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Bei Wiederholungen tariffester ' Rabatt, der be- Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rechnungs- Latum oder bei gerichtlicher Betreibung und bei Konkurs erlischt. >. lutzvorschristen werden nicht anerkannt und für Aufnahmen an bestimmten Tagen sowie für tele» foni-che Aufträge keine Gewahr übernommen. Anzeigen-Annahme bis 8 Uhr vormittags; grüßeceAnzeigen wollen am Tage vorher aufgegebeu werden. M 72. Freitag» den 22. Juni 1923. 84. Jahrgang Sie loMiei gege» de» Mfttrj. Erwogen werbet: Handelsbeschränkung für Devisen, hohe Strafen, Rechtsungültigkeitserklämmg, verminderte Erteilung von Bescheinigungen, Hilfe der Handelskammern, Drvisenzentral-, neue Dollarschatzanleihe «. a. m. Berlin, 21. Iimi. Die Besprechungen der Reichsrrgiernng mit führenden Persönlichkeiten der Banken und der Industrie über den Markfkirz sind zwar noch nicht abgeschlossen, haben aber doch bereits zu einer gewissen Annäherung geführt. Der Handel mit Devisen wird, wie verlautet, aufs Schärfste beschränkt werden, vnd zwar insbesondere soweit er sich außerhalb des amtlichen Börsenverkehrs vollzieht. Bemerkenswert erscheint die Mitteilung der „Zeit", daß Strafmaßnahmen geplant sind ähnlich denen, wie sie die Tschechoslowakei und Polen verhängt haben. Es heißt auch, daß an eine Verordnung gedacht wird, wonach alle Devisengeschäfte außerhalb der amtlich festgesetzten Kurse für rechtsungültig erklärt werden. Die Bescheinigungen die zum Erwerb von Devisen berechtigen, sollen in möglichst beschränktem Umfange nur an solche Geschäftsbetriebe gegeben werden, die bereits seit längerer Zeit regelmäßig Devisen für ihre Auslandsgeschäfte bezogen haben. Zur gleichmäßigen Durchführung dieser Maßnahme will das Reich versuchen, mit den Handelskammern der Länder eine Pereinbarnng zu treffen. Die in Devisen zahlbaren Geschäfte sollen dadurch erheblich eingeschränkt werden, daß es verboten wird, die Provision für die Vermittlung von Warenlieferungen nach dem Auslande in Devisen zu zahlen. Beim Handel mit Luxusartikeln, die größtenteils von Ausländern aufgekauft werden, soll, wenn der verkaufte Gegenstand einen größeren Wert darstellt, der Kaufbetrag, ähnlich wie Exportdevisen, vom Reiche erfaßt werden. Ueber die viel erörterte Frage der Schaffung einer Devisenzentrale berichtet der Börsenkurier, daß die Forderung, diese Zentrale der Reichsbank anzugliedern, nach wie vor auf den Widerstand des Reichsbankpräsidenten Havenstein stößt, der eine solche Einrichtung aus technischen Gründen für undurchführbar hält. Bemerkenswert ist es jedenfalls, daß Herr von Haven- stem während der Dauer dieser Verhandlungen seinen Sommerurlaub angetreten hat. In der heutigen Sitzung des Zentralausschusses der R«ichsbank führte (wie in einer anderen Meldung berichtet wird) an seiner Stelle Vizepräsident von Glasenapp den Vorsitz. Der Plan, den Devisenmarkt dnrch eine neue Dollarschatzanleihe zu beeinflussen, die «r»°ntuell in ganz kleine» Stücken gegen Papier mark zu erwerben wäre, scheint noch recht strittig. Es sollen Besprechungen im Gange sein, die darauf abzielen, ausländische Mittel für eine ähnliche Transaktion aufzubringen. Die Vertreter der Großbanken sollen dabei der Regierung ihre weitgehende materielle Unterstützung zugesagt haben. Bvrlänstg keine Diskontoerhöhuvg der Reichsbank. Berlik, 21. Juni. In der heutigen Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank führte der Vizepräsident von Glasenapp den Vorsitz, da Präsident Havenstein in diesen Tagen semen Urlaub angetreten hat. Wie bereits angekündigt, wurde eine Diskonterhöhung nicht vorgeschlngen. An Gründen für eine solche Maßnahme fehlt es angesichts d«r Anspannung des Statuts der Bank nicht, indes verspricht sich das Reichsbankdirektorium sehr wenig Erfolg oon einer Diskontsteigerung, so daß es damst zögern zu sollen glaubt, Im besonderen wäre eine Entspannung bei der Reichsbank als Folge einer Diskvntstetzerung schon deshalb fraglich, weil die Bankwelt ziemlich automatisch mit >hren Zinssätzen weiter in b ! e Höhe gehen würde. Der Reichs- bankdiskoni bliebe nach wie vor der billigste Zinsfuß. Ueber den Stand der Bank wurde, wie wir hören, unter anderem mitgeteilt, daß die gesamten Girogelder auf 6,1 Billionen und der Roten-Umlauf auf 10,9 Billionen von 9,3 Billionen am 15. Juni gestiegen ist. Der Tanz der Mark. Die Schwankungen der Devisenkurse in den letzten beiden Tagen haben gezeigt, daß der Wert der deutschen Mark gegenwärtig nicht oon wirtschaftlichen, sondern von politischen und technischen Umständen beeinflußt wird. Wir dürfen indirekt daraus schließen, daß der Sturz auf 150000 und darüber sachlich nicht begründet ist. Aber es wäre trotzdem falsch, den Schluß daraus zu ziehen, als wenn amtlich viel geschehen köimte, um daran etwas zu ändern. Gewiß mögen die Bedürfnisse der Spekulation an dem Absturz beteiligt gewesen sein, aber doch wohl kaum ausschlaggebend. Die Besprechungen des Reichskanzlers mit den Führern der Banken haben ja sofort zu einer Senkung des Dollarkurses geführt: indessen dft treibende Kraft kommt doch von außen her. Es gibt kaum einen Zweifel, dak Frankreich die Hunderte von Millliarden die cs im Ruhr- gcbiet enteignet hat, dazu benützt, um durch Ankauf von Deinsen an deutschen Märkten die Mark zu drücken. Ebenso wen'g ist es zweifelhaft, daß die Polen sich systematisch daran beteiligt haben. Das Ueberraschende daran aber nur, daß bei der Mark das gewünschte Ergebnis erzielt werde, daß aber der Frank und die polnische Mark in den Strudel mit hinein- gerissen wurden. Deshalb dürften von Paris und Warschau aus schleunigste Gegenbefehle gegeben worden sein und da deshalb die Depression eintrat, konnte die Mark sich erholen. Inwieweit das von Dauer ist, müssen wir abwarten. Daß die Rcichsbank mit einer umfangreichen Ma-Kstützungsaktion eingreift, hält man in unterrichteten Kreisen für unwahrscheinlich Wir haben noch eine halbe Milliarde Gold in Händen. Sie einzusetzen würde erst dann Sinn haben, wenn die Außenpolitik einem solchen banktechnischen Versuch zu Hilfe kommt. So weit sind wir aber vorläufig noch nicht und deshalb wird di« Regierung zunächst versuche, mit anderen Mitteln wenigstens dft schlimmsten Auswüchse zu beseitigen. Der Sturz der Polenmark. Noch schlimmer als in Deutschland. Warschau, 21. Juni. Der katastrophale Sturz der Polenmark hat hier alle anderen Fragen verdrängt. Innerhalb oon zwei Wochen war der Kurs des Dollars von 50000 auf nahezu 200 000 Polemuark hinaufgeschnellt und die heutigen Zeitungen brachten alarmierende Aussätze unter der Ueber sehr ist: „Herr Premierminister retten S*e di« Polenmark!" Der Finanzminister Grabski hat den Kampf mit Mitteln begonnen, die noch girgends angewendet wurden. Er kämpfte nicht nur um die Rettung der Polenmark, sondern um fein eigenes ministerielles Schicksal. Grabski hat den Börsenhand»! in ftemden Valuten überall verboten. Allen Devisenbanken ist d-r An- und Verkauf von ftemden Devisen bedingungslos untersagt. Alle Banken Polens müssen ihren gesamten Bestand an ftemden Valuten der Darlehenskasse zur Verfügung stellen. In der Nacht fanden bereits Massen-Arreste und Revisionen in den Kontoren und Privatwohnungen von Spekulanten statt. Dabei wurden zwar 40 bekannte Mitglieder der sogenannten schwarzen Börse verhaftet, aber insgesamt nur etwa 1500 Dollar gefunden. England wartet. Es sieht im Augenblick nicht so aas, als ob der diplomatische Kampf, der gegenwärtig zwischen Paris und London aus- gefochten wird, sehr rasch zur Entscheidung kommen würde. Auf beiden Seiten wird mit großer Zurückhaltung verfahren, in der Hoffnung, daß der Gegenpartner zuerst die Nerven verlieren und umklappen wird. Deshalb ist die Ministerkrisis in Belgien wohl auch mehr als ein nebensächlicher Zwischenfall. Die Art, wie diese Krisis über Nacht avstauchte, und jetzt nicht verschwinden will, deutet doch auch stark darauf hin, daß hinter den Kulissen die englischen und französischen Einflüsse gegeneinander arbeiten, denn sonst wäre es unverständlich, weshalb Theunis nicht längst vom König wieder in Amt und Würden bestätigt wurde. Aber die Dinge liegen doch offenbar so, daß der belgische Ministerpräsident mit den Franzosen durch Dick und Dünn gehen will, während sein Außenminister Iaspar die alte belgische Politik des Ausbalanzierens zwischen England und Frankreich verfolgt, und weil nach seiner Meinung Hr. Theunis zu nah an die Franzosen herangerückt ist, und er nach London Zusagen gegeben hat, die Theunis nicht erfüllen wollte. In der b«lg. Politik selbst also liegt «in Bruch, der durch eine glatt« Bestätigung des Kabinetts nicht zv heilen ist, und wenn es den Engländern gelingen sollte, sogar die Mehrheit zu ändern, aus die eine künftige belgisch». Regierung sich stützt, so wäre das für Poincare «in harter Schlag, weil dann die Gefahr greifbar würde, daß Belgien seine Truppen zurückzieht, und Frankreich ohne jedes Feigenblatt in seiner Rolle als europäischer Friedensstörer erscheint. Aus diesen Gesichtspunkten schon ergibt sich, welche Bedeutung die belgische Ministerkrisis für die weftere Entwicklung d«s Ruhrkonfliktes hat, und daß die Form ihrer Lösung wenigstens einen Anhaltspunkt für die Verteilung der Kräfte geben kann. Mehr allerdings nicht, denn di« Engländer werden die Flinte auch dann nicht ins Korn werfen, wenn ihnen der Isvlierungsversuch mit Brüssel mißlingen sollte. Sie dürfen doch vielleicht auch für sich geltend mach»n, daß der Ausgang der innerpolitischen Aussprache in der französischen Kammer ihnen einen weiter reichenden Erfolg gebracht hat, nls Poincare selbst. Er hat zwar immer noch fast eine Zweidrittelmehrheit aber er ist doch gezwungen gewesen, mitten durch Oie Parteien einen Strich zu ziehen, und die Herriotgruvpe nach links hin in die Opposition abzudrängen. Ein Opftr, dos ihm sehr schmerzlich gewesen sein muß, weil er dadurch die Bewegungsfreiheit versiert und nach außen hin sichtbar der Gefangene des nationalen Blocks wird, für den er auch di« Wahlen machen muß. Bisher hatte Poincare es stets verstanden, über die verschiedenen Gruppen hinwegzujonglieren, ob es ihm auch diesmal gelingt, ist mehr als zweifelhaft, «r muh sich nachsagen lassen, daß er abhängig geworden ist von den Monarchisten und ihren Gefolgsleuten, deren Unterstützung er zwar abgelehnt hat, deren Stimmen aber ihm erst zu einer Mehrheit v«r- halfen: kurz, das Ergebnis der Aussprache in der ftanzösischen Kammer ist dies, daß ohne das Ruhrabenteuer Poincare nicht mehr französischer Ministerpräsident wäre: er ist durch die Ruhr gerettet, das haben ihm einige französische Zeitungen ausdrücklich bescheinigt. Jetzt hat er sich mit Hau" und Haaren dem bloc national verkauft und muß dafür zahlen. Er zahlt, indem er alles tut, was in seinen Kräften steht, um den äußeren Konflikt zu schüren. Wir haben wiederhol auf die Zuspitzung im Osten hingewiesen, wo Polen sich aftschickt, die Rolle des französischen Kettenhundes zu übernehmen, und die neuesten Beiordnungen der französischen Genera lität an der Ruhr verfolgen doch offensichtlich auch nur das eine Ziel, die deutsche Bevölkerung zur Verzweiflung zu bringen, um irgend einen Grund zu haben, der die Kriegsmaschine in Bewegung setzt. England aber wartet. Es wartet daranf, bis die belgische Ministerkrisis geordnet ist, es waftet darauf, bis Poincare den ihm sichtlich peinlichen Fragebogen Lord Eurzons beantwortet hat. und wird weiter warten in der Hoffnung, daß einmal der Augenblick kommen muß, wo der Rationalismus Poincares sich überschlägt. Vielleicht ist England nicht stark genug, eine andere Politik zu verfolgen, vielleicht wird es auch auf diesem Wege am Ende doch vor der ftanzösischen Halsstarrigkeit zusammenklappen, weil es gegen die Bombengeschwader an der Kanalküste keine Abwehr kennt. Aber rite die Dinge liegen, ist England der einzige Spielteilnehmer, von dem Deutschland etwas zu erwarten hat. Wir sind alle darauf angewiesen, den Erfolg dieser englischen Taktik möglichst zu unterstützen. Das kann von unserer Seite nur geschehen, indem wir Unbesonnenheiten im Innern vermeiden und uns durch die Entwertung der Mark samt ihren wirtschaftlichen Folgen nicht nervös machen lasse». Poincare arbeitet offensichtlich darauf hin, indem er mit Hilfe der uns gestohlenen Milliarden den Dollar auf 200000 und noch höher treibt, die innere Front Deutschlands zu unterhöhlcn und uns in Unruhen hineinzutreiben, unter denen die Einheit des Deutschen Reiches zerspringt, so daß ihm dann der Rhein als leichte Beute zufällt. Aber gerade weil er das will, gibt es für uns darauf nur die eine Antwort, daß wir auch den bitteren Kelch der Entbehrungen, der uns durch die Entwertung der Mark aufgezwungen ist, bis zum Bodensatz leeren, ohne der Berzweisiung anheim zu fallen. Baldwin will die Ruhrfrage lösen. London, 20. Funi. Nach dem „Daily Expreß" gab Balb- wjn vor Vertretern der Arbeiterpartei dir Erklärung ab, daß die Regelung der Ruhrftage von grundlegender Wichtigkeit für Europa sei. Er werde dazu alles tun, da die Lage im Ruhrgebjet für England nachteilig sei. — Nach dem Parlamentsberichterstatter des „Daily Expreß" ist für beute ein Kabi- nettsmt einbemfen worden. Es verlautet, daß die Reparattons- ftage weiter erörtert werden soll. Es sei jedoch klar, daß nach Ansicht der Regierung der Augenblick noch nicht gekommen sei, wo eine offizielle Erklärung bezüglich der britischen Polttik in vorteilhafter Weis« abgegeben werden könne. Paris, 20. Juni. Ein Londoner Mitarbeiter der „Ere Rou- velle" glaubt die künftige Politik des Kabinetts Baldwin in fotzenden zwei Leitsätzen zusvmmenfassen zu können: 1. Keine englische Regierung könne die Dorschläge Poincares über di« Besetzung des Ruhrgebietes gutheitzen. Eine Billigung der Ruhrpolittk oder eine Demarchc bei der deutschen Regierung, um bei ihr die Einstellung des passiven Widerstandes durchzusetzen, sei glatt unmöglich. Biel wahrscheinlicher sei es, daß die englische Regierung als Preis einer Verständigung die Rückkehr zur unsichtbaren Besetzung fordern werde. 2. Baldwin werde alles Erdenkliche zu einer Verständigung tun und zu großen Opfern bereit fein. Aber wenn die Politik Poincares oder seines Nachfolgers dab»i bleibe, stehe es fest. Saß binnen kurzem die Außenpolitik Englands sich neu orientieren werde. Zur Unterstützung dieser Auffassung führt d»r Berichterstatter an: 1. daß man in englischen Handels- und Indnstriekreiftn die Wiederherstellung der europäischen Märkte für unerläßlich halte, 2. daß im Unterhaus die Mehrheit der Konservativen und die gesamt« Opposition «inmüttz die Ruhrpolitik verurteilen, 3. wenn dem Berständigungsversuch Baldw'ns der Ersatz versagt bleibe, werde es zu keinem weiteren Schritt im Sinne der Aussöhnung kommen. Gegen ihren Willen werde die englische Regierung gezwungen sein, sich eine Doppelpolitik zu eigen zu machen, um ihr lebenswichtiges Ziel, die Festlandsmärkte wieder herzustellen, zu verwirklichen. Die Politik Pom- cares, gerade herausgesagt, stehe in direktem Gegensatz zu den lebenswichtigen Interessen Englands. In diesem Punkte se^. de englische öffentliche Meinung nahezu eintz. Bon dieser Tatsache leg« man sich in Frankreich nicht gen'tzend Rechenschaft ab, und die große Presse hüte sich wohl, sie aufzudecken. Die öffentliche Meinung Englands würde stat" einem jener wertlosen Kompromisse aus der Zeit Lloyd Georges selbst den Bruch vorziehen. M« neu; Leimrute. Berlin. 21. Juni. Rach dem diplomatischen Berichterstatter des „Daily Telegraph" konnte sich das britische Kabinett wegen der durch die Ministerkrise in Belgien hervorgerusenen Verzögerung in der Absendung der französischen bezw. französisch- betzischen Antwort nach London gestern nicht mehr mit der Ruhr- und Reparationsftage befassen. Der Berichterstatter erklärt. wenn gemeldet werde, daß Poincare seinen bisherigem Standpunkt in verschiedenen ?ur Erörterung stehenden Fragen aufgegeben habe, so sei dies in gefährlicher Weise irreführend. Bisher sei kein Beweis dafift vorhanden, daß die französische Regierung nach Einstellung de^ passiven Widerstandes fettens der deutschen Regierung bereit sein würde, die Ruhrbesetzung bis zu einem gewissen Grade unsichtbar zu machen und sofort die unmittelbar« Kontrolle der Eisenbahnen, Bergwerke und anderen Einnahmequellen zu mildern. Die vorhandenen Beweise scheinen im Gegenteil entgegengesetzter Art zu sei» und die entsprechenden Antworten Belgiers und Frankreichs wichen sehr von einander ab. (Einstellung des passiven Widerstandes, Bezahlung der fteiwillig anerkannten Schulden und Verlust des Reichsgebiets. So ähnlich. D Schriftl.) Erst nach Deutschlands Zusammenbruch! Parts, 20. Iutzti. Kurz vor Uebergabe t er französischen Antwort an das Forctzn Office hält Pertinax Nn „Echo de Paris" den Augenblick für gekommen, noch einmal kurz den französischen Standpunkt zu umschreiben: „Wir betrachten die Aufhebungen d«!r Verordnungen und Beschlüsse, die das Berliner Rr. 72. Jahrgang 1923. Kattnett seit dem 11. 2,'nuar an seine Beamten im Ruhrgebiet richtete, als befriedigend. Indessen darf diese Aufhebung nicht rein formell vor sich gehen und die Haltung der deutschen Beamten muß sich auf l en beiden Rheinufern von Grund aus ändern. Nach unserer Auffassung kommt der Absetzung des Finanz-Budgets (Bersorgurtz der Industrie mit Krediten. Auszahlung von Löhnen an die Streikenden) «ine graste Bedeutung zu. dem nur auf diese Weise konnte Deutschland uns Widerstand lüsten, wobei es allerdings gleichseitig seinen Zusammenbruch vorbereitete. Es liegt auf d«r Hand, daß der Verzicht auf diese Finanzpolitik schon an und für sich sämtliche Barmten und Arbeiter unter unsei e Aufsicht stellen wird." Im Hinblick auf den zweiten Pw'kt des englischen Fragebogens, der auf die Umwandlung der Richrbesetzung Bezug nimmt, erklärt Pertinax, „man müsse ein Mißverständnis, das auf der anderen Sette des Kanals vorherrscht, von Grund aus beseitigen." Er erklärt: „Wir werden unsere augenblicklichen Beschlüsse nur nach Maßgabe der jeweils zugunsten der Reparationskasse vorgenommenen Zahlungen abändern. Zudem werden wir uns an Hand der seit dem 11. Januar erworbenen Kenntnisse sehr wohl hüten die notwendigen Druckmittel aus der Hand zu geben. Vielmehr müssen wir zu jeder Zeit auf fl« zurückgreifen können." Am Ende sei'ner Ausführungen kommt Pertinax zu der Feststellung, daß die Finanzpolitik er in London sich erst dam mit der Ruhrpvlitik rbfinden werden, sobald der deutsche Zusammenbruch e-ugetreten sei. Dentschr Vorbedingungen. Sanidou, 20. Juni. Die „Westminster Gazette" veröffentlicht eine Unterredung ihres diplomatischen Berichterstatters mit einem sehr gut unterrichteten Diplomaten über di« Möglichkeit ttn« Lösung des RuhrkonsMts. Nachdem der Diplomat erklärt hätte, daß küne deutsche Regierung imstande fein werde, ohne wüteres das Ende des passiven Widerstandes anzuordnen, entwickelte er die fotzenden Bedingungen für «ine Beendigung des Ruhrkonfliktes: 1. Frankreich muß seine Truppen zurückziehen. 2. Eingriffe in die deutsche Industrie und den Betrieb der Eism- bahnen müssen aufhören. 3. Es mutz eine vollständige Amnestie für alle Gefangenen gewährt werden und den Ausgewiesenen mach gestattet werben, ins Ruhrgebiet zurückkehren zu können. Der deutsche Diplomat fetzte auseinander, daß für ein« kurze ILebevgangspeüvd« es denkbar fei, daß einer interalliierten Kon- Iroll-Kommisfion die nur von wenigen Truppen begleitet sei, lm Ruhrgebiet di« Überwachung der Sachlieferungen übertragen werde. Für «ine Urbergangsmaßnahme dieser Art müsse aber ausdrücklich «ine Zeitgrenze gefetzt werden. Ja, wenn auch der Franken fällt! Parts, 20. Juni. Der Pariser Berichterstatter der „Times" schreibt, man wünsche in Paris den Zeitpunkt der Zusammenkunft zwischen Poincar« und Baldwm schnell herbeizuführen, Man sei der Ansicht, daß alles befestigt werden müsse, was die Herstellung eines Einvernehmens mit Großbrstannien verzögere. Der französische Franken falle. In den Bankkreisen sei stets angenommen worden, daß die Franzosen wohl in der Lag« wären, den Franken bis Mitte Juli vor Schwankungen zu bewahren, dah er aber nach »res« Zeit außer Kontrolle geraten würde, wenn seine Regelung in Aussicht stehe. Das Fallen des Franken in den letzten Tagen scheine darauf h'nzuweisen, daß dieser kritische Augenblick vielleicht ftüher komme« werde als erwartet. Wester sei es klar geworden, daß was sich auch immer in Belgien ereigne, die ftanzösische Regierung nicht länger auf dir vorbehaltlose Unterstützung Belgiens rechnen könne. Die Ruhrpvlitik, wie sie sich seither entwickelte. wurde von den betzischen Ministern niemals in Aussicht genommen. Es fei nach dieser Ansicht wesentlich, daß irgend welche Ergebnisse gezeittzt würden. Die belgische Forderung kömre in Frankreich nicht unberücksichtigt gelassen werden. Nichts Hab« die Franzosen seit dem Waffenstillstände so sehr berührt, wie die Möglichkeft einer Absonderung Belgiens, Ein weiterer wichtiger Fasttor sei das wachsende Gefühl in Frankreich, daß ein neuer Bruch mit Großbritannien nicht wieder gutgcmacht werden könnte. Der Völkerbund am Pranger. Worte der Anklage. Bern, 19. Juni. Im Nationalrat hat gelegentlich der Debatte über den Geschäftsbericht des Bundesrat-s für 1922 der katholisch-konservative Abgeordnete Müller-Luzern auch die Tä- ttzkeit der schweizerischen Delegation im Völkerbund zur Sprache gebracht. Er führte dabei unter anderem aus: Schicksalswende. Roman von A. Kling er. g7) Nachdruck verböte». Vielleicht konnte sie den Kommerzienrat bitten, zu schweigen und st« nicht zu verraten. Er würde ihren Wunsch doch wohl erfüllen. St« zog sich eiltz um, rückte voll Hist ihre Frisur zurecht und schlich auf den Flur hinaus. Das gesamte Hauspersonal saß in de- Gesindestube beim Frühstück. Auch der Portier. Im Treppenhause war Totenstille. Wenn Mahnert jetzt oorgefahren kam, dann konnte sie settrst die Haustür öffnen und ihn in den Garten geleiten, ehe der Portier es wußte. Dann war schon alles gewonnen. Sie stand wie auf Kohlen. Ihr Atem flog, ihr Gesicht brannte. Wenn ihr« Gedanken doch di« Macht besäßen, den Kommerzienrat herbeizuzaubern, wenn doch ein guter Stern ihn noch zur rechten Zeit herdeiführtel Dann empfing sie ihn allein und führt« ihn in den Garten. Ge würde sich ihm anvertrauen und um sein Schweigen bitten. Sie wußte im voraus, daß sie keine Fehlbitte tun würde. Sie war so von ihren Wünschen und Befürchtungen in Anspruch genommen, daß sie um ein Haar die günstige Gelegenheit versäumt hätte. Der Kommerzienrat kam nämlich gar nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß, und er hob schon di« Hand am den Glocken, zug in Bewegung zu setzen. Da bemerkt« Almida im letzten Moment noch durch die von außen mit ei rem kunstvollen Gitter der Eisensrtzniedekunst versicherten Glasfenster der Haustür sein« wuchtige, ihr so wohlbekannt« Gestalt. Sie flog förmlich zu Tür und riß sie auf. Doch sie prallt« zurück und gab alles, alles verloren. Die furcht/ur« Erregung strich die wundervoll« Farbe von ihren Wangen, sie sah plötzlich bleich und echauffiert aus. Neben brm Kommerzienrat stand Rechtsanwalt Mertens der Freund der Weixdorfs . Der Landbote * Sinsheim« Zeitung. Das Volk hat in den letzten Jahren so großes Interesse an der internationalen Politik gewonnen, daß ivir keine Dozel- strauß-Politik mehr treiben können und dürfen. Ich erinnere an die Zustäube im Ruhrgebiet, wo Urteile gesprochen werden, di« an vergangene Zeiten Ler Barberei «rinn»«, Urteile, die uns erheben machen. Man mutet uus heute zu, zu schweigen,- man war früher bei uns gerade in den ersten Jahren der Eidgenossenschaft, nicht so rücksichtsvoll und man schwieg nicht als sich Ungerechtigkeiten zeigten. Heute scheint das Rechtsgefühl eingeschlafen zu sein. Der Völkerbund handelt nach dem Wort im Gleichnis vom barmherzigen Samariter: „Er sah ihn und ging vorüber." Bis jetzt ist der Völkerbund nicht gegen die Gewalttätigkeiten eines seiner Mitglieder vorgegangm, man darf nicht einmal davon sprechen. Das hat in unserem Bolke ttttere« U«mut geweckt, darum verwirft es, was von Bern kommt, weil es sich von de» Bunbeisvätern nicht ein zweitesmal anlügen lassen will. Man hat das Volk getäuscht mit Ausgaben, die viel höher find, als man sagte. Wie in Norwegen, wird auch in der Schweiz eine Initiative für den Austritt aus dem Völkerbund kommen, wenn er weiterhin die Problems, die schreiend nach seinem Eingreifen verlangen, unbeachtet läßt. Di« Gegner des Völkerbundes haben diese Entwicklung vorausgesehen und alle ihre Befürchtungen haben sich leider erfüllt. Die Vertreter der Schweiz brauchen im Völkerbund nicht der Hansdampf in allen Gassen zu sein. Mit Freuden erkennen wir die Tättzkeit des Bundesrates Motta an und wir könnten nicht zugeben, daß er in unserer Völkerbundsdelegation ersetzt werden soll. Wir wollen im Völkerbunde tun, was wir können, Erweist sich dabei die Arbeit als unnütz, st» wolle« wir li'ber austretxn. Ruhr-Eindrücke eines amerikanischen Kongretzmitglieds. Das einztze deutsch sprechende Mitglied des Kongresses der Der. Staaten ist Herr Berger, ein Zeitungsmann aus Milwaukee, zugleich der einzige Vertreter, den die amerikanischen Sozialisten bei de» letzten Wahle» noch durchgebracht haben. Er ist deutscher Abstammung und offensichtlich nrit den Theoretikern unseres deutschen Sozialismus besonders vertraut. Herr Berger hat sich an der Spitze seiner Partei, zu deren Mitbegründern drüben «r gehört, dem Eintritt der Per. Staaten in den Krieg so stark wioersetzt, daß er zu schweren Strafen ver- urteilt wurde. Nun hat er vom Hamburger Internationalen Kongreß aus «in« längere Reise durch Deutschland gemacht, um auf Grund etzenen Sehens urteilen zu können, Dabei ist er von der Ruhr her, wo er sich länger pufgehalten hat, nach Stuttgart gekommen — seine Gemahlin stammt aus Württemberg — und hat hier auch mit Vertretern der Stuttgatter Presse, darunter auch des Schwäbischen Merkur, Fühlung genvm- men, und ihnen von seinen Eindrücken erzählt. In hohen Worten rühmt« er die Ruhe und die Intelltzenz der deutschen Arbeiter und ihrer Führer im Rubrgebiet. Sogar die Kommunisten, die er gesprochen, seien willens, sich gegen d'e Franzosen bis zum Ende zu wehren, schon weil sie damit nach, ihrer Meinung für die Arbeiter der ganzen Welt das v«r- teidtzen, was die deutschen Arbeiter in 5 Jahren gewonnen haben. Was im Ausland« über „die Krupps" alles erzählt werde, habe er an Ort und Stelle als Lügen erkannt. Es fei ganz unmöglich, daß dort noch Kanonen gemacht werden. Es fei Pflicht des ganzen deutschen Bürgertums, geschlossen hinter die Ruhrarbeiter p trete«, und wenn man an sie ein paar Jahre einen besondere» „Zehnten" abführe» müßte. Es wäre ein Beispiel für die ganze Welt, wenn sie hier zum erstenmal die Macht eines Volkes damit durchsetzte, mit verschränkten Armen Widerstand zu leisten. Die schärfsten Worte wählte der lebhafte amirikauische P»litiker, um die Haltung Frankreichs zu brandmarken, schon im Versailler Vertrag und der Kriegsschuldstage (der Teufel selbst, meinte «r, hätte den Krieg nicht mehr verhindern können), besonders aber in seiner Ruhrpolitik, die brutal und geradezu antizivilifatorisch sei. Hr Bergers Beweggründe für seine Haltung im Krieg seien internationalen Gedankengängen entsprungen, an der Ruhrpolitik sei seine Geiinnung erst „prodeutsch" geworden, Frankreich wollr uns zertrümmern, und wir haben ein« „schafsmäßige Geduld", Bon der amerikanische» Plutokratie habe Deutschland steilich n'chts zu hoffen, solange nicht englisch« Interessen in Frage Kammer-, Herr Berger will anregen, daß uns Rohmaterialien und Lebensmittel im Wert van 1000 Millionen Dollars gegen gute Sichemng und Verzinsung von Amerika geboten werden, die uns herausreißen Der Rat begrüßte Almida aufs herzlichste. „Welch eine unverhoffte Freude, mein gnädiges Fräulein! Also hier sehen wir uns wieder. Ich habe es tief beklagt, daß der Herr Papa, den ich sehr hoch schätzte, unr so plötzlich entrissen wurde." Almida hatte sich gefaßt. Es kam ihr wieder zum Bewußtsein, was hier auf dem Spiele stmd. Sie bewillkommnet« den Rat mst warmen Worten und reichte Mertens die Hand. „Es liegt viel Trauriges und Schmerzliches hinter mir, Herr Rat, aber davon wollen wir jetzt nicht sprechen. Darf ich Sie nach den Treibhäusern füh-en? Da Sie ein Liebhaber von Azaleen sind, werden Sie Ihre Helle Freude haben. Herr Wengdorf kultiviert die herrlichsten r-nd seltensten Exemplare, und alle prangen jetzt im prachtvollsten Blütenschmuck." „Die Königin der Blumen das sind Sie selbst, mein gnädiges Fräulein!" rief der Rat pathetisch, „aber darf ich Ihre große Liebenswürdigkeit auch annehmen, ohne Herrn Wengdorfs Unwillen zu erregen, weicher das Töchtcrchen des verstorbenen Geschäftsfreundes doch sicher wie eine Prinzessin hütet?" Eine Blutwelle trieb in Almidas Gesicht. Ibr mochte zumute sein, wie einem armen Bogel, der sich rettuuglos in einer Schlinge verstrickt hat. Aber sie war zu sehr Dame, um sich von ihrer Erregung soweit beherrschen zu lassen, daß man ihr dieselbe anmerkte. Sir sagte.- „Darf ich die Herren bekannt machen?" und stellte vor. Und Mertens bat, sich anschließen zu dürfen. „Aber bitte, Herr Doktor, selbstverständlich," rntgegnete der freundliche Kommerzienrat. Dabei sah er Almida an, ob auch ihr die Begleitung des Rechtsanwalts genehm ser. Ein wehes, bitteres Lächeln zuckte um ihre Lippen. Was würde der mächtig« Börsenstirst sagen, wenn er erst erfuhr, daß sie hier in einer abhängigen, bezahlten Stellung lebte. Doch ohne Zwischenfall waren sie in den Garten gelangt. Der Kommerzienrat erschöpfte sich in Liebens-vürdigkeiten. Mertens schritt still daneben. Freitag, den 22. Juni 1923. würden. Die Vorbedingung für jede Hilfe sieht steilich auch er darin, daß das Ruhrgebi't wieder frei ist. * Es ist von höchstem Wert, wenn ausländisch« Politiker so persönlich sich von unserer Lag« überzeugen. Umsomehr, da im Ausland, wie es Herr Berger auch» von Amerika bezeugt«, deutsche Nachricht«» kaum durchkommnn. Alles, selbst die amtlichen Kundgebungen, selbst die Reden des Reichskanzlers .gehen durch die englische und französische Filter. Wir sind in Amerika nach seinem Zeugnis dir Hunnen, und es wird Generationen dauern, bis dieses Urteil sich wandelt. Möge sein Wirken drüben wenigstens etwas die Blockade drr feindlichen Propaganda brechen! Deutschland dankt es jedem, der sich die Mühe nimmt, selber zu sehen. Franzosen im unbesetzten Mannheimer Gebiet. Angriffe ans Passanten. — Gegenseitige Beschießung von Soldaten und Polizeibeamte». Ueber schwere Hebelgriff« französischer Soldaten im unbesetzten Gebiet von Mannheim wird dem Wolffbüro von der Polizeidirektion mitg«teilt: „Am Morgen den 21. Juni 1923 zwischen 1 und 2 Uhr hielten sich französische Soldaten in den Häusernischen bei H 7, 30, also im unbesetzten Gebiet, auf und überfielen unter Vorhalten ihrer Revolver mit dem Ruf: „Hände hoch!" die Vorübergehenden und durchsuchten sie. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, wurde hierbei einer Frauens- person unter die Röcke gegriffen und ihr sowie einem jungen Kaufmann das Geld abgenammen. Einem Zivilisten wurde der Kragen und die Kravatt« heruntergerissen. Dem patroullierenden Polizeibeamten wurde von der überfallenen Frauensperson Anzeige erstattet, worauf sich eine Polizeistreife nach dem Tatort begab. Die Franzosen hntten sich in der Zwischenzeit nach dem Luisenring verzogen, hielle« sich jedoch noch in unbesetztem Gebiet auf. Die Polizeisteamten verwiesen einen Franzosen ins besetzte Gebiet. Dieser zog sofort sein'» Revolver und bedrohte den ihn zur Rede stellenden Beamten. Ein zweiter Franzose gab auf der Flucht «inen Schutz auf die Polizei- bcamten ab. Daraufhin schoß nuch der erste Franzose im Zurückgehen. Als die Pvlizeibeamten, nachdem die Franzosen sich ins besetzte Gebiet zurückgezogen batten, nach der Wache zurückgehen wollten, «öffnet«» di« Franzosen «in regelrechtes Schützeu- feuer auf dse deutschen Beamten. Das Feuer wurde von diesen erwidert. Ein Polizeil^eamter wurde durch einen Querschläger getroffen. Nach dem Pirfall patroullierten die Franzosen dis an die Quadrate D, E, F und G 6, rlfo weit ins unbesetzte Gelnet. Die Untersuchung des Vorfalls ist im Gang. Di« Rrmfion im Falls Goerges verworfen. Düsseldorf, 21. Juni. Dar ftanzösische Oberkriegsgericht tn Düsseldorf hat heut« die Revision gegen das vom Mainzer Kriegsgericht gefällte Todesurteil gegen Landwirtfchastslehrer Goerges verworfen und das Trdesurtrtl bestätigt. Zwei belgische Pasten «schossen. Recklinghausen. 21. Iunl. An der Lippebrücke bei Marl nördlich von Recklinghausen, bi« im Norden des Einbruchs- gebiets den Uebergang zum unbesetzten Deutschland bildet, sind heute vormittag von unbekannten Tätern zwei belgische Wachtposten «schossen und ein belgischer Posten durch Schüsse schwer verletzt worden. Die Besatzungstruppen haben die Umgebung der Brücke streng abgesperrt, die Straßenbahn einer strengen Kontrolle unterzogen und Telephongespräche in dem Gebiet verboten. Infolgedessen sind Einzelheiten nicht zu erfahren. Achttägige Verkeihrssperre Wer Pirmasens. Pirmasens, 21. Juni. Die ftanzösische Besatznngsbehörde hat über die Stadt Pirmasens eine achttägige Drrkehrssperre von stbends 9 Uhr bis morgens 5 Uhr verhängt, weil auf üer Strecke Bibermühle-Pirmasens ang-blich Stein« auf die Eisenbahnschienen gelegt worden sind. Ausgenommen von der Verordnung sind lediglich Aerzte und Hebammen. Die wirkliche Ursache. Köln, 19. Juni. Der Berichterstatter der Times gibt di« Ansicht wieder, daß die Franzosen in lrtzter Zeit dämm so sehr auf die Wegnahm« von Eisenbahn»« terial und di« Besetzung neuer Linien aus sind, weil die Regie da'- von ihnen be- schlagnahmtc Mat«cal bereits so hernntergewirtschastet hat, daß sie sich nach neuem umsehnn müssen. Die Seitenglrise der Regiestrecken sind überfüllt mit invaliden Wagen und Loko- rnotiven. Gleichzeitig hört der Berichterstatter von zuverlässiger französisch« Seite, daß die Regi« den Franzosen ungeheure Geldsummen kostet. Dasselbe gelte vsn dem Zolldienst, dessen Einkünfte nicht einmal hinreichen, um die Gehälter der Angestellten des Emser Ausfuhramtes zu bezahlen. Eine Rede des Reichspräsidenten. Ihr, deutsche Irgend, selb die Zukunft. Weimar, 20. Juni. Zu Ehren des Reichspräsidenten fand gestern nachmittag «in Empiang statt, an dem die Mitglieder der Landesregiemng und lies Landtagspräsidiums die Führ« der Fraktionen des Limdtags, die Dorsitzenden der Wirtschafts- und Berufsverbände di« Spitzen der Behörden, der Borstand des deutschen Schillerbundes, Staatssekretär Schulz vom Reichsministerium des Innern u. a. teilnahmen. Abends besuchte der Reichspräsident die Eröffnungsvorstellung der unt« Leitung des Generallntendr nten Hardt vom Deutschen Schrü«r- b«nb für die deutsche Jugend im Nationaltheater veranstalteten nationalen Spiel«, zu denen Abordnungen vieler SrltzUen aus dem ganzen Reiche, insbesondere auch aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet hier eingetroffen find. Namens des Deutschen Schillerbundes h'eß Professor Dr. Scheidemandel den Reichspräsidenten herzlich willkommen. Der Reichspräsident erwiderte mit Worten des Dankes und der Begrüßung an die deutsche Jugend. Mit besonderer Herzlichkeit begrüßt« ->.r di« Vertreter der Jugend, aus dem Rheinland und dem Rrhrgebiet, die hl«r am stischen Quell deutschen Geistes und deutsche" Kultur neue Stärkung finden möge zum tapferen Aushalten in all der weiteren Drangsal unserer Gegner. Er schloß mit den Worten: Ihr, deutsch: Jugend seid dir Hoffmmg, seid die Zukunft unseres Daterla-ues. um derentwillen wir im duldenden Ausharren dir schwere Last d« Gegenwart tragen. Ibr sollt und ihr werdet wird« lichtere, Tage sehen. Seid abe' stets eingedenk, daß auch ihr Pflichten habt gegen euer Paterland und euer Polk, fühlt auch mit Hingabe und mit Liebe als Glieder der deutschen Bolksgemem- fchast: lebt nicht allein dem Staat der deutschen Vergangenheit, sondern wirkt mit an den Aufgaben der Gegenwart. Steht in gegenseitigem Verständnis, in Einigkeit zusammen, die allein uns stark machen kann. Habt Freude am L«nen und an der Arbeit. Nehmt von dieser Stätte, wo di« Großen sin Reiche des Geistes Unsterbliches stlwfen. Begeisterung mit für alles Gute. Nr. 72. Jahrgang 1923. Der Landbor« * Sinsheimer Zeitung. Freitag, den 22. Juni 1923. Edle und Schöne. Dann werdet Ihr, unsere Jugend, ernst tüchtige pflichttreue Bürger im deutschen Volke werden und auf sicherem Boden stehen, in einem Vaterland« leben, das wieder gleichberechtigt und kraftvoll in der Reihe der Völker wirkt. In diesem Wunsche wollen wir zusammen rufen: Deutschland, unser in aller Not uns doppelt teures Vaterland, es leb« hoch!" Die das Nationaltteater bis auf den letzten Platz füllende Jugend nahm das Hoch begeistert auf und ließ es in das Deutschlandlied ausklingen. Die Ausgewiesenen-Fürforge. Pflicht -er Gemeinde». B«rl>n, 20. Juni. Der Reichspräsident bat über Die vorläufige Unterbringung Ausgewiesener folgende Verordnung erlassen: „Die Franzosen und Belgier fahren täglich fort, aufrechte deutsche Männer mit Frauen und Kindern aus dem besetzten deutschen Gebiet zu vertreiben, weil sie sich weigern, die vertragswidrige Ausbeutung des Rheinlandes und des Ruhrgebietes durch die ftanzösisch-belgischen Organe zu unterstützen. Die Zahl der seit dem Ruhreinbruch aus dem besetzten Gebiet Ausgewiesenen beläuft sich schon jetzt auf üb« 30 WM) und täglich kommen Hunderte dazu. Es ist Ehrenpflicht des gesamten deutschen Volkes für «in« rngemesfenr Unterkunft der Vertriebenen W sorgen. Schon bisher bemühten sich in allen Teilen Deutsch lands Behörden. Vereine, und Private i-r anerkennenswener Hilfsbereitschaft erfolgreich um die Unterbringung." Der Reichspräsident hat nunmehr «ine auf Artikel 48 der Reichsverfassung gestützte Verordnung vom 14. Juni erlassen, durch die die vorläufige Unterbringung der Ausgewiesener auf eine gesetzliche Grundlage gestellt wird. In der Verordnung wird di« Pflich znr Unterbringung der Verdrängten den Gemeinde« auferlegt. Diese haben alle Vorkehrung«» für dir Unterbringung zu treffen und können ihrerseits für die Zwecke der Unterbringung Räume jeder Art beanspruchen. Ausgewiesene mit Familien sollen womöglich in Kitt- und Badeorten oder auf dem Lande untergebrach werden. Die Verteilung der Nusgewiesenen auf die Gemeinden erfolgt auf Antrag der Fürsorgeorgane durch die örtlichen Verwaltungsbehörden. Wünsch der Ausgewiesenen werden hierbei nach Möglichkeit berücksichtigt. In Orten, wo eine Verpflegung zu angemessene» Preisen nicht erhältlich ist, können die Verwaltungsbehörden den Gemeinden auch die Verpflichtung auferlegen, die Verpflegung der Angewiesenen sicher- zustellen. Die Gemeinden können nötigenfalls von Dritten entsprechende Leistungen anfordern. Die Verordnung regelt noch die Frage der Vergütung für die gewährten Leistungen und sonstigen Einzelheiten und hebt ferner nachdrücklich chrvor, daß die B Stimmung des Artikels 5 des Notgesetzes vom 24. Februar, wonach Ausgewiesen« auf Wohnungszuteilung vor aller übrigen Personen Anspruch haben, aufrecht erhalten wird. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Was hat die Ruhrhilfe geleistet? Mit dem 1. Juni trat ein« Vereinheitlichmg des Sammelwerkes zur Unterstützung der im alt- und neubesetzten Gebiet notleidenden Volksgenossen ein. Die „Ruhrhilfe", die ein Hilss- werk der gesamten Wirtschaft, der Arbeitgeber wir der Arbeitnehmer darstellt, ist mit dem 1. Juni in das Deutsche Bolks- opfer (Ruhr und Rhein) übergegangen. Dadurch ist sowohl di« Einheitlichkeit des Sammelwerkes selbst wie auch der so dringend notwendigen Unterstützungsaktion erreicht. Alle Spenden werden künftig dem Deutschen Bolksopfer zufließen. Die Ruhrhilfe hat bisher in weitestem Maße zur Finanzierung der Kinderfiirforge brigetragen, besonders zur Unterbringung leidender Kinder aus dem besetzten Gebiet in Heimen und ans dem Lande. Daneben geschah Vieles zur Erleichterung des Lofts der Inhaftierten. Größere Summen wurden zur Unterstützung not- leidender Kriegsbeschädigter, zur direkten Unterstützung von Wohlfahrtsheimen usw. verwandt. Außerdem wurden bedeutende Beträge zur Versorgung der Arbeitslosen, Kurzarbeiter und kinderreich« Familien mit Kartoffeln verausgabt. Beim Ueber- gang der „Ruhrhilfe" in das „Deutsche Bolksopfer" verbleibt ein bedeutender Fonds zur Dispositin des bisherigen paritätischen Dorstanles der „Ruhrhilfe". Dieser gegen die Geldentwertung gesicherte Fonds soll ein Rückhalt für die zu erwartende allergrößte Not irn besetzten Gebiete sein und wird im gegebenen Augenblick den von den Spendern gewollten Zwecken zugeführt. Ader nach wie vor sind gewaltig« Summe« notwendig, um den Opfern im besetzten Gebiet beizustehen. Mehr als je müssen sich alle bewußt sein, daß die Sammeltätigkeit nicht erlahmen darf. Darum gebt, twtz aller bisherigen Opfern, gebt reichlich! . Dersechsfachung der Ziranzsanltthe. Berlin, 20. Juni. Die Aussch'ßbefprechung über die Neuregelung der Bwtversorgung hat dazu geführt, daß d'« Regierung nunmehr eine neu« Gesetzesvorlage '.inbringt, nach der e'ne Dersechsfachung der Zwangsanleihe zum Zwecke der Brotverbilligung vorgenommen wird. Die einzuzahlende Summe soll vom 1. Juli wertbeständig gewacht werde», im Falle weiterer Geldentwertung also entsprechend «chöht werden. Die erste Einzahlung ist jedoch erst am 1. August zu leisten, die zweite Rate im Dezember d. I. Man hofft, auf diese Weise etwa 1800 Milliarden Mark hereinzubekommen. Diese Summe würde genügen, um bei einem Getreii epreis von 120 000 Mark für den Zentner eine Reserve schaff'« zu können. Da der Regierungsantrag von der Sozialdemokratie und dem Zentrum unterstützt wird, ist so gut wie sicher, daß das Gesetz in der neuen Fassung ange- rwmmen werden wird. Der Ausbruch des Aetna. Vernichtete Ortschaften. Rom, 20. Juni. Das Unglück auf Sizilien, das der Ausbmch Des Aetna herausbeschworen hat, nimmt unaufhaltsam seinen Lauf. Nach den letzten Meldungen ist die Stadt Castigliona vollkommen verschwunden und die Lavamassen sind über sie hinweg vorgedrungen. Die Aetnabahn ist an vielen Stellen unterbrochen und die Hauptchaussee von der Lava überschwemmt. Die Eisenbahnstationen und die Ortschaften Eatena und Cero sind von der Lavamaffe überdeckt und vernichtet worden. Auch aus dem Hauptkrater des Aetna ist jetzt eine gesteigerte Rauchentwicklung zu bemerken. Der schwarzgraue Aschenregen fliegt weithin bis Taormina. Die Luft ist erstickend und nicht zu atmen. Die Bevölkerung von Lingua-Glossa hat den Ort nunmehr vollständig geräumt. Der sich herabwälzende Lavastrom ist 700 Meter breit, die Höhe beträgt 8 Meter, an ein- zelnen Stellen erreichte die Laoamafle sogar die Höhe von 20 Metern. Weithin hört man das Krachen, das die Fenerwalze verursacht, wenn sie sich über die Felder und Pflanzungen ergießt. Mit dem unabwendbaren Unglück steigert sich der religiöse Fanatismus der Menge, die in endlosen Prozeflionen hinter Heiligenbildern Litaneien betend die Landstriche durchzieht. Gleichzeittg mit den vulkanischen Ereignissen aus Sizilien meldet man aus ganz Italien atmosphärische Unglücksfälle. In Romagna hat eine Wasserhose zwei Fischerbarken in die Luft geschleudert und zerschellt. Aus den Appeninen werden Echneestürme gemeldet. Baden. Me Notgemeinschaft in Bade». pa Die am 9. November 192? gegründete Deutsche Notgemeinschaft in Baden hat im Laufe des Winters ihre Tätigkeit der Sammlung und Verteilung von Geldmitteln durchgeführt. Die Sammlungen haben teils in der Zeichnung von Geldmitteln, teils in der Zuwendung von Lebensmitteln aller Art, teils in der Leistung von Uebe "stunden oder Verzicht au : Lohntest« zu Gunsten der Notleidenden seitens der Arbeiterschaft und der Unternehmer bestanden. An Geld ging insgesamt ein 241 Millionen Mark- dcvon 132 Millionen Mark in den 12 Städten, 109 Millionen Mark in dm Bezirkm. An Lebensmitteln gingen ein (in Zentner): Kartoffeln 64 000, Gemüse 875, Obst 1900, Mel,' 4M. Fett 1350; an Heizmaterial (in 3tt.) Kohle« 6000, Holz 2000. Während di« meisten Ausschüsse ihre Tätigkeit mtt dem Frühjahr eingestellt haben, gehen einige große Stadtgemeinden mit dem Gedanken um, dlz Rotgemei«- schast als eine ständige Einrichtung fartzuführw, die in engster Fühlung mit dem Stndtfürforgeamt die taktvolle Versorgung des Kreises der „neuen Armen" übernimmt. Tiefe Entwicklung ist zu begrüßen, insofern sie eine größere Beweglichkeit in der Verteilung von Mitteln gestattet, als sie einem Kommunalamt in der Regel möglich ist. Die Lage des Ardettsmarktes. Die Arbeitsmarktentwicklung zeigt, wie dies schon für die letzte Zeit festzustellen war, immer noch ein durchaus uneinheitliches Bild: auf der einen Seite Betriebsstillegung und Einschränkung mit Arbeiterentlaffung und Kurzarbeit als Folgen, in einem Fall wohl eine Auswirkung der durch die Besetzung verursachten Erschwerung der Absatzoerhältniffe, auf der andern Seite Belebung der industriellen Tätigkeit unter dem Druck der neuen Markkatastrophe. Aus Nah und Fern. n Sinsheim, 19. Juni. (Abschtedsfeier.) Nach 9jähr. Amtstätigkeit hier hat der hochw. Herr Stadtpfarrer Restle uns am Dienstag verlassen. Die am letzten Sonntag Abend von seiner Pfarrgemeinde veranstaltete Abschiedsseier gestaltete sich zu einer imposanten Sympathiekundgebung für den Scheidenden. Schon lang« vor Beginn der Feier hatte sich der Saal gefüllt, auch die Filialgeineinde Dühren war gut dabei vertreten. Die Feier selbst wurde eingeleitet durch einen stimmungsvoll vorgetragenen Chor der „Cäcilia". — Hierauf führte Stif- tuirgsratsmitglied Herr K. Lehmann in sinnvollen Worten den Anwesenden ein lebendiges Bild des fo segensreichen Wirkens des Scheidenden in hiesiger konfessionellen und politischen Gemeinde vor Augen, daran anschließend stattete der Redner ihm den Dank der ganzen Pfarrgemeinde ab fü" alles Gute und Edle, das er hier geschaffen und übermittelte die herzlichsten Wünsche derselben für alle Zukunft dem scheidenden Seelsorger. In gleichem Sinne widmete Herr Steuerinspektor Schaubeck als Vorstand der Cäcilia, Herr Meny als solcher des Iung- männervereins und Herr Bezirksbauoberkonttolleur Huber als Vertreter des Zentrums und im Aufträge des knth. Frauenbundes herzliche Wort« des Dankes für die eifrige Unterstützung dieser Einrichtungen und gaben dem Abschiednehmenden gleichfalls bi* besten Wünsche mit auf den Weg. Nun richtete der Scheidend« selbst, nachdem er bereits am Vormittag von der Kanzel jedem Pfarrkinde nahegehende Abschiedsworte gesprochen, bei denen kein Auge tränenleer bli«b, nochmals zum letztenmal« herz- ergreiftnd« und mahnende Worte des Scheid ms, di« darin gipfelten, Glaube« und Treue unter einander zu halten in jeglicher Not und Gefahr, Friede und Einigkeit zu pflegen und zu fördern/ Cäcilia und eine Abteilung des Gesangvereins „Liederkranz", unter der bewährten Leitung des Herrn Haupt- lehrers Gentz, wetteiferten miteinander die Feier durch ihre Gesangsvorträge zu verschönern, so daß der Abend in schönster Harmonie zur Neige ging. Am Montag Abend überraschte die Stadt- und Feuerwehrkapelle den Scheidenden mst einem wohlgelungenem Ständchen. Abermals richtete der als Geehrter an die große sich angesammelte Menschenmenge herzliche Abschieds- und Dankeswort«, welche «r anf das einträchtige Zusammenleben der einzelnen Konfessionen untereinander hinwies und den Wunsch äußerte, daß dieses Verhältnis immer so bleiben möge. Zum Schlüsse allen alles Gute wünschend, gab er uns die Versicherung, daß er mit den beften Eindrücken von Sins- heim scheide und in feinen neuen Wirkungskreis am See iiber- siedeln werde. Mit Herrn Stadtpfarr<>r Restle ist ein vortrefflicher Seelsorger und «in geistig hervorragender Mann von uns ge- sch-eden, der wegen seines biederen, auftstchtigen Charakters und leutsel'g«« Wesens in d«r ganzen Gemeinde beliebt und angesehen war. Uns aber wftd er dauernd in bestem Andenken bleiben. . * Sinsheim, 20. Juni. (Kriegsanleihe und Papiermark.) Es sei nochmals daran erinnert, daß der Reichstag be- chloffen hat, Kriegsanleihen, die in das Reichsschuldbuch eingetragen find und weniger als 5000 Mark betragen, mit einem Hundertsatz von 260 zurückzuzahlen, wenn der Gläubiger der vchuldbuchforderung damit einverstanden ist. Wer damit nicht einverstanden ist, muß der Reichsschuldenverwaltung unter Angabe der Kontonummer bis zum 21. Juni melden, daß er keine Rückzahlung in Papiermark wünscht, sondern die Aushändigung eines Kriegsanleihestückes in Höhe der Schuldbuchforderung oorzieht. Wer auf eine Besserung unserer Währung hofft und es einigermaßen machen kann, wird fich mit Papiermark nicht abfinden laffen. r Steinsfurt, 21. Juni. (Ausflum) Das am letzten Sonntag von der Liedettafel Reihen veranstaltete Waldfest konnte leider nicht im Freien abgehalten werden, da Jupiter Pluvius uns nicht mit dem besten Wetter bedachte. Dennoch ließen es sich der Einsheimer Bolkschor nebst Stadtkapelle, sowie der im Entstehen begriffene Steinsfutter Bolkschor nicht nehmen, die Reihrner Sangesbrüder zu besuchen. Am dortigen Bahnhof hatten sich Liederkranz und Liedettafel zur Begrüßung der auswättigen Sangesbrüder und Gäste eingefunden. Unter den heiteren Klängen der Einsheimer Stadtkapelle bewegte sich die frohe Sängerschar und Gäste in den Löwen- äal, wo sich die Feier zur vollsten Zufriedenheit der Zuhörer programmäßig abwickelte. Bollen Dank gebührt den Herren Dittgenten und Sängern für ihre außerordentliche Leistungen. Nur zu schnell nahte die Stunde, wo sich die auswättigen Sänger und Gäste trennen mußten. Besonderen Dank dem Veranstalter Herrn Dirigent Uhle für die schönen Abjchiedslieder am dortigen Bahnhof. Besonders hervorgehoben zu werden verdient der muntere Jäger aus Kurpfalz. welcher wirklich als eine Glanznummer bezeichnet werden muß. = Hrlnchof, 21. Juni. (Wa h 1.) Der gestrige 2. Wahlgang für Die Besetzung der Stabhalterstelle für Badisch-Helm- Hof ist wieder wegen flauer Wahlbeteiligung ergebnislos ver-> laufen. Im Ganzen wurden 21 Stimmen abgegeben, die sich auf mehrere Personen vrtteilen. d Eppelheim, 21. Juni. (Zwist.) Der 46 Jahre alte Sebastian Lamade geriet gelegentlich eines Besuches seines Sohnes mit dem im gleichen Hause wohnenden 25 Jahre alten Franz Bader in Auseinandersetzungen. Als ihn letzterer bis auf die Straße hinaus verfolgte, gab Lamade einen Schuß auf Bader ab, der ihn tödlich verletzte. Der Erschaffene hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. b Karlsruhe, 21. Juni. (S elbftmvrde.) Ein Lagerist aus Berlin hat sich in der Nacht zum Samstag in einem hiesigen Krankenhaus infolge eines unheilbaren Leidens erhängt. — Gestern vormittag ist die 38jähr. Ehefrau eines in Rintheim wohnenden Taglöhners beim Rheinhafen;'n di« Alb gesprungen, konnte aber im letzten Augenblick noch gerettet werden. p Eteinbach, 21. Juni. (Tödlicher Unfall.) Berm Nachsehen einer Reparaturarbeit kam gestem Ziegelelbesitzer Alb. Hettler mit der Hochspannungsleitung in Berührung und war sofort tot. t Freibnrg, 21. Juni. (Unfall.) Im Höllental fuhr der Wfthelm Ruf mit zwei anderen jungen Leuten in schnellem Tempo mft dem Rad talabwärts, wobei er zu Fall kam und schwere Verletzungen «rlftt. In diesem Augenblick kam ein Kraftwagen vom Tal herauf und überfuhr den Verunglückten. Ruf starb sogleich. d Ewlzheim, O.A. Biberach, 21. Juni. (Erschossener Wildere r.) Am Samstag wurde Bruno Ra>' von Gutenzell in dem Walde zwischen Gatenzell, und Kirchberg a. d. Iller von dem Jagdaufseher Striebel d«r Herrschaft Erolzheim beim Wildern erschossen. t Frankenthal (Pfalz), 22. Juni. (Bestrafte Rohheit.) Ein Bild unglaublicher Rohheit bot die letzte Schwurgerichtssitzung. Angeklagt war der wegen Landstteicherei, Bettelei, Diebstahls. Fahnenflucht und Blutschande vorbestrafte Fabrikarbeiter G. Storzum, weil er sein Kind durch Schläge auf den Kopf mit der Faust oder einem harten Gegenstand derart vorsätzlich mißhandelt hatte, daß ein Schädelbruch und infolgedessen der Tod eintrat. Der Angeklagte wurde zu einer Zuchthausstrafe von 7 Jahren verutteilt. Neueste amtliche Kurse vom 20. Juni 1923. Mitgettilt von der Bankfirma Anleihen: 5o/o Dffch. Reichsanleihe 95V« %> Dt. Sparprämienanleihe 640 °/o Bankaktien: Darmstädter Bank 95000"/° Deutsche Bank IM 000"/° Dresdner Bank 97500°/° Rhein. Creditbank 32000»/° Südd. Discontoges. 80000"/° Industrieaktien: Adlerwerke Kleyer M0M"/° Allgem. Elektr.-Ges. 150000 °/° Bad. Anilin 180000«/° Chem. Griesheim 148000°/° Daimler Motoren 63000"/° Elektr. Licht u. Kraft 125000°/° Fuchs Waggon 55000°/° eidelberger Cement 120000°/° öchster Farben 140000°/° arlsruher Maschinen 90000°/° Knorr Heilbronn 114000°/° Neckars. Fahrzeugw. 81000°/° Zellstoff Waldhof 88000°/° Zuckerfabrik Heilbronn 75000°/° „ Waghäusel 76000°/° Schiffahrtsaktien: >apag 400000°/» llordd. Lloyd 1150M°/° Freiverkehrswerte: vom 21. Juni. Senz Motoren 170000°/° öermania Linoleum 1300000/o Xittnmim/irbs CTTöfbrtr 0 00(1 Max Meyer, Filiale Sinsheim. Hohenlohe Nährmittel 47 000 0/0 Kaiser Otto 37 000 0/0 Lauffeuer Cement 45 000 0/0 Maschbauges. Heilbr. 38000°/° Saline Ludwigshalle 135000°/« Ufa 80000°/° Devisenkurse: vom 21. Juni. Rem-Hort 1 Dollar =Mk. 130 325 S olland 1 Gulden— „ 50375 chweiz 1 Franc — „ 23 358 London 1 Pfund — „ 596 487 Patts 1 Franc = „ 8 095 Berliner Metallmarkt: vom 21. Juni. Elektrolytkupfer Mk. 43640 39 500 15250 118000 115000 Raffinadekupfer Hüttenweichblei Zinn, Banka Hüttenrohzink für 1 Kilo. Hamburger Metallmarkt: vom 20. Juni. Silber per Kilo Mk. 2325000 Gold in Barren p. Gr. 85 000 Platin per Gramm 400000 Reichsbankdiskont 18 °/° Reichsbanklombard 19 °/° Goldfr. Fr. 20 = 460000 9Kh. Goldzollaufg. 1650000 v. H. Goldankaufspreis 17 5M fache Silberankausspreis 7000 fache Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, de« 24. Juni. 4. Sonntag nach Trinttati». i/2l0 Uhr: Gottesdienst, Dekan Eisen. 1/2II Uhr: Sitzung des Kirchengemeindeausschufles. 1 Ahr: Kindergottesdienst, Stadtvikar Meerwein. Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllill,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,», An unsere verehrl. Leser! Der Verein Deutscher Zeitungsverleger (Herausgeber der deutschen Tageszeitungen) hat auf seiner aus allen deutschen Ländern zahlreich besuchten Hauptversammlung zu Breslau einstimmig beschlossen, die Zeitungsleser schon heute von der unumgänglichen Notwendigkeit außerordentlicher Bezugspreiserhöhungen am 1. Juli in Kenntnis zu setzen. Die letzten Preiserhöhungen für das Zeitungspapier sind soweit über die phantastischsten Befürchtungen hinausgegangen, daß in den Iunibezugspreisen die ungeheure Mehrbelastung der Zeitungen nur zu einem geringen Bruchteil wettgemacht werden konnte. Innerhalb weniger Wochen ist bereits im Anfang dieses Monats der Preis des Zeitungspapieres von rd. 15 Millionen auf rd. 25 Millionen Mark für den Wagen gestiegen. Da die Preisbildung des Papiers infolge der Mitverwendung von ausländischem Holz von dem Dollarkurs stark beeinflußt wird, so muß im Zusammenhang mit den zwischenzeitigen Steigerungen der Kohlenpreise und der Mark- entwettung mit weiteren entsprechenden Papierpreisvetteuerungen zerechnet werden. Dazu kommen die allgemeinen stürmischen Preis- teigerungen aller anderen Kosten der Tageszeitungen, vor allem des Nachrichtenwesens. Im Auslande haben sich die Zeitungsleser an das Vielfache der jetzt in Deutschland geltenden Bezugspreise längst gewöhnen müflen. Die deutschen Zeitungen und ihre Leistungen ür die Bolksgesamtheit können nur erhalten werden bei Bezugs- ireisen, die einigermaßen den alle bekannten Teuerungsziffern weit iberschreitenden Mehrkosten der Zeitungen gerecht werden. Landboten für den Monat Juli auf 6000 Mk. festzusetzen. Verlag des Landboten. Versuchen Sie einmal! Suppen, Gemüse, Soßen und Salate werden durch einige Tropfen Maggi's Würze viel schmackhafter. Man verlange ausdrücklich Maggi's Würze. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIII Nr. 72. Jahrgang 1923. Wir haben die Leitung unserer Zahlstelle Sinsheim =E mit Wirkung vom 23. Juni 1 923 SZ Herrn | Adolf Lichdi Sinsheim a. E. | übertragen, unser Geschäftslokal befindet sich von diesem Tage an —j Sinsheim Hauptstraße 232. Fernsprecher Nr. 188. — Süddeutsche Disconto-Gesellschaft A.-G. D Filiale Heidelberg. 2 HIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIIIIIIIIilHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII^ Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Freitag, den 22. Juni 1923. Max Meyer, Bankgeschäft, Heilbronn Gegründet 1886. Filiale Sinsheim a. E. (Bahnhotstr.) Ich zahle für Spareinlagen laut Beschluß der Heilbronner Bankenvereinigung: 12% bei täglicher Rückzahlung 16% auf 2 Monate fest 16%% ,, 3 ,, n 17% ff 6 ff ff 12% auf Contis in laufender Rechnung. Gegründet 1871 Gegründet 1871 Regelmässiger Passagierdampferdienst Hamburg-New-York mittelst Doppelschrauben- u. Dreischraubendampfer Dreischraubendampfer ..Minnekahda“ Doppelschraubendampfer „Kroonland“ . Doppelschraubendampfer „Manchuria“ Doppelschraubendampfer „Finland“ . . Doppelschraubendampfer „Mongolia“ . . Dreischraubendampfer „Minnekahda“ Doppelschraubendampfer „Kroonland“ Hervorragende Einrichtung der Kajfite und 3. Klasse. — Auskunft erteilen: 30. Juni 7. Juli 14. Juli 21. Juli 28. Juli 4. Aug. 11. Aug. Vorzügliche Verpflegung. Hamburg Alsterdamm 39 oder deren Vertreter in Heidelberg : Hermann Reftig <& Co. Bureau: Hauptstr. 77 im Hotel Wagner. Telegr.-Adr.: Ponte. Telephon 2206. in Sinsheim a. 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