erscheint dis auf weiteres einmal Samstag. Bezugs-Preis: Durch die Post bezöge» und durch ' den Briefträger u. uusere Äueiräger »hue Beftellgei» str Januar Soldsrar» S.7» freibleibend. . De« Bezugsprei» istim Borax« zu entrichte«. In Fälle» von höherer Gewalt de- sieht kei« Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung de« B«zug»preise». Seschästszett >K8-5 Uhr, Eanntag« geschloffen. Sernsprrchaus chtuft Rr. H. Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. DHI. andbote 'tnsbermer ieitung Gegründet 1639 General-Anzeiger für das Elsenz- und Schwarzbachtal Aetteste und verbrettetste Zeitung dieser Gegend. Laupt-Anzeigen-Blatt. Anzeigen-Preise: Anzeigen : Die 42 mm breite Millimeter-Zeile 8 Goldpfg. FamUien-Anzeigrn * Goldpfg. Redlaiue«: Die 87 mm breite Millimeter-ZeU« 8t Goldpfg. mal Schlüffelzahl, wie sie vom Verein deutscher Zeitungsverleger für alle Zeitungen »erdiudlich jede Woche festgesetzt wird. Srundschrift im Anzeigen- und Tertteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffefier Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen »ach Rechnuug»- datum »der bei gerichtlicher Betreibung und bei Konkurs erlischt. Platzvorschristen werden nicht an- erixmnt und für Aufnahmen an destimmten Tage« sowie für telefonische Aufträge keine Gewähr übernommen. Anzeige»-Annahme bi, 8 Uhr oormittag»; grötzereAnzeige» wollen am Tage oorher aufgegeben werden. M 10 . Samstag, den 8. Mörz 1924. 88. Jahrgang Dor Auflösung des Reichstags. Der Reichspräsident zur Unterzeichnung bereit. Test einigen Tagen sind die Abgeordneten des Reichspacla- ments'in lebhafter Bewegung. Es herrschte gewaltige Aufregung, euslüsrrng, wie schon mitgeteilt, eine hochbedeutsame Unterredung aber nicht mehr wegen der Frage, ob der Reichstag aufgelöst wird, sondern wann er aufgelöst wird, und wann d:? Neuwahlen stattsinden werden. Reichskanzler Dr. Marx hat gestern öder die Reichstags- mit dem Reichspräsidenten gehabt. Gegen Abend wurde bekannt, daß der Reichspräsident den Kanzler, wie schon bei früheren Gelegenheiten, auf die außenpolitischen Momente austnerksam gemocht habe, die gegen eine sofortige Reichstagauflösung, zumindesten aber gegen ejnen früheren Wahltermin sprechen. Die Gedankengänge des Reichspräsidenten enthalten die bekannten Hinweise auf den nahen Termin der französischen Wähler aus die Schwierigkeiten im Rheinland und auf den Umstand, daß während der Zwischenzeit zwischen einem frühaufgeiösten Reichstag und dem kommenden Reichstag oje Regierung nur den Charakter einer Gefchäftsreg-ierung haben werde und daher für wichtige außenpolitische Entscheidungen in dieser Frist nicht mit der vollkommenen Autorität gegenüber üem Auslande auf' treten könne. Der Reichskanzler hat dem Reichspräsidenten bedeutet, daß die Reichstagsauflösung unvermeidlich ist, wenn eine Verstäno.g urig mit den Sozialdemokraten über die Abänderungsanträge der Steuernotverordnung nicht gefunden wird. Nun ist aber gleichfalls bekannt geworden, daß in der Fraktionssitzung der Sozialdemokraten, die Mittwoch abend noch stattgeftinden hat, sich eine starke Mehrheit gegen jegliche Nachgiebigkeit der Regierung gegenüber ausgesprochen hat. Aiyesjchts dieser Situation erklärt« der Reichspräsident dem Reichskanzler, daß er zur Unterzeichnung eines Austösungsdekrtte« des Reichstigrs bereit sei. Die Unterzeichnung ist natürlich noch nicht erfolgt, da eine endgültige Stellungnahme des Kabinetts noch nicht vorl.egt. Es läßt sich aber im Anschluß an die gestrige Sitzung des Reichskabinetts sagen, daß auch die Mehrheit des Kabinetts die sofortige Auslösung als unvermeidlich ansieht. Fn parlamentarischen Kreisen nimmt man an. daß oer Reichstag spätestens Mitte nächster Woche aufgelöst «erden wird. Gesten« abend fanden noch Parteiführerbesprechungen im Reichstag statt, in denen die Dispositionen für die nächsten Tag« besprochen wurden. Es ist in Aussicht genommen, den Sams- tag und eventuell den Montag sitzungsfrei zu lassen. Die Entscheidung darüber trifft morgen der Aeltestenrat. Anfang der nächsten Woche soll dann der Notetat und der Gesetzentwerf über die Goldnotenbank erledigt werden. Dieser Gesetzentwurf wird vom Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht eingebracht werden. Die Goldkreditbank beschlossen. Berlin, 6. März. Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist heute vormittag wieder hier eingetroffen. Er hat die Zustimmung der EachverständigLN brzw. der Repaoatiollskorrm ssioa z« der von ihm geplanten Goldkreditbank mitgrbracht. Dr. Schars legt NUN Wert darauf, daß die Errichtung der Goldkreditbank noch vor der Auslösung des Reichstages auf gesetzlichem Wege ge- retzeft w rd. Sa dies noch einige Tage in Anspruch nehmen wird, kann der Reichstag kaum vor Mitte nächster Woche aus- einondergehen. Damit ist auch sie Frage des Reichstagswah,'- termins insofern zum Teil gelöst, als der 6. April nicht mehr in Frage kommt, wenn der alte Reichstag erst am II oder 12. März aufgelöst wird. Enifcheidende Beschlüsse sind noch nicht gefaßt worden, doch hat es den Anschein, als ob im Kabinett jetzt die Meinung überwiegen würde, daß aus politischen und technischen Gründen Wahlen im April nicht mehr durchführbar wären und ein Verlegen des Wahttermins anf «inen Sonntag im Mai nötig fein würde. Besprechung d«r Finanzminister der Länder. Berlin, 6. März. Die dritte Stcuernotverordnung der Reichsregierung ist Gegenstand von Verhandlungen, die heute nn preußischen Finanzministerium zwischen den Finanzministern sämtlicher Länder stattgefunoen haben. Die Meinungen der einzelnen Finanzminister gegenüber der dritten Steuernotverordnung stimmen völlig überein. Me Länder habe» seinerzeit im ReiN.s- rat eine Reihe von Wünschen und Beschwerden zur Geltung gebrach». Diese Wünsche sind aber von der Reichsregierung zum größten Teil bej Erlaß der dritten Sieuernotverordnung noch nicht berücksichtigt worden. Die Verhandlungen sollen zur <£.- mittlung der Form dienen, in der die Länder ihre Wünsche im Reichsrat, dem bekanntlich ebenso wie dem Reichstag das Recht zustekt, eine Aufhebung auf Grund des Ermächtigungsgesetzes erlassener Verordnungen zu verlangen, zur Geltung bringen können. Das Reichsfinanzministerium war an der Be- isprechuno nicht beteiligt. Reichsgericht nab Aufwertung. Berlin, 4. März. Wie die „Vossifche Zeitung- melde-, der fünfte Senat des Reichsgerichts die Bestimmungen dritten Steueruotvrrordnn'rg, welche die Aufwertung be- tefsen. siir rechtsgiil ig erklärt. Derselbe Senat hat am 28. No-. Ärmster 1023 oar beaanue Urteil gefällt, durch das die ganz« ufwerNrugsbewegung in Fluß geiro,innen ist. Genera, von Sreckt an -:e Reichswehr. Berlin. 29. Fedr. Der Chef d->r Heeresleitung, General In Leeckt, dankt i.r einem B >jcht der Reichswehr für ihre pflichttreue, sachkundige und uncrmiiöckche Tätigkeit während des militärischen Ausnahmezustanoes, die allein Bürgerkrieg verhindert und die Wiederhcrsteilunq der Reichsobrigkeit ermöglicht hat. Im weiteren Gang der staatlichen und wirtschaftlichen Gesundung Deutschlands, dürfte dir Reichswehr Ke ne Astagsarbeit leisten. Sie müsse für außerordentliche Zeiten und Ausgaben tatkräftig erhasten bleiben. Die Kommandeure werden ausgefordert, an der Festigung der Trupp: zu arbeiten, damit die Reichswehr wie bisher das überparteiliche, nur dem Vaterland dienende scharfe Instrument bleibt. Freiherr von Lersner gegen Dr. Stresemann in der Kriegs- fchuldfrage. Ber.m, 5. März. Der deutschvolksparteiliche Abgeordnete Freiherr von Lersner veröffentlicht heute eine Erklärung in der er jeftftellt, der Reichsaußenminister Dr. Stresemann habe in seiner programmatischen Rede vor dem Reichstag am Donnerstag sich in keiner Weise mit der Kriegsschuldsrage beschäftigt, obwohl der Präsident der französischen Republik Millerand neuerdings den Versuch gemacht habe, die Kriegsschuld Deutschs- fcnbs zu konstatieren. Freiherr von Lersner habe im Auswärtigen Ausschuß den Reichsaußenminister Dr. Stresemann aufzekordert. erstens in seiner Programmred« sich gegen Mille rand zu wenden und zweitens die Gelegenheit zu einem entscheidenden amtlichen Schritt gegen Frankreich in der Kriegs schuidfragr zu benutzen. Wenn »er Reichsaußenminister diesem Wunsch nicht nachträglich noch nachkäm«, würde Herr von Lersner bei dem Vertrauensvotum im Reichstag, das zu er warten wäre, sich gezwungen sehen, gegen die Regierung zu stimmen. Günstige Aussichten für Ä« Leipziger MM«. Lesttzitz, 5. März. Schon am Vortage der Morgen b< ginnenden Leipziger Frühjahrsmesse 1924 läßt sich erkennen, daß diese Messe jm Zeichen der Stabilisierung der Währung sicht. Die Zahl der Aussteller beträgt weit über 14 000. Zahlreiche ausländische Besucher darunter offizielle Vertreter fremder Regierungen haben ihren Besuch in Leipzig angesagt, Auch der Verein der ausländischen Presse in Berlin wird der Mess« einen Besuch abstatten. Wie jede Messe so wird auch die diesjährige Frühmesse eine große Zahl von neuen Erfindungen brin gen, non denen wohl di« Radio-Erfindung im Vordergründe stehen wird, was auch dadurch zum Ausdruck kommt daß am heutigen Samstag Nachmittag die Erste Deutsche N dio-Woche jn Leipzig eröffnet wird und der erste mitteldeutsche Redlosender jn Leipzig heute jn Tätigkeit gesetzt wird. Zur Arbeitsdienstpflicht. Di; Bertreterversammlung des Reichsland-Bundes hat auf der großen Breslauer Lansbundtagung sich einmütig zu folgenden Anschauniftren bekannt: Die Bertreterversammlung des Reichs landblindes erkennt als einen der wichtigsten Gründe unseres inneren Verfalles die Abkehr von dem Vorbilde altpreußischer Pflichterfüllung, Dienstauffassung und Arbeitsehre. Aufwärts kann er mit dem deutschen Volke nur gehen, wenn Arbeit »nd Dienst für die Allgemeinheit wieder höher geachtet werden als das Streben nach persönlichem, materiellem Gewinn. Der deutsche Bauer hat von jeher seine schwere Arbeit ohne Zei.be- grer.z"ng als Dienst an der Scholle und als Pflicht gegenüber der Allgemeinheit aufgefaht und verrichtet. Das im Reichsland-Bund zusammengeschlossene Landvolk ist entschlossen, seinen Leistungswillen gegenüber dem Bolks- ganzen in der Notzeit des Vaterlandes bis zum äußersten zu steigern und erklärt sich bereit, die Arbeitskraft seiner Söhne und Töchter dem Staate im Rahmen einer alle Volksschichten umfassenden Arbeitsdienstpflicht freudig zur Verfügung zu stellen. Von seinen Vertretern i» den Parlamenten erwartet der Rejchsland-Buno die Herbeiführung der -»for-erUchrn grfetz- lichen Maßnahmen. Ein deutsch-türkischer Vertrag. Der Abschluß eines Freundfchastsvertrags zwischen Deutschland und der Türkei steht unmittelbar bevor (voraussichtlich soll er im Laufe des 4. März in Angora unterzeichnet werden.) Vergangenen Montag haben sich Botschaftsrat Hositei«, der in Konstantinopel bisher unter dem Schutze der schwedischen Gesandtschaft die deutschen Interessen vertrat, und der deutsche Gesend-e in Bukarest, Freytag, nach Angora begeben, zu Besprechungen. an denen van türkischer Seite Tewsik Kiamil-Ber als Vertreter des türkischen Außenministeriums teilnahm. Diese Verhandlungen haben erfreulicherweise in kurzer Zeit zu einem befriedigenden Ergebnis geführt. Es handelt sich um «inen Rahmenvertrag, der die Aufnahme der amtlich;« Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei umschreiben soll, ähnlich wie er init anderen Staaten vereinbart wurde, .die nicht Signatar- Mächte des Lausanner Vertrags sind, so zuletzt mit Oesterreich. Darüber hinaus ist beabsichtigt, in Kürze in Sonderverhand- lur.gen, wie über die Frage der AnsiedlnNz und der Handclsbe- zirhunaen einzutreten. Es wird dazu eine Sonderkommission ans Berlin erwartet. Die Enthüllungen des Hitlerprozesses. Deutschland stand im letzten Herbst unmittelbar vor >r Möglichkeit eines furchtbaren allgemeinen Bürgerkrieges, de: im Fall de; Gelingens unser Lau) völlig in d;n Abgrund hätte stürzen müssen. Das ist die sch'echthcn erschütternde Erkenntnis die oie Aussagen der November,Putschisten im Münchener Pro- ck. vermitteln. Man wußte ja schon bisher, daß das Reich damals während der Höchstflut der Inflation, der Auflehnung Bayerns und des separatistischen Hochverrats unmittelbar vor feiner Zerstörung stand. Aber daß die Aufrnhrbewegung so weite und maßgebliche Kreise ergriffen hatte, daß man Pläne von so frevel- * hast leichtfertiger Vermessenheit auszuführen gedachte, das hat man jn diesem Umfang doch nicht geahnt. Wenn sich auch nur ein Teil von dem was die Angeklagten übereinstimmend über ihre monaielangen intimen Beziehungen mit Kühr, Lossow und Seitzer anssagen, bestätigt, ist klargestellt: in Bayern spielte auch die Regierung mit dem Gedanken des „Marsches nach Berlin", die Einfetzurig Kahrs sollte diesun Pst-n dienen, die ganze Atmosphäre des Landes stand unter dem Druck der phrasenpatriotischen Verbände (von denen nach der Aussage Dr. Webers nur Oberland sich finanziell selbst un'r- hielt, die also sonst von unoerantwvrtlichen Geldgebern unterhalten wurden), dahinter stand die mehrfach genannte „maßgebende hohe Stelle", o. h. der frühere Kronprinz Rupprecht von Bayern. der mit Dr. Weber schon im Laufe des Septembers über die Einsetzung Kahrs sprach. Man hat sich bisher die Differenz zwischen der Wittelsbachschen und der „völkischen" Richtung in Bayer:» erheblich stärker vorgestellt. Es mag sein, daß sich das Bild in den kommenden Zeugenaussagen doch wieder verschiebi. Eins ist jedenfalls heute schon klar: Die vom Lantag eingesetzten Regierungsjnstanzen in Bayern und ihr Generalstaats- krmmissar haben, ob nun ehrlich oder nur halbehrlich, oe» rechtsradikalen Umsturzversuchen in verbrecherischer Schwäche bis an den Rand der Katastrophe nachgegcben. Damit sind auch die in Bayern maßgebenden Parteien aufs schwerste kompromittiert. Denn was wollten diese Umsturzversuche? Man kann es kaum mit anhören, wenn von diesen Menschen Phrasen gebracht werden, wie die, daß sie di« „gvotzdenlsche Frage" lösen wollten. Als ob die nicht-rechtsradikalen Deutschen ein einiges und starkes Gwß-Deutschtand nicht wolttcn! Was wollten sie im Besonderen? Die Putschisten lehnten den realen Rettungsversuch der Reichsregierung ab. Sie waren, wie Dr. Weber ausdrücklich erklärte, gegen die Währungsstabilisierung durch die Rückenmark, da angeblich damit der letzt« Rest des deutschen Vermögens in die Hand des Börsenkapitals käme. Was planten sie anstatt dessen? Man wollte zunächst einen Bürgerkrieg führen: „einen Kampf beim Vormarsch jn Sachsen und Thür- irlgen" — und Kahr, der legitime Genera lstaatskommissar von Bayern soll nach den Aussagen Dr. Webers und PSHners diesem das Generasitaatskvmmissarjrt von Sachsen und Thüringen cngeboten haben — ob auch als „Statthalter Wittelsbachs", ist nicht gesagt. Von der Reichswehr — das zeigt erst den Grad der Gefahr — nahmen die Putschisten an, daß bei ihr „oje Möglichkeit eines Sich-Stellens gegen die Person Ludendorffs nicht in Frage komme." Was wäre geschehen, wenn der Putsch geglückt wäre? Diese Phantasten dachten daran, „nach der Lösung der inneren Fragen die schwarz-wetß-rot« Fahne über de«. Rhein zu tragen und so auch die äußere Freiheit Deutschlands wiederherzuste-llen." Tatsächlich wäre» sie nie an den Rhein gekommen^ die ur^-lückljchen Rheinlande wären durch den Putsch schon verloren gegangen; vielleicht hätte man zwecklos -inige Regimenter fast unbewaffneter deutscher Jugend vor die Geschütze der wieder geeinigten Well gejagt'. Nach diesen Enthüllungen ist es heute aus außenpolitisch'» Gründen nicht mehr zu rechtfertigen, wenn die Oesfentlichkeit weiterhin ausgeschlossen würde. Mnn mehr ist kaum noch zu enthüllen. 2n den innerpolitischen Dingen muß aber vollständige Klärung gefordert werden, wenn in Deutschland noch Recht Rech: bleiben soll. Sie muß aber auch deshalb verlangt werden, damit das deutsche Volk die beiden Wege sieht, die man ihm bietet: den wahnsinlligen rechtsradikalen des inneren Krieges und unmöglichen äußeren Krisgsoersuchs und den des zäh arbeitenden Wiederaufstiegs. Der Briefwechsel Maedonald-Poineare. Ein «euer Weg zur Lösung. Zwischen dem englischen Ministerpräsidenten Macdonald und dem französischen Ministcrpräsidenten Poincare hat ein Briefwechsel stattgeftinden, dem dir größte politische Bedeutung n>- kommt. Macdonald hat offenbar die Absicht, seine Absich wahr zu machen, aktive Politik zu treiben und die europäischen Probleme ihrer Lösung zuzuführen, nachdem die vielen Konferenzen immer wieder ergebnislos verlaufen sind. Macdonalo will «ine freie und offene Aussprache über alle europäischen Fragen herbeifühl en und er hofft, daß das Reparationsproblem und die Sicher- heusfrage auf diese Weise regeln zu können. Auch das Rüstungsproblem wird in dem Schriftstück berührt. Wir hoffen, daß es Maedonald gelingt, Poincare an den Berhanolungstifch zu bringen, damit Europa endlich den Frieden erhält, auf den «s so lange wartet. Der Briefwechsel, der zwischen Macdonaw und Poincare stattgefunden har. gibt der Presse Anlaß zu eingehenden Betrachtungen. Der Brief Macdonalös ist vom 21. Februar datiert und man wird nicht leugnen können, daß er eine Reche von Wahrheiten enthält, dje für einen Mann wie Poincare rechr peinlich klingen müssen. In dem Brief Macdonalds heißt es z. B. an einer Stelle, „In England herrscht das sehr verbreitete Gefühl vor, daß Frankreich „entgegen den Bestimmungen des Bersariiec Vertrages" eine Situation zu schaffen versucht, die ihm das besorgt, was er während der Frict«nsverhandlung«n zwischen den Verbündeten nicht erlange« konnte. Weder die unbegrenzten Hoffnungen, die der Sieg hervorgerufen hat, noch das Zahlungsabkommen von 1921 entsprechen tatsächlich den wirtschaftlichen Bedingungen, wie sie heute bestehen. So ist es gekommen, daß die Bevölkerung unseres Landes mit Besorgnis den scheinbaren Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Nr. 10. Jahrgang 1924. Samstag, den 8. März 1924. Entschluß Frankreichs feststellt, Deutschland zugrunde zu richten und aus dem Kontinent zu dominieren." Man wird zugeben, daß Macdonalos Rückhaltlosigkeit bis zur Schärfe geht. Und diese wird nicht dadurch ^gemildert daß der englische Premierminister im Schlüsse seines Briefes auf Frankreichs Flugzeuariistnngen gegen England uns au' Frankreichs Interesse und seine stnanzielle Unterstützung der neuen Icntraleuropäischen Staatcngebjlde hinweist, wobei er zugleich Englands korrekte Schuldenabzahlung an Amerika und Fiankreichs Drückebergerei als Schuldner Englands hervorhebt. Ein peinlicher Brief für das Frankreich Poincares. Aber durchaus keine frohe Botschaft für Deutschland. Denn Mac- donald berührt das heiße Eisen der Ruhr-, Rhein- und Pfalzfrage in seinem Briefe nur mit dem flüchtigen Hinweise, daß eine Regelung wünschenswert sei. Im zweiten Teile seines Briefes entwickelt Macdonald seine possitiven Vorschläge, ohne „freundschaftliche" Mbcnbemerkungen an Frankreichs Adresse. England wünsche eine Sichtung gegen den Krieg überhaupt. Der Völkerbund sej die Organisation, die diesen Wunsch am besten realisieren könne. England und Frankreich müßten zusammen arbeiten zur Regelung der europäischen Interessen. ' Poincare hat sich veranlaßt gesehen, auf den Brief Macdo- donalds wohl oder übel höflich zu mrtworten. Er ist auf Mac- donalps Lieblingswunsch, daß der Völkerbund mehr Beachtung finden solle, verbindlich eingegangen, aber er hat cs sich nicht versage" können, gewisse Bemerkungen in Macdonalds Brief „sachlich" zu entkräften. Mit besonderem Nachdruck aber hat Poin- care auf das Repamtionsproblem, auf die Schuldstage und auf die Sicherheilsfrage hingewiesen. Jedenfalls sind nunmehr diese Dinge zur Debatte gestellt worden und diese Debatte wiro vermutlich erst dann geschlossen werden, wenn der allgemeine Wunsch, eine endgültige Lösung der europäischen Probleme herbeizuführen, Erfüllung gefunden hat. Wie Reuter meldet, soll der Briefwechsel den Weg zu einer baldigen Zusammenkunft der beiden Ministerpräsidenten ebnen. Selbstverständlich kann diese Begegnung erst dann erfolgen, nachdem eine Prüfung der Sachverständigerberichte stastgeftinden har. Ein amtliches englisches Urteil. London. 4. März. Reuter berichtet, die allgemeine Ansicht der verantwortlichen Londoner Kreise sei, daß in den englisch- französischen Beziehungen durch den neuen Driefaustausch zwischen Macdonald und Poincarr kein neues Stadium ango- bahm worden sei. Es verlautet, daß diese Mitteilungen durch keine besonderen Ereignisse hervorgerrzfen seien und nur die Fortsetzung der freundschaftlichen Noten bedeuten, die ausgebaut worden seien, seit Macdonald seinen Posten übernommen habe. Ihr Zweck sei zweifellos gewesen, einen gewissen Argwohn und einige Zweifel zu beseitigen, die aus beiden Seiten ü«s Kanals in der letzten Zeit entstanden sind. Es handle sich, was England angehe, um die Vertreibung anncktionistischer Ideen und was Frankreich betreffe, um die Ungewißheit über die Härtung der britischen Arbeiterregierung gegenüber. Frankreich und ihre Stellungnahme zur Rcparationsfrage im allgemeinen. 3n diesen Punkten werde die Offenheit sicher die gewünschte Wirkung haben. Das beabsichtigt' Endziel des Meinungsaustausches fei voraussichtlich eine Zusammenkunft zwischen dem britischen und französischen Premierminister. Jede «ndgülllge Zusammenkunft aber werde, wie man annehme, weit größere Aussicht auf Erfolg haben, wenn eine gründliche Klärung der Atmosphäre vorausgegangen sei. Im übrigen sei jedoch alles Gerede über eine endgültige Konferenz verfrüht, bevor die §ach- verständigenberichte eingegangen und erwogen seien. Englands Angst vor Frankreich. Das Wettrüsten beginnt. London^ 5. März. Im Oberhaus brachte gestern per ehemalige Nnterstaatssekretär für das Lustfahrwesen, Lord Lon- donderry, einen Antrag ein, der für Großbritannien eine Luststreitmacht fordert, die stark genug ist, um Luftangriffe der stärksten Luststreitmacht z« wiedersteh?». Der Lord erklärte, unter den gegenwärtigen Umständen könne London, das Herz des britischen Reiches, von der Lust aus in kurzer Zeit vernichtet werden. Zur Beseitigung der außerocdem- ljchen Ungleichheit in den Luftflotten Frankreichs und Englands forderte der Redner ejne allmähliche Ausdehnung der Luftstreitmacht auf 600 Flugmaschinen. Der Herzog von Souther- land verlas Auszüge aus einem Artikel des jetzigen Luftfrchrt- miniiters Lord Thomson, in dem sich scharfe Ausfälle gegenüber Frankreich befinden. Frankreich müsse, so heißt es in dem ! Artikel, zu verstehen gegeben werden, daß letzten Endes Gewalt mit Gewalt begegnet werden könne. Der Herzog erklärte, er vermisse, eine Uebereinstimmung zwischen diesem Artikel und der Haltung der Regierung. Der Luftfahrtminister protestierte gegen die Verlesung eines vor seiner Ministerschaft geschriebenen Artikels und erklärte, der Eintrag laufe auf eine Formel hinaus, die sich bis ins Unendliche ausdehnen lasse. Der Anlrag Lord Lonüonderrys wurde trotz ablehnender Ausführungen des Luftfahrtministers Thomson vom Oberhaus angenommen. Einschränkung der Militärkontrolle. Eine Note der Botschafterkonferenz an die deutsche Regierung. Parts 5 März. Die Botschafterkonferenz hat heute v,r- mlltag in Anwesenheit von Marschall Fach eine Sitzung ab- gehasten. in der sie sich über den Wortlaut der an Deutschland zu richtenden Note über die Wiederaufnahme der Militärkon- trolle verständigt hat. Hanas erinnert in einem Kommentar zu de: Sitzung daran, daß den Beratungen der Botschasterkon- fere»z die Vorschläge der englischen Regierung vom 25. Februar zvgrrndegelegen habe::, die die Boischafterkonferenz zur Begutachtung dem interalliierten Militärkomitee in Versailles übermittelt haste. Die englischen Vorschläge seien heute, abgesehen von einzelnen Aenderungen in Einzelheiten in großen Zügen angenommen worden. Die Note, die heute abend von der Bot- schasterkonferenz an die deutsche Regierung gerichtet werde, s he die denmächstige baldige Wlederaufimhme der Milllärkonicollr in Deutschland vor. Sie werde für die interalliierte Militärkoms- mission das Recht in Anspruch nehmen, mit Unterstützung der deutschen Behörden in ganz Deutschland mit seinem derzeitigen Mannschaftsbestand Nachzuprüfen, ob im Jahre 1923 wo die Kontrolle nicht mehr ausgeübt wordey sei, Deutschland keine neuen militärischen Vorbereitungen unternommen habe und ob zurzeit die Abrüstung als endgültig durchgeführt betrachtet werden könne. Wenn die deutsche Regierung zu dieser Nachprüfung die Hand biete und wenn ferner deren Ergebnis negativ fcj, werden die Alliierten bereit sein, anstelle der Militärkontrollkom- mission ein Garantiekomitee oder irgend ein anderes gleichartiges Organ mit beschränktem Personalbestand zu setzen, entsprechend den Vorschlägen, die die Boischafterkonferenz im September 1922 Deutschland gemacht habe. Vorher werde Deutschland die in einer Note. von 1922 vorgesehenen fünf Forderungen erfüllen müftcn, die sich sämtlich auf Abänderung der Gesetzgebung betreffend die Ausfuhr von Waffen, die Entmilitarisierung der Polizei usw. bezögen. Der finanzielle Bankrott der französischen Militärpolitik. Mailand. 3. März. Der Seeolo schildert in einen: Leitartikel den finanziellen Bankerott der französischen Militärpolitik uno weist ans die Rotwenüigkeit hin, daß Frankreich das Ruhrgebiet räum«. England und Italien könMen unmöglich die französische Ruhrpolitik unterstützen. Das Blatt hofft, daß Deutschland durch eine kluge Mäßigung den Rückzug Frankreichs nicht erschwert und bedauert die passive Haltung Englands. Vorbereitung für «ine Fnternationalisierunz der Rheinbah.a.'n. Eisen, 4. März. Innerhalb der Regie scheint die Auffassung an Boden zu gewinnen, daß mit ihrer Ablösung durch ein interalliiertes Fimanzunternehme» aller Wahrscheinlichkeit nach zu rechnen sei. In letzter Zeit zeigt sich ein gewisses Bestreben, den französischen Leistungen für das Bahnunternehmen eine besondere, nach außen hervortretende Bedeutung zu geben, um den An'eil Frankreichs an dem kominendsn interalliierten Bahnunternehmen und den französischen Einfluß möglich ausschlaggebend zu machen. Nach Mitteilungen unterrichteter Regieb?- ämten will Frankreich bei der Umwandlung der Regie in ein interalliiertes Unternehmen nicht allein einen ganz erheblichen Teil des Kapitals aufbringen, sondern auch seine bisherigen Leistungen für die rheinischen Bahnen und namentlich das von ihm ejluzesetzte französische Personal soll alsdann auch bei der späteren Geschästsgebahrung des Unternehmens zur Wahrung der 'ranzösischen Belange berufen sein. Das ftanzösische Personal wird von oben herunter jetzt angehalten, sich bei allen Gelegenheiten zu dauerndem Verbleiben in Deutschland bestimmt auszu- geben. Um die Absicht dauernden Verbleibens noch wirksamer zu betonen, werden die französischen Bediensteten angehalten, die deutsche Sprache zu erlernen. Zu dem gleichen Zwecke de" treibt jetzt die Regie mit möglichst viel Aufhebens die Wiederbelebung der bisher vollständig vernachlässigten deutschen Wohl- ahrtseinrichtungen und deren Nutzbarmachung für das französische Personal. Der unaufhaltsame Niedergang des Franken. Dermehrung des Notenumlaufs. Berlin, 3. März. Einer Blättermeldung zufolge notierte gestern an der Pariser Börse das Pfund Sterling 106,30 Franks gegen 103,50 am Montag, ^>er Dollar 24,80 gegen 24,04. Die neue Abwärtsbewegung des Franken wiro auf den sehr ungünstigen Wochenausweis der Bank von Frankreich zurückgeführt, der eine beträchtliche Vermehrung des Notenumlaufs aufweist. Amerika i» Sorge um seine Forderungen in Frankreich. London, 5. März. Die amtlichen Kreise Washingtons find beunruhigt über den Hinweis in oem Briefwechsel Macdonalos- Poincare, daß die Reparationen und Lie Kriegsschulden bei den kommenden Erörterungen über die europäischen Fragen miteinander verbunden werden sollen. Minister Hughes habe wiederholt die gegenteilige Ansicht der Regierung der Bereinigren Staaten dargelegt. Emst und jetzt. Berlin, 4. März. General Degoutte hat der „Zeit" zufolge zwei Verfügungen erlassen. Die eine verbietet den D?r- uns Ankauf von Gegenstände» und Lebensmitteln, die den Besatzungsbehörden gehören. Die zweite macht oie Bewohner des besetzten Gebietes darauf aufmerksam, daß Gebühren und Geldstrafen nur von Offizieren mit bestimmten Ausweisen cingezogen werden dürfen. * Einst, als der Pariser Frairben noch einen Schein von Wert haste, da wurde im besetzten Gebiet von den Franzosen alles aufgekauft, was zu erraffen mar. Do hat es General Ds- goutte nicht für notwendig erachtet- den armen Deutschen vor der kauflustigen „Madame" zu schützen. Jetzt bleibt Madame zu Haus und Monsieur versucht Geschäfte zu machen, indem er recht viel an den gehaßten Deutschen verkauft unü die Landsleute des Generals Degouste sehen ihre schönen Sachen über den Rhein ivandern. Wer hätte das ejqst gedacht! Die Vorgänge in der Pfalz. Schändlicher Bruch des Speyerer Abkommens durch General de Metz. Pirmasens, 4. März. Polizeioberkommissar Roth, Poljzei- kommissar Walter, Feuerwehrkommandant Müller, Amtsgerichts- rat Müller, die beiden Verleger der „Pirmasenser Zeitung" Gebr. Deil, sowie der Schmiedemeister Zapf wurden gestern von den Franzosen in das Amisgerichtsgcfüngnis in Mainz verbracht, um wegen angeblicher Beteiligung an der gemeinsamen Verire'bimg der Separatisten vor ein französisches Kriegsgericht gestellt zu werden. Trotz des feierlichen Speyerer Abkommens vom 16. Februar, das gegenseitige Repressalien verbietet, scheint jetzt das Unglaubliche wahr, zu werden, daß ehrenwerte oeutsche Bürger wegen ihrer treudeutschen Gesinnung von den Franzosen kriegsgerichtlich verurteilt werden sollen, während daneben die separatistischen Verbrecher heute noch unter dem Schutz der Franzosen in Pirmasens frei herumlaufen und die Bevölkerung durch Denunziationen usw. belästigen können. Angesichts dieses offenkundigen Verrates unter dem Schutz des Generals de Metz, der zwar die Verantwortung für oie Repressalien ablehnt, weil sie angeblich von der Militärbehörde erfolgen würden, der jedoch in Wirklichkeit allein der Verantwortliche dafür ist, ist es höchste Zeit, daß die interalliierte Sonderkommission möglichst dato in die Pfalz zurückkommt, um hier nach dem Rechten zu sehen, da sonst in Pirmasens die Ereignisse zu einer nochmaligen Katastrophe führen werden. Eine Protestnote der deutschm Regierung. Berlra, 5. März. Es sind in ocr letzten Zeit zahlreiche Verstöße der französisch-;« Besatzungsbchördr gegen das am 16. Februar abgeschlossene Abkommen von Speyer feftgestettt worden. Während die Besatzungsbehörü.' die Bestimmungen des Abkommens, die sich mit dem Schutz der Separatisten befassen, genau beobachtet, hat sie sich hinsichtlich des Schutzes der rcichs- treuen Pfälzer eines Bruches des Abkommens schuldig gemacht. Bon deutscher Seite wird eine Rote an Frankreich gerichtet werden, in welcher strenge Untersuchung der begangenen Verletzungen des Abkommens gefordert wird. Die schwere Not in Pirmasens. Die Franzosen schaffen die verhafteten Deutschen in Kraftwagen nach dem Krankenhaus unü führen sic den dort liegenden Wenn die Schatten weichen. Roman von Ferdinand Runkel. 44^ Nachdruck verboten. „Siehst du. Max, wir sind ja zwei Männer. Als ich dein Gedicht oben auf der Wand las, da wußte ich, wie es um dich und sie stand. Ich mache dir keinen Vorwurf..." „Dos kannst du auch nicht," unterbrach ihn Mar ruhig. „Denkst du vielleicht, daß die Reine. Heilige, die vielleicht nicht mehr unter den Lebenoen weist..." Ein« tiefe Beweg»ug verhinderte ihn, weiter zu sprechen, und auch Ritter blickte wortlos uns finster vor sich hin. Aber er war der Stärkere uno ermannte' sich daher zuerst. „Mit Reden ist nichts getan, wir müssen handeln. Komm, es gibt nur zwei Wege, auf denen sie das Fvrsthaus verlassen haben kann, auf einem muß der Huno ihre Spur finden. Vorwärts. Jetzt war er wieder Herr seiner Bewegung und der ganz« Mann. Ohne die beiden Professoren beim Frühstück zu stören, mrchte er sich mit Max auf. koppelte den Schweißhund los und gab ihm oe:mittelst eines Kleidungsstückes seiner Gastin die Witterung. Er führte ihn zuerst nach dem Haupttor .dann nach dem kleinen Pförtche». das aufs Gräberfeld leitete, wo Mag« sofort auf die frische Fährte fiel. „Stehst du hier ist sie herausgegangen, nun vorwärts." Er ließ den Hund frei laufen, und sie folgten in langen Schlitten dem vorwärts eilenden Tier. Als sie in den Wald gekommen waren und Mago immer geradewegs, die Schnauze auf der Erde, den schmalen Wilü- pfad entlang lies, flüsterte Max dem Oberförster erschreckt zu „Sie ist direkt nach der Kinzig hingegangen." „Ja." antwortete er düster. „Hast du ihr etwas getan..." „Ja." kam «s noch düsterer zurück. ...... das sie in eine solche Verzweiflung getrieben haben könnte?" Niiter sah den Mann an seiner Seite lauernd an Er wußte, wenn er jetzt Antwort gab. daß zwischen ihm« etwas Furchtbares geschehen müßte. Er faßte mit der rechten Hand den Gewchrriemen, als wollte er die Waffe von der Schulter nehmen. aber auch Max griff noch feiner Büchse, und Ritter bebemerkte jetzt, daß er ein gairz anderes Gesicht bekommen hatte. Er war nicht mehr der stille bescheidene Pädagoge, der forschende Gelehrte, sondern er halt« jetzt etwas von der Grausamj- keit und Härte eines Jägers. Seine blauen Augen blitzten, und eine tjefe Falte hatt« sich zwischen den Augenbrauen ejn- gcglaben. Das war der Sohn seines Paters, erzogen im Waldes- grauen- im Kampf mit den Räubern in Tier- und Menschengestalt. der sich nicht viel daraus machte, ob er seine Büchs? auf einen Rehbock oder auf einen Menschen anlegte. Das war ein ebenbürtiger Gegner, denn er vertrat die bessere Sache, er n«r der Perteidiger einer unschuldigen Frau. Aber so weit durfte es nicht kommen. Ein eigentümliches Grausen zog in die S«ele des harten brutalen Mamres ein. Zwei Opfer waren schon für seine unglückselige Leidenschaft zu Ser schönen Gräfin gefallen, zwei waren genug. Ein drittes hätte ihn mitgeriffen in den höllischen Schlund, den er mit erschreckender Deutlichkeit vor sich sah. Endlich pochte das Gemüsen mit schwerem Hammer an das harte Herz des Mannes und es :var gar nicht mehr hart, es wo? nicht mehr von Stein, wie er immer geglaubt hatte, sondern vrn Ton, und es splitterte unter den wuchtigen Schlägen des Ge- missenshammers auseinander. Rein, mit oem Manne neben ihn mußte er Frieden halten. Darum sagt« er ruhig uno ohne Groll in der Stimme: „Ich weiß es, Max, daß ich für die Tat der armen Molly verantwortlich bin. Ich weiß auch, daß du mich verantwostlich machst." „Ja, das tue ich. denn die Schulo an jeder Tat der Frau trägt der Mann." „Laß uns jetzt davon nicht sprechen, sonüern laß uns suchen." Schweigend folgten sie wieder dem Hunde, und endlich gelangten sie an die Uferstell«, wo geknickte Farnkräuter und zerrissene Blätter des Huflattichs, wo die abgcruschte weiche Ufer erde erkennen ließ, daß hier das Furchtbare geschehen war. Da konnte sich Max nicht mehr hasten. „Du hast sie in den Tod getrieben." „Nein, du," antwortete Ritter wild. „Wärst du nicht in ihr Leben getreten, so wäre sie ruhig den Pfad weitergeschritten. Du hast das Unglück ins Haus gebracht, du hast ihre See'e aufgewühlt und ihr trügerische Hoffnungen von Glück erweck:. Du hast sic stark gemacht zum Widerstand gegen mich." „Schweig mit deinen Vorwürfen. Du willst nur deine »igcne Schuld beschönigen. Was zwischen Molly und mir geschehen ist, hat sie nicht in den Tod getrieben. Wir sind ja doch keine gedankenlose Kinder mehr, wir sino reif uno gestählt im Kampf mit dem Unglück des Lebens. Wir haben uns nur gesagt, daß es besser geworden wäre, wenn wir einander angehörthätten, aber wir haben zugleich auch Abschied genommen für dieses Leben. Glaubst du, daß die Reine, Heilige, die hier llr dm Wellen das Ende gesucht und, wie wir fürchten müssen, gefunden hat, je imstande gewesen wäre, fleischlich zu sündigen?" Er hatte recht, der Mann, oer w:e das anklagende Gewissen jetzt vor ihm stand. Nur einen Augenblick hatte er geglaubt, Molly sei eine Heuchlerin, ihre Reinheit, ihre stille Ergebenheit sei nur Maske gewesen: aber sein Gewissen sagte ihm, daß er sich irre, und nun fand auch Max das richtige Wort: „Komm, Ritter. es liegt nicht i» dem Geiste der unglücklichen Frau, daß wir uns auf Tod und Leben befehden. Ihr Geist ist der Geist der Versöhnung und Milüe. Was auch geschehen sein mag. mir haben jetzt nur eine Pflicht, sie zu suchen, sie zu finden, uns das Wie steht in Gottes Hanü." Wortlos begannen sie nun die Uferböschung zu durchsuchen, Ritter als der Stärkere, schlang die lederne Hundele:ne um einen Baun. in der Nähe, so daß er einen festen Halt gewann, dann reich'« er Max die Hand, der sich langsam bis zum Wasserspiegel binuntergleiten ließ und nun die fürchterliche Entdeckung machte, daß tatsächlich hier ein menschlicher Körper i» der Tiefe versunken sej. Es war ihm, als ob das ganze Glück seines Lebens vernichtet, als ob der Tag gewichen uno ewig« Nacht cngebrorben sei Er sah nichts mehr, er hörte nichts mehr, es schwindest«: ihm vor den Augen. ^Fortsetzung in oer Beilage.) Nr. 10. Zahr^ng 1924 Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Smnstag, den 8. März 1921. Separatisten vor. Das Gesindel bezeichnet dann diejenigen, die jn Haft bleiben sollen. Bei einer solchen Vorführung wurde der Bürger Bohrer von dem Separatisten Gölzlcjster (Regicarbeitec) jm Beisein von französischen Untrrsuchungsbeamten schwer niitz- hsndell und am Boden liegend noch mit den Füßen getreten. - Hon den Franzosen wurden bekanntlich sämtliche Vereine aufgelöst. Angehörige von den aufgelösten Vereinen, die noch Vereinsabzeichen tragen, werden bestraft. Bei einem Touristenverein s-ollien die Franzosen sogar die Touristenanzüge beschlagnahmen . Zimehmende Spannung tn Pirmasens. Pirmasens, 6. März. Die hiesigen Zustände scheinen einer ^uen Katastrophe zuzutrciben, wenn nicht bald die Sonder- Wmnifsion der Rheinlandkommission nach dem Rechten sieht. Die Verhaftungen unschuldiger Bürger durch die Besatzungs- sehörde dauern an. Die Verhafteten werden zum Teil von den ftt-nzösischen Dolmetschern und Gendarmen mißhandelt. Der Techniker Jakob Becker wurde von einem französischen Dolmetscher so fürchterlich geschlagen, daß er eine ganze Nacht bewußtlos lag und dann tobsüchtig wurde. Die in das Militärgefängnis nach Mainz verbrachten Bürger wurden in Ketten zum Bahnhof twnspsrtrert, was bei der Bevölkerung ungeheure Erregung hervorrief. Der Stadt wuroe mit der Verhaftung von weiteren 100 Geiseln gedroht, wenn den Separatisten irgend etwas geschehe Unter dem Schutz der französischen Delegierten wird das Auftreten der Separatisten täglich herausfordernder. Sie gehen im Rathaus aus und ein, wo ihnen das frühere Wacht- lokal der deutschen Polizei von den Franzosen zugewiesen wurde. Zur belgischen Krisis. Das Ministerium Theunis-Iaspar ist gestürzt morde.:, infolge des Mißerfolges der Ruhraktion. Es geschah indcß ge- ' Deutlich der Vorlage des zu ratifizierenden Wirtschaftsvertrages mit Frankreich. Der Umstand, daß infolge der hohen französischen Schutzzölle die belgische Ausfuhr nach Frankreich von 1853 Millionen Franken auf 700 zurückgcgangen, die Einfuhr aus Frankreich hingegen von 900 Millionen auf 1300 Millionen gestiegen ist, gab zu denken. Dabei ist der Warenaustausch mit Deutschland, dem natürlichen Hinterlande. möglichst unt°r Kunden worden. Dies hat zumal der Hajen in Antwerpen zu spüren bekommen, dessen Verkehr in empfindlicher Weis« ab- '% genommen hat. Der Bürgermeister von Antwerpen, der kleri- " kal-soziale Van Cauwelaert hat bei Ablehnung des vom Ministerium Theunis-Iaspar geforderten Vertrauensvotums den >.us- fchlag gegeben, indem er den Sozialisten unter Bandervelde 15 Stimmen zugesellte. Er verwahrte sich zwar dagegen, aas klerikal-liberale Mjnifterjum stürzen zu wollen, allein die wirtschaftliche Lage nötigte ihn, das Abkommen mit Frankreich §b- zulehnen. Die parlamentarische Lage in Brüssel erinnert an die ähnliche an der Themse. Keine einzelne Partei verfügt über die Mehrheit. Das Ministerium Theunis-Iaspar war auf die Wralition der Klerikalen mit den Liberalen gestellt. Soll das neue, aus der Opposition hervorgehen, die das alte zu Falle gedacht hat, so wäre es an Vandervelde, die Regierung zu ü-ber- ° nehmen, wie dies in London Macdonald getan hat. Um über ; eine Mehrheit im Parlament zu verfügen, mußte er sich indeß ; mit den Klerjkal-Soziallsten unter Van Cauwelaert zusammcntun, was weder dem einen noch dem andern ansteht. Die Sozialisten unter Bandervelde erstreben daher oi: Auflösung des Parla- mems und Neuwahlen. Hierzu wird König Albert schwerlich zu bestimmen sein. Das Wahrscheinlichste dürfte daher sein, Saß Theunis mit der Bildung eines neuen Ministeriums mit Ausschluß des liberalen Iaspar, des Vertrauten Poinmres. beauftragt wird. Die finanziellen Nöte aber sind derart, oaß. falls es ihm nicht gelingt, dieselben abzustellcn, er bald genug wieder abgewirtschaftet haben wird. Wie es auch konimen mag. Der Sturz des Ministeriums 'Theunis-Iaspar bedeutet jedeiifalls, daß Belgien nachgerade von der Basallenschaft Frankreichs genug hat. Man sehnt sich zurück in die Unabhängigkeit des neutralen Belgiens. Das Fiasko der Vergewaltigung der deutschen Rheinlande, insbesondere der Ruhr- aktion, hat den Ausschlag gegeben. Der heroische Widerstand, zumal an der Ruhr, trägt seine Früchte. Ist er es doch, der auch , Macdonalü zur Einsicht und an das Etattsruder gebracht hat. Wenn man es nur an der Spree nicht, wie nur zu oft geschehen an Rückgrat fehlen läßt! Prügel in der französischen Kammer. Paris, 29. Febr. Die Kammer gelangte am Freitag zu den feit mehreren Wochen vertagten Interpellationen über die innrre Politik der Regierung. Der Abgeordnete Mandel, d«r ehemalige Mitarbeiter Clemenceaus, übte als erster Redner eine lange Kritik an dem Verhalten Poincares gegenüber den Par teien. Er warf ihm vor, angesichts der bevorstehenden Neu wählen die Parteien der Linken, von den Radikalen bis zu den Kommunisten zu schonen. Im weiteren Verlauf der Ausführungen Mandels, der erneut die Linke in der fchärfften Weife angrejft. was zu Erwiderungen Heriots führt, greift alsoann Leon Daudet in die Debatte ein und kommt auf das „gegen die „Action Francaiffe" mit Hilfe Pajnleves, der oamals den Deutschen Interessen diente," geschmiedete „Komplott" zu sprechen. Painleve ergreift das Wort und es kommt alsbald zu großen Lärmizenen, wie sie selbst die französische Kammer seiten erlebt :chat und in deren Verlauf ein Abgeoroneter blutüberströmt aus idem Saal herausgeführt werden muß. Der ganze Saal, auch die Ivurnalisten-Tribünen, mußten geräumt werden. Es fielen Ausdrücke wie „Schuft", „Canaille" usm. Poincare- kommt auf das von der „Action Francaise" geführte Register über die Offiziere der französischen Armee zu sprechen, in denen diese als „sehr gut", „Feind des Parlamentarismus", „Würde energisch durchgreifen" usw. bezeichnet werden. Im Anschluß an diese Bemerkung stürzten sich die Mitglieder der äußersten Linken ans die der Rechten. Es entstand rin unbeschreiblicher Tumult, in deren Verlauf der Präsident seinen Hut auffetzte unv damit die Sitzung unterbrach. Das neue Rutzland. Berlin, 4. März. Aus Moskau wird dem B. T. gemeldet: rblärte diese Maßregel für unbedingt notwendig zur Durchführ Mg der Währungsreform. Das Sowjetpapiergeld wäre nur noch einige Wochen umlauffähig gewesen, insbesondere, weil oie Einern die Annahme verweigerten. „Wir müssen Herren d»r ftlreideyreise und damit des Getreidcmarktes werden," sagte krmenew ..Der Bedarf bis zur neuen Ernte wird auf 70 Milanen Pud geschätzt: daher ist die Heranziehung der in den “ sfuhrlagern" Konsignierten Vorräte für den Verbrauch im Inunvermeidlich. In Rußland wird zurzeit eine Finanzreform durchzefnhrl. Vorläufig hat die Regierung vier Verordnungen I beträchtlich zugenommen. Bei den Neuwahlen wurde der alte erlassen. Die erste ordnet die Umstellung aller Verträge, Der- Sportrat mit einigen Ergänzungen wiedcrgewählt. Mit öcm Lied: pfljchiunqen und Tarife auf Galüvaiuta an: die zweite bestimmt. „Der Rasensport ist unsere Lust" schloß der Vorsitzende die Ber- daß die Löhne in Zukunft, in Gold ausbezahlt werden müssen: sammlung. , he - ffl6t H mU Preisabbau im Kleinhandel: sie f Smsb-im, 6. März. (Sportvereins-Fastnacht [t- im Zujammenhary mit der vierten Verordnung d:c be° U)er Fastnachtfamstag Abend pes Sportvereins gestaltete sich stimm!,^ oaß die Kleinhandelspreise periodisch in Goldwährung ^ jeden Besucher ohne Unterschied zu einem Erlebnis, an das zu veroffent ichen sind. er sich gerne erinnern wird. Der Vergnügungsausschuß Frank- Amrrikanischrr Warrokredit für Dentschlaaü. Lcdcrmann mit Stab waltete mustergültig seines Amtes: Dekora- Rrwyork. 4. März Der Newyork Herald meldet ars| tbn ' Beleuchtung und Programm waren unübertroffen. Bockbier- Washington. Senator Dia! brachte einen Gesetzentwurf ein butcfc ber »Geffersianer", Tanzmusik ocr Schwaben und Zilhjr- den das Schatzamt ermächtigt wird, aus den vom Treuhänder der Münchner Urviecher wechselten einander ohne Pause für feindliches Vermögen verwalteten Geldern izo Millionen ab ' ® en Höhepunkt des Abenos bildet- das Austreter. des Dollar zur' Bewilligung eines Kredites für Deutschland und Polizeidicners vom Ortsmagfftrat in Brunsbüttel — Fritz, der Oesterreick zum Ankauf amerikanischer Waren zu verm-ndm B-reinskomiker! Seine Bekanntmachungen durch di- Ortsfchelle Dial ist der Meinung, daß feine Vorschläge auf den Baum-1 Iö ? icn nirflt enden wollende Lachsalven aus. (Wie man hört wollmarkt des Südens sowie den Kupfermarkt und die Land- wurde dieser „Sportvereins-Fritze" vom Apollo-Theater Mana- wiltfcbast jm Nordwesten des Landes anregend wirken we-de ^im auf Lebenszeit engagiert). Auch unser Vcreinswirt „f'Lange . Dicker" wurde von der Hochstimmung erfaßt und führte die 2)88 Envk uCS Kül»fül8 ttt UCt TÜkök!. I große Polonaise an, die mit der Prämierung der 5 besten^o- K.'nstantinonel. 4. März. Die Nationalversammlung in An- stüme endete. Der Handwerksbursche (1. Preis) des populären gora ka: den Gesetzentwurf über die Absetzung des Kalifen und I Sinsenrer „Seppel" war ein Oritzinal. Zur Eröffnung von die AbschrfsuH des Kalifats angenommen. Rüger's Mord's-Likörftube" spielte die „Uwa Jazz-Kapelle" De neue republikanische Türkei hat jn dem Fortbestand desI.ausgerechnet Bananen ! Heinrichs „ich bin kein Freund von Kalifats und feiner Verkörperung in der Person des früheren Traurigkeit" brachte Ast und Jung in später Stunde noch auf l'ons offenbar eine Gefahr für die Republik gesehen. 2>te I bcn Schwung. Als das „Münchner Doppelspaten" und die Meldungen, die nicht klar erkennen lassen, wie weit die Ab- bP^bwurst beim Donys'l alle waren, stand kein Stern mehr schaffung des Kalifats vom staatlichen auch auf das religiöse “ m Man trennte sich mit der Befriedigung, seit lange- Geb-ej sjck ausdehnt, machen es wahrfckejnlich, daß irgendwie 2«lt wal wieder auf Stunden glücklich und sorglos gewesen zu eine andere Lösung der Frage des religiösen Oberhauvt-s des fti"- Der Leitung des Sportvereins zu feinem Erfolg ein „Hipp, Motzanrmedismus gefunden wird. Die Gläubigen sind ja zur! hurmh"! Leistung f-eiwilliger Spenden für das Kalifat aufgefordert wor-I ** Sinsheim, 6. März. (Alte und neue Bank- den. Eine völlige Beseitigung des Kalifats, das für die moham- 1 no l e n.) Wie wir erfahren, werden in den nächsten T :gen medanifche Religion doch noch von stärkster Bedeutung ist, wenn neue Banknoten von IO, 20 und 50 Billionen Mark in Berauch vielleicht nicht so stark wie das Papsttum für den Katholi-1 kehr geworfen. Die jetzt im Verkehr befindlichen Noten in gisinns, wäre für die Türkei von den unübersehbarsten Folgen. I Höhe von 5, 10 und IGO Billionen Mark sollen durch Sie Der Streit um das Kalifat ist ja auch schon etwas älteres, man neuen Noten ersetzt werden. Der Aufruf.der alten Noten wird müßte erwarten, daß alsbald ein Kalif aus dem arabischen Staat unmittelbar nach der Ausgabe der neuen Noten erfolgen. Es e>stünde, uns die Vormachistelluug innerhalb der mohammedani- 1 hendest sich also um eine rein technische Frage: Einziehung scheu Welt würde dann leicht von der türkischen auf die arabische I der asten und Ersatz durch neue Noten. Seile Hinübergleiten. I ^ Sinsheim, 5. März. (Umlaufszeit des wert- Abschlutz der deurfchnüdslawischen Berhanslungeu. beständigen N o t g e l o e s.) der basischen Handelskammern Belgrad, 3. März. Nach einer Havasmeldung find sie Per- und der badischen Landwirtschaftskammer ist nur noch auf menge Handlungen über die Lieferungen von Material zwischen Deutsch- 1 Tag« beschränkt. Das Notgeld ist durchweg mit letzter ^Fr,st land und Südslawien beendet, so daß die Lieferungen in Kraft) 10. März ds. Fs. aufgerufcn. worauf auch an dieser otetle treten können. Das Deutsche Reich erkenn« die südslawischen nochmals ausdrücklich hingewiesen sei. Nach diesem Termin Reckte auf einen Teil der Bestellungen an, kür die das Deutsche I ftud die Ausgabestellen nicht mehr verpflichtet, di- Einlösung Reich Vorschüsse geleistet hat. Der Führer der südslawisch.- bes -wertbeständigen" Notgeldes bczw. defstn Umtausch in cou- Alordnung beim Entschädigungsausschuß ist hier eingetrosf-n, um I rantes Geld oder sonstige wertbeständige ZahluMsmittel oo.'- das Abkommen vor seiner endgültigen Annahme zu prüfen. 1 5« nehmen. Das wertdeständrge Notgeld der Reichseisenbahi! ist noch nicht aufgerufen, bleibt also vorläufig noch im Verkehr. Elreikkrawalle m Ludwig8hafen. Ebenso der Badendollar, der eine Anleihe des Landes Baden dlar- 15 Tote und mehrere Schwerverwundete. I stetst, d:e erst lui Jahre 1927 rückzahlbar ist. Ludwlgshafen, 6. März. Die bas. Anilin- und Sodafabrik Richen, 3. März. (Keine Umwandlung der ist vor einigen Tagen zur Einführung der neunstündigen Ar- P ^ st a g e n t u r.) Nach dem sich die Gemeindeverwaltung Richen beitszeit übergegangen. Dagegen hat die Arbeiterschaft oppo- bereit erklärt hat. einen Zuschuß zu den Unkosten oer Boll- niert und ist, da sie nichts erreichen konnte, zu Gewastiätig- pgeumr zu leisten, hat die Oberpostdirektion Karlsruhe — besten übergegangen. Was man nach den Vorkommnissen am einer Eingabe der Hanvelskammer Heidelberg entsprechend — gestrigen Tage befürchten mußte, ist leider Tatsache geworden, von ber in Aussicht genommenen Umwandlung in eine Post- Die Lndwigshafener und Oppauer Betriebe der Anilin-Fabrik «ge: tur mit einfachem Betrieb Abstand genommen, werden heute früh 6 Uhr geschlossen, xt!M 20 000 Arbeiter ver- . _ , . . „ . . . .,, 0 (P t e n ihre Befchäftimmo Z Epfeubach, 3. Marz. (Go l o c ne H o ch z« it.) Jm Kreise Die Ausgesperrten der Badischen Anilin- und Sodafabrik I Kinder uns Enkel feM am 26. Sebruür Heinrichs Wolf haben heute vormittag das Haupttor eingeschBgrn, nachoem fjc ^ndwcrt und Johanna geb. Be« das seltene Fest ehre., go- gestern bereits die Sperre und das Kleine Tor zwischen den ^" Ächzest. Be.de smd noch recht rüstig D-e Jubilar,n ve-- Sperren. zerstört hasten, sind in oie Fabrikräum- -ingedrung-n W ,mm£r c J T | tt ^«6 unb Gewissenhaft,gke,t den Beruf und haben die wenigen Arbeitswilligen gewaltsam herausgcholt. I ^ ^öEme Möge dem Iubc.paar nocg em sonnig Le- Die Beamten werden von der Menge nicht in das Werk hinein- bensabend befchieden fem. ^ gelassen. Die Lage vor der Badischen Anilin- und Sodasabrikl A. Epfeubach, 3. März. (Ungünstige Zugverbindhat sich nach 8 Uhr heute vormittag noch mehr verschärft. I u n g.) Man schreibt uns: Wenn ein Kranker durch plötzliche Die Polizei versucht, die Straßen vor oer Fabrik zu säubern, I Verschlimmerung seines Leidens gezwungen ist, üas Spital auf- was «estmeise gelang. Darauf machten die Arbeiter einen Vor-1 zusuchen, so werden seine Lejoen wahrhaft unerträglich, weil kein stoß, bej dem auf beiden Seiten stark geschossen wurdr. Es wurde anderer Zug nach Heidelberg fährt als morgens 6 Uhr. Der sowohl eine Anzahl der Ausgespcrcken, als auch der Polizei- nächste Zug geht erst wieder mittags 1 Uhr und dann sind di« beamten sckwer verwundet. Ihre Zahl läßt sich noch nicht genau Aerzte im Spital nur noch in Ausnahmefällen zu sprechen. Man feststellen. Die Arbeiter bringen ihre Verwundeten selbst in I bedenke, was es heißt, kurz nach Mitternacht den Entschluß zu Sicherheit. In der Ambulanz der Anilin- und Sodafabrik bcfin- fassen zu einer schmerzvollen Reise. Und in Heidelberg geht das den sich mehrere verwundete Polizisten. Nach den bis Mittag vor- Elend erst recht an, denn kein Wagen ist morgens so früh liegenden Meldungen hat cs bei dem heutigen Frühsturm auf am Bahnhof. Man möge sich in die Lage solcher Unglücklicher die Anilinfabrik durch die Arbeiter zirka fünfzehn D;rwundete versetzen, und man wird sagen, daß es sich hier um einen nach und auch eine Anzahl von Toten auf beiden Seite» gegeben. Abhilfe schreienden Mißstano handelt. D-r ausgefallene Zug Es ist infolge der noch bestehenoen Unruhe und Wirren nicht kurz noch 8 Uhr muß unbedingt wiederhergestellt werden, möglich, über die momentane Lage sowie über die Zah. der t $ fofter Lobenfeld, j. März (Frühlingsbote.) In- Opfer einen offiziellen Bericht zu geben. Die Arbeiter rüsten j.ck Ser Schneelcmdschast blei-t sich hier ein Bild, das einen jetzt zu einem neuen Sturm gege» die Fabrjk. W | krasseren Geaensatz in der Natur kaum finden wird. Auf dem CM... a* - 4444 j. t- _ Storchennest des Schaffneihauses thront seit gestern unser Storch. tnjZ- m HIen in Wahlkreisen gewählt." Nach weiterer eingehender Aussprache einigte man sich auf folgende Grundsätze: 1. Die großen 5 Städte bilden eigene Wahlbezirke.. 2 In Anlehnung an die Amtsbezirke werden Wahlbezirke i» einer Größe von 70 Tausend Einwohnern gebildet. 3. Dabei sind geographische, wirtschaftliche und verk-hrs- technjsche Verhältnisse zu berücksichtigen. 4 Es find 7 Verbandsbezirke, in welchen die Stimmen in den einzelnen Wahlkreisen durchgezählt werden können, zu bilden, 5. Die Reststiw.men sind auf der Landesliste zu berücksichtigen. 6. Gegen Stiw.menzersplitterung sind Sicherheiten zu treffen. Das landesstatistisch; Amt erhielt Auftrag. uMer Berücksichtigung dieser Grundlätze ein» Einteilung der Wahlkreise vorzunehmen Die endgültige Abstimmung erfolgt später. Bevorstehende Gesamtaussperrung der Holzarbeiter in Bad;» und Württemberg. Vom Verband der Holzindustrie e. P.. Sitz Karlsruhe wird uns mjtgeteilt: Der Deutsche Holzarbciterverband (Gau Stuttgart) hat eine Teilaussperrung in Württemberg wegen Verweigerung der 48-Stunden-Woche, über die man sich nachträglich geeinigt hatte, mit einer Lohnforderung von 60 Pfg. pro Stunde beantwortet. Verhandlungen sollen nur geführt werden, wenn die Arbeiter die Arbeit ausgenommen haben und tatsächlich die 48-Stunden-Woche somit praktisch durchgeführt wird. Wenn nicht in letzter Stunde eine Einigung über die Arbeitsaufnahme erzielt wird, erfolgt Aussperrung sämtlicher Holzarbeiter in Baden und Württemberg, wobei dann jedenfalls die 51-Stunoen-Woche Kampfobjekt sein dürste. -Das wichtigste Problem unserer Zeit-. Morel über Deutschland uns die Alliierten. Im Februarhest seiner Monatsschrift „Foreign Affairs" um- reißt E. D. Morel, der jetzt für den Friedens-Nobelpreis in Vorschlag gebracht worden ist, die ernsten europäischen Probleme, vor deren Lösung sich die neue Arbeiterregierung gestellt sieht. Mit berechtigtem Stolz betont M,rel> daß di« von ihm, zusammen mit Ramsay Macdonald im Nwember 1915 begründete „Union of Demokratie Control" heute durch ihre hervorragendsten Mitglieder im Ministerrat vertreten werde. Neben Macdonald sind es die Minister Ponsonby, Trevelian, Snowden und Buxton, die während des Krieges als Führer der Union die geteilte Verantwortlichkeit aller kriegführenden Staaten für den Ausbruch des Weltkrieges betont und immer wieder die Forderung nach einer zukünftigen Kontrolle der auswärtigen Politik erhoben haben. Werden diese Führer der Union, die heute Leiter des britischen Reiches sirch, die Kraft finden, ihre, in der Opposition gestellten Forderungen als Regierende in die Tat umzusetzen? »Der Zustand Deutsch'anSs", sagt Morel, „ist das wichtigste Problem unserer Zeit. Der Zustand Deutschlands ist ein: schmerzliche Wunde an dem Körper Europas, di« sich aus- breiUf und weiter ausdehnen wird, wenn sie keine Heilung findet. Wie kann sie gehalten werden? Sicherlich nicht durch die bisher _ Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. _ angewandten Methoden, da diese Methoden den Sitz der Krankheit nicht brachten. Wir haben Monat um Monat und Jahr um Jahr in diesen Spalten auf eine Wahrheit hingewiesen, de: keiner der gegenwärtig führenden Staatsmänner, noch die öffentliche Meinung jemals offen ins Gesicht gesehen haben. Und diese Wahrheit ist. daß die Ursache für den gegenw'ttigen Zustand Deutschlands nicht in erster Linie eine ökonomische oder politische, sondern eine moralische Ursache ist. Man hat beständig bebauptet, daß der Friede Europas unmöglich sei. wenn nicht Frankreichs „Sicherheit" gewährleistet werden könnte. Wir sagen, daß der Friede Europas unmöglich ist. wenn nicht das Gewissen der Welt zu der Erkenntnis aufgeweckt werden kann, daß Me Bchanolung. di« bis jetzt dem üruischen Volk zngefügt wuid:, ein Verbrechen ist." „Durch vier lange Zähre," füijr' Morel weiter aus, hat Deutschland „einen Prozeß »er Verwüstung" durchmachen müssen Und noch habe niemand den Mut gefunden, vor aller Welt auszusprechen: „Wir geben diese Politik der Zerstörung auf. nicht weil sie sich nicht bezahlt macht, sondern weil sie unrecht ist, unmenschlich und unmoralisch". Morel wirst die schwerwiegend« Frage auf: „Kann die neue Arbeiterregierung in England init der vierjährigen Tradi.ion brechen und alle Menschen guten Willens, wo immer sic auch zu finden sind, für den Sieg der Moral in einem großen Strom mit sich sortrejßen? Kann sie einen Schlag führen gegen die das Leben Europas zerstörende und vergiftende Legende (oon der alleinigen Kriegsschuld Deutschland-) und so vor den Augen der zivilisierten Welt den Herd des Krebses bloßlegen, der di« edelsten Teile Europas zerstört?" Verschiedenes. — Brette«, 4. März. (Verschiedenes.) Zn einem hiesigen Steinbruch ist der verheiratete Steinarbeiter Ehr. Mucken- fuß aus mehreren Metern Höhe abgestürzt und hat fo schwere Verletzungen erlitten, daß er gestorben ist. — Der älteste ‘Bürger der Staat Bretten, Sparkassenrechner a. D. Gustav Baumelst^, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. = M«r nHeim; 3. März. (Erfindermesse.) Nachdem die Generalversammlung des Reichsverbandes Deutscher Erfinder" E. V. Mannheim, die Abhaltung der 5. Deutschen Erfindungen-, Neuheiten- und Zndustriemrsse im Mannheimer Rosengarten vom 1. bis einschließlich 7. Mai ds. Zs. beschlossen hatte, wurden sofort alle näheren Vorbereitungen getrost r die nunmehr beendet sind. Die Anmeldebogen gelangen soeben zum Versand. Die Zahl der bereits «ingegangenen festen Platz- i.lieten übersteigt die Voranmeldungen stüherer Messen, soüaß schon jetzt mit einer guten Beschickung sowohl aus Erfindw- wie Zudustriekreisen gerechnet werden kann. Darlanden, 6. März. (Seltener Fang.) D'e Fi- scheroereinlgung Daxlanden hatte letzhin beim Ausfischen im Altrhejn das besondere Glück, in den ansgelegten Netzen neben Fifchmr auch einen silbernen Pokal zu finden. Wie sich herausstell,e. gehört dieser Pokal einem Gesangverein aus Karlsdorf. t Achern, 3. März. (Verschüttet.) Zm Hornisgrinde gebiet und zwar am Ochsenstall, dem Steilhang nördlich der Akademischen Skihütte, sind am Samstag mehrere Lawinen niedergegangen, von denen zwei Skiläufer erfaßt wurden. Dem einen der Skiläufer gelang es innerhalb kurzer Zeit sich selbst aus den Schneemassen zu befteien. Er holte Hilfe herbei und es gelang dann nach 5 Stunden angestrengter Arbeit. auch den anderen Skiläufer aus dem hohen Schnee auszugraben. Beide Skiläufer haben nur unbedeutende Verletzungen davongetraqen. t Renchen, 4. März. (Entfernung eines Bahnkörpers.) Die von Renchen nach Zuffenhoftn gefiihrte Not- vahnllnir für die Renchtaibahn, die seinerzeit infolge der Besetzung des Bahnhofs Appenweier gebaut worden ist, wird jetzt wieder entfernt und der erhöhte Bahnkörper wird eingeednet. Das Material soll bei der Bahnlinie Oppenau—Peterstal verwendet werden. * [ t Zuffenhausen, 1. März. (Autounglück.) Ein von Bietigheim kcmmendes Auto fuhr nachts in den Straßengraben überschmg sich und zerschellte. Der Lebensmittelhändler Karl Schenk und feine Frau von Stutigari lagen tot unter de?« Auto, während ein Stuttgarter Kaufmann namens Oskar Krapf einen Schädelbnich erlitt, sodaß er kaum mit dem Leben davonkommen dürfte Der Chauffeur und ein weiterer Insasse kamen nnt dem Schrecken davon. Er mußte sich auf den Boden gleiten lassen, um nicht ins Wasser zu stürzen. Ach wie gerne wäre er ihr nachgesprungen, hätte neben ihr auf dem Grunde Ruhe gesucht. Aber er durfte nicht, er mußte leben, sei es auch nur, um ihren Mörder zur Rechenschaft zu ziehen. Tonlos rief er ihm zu. »Gib dick Kerner Täuschung hin, das Furchtbare ist geschehen. Wenn sie nicht ein Engel vom Himmel beschützt hat, kann es nur gelingen, ihre irdischen ileberreste zu bergen. Gib mir die Hand." Max ergriff des Oberförsters Rechte und fühlte, daß sie eisigkalt war und zitterte. Aber dennoch nmspanMr sie die seine mit kräftigem Druck und zog ihn herauf auf die feste Ufer- höhc. Sie sahen sich beide erschüttert in die Augen. Ritter war bl.ich wie der Tod. Sein langer Schnurrbart zitterte in tiefer Bewegung, dann rangen sich schwer und stoßweis die Worte von seinem Mund: „Bei dem allmächtigen Gott, das habe ich nicht gewollt." Er schloß die Augen und taunrelte wie ohnmächtig gegen ein« schlanke Buche, die nah« dem Ufer stand. Aber nur einen Augenblick dauerte die tiefe Bewegung, dann faßte er sich. Die aste Kraft und Selbstbewußtheit kehrten zurück, und er sagte: »Komm ich muß Gewißheit haben. Dort uMen an der Krümmung wird die Kinzig so flach, daß wir sie durchwaten können. Dort mutz Er konnte nicht aussprechen, was er dachte. Max ->rr- i stand ihn, aber auch er mochte nicht die fürchterliche Wahrheit ? die fje erkannt hatten, in Worte zu kleiden, und so schritten i ste langsam, jeder von ganz entgegengesetzten Gedanken bewegt, v«n dem hohen Ufer entlang, bis sie zu der Stelle kamen, % Wo sich die Kinzig nach Osten umwandte, wo sie nur ein bis \ zwei Fuß tief über steinigein Untergrund strömte. L Ein alter Baum, den vor Jahren ein wildes Wetter nie- : ^gebrochen hatte, lag wie «in gefallener Riefe halb im Waffe-. Etwas Wrißduntes hatte sich an feinen kahlen Aesten gefangen *«b spiel, e auf den zitternden Wellen, die in der einfallenden ^bo.,ne glitzeren. Ritter zog feine Krempstiefe» über bi« Sn« und war mit einem Sprung in dem stachen Wasser. Das Weißbunte erwies sich als ein seidener Schal Molchs, gen sie in jener Nacht um den Kopf genommen hatte. So war also doch das Unheil geschehen. Ritter harte das Gefühl, als ob ihm jemand einen schweren Schlag auf den Kopf gegeben hätte. Er sah nichts mehr um sich her. Wie ein Trunkener watete er durch oas flache Wasser. Er schauderte vor dem entsetzlichen Augenblick zurück, wo «r die sterblichen Ueber- reste seiner Gattin in den glitzernden Fluten erblicken würde. Blitzartig schaß ihm die ganze knge Zeit seiner Ehe durch den Kopf, wie er zuerst als junger Forstassessor nach dem Wolfgang gekommen, wie das süße wunderschöne Mädchen gleich von Anfang an einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht, und wir die Mutter seine Bewerbung protegiert hatte. Er hatte sie gcljebr, das war sicher, so wie der ganz von seinen Leidenschaften und seinem Egoismus beherrschter. M?nn überhaupt lieben kannte. Und er hatte um sie ge- ivorbcn. nicht nur während des Brautstandes, noch nach der Hochzeit,- aber es war ihm immer gewesen, als ob seine Werbung ganz umsonst, als ob sie sich ihm und seiner Leidenschaft gänzlich versagt hätte. Jetzt wußte er warum. Sie haste eine and--e Liebe im Herzen und fie hatte es ihm verschwiegen. Nein, nein, das war nicht wahr, sie haste chm hundertmal AÄreut- ungen gemacht. Er haste sich dann mit ihrer Mutter ausgesprochen- und die alte Dame hatte lächelnd den Kopf geschüttelt und gesag«: Lieber Ritter «in sechzehnjähriges Mädchen sollte eine Kymnasiastenschwärmerei nicht überwinden? Zollten Sie nich! Mannes genug sein, dem Kinde die wahre Liebe b«i- zrbriagen? Dann hatte er mtt ihr gelacht, und pochend aus seine Kraft, auf seine Männlichkeit war er kühn mit ihr vor den Altar getreten, die ihm nicht verschwiegen hatte, daß... Ja, was haste sie ihm doch gestanden? Daß sie ihn nicht so lieben könne, wie sie «s für eine Ehe für wünschenswert g'aube, daß ihr H.rz nicht frei sei,- aber er hatst darauf bestanden, ihre Mutter hatte ihr zugesetzt, uno so war es denn geschehen. Samstag, den 8. März 1924. t Enrmendingen, 2. März. (Teures Holz.) Bet den Holzversteigerungen in den Bezirken Waldkirch unb Emmendingen wurden fast durchweg Preise erzielt, die über dem Doppelten des Anschlages lagen. Man hat dabei vielfach den Eindruck, als ob di« Bevölkerung bei den Versteigerungen noch unter der Einwirkung der Geldentwertung stände. t Frri^rrg, 2. März. (Brandschaden durch Zündeln.) Durch Feuer wurde die zu der Wirtschaft „Pfauen" gehörende Scheuer eingeäschert. Der Brand griff auch auf die Scheune des Landwirts Ludwig Dörle über und äscherte sie ebenfalls ein. Das Feuer ist durch ein zündelndes vierjähriges K-nü emstanden. Da mit den Gebäuden auch große Vorräte und die landwirtschaftlichen Geräte vernichtet worden sind, ist der Schaden sehr bedeutend. t Dona«eschiNgen. 3. März. (Im Schnee stecken gebliebe n) Am Samstag abend sino in der Nähe von Löffingen zwei Perfinenzüge in dem hohen Schnee stecken geblieben. Die männliche Einwohnerschaft von Löfsingen wurde durch Sturmglocke alarmiert und es gelang nach 5- bis 6-sstindlger Arbeit die Wejtersakrt der Züge zu ermöglichen. Allez für di« Steuer! In den Heidelberger Neuesten Nachrichte,, lesen wir folgenden Notruf: An alle Freunde deutschen Kufturgeistes > Das von Gerhard von Kügelgen 1811, im Auftrag« Goethes, für meinen Großvater Friedrich Schlosser gemalte weltberühmte Goethebild wurde heute von der Steuerbehörde der Republik als Pfand versiegelt, weil ich nicht in der La^c bin, eine mir auferlegte Brotabgabc, die nachweislich in keinem Verhältnis zu meinen Einkünften steht, zu zahlen. Da ich bei der heutigen Steuerbelastung nicht im Stande bin, die bisher aus meinem sehr bescheidenen Arbeitseinkommen und der Not der Zeit zum Trotz unterhaltenen wertvollen Sammlungen im Stift Neuburg vor dem Zugriff der Steuerbehörde zu schützen, empfehle ich allen Freunden deutschen Kulturgutes, die Sammlungen zu besichtigen, bevor sie an die Kriegsoerdiener aller Länder auf dem Wege der öffentlichen Versteigerung ve'fchleridert sind. Alexander von Bernus, Stift Neuburg, den 27. Febniar 1924. Eist toll« „Kiste." In dem Iuweljergefchäst Goebcl in Berlin-Friedenau wurde ein unglaublich frecher Einbruchsdiebstahl ausgeführt. Der Besitzer schloß mittags seinen Laden, um zu Tisch zu gehen. Kaum war er weg. da erschienen mehrere junge Burschen mit einem Handwagen, auf dem sich ein; große Kiste befand. Sie luden die Kiste ab und stellten fie vor die Tür des Iuwelenladens. In der Kiste war ein Komplize eingeschlossen, der von der Kiste aus ejn Loch in die Türfüllung sägte, so in den Laoen eindrang, und alle Kostbarkeiten, Brillanten, Uhren usw. in außerordentlich hohem Werte ausräu.iue. E: bracht« seinen Raub in die Kiste, setzte dt« Tierfüllung wieder ein, seine Helfer luden die Kiste wieoer aus den Handwagen und fuhren fort. Während der verhältnismäßig langen Zeit, da die Kiste auf der Straße vor der Tür stand, und die Bue>ch»n auf den Juwelier warteten, meinte eine Nachbarin, sie möchten die Kiste doch einstweilen bei ihr unterstellen. Die Burschen antnorteten, daß 250 Mark zu bezahlen seien, die sie kassieren müßten Als sie fortfuhren, sagten sie. daß sie wiederkommeu nürdcn. wenn der Inhaber wieder zurück wäre. Als der Juwelier zurückkehrte, setzte er sich sofort in ein Auto und versuchte nun, jedoch vergebens, den Handwagen noch in den Straßen Berlins zu entdecken. Enttäuschte Auswanderer. Don den im letzten Herbst nach Brasilien (St. Katharina) ausgewandrrten Schwenninger Bürgern treffen jetzt allmählich die ersten Nachrichten rin. Aus den Briefen ist zu ersehen, daß di« gehegten Hoffnungen der Auswanderer nicht erfüllt wurden. Ganz besonders schwer wird die besonders auf dem Lande herrschende niedere Kulturstufe «m- pfinden. Diejenigen Ansiedler, die kein Geld haben, sind traurig daran, kein Mensch kümmert sich um sie; sie sind ihrem Schicksal selbst überlassen. Wer glaubt, die gebratenen Tauben fliegen einem M den Mund oder man dürfe nur nach Brasilien kommen. um mit einer behaglichen Existenz anzufangen, der irrt sich gewaltig. Sine Entdeckung zur Verhütung von Kriegen. Der norwegische Ingenieur N. W. Aasen behauptet, eine Entdeckung getan zu haben, die tatsächlich jeden künftigen Krieg unmöglich machen würde. Di« chemischen und elektrischen Widerstanosmittei, die er gefunden haben will, sollen eine so vernichtende Wirkung haben und sol'en von einem so kleinen technisch geschulten Korps bedient werden können, daß ein schwacher Staat, oer sie anwende, keinen Angriff mehr zu fürchten brauche. Die dänischen Journalisten, denen Aasen dies mitteilte, scheinen seinen Watten gt'tzes . »,:chl deizulegen. Nähere Einzelheiten über di« Entdeckung we den nicht gegeben. Marktberichte. Preise des Mannheimer Schlachtviehmarkts vom 3. März 1924. Für den Schlachtviehmarkt am Montag betrug der Austrieb: 155 Ochsen, 126 Bullen, 507 Kühe und Rinder, 335 Kälber. 206 Schafe, 1043 Schweine. Bezahlt wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in Goldmark: Ochsen 1. Kl. 42—46, 2. Kl. 38-42, 3. Kl. 34—36, 4. Kl. 30-34; Bullen 1. Kl. 40-42, 2. Kl. 36-38, 3. Kl. 32—34; Kühe und Rinder 1. Kl. 44—48, 2. Kl. 40—42, 3. Kl. 34—38, 4. Kl. 30—34, 5. Kl. 20—28, Kälber b 60—62, c 58 bis 60, d 56-58, e 54- 56; Schafe a 36-38, b 34—36, c 32—34, „ 30 - 32, Schweine a 70 73, l> 71—73, c 73-75, d 71—73, e 66—68, Sauen 62—66. Marktverlauf: Mit Großvieh mittelmäßig, langsam geräumt; mit Kälbern und Schafen mittelmäßig, geräumt: mit Schweinen ruhig, kleiner Ueberstand. Offizielle Preise der Mannheimer Produktenbörse vom 6. März 1924. Die Preise verstehen sich per l0» 1-8 alles in Goldmark zahlbar in Soldanleihe oder Reatenmark. Weizen, inländischer 19,50—20,50 Weizen, ausländisch. 20,50—21,50 Roggen, inländischer 16,50—16,75 Gerste, inländische 22,00—22,50 Gerste, ausländische — Hafer, inländischer 15,50—16,00 Hafer, ausländischer. — Weizenmehl Sp. 0 28,00-28,50 Roggenmehl . . 24,00—24,75 Tendenz: ruhig. Mais (mit Sack) Weizenkleie . . Biettreber . . . Roh-Meiafse . . Wiesenheu . . . Luzernekleeheu Preßjtroh . . . Gebundenes Ettoh Raps .... 20,00—20,25 . 9.00-9.75 10,50 6,00-7,50 8,00-9,00 4,50-5,00 3.80-5,00 Evangelischer Gottesdienst. Beginn der Passionszett Sonntag. 8. März. Sonntag Invoeavit. V 2 IO Uhr: Gottesdienst. Kollekte. Stadwikar Meerwein. Vzll Uhr: Christenlehre. Dekan Eisen. 1 Ahr: Kindergottesdienst. Stadlvikar Mecrwein. Nr. 10 . Zahr^ng 1924 Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Sumstag, den 8. März 1924. Bierbrauerei z. Palme s Zorn Söhne, Eppingen empfiehlt ilnre gehaltvollen Lager- und Exporlbiere von bester Qualität mit täglich frischer Brauereiabfüllung. SlfiiniliW-verlWeelliig. Die Stadtgemeinde Waibstadt versteigert am Donnerstag, den 13. Mürz und Freitag, den 14. Mürz ds. 3s., jeweils vormittags 8 Uhr beginnend aus ihren Gemeindewaldungen: 270 Stück Eichenstümme bis 2,33 Fttm., darunter 39 St. 1 . und 2 . Kl.. 40 Et. 3. Kl., sowie Wagner- und Bauholz, 104 Stück Nadelhölzer, 3 Buchen «nd versch. Hölzer, 128 Bau- und Hopfenstangen. 21 Ster eichen Nutzholz. Zusammenkunft beim Rathaus. Waibstadt, den 6 . März 1924. Bürgermeisteramt: Wacker. Zürn. sMmWlj - MMM. Die Gemeinde Zuzenhausen versteigert am Montag, den 17.1 März, vormitt. 9 Uhr beginnend: 78 Eichen, '• 1 Hainbuche. 27 Fichten- und Forlenstämme. Zusammenkunft beim Rathaus. Zuzenhausen, den 5. März 1924. Bürgermeisteramt: Werner. Auf wiederholtes Verlangen, halten wir für unsere Niederlage, S errn A. Ochsenfchläger. Friseurgesch., Haspelgasse 16 in eidelberg im Hotel zu den 4 Zahreszeiten. Haspelgasse Sprechstunilen am Mittwoch, den 12. März, von morgens 10—2 und 3—8 Uhr ab. kg. 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In Sinsheim a. Eis.: Abraham Seligmann neben dem Rathens. 2 . EM 'mm Tante Josephine. (Untere Partie.) Nachdem sie die mehr durch ihre Länge, als durch edle Formen ausgezeichneten Fußfutterale abgelegt hat, steigt sie mit einem Wonneseufzer in das Kukirol-Fußbad, um die schmerzlichen Gefühle, die ihre sechs Hühneraugen, die beiden eingewachsenen Nägel und ein im Laufe der letzten Saison erworbener Frostballen erwecken, zu besänftigen, Nerven und Sehnen zu stärken, Fußschweiß, Brennen und Wundlaufen zu verhüten und überhaupt ihre Füße für einen beschwerdefreien Wandel zu präparieren. Nachdem das geschehen ist, wird sie getreu dem Wahrspruche: „Hühneraugen groß und klein, beseitigt Kukirol allein“ ihre sechs Hühneraugen mit dem millionenfach bewährten Kukirol anmutig dekorieren und in drei Tagen wird sie von diesen Bringern bitterer Schmerzen befreit sein und durch ihren graziösen Gang abenteuerlustige Elemente der männlichen Jugend zum Nachsteigen begeistern. Kukirol-Fußbad und Kukirol-Hühneraugen-Pflaster erhalten Sie in allen größeren Apotheken und wirklichen Fach-Drogerien ; zu dem überaus billigen Preise von nur 60 Goldpfennigen pro Packung. Es kommt manchmal vor, daß die guten und bewährten Kukirol - Präparate nur zur Anlockung der Käufer vorrätig gehalten werden, und daß des größeren Verdienstes wegen versucht wird, ihnen unter unwahren Angaben minderwertige Präparate „aufzureden, denen die gute Wirkung der Kukirol- Präparate fehlt. Meiden Sie solche unreellen Geschäfte und achten Sie beim Einkauf genau auf den Namen Kukirol und die Schutzmarke „Hahn mit Fuß“. Wichtig! Verlangen Sie die aufklärende und überaus lehrreiche Broschüre „Die richtige Fußpflege“, die wir jedem Interessenten kostenlos und portofrei zusenden. Unsere, unter der Leitung eines Sanitätsrates stehende „Wissenschaftliche Abteilung“ erteilt gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Fußleiden beziehen. Kukirol-Fabrik Groß-Salze 668 bei Magdeburg.;