dez. Der Parteitag der preußischen Sozialdemokratie fordert bezüglich der L-ndtag»- Wahlrecht» die völlige Beseitigung deS HerrerhmfeS und für daS Abgeordnetenhaus die Erteilung de» allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrecht» mit geheim r Stimmabgabe an alle staatSangehöngen Männer und Frauen, die da« 20. Lebensjahr überfchntten haben, nach Maßgabe deS P'vportjonalwahlsystem». BreSlau, 30. Dez. Die Stadtverordnetenveifamm- lung bewilligte in geheimer Sitzung zu einem Hochzeit«- geschenk sür den Kronprinzen 3000 Mk. Ausland. Oesterreich. Wien, 29. Dez. Die „Neue Freie Pr,sie" meldet: Da- EntlaffungSgefuch deS Ministe'Präsidenten Dr. v. Koerber ist angenommen worden. Sein Nach'olger soll bereit« ernannt sein. Dr. v. Koerber 6er*et sich heute mit dem F'hrn. v. Chlumecki. Er wird hervorgehoben, daß der Ministerpräsident dem Kaiser kei'en Vorschlag bezüglich seiner Nachfolger- gemacht hat. Wie», 30. Dez. Da« „Fremdenblatt' meldet: Die gestrige gemeinsame Ministe>konfeienz ergab ein völlige« Einverständnis über die für die Weiterlührung der Berliner Handelsvertragsunterhandlungen an die BertragSuntcrhänSler zu erteilenden Instruktiv,en. Die Unterhändler und Fachreferendcn reisen nach Neujahr nach Berlin ab. Rumäuie« hat nun auch seine MinisterkrisiS: Im Senat erklärte Ministerpräsident Stur dz a, daß infolge de« Rücktritts drS FinanzministerS und deS Domänenministers daS ganze Kabinett dem König feine Entlassung überreicht habe. Rußland. Petersburg, 29. Dez. Der Kvnseil der M o S k a u e r Universität hat laut einstimmigem Beschluß die Obrigkeit davon in Kenntnis gesetzt, daß infolge der iußerordentlichen Erregung der Studenten über die Straßenvoriäüe vom 18. und 19. Dezember d a S akademische Leben in seinem Lauf völlig gestört und daß eS daher wünschenswert, ja notwendig fei, eine Untersuchung über diese Vorfälle unter Sicherung der U- Part ittchkcit vorzunehmen und daS Ergebnis der Untersuchung zu veröffentlichen. Der Kurator de» Moskauer LehrbezirkS teilte den Beschluß de- Konfeil dem Minister für Volksaufklärung mit. gab «em Konfeil die Möglichkeit, die betreffenden amtlichen Schriftstücke einzufehen und gestattete der mit der Für- sorge für die Studenten betrauten Kommission der Pco- f ssoreo, den Studenten beizustehen, daS Recht auf gesetzlichem Wege zu suchen. Petersburg, 30. Dez. Ueber zwei Versuche, Eisen« bahnkatastrophen auf der Weichselbahn und der Kalischen Bahn herbeizusühren, wird jetzt folgende» bekannt: Am 24. wurden auf der Strecke Jwangorod- Lombrowa durch erne Explosion 2 Brücken beschädigt. Sie sind jetzt einstweilen wieder instand- gesetzt und werden scharf bewacht. Am 25. wurden auf den Schienen der Kalischen Bahn von dem Maschinisten einer Zuges Dynamitpatronen entdeckt und rech'ze'tig entfernt. Odessa, 28. Dezbr. In zahlreichen Städten deS Gouvernement» Kifchmew herrscht Hungersnot. Die allgemeine Lage ist trostlos. Fast alle Fabriken haben den Betrieb eingestellt. Tausende von Arbeitern sind brotlos. Die Situation ist bedrohlich, den« falls die Arbeiter von der Regierung nicht bald ausgiebige materielle Unterstützung erbalten, sind Exzesse zu befürchten. schiedene nicht besorgte Aufträge seinerseits lassen mich darauf schließen und so gebe ich meiner Dolande, — sonderbarer Name, den meine Frau aussuchte, weil ihre selige Großmama so geheißen hatte, — ein ausführliches Schreiben mit. Wie Du seinerzeit durch eine Anzeige erfahren haben wirst, verlor ich meine geliebte Frau vor drei Monaten nach kurzer, schwerer Krankheit; ich fühle mich nun so grenzenlos verlassen ohne sie, daß ich mich kurzerhand entschlossen habe, mich als Arzt einer wissenschaftlichen Forschungsreise nach dem Tonkin anzuschließen, die vielleicht mit der Zeit bis China Vordringen dürfte und daher eine längere Abwesenheit voraussetzen läßt. Meine kleine Praxis hier, die ich nur aufrecht erhielt, um nicht ganz und gar nur der Mann meiner Frau zu sein, ist leicht aufzugeben, aber — wohin mit meinem Töchterlein? Von den Verwandten meiner Frau lebt hier nur noch ein Bruder, ein Junggeselle, dem ich nicht wohl die Erziehung eines Heranwachsenden Mädchens anvertrauen kann und der auch gar nicht Miene macht, mir solche abzunehmen. Bei Fremden möchte ich das mutterlose Kind nicht lassen, besonders bei ihrem eigenartigen Charakter, den eine liebende weibliche Hand am besten zu leiten vermag. Meine verstorbene Frau hat ihr Töchterlein gründlich verzogen, ohne stch eigentlich viel mit ihrer Erziehung zu beschäftigen; man lebt in Marseille viel nach außen und zudem war sie durch ihre leidende Gesundheit oft zu angegriffen, um derartig ihres Kindes anzunehmen, daß sie dessen Eigenart genügend Rechnung trug. Ich — nun, ich fühle mich der Sache auch nicht gewachsen und überdies geht die Expedition schon in den allernächsten Tagen ab. Da dachte ich an Dich, Charlotte, die stch stets in der Familie bewährte. Ich kenne Deinen gediegenen Charakter; bei Dir weiß ich meine Tochter gut aufgehoben und von Dir wird sie zu einem tüchtigen Menschenkinde erzogen werden. Ich frage Dich nicht: Willst Du sie aufnehmcn? Dazu bleibt mir keine Zeit. Ich sage einfach: Hier ist sie, nimm sie an Dein Mutterherz! Ich habe ihr viel von Dir und Deinem trauten Heim erzählt und da sie nicht mit mir kann, an dem sie mit allen Fasern ihres jungen Herzens hängt, geht sie gern zu der Frau, die ihr Vater vor allen anderen schätzt, — vor allen, hörst Du, Charlotte? Seit wir zuletzt von Dir hörten, werden sich Deine Verhältnisse wohl kaum gebessert haben und bei Deinen Heranwachsenden Söhnen wird Dir ein kleiner Zuschuß nicht unwillkommen sein. Ich werde Dir durch meinen Bankier in Marseille vierteljährlich fünfhundert Franken als Kostgeld für das Kind und einhundert Franken als Taschengeld für dasselbe senden, damit Aolande über eine kleine Summe selbstständig verfügen kann, wenn sie das-gern möchte. In beiliegenden Taschenbuch findest Du tausend Mark in Scheinen für die ersten, Dir jedenfalls erwachsenen Ausgaben; am 1. Juli erfolgt dann das erste Quartal. Noch muß ich bemerken, daß Nolande, welche auf meinen Wunsch evangelisch getauft wurde, noch nicht konfirmiert ist; daher bitte ich Dich, sie in Sterneck bei Eurem Pfarrer einsegnen zu lassen. Da sie nächstens erst fünfzehn Jahre wird, ist ja dazu noch alle Zeit. Von der Garderobe und Wäsche bringt sie mit, was gerade da war, was sie sonst bedarf, bitte ich Dich anzuschaffen. Meine nähere Adresse vermag ich vorderhand nicht anzugeben, doch wird mein Bankier, dessen Adresse ich unten bemerke, die Briefe an mich befördern, da er wenigstens die Hauptstationen weiß, an denen sich die Expedition aufzuhalten gedenkt. Bitte also etwaige Mitteilung sür mich dorthin zu senden. Wie lange ich fortbleibe, — ich vermag es nicht zu sagen, — vielleicht Jahre! Die Wunde, die mir der Tod meiner Lucie geschlagen, schmerzt gar tief und bedarf der Zeit zur Heilung. (Fortseßnng folgt.) Nr. 1. Telephon Nr. 11. „Der Landbote" « Sinsheimer Zeitung Dienstag, 3. Januar 1905. *%■ China. Shanghai, 31. Dezbr. Der chinesische Regierung» prästd-i r tmiiff strenge Maßnahmen, um dem .ASkold' und „Gromobol- jede Möglichkeit zu entfliehen zu nehmen. Die chinesiiche Regierung beauftragte ferner den Taotai, darauf zu bestehen, daß der russische Konsul den chinesischen Behörden diejenigen russischen Mut ,s,n. die die Urheber eine» Morde» an einem Chinesen sind, au»liefere. Sollte Rußland diesem Verlangen nicht nochkommen, und dadurch die Neutralität nrrletzen, so könnte auch China die Russen gegen dieJapanerin chinesischen H äsen nicht schützen. Amerika. Rewyork, 30. Dez. Unter der Anschuldigung der Teilnahme an der Ermordung Mc. Kinleyr in St. Louis wurde der Anarchrst Saftig verhaftet, der schon einmal unter diesem Verdachte verhaftet, aber wegen Mangel an Beweisen frei gelassen worden war. Krieg Japan—Rußland. London, 31. Dez. Daily Telegraph meldet au» Tschisu vo> gestern: Ein Bote au» Port Arthur meldet, daß e» den Japanern gelungen sei, 8 Geschütze in Stellung zu bringen, welche die russische Stellung nördlich d«s Forts Jtzeschan beherrschen. Die neue Stadt von Port A'ldur sei durch da» Bombardement verwüstet und von den Russen geräumt worden. Die Japaner haben sie ober noch nicht besitzt, in der Befürchtung, sie könne unterminiert sein. Die Japaner bombardieren die Stadt während der Nacht und stellen, wenn der Mond scheint, da» Feuer ein, um ihre Stellung nicht zu verraten. Tschisu, 30. Dez. Da» Ergebnis des allgemeinen Angriffs, der am 25. Dezember be gongen hat, ist da», daß die Japaner ihre Linien bedeutend näher an Liaotischan herangezogen haben. Chinesen, die gestern Port Arthur verließen, berichten, daß eine Anzahl den Japanern unterlegene russische Abteilungen rie Gräb n 3 Tage lang bis auf» äußerste ver- leidige und sich erst zurückzog, als eS der japanischen Art llerie gelang, ihre Stellung zu bestreichen. Die Rufs n hoben sich dann nach Tschinkakao zurück,ezogen. — Sn» Dalny eintrkffende Japaner berichten, die Be- lagerer haben nach einer Reihe von nächtlichen Angriffen den Hügel Iangthuban genommen, dessen Besitz sie in stand s>tzt, die Landverbindung zwischen Liaotischan im Süden und Jtzeschan und Antschan im Norden zu stören. Während eines der nächtlichen Angriffe sei bei den Japanern Verwirrung eingetreteo, so daß sie aufeinander feuerten; sie haben sich schließlich zurückgezogen und, als der Mond aufging, ihren Irrtum erkannt. — In der letzten Zeit versuchten e» zwei Dampfer wieder, die Blockade zu brechen, der eine mit Erfolg; der andere wurde gleich der der HafenauSfahrt weggenommen. Tokio, 29. Dez. Von der Armee bei Port Arthur wird gemeldet: Der linke Flügel und daS Zentrum sprengten am 28. Dezember, 10 Uhr vormittag- die Brustwehr in der Front deS Fort Erlungfchan in die Luft und nahmen dann die Brustwehr mit Sturm. Sie erreichten unter dem Schutz von schwerem Geschütz und von Feldgeschützen, trotz de» feindlichen Feuer- die Ver- teidiguvgSanlagen. Um 4 Uhr nachmittags stürmten wir und besetzten im inneren Fort die Linie der schweren Ge- schütze; wir gingen dann brS zur Kehle deS Werkes vor, wo sich der Feind schließlich nach hartnäckigem Widerstand zurückzog. Um halb 8 Uhr abends war daS Fort Erlungfchan in unseren Händen. — Die Verluste der Japaner der der Einnahme des FortS Erlungschan werden auf 1000 Mann geschätzt. — Der Korrespondent des Bureau Reuter bei der dritten japanischen Armee meldet, daß mit Einnahme der großen Forts von Erlungschan 500 Mann Besatzung gefangen genommen wurden. Der dritte Teil der Besatzung entkam. Tokio, 30. Dez. Von der BelagerungSarmee vor Port Arthur wird gemeldet, daß die Einnahme des FortS Erlungschan in der Nacht deS 28. Dez. vollständig sicher gestellt war. Erbeutet wurden von den Japanern 4 Geschütze großen und 7 Geschütze kleinen Kalibers, 30 Stück 37 mm-Gefchütze und 2 Maschinenkanonen. Aus Stadt und Land. * SiuSheim, 1. Januar. DaS nunmehr begonnene Jahr 1905 ist ein richtiges jSonntagSjahr — es be- ginnt mit eine« Sonntag und wird mit einem Sonntag enden. Daß zudem glänzender Sonnenschein die Wiege der neugeborenen ZeitkindeS umstrahlte, gibt der hoff-n- den Menschheit zu frohen Erwartungen doppelten Anlaß, deren gnädige Erfüllung im weitesten Unfange wir aufrichtig wünschen. — Die verflossene Sy'vester- bezw. NeujahrSnacht unterschied sich von ihren Vorgängerinnen seit mehreren Jahren im wesertlichen dadurch, daß eS diesmal überaus lebhaft auf den Straßen zuging. Be. sonder- war die- um die MitternachtSstunse nach der Richtung deS Rathauses der Fall, vor welchem daS Stadtorchester mehrere Choräle anstimmte, deren erhebende Weisen sich mit den Feierklängen der Glocken Harms risch vereinten, umtost von den hundertfachen Glückwunschzurufen an- dem lebhaft treibenden Menschen« gewoge. DaS zuvor nur vereinzelt wahrgenommene Knallen und Knattern der FeuerwerkSkörper und Schieß. Werkzeuge erreichte damit auch seiuen Höhepunkt. Glücklicherweise lief alle« ohne jeden Unfall ab, sowie auch irgendwelche Exzesse nirgendwo vorkamen, so daß der Jahreswechsel sich hier in durchaus würdiger Weife vollzog. Wir geben uns gerne der Hoff ung hin, daß auch ,n den übrigen BezirkSorten die Neujahrsfreude von kei- nerlei Nachwehen getrübt fein werde. * SiuShei«, 1. Januar. Nahezu um die gleiche Zeit wie im vorigen Jahre hat sich auch diesmal der Winter mit Schnee und EiS eingestellt. Gestern nachmittag schneite eS eine Zeir lang ganz gewaltig und heute früh beschien die Sonne eine vollständige Winter- landschast. Trotz dem scharfen Nordostwind war jedoch bis gegen Abend nur noch wenig davon übrig. Die bereits ziemlich stark entwickelte Decke auf den E'Sweihern, die heute Nacht sich noch e heblich zu verdicht n verspricht, bestärkt auch die Bierbrauer rc. in der Hoffnung auf eine ergiebige Eisernte. T.ScLV. EinSheim, 2. Januar. Gedenket der hungernden Vögel; dies ist auch dieses Jahr wieder der Ruf aller Tier- und Vogelfreunde, der nicht un- befolgt verhallen möge. Man errichte an sicheren, windstillen Orten ein Futterplätzchen für unsere gefiederten Länger, wohin man ihnen Speiseabkälle, Getreidekörner, Aepfel-, Birnen-, Kürbis- und Guckenkerne, Sonnenblumensamen. Hanfsamen, Knochen wil Fleiichresten u. s. f. verbringe, die mit Eifer und dankbarem Gezwitscher verzehrt werden. Eine vorzügliche Mischung von Vogel- futter ist: 3 Kilo Hanfsamen, 1 Kilo Hafer und 1 Kilo Sonnenblumenkörner. W iter gebe man Brotkrümmchen — aber ja nicht eingeweicht, weil sie, wenn auch nur leich t angefroren, gerne Durchsall erzeugen, was ge- wöhvlich den Tod herbeisührt. Empfehlenswert ist zu Futterzwrcken bestimmtes Brot zu dörren und dann zu mahlen. Dieses Brotmehl ist den Vögeln sehr bekömmlich. Wahrscheinlich wird eS auch da und dort an Sonnenbluwenkerner fehle». Man muß eben in zukünftigen Jahren die Sonnenblnme, die jedem Garten zur Zierde gereicht, fle ßiger bauen. Im Spätherbst schneide man sie unten am Stempel ab, bewahre sie trocken auf und hänge sie im Winter an einem ruhigen Orte auf. Zur Freude deS Gebers wird bald daS l'tzke Früchtchen an der Blume geholt sein. ^»^ Neckarbischossheim, 29. Dczbr. Die Einnahmen der Nebenbahn Neckarbischossheim-Hüffen- Hardt betrugen im Monat November 3140 Mk. (gegen 3350 Mk. im Jahre 1903 weniger 210 Mk.) Seit 1. Januar 1904 wurden 37 327 Mk. eingenommen (gegen 36 762 Mk. im Jahre 1903. mi hin mehr 565 Mk.) 'H* r Waldaugelloch, 30 Dez. Die Einnahmen der Nebenbahn Wiesloch - MeckeSheim-Waldangelloch betrugen im Monat November: aus dem Personenverkehr 5550 Mk., aus dem Güterverkehr 5600 Maik, aus sonstigen Quellen 300 Mark, im Ganz«n 11450 Mk. (gegen 11350 Mk. im November 1903). Se,t Beginn des Betriebsjahres (1. Januar 1904) betragen die Einnahmen 128 288 Mk. (gegen 114393 Mk. lw Jahre 1903 mehr 13895 Mk.) — Den größten Grundbesitz von allen badischen Städten, 6782 Hektar, besitzt Billinge«. Sie rangiert noch vor Stettin, Mannheim. Berlin u. s. w. und an zweiter Stelle hinter Siraßburg. — Aus Baden, 30. Dm. 3 « m i t i i e m t ft 11 1904/05 weid-i, i^su-cht die Uaiv rsitäk He>d iberg von 1551 Studierenden (darunter 180 Ho p »a ten und Hörerinnen) die U iverstiät Fre-barg von 1626 ('"runter 125 Hospi'anten) und di-- T>ch"iiche Hnch'ch ile K-'lS- ruhe von 1895 Studierend---' (darunter 117 Hospitanten und 107 Teilrehm--'). Verschiedenes. — Frankfurt, 30. Lez. Heute Nachmittag g'g-n 3 Uhr zog ein Gewitter w>t Donnr, Blitz nad Hagel über unsere Stadt. Der dem Gew-tter folgende orkanartige Sturm hat v'etfach Schaden an Dächer«, Fenstern, Bäumen und Telegraph-,-stang-n veruNacht. Auf mehreren Bah strecken sind die Telegraph«-stangen umgesallen und die D-ähte zerriss n, wodurch der Betrieb gestört ist. Auch im Stadnva d hat der Sturm an Bäumen großen Schaden ang richtet. — Beim Eislauf in der Nähe von Speicher bei Trier ertranken sieden Knaben ,m Atter von 6—15 Jahren. — Greifswald. 31. Dez. Seit h Ute Nacht wütet an der hiesigen Küste e>n orkanartiger Nordoststurm verbünd-n mt Schneetreiben, der eioe große Sturmflut zur Folge Hille. In der Stadt sind die Straßen überschwemmt. An einigen Stellen >st der Damm der Haf ndahn unterbrochen. Das Dorf Wieck steht unter Wasser. Die Kleinbahn GreisSwald Wolgast mußte d-n Betrieb einstrllen. Die Fischerdörfer erl tten großen Schaden. — Swinemünde, 31. Dez. Seit 1 Uhr nachts wütet ein heftiger Schnee sturm. Wegen d-S starken Hochwaff-rs mußte heute um Uhr die Feuerwehr in Tätigkeit treten. DaS Bollwerk st ht unter Wffser. — Przeuist, 30 Dez. Im Korridor Sex hiesigr« Gymnasiums erschoß eia Schüler der vorletzten Klasie den Professor H bowiki, von dem er sich verfolgt glaubte und verletzte sich dann durch einen zweiten Schuß selbst schwer. Gerichtliches. □ Neckarbischofsheim, 2. Januar. Bei der am Dienstag, den 5. Januar beim hiesigen Amtsgericht ftatlfindenden Schöffen« gerichtssitznng kommen folgende Fälle zur Bervandlnng: 1. In Str.»S. gegen Schreiner Andreas Arnold in Eschelbronn, wegen Sachbeschädigung. 2. In Str.-S. gegen Wilhelm und Karl Engelhart, beide in Reichartshausen, wegen Hausfriedensbruchs. 3. In Str.-S. gegen Schreinerlehrling Konrad Schö-i in Eschelbronn, wegen Werfens mit Steinen auf M-nsch-n und Tiere. 4. In Str.-S. gegen Johann Karl G-hrig von Möachzell und Genoffen, wegen Körperverletzung. .5. In Str.-S. gegen Steinhaner Karl Johann Bnster in Siegelsbach, wegen Körperverletzung. 6. In Pr -Kl -S. des Friedrich Dentz in Reichartshausen, gegen Phllipp Groß, Ziegelarbciter Ehefrau daselbst, wegen Beleidigung. ü 1 Mk. haben noch gelöst oie Herren: Obergeometer Baumann, Fabrikdirektor Schmitt und Bezirkstierarzt Römer. Danksagung. An W e i h n a ch t s g a b e n für die Z ö g l i n g e der Ret- tungsaustalt sind weiter eingeqangen: Bon Heirn Rentamtmann Becker in Grombach 1 Christbaum, Herrn Jakob Beer Söhne 100 Papiersäck-, Herrn Möller Frei 2 Mk., Herrn pr. Arzt Fischer 3,05 Mk., Herrn Albert Carl 5 Mk. Herrn Bärenwirt Leinberger 1 Mk., Herrn Bezirkstierarzt Römer 3 Mk., Ungenannt 1 Mk., Herrn Buchbinder Kepner 10 Federhalter und 1 Groß Federn, Herrn Metzger Ochsenschläger 1.50 Mk., Herrn Hugo Seufert 2 Mk., Herrn Otto Stahl 1 Mk., Dschgesell- schaft in der Reichskrone 80 Pfg., Herrn Kaufmann Seligmann 10 Halsbinden und 6 Taschentücher, Ungenannt 3 Mk.. Herrn Stadtvikar Krieger 2 Mk., Herrn Müller Schmidt 3 Mk.. Ungenannt 1 Mk, Herr Schreiner Bechtel gab nicht 1 Mk, sondern 1.50 Mk., Herrn Heinrich Stoll 2 Filzh te, Herrn Registrator Slöwe 1,50 Mk., Herrn Metzger Stiefelhöfer 37 Würste, Herrn Metzger Kaufmann 15 Würste und Ungenannt 2 Mk. Allen G-bern herzlichen Dank! Der Borsta«-. Epptnge«, 30. Dezember. Dem heutgcn markt wurden zugeführt 209 Milchschweine, 36 Lauset. Die Preise waren sür Milchschweine 16—26 Mt für Läufer 40—78 Mk. MESSMER S ln 100 000 Familien getrunken. THEE L. H. Rnppert. Amtliche Bekanntmachungen. Nr. 50012. Den Umtausch der Quittungskarten, hier die Quitturigskartenverzeichnisse betr. An die Bürgermeisterämter des Amtsbezirks: Die Bürgermeisterämter werden veranlaßt, die Quiltnngskarten-Verzeich- niffe für das Jahr 1904 — Ziffer 41 der Anweisung des Gr. Ministeriums des Innern vom 20. Dezember 1899 (Ges.- u. B.-O.-Bl. S. 976) — abzn- schließen und innerhalb 8 Tagen zur Emstcht anher vorzulegen. Wegen der seit 1. Januar 1904 gegenüber früher etwas geänderten Form des Verzeichnisses verweisen wir auf unsere Verfügung vom 26. Januar 1900 — Amtsblatt Nr. 15. — Das Quittungskarterverzeichnis für das Jahr 1905 ist, sofern dies noch nicht geschehen sein sollte, sofort und vor Abschluß und Einsendung des alten Verzeichnisses anzulegen. Daß dies geschehen, ist in dem Borlagebericht ausdrücklich zu bestätigen. Sinsheim, den 28. Dezember 1904. _ Großh. Bezirks amt: vr. Sanier. Nr. 50 287. Die Maul- und Klauenseuche betc. Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß vom Gr Bezirksamt Heidel- berg und Schwetzingen, im Hinblick aus die zunehmende Verbreitung der Maulund Klauenseuche in der Rheinpfalz die Bestimmung des § 64 der Berord- nung vom 19. XII 95 in Kraft gesetzt wurde. Darnach müssen die Führer von Vieh (Rindvieh, Schafen, Schweinen, Ziegen,) das aus den verseuchten Bezirken eingeführt werden soll, im Besitze rrerärztlicher Zeugnisse überden Gesundheitszustand der Tiere sein, m welchen bezeugt ist, daß nach dem Ergebnisse der von dem Tierarzt eingezogenen Erkundigungen und der Besichtigung der zu transportierenden Tiere, diese seit mindestens 5 Tagen ,n seuchensreiem Zustand in der Gemarkung sich befanden, in welcher ihre Untersuchung erfolgte, und daß in dieser Gemarkung keine an Maul- und Klauenseuche erkrankte Tiere sind. Sinsheim, den 30. Dezember 1904. Großh. Bezirksamt: vr. Sanier. Nr. 8739. Grundbuchlage betr. Gemäß ß 80 G.B.D.W. wird hiermit bekannt gegeben, daß die Grundbuchtage sür die Gemeinden Gr. Notariats Sinsheim I sür das ganze Jahr 1905 an folgenden Tagen stattfinden: Dühren: 2 . und 4. Freitag jeden Monats nachmittags V-4 Uhr; Eichtersheim: 2. und 4. Freilag jeden Monats vormittags V-10 Uhr; Eschelbach 2 . und 4. Dienstag jeden Monats vormittags V-10 Uhr; Hoffenheim: 1. und 3. Donnerstag jeden Monats vormittags 9 Uhr; Michelfeld: 1. und 3. Dienstag jeden Monais vormittags V-10 Uhr; Sinsheim: jeden Mittwoch nachmittags 3 Uhr; Waldangelloch: 1. und 3. Freitag jeden Monats vormittags Vs 10 Uhr; Zuzenhausen: 2 . und 4. Donnerstag jeden Monats vormittags 9 Uhr. Wegen Zusammentreffens mit einem Feiertag werden folgende Grnndbuchtage verlegt: Für Dühren und Eichtersheim: vom 27. aus 28. Januar 1905, vom 8. auf 11. September 1905, vom 8. ans 9. Dezember 1905; sür Eschelbach: vom 26. aus 29. Dezember 1905; für Hoffenheim: vom 20. aus 17. April 1905, vom 1. auf 3. Juni 1905; für Waldangelloch: vom 6. auf 7. Januar 1905, vom 21. auf 22. April 1905; Zuzenhausen: vom 22. auf 24. Juni 1905. Die Grundbuchtage sind zugleich Amtstage im Sinne des Z 36 R.P.O. Sinsheim, den 28. Dezember 1904. Großh. Notariat I: Huber. Ins hiesige Handelsreglster A I wurde heute unter O.-Z. 96 — Firma Ferd. Gnmbel u. Cie., Sinsheim — eingetragen, daß Sigmund Gn mbel, Fabrikant in Sinsheim als weiterer Gesellschafter in die offene Handelsgesellschaft eingetreten ist. Sinsheim, 30. Dez. 1904. Großh. Amtsgericht. Eberbacher Holzbeile Holzäxte Holzhoben bester Qualität, gebe um damit zu räamen unter den Ankaufspreisen ab. Kark-Irscher. Nr. I. Telephon Nr. 11. »»Der Landbote" $ Sinsheimer Zeitung Dienstag, 3. Januar 1905. EsSs3 £9. Schick, Uhrmachermeister Reichhaltiges Lager in Uhren ■ ■ - Leistungsfähigste Bezugsquelle — - . .. aHArten Dören wie Gold. 8ilb. Nick. Herren- 1 Hilm mit nur Ia. Werken und schönen Gehäusen. 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Der bezeichn ete Verschollene wird aufgesordert, sich spätestens in dem auf: Mittwoch, 12. Juli 1905, vormittags 9 Uhr vor dem Großh. Amtsgericht Sinsheim anberaumten Aufgebots«» mine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An Alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spältstenS im Auf. gebotStermine dem Gerichte Anzeige zu machen. GinSheiw, 22. Dez. 1904. Der Gerichtsfchreiber Großh. Amtsgerichts: Hecker. Soviel & 1 M 1 . uenen Jahr^EI bringt die Bad. Maiid. Geld-Lotterie Ziehung schon 21. Januar 1905 2928 Geldgew. £■;£* Haupt- jjj Gew. 2 Haupt- Gew- O Gew. w 1000 l“-* M. 30000 5 000 3000 2924 g Xm. Lose äl Mt VI j. 17 000 11 Lose 10 Mk. Porto u. Liste 30 Pf. versendet das General-Debit Strassburg i. E. Langestr. 107. In Sinsheim: J. Lauhis, W. Scheeder. Empfehlung. Bringe meinen anerkannt vor züalichen Zwieback, sowie täglich frische» Roggenbrot in em piehlende Erinnerung. Ludw.Mein, Bahnhofstr. 366. Betr. den Hebammenmiterricht in der Frauenklinik zu Heidelberg Wir bringen hierdurch folgende Bestimmungen zur Kenntnis der Beteiligten : 1. Der Unterricht an hiesiger Hebammenfchnle beginnt am 1. Fibruar und dauert vier Monate. 2. Die Bewerberinnen haben der Unterzeichneten Direktion nachstehende Atteste vorzuiegen: a) einen GeburtS- oder Taufschein, wobei wir bemerken, daß unter 18 Jahre alte Personen zurückaewiesen, über 30 Jahre alte aber nur dann zum Unterricht zugelassen werden, wenn renselben von Großh. Ministerium der Innern Alrerssachsichl erteilt worden ist, b) ein Zeugnis de S Bezirks arzteS über körperliche und geistige Befähigung zum Hebammendienste, c) ein Leumund szengnis. 3. Die von Gemeinden zum Unterricht entsendeten Personen haben außer, dem eine Bescheinigung vorzulegen, daß die Gemeinde dre Unterrichts- kosten übernimmt. 4. Personen in gesegneten Umständen werden in den Cursus nicht ouf- genommen oder doch sofort entlasten, nachdem deren Zustand erkannt worden ist. 5. Das Honorar für Unterricht (einschließlich des Lehrbuches), Wohnung, Verköstigung, Heizung und Beleuchtung betrögt 275 Mark für jede Schülerin und ist gleich bei der Ausnahme zu entrichten. 6. Eine Schülerin, welche freiwillig austritt oder entlassen wird, kann nur die Zurückgabe eines entsprechenden Anteils der Berpflegsgebühren beanspruchen. Heidelberg, den 1. Januar 1905. Die Direktion der Frauenklinik. RaTTen» Mäuse-Gift „Acke r 1 on“ staatlich anerkannt bestes Mittel der Welt! Letzte Kettung 1 Packete 50 u. 100 Pfg. Drogerie «Äebr. Ziegler. Der 2. Stock in meinem Neubau, 5 Z-mmer, Küche und Zubehöc ist preiswert zu vermuten. K. Schnmb. Große schöne - Hasen - per Stück Mk. 3.— am Marktplatz. Aechte Harzer isdicii per Stück 4 Pfg., in Kist- che« von lOO St. M. 3.— K. Ernst am Markt- platz. I Huste«! 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Die „Lsüirehe ?rerre" wird von Jedermann, ohne Ansehung der Partei oder Konfession, mit Interesse gelesen u. sollte in keiner besseren Familie, Lesegesellschaft oder Wirtschaft fehlen. Alle Postämter u. Briefträger nehmen Bestellungen an. Preis b. d.Post übst eholt 1.80, frei ins Haus 2.52 per »Vierteljahr. Probeblätter gratis. Mmschmiilm st d «u b >*»»r IN der Exv ". Bl. Redaktion: H. Becker; Druck und Berlag: Gottlieb Be cker'sche Buchdruckerei in Sinsheim. MEW«!^N-LW! Nr 2. Telephon Nr. 11. „Der Landbote" s Sinsheimer Zeitung Donnerstag, 5. Januar 1905. vielfach um mehcere S-undrn. Die Telkpyonleilungen find in großen Gebieten nicht zu gebrauchen gewesen. Von der Gewalt der SturmeS kann man sich nur Vorstellung machen, w nn man vernimmt, daß er im Eifel gebiet starke Bäume entwurzelte und einen beladenen Waggon wegtrieb. Ja Wieck bei Eldena stürzte infolge des Hochwassers das Armenhaus ein, wober 3 Frauen und 4 Kinder umS Leben kamen. In Lübeck, Kiel und anderen Köstenstädten sind viele Straßen überschwemmt und der Fußverkehr ist teilweise gänzlich unmöglich. Wie übereinstimmend aus einer ganzen Reih; giößerer Städte gemeldet wird, hat das Weihnachtsgeschäft weit größere Umsätze gebracht als da- vorjährige. In Berlin, im rheinisch-westfälischen u»d ober- schlesischen Judustriedeznk war seit 1900 das Weihnachtsgeschäft nicht mehr so gut wie diesmal. Die Frauenarbeit in den Fabriken nimmt von Ji.hr zu Jahr zu. Die meisten Fabrikarbeiterinnen, etwa 42 Prozent sind ra der Textil- Industrie beschäftigt. Im Jahre 1903 sind in den Fabriken Deutschlands 1009041 Arb eiterin nen tätig gewesen. Ausland. Oesterreich. Wie», 2. Jan. Die tatsächlichen Vorgänge in Russisch-Polen sind viel schlimmer als bisher gemeldet wurde. Die österreichische Regierung scheint sehr beunruhigende Berichte erhalten zu haben, welche einen oll- gemeinen Ausstand der polnischen Bevölkerung befürchten lassen. In Kslisch fanden von Mittwoch bis Freitag Straßenkämpfe statt, wobei die russisch-orthodoxe Kirche und mehlere angrenzenden Straßen völlig zerstört wurden. In Kiele- und Kansk verband sich die Bevölkerung mit den Rese.vlstev, welche unter keiner Bedingung in die Militärzüge einfteigen wollten. Die Behörden waren gegenüber den Revolte enden mehrere Tage machtos. Zum Nachfolger des Ministerpräsidenten Dr. K ö r b e r ist der Präsident des obersten Rechnungshofes und frühere mehrjährige Unterrichtsminister v. Gautsch ernannt worden, der nur das Ministerpräsidium behält. Zum Minister des Innern wurde Gras Bülandt ernannt. Mit Ausnahme des Justizministers behalten alle übrigen Minister ihre Portefeuilles. Bulgarien. Die Zivilliste des Fürsten ist um 200000 Fr cs. auf 1200000 FrcS. erhöht worden. Montenegro. Cetiuje. 1. Jan. Die montenegrinische Regierung beabsichtigt, ihr Artilleriematerial zu verstärken, und hat zwei Offiziere nach Oesterreich mit dem Aufträge entsendet, sich mit zwei Waffenfäbriken wegen deS Ankaufs von Geschützen in Verbindung zu setzen. Diese Offiziere, die mehrere Tage in Wien und dann in Pilsen weilten, sollen erfolgversprechende Verhandlungen ein- gelettet haben, über deren vorläufiges Ergebnis sie in Cetinje, wo sie bereits wieder eingetroffen sind, Bericht erstatteten. England. London, 31. Dezbr. Der Standard meldet aus Tokio: Die wirtschaftliche und finanzielle Lage Japans ist am Ende des Jahre- durchaus befriedigend. Der Wert des auswärtigen Handels in Japan betrug bis 26. Dezember 67 Millionen Pfund Sterling. Die Einfuhr überstieg die des vorigen Jahres um 10 Millionen Pfund Sterling, wobei die für den Krieg notwendigen außerordentlichen Bedürfnisse nicht in Rechnung gezogen sind. London, 3. Jan. Ganz London ist durch die Meldung von der Kapitulation Port Arthurs auls f euvigste bewege. Loch wiro Die Tapferkeit der Garnison allgemein anerkannt. Die englische Regierung wurde offiziell von Japan von der Uebergabe verständigt. Rußland. TifliS, 2. Jan. Der Äurstand breitet sich in den Werkstätten der Orientgefellschaft aus. Die Kompagnie Radeschda hat die «rbeit eingestellt, ebenso die Tabak- sabrik. In der Nähe von Bibi, E-bat und Bala- chany wurden V rsümmlungen gehalten. An einer derselben nahmen gegen 3000 Arbeiter teil. AlS die Polizei erschien, kehrten die Teilnehmer nach Balachany zurück. Auf dem Rückweg warfen sie die Fensterscheiben eines vorüberfahrenden Zuges eia. Eine Anzahl von Personen wurden verhaftet, aber bis auf 14 wieder entlassen. Amerika. Newyork, 1. Jan. Kapitän K.o e m p f vom Schnelldampfer „Deutschland" der Hamburg-Amerika-Lime wurde anläßlich seiner 150. Ozeanruadreise vielfach ausgezeichnet. Zahlreiche Freunde hatten im Astor Hotel ein Festmahl veranstaltet. Beim Empfang beim Präsidenten Roosevelt gratulierte ihm dieser hcrzlichst und äußerte sich in schmeichelhaften Ausdrücken über den Ruf Kapitän Kaempfs als Seemann und über die „Deutschland". Krieg Japan—Rußland. Die Kapitulation Port Arthurs. DaS Schicksal Port Arthurs hat sich endlich erfüllt. Bei, um und gegen Port Arthur wird gekämpft seit B ginn des Krieges. Die erste große Niederlage erlitt gleich tei Beginn des Krieges feie russische Flotte hier. Die eigentliche Belagerung der Festung begann jedoch erst Mitte Juni. Die Russin verteidigten die außer- ordenilich starke Festung, wohl die stärkste Seefestung der Welt, mit unvergleichlicher Tapferkeit und Zähigkeit, die Japaner führten ihre Operationen mit großer Geschicklich- keit und mit fanatischem Heldenmut. Immer «ehr zog sich der eiserne Krieg zn Wasser und zu Lande um Hasen und Festung zusammen, immer knapper wurden Lebensmittel und Munition, immer unsicherer wurden die im Lause der Zeit stark in Anspruch genommenen Geschütze und immer mehr verringerte sich die kampffähige Besatzung. Ais die im Ha'en liegende Flotte nach einigen vergeblichen DurchbnlchSversuchen gänzlich zasammengeschossen und jede Hoffnung aus Entsatz, sei es durch Kuiopatkin oder die baltische Flotte, geschwunden war urd andererseits die Japaner in den lctzten Tagen ein Jnnenfort nach dem andern nahmen, sah selbst der tapfere, ausdauernde General Siössel die Zwecklosigkeit weiterer Verteidigung ein und knüpfte am Neujahrstage Verhandlungen betreffend die Uebergabe Port Arthurs an. Die Wirkungen der Uebergabe werden bald von den mandschurischen Armeen verspürt werden. Das Bclagerungskorps wird schleunigst die gegen Kuropatkin operierenden Armeen verstärken. Die baltische Flotte dürste die Weitecfahrt einstellen und vielleicht wirkt auch das große militärische Ereignis im fernen Osten zurück auf die Bewegung in Rußland, wie der Krieg selbst auf diese zurückgewirkt, ja si: zur Flamme entfacht Hot. In Tokio sind die Admirale Togo und Kami- mura mit ihren Stäben eingetroffen. Die festlich geschmückten Straßen waren von einer dichtgedrängten Menschenmenge erfüllt. Die Vertreter des Kaisers und der Kaiserin, die Minister, Staatsmänner und taufende von Schulkindern begrüßten die Admirale am Bahnhof, die sich kaum einen Weg zu dem vom Kaiser ge- sandten Wagen bahnen konnten. Die Admirale fuhren unter Banzairufen zum Marinedeparkement, von wo sie sich nach kurzem Aufenthalt zum Vortrag bei dem Kaiser begaben. Tokio, 1. Jan. Von der Betagerungsarmee vor Port Arthur wird b-r-chtet, daß die durch die Explosion am Sungschnschan-Fort aufgeworstnen Erdmassen durch die Japaner beseitigt wurden, dabei wurden zwei russisch» Off'jiere und 160 Mann, die verschüttet waren,' aufgefunden und zu Gefangenen gewacht; diesclbea sagten aus, daß «och etwa 150 Russen durch die Explosion verschüttet seien. Die Beute der Japaner, die aus Feldgeschütze», Maschinengewehren usw. besteht, wird erst noch genau festgestellt. Die japanische Abteilung, welche gegen dar Ostfort von Palungschan tätig ist, zerstörte Samstag Abend durch Explosion einen Teil der alten Umwallung. Tie Konferenz über die Kapitulation Port Arthurs schloß um 4Vi Uhr nachmittags mit dem Ergebnis, daß ein Abkommen über die Unterzeichnung des formellen KapitulationsakteS erzielt ist. Et verlautet, daß die von den Japanern vorgefchlageaen Bedingungen angenommen seien. Die Bedingungen sind zur Stunde im einzelnen roch nicht bekannt. Aus Newyork wird gemkldrt, Stöffel verlange freien Abzug der Garnison mit Musik und fliegenden Fahnen. Die japanische Regierung werde wahrscheinlich diese Bedingungen gewähren. (?) Tokio, 2. Januar. Der Brief Stöffels, welcher Vorschläge betreffs der Uebergabe enthält, ist gestern abend 9 Uhr beim Okctommaabsevenbea bec Armee ein- gegang n. — Die Feindseligkeiten bei.Port Arthur sind heute eingestellt worden. Die russischen und japanischen Befehlshaber beraten nachmittags über die Ueber- gobebedingnngen. In einem Brief an Nogi erklärte Stöffel, daß jeder Widerstand jetzt unnütz fei. — Der Mikado sprach in einem Telegramm an Nogi seine Anerkennung für Stössil aus und wies Nogi an, der Besatzung alle Ehren zu erweisen. Tokio, 2. Januar. General Stöffels Vorschläge zur Eröffnung der Urbergabeverhandluugeu wurden angenommen. Die Bevölkerung der Stadt ist außer sich vor Freude über General Nogis Berichte. Die Volks- menge wogt, Beifall rufend, durch die Straßen und ver» anstattet Umzüge unter Führung von Musilbanden. Aus Stadt und Land. Sinsheim, 2. Jan. An Stelle der seither üblichen Christdaumseiec veranstaltete die Kompagnie der Landjpritze Nr. 1 gestern in der Kifter'jchen Restauration eine zwangSlose gesellige Abendunterhaltung mit Koazertaufführung, zu der sich die Mannschaften mtt ihren Angehörigen in gewohnt großer Zahl eingefunden halten. Auch der Kommandant und Spritzen- meister nebst Offizieren tec übrigen Abteilungen leisteten der Einladung bereitwilligst Folge. Der Kompagniechef Herr Hauptmann Ad. Hauck entbot den Erschienenen herzlichen Neujahrs- und Willkommensgruß und ging sodann aus die Darlegung des Zwecks der Feier über, sich zugleich in schwungvollen Worten über die hohen Ziele und Aufgaben der Feuerwehr verbreitend. Sein von der Versammlung begeistert aufgenommenes Hoch galt unserem «llgeliebteu Großherzog und dem Erbgroßherzog, dem Protrkior der Feuerwehren. Im unmittelbaren Anschluß hieran wurde die erste Strophe der Fürstenhymne stehend gesungen. Der Wunsch der Redners ans einen recht vergnügten Abend ging in vollstem Umfange in Erfüllung, indem man sich — an weiteren rednerischen Leistungen fehlte es natürlich nicht — bis über Mitternacht hinaus köstlich amüsierte. Den Hauptanteil an der Unterhaltung hatte die Jekel'sche Kapelle, welche den Abend mit ihr Leben wickelte sich in ganz verschiedenen Sphären ab. Charlotte Lange fand bald eine für ihre Fähigkeiten passende Stellung im Hause des Barons von Gerlingen auf Srerneck, wo sie an Stelle der verstorbenen Hausfrau deni Haushalt vorftehen und die beiden Töchter erziehen sollte. Sie war wohl noch sehr jung, um eineu solchen Posten aüszufüllen, allein ihr Ernst und ihre Pflichttreue halfen ihr die Schwierigkeiten überwinden, die ihr manchmal in den Weg traten. Die beiden Töchter des Barons im Aller von zehn und vierzehn Jahren hingen bald mit inniger Liebe an ihr. Für den damals schon achtzehnjährigen Sohn war ein Hofmeister im Hause, der den jungen Manie zur Universität vorbereitete und zugleich auch die Mädchen unterrichtete. Doktor Artur Weinland, der als Theologe länger auf passende Anstellung warten inußte, hatte inzwischen diese Hauslehrerstelle angenommen und — wie es manchmal zu geschehen pflegt — diese wie füreinander geschaffenen Naturen — Charlotte Lange und Artur Weinland — fanden sich zusammen in inniger Liebe. Da Doktor Weinland ganz vermögenslos war und nicht einmal eine dauernde Anstellung besaß, so wagte er es nicht, sich Charlotte zu erklären, aber er schüttete sein bedrücktes Herz dem guten Baron Gerlingen aus, der den Hofmeister seines Sohnes schätzen gelernt hatte. „Ich will Ihnen etwas sagen, Weinland," erwiderte dieser, „mein Pfarrer hier auf unserm Patronat ist alt und bald dienstunfähig. Ich will den Mann nicht vor der Zeit pensionieren, wenngleich er unverheiratet ist, aber lange kann er seinem Amte nicht mehr vorstehen. Sie sollen später die Stelle haben, das verspreche ich Ihnen, und sie ist so dotiert, daß Sie mit Familie ganz gut davon leben können. Dann steht Ihrer Heirat mit Charlotte nichts mehr im Wege, vorausgesetzt, daß sie Ihnen dieselbe Neigung entgegenbringt. Bis dahin aber ist es meiner Ansicht nach besser, Sic schweigen dem jungen Mädchen gegenüber. Auch wäre ich glücklich, dasselbe noch ein paar Jahre behalten zu können, da meine Töchter einer mütterlichen Freundin gar sehr bedürfen." Weinland achtete des Freiherrn Wunsch und sprach sich Charlotte gegenüber nicht aus. Er ging mit dem jungen Gerlingen aui Reisen und begleitete ihn 'zur Universität und kehrte erst nach Sterneck zurück, als zwei Jahre später der alte Pfarrer daselbst starb. Weinlaud wurde sein Nachfolger. Er hielc um Charlotte's Hand an, die ja schon lange seine Liebe ahnte und erwiderte. Aber pflichttreu, wie sie war, wollte sie mit der Heirat noch warten, bis sie auf Sterneck entbehrlich war. Der junge Baron Gerlingen hatte nun die landwirtschaftliche Hochschule bezogen; die älteste Tochter heiratete, der alte Baron starb. Charlotte war setzt allein init der jungen Baronin Fanny, die init nahezu zwanzig Jahren dem Manne ihrer Wahl, dem Baron Weiler, als Gattin folgte, und nun endlich war Charlotte frei. Sie zog auf dringenden Wunsch ihrer Verwandten zu Sanitäsrats Lange und besorgte dort ihre Aussteuer. In diese Zeit siel ihres Vetters Liebesroman unb sie wurde die Vertraute seines Hangens und Baugeus. Endlich, nachdem der gute Weinlaud fast zehn Jahre auf Charlotte gewartet hatte, wurde sie mit zweiunddreißig Jahren sein Weib. Sie waren unendlich glücklich in ihrer Ehe und zwei prächtige Knaben erfreuten ihr Elternherz. Beim ältesten Jungen wurde der Baron Wilhelm von Gerlingen, der sich nach dem Tode seines Vaters als Majoratsherr auf Gut Sterneck niedergelassen und kurz nach der Vermählung seiner jüngsten Schwester mit einer Baronin Lehnstedt verheiratet hatte, Pate. Zwischen Guts- Herrschaft und Pfarrhaus war stets ein reger und herzlicher Verkehr geblieben, denn die Baronin hatte bald die Anhänglichkeit ihres Mannes an seinen Erzieher und dessen Frau geteilt. Da brach plötzlich eine furchtbare Epidemie in Sterneck und Umgebung aus und der erste, der derselben zum Opfer fiel, war der vielgeliebte Pfarrer von Sterneck. Mitten aus seinem Beruf hatte es ihn gerissen, nach nur fünfzehnjähriger Ehe und als sein Jüngster kaum zehn Jahre zählte. Da saß die arme Charlotte mit ihren beiden unmündigen Kindern, ohne Vermögen, nur mit ihrer kleinen Witwenpension und wußte weder aus, noch ein. Das Pfarrhaus mußte sie natürlich ihres Mannes Nachfolger ernräumen. Sce dachte einen Augenblick daran, an einen größeren Ort zu ziehen, wegen der Schule für die Söhne, aber woher die Mittel dazu nehmen? Da bot der Freiherr ihr das hübsche Häuschen mit kleinem Garten zum Bewohnen an, das sonst zum Aufenthalt für die verivitweten Freifrauen von Gerlingen diente; die alte Baronin war ja längst dahingeschieden und somit stand das hübsch gelegene Haus, das fünf schöne Räume nebst Küche und Keller enthielt, frei. Dankbar nahm Frau Weinland das Anerbieten an und als sie um den Preis der Miele fragte, lächelte der Baron, nahm ihre beiden Hände in die seinen und sprach: „Sie haben kostbare Jahre Ihres Lebens, statt sich mit dem Manne Ihres Herzens zu vereinen, unserer Familie geopfert tind nun fragen Sie mich nach dem Preis? Um keinen Preis möchten wir, daß Sie Sterneck verlassen, und ich' bitte ittir um die Vergünstigung, daß ich zum Schulgeld Ihrer Jungen beitragen darf, die ja das Gymnasium im nahen N. besuchen können. Wilhelm ist mein Patenkind, Artur betrachte ich als ein solches. Leider bin ich nicht reich und habe selbst Familie, daher kann ich Ihnen nicht anbieten, Ihre Söhne studieren zu lassen; wenn sie aber das Gymnasium durchmachen wollen, wenigstens bis zum Einjährigenexamen, so bin ich bereit, nach Kräften beizusteuern; dann sehen wir weiter." (Fortsetzung folgt.) — (Ein Selbstloser.) „Nicht wahr, Artur, Du Haft mich doch nicht wegen meines Geldes geheiratet?" „Aber, ich bitte Dich, das haben doch fast alles meine Gläubiger gekriegt:" » i s I Nr. 2. Telephon Nr. 11. „Der Landbote" O Sinsheimer Zeitung ihren wohlgelungenen Produktionen verschönte und dafür reichlichen Beifall eintauschte. Um 1 Uhr endete die un- gemein schön verlaufene Feier, die gewiß allen Beteiligten in angenehmster Erinnerung bleiben wird. Sinsheim, 3. Jan. Letzten Sonntag gab Herr Fabrikant Sigmund Gumbel anläßlich seiner Vermählung dessen KrbeitSpersonal ein Festessen im Saalbau zur „Reichskrone", woselbst Arbeiter und Werkmeister sich äußerst zahlreich eingefunden hatten. Die um 5 Uhr beginnende Festlichkeit wurde von einer Abteilung der Zekel'schen Kapelle mit einem schneidigen Marsch eröffnet. Herr Stanzmeister Baier hielt sodann eine Ansprache, welche mit einem von den Anwesenden begeistert aufge- nommenen Hoch auf da? junge Paar schloß. Während des EffenS wurde an dasselbe ein Glückwunschtelegramm noch Stuttgart abgesandt. Noch verschiedene Ansprachen wurden gehalten, so von Herrn Expedient Müller und Herrn A. Fleischmann, welch letzterer auf den Chef der Firma, Herrn Ferd. Gumbel ein Hoch ausdrachte. Die Teilnehmer blieben bis gegen 8 Uhr in heiterster Stimmung beisammen und wurden die schönen musikalischen Zugaben wiederholt klüftig applaudiert. Hr Sinsheim, 3. Jan. Den Mitgliedern der Ar- beiterbildungSvrreins steht demnächst wieder ein genußreicher BereinSabend in Aussicht. Wie wir hören, soll nämlich ein Vortrag über den deutsch-französischen Krieg 1870/71, in Beglettung von Lichtbildern, abgehalten werden. Da diesem Bortrage bereits schon in andern Orten das größte Interesse seitens der Vereinsmitglieder entgegengebracht wurde, sei auch an dieser Stelle jetzt schon darauf hingewiesen. Gleichzeitig möchten wir darauf aufmerksam machen, daß der betr. Gegenstand sich unseres Erachtens besonders auch für Militärveceine und Schulen sehr gut eignen dürfte. T.-V. SiuShei«, 3. Jan. Der Verband der badischen Tierjchvtzsereine hat mit einer leistungsfähigen Firma einen Vertrag abgeschlossen, wonach die Nistkästen genau nach Vorschrift des Freiherrn von Berlepsch her- gestellt werden. Die Preise sind folgende: Naturkästen für Meisen, Baumläufer, Trauerstiegenschnäpper, kleiner Buntspecht: 60 Pfg., für Staare, großer Buntspecht, Wiedehopf, Wendehals, Turm- oder Mauerschwalben: 30 Pfg., für Rotschwänzchkn, graueu Fliegenschnäpper, Bachstelze: 55 Pfg. Im Interesse der Förderung deS Schutzes und der Erhaltung unserer Vögel, besonders der bei unö bleibenden Meisen, bitten wir, Bestellungen bei unserem Verein, dem eine Preisermäßigung von 10 pCt. gewährt wird, machen zu wollen. Bestellungen nehme« die Vorstandsmitglieder an. * Den Personalnachrichten zufolge wurden die Herren Unterlehrec Karl Kühn von Hausach nach Hilsbach und Unterlehrer Johann Trautz von Hilsbach nach Hausach versetzt. * (DaS Jahr 1905.) Das neue Jahr ist ein gewöhnliches von 365 Tagen. Ostern fällt diesmal auf den 23. April, also sehr spät. Der äußerste Termin, auf den das Osterfest überhaupt fallen kann, ist der 25. April. Seit dem Jahr 1848 ist es wieder zum erstenmal, daß Ostern am 23. April gefeiert wird. Im Fahr 1916 wird dies wiederum der Fall sein, dann aber nicht mehr bis zum Jahr 2000. Doch glauben wir, daß bis dahin die allzugroße Beweglichkeit des Osterfestes eingeschränkt sein wird. — Im neuen Jahre finden zwei Sonnen, und zwei Mondfinstcrmsie statt, von denen bei uns die zweite Sonnen- und beide Mondfinsternisse sichtbar sein werden. Die bei unS unsichtbare erste Sonnenfinsternis ist am 6. März, die zweite am 30. August in den Nachmittagsstunden. T)ie erste Mondfinsternis ereignet sich am 19. Februar von Abends 7 Uhr bis 9 Uhr; die zweite ist am 15. August in früher Morgenstunde. — Nach den Angaben deS hundertjährigen Kalendeis regiert in diesem Jahre die Sonne. Man nahm in cltcu Zeiten an, daß sie ein durchgängig trockenes und dabei nicht sehr warmes Jahr bringen werde, ja man wußte die Witterung der einzelnen Jahreszeiten genau aus dem Charakter der Sonne sbzuteiten. Heutzutage weiß man, daß jene Berechnungen auf Ader, glauben ruhten und es oft schwer hält, die Witterung nur auf einige Tage zu bestimmen. X Die Generalsynode (Steuerfynode) der evangelisch ■ protestantischen Landeskirche hat am 17. Oktober d. I. beschlossen, daß zur Deckung des Aufwandes für allgemeine kirchliche Bedürfnisse in den 5 Jahren 1905—1909 als allgemeine Kuchcnsteuer erhüben werden sollen von 100 Mk. Kap üalrentcl! steuerkapital 1 Pfg., von 100 Mk. Grund-, Häuser <, Gesäll- und Gewerbesteuerkapital 1,5 Pfg., von 100 Mk. Einkommen, steueranichlag 20 Pfg. Dieser Bschluß ist staatlich genehmigt worden. chp Weiler, 1. Jan. In Verfolg des Artikels vom 27. v. Mts. — Weiler-Chnstbaumfeier betr. — ist noch folgendes nachzutragen: Da der Berichterstatter über die hier z. Zt. bestehenden Gesangvereine nicht genau informiert zu sein scheint, fei bemerkt, daß nicht der Verein „Liedertafel", sondern der „Liederkranz" Weiler am 2. Weihnachtslage eine theatralische Abendunterhaltung veranstaltete, bestehend aus einem dem Feste angepaßten Weihnachtsspiel nebst verschiedenen humoristischen Stücken, welche allseitig großen Beifall fanden. Sodann folgte die bereits von dem Saalbaukorrespondenten erwähnte Christ- bsumvelsteigerung. Auf vielfachen Wunsch mußte die Aufführung am Neujahrstage nochmals stattfinden. * Efchelbronn, 2. Jan. An Stelle des verstorbenen GemeinderechnerS PH. Dinkel wurde Schuhmachermeister Konrad Stier zum hiesigen Gemeinderechner ernannt. O Michelfeld, 2. Jan. Bei Kaufmann Joh. Kolb dahier wurde em- Droguerie errichtet. Zur Erstellung einer Wasserleitung wurden hier Bohrversuche gemacht, die einen guren Erfolg Hallen, jpeme wurde )üf die Herren Fabrikanten Köchler und Landes dahier der Tabak vermögen. Sylvester ging ziemlich ruhig und ohne Störung vorüber. * DaS i eue 50-Pfennigstück gelangt mit dem neuen Jahre zur Ausgabe, während die Entscheidung über daS neue Fünfmal kstück noch auSsteht. * Allerlei aus Baden. In der Sylvesternacht gelangte» in Mannheim zur Anzeige 174 Personen wegen Abbrennens von Fenerwerkskirpern und 49 wegen Schießens, darunter 4, welche scharf geschossen hatte». — Ja Kirchheim, AllmaauSweiler u. a. O. kamen schwere Verletzungen beim Neujahrsschieße» vor. — In Müllheim fiel der im Steinbruch beschäftigte Maurer Fritz Münch 5 Meter hoch von einem Felsen herunter, wobei er sich so schwere Verletzungen zuzog, daß er nach 2 Stunden starb. — In Zusenhofe» bei Oberkirch wurde der hochbekagte Bahnwart Kraft vom Zuge erfaßt und tätlich verletzt. verschiedenes. — Vom Land. Dag das Wohnen auf dem Land nicht immer die Annehmlichkeiten in sich schließt, welche vielfach die Städter dort vermuten, beweist folgendes. Die sich immer vermehrenden Molkereien, die den landwirtschaftlichen Betrieben außerordentlich große Vorteile bieten, haben andererseits für die Nichtlandwirte ihre Schattenseiten. Als in früheren Jahren vor Gründung der Molkereigenossenschaften der Landwirt die Milch feine- Viehbestandes noch selbst verarbeitete, befand man sich auf dem Dorf in der glücklichen Lage, zu jeder Zeit beste, frischeste Milch, Butter und Käse aus erster Hand zu erhalte«; jetzt sind die Nahrungsmittel nur mit Schwierigkeiten und zwar nur von sogenannten Kleinbauern zu haben, die meistens ihre Kuhmilch im eigenen Haushalt verbrauchen, während diejenigen Landwute, welche einen großen Viehstand besitzen, Mitglieder von Molkereigenossenschaften und als solche verpflichtet sind, ihr täglich-S Milchquantum ausschließlich an die Molkerei zu liefern. Die in derselben hergestellte Butter, sowie Käse, und die rm Sommer so erfrischende Buttermilch werden nun schleunigst an städtische Händler verkaust, und wir Armen auf dem Dorf, in deren Stall keine Milchkuh blöckt, blicken wehmütigen Auge- hinterher und kaufen bei Bedarf die Erzeugnisse unseres Dorfes mit Aufschlag aus der Stadt zurück. DaS ist daS „billige Land! * Eine mißbräuchliche Verwendung der Postkarten mit Antwort ist in der Weife versucht worden, daß der Absender auf der Ausschriftseite den Vermerk: „Nichtabreißen" anbrachte und infolge dessen mit der für die Antwort bestimmten und benutzten Seite der Karte die erledigte Ansragekarte wieder zurückerhielt. Die Karten sind bei der Rückbesvrderung verschieden behandelt worden. Während ein Teil dem Adressaten ohre Ansatz von Porto zuging, sind andere gemäß § 7 VIII der Postordnung als ungenügend frankierte Briefe nachroxiert worden. Diese AuStoxierung ist nach der „Deutsch. Verk.Ztg." zu Recht erfolgt. Die Anwendung der Postkartentsxe ist grundsätzlich auf einfache Karten- sormulare beschränkt. Doppeikarien sind nur in einem einzigen Falle zugelassen, wenn nämlich der Postkarte ein Formular zur Antwort verbunden ist. Ausgefüllte Antwortformulare mit anhängendem Ansrageteil dürfen hiernach gegen die Gebühr für Postknten nicht versandt werden. (Sternhimmel im Januar.) Merkur, im Schützen, an/angS unsichtbar, eilt der Sonne stark voran und ist Milt: de- Monats anderthalb Stunden, am Ende eine Srur.de tief im Südosten vor Sonnenaufgang sichtbar. — Venus, im Steinbock und Wassermann, Abendstern, geht anfangs um 7^2, zum Schluß um 9 Uhr Abends unter. — Mars, in der Jungfrau, geht bald nach 1 Uhr Morgens auf. — Jupiter, in den Fischen, Abends anfangs 12 1 / 2 Uhr, zum Schluß bis ll 1 /» Uhr sichtbar. — Saturn, tm Steinbock, Abends anfangs brS 1 1 U Uhr, zum Schluß bis 5 */ü Uhr tief am Südwesthimmel sichtbar. — (Ein „fideles Gefängnis"? Ueber die Behandlung des früheren Fähnrichs Hüssener, der im vorigen Jahre den Soldaten Hactmann rn Essen erstochen hatte und deshalb mit der „Strafe" von zwei Jahren Festung belegt worden war, bringen sozialdemokratische Blätter Darstellungen, welche die Ausführung dieser „Bestrafung" in eigenartigem Lichte erscheinen lassen. Sie schildern seinen Aufenthaltsort als ein fideles Gefängnis, in dem Hüssener es sich mehr als wohl fein lassen kann, und veröffentlichen ein Bild, aus dem man ihn mit zwei anderen Kumpanen vergnügt hinter einer Batterie eben geleerter Weinflaschen sitzen sicht. Sie behaupten ferner, daß er in einem Gasthose zu Koblenz als sonntäglicher Frühschoppengast bekannt sei, daß er sich reichlichen Urlaubs erfreue, den er zu Vergnügungsreisen benutze, daß er sogar in Köln eines Sonntags mit feinen Freunden lustwandelnd in einem öffentlichen Garten sich habe zeigen dürfen. Die Behörden werden sich über diese Angaben zu äußern haben. Arco, 2. Jan. Der hiesige Kurarzt, kaiserliche Rat Dr. Gehrke, ist in der Syivesternacht vor seiner Billa von dem Oekonomen Rohde aus Oldenburg, eine« Alkoholiker, ohne jeden Anlaß überfallen und durch 9 Messerstiche schwer verletzt worden. Rohde erschoß sich dann hieraus im Kurpark. Berlin, 1. Januar. Ein Petersburger Telegramm >es „Berliner Tageblatts" erklärt die Nachricht über die Spionageaffäre der englischen Bonne am Zarenhof, welche wichtige Dokumente vom Schreibtisch des Zaren kopiert und nach England verkauft haben und Donnerstag, 5. Januar 1905. deswegen külziich über die Grenze geschickt fei» soll, ais vollständige Erfindung. DaS Blatt fügt hinzu die Bonne Miß Eager wurde vor einem Vierteljahr wegen ungebührlicher Redensarten entlassen, verlor aber nicht die Achtung deS Zarenpaares. Kattowitz, 31. Dezbr. In Wyzladylo hielt ein Bauernsohn um die Hand der Tochter eines Nachbarn an. Da er keine Zusage nh-ett, ermordete er daS Mädchen und desi-n Eltern und erhängte sich dann. Wien, 31. Dez. Das Sturmgebret der letzten Tage har, wie die Neue Freie Presse berichtet, auch in Oestreich-Ungarn eine weite Ausdehnung. Bäume entwurzelnde, Dächer abdeckende, orkanartige Stürme, Gewitter und Blitzschläge, gefahrvolle Brände, Weg- und Verkehrsstörungen durch Pfadbeschädrgung oder Schneeverwehungen. Unfälle und Kulturschäben werden aus vielen Kconländern OestreichS und Ungarns gemeldet. Im Wienerwald, im Triestingtal, in den Alpenländer» und in Böhmen hat d«S Unwetter besonders schlimm gehaust. — In Wien hielt der Sturmwind den Sylvestertag über an, und am frühen Nachmittag kam ein Schneegestöber, das gegen Abend an Heftigkeit zunahm, dar Passieren der Straßen schwierig und gefahrvoll machte und auch dem Wagenverkehr Hindernisse bereitete. Gegen 7 Uhr abends ließ der Schneewirbel nach, der starke Wind trieb sein böseS Wesen fort. Orsieres (Kanton Wallis). 2 Jan. Fünf italienische Schmuggler, weiche in der Nicht vom 30. zum 31. Dez. den Cot du Valsorey überschreiten wollten, kamen in einem Schneesturme um. Paris, 3. Jan. AuS dem Eisenbahnpostwagen wurden während der Fahrt zwischen Ciermont und NimeS 3 Postsäcke mit Geldsendung:», 4 Einschreibbriefen, nach Mexiko und Nordamerika bestimmt, gestohlen. Der Schaden ist bedeutend. Kopenhagen, 31. Dez. Die Fahrten zwischen Gjedscr und Warnemünde sind heute Nacht wegen des Sturmes uud des Hochwassers nicht ausgeführt worden. Die Uebeifahrt würde vorläufig eingestellt. Das Land am Koege ist auf ein viertel Meile unter Wasser gesetzt. Das Wasser steht hier in der Bucht 10 Fuß höher als gewöhnlich. Die Gasanstalt in Koege mußte wegen des Eindringens von Wasser ihren B-tcieb einstellen. Aus verschiedenen Gegenden des Land s wird gemeldet, daß das Wasser in der vergangenen Nacht einen höheren Stand erreicht hat, als bei der großen Sturmflut im Jahre 1872. Der durch das Wasser anqecichtete Schaden ist sehr bedeutend. Schuscha (Kaukasus). 2. Jan. Der Steuennspektoc Scherbarkow wurde durch fünf Revolverschüffe am Hellen Tage mitten in der Stadt getötet. Den beiden Mördern gelang eS zu enlfl>eh:n. Es besteht der Verdachc, daß politische Beweggründe de« Verbrechen zu Grunde liegen. Gerichtliches. H Sinsheim» 3. Januar. Die Tagesordnung der heutigen Bezirksrats sitzuug erledigte sich in nachstehender Weise: 1. Genehmigt wurde das Gesuch de« Johannes Markheißer von Hilsbach um Erlaubnis zum Betrieb der Schankwirtschaft zum grünen Hof daselbst. 2. Für d-n Salinen-Ortsteil R a p p e n au gelangten allgemeine Baufluchten zur Festsetzung. 3. In der Beschwerde des Maurers Jakob Weis von Steinsfurth gegen eine bezirksamtliche Verfügung, betr. Wirtshausverbot, wurde der Vollzug der amtlichen Verfügung ausgesetzt. 4. Die Kaminsegerstelle in Sinsheim wurde dem Kamin- segermeister Anton Halter in Waldkirch übertragen. Frauenverein Sittsheim. Für Nrujahrswunsch-EuthebungSkarten wurden uns durch die Gottlieb Becker'jche Buchdruckerei 8 Mk. übergeben, wofür wir bestens danken. Der Borstand. ^rodnkten-Aörse. Mannheim, 2. Januar 1904. Preise per roo Kilo. Neueste Preise Mk. Porige Woche Mk. Weizen, Pfälzer. 18.85-00.00 18.75-00.00 „ norddeutscher .... 18.70-19.00 18.75 -00.00 „ russischer. 19.00-19.50 18.75-19.50 Kernen . 18.85—00.00 18.50-00.00 Roggen, Pfälzer. 00.00-14.70 00.08—14.70 „ norddeutscher .... 00.00 -00.00 00.00-00.00 „ russischer...... 15.00-15.25 15.25—15.40 Gerste, hiesiger Gegend .... 17.75-18.00 00.00-17.25 „ Pfälzer . 17.75—18.50 17.25-17.75 „ ungarische. — — Hafer, badischer. 14.85—15.30 14.75-15.20 „ norddeutscher. 00.00—00.00 00.00-00.00 „ russischer. 14.60—15.25 14.75-15.25 Mais, amerik., mixed .... 00.00-00.00 12.75—00.00 „ Donau. 13.00—13.25 00.00-12.50 Kohlreps, deutscher. 00.00-23.25 00.00-22.50 Wicken . ■. 16.00—16.50 00.00-14.50 Kleesamen, deutscher I. 138-144 128-134 „ Luzerne. 103-000 105—110 „ Esparsette .... 34.00-35.00 35.50-36.00 Marktberichte. Sinsheim, 3. Januar. (Schw ei ne markt.) Beginn 1 lrf Uhr morgens, Ende gegen 8 Uhr. Zufuhr 30 Milchschweine und 0 Lauser. Die Preise betrugen für Milchschweine 25—30 cJK und für Läufer 00-00 c4l. Heidelberg, 31. Dezember. (Marktpreis.) Heu per Ztr. 3.10—3 20, Stroh per Ztr. 1.50—1.80 Kartoffeln per Ztr. 2.50-3.00, Butter in Rallen v# 1.05—1.10 das Pfd. 1.10-1.20, Eier 7-8 Pfg. Tierjchutzverem Sinsheim. Legt Bogelfutterstcllen an, habt aber auf Vogelfänger und Raubzeug acht. Nr. S Dl.pbon Nr. 11 . „Dep Laudbote" ^ Sinsheimer Zeitung Donnerktaa, 5. Januar 1905. Amtliche Bekanntmachungen. Nr. 50 519. Den Vollzug der G s-tzes über die Verhältnisse der Dienstboten betr. Die Bürgermeisterämter de? Bezirks werden veranlaßt, das B-rzeichni s über di- im Jahre 1904 an minderjährige Dienstboten ausgestellten Dienstbüche r nach erfolgtem Abschluß binnen 8 Tagen hierher vorzulegen. Sinsheim, den 31. Dezember 1904. Großh. Bezirksamt: Dr. Sanier. Nr. 119. Die Ueberwachung der von Pr valperfonen gegen Entgeld in Verpflegung gegebenen Kinder unter sieben Jahren betr. Die Bürgermeisterämter des Bezirks werden mit Bezug auf § 5 der bezirkspol'zeilichen Vorschrift vom 24. Mai 1895 — Amtsblatt Nr. 67 — beauftragt, das vorgeschriebene Verzeichnis binnen 8 Tagen tzorzulegen oder Fehlanzeige zu erstatten. SinSheim, 1. Januar 1905. __ Großh. Bezirksamt: Pfeiffer. _ - Nr. 120. Die Unfallversicherung bei Rcgiebautcn betr. Die Bürgermeisterämter des Amtsbezirks werden an E nsendung der Nachweisung über die im abgelaufenen Kalendervierteljahr ausgeführten Regiebauten, soweit dies noch nicht geschehen ist erinnert. Sinsheim, den 1. Januar 1905. Großh. Bezirksamt r Pfeiffer. Nr. 22. Die Aktenausfcheidung bei Är. Amtsgericht Neckar- bifchofsheim betr. Die bei dem diesseitigen Amtsgericht vorhandenen bis zum Jahre 1874 einschließlich erwachsenen Akten über bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, Konkurse, Strafsachen, sowie die vor 10 Jahren anher abgelieferten Akten der Gerichtsvollzieher, stnd zur Vertilgung ausgeschieden und steht es den Beteiligten frei, innerhalb v>er Wochen um Rückgabe der von ihnen oder ihren Rechtsvorgängern zu solchen Akten übergebenen Beweisurkunden nachzusuchcn Zugleich werden diejenigen, welche an der längeren Aufbewahrung der G erichtsvollzicherakten ein Jntercffe haben, aufgefordert, dasselbe innerhalb vier Wochen hier anzumelde». Neckarb ischoss hei m, den 1. Janu»r 1905. Großh. Amtsgericht: vr. Quenzer. MmMchhrtii. Nr. 16417. Dar Konkurs, verfahren über das Vermögen deS Handelsmannes Leonhard Brei» ning in Michelfeld wurde nach abgehaltenem Schlvß'e min und vollzogener Schlußverteilvug von Gr. Amtsgericht hier heute aufgehoben. Sinsheim, 30. Dez. 1904. Hecker, Gerichtsschreiber Gr.AmtsgerichtS. KeMrsderfchM. Nr. 16418. Das Konkurs- verfahren über den Nachtaß des in Daisbach wohnhaft gewesenen WagnerS Leonhard Streng wurde nach abgehaltenem Schluß- termin und vollzogener Schluß» Verteilung von Gr. Amtsgericht hier heute aufgehoben. SinSheim, 30. Dez. 1904. Hecker. Ger ichtSschrriber Gr.AmtsgerichtS. Aufgebot. Karl Johann Koch, Küfer, geboren am 25. August 1825 zu Waibstadt, ist feit 1872 in Am >ika verschollen. AbDksenheltspflegec Wilhelm Diehm, Schuhmacher in Waibstadt, hat den Antrag auf Aufge- boisverfahren zum Zwecke feiner Todeserklärung gestellt. Termin ist bestimmt auf: Mittwoch, 12.Juli 1905, vormittags 9 Uhr. Der Verschollene wird ausgefordert sich spätestens im Aufgebotstermine zu melden, widrigen» f Ks die Todeseiklärung erfolgen wird. Alle, welche Auskunft über Leben u»d Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, werden ersucht, spätestens im AufgebotZtermine dem Gerichte Anzeige zu machen. Ncckarbifchofsheim, 2. Jan. 1905. Großh. Amtsgericht. Danksagung. Armenunterstützung betr. Infolge der im Landboten vom 31. Dezember 1904 erschienenen Bekanntmachung find an ReujahrSgaben eingegangen von: Stadtpfarrer Schuhmann 3 Wk., Stadlpfarrer Kuhnmünch 3 Mk., Obersteuerinfpektor Kirchbaur 2 Wk., Forstmeister Bell 3 Mk., Ge» brüder Frank 10 Mk., Eduard Speiser 3 Mk., Bezirksarzt Dr. Riesterer 2 Mk., Kassier Fischer 2 Mk., Karl Höchst-tier 2 Mk., Bürgermeister Speiser 3 Wk., Buchdruckercibesitzer Becker 3 Mk., Gemeinderat Ziegler 1 Mk.. Gemeindecat Kaiser 2 Mk., Gemeinderat Lutz 1 Mk., Gemeinderat Ritzhaupt 1 Mk., Gemeinderat Hoffmann 3 Mk., Gemeinderat L. Schick 3 Mk., Gemeinderat Laubir 3 Mk., Gemeinderat DSrner 3 Mk.. Stadtschreiber Schick 3 Mk., Direktor Dr. Sschle 3 Mk., Hugo Woll Wtw. 30 Pfund Mehl, Leopold Reinach 2 Mk., Albert Carl 3 Mk., August Carl Wtw. 2 Mk., Eduard Schick, Uhrmacher 3 Mk.. Kart Keller Wtw. 1 Mk.. Ludwig Götz Wtw. 1 Mk., Heinrich Lackner 1 Mk., Johann Feiler Wtw. 2 Mk., Heinrich Hiltpach 4 Mk., Valentin Ritzhaupt Wtw. 1 Mk., Maier Freuden» berger 1 Mk., Geschwister Bergdyll 2 Mk., Karl Götz ;g. Wtw. 2 Laib Brod, Christian Schmutz 1 Säckchen Mehl, August Feiler 1 Mk. 50 Pfg., Georg Stecher 3 Mk., Heinrich Ruppert 25 Päckchen Kaffee. Heinrich Mack 1 Mk. 50 Pfg., Georg Kistler 2 Mk., Wilhelm Scheeder 30 Pfund Erbst», Konrad Reinig Wtw. 1 Mk., Leonhard Stecher 1 Mk., Johann Hesch 1 Laib Brod, Nathan Blum 10 Pfund Mehl, Karl Nrrpel 1 Mk., Valentin Weyer 2 Mk., Johann Beetz 3 Mk., August Haag Wtw. 2 Mk., Albert Reinig 2 Laib B?ot, Lina Häfner 3 Mk., Karl Körber, Schlosser, 2 Laib Brot, Oberlehrer Geier 1 Mk., Karl Rupprecht Wtw. 1 Mk., Heinrich Löchner, Wirt 2 Mk., Heinrich Stoll 1 Mk., Adolph Stierte 1 Mk., M. Laubir Wtw. 1 Mk. 70 Pfg., Jakob Doll, Buchbinder 2 Mk., Ungenannt 3 Wk. Verwalter Deecke 3 Mk., Bezirkstierarzt Römer 2 Mk., Jakob Stork 1 Mk., Ludwig Etzel 2 Mk., Jakob Lacknec Ww. 1 M.50Pf. Namen« der Bedachten besten Dank. SinSheim, den 3. Januar 1905. Der Gemeinderat: Sperfer. empfiehlt in allen Größen billigst Eduard Schick, Bodins Eichel-Hafermehl. Nährmittel ersten Eanges bei Magenleiden, Durchfall, Scrophulose etc. Billiger u. bekömml. wie Eichelcacao! Aerztl. empfohl. Pakete 50 u. 95 Pfg. Uhrmacher, Sinsheim. Drogerie Wehr. Ziegler. Empfehle auf Freitag: LedendfrifcheSchellfifche, Backfische, Rotzirngen und Flutzzander. Eingetroffe n find: Feinst. Ural-Caviar, geräuch. Schellfische und Lachs. L. H. ßuppert. Ein tut erhaltenes, gebrauchtes ist preiswert zu verkaufen. Karl Hochstein, Musikalieuhaudlg. IFvislIlcUineiiJalir bringt die Ziehung schon 21. Januar 1905 2928 (Jeldgew. ■£;'£* . Haupt- m 1 Gew. 2 Haupt- -m- Gew- 2Ä>=M. 2924t: m. 30000 5 000 2000 17 000 T nop ä 1 Mir 11 ^ ose 10 JjUuu d 1 ML Porto u. 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Kl ÄMmlkiidchrn. In Folge der Verlegung deS Güterzugs 6 764, bisher auS Wimpfen 1 Uhr 10 nachmittag-, kommt die Personenbeförderung mit diesem Zuge auf der Strecke Wimpfen-Rappenau vom 7. k. MtS. an in Wegfall. Heidelberg, den 31. Dezember 1904. Der Großh. Betriebsinspektor. Der nächste hiefige Viehmarkt findet Freitag, den 13. Januar 1903, vormittags 8 Uhr beginnend, statt. Aufstellungsplatz >st in der Wilhelmstraße hinter dem Rathaus. Für nicklvnkauftes Vieh, welches von auswärtigen Züchtern zugesührl wird, wird ein Weggeld von 20 Pfg- pro Kilometer bis zum Höchstbetrag von 2 Mk. pro Stück gewährt. Standgeld wird nicht eihoben. Zur zahlreichen Beschickung des Marktes wird hiermit eingkladeu. Eppi n gen, den 20. Dezember 1904. Gemeinderat: Wirth. Gebhard. Liederkran) Sinsheim. Am Sonntag, den 8. Januar findet im Vereins lokal Eoneert mit daranffolsendem Büü statt, wozu die verehrlichen Mitglieder hiermit freundlichst eingeladen werden. Anfang abends 8 Uhr. Der Borstand. MM- mi> PserieMkt in Brette« am Montag, de« S. Januar. Aus Gemeinden, in denen eine übertragbare Seuche festgestellt ist, dürfen Tiere nickt zugeführt werden. Für alle- Handelsvieh ist durch Zeugnis eines badischen BezirkSlierarztes der Nachweis der Seuchenireiheit aui Grund fünftägiger Beobachtung im Großherzogtnm Bade» beizubrivgen. Bürgermeisteramt: I. B.: A. Koch. erfüllt ihren Zweck, anregend u. belebend 3 ? f ^ 1 auf Körperu Geist einzuwirkeiv ‘uisque **•■•'$*** ist reiner,gehaltvoller, gebrannter 0 ualitäfs*Raffeejk Nur acht in Packeten mit dieser Cn 1 iiT>MnrnfF’ 1K? i M.t_UO-ttO-1-60-170-1Ä0 u.H.2y PIlgv> ^ per Verkauf Sinsheim: K. H. Knppert „ Karl Ernst Lichtersheim: Gg. Flach kfcheldach: Gust. Günther Sromdach: Mlh. Egel Vbergimperu: Franz Schmoll steihen: Martin Keitel krefchklingen: Ehr. Mössner Serwangen: F. Falk stohrdach: £. Herbold (J itMMOMrtlt » $ hfl" itrtrflf Sstellen: Siegelsdach: Hirsch Apfel Steinsfurth: Gg. Keitel Sadstadt: August Hoffmann Ehrstädt Michael Strauß Kirchardt: Adam Stecher Untergimpern: Anton Lutz Lonfeld: K. Schlesinger Wtw. Kichen: Kofa Wiefer Wtw. Hüffenhardt: Herm. Hahn Michelfeld: 3oh. Kold Ittlinge«: Phil. Arbeiter. apjj i äleSchuhe mit ialop-Creme auf ländl. Grnndst. in jedem Betrage zu haben. W. Behr, Mannheim, Friedrichsfelderstraße 40/41. Redaktion: H. Becker; Druck und Verlag: Gottlieb Becker'sche Buchdruckerei in Sinsheim.