Erscheint Montag, Mittwoch und Freitag. Bezugs-Preis: Durch di« Post be,»g->> mid durch den Briefträger u. unsere Äustrager -hu- Best llgeld mouatlich r« «»».— dM«. Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. In Fällen »on höherer Sen-alt besteht kein Anspruch -ns Lieferung der Zeitung oder aus Ruchzahlung de, Bezugspreises. «eschästszeit >/s8—5 Uhr, Sonntag» geschloffen. Sernsprechanschluft Rr. 11. Postscheck-KoMo Xaclsrul)« Rr. 6M3. andbote 'lnsoeMer eitunS?Ä Gegründet 3 S General-Anzeiger für das Elsenz- und Schwarzbachtal Aetteste und verbreitetste Zeitung dieser Gegend. Äaupt-Anzeigen-Blatt. Anzeigen-Pretse: Anzeigen: Di« 42 mm breite Millimeter-Zeile 1000 .- M». FamiUen-Anzeigen 560«— Md. Reklame«: Die 87 mm breite Millimeter-Zeile 3000.- Md. Anzeigen mit Deckadresse oder Auskanst 3000 .— Md. Sondervergütung. Alle Preise freibleibend. Grundschrist im Anzeigen» und TextteU ist Petit. Vei Wiederholungen tariflestee Rabatt, der bei Nichtzahlung inneo> halb 8 Tagen »ach Rechnung»» datum oder bei gerichtlicher Be» treibuug und bei Kovkur» erlischt. Platzvorscknsten werden nicht an- erdannt und für Ausnahmen an bestimmten Togen sowie für telefonische Aufträge deine Gewähr übernommen. Anzeigen-Annahme bi» 9 Uhr vormittags; größere Anzeigen wollen am Tage vorher aufgegebes werden. M 89. Mittwoch, den 1. August 1923. 84. Jahrgang Ae SteiumrslMe der )ieilhsregimiiij. Allgemeine Einführung der Goldmark- Rechnung. Erhöhte Vorauszahlungen zur Einkommensteuer. — Die Ruhrgabe. — Eine «inmaltge Kraftfahrzengsteuer. Berlin, 30. Juli. Das Reichskabinett hat eine Reihe von Gesetzentwürfen angenommen, die dazu bestimmt sind, dem Reiche, dessen Ausgaben durch die fortschreitende Geldentwertung immer bedrohlicher anwachsen, in kürzester Frist neue erhebliche Einnahmen zu beschaffen. An erster Stelle steht das Rhein- und Ruhrvpfer, das in zwei Teile zerfällt. Der erste Teil steht für d°e leistungsfähigen Einkommenträger, das heißt für diejenigen E'nkommensteuerpflichtigen, die den erhöhte« Vorauszahlungen uni erliegen, wie Handel, Industrie, Landwirtschaft und Ge werbe, eine Abgabe vor, die aufgebaut ist auf den erhöhten Barauszahlungen zur Einkommensteuer für das dritte und vierte Kaleirdervierteljahr 1923 und für das erste Kalendervierteljahr 1924. Die Abgabe soll in drei Raten bezahlt und mit den gesamten Vorauszahlungen verbunden werden. Dt« erste Rate fall also noch im August fällig sein. Zwecks beschleunigter Einzahlung sollen die Vorauszahlungstermine für das vierte Kalendervierteljahr 1923 und vom 15. November 1923 auf den 5. Oktober 1923 und für das erste Kalendervierteljahr 1924 vom 15. Februar 1924 auf den 5. Januar oorgelegt werden. Jede der drei Raten fall das Doppelte der eigentlichen Vorauszahlungen betragen. D'e erste Rate, die im August früh fällig wird, wird alstt das Fünfzig fache der nach dem Einkommen von 1922 berechneten Vorauszahlung ausmachen. D'e weiteren beiden Raten im Oktober 1923 und -m Januar 1924 werden erheblich höher sein, weil infolge der inzwischen fortgeschrittenen Geldentwertung mit e'ncr starken Erhöhung der Multiplikatoren für die Vorauszahlungen zu rechnen ist. Die Erwerbsgesellfchaften sollen ein Vielfaches ihrer Körper- schaftssteuer für das vergangene Geschäftsjahr entrichten. Die Zahlungstermine sollen die gleichen sein wie bei den physischen Personen. Bei Gesellschaften, deren Geschäftsjahr mit dein Kalenderjahr übere'nstimmt, soll die erste Rate, die im August zu zahlen ist, die Hälfte der Körperschaftssteuer für das Geschäftsjahr 1922, multipliziert mit 35, betragen. Darüber hinaus sollen die Einkommensteuerträger, die den nichterhöhten Boraus- zahlungm unterliegen, aber 1922 ein Einkommen von mehr als einer Million Mark bezogen haben, mithin auch als leistungsfähig angesehen werden können, im August das 25fache, im Oktober und Januar das 50fache ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer für das jeweils maßgebende Kalender- v'erteljahr zahlen. Weiter sollen nach dem Entwurf zum Rhein- und Ruhr- vpfer auch die Personenkreise beitragen, die sich den besonderen Aufwand eines Kraftwagens sei es für ihre persönlichen Zwecke, s«' «g für die Förderung ihres gewerblichen Betriebs, gestatten können. Das Opfer beträgt das Fünfzigfache der Krast- fahrzeugfieuer nach dem Stande vom 1. September 1923. Bei Kraftfahrzeugen, d-e der Lastenbeförderung dienen und daher im wesentlichen in gewerbliche Zwecke eingeordnet sind, soll das Opfer in Höhe vom Fünffachen der Steuer gefordert werden. Das Rhein- und Ruhropfer soll von den Steuerpflichtigen, die in den besetzten Gebieten wohnen, oder ihren Ort und ihre Leitung dort haben sowie von den Steuerpflichtigen, die ans Anlaß der Besetzung ihren Wohnsitz oder den Ort der Leitung unfreiwillig verloren haben, nicht erhoben werden. Zu dieser Belastung des Besitzes tritt ein Entwurf über die Abänderung «intgrr Berbrauchsstenergefetze. Die Biersteuer soll, wie «s bereits durch das Biersteuergesetz von 1918 vorgesehen war, auf etwa 20 vom Hundert der Brauereipreise oder 8—12 vom Hundert der Kleinverkaufspreise gebracht werden, nachdem die vom Reichstag im Füll beschlossene Erhöhung der Biersteuer als ausreichend nicht angesehen werden kann. Dag Mineralwaffersteuergesetz soll aufgehoben werden, nachdem der Reichstag di« Erhöhung der Steuer abgelehnt hat. Die bierähnlichen Getränke, die bisher der Mineralwassersteuer unterlagen, werden nt die Biersteuer eingegliedert. Der Entwurf will ferner bei der Bier-, Zucker-, Salz-, Zimtwaren-. Leucht- mittel-, Spielwaren- und Kohlensteuer durch Verkürzung der Fälligkeitsstisten einen möglichst raschen Eingang dieser Steuern bewirken. Weiter soll der Zahlungsauffchub bei dem Brannt- weinaufschtag und bei der Essigsäuresteuer besteuert werden. Endlich haudelt « s sich um ein Steuerzinsgesetz, durch das der Reichsfinanzminister die Ermächtigung erhalten soll, für Bör- zugszinsen und Zinsen, die bei Steuerstundungen gewährt werden, einen wesentlich höheren Zins als bisher festzusetzen. Die Entwürfe sind bereits dem Reichsrat zugegangen. Auf währuiigspol'tjschem Gebiet wird der „Zeit" zufolge zunächst voraussichtlich innerhalb einiger Tage der Einheitsknrs für Devisen aufgehoben und der Freiverkehr zugelassen werden. Nachdem die Reichsbank den Widerstand gegen die Goldmarkrechnung aufgab, beabsichtigt die Reichsregierung, alles zu tun. um die allgemeine Einführung der Goldmarkrechwng zu vollziehen. Sie dürfte in dieser Hinsicht unterstützt werden u. a. dadurch, daß die Sparkassen durch die Zeichnung auf die Gold- anleihe in der Lage sein werde«, den breiten Volksschichten Gold- Konten in jeder beliebigen Höhe zu eröffnen. Einberufung des Reichstags auf 8. August. Berlin, 30. Juli. Der Reichstag ist auf Mittwoch» 8. August, nachmittags 2 Uhr zusammenderufen. Gin Opfer für Rhein und Ruhr. Berlln, 31. Juli. Die Tagesordnung für die Sitzung des Reichstages am 8. August nachmittags 5 Uhr lautet: 1. Erste Beratung eines Gesetzentwurfes über die Erhebung eines Opfers für Rhettr und Ruhr. 2. Erste Beratung des Entwurfes e'nes Steuerzinsgesetzes. Weitere Gegenstände auf di« Tagesordnung zu setzen, behält sich Reichstagspräsident Lobe vor. Das Sanjerungsprograrmn der Spitzenorganlsattonen. Berlin, 31. Juli. Die Vertreter der Spitzeiwrganisationen der Arbeiter, Angestelleten und Beamten überreichten dem Reichskanzler gestern ihr Programm. Sie forderten die Erhebung einer Goldmarksteuer auf alle landwirtschaftlichen, kommer- z'ellen und industriellen Betriebe sowie eine wertbeständige Vermögenssteuer. Diese Steuern sollen zur Fundierung der Goldanleih« dienen. Die Gewerkschaftsvertreter verlangten insbesondere die Einführung der Festmarkrechnung für die gesamte Wirtschaft. Reichskanzler Enno versprach eine Prüfung und stellte anheim, weitere Vorschläge der Reichskanzlei einzureichen Die innere Lage. Der Antifaszistenfvnntag ist, im großen ganzen genom men gnädig vorübergegangen. Mit einer einzigen Ausnahme, worüber unten berichtet wird, ist es überall ruhig geblieben, sowohl da, wo man die Herren Kommunisten gewähren ließ wie in Württemberg — als da, wo ein Verbot von Kundgebungen unter freiem Himmel ausgesprochen war. Es läßt sich also aus dem gestrigen Sonntag eine Schlußfolgerung nicht ableiten, welche Art von Regierungstaktik denn nun d'e beffere war. Immerhin wußten die Kommunisten, daß die Staatsgewalten überall ihre Vorkehrungen für alle Fälle ge troffen hatten, auch da, wo sie von einem vorbeugenden Verbot der öffentlichen Kundgebungen abgesehen hatten. Die Führer waren gewarnt und sie hüteten sich, die Herausforderung auf die Spitze zu treiben, so toll sich die rote Presse geberdete. Es wiederholte sich wieder einmal die Lehre, daß „angesagte" Revolutionen selten eintreffen: Aber der gute Verlauf des 29. Full darf nicht dazu verführen, daß sich die verantwortlichen Behörden in Sicherheit wiegen. Gutartiger sind die Moskauer dadurch nicht geworden, daß sie es für diesmal vor gezogen haben, die Krallen einzuziehen. Bezeichnend in dieser Hinsicht ist der Ausspruch eines kommunistischen Redners in Dresden, der in seiner Red« u. a. ausfühtte, daß die zweite in der nächsten Zeit doch kommende Revolution nicht hätte zu kommen brauchen, wenn man 1918 den Faszisten nicht Nur die Achselstücke, sondern auch die Köpfe abgerissen hätte. Wenn man auch erfahrungsgemäß solchen Aussprüchen kommunistischen Blutstils nicht gerade auf die Goldwage zu legen braucht, so bilden sie doch Grund genug, auch in Zukunst Augen und Ohren offen zu halten, um sich nicht von Ereignissen überraschen zu lassen. Für die Regierung Enno erwächst aus dem im ganzen störungslosen Verlauf des Kommunistensonntags eine Stärkung, die ihr gerade jetzt willkommen fein mag, da sie sich mtt einem neuen umsaffenden Tätlgkeitsprogramm der Wirtschaftlichen Not der Zeit entgegenwirst. Das unbedingt notwendige Vertrauen, das zur Durchführung jenes Programms gehört, stellt sich leichter her, nachdem die Gewitterspannung sich gelöst hat und die Lust wieder klarer geworden ist. Es war höchste Zeit, daß die Regierung mit Kraft sich rührte, Der völlige Zusammenbruch unserer Währung hat einen allgemeinen Angstzustand, eine bodenlose Unsicherheit zur Folge gehabt, und in wachsendem Maße verbreitet« sich die Vorstellung, daß die Regierung diesem Zusammenbruch hilflos gegenüberstehe, indem sie mindestens nicht alles getan habe, was möglich war, ihm entgegenzuwirken. Dieser Zustand angstvoller Erregung rust die Quertreiber auf den Plan und verbreitet e'ne den heimlichen und offenen Gegnern günstige Lust. Das bekam auch di« Regierung Euno zu spüren. In der „Germania" machte eine immer noch grollende Zentrumsklike einen Vorstoß. Eine soz.dem. Funktionäroersammlung in Berlin verlangt glatt heraus von der Fraktion, daß sie unverzüglich alle parlamentarischen Mittel ergreife, um den sofortigen Sturz der Regierung Euno herbeizufiihren. Man braucht diese Drohungen nicht zu überschätzen, sie haben auch bereits von beiden Seilen her aus der Mitte der Pattei heraus Gegenwirkungen erfahren. Ader ein Zeichen der Zeit und der Lage sind sie doch und so war «g, wie gesagt, höchste Zeit, daß die Regierung Euno endlich etwas tat, um auch nach außen hin den Schem verlegener Hilflosigkeit zu widerlegen. Wie weit durch die Summ« der Maßregeln, die ihr Aufruf an die Bevölkerung ankündigt, wirklich praktische Abhilfe geschaffen ; werden kann, ist gewiß eine aber doch zunächst eine Frage i zweiter Linie. Als Hauptsache drängt sich in den Vordergrund die Forderung, daß in unserem Volk nicht der töd-! ticke Verdacht «inreiße, daß es überhaupt nicht mehr regiert! werde. j Berlin, 30. Juli. Wenn man sich den gewaltigen Apparat! und den Aufwand großmäuliger Phrasen vor Augen hält, mit! denen die Kommunisten 14 Tage lang ihre Agitation für den Antffaszistentag bettieben haben, und vergleicht damit die Lage am gestrigen Sonntag, wie« man sie jetzt umsaffend übersehen kann, so bleibt bas erfreulich« Ergebnis: es Abt rin« Staatsautorität in Deutschland! Sobald die Regierung Euno ihren ernsten Willen bekundet hat. zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit alle vorhandenen Machtmittel einzusetzen, war es aus mtt allen Versuchen, gegen die Staatsautvtttät anzugehen. Es ergibt sich daraus, daß man sich im kommunistischen Lager wohl davon überzeugt hat, wie stark die innerpolitische Stellung der Regierung Euno ttotz der wirtschaftlichen Ernährungsschwierigkeiten in Deutschland ist. Einige Berliner Morgenblätter die bekanntlich hauptsächlich aus Sensationen eingestellt sind, verbreiten heute Gerüchte über einen Sturz der Regierung Euno. Allen voran der von dem Wiener Reoolutionsgewinner Basel finanzierte und von dem Wiener Stefan Gwtzmann geleitete „Montag Morgen". Demgegenüber ist festzustellen, daß man innerhalb der politischen Parteien gar nicht daran denkt, in dem Augenblick schwerst- wregender außenpolitischer Kris« einen Kabinettswechsel vvr- zunehmen. Es sei in dieser Hinsicht nur hingewiesen auf den Artikel von Hermann Müller in der Samstagsausgabe des „Vorwärts". Es hieß«, den verhängnisvollsten Fehler deutscher Geschichte wiederholen, wollle man in dem schwersten und entscheidendsten Augenblick der außenpolitischen Schlacht, die Deutschland zu führen gezwungen ist, die Führer wechseln. Daß d'e Erschütterung dieser Schlacht auch in der inner politischen Lage Deutschlands zum Ausdruck kommt, fft eine Selbstverständ- l'iPreit. Aber eg heißt doch dir Verantwortungslosigkeit bis zur Frivolität steigern, wenn man der Regierung Euno jetzt noch den Vorwurf macht, daß infolge der schlechten Witterung die Kartoffelernte um 2—3 Wochen hinausgezögert worden ist. D'e Ernährungslage in Deutschland ist, wie aus den Auslassungen der maßgebenden verantwortlichen Stellen hervorgeht, durchaus keine besorgniserregende. Die Aussicht auf die Ernte ist im Gegenteil eine ungewöhnlich gute. Was den Sturz d«r Mark anbelangt, so muß noch einmal betont werden, daß nicht am wenigsten diejenigen Kreise dafür verantwottlich sind, die durch d'e unsinnige Hetze zum Bürgerktteg aufgefordert haben und bemüht waren, die Staatsautorität der Reichsregierung als erschüttett hinzustellen. Der gestrig« Sonntag hat das Gegenteil davon erwiesen. Wenn im Augenblick der Hüchstspannung in maßgebenden polttischen Kreisen «rwogen wird, das Kabinett Euno durch Aufnahme neuer Persönlichkeiten zu erweitern, um noch mehr Rückhalt im Parlament zu haben, so ist das gerade das Gegenteil einer Regierungskrise des Kabinetts Eum. Es ist eine Festigung für das Kabinett Euno, denn darüber kann kein Zweifel fein: ein Führerwechsel müßte im Ausland die verheerendste Wirkung auslösen und Deutschland um all« Achtung bttngen, di« es sich durch seinen Opfermut währender letzten 6 Monate in der Welt errungen hat. Um die Regierung Cuno. Die innere Lage steht, wenn man von den Ernährungsschwierigkeiten und deN Folgeerscheinungen der Noteninflation absieht, parteipolitisch im Zeichen eines Feldzuges gegen die Regierung Euno. Die außerordentlichen Schwierigkeiten der Lage veranlaffen viele Politiker und noch mehr Dilettanten zu der Anklage, die Regierung Euno allein sei Schuld an der Not, die für jeden einzelnen jetzt lawinenattig wächst. Man kann allerdings der jetzigen Regierung einige Vorwürfe nicht ersparen, besonders nicht den, daß die Finanzierung des Ruhrkampfes mit Hilfe einer allgemeinen Nvtsteuer nicht rechtzeitig in di« Wege gekettet worden ist. Es ist aber sehr frag- l'ch, ob die Schärfe, mit der das führende Blatt der Zentrums- partei, die „Germania", in ihrem Freitagabendblatt die Regierung Euno angreist, berechtigt ist. Das Zentrumsblatt macht die Regierung schlechthin für alles Elend verantwottlich, das durch die Unterlassungssünden und die verfehlten Maßnahmen der Reichsregierung herbeigeführt worden sei. Sie habe geredet, an die Wirkung starker Worte geglaubt, habe unter E'nfluß nationalistischer Phrasenmacherei gestanden und habe irchts getan. Es ist zu bemerken, daß der Artikel voll von Angriffen, aber der positiven Anregungen zur Besserung der Lage bar ist. Das Zentrum gehött zu den Regierungsparteien und hervorragende Mitglieder des Zentrums haben m dem von der „Germania" so heftig angegriffenen Reichskabinett Posten inne, die in besonderem Maß« für die „Unterlassungssünden und verfehlten Maßnahmen der Reichsregierung" von denen das Zentrumsblatt spricht, in Bttracht kommen müßten. Der Zentrumsarttkel sieht z. B. wie eine besonders scharfe Desavouierung des Zentrumsministers Hermes aus. Fn diesem Zusammenhang ist es interessant zu beobachten, wie der Aufsatz die Regierung Wirth der jetzigen Regierung oorteilhast gegenüberstellt. Alte Gegensätze innerhalb der Zentrumspartei werden in der Erinnerung wach, In einem sehr bemerkenswetten Gegensatz zu diesem Angriff des Zentrums steht ein Aufsatz, den im heutige« Abendblatt des „Borwätts" der Führer der Bereinigte« Sozialdemokratischen Pattei Deutschlands, der Abgeordnete Hermann Mülltt- Franken, veröffentlicht. Müller-Franken knüpft an die Angriffe der „Germania" an und beschäftigt sich dann mit gewissen Strömungen, die auch innerhalb der B.S.P.D. stark geworden sind und die den Sturz der Regierung Euno fordern. Müller-Franken stellt fest, daß die Mehrheit der Reichstagsfraktion der B.S.P.D. den Sturz der Reichsregierung stets abgelehnt habe, obwohl seine Partei zur Regierung Euno in schärferer Opposition stände als die englische Arbeiterpartei zur Regierung Baldwin. Wetter beschäftigt sich der Führer der deutschen Sozialdemokratie sehr ernsthast mit der Frage, Rr. 89. Jahrgang 1923. was denn werden soll, wenn Cuno gestürzt sei. Er redet denen, die in diesem Augenblick negative Politik treiben, die kritisieren und das „Kreuzige" rufen, ins Gewissen und sagt, ein« langdauernde Regierungskrise müsse heut«, wo es um das Rheinland und um hie Einheit der deutschen Republik gehe, die deutsche Katastrophe besiegeln. Das mag sich das Zentrum gesagt sein lassen. Es klingt wie ein Treppenwitz der Geschichte, daß eine bürgerliche Partei sich eine derartige Mahiumg von einem Sozialdemokraten ins Stammbuch schreiben lasten muß. Auch der „Temps" liest übrigens in seiner Ausgabe aus dem „Gcrmania"-Artikel die Absicht heraus, die Regierung Cuno zu ändern und spendet dem Zentrumsblatt hierfür ein Lob. Keine Regierungskrise. B«l'N, 30. Juli. Die Gerüchte von einer Regierungskrise die am Montag morgen von einem Sensationsblatt besonders auffällig betont wurde, bestätigen sich nicht. Das betreffende Montagsblatt wußte sogar zu melden, daß Stresemann als Kanzler oder Vizekanzler in Aussicht genommen sei und auch der Name des Reichstagspräsidenten Löbe wurde in diesem Zusammenhang genannt. Demgegenüber muß betont werden, daß in allen Parteien der Wunsch besteht, eine Krise zu vermeiden. Möglich ist jedoch, daß Reichsfinanzminister Hermes und WirtschastMiimster Becker ihre Posten abgebrn. Dadurch würde nur ein Wechsel innerhalb des Kabinetts Cuno herbeigeführt werden, das Reichskabinett Cuno selbst jedoch bestehen bleiben. Dieses Bestreben, eine Krise der Reichsregierung zu vermeiden, dürste der allgemeinen Volksstimmung entsprechen. Zu den in der ftanzösischen und auch in der englischen Presse aufgetauchten Nachrichten über eine Kabinettskrise in Deutschland schreibt die „Voss. Zeitung", daß die Frage der Umgestaltung oder Neugestaltung der Reichsregierung überhaupt nicht vor dem Zusammentritt des Reichstages akut werden könne. Bon einer Kabinettskrise in Deutschland könne daher gar keine Rede sein. Es sei daher auch zum mindesten verfrüht, sich im Augenblick mit der Zusammensetzung kommender Kabinette zu beschäftigen. Sicher sei nur, daß die allgemeine Meinung dahin gehe, «m tragfähjgrr Boden für ein etwa notwendig werdendes neues Kabinett könne nur die große Koa- lltiv» fern. England und die deutsche Regirrungsstage. London, 31. Juli. Sämtliche Londoner Blätter brüten in großer Ausmachung Meldungen ihrer Berliner Berichterstatter und den gestrigen Reuterbericht über den bevorstehenden Kabinettswechsel und über die Umbildung des Kabinetts durch die große Koalition Streesemaun-LSbe. Man erwartet von einem solchen Kabinett eine zielbewußte feste innere Politik, die den Nationalisten mit Erfolg entgegentreten wird und die in der Arbeiterschaft und bei den Arbeitgebern über genügendes Ansehen verfügt, d. h. um die nötigen Maßnahmen zur Bekämpfung deZ wirtschaftlichen Chaos durchzuführen. Die Weftminfter Gazette spricht heute zum efftenmale davon, daß es Englands Aufgabe sei, eine andere deutsche Regierung zu ermutigen, einen Versuch zu unternehmen, in Deutschland Ordnung zu schaffen, indem der deutsche Zustand öffentlich als rächt hoffnungslos bezeichnet wird. Unter einer solchen Ermutigung versteht man hier in manchen Kreisen die Bereitwilligkeit Englands einer starken politische» Regierung Deutschlands wirtsthaftspotitlsche Unterstützung-angedeihen zu lassen. Die französisch-belgische Antwort. London, 30. Juli. Die französische und die belgische Rote wurden heute nachmittag um 5 Uhr im Auswärtigen Amte durch die beiderseitigen Botschafter überreicht. Wie den Abendblättern aus Brüssel gemeldet wird, erklärt man dort, daß die englischen Vorschläge weder in Brüssel, Paris noch Rom vollständig befriedigt hätten. Immerhin sei sowohl die französische wie auch die belgische Rote in durchaus versöhnlichem Tone gehalten und lallen nach Brüsseler Ansicht die Tür zu Verhandlungen durchaus offen. Belgien und Italien hofften immer noch, daß es möglich sein würde, der deutschen Regierung in einer gemeinsamen interalliierten Rote zu antworten. Roten von Frankreich und Belgien. London, 31. Juli. Das Auswärtige Amt hat beschlossen, über den Inhalt der Mitteilungen, die die Kabinette von Brüsstl, Paris und Rom gestern durch ihre Boffchaster Lord Eurzon übermitteln ließen, vorläufig keine Inhaltsangaben zu machen. Frankreich und Belgien haben die englichen Reparationsschriffftiicke schriftlich beantwortet. Die französische Rote ist doppelt so lang als die eng- Schicksalswende. Roman von A. Kling er. 54} Nachvrucl verboten. „Fräulein, das Ei ist doch sicher zu hart geworden, das können Eie der gnädigen Frau nicht mehr bringen!" rief di« Köchin, „da kochen Sie nur flugs ein anderes, aber jetzt passtn Sie auf, die Eier sind rar und kosten viel Geld, und Sie wiffen, die Herrschaft sieht es nicht gern, wenn in der Küche etwas vermanscht wird!" Wieder fuhr Almida aus ihrer Versunkenheit auf. „Mein Himmel, wie konnte ich das vergessen!" Es war ihr fo peinlich, daß sie etwas verabsäumt hatte. Sie wurde von den Wengdorss so grenzenlos bevorzugt, daß de' dem an und für sich gutmütigen Dienstpersonal der Neid nicht auzbleiben konnte. Almida wollte soeben das zweite Ei kochen, da kam die Pflegerin gelaufen! „Die gnädige Frau ist außer sich! Sie möchten sofort das Frühstück hereinbringen, Fräulein!" „Fräulein ist schon vorher weg, ehe sie unseren jungen Herrn gesehen hat," kicherte das hübsche Hausmädchen, und die Köchin trumpfte: „Man gut, daß es in diesem Hause streng« zugeht, sonst könnte man nich wissen — die Männer — wie s« sind, so sind se — und wenn ihnen eine nachläuft, da können se nich dagegen an!" Almida war zu glücklich, als daß sie bei den Anzüglich- kctten etwas anderes als prickelndes Vergnügen empfunden hätte. Aber sie machte sich ernste Vorwürfe über ihre Zerfahrenheit. Es war doch notwendig, daß sie sich zusammennahm. Die Pflegerin stob wieder davon. Sie hatte gelogen. Frau Weixdorf war viel zu apathisch, um sich über die Verzögerung ihres Frühstücks auch nur zu der kleinsten Bemerkung aufzuraffen. Zudem litt sie dauernd an Appetitlosigkeit. Aber di« Pflegerin war ärgerlich darüber, daß für ihre kranke Dame nicht besser gesorgt wurde. Rach einer nochmaligen kleinen Verspätung erledigte sich die Sache dann zur allgemeinen Zustiedenheit. Der Landbote * * Sinsheim« Zeitung. lisch« Denkschrift an die Alliierten. Die belgische Antwott ist ganz kurz gehalten. Der italienische Boffchaster hat nur einen mündlichen Bescheid aus Rom übermittelt, daß die italienische Regierung die Ansicht vertritt, daß es vorläufig keinen Zweck habe, sich bei der wesentlichen Abweichung der Ansichten in London und Paris jetzt bereits zum Inhalt einer gemeinsamen Rote an Deutschland zu äußern. Japan, das bisher nicht geantwottet hat, soll eine ähnliche Auffaflung vettreten. Die englische Regierung hat die Roten gejtem abend vervielfältigen lassen, um sie zur Kenntnis der einzelnen Minister und der maßgebenden Patteiführer zu bringen. Die Minister werden die Noten heute in einer Ministerialkonferenz mit ihren Sachverständigen prüfen und das Kabinett, das heute und morgen tagt. Iwird erst morgen zum Inhalt der französisch- belgischen Antwottnoten Stellung nehmen. Es wird weiter kombiniert. Paris, 31. Juli. Die Pariser Zettungen ersetzen die fehlenden authentischen Mitteilungen über den Inhalt der gestern überreichten Antwort Frankreichs und Belgiens dnrch Mutmaßungen. Wi« vorsichtig diese ausgenommen werden müssen, geht zur Genüge daraus hervor, daß die angeblichen Informationen in verschiedenen Blättern sich stark widersprechen. Die einen vertreten die amtliche Version, daß die beiden Antworten sich nur in der Form unterscheiden, die anderen behaupten, Frankreich und Belgien seien sich nur noch darüber e’nig, daß vor Einstellung des Widerstandes nicht mit Deutschland verhandelt werden könne und hätten sich von einander im übrigen vollkommen getrennt. Zwischen diesen beiden Extremen ergeben sich Kombinationen verschiedener Art über den Umfang der französisch-belgischen Meinungsverschiedenheiten. Der Brüsseler Korrespondent des Petit Parisie» veröffentlicht Erklärungen einer belgischen amtlichen Persönlichkeit, nach denen e§ sich bestätigt, daß Frankreich und Belgien sich über die großen Linien der künftigen Gesamtregelung vollkommen einig sind und daß ihre Meinungen für den Augenblick nur darüber auseinandergehen, ob das gemeinsame Programm jetzt bereits in ‘ den Antworten auf die englischen Dokumente präzisiert werden soll. Poincare hat diese Frage verneint, was nicht überraschend ist, da er die Perhandlungen big zum Zusammenbruch d«s deutschen Widerstandes verschleppen möchte. Belgien dagegen hat die Frage bejaht, weil es ihm an «iner möglichst schnellen Regelung der Reparatronsfrage liegen mühte. Deutsche Gänger! Sure Konzerte und Veranstaltungen finden keinen erhebenderen AuSklang als durch eine Sammlung zum Deutschen Volksopfer Spendenannahmefteiie eure Leitung i ii,ii,iitiiiiuifiiiiiiiiiii,iiiiiiiiiiiii,iiiiiiiiiiiiiiii,iiiiifi[,iiffifi,iii(,ifiifEi(iifiiiiififfimifinifini So erklärt «s sich, daß Belgien in knapper, präziser Form einen ganzen Regelungsplan unterbreitet, während Frankreich in seinem Schriftstück positive Vorschläge vermeidet und an England ein« ganze Reihe von Fragen stellt. In ftanzösischen Regierungskreisen ist man überzeugt, daß di« Taktik Poin- cares triumphieren werde. Man erwartet zuversichtlich die Fottsetzung des Meinungsaustausches unter den Verbündeten und bezeichnet den vorläufigen Verzicht der italienischen und japanisch«« Regierung aus Beantwortung der englischen Dokumente als einen Beweis dafür, daß die Verhandlungen unter den Verbündeten fort- dauern sollen. Man erinnert aber zugleich daran, daß Frank- reidj von Anfang an mit der Möglichkeit einer englischen Sonderantwort auf die deutsche Rote gerechnet habe und daß en derartiger Sonderschritt an der Lage nichts ändern würde. Pessimismus in der englischen Regierung. London, 31. Juli. Das englische Kabinett trat heute vormittag' zu einer Sitzung zusammen, an der alle Minister tcilnahmen. Lord Eurzon bettchtete über die französisch-belgische Antwott auf die englische Rote und über seine gestrigen Besprechungen mit den alliietten Boffchaster». Im allgemeinen herrscht in politischen Kreisen hin- Almida aber stand im Eßzimmer und gab schon wieder ihren Gedanken Audienz. Sie fühlte jetzt, daß sie doch rechtzeitig hätte gehen müssen. Das konnte nicht gut werden. Hubert würde unvorsichtig sein, und sie selbst. — ach, das berauschende Glück, ihm anzugehören, das pochende Herz, das wie im Fieber schlug, würde sie doch verraten, dagegen war ihr Wille machtlos. Dann kam es darauf, an, ob Herrn Wengdorfs Güte sich mit der unerwarteten Wendung der Dinge zufrieden gab, oder ob die Wucht feines Zornes sie traf, sie und seinen einzigen Sohn, der ein armes, heimatloses Mädchen liebte. Unwillkürlich krampften sich ihre Hände im Gebet zusammen. „O, nur das nicht, mein Gott, lasse es nicht dahin kommen, daß ich mit Schimpf hinausgewiesen werde! Ich könnte es nicht überleben.- * * * Für Hubert hatten sich die letzten Tage zu Ewigkeiten gedehnt. Er konnte die Zeit nicht mehr ermatten. Er flüsterte Almidas Namen vor sich hin in tiefer, bebender Glückseligkeit. „Ich soll Dich wiederhaben, Dich, in me'nen Armen halten! O, könnte ich der Zeit Flügel verleihen!" Was am letzten Vormittag erledigt werden sollte, das besorgte er alles schon am Abend vorher. Da konnte er schon mit dem Frühzuge reisen und einige Stunden früher, als er gemeldet, daheim emtrrffen. Wieder und wieder malte sich Hubert das effte Wiedersehen mit der Geliebten aus. Er dachte nicht daran, sie in ihrer abhängigen Stellung zu lassen. Gleich am ersten Tage wollte er offen mit seinem Vater sprechen. Kam es dann zum Bruch, so mußte Almida auf rin paar Monate zu Frau von Herbst gehen, Danach sollte dann die Hochzeit stattfinden, gleichgültig, ob seine Eltern ihre Zustimmung gaben oder nicht. Er hatte alle Eventualitäten in Betracht gezogen und für alle Fälle sich die Stellung in diesem Geschästshause ge- sichett, auch nicht unterlassen, seinem Ehef Andeutungen darüber zu machen, daß e s möglicherweise zu einem Zerwürfnis zwischen seinem Vater und ihm kommen könne, da er ein Mädchen Mittwoch, den 1. August 1923. sichtlich der Möglichkeit einer raschen Enffpannung der Lage ziemlicher Pesiimismus. Aus den gestrigen Erklärungen des deuffchen Boffchasters, Dr. Sthamer, mit Lord Eurzon will man wissen, daß Deuffchland feine Haltung gegenüber der Ruhrbesetzung nicht ändern wird, so daß die Möglichkeit einer gemeinsamen alliietten Note auf die deuffche Note vom 17. LZttki immer geringer wird. Deuffchland und der Völkerbund. London, 31. Juli. In seiner gestrigen Unterredung mit Lord Eurzon soll der italienische Boffchaster im Auftrag Mussolinis angeregt haben, England und Italien sollten gemeinsam Deutschland einladen, in den Völkerbund einzutreten. Innerpolitisch» Entwicklungen in Frankreich. Paris, 30. Iusi. Senator Ehaumet, der vor einigen Monaten eine viel beachtete Schwenkung nach links vollzogen hat, erklärte in einer Rede in Bordeaux, ein englischer Journalist habe ihn kürzlich darauf hing«wiesen, daß die Deuffchen ihre Hoffnung auf die ftanzösischen Wahlen von 1924 setzten, da sie mit einer Linksmchrheit rechneten, die zu neuen Konzessionen bereit wäre. Frankreichs Feinde täuschten sich sehr, sagte der Senator. Sie hätten die Prahlereien Daudets ernst genommen, der sich und feinen Freunde» das Verdienst der Besetzung des Ruhrgebietes beimesse. Die Besetzung des Ruhr- gebietes sei von der Rechten gebilligt worden, aber auch der Senat, der so entschieden republikanisch sei, habe sie ebenfalls einstimmig gutg« heißen. Möchten sich die Deutschen also keine Illusionen machen, die nur grausam getäuscht werden würden. Ne nächste Kammer werde, wie er hoffe, eine linke Mehrheit besetzen, aber eine entschieden patriotische Mehrheit. Ein neuer Balkanbund? Wien, 30. Juli. Di« neue Freie Presse bringt eine Meldung aus Sinaja, offenbar auf Grund griechischer Informationen, der griechische Gesandte in Bukarest habe den Auftrag erhalten, mit dem jugoslawischen Minister des Aeußern Dr. Rincic und dem rumänischen Außenminister Dum die Frage der Schaffung cineZ neuen Balkanbundrs zu ventilieren, dem Jugoslawien, Rumänien und Griechenland angehören würden. Der neue! Balkanbund würde vollständig unabhängig von der Kleinen Entente sein, da sich seine Tätigkett lediglich im Rahmen des Vertrages von Neuilly bewegen würde. So wie es dir Ausgabe der Kleinen Entente ist, für die Einhaltung und Durchführung de§ Vertrages von Tttanon und die Erhaltung des Friedens in Mitteleuropa Sorge zu tragen, hätte der projek- fferte Balkanbund die Aufgabe, die Durchführung des Vertrages von Neuilly und die Erhaltung des Friedens auf dem Balkan zu bewachen. Die Sicherheit nur Vorwand. Die Französin wollen die Welt glauben machen, daß sie sich eine militärische Sicherheit gegenüber künftigen deutschen Arystsfen schaffen müßten. Die englische Regierung hat nun dieser Tage der französischen Regierung offiziell angeboten, in jeder von Frankreich gewünschten Form in einen Meinungsaustausch über die Sicherheitsfrage einzutreten. Man sollte meinen, daß man in Paris diesen Vorschlag mtt Freud« hätte aufnehmen müssen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Der „Temps" stellt an die englische Regierung die Frag«, wie sic sich eine englische Garantie für eine territorial« Grenze auf dem Kontinent vorstelle, nachdem ihre Garantie im Jahre 1914 Belgien nicht vor der Invasion zu schützen vermocht habe und nachdem man in England wohl kaum bereit fein dürfte, dsi allgemeine Dienstpflicht wieder einzuführen. Wenn England wirklich etwas tun wolle, um einen neuen Konflikt zwischen Frankreich und Deutschland zu verhütm, fo brauche es bloß dafür zu sorgen, daß Deuffchland nicht länger als bisher durch di« englische Politik in seinem Widerstand gegen Frankreich ermutigt werde. Danrtt ist allerdings der französische Standpunkt in der Sicherheitsfrage klar und unzweideutig umschrieben, denn was Frankreich will, ist nichts anderes, als die Verewigung des gegenwärtigen Zustandes, der Deutschland wehrlos dem militärischen Uebergewicht Frankreichs ausliefert. Erst vor wenigen Monaten hat Marschall Foch öffentlich erklärt, daß es nur nsheim, 1. Aug. Am nächsten Sonntag veranstaltet der Spottverein Sinsheim auf der Stadtwiese «in internes Leichtathletikfest. Etwa 120 aktive Leichtathleten des Sportvereins werden ihre Kräfte messen. Morgens 6 Uhr beginnt der Fünfkampf, nachmittags 2 Uhr der Lauf durch Sinsheim, anschließend Einzelwettkämpfe und Staffelläufe. (Näheres siehe Inserat.) Was eine Kaffeebohye kostet. Eine Kaffeebohne kostet nach angestellten Berechnungen heute 31,50 Mark. Dafür bekam man früher 25 Pfund, etwa so viel, wei eine zweiköpfige Familie in einem Jahr verbrauchte. Bon «>nem „Ohnmächtigen" bestohlen. Die Fälle, in denen „hilfsbereite Retter" Personen, die plötzlich ohnmächtig geworden sind, ausplündern, mehren sich in der letzten Zeit. Daß aber e'n „Ohnmächtiger" seinen Helfer, während er ihn zur Besinnung zurückbringen will, bestiehlt, ist wohl selbst in der an komischen Fällen reichen Grvßstadtkriminalgeschicht« Mittwoch, den 1. August 1923. Nr. 89. Jahrgang 1923. «ine Neuheit. Der 38jährige Kaufmann Karl Sch- aus der Helmholzstraße in Eharlottenburg bemerkte am Sonntag stütz b«i der Heimkehr in der Nähe des Bahnhofes Lharlottenburg me ein junger Mann vor ihm plötzlich auf den Boden stürzte und ohnmächtig zu werden schien. Er eilte ihm zu Hilfe und versuchte, den Patienten wieder zum Bewußtsein zurückzubringen. Alg der Fremde wieder aufstehen konnte, bedankte er sich vielmals bei seinem liebenswürdigen Retter und Fing langsam die Straße hinunter. Erst «ine Viertelstunde später bemerkte der Kaufmann, daß ihm seine Uhr und seine Brief, lasche mit Wert- und Geldsachen von dem angeblich Ohnmächtigen geraubt worden waren. Das gefährliche Berlin, Eine junge Prooinzlerin kam dieser Tage mit ihrer gesamten Habe und ihrem mühsam ersparten Vermögen nach Berl'N. stellte ihr Eigentum am Bahnhof unter und wollte sich zunächst einmal eine Stellung als Sekretärin oder Hausangestellte suchen. Unterwegs stagt« sie eine ältere Frau nach einem Vermietungsbüro. „Sehen Sie sich nur vor diesem gefährlichen Berlin vor," warnte die Frau, „hier sind alle Menschen Taschendiebe oder noch schlimmere Verbrecher!" Die Prooinzlerin bekam es jetzt mit der Angst zu tun. Sie bat die Frau um ihren Beistand. Selbstverständlich wurde er ihr gewährt. Sie sollte zunächst erst einmal nach der Iägerstraße 120 gehen und sich in einem Büro eine Stelle beschaffen. Damit ihr nichts zustoße, sei es zweckmäßig, wenn f'e ihr das Gepäck anoertrauen würde. Sie gab der freundlichen Warnerin nicht nur ihre Habe, sondern auch ihr Geld in Verwahrung, eilte nach der Iägerstraße. Dort gab es gar keine Hausnummer 120. Auch als sie die Frau wieder aufsuchen wollte, fand sie statt eines Wohnhauses ein — Theatergebäude vor. Flammentod zweier englischer Fltrgrr. Eine Flugzeugkatastrophe hat sich in einem Londoner Vorort abgespielt. Der Fliegeroffizier Louis Trapagna Leroy war in Begleitung seines Kameraden, des Leutnants Logdail, von dem Flugplatz Kenley zu einem Probeflug ausgestiegen. D«r Apparat befand sich kaum 5 Minuten in der Luft, als er plötzlich mit der Geschwindigkeit eines Geschosses zur Erde niedersauste. Unter furchtbarem Getöse bohrte er sich in das Dach einer großen Villa Der Benzinbehälter des Flugzeuges, der noch über 800 Liter Brennstoff enthielt, platzte auseinander, das Benzin strömte in die unteren Räumlichkeiten der Billa und entzündete sich unglücklicherweise im gleichen Moment, so daß es einem Flammenmeer gleich nach unter sich ergoß. In wenigen Augenblicken glich das Landhaus einem brennenden Scheiterhaufen, aus dem die Trümmer des Flugzeugs gespenstisch hervorragten. D'e Feuerwehr, die nach 10 Minuten an der Unglücksstelle e'ntraf, konnte nichts ausrichten. Die Ueberreste der völlig «'ngeäscherten Billa sind vier geschwärzte Mauern. Der Eigen- tümer konnte fich und seine Familie noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Bon den beiden Fliegeroffizieren war keine Spur mehr vorhanden. Wirtschaftliche Rundschau de« „Landboteu". Rach dem Stande vom es. JuN iE. (Nachdruck -erboten.) Allgemein« Lage. Mit Riesenschritten eilen wir dem Zusammenbruch entgegen. Jede Woche bringt ein noch rascheres Tempo. Ob das bevorstehende Chaos durch die Grenzen am Rhein zentralisiert werden kann, wird auch von ernsten Wirtschaftspolitikern des Auslandes bezweifelt. Stoatswirtfchaft. Deutschlands Finanzen haben einen Zustand erreicht, bei 8em keine deutsche Regierung in der Lage fein dürste, die Maßnahmen durchzuführen, die notwendig sind, um Aenderungen zu schaffen, Während die Ruhr von einer fremden Muht besetzt ist, ist dies auch tatsächlich unmöglich. Geldmarkt. UÄber die ernste Lage herrscht nirgends mehr der geringste Zweifel. Die Ansprüche werden immer größer, die Zuflüsse immer kleiner. Das Ruhrabenteuer verschlingt riesenhafte Summen. — D'e Bestrebungen, unserer Valuta durch Zwangsnotierungen eine Stütze zu geben, haben ihren Zweck endgültig verfehlt. Die Entwertung der Mark wird durch eine Ueberficht über die Goldankaufspreise der Reichsbank illustriert. D'e Reichsdank bezahlte für ein 20-Markstück am 1. Juli 1921: 300 Mark. 3. Oktober 1921: 480 Mark, 1. Januar 1922: 720 Mark. 1. April 1922: 1200 Mark. 3. Juli 1922: 1700 Mark. 1. Oktober 1922 : 5000 Mark, 1. Januar 1923 : 20 000 Mark, 1. Apr'l und 1. Mai 1923 : 85 000 Mark, und 140 000 Mark, Der Landbore * Sinsheimer Zeitung. 1. Juni 1923 : 200 000 Mark, 15. Juni: 300 000 Mark, 2. Juli 550000 Mark. 23. Juli: 900000 Mark. — Börse. Die alle Befürchtungen übersteigende neuerliche Verschlechterung der Mark läßt die Hausse nicht »zum Stillstand kommen. Die Umsatztätigkest bewegt sich trotzdem in mäßigen Grenzen, weil die Geldmittel nur mehr schwer beigebracht werden können. Handel, Gewerbe und Industrie. Der GeschästsgcMg hat sich wieder etwas mehr belebt, so daß auch verschiedentlich Betriebsstillegungen und Einschränkungen aufgehoben werden konnten. Man darf aber nictst von einer Gesundung sprechen, sondern man hat eg neuerdings wieder mit einer sehr gefährlichen Scheinblüte zu tun. — Kohlen. Im Anschluß an die Erhöhung der Bergarbeiter- löhne wurden die Kohlenpreise um durchschnittlich 53 Prozent erhöht. Hvlznmrkt. Die Preise für Roh- und Schnittholz steigen weiter. Die wenigen Rohholzverkäufe brachten Phantasiepreise, die im Verhältnis höher lagen, als für fertiges Schnittholz erzielt wurde. Die Unsicherheiten in de» Einkaufsdispositionen wachsen. Es sthlt an Kapital. Eine größere Anzahl von Sägewerken haben Betriebseinschränkungen wegen Rundholzmangel vorgenommen. Warenmarkt. Der Warenhandel leidet ungemein unter den schwierigen Geldverhältnissen. — Am Verbrauchszuckermarkt sind d'e Absorderungen sehr reg«. — Die Drupapierfabrikanten haben gegenüber den vom Re'chswirtschastsministerium festgesetzten Höchstpreis von 760000 Mark für 100 Kilo eine tatsächliche Liefersperre gegen die Presse begonnen. — Am Roh- häutemarkt haben die Preise Ziffern erreicht, die west über Weltmarktparität stehen. Die Preise für Großviehhäute bewegen sich nur noch in Millionen. — Am Ledermarkt mußten die Preise folgen. — Die Kalipreise wurde» um 34 Prozent erhöht. Am 3. August erfolgt «ine neue Festsetzung. Landwirtschaft. Der heute eingetroffene Bericht über die Ernteaussichten kann als günstig angesprochen werden. Zum mindesten kann Heuer mit einer gute» Mittelernte gerechnet werden. Auch die Nachrichten über die europäischen Ernten lauten im allgemeinen günstig. Aus allen Ländern, aus denen bereits Erhebungen vorliegen, und die mit Ausnahme von Rußland, 40 Prozent der europäischen Ernte ausmachen, übersteigt der voraussichtliche Ertrag die letztjährige Ernte um insgesamt 21 Millionen Zentner, d. h. um 17 v. H. Prodnktenmarkt. Die unausgesetzte weitere Entwertung un- serer Mark treibt die Preise aller Produkte der Landwirtschaft, besonders die Getreidepreise, scharf in die Höh«. Der Markt zeigt daher feste, aber im allgemeinen ruhige Haltung, weil die Geldknappheft die Unternehmungslust lähmt. Wo Kauflust vorhanden ist, fehlt eg wieder an Angebot, da die Erzeuger große Zurückhaltung beobachten. Wehmarkt. Auf allen stattgefundenen Märkten setzte sich die Preissteigerung in allen Gattungen weiter sott. Wie gewaltig die Preise seit Ende Juni bis Mitte Juli angezogen haben ist aus der nachstehenden Aufstellung (Durchschnitt aus 12 größeren deutschen Biehmärkten) ersichtlich, und zwar notierten für ein Pfund Lebendgewicht in Mark: Rinder: Ende Juni: 4500—13 000, Mitte Juli: 9000—24 000, Kälber: Ende Juni: 8000—12 000, Mitte Juli 15 000—35 000, Schaft: End« Juni: 5000—12 000, Mitte Juli: 10 000—20 000, Schweine: Ende Juni: 10000—14 000, Mitte Juli: 20 000-33 000. Lebenshaltung. Die am 23. Juli festgestellte Erhöhung der Lebenshaltungskosten um 36,1 Prozent gegenüber der Vorwoche ist selbstverständlich inzwischen schon weitaus überholt so daß trotz der ziffermäßigen Hinaufsetzung der Löhne und Gehälter die Verbraucherbevölkerung in ein« von Tag zu Tag schlimmere Lage geraten mußte. Verkehr. Die Zahl der Handelstonnage der Welt wird neuerdings mit 65166 238 gegen 46970113 im Jahre 1913 angegeben. Im Bau befinden sich mehr als 2% Millionen Tonnen. Ausland. In der Schweiz, in Oesterreich, England und Schweden wird ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit festgestellt. — Die in Italien aufgelegte Quote der österreichischen Völkerbundsanleihe von 200000 000 Lire ist ungefähr sechsmal überzeichnet worden. — Die neuesten Wirtschaftsberichte über Rußland besagen, daß Rußland schon binnen kurzem als kräftiger Getreide-Exporteur in di« Reihe der größten Ausfuhrgebiete eintreten wird. Mllche MlMtMWgeil. Nr. 50 Maul- und Klauenseuche in Reihen. Nachdem bei Wilhelm Guggolz in Reihen die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist, werden folgende Anordnungen getroffen: A. Sperrbezirk: Die Gehöfte von Wilhelm Guggolz und Wilhelm Dörr in Reihen. 8. Beobachtungsgebiet: Die Gemeinde Reihen. C. 15 km Umkreis: Die Gemeinden Steinsfurt, Weiler, Grombach, Kirchardt, Bockschast, Ittlingen. Sinsheim, den 31. Juli 1923. Bad. Bezirksamt. Sport-Verein Sinsheim . 1 Sonntag, den 5. August Leichlalhleflscher Vereins-Wettkampf auf der Stadtwiese. 8 Uhr morgens: Beginn des 5 Kampfes. 2 „ nachmittags: Lauf durch die Stadt, anschließend Einzelwettkämpfe und Staffelläufe. i/20 „ abends: Gartenfest mit Preisverteilung im Schwanengarten. Nachversteuerung von Vier. Aufgrund des § 28 des Bieffteuerqefetz vom 9. Juli lfd. Is. und der Biernachsteuerordnung vom 18. Juli lfd. Is. (Reichsgesetzbl. 1 S. 557 und 696) haben die Bierhändler und Wirte, die am 1. August 1923 in ihrem Besitze befindlichen nachsteuerpflichtigen Biervorräte bis zum 5. August 1923 dem zuständigen Zollamte schriftlich (in zweifacher Fertigung) anzumelden. 2n den Anmeldungen ist die Zahl und der Raumgehalt der mit Bier gefüllten Gefäße, sowie die Biergattung (Einfachbier, Schankbier, Vollbier und Starkbier) anzugeben. Betragen die vorrätigen Biermengen im ganzen nicht mehr als 2 hl, so liegt keine Anmeldungspflicht vor. Wer die ihm obliegende Anmeldung der Biervorräte unterläßt oder die Anmeldung unvollständig oder unrichtig abgibt, hat Bestrafung zu gewärtigen. Nähere Auskunft erteilen die Zollämter nnd das Hauptzollamt Heidelberg. Heidelberg, den 31. Juli 1923. Hauptzollamt. : i. OltNSTMlTOf* UKtTES» AMERICAN UKEI INC Nach NORD-, ZENTRAL- UND SÜDAFRIKA, OSTASIEN USW. Billl ge B eförderung über d eu tsche und ausländisch« Häfen. — Hervorragende III. Klasse mit Speise- und Rauefisaal. Erstklassige Salon- u.Kajütendampfer Etwa wöchentliche Abfahrten von HAMBURG NACH NEW YORK Auskünfte und Drucksachen durch HAMBURG-AMERIKA LINIE HAMBURG und deren Vertreter In Sinsheim : Hermann Betsch, Hauptstr. 304. Telefon 127. 1 Drucksachen Le»unAuk m ! die G. Backer’sclie Buchdruckerei, Sinsheim. Biehmarkt in Mannheim am 30. Juli 1923. Es waren aufgetrleden: 565 Stück Großvieh, davon: 66 Ochsen, 131 Farren, 368 Kühe und Rinder, ferner 211 Kälber. 13 Schafe, 497 Schweine. Preise für 1/2 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Klasse 46—50000 Mb.. 2. Klaffe 40 — 44000 Mk.. 3. Klaffe 36 — 38000 Mk.. 4. Klasse 32—36000 Mk., Farren: 1. Klasse 44—48 000 Mk.. 2 Klasse 40-44000 Md.. 3. Klaffe 32-36000 Mk.. Kühe und Rinder: 1. Klaffe 48 —52000 Mk.. 2. Klaffe 40-44000 Mk-, 3. Klaffe 36—40000 Mk., 4. Klaffe 32000—36000 Mk.. 5. Klasse 26-32000 Mk.. Kälber: 50-60000 Mk.. Schafe 20-3200» Mk., Schweine: 1. Klaffe 64-66000Mk.. 2. Klasse 63-6500» Mk.. 3. Klaffe 62 — 63000 Mk.. 4. Klaffe 62 — 63000 Mk., 5. Klaffe 60-62000 Mk.. 6. Klaffe 60—62000 Mk. Marktverlauf: In allen Biehgattungen lebhaft, geräumt. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Frachten, Markt- und Derkaufskosten, Umsatzsteuer, sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallpreist erheben. Neueste amtliche Kurse vom 30. Juli 1923. Mitgetcill von d«r Baulfirma Max Meyer, Filiale Sinsheim. Anleihen: 5v/o Dtsch. Reichsanleihe 510°/° Dt. Sparprämienanleihe 4000°/° Bankaktien: Darmstädter Bank 1225000"/° Deutsche Bank 1850000°/° Dresdner Bank 1030000°/° Rhein. Ereditbank 4M 000°/° Südd. Discontoges. 7M0M°/° Industrieaktien: Adlerwerke Kleyer 6M0M°/° Allgem. Elektr.-Ges. 1560000°/« Bad. Anilin 21250M°/° Chem. Griesheim 22M0M°/° Daimler Motoren 7M0M°/° Elektr. Licht u. Kraft 1600000°/. Fuchs Waggon 550 M0"/» Heidelberger Ccment 8M0M"/° Höchster Farben 21M0M°/° Karlsl uher Maschinen 950 0M"/» Knorr Heilbronn 9M0M"/° Neckars. Fahrzeugw. 9M0M"/° Zellstoff Waldhof 11M0M°/° Zuckerfatzr. Heilbronn 1100000°/° „ Waghäusel 1100000°/» Schiffahrtsaktien: Hapag 52M0M°/° Nordd. Lloyd 15500M°/° Freiverkehrswerte: vom 31. Juli. Benz Motoren 2 0M0M°/° Germania Linoleum 17500M°/° Gummiwerke Neckar 1150M°/° Hohenlohe Nährmittel 680000°/° Kaiser Otto 650000°/°- Lauffeuer Gement 810000°/» Maschbauges. Heilbr. — Saline Ludwigshalle 18M0M"/» Ufa 8M0M°/° Devisenkurse: vom 31. Juli. - Rem-Jork 1 Dollar—M. 1097 25» Holland 1 Gulden— „ 428925 Schweiz 1 Franc — „ 194512 London 1 Pfund — „4987 500 Paris 1 Franc — „ 63 84» Berliner Metallmarkt: Elektrolytkupfer Mk. — Raffinadekupfer „ — § Menweichblei „ — inn, Banka „ — Hüttenrohzink „ — für 1 Kilo. Hamburger Metallmarkt: Silber per Kilo Mk. — Gold in Barren p. Gr. — Platin per Gramm — Reichsbankdiskont 18 °/° Reichsbanklombard 19 °/° Goldfr. Fr. 20— — Mk. Goldzollaufg. 4130900 v.H. Goldankaufspreis 45 0M fache Silberankaufspreis 20 0M fache Solbad Rappenau geöffnet vom I. Mai bis Ende Oktober. Badezeit: Werktags: Vormittags von 8—12 Uhr, nachmittags von 1—3 Uhr. Sonntags: von vorm. 8 bis nachm. 3 Uhr. ReWM-Smmlill empfiehlt die ©ottlicö VeiöerMe BllchdrMkl'kl. Vereinsbank Sinsheim Fernsprecher 9. S. G. M. b. H. Gegründet 1868. Erledigung sämtl. bankgeschäftlichen Angelegenheiten näch. genossenschättlichcn Grundsätzen* Wir vergüten für Spareinlagen: bei Vierteljahr!. Kündigung 16% bei halbjährl. Kündigung 18% Guthaben in laufd. Rechnung (täglich verfügbar) werden mit . . 12 % verzinst. Schwielen nnd Warze» beseitigt"!«»»-». ■#' st-ver. schmer,. fVUKll*OS und gefahrlos _ ^Aerztlich empfohlen. Millionenfach bewahrt. »n «notbeke» nnd Drogerien ervältlich- — Gegen Fusschweig. 3n «p»rv-«n^un°^ Nr,raufen Kukirol-Futzbad. Drogerie A. Engel. Schristleituna: H Becker.- Druck und Verlag: G- Beckerfche Buchdruckerei in Sinsheim.