Erscheint aRmttag, Mittwoch» 9teiiag. Bezugs-Preis: D«ch Li« Post beiogea nab Lurch btn vrieftröger u. unsere Austräger frei in» Huu» «ouatkich Vokdnrarll 1.»« freibleibend. per Begugspreis ist im Bora»» zu entrichteu. i 9» Fällen non höherer Gewalt Le» ' Derlei» Anspruch auf Lieferung der -ZK-n, »der aus Rückzahlung de» Bezug-preise». S^chiift-zeit >W—S Uhr, Souuiaz» geschlossen. -««»spreehanschl-ib Rr. 11» Poftscheck-Konio Karlorut^t Nr. »Sllll. andbole »rnStzermer General-Anzeiger für das Gegründet 18 3 S Ortung Elsenz- und Schwarzbachtal Aelteste und verbreitetste Zeitung dieser Gegend. Laupt-Anzeigen-Blatt. »Wöchentliche Beilagen: Mode «. Heim * Der Kobold * Neue Illustrierte Auzeigen-Preise: Axßotge»: Di- 42 nun breit« Millimeter-Zeile 8 Goldpsg. Jamilien-Buzeigen S Goldpsg. Jtddamen: Me 87 mm breit« Millimeter-Zeile 24 Goldpsg. Grunbichrlst in Anzeigen- und TertteU ist Petit. Bei Wiederholungen tarissefter Rabatt, brr bei Richtzahlnug innerhalb 8 Tage» nach Rechuung»- datum »der bei gerichtlicher Be- treiduug und bei Konkurs erlischt. Platzvorschriste» werden »ich« anerkannt und für Aufnahme» -» beftimmten Tagen sowie für telefonische Aufträge leine Gewähr übernommen. Anzeigen-Annahme bi» 8 Uhr oormittag»; gräßereAnzeigen wolle» am Tag« vorher ausgegedrn rvrrden. M 19. Freitag, den 11. April 1924. 85. Jahrgang ßi»e M? der RcilhsbmtzrWelit« SlhO. Lebensfragen der deutschen Wirtschaft. ^ Wiederherstellung der Souveränität auf allen Gebieten. Dresden. 9. April. Gelegentlich der hier abgehaltenen Generalversammlung des sächsischen Verbandes der Industriellen war der Reichsbankpräsident Dr. Schacht erschienen. Er hiclr eine bedeutsame Rede, in der er folgendes ausführte: In Königsberg, wo ich zum erstenmale in einer öffentlichen Versammlung sprach, sagte ich, ich würde den Zuhörern gewiß eine große Freude bereiten, wenn ich einen Sack mit Rentenmark über sie schütten könnte. Heute muß ich sagen, ich könnte mich nicht beliebter machen, als wenn ich einen Sack Devisen ausstreuen würde. Das schlimmste ist nicht, daß wir den Krieg verloren haben, sondern daß wir nach dem Kriege zu keinem Frie den kommen können. Das größte Hemmnis dazu stt, dab wu kein souveräner Staat sind, daß unsere Grenzen im Westen offen liegen und oas Loch im Westen eine offene Wunde ist, aus der uns fortwährend Blut abgezapft wird. Trotzdem ist uns Wunderbares gelungen: Wir haben unser Budget aus eigener Kraft ins Gleichgewicht gebrach:. Separistische und partikularistische Bestrebungen auf poli- tffchem und wirtschaftlichem Gebiet sind medergerungen, die Reichseinheit ist erhalten geblieben, dem Währungsverfall ,st Einhalt geboten worden und wir haben die bürgerliche Wirtschaftsordnung gerettet. Die großen Verdienste der Kabinette Stresemann und Marx sind die Rettung der Reichseinheit und der individuali stifchen Wirtschaft. Das Gefühl der Beruhigung ist allgemein, Freilich ist damit etwas über das Ziel hinausgeschossen worden » und es ist ein schwerer Fehler, dem weite Kreise der Bck t völkerung verfallen, wenn sie | den transitorischen Charakter der Rentenmark außer acht F lassen. Den transitorischen (vorübergehenden) Charakter haben \ alle Väter der Rentcnmark anerkannt. Dies« Erwägung wird f auch von geschichtlichen Beispielen diktiert. Die .dänische Rcn- k tenbank von 1813 war auf denselben Prinzipien oufgcbaut, f wie unsere Rentenbank. Ich hoffe, daß dadurch den Vätern l unserer Rentenbank nicht das Gefühl des Plagiats kommt. (Hei- \ tcrkeit.) Aber wir müssen aus den geschichtlichen Beispielen \ lernen. Damals ist es 1 nicht gelungen, auf dir metallische Grundlage zu kommen ki«nd dt« Folge war «ine jahrzehntelang dahinschleicheaoe f Währungskrise. > Ich bin weit davon entfernt, die Wertbeständigkeit der ^Rentenmark anzuzweifeln, aber ihr transitorischer Charakter ff darf nicht vergessen werden. Ich bin mit den Ministern darin £ einig, daß keine Maßnahme getroffen wird, die die Renten- | mark erschüttern könnte. i Die Maßnahmen, die den Wert der Rentenmark erhalten solle«, sind zweierlei Natur: erstens dürfen Kredite nur auf wertbeständiger Basis vergeben werden, denn dadurch fällt der Anreiz fort, das Zahlungsmittel zu gefährden, zweitens dürfen die umlaufenden Mengen nicht über ein gewisses Maß ge- . steigert werden, nämlich über das Maß, das eine reibungslose ; Zirkulation garantiert. Unser gesamter Umlauf hat bereits 3 ; Milliarden überschritten. Die Kredite sind von 142 Millionen bis Januar auf -1210 Millionen bis Ende März gestiegen. Dabei sind noch Pa» .Piermarkkredite in Höhe von 250 Millionen Goldmark gewährt worden. Die Wirkung der freigebigen Kreditpolitik ist auch nach der günstigen Richtung nicht ausgeblieben. Wir haben seit Januar einen Rückgang der Erwerbslosenziffer um ein Drittel. Die Industrie hat eine starke Belebung erfahren. Damit hat sich die Steucrkrast gehoben, so daß der Staat einen doppelten Vort-il hat, den der erhöhten Steuereingängc nno den der verminderten Ausgaben für Erwerbslosenunterstützung Allein der Eindruck ist nicht zu verwischen, daß die Besserung der Lage drr Industrie auf der Steigerung des Inlandskonsums beruht «ich! auf der Steigerung des Exports. Die Passivität der .Handelsbilanz betrug im Januar 135 Millionen, im Februar 650 Millionen. Womit haben wir diese 400 Millionen bezahlt? Ich glaube, einmal stad die wenigen vorhandenen Devisen fast ooll- ßöndig verkauft worden,- das habe ich auch den Experten gelegt, die glaubten, wir hätten noch 2 Milliarden Dollars in ^Devisen, und zweitens durch die Inanspruchnahme ausländischer r^redite. Da diese Kredite kurzfristig waren, macht sich bei ^der Liquidierung ejn starker Drang nach Devisen Mltend. Den hohen Anforderungen steht nur ein kleines An- ^ bot gegenüber. Das veranlaßt die Devisenbedürftigen, die ^langten Beträge höher zu veranschlagen. Die Folge ist ein Leiter reduziertes Angebot. Um dir Tatsache, daß wir ven jBerisendedarf nicht decken können, kommen wir nicht herum, -«an mag da organisatorische Aenderungen vornehmen; an suchen hat es nicht gefehlt und wird es nicht fehlen, aber im kern des Problems bleibt diese Tatsache bestehen. Der fundamentale Irrtum ist: eine Rentenmark sei gleich >er Goldmark. Die Rentcnmark ist keine Goldmark. Man darf also keine Devisenverpflichtungen eingehen, wenn man nur in Remenmark zahlen kann. Daher können Kolonialwarenkredite nur in engstem Rahmen gewährt werden, nicht aber Kredite für Luxusartikel, Südfrüchte und dergleichen. Ich glaube in dieser Beziehung ist man schon sehr weit gegangen. Die Reichsbank gibt Kredite zu 10 Prozent in begrenztem Umfange. Diese diskretive, also willkürliche Kreditpolitik hat dazu geführt, daß der Geldbedarf aus andere Weise, natürlich zu 20—30 Prozent, gedeckt! wird. Wir haben uns die Kreditsuchenden erst angesehen. In erster Linie mußte der Kreditnot der Landwirtschaft abgeholfen werden. Wir mußten unter allen Umständen Saatgut und Düngemittel bereitstellen. Bon den 1200 Millionen bereitgestellten Rentenmarkkrediten sind zwei Drittel der Landwirtschaft gegeben worden. Wir haben also die ursprüngliche Absicht, 600 Millionen für die Industrie und 600 Millionen für die Landwirtschaft zu gewähren, um mehr als 200 Millionen zugunsten der Landwirtschaft überschritten, weil wir die Notwendigkeit dazu einsahen. Zum Dank dafür werde ich in jeder zweiten oder dritten Rümmer drr agrarischen Blätter angegriffen. Der Reichsbank wird vornehmlich aus Kreisen der Landwirtschaft vorgeworfen, daß sie mit der Kreditgewährung zu engherzig ist. Mein Trost ist nur, daß es auch an Vorwürfen aus der anderen Seite nicht fehlt. Soeben las ich in der Voss- fischen Zeitung einen von Staatssekretär Hirsch verfaßten Artikel, dessen Ansicht dahin geht, die Reichsbank gebe vicl- zuviel Kredite und es müsse gestoppt werden. Ich gebe diesen letzteren Kritiker» durchaus mehr recht; als den erst er en. Die Reichsbank befindet sich zwischen der Skylla der Inflation und der Charybdis der Wirtschaftsnot. Für Luxusimporte geben wir überhaupt keine Kredite mehr. Wir sind zu der Maßnahme gekommen, daß oie Kreditkonten bei der Reichsbank nicht höher gehen dürfen uno ich habe bereits im Minjstcrral angeregt, durch neue Berbrauchs- steuern.auf Luxuswaren Wandel zu schaffen. Die Dresdener Zigarettenindustrie möge mir das verzeihen. (Heiterkeit!) Wir müssen das tun, wenn wir die Währung halten wollen. Wir wollen sie halten und ich darf hinzufügen: Wir dürfen nicht vergessen, daß sich in Deutschland «eine Währung halten kann, die nicht auf Gold gestellt ist. Ich bin entschlossen, auf diesem Weg Schritt für Schritt weiter zu gehen. Soeben erhalte ich ein Telegramm, daß die Einzahlungen auf die Golddiskontbank abgeschlossen sind. Kein einziger, der darum angegangen wurde, hat sich entzogen. Es ist mir ein Bedürfnis, in erster Linie den Dank von dieser Stelle aus den Banken auszusprechen. Die Goldois- kontbank ist als reines Kreditinstrument gedacht. Der Diskont dürfte etwa um den der Rcichsbank herum pendeln. Hauptsache ist, daß wir wieder die Zentralisation üer Geldgebung in die Hand bekommen. Ich habe den Bericht der interalliierten Experten noch nicht genau studiert. Im wesentlichen ist zu begrüßen, Latz Las Reparationsproblem aus der politischen Atmosphäre herausgetragen worden und entgiftet ist. Die Experten haben es endlich auf eine rein wirtschaftliche Grundlage gestellt. Es geht nicht weiter, daß wir Mlliarden für Besatzungs- Kosten umsonst hinauswrrfen. Es ist eine Schande, daß so etwas im Zeitalter des Fortschritts möglich ist. In Deutschland herrscht ein starkes Gefühl für Demokratie, nicht in parteipolitischem Sinne, sondern im Sinne der allgemeinen politischen Gerechtigkeit. Das deutsche Volk hat seit dem Waffenstillstand 40 Milliarden guter Goldmark geleistet, von denen die Gegner gnädig 9 Milliarden anerkannt haben. Das deutsche Volk kann solche Leistungen nicht tragen, wenn ihm weiter durch das Loch im Weste» systematisch und bewußt das Blut abgezapft wird. Wir werden diesen Gedanken nicht an oas Ende, sondern an den Anfang der Diskussion über das Reparationsproblem stellen. Die Souveränität muß in allen Gebieten wieder hergcstcllt werden. Der letzte französische Soldat muß aus dem Ruhrgebiet und ans Düsseldorf und Duisburg hinaus. wenn wir auf diese Sache überhaupt eingehen sollen. Wir sind am Ende unserer Kraft. Wir fordern, daß wir auf deutschem Boden deutsche Arbeit leisten können. Wir haben starke Bundesgenossen. Die Welt hat es satt die Leistungen für den wahnsinnigen französischen Militarismus zu zahlen. Aus dem Begleitschreiben des General Dawes. Paris, 9. April. In seinem Begleitschreiben weist der Vorsitzende Dawes darauf hin, daß sein Komitee seinen Plan auf Interessen gründe, die nicht nur für die Gläubiger Deutschlands und Deutschland selbst, sonoern für die ganze Welt von Bedeutung seien. Die Empfehlungen des Komitees müßten in dem Sinne betrachtet werden, daß sie ein Mittel zur wirtschaftlichen Erholung aller Völker Europas vorschlagen.Deutfch- land müsse bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit Stenern zahlen. Mehr als diese Grenze war nicht zu erwarten und weniger als diese Grenze würde Deutschland in einem internationalen Wettbewerb der Zukunft einen unbilligen Vorteil verschaffen. Die mäßigen Sätze der zunächst zu leistenden Zahlungen, welche von der geschäftlichen Vorsicht bei der Feststellung der Gruno- iage einer Anleihe diktiert worden seien, sollen keinen Augenblick auf die Gesamtheit der künftigen jährlich steigenden Zahlungen störend einwirken. Wenn die normalen wirtschaftlichen Verhälttuffse Deutschlands und dessen normale Produktivität wiederhergestellt sein werden, so werde man sich überzeugen, daß die ersten Schätzungen die schließlich erzielten Beträge recht- fertigen. Ohne solche Wiederherstellung aber werden diese Zahlungen, wie man sie jetzt erzielen kann, von geringem Werte sein. Der allgemeine Plan führe, wenn er angenommen werden sollte schließlich zu einem dauernden Frieden. Die Zurückweisung der Vorschläge durch die deutsche Regierung würde die wohlüberlegte Wahl der Fortdauer der wirtschaftlichen Demoralisation bedeuten, in deren Endergebnis das deutsche Volk in hoffnungsloses Elend verstrickt würde. Der Brief erinnert in seinem letzten Teil an die Tätigkeit der Mitarbeiter und das umfangreiche Material, das in 24 Vollsitzungen durchgearbeitet wurde, während die Unterausschüsse für Stabilisierung der Währung und für den Budgetausgleich 63 Sitzungen abgehaltcn haben. Im Spiegel der Berliner Presse. Berlin, 10. April. Mit Ausnahme der völkischen „2>eut» scheu Zeitung", die von der Versklavung Deutschlands spricht, begegnet der Sachverständigenbericht in keinem Berliner Blatt einem schroffen Unannehmbar. Die „Kreuzzeitung" die schwere Bedenken insbesondere hinsichtlich der unerhört hohen Leistungen, die in dem Sachverstänoi- genbericht der deutschen Wirtschaft aufgebürdet würüen und hinsichtlich der vorgesehenen internationalen Kontrolle der deutschen Finanz- und Wirtschaftslage äußert, erklärt dennoch, daß eine schroffe Ablehnung des Gutachtens nicht unbedingt erforderlich sei. Jeder Diskussion über die Sachverstänüigen- vorschläge müßten jedoch folgende Vorbedingungen vorausgeschickt werden: Räumung des Ruhrgebiets, Festsetzung einer Leistungsfähigkeit Deutschlands entsprechenden Gesamtsumme der Reparationsverpflichtungen und Gewähr für die Fjnanzhoheit. Der „Lokal-Anzeiger" verzeichnet den Bericht der Sachverständigen als Grundlage für Erörterungen über die Reparationsfrage, fordert jedoch von der Reichsregierung unbcoingtes Festhalten in der Frage der Micum-Verträge. Eine Verlängerung dieser Verträge würde von sich aus allen Grundsätzen, aus denen das Gutachten aufgebaut sei, ins Gesicht schlagen, und der Haushalt des Reiches würoe durch Finanzierung der Micum-Verträge aus dem Gleichgewicht gebracht und oje Stabilität der deutschen Währung unrettbar zerstört werden. Pariser Pressestimmen. Parts, 9. April. Die Abendpresse fällt über den Sachoer- ständigenbericht ein sichtlich seit langem vorbereitetes Urteil. Der „Temps" schreibt, französischerseits könne man den Bericht in Ruhe lesen und in Geduld seine Wirkungen ab- warten. 3m Falle deutschen Protestes würde Frankreich nicht mit leeren Händen dastehen und bei einem Versagen Deutschlands der Franken seinen inneren Wert behalten, nachdem Frankreich im vergangenen Monat das Nötige getan habe, um fein Budget durch Steuern auszugleichen. Bor allem sei eine grundlegende Wahrheit hervorzuheben, die der Bericht in die Erscheinung treten lasse und die sich in wenig Worten zusammenfassen lasse: Deutschland kan» zahle». Die diesbezüglichen Erklärungen der Sachverständigen bestätigen in wahrhaft eklatanter Form die wiederholte Feststellung der französischen Regierung und Presse. Journal des Debats sagt am Schluß eines Resümees, die Ausführung und Annahme der Sachverständigenoorschläge seien für Deutschland in dem Maße notwendig, in dem es sich wieder erheben und seinen Kredit wieder Herstellen wolle. Der Entwurf bereite eine ne»r int«- nattonale Konferenz vor und jede Konferenz ende notwendigerweise mit einem Kompromiß. Der Plan der Sachverständigen biete eine Verständigungsbasis. Jetzt müßten die Regierungen ihre Worte in die Tat umsetzen dadurch, daß sie ein System schassten, das den augenblicklichen Umständen an- gepakt sei. Londoner Kommeatare. London, 9. April. Die Pressekommentare zu den Sachverständigengutachten sind heute abend nicht von ausschlaggebende: politischer Bedeutung, da die Londoner Abendblätter in erster Linie reine Nachichtcubiätter sind, deren Leitartikel auf >K Bildung der öffentlichen Meinung verhältnismäßig wenig Einfluß haben. Die im Verlag der Daily Mail erscheinende Eoenjng News verzichtet darauf, sich mit dem für Frankreich weniger freundlichen Dawes-Bericht zu beschäftigen. Der B«- richl beweist aus das deutlichste, daß Deutschlands Weigerung. Reparationen zu zahlen, von Deutschlands böfcmWillen bestimmt war und daß all das Gewinsel und Geschrei, welches sentimentale Leute veranlaßt hat, Geld und Lebensmittel für di eFüt- terung der verhungerten Deutschen zu sammeln, nur eine Täuschung gewesen ist. Die Arbeiterschaft und der deutsche Mittelstand sind zwar ruiniert worden, aber die deutschen Industriellen leben in Wohlstand auf Grund der schwindelhaften Methoden, die der Sachverständigenausschuß nun zum Teil aufgeveckt hat.' '.VIM 1 Nr. 19. Jahrgang 1924. _ Der diplomatische Berichterstatter des Evenjng Standars stellt fest, daß die City mit den Berichten außerordentlich zufrieden ist und sie als Meisterwerke bezeichnet, die einen wertvollen Beitrag zur Lösung der Reparationsfrage und zur Beruhigung Europas liefern werden. Auf Grund offiziöser Informationen stellt der Berichterstatter fest, daß der Weitergang der Ereignisse folgender sein werde: 1. werde die Reparations- Kommission sich darüber schlüssig werden müssen, ob sie bereit ist, das Gutachten deutscher Verirrter über die Berichte anzuhö- ren: dann werde die Kommission den interalliierten Reg'.er- ungen über die Berichte Gutachten abzustatten haben. Ein Urteil Stresemanns. Paris, 10. April. Der Berliner Korrespondent der „Chicago Tribüne" hatte Gelegenheit, den Reichsaußenminister Dr. Strefemann um fein Urteil über die Entscheidung der Sachverständigen zu befragen. Dr. Strefemann erklärte: Schon die ersten Auszüge aus dem Bericht der Sachverständigen hätten genügt, um ihn zu der Ueberzcugung zu bringen, daß der Bericht das Resultat von Beratungen eines Komitees unvoreingenommener Männer sei, die den ernsthaften Wunsch hätten, das Reparationsproblem zu lösen. Selbstverständlich würde noch einige Zeit vergehen, bis die deutsche Regierung ihre Entscheidung treffen könne, aber sie werde an die Prüfung des Berichtes in der Ueberzeugung Herangehen, einem guten Willen gegenüber zu stehen, der eine gerechte Lösung des Reparations- problems erzielen wolle. Eine „diskussionsfähige Basis". Berlin, S. April. In politischen Kreisen werden die Gutachten der Sachverständigen, soweit sie bisher bekannt geworden. als diskussionsfähige Basis betrachtet. Man ist allerdings der Ansicht, daß die Ziffern wohl zu hoch gegriffen seren, da sie eine steigende Prosperität der deutschen Volkswirtschaft voraussetzen. Jedenfalls wird eine eingehende Prüfung der Boischläge erfolgen. Me Micumoerträge. Berlin, 9. April. Wie man hört, werden die Verhandlungen über die Micumoerträge morgen fortgesetzt. Es wird aber darauf hingewiesen, daß auch das Gutachten jede Belastung des deutschen Budgets für 1824—25 als unmöglich bezeichnet und darum konsequenterweise irgendeine Finanzierung der Micumoerträge durch das Reich nicht in Frage kommen kann. Der zweite Ausschuß über die deutsche« Guthaben tm Ausland. Paris, 9. April. Der Bericht des Komitees Mac Kenna schätzt die deutschen Guthaben im Auslande Ende 1923 auf rund 6 3 A Milliarden, die Guthaben der Ausländer in Deutsche laud auf 1 bjs iy 2 Milliarden. Als einziges Mittel, die geflüchteten Kapitalien wieder zurückzuführen, wird die Beseitigung der Gründe betrachtet, die die Abwanderung verursacht haben, d. h. vor allem eine stabile Währung zu schaffe«, welchr eine Inflation verhtndert. Eine Warnung an Frankreich. London. 8. April. General Maurice schreibt in der „Daily News" zu den französischen Drohungen mit Bezug auf die Erneuerung der Micumoerträge, in dem Augenblick, wo die Berichte der Sachverständigen erwartet werden und einige Aussicht auf eine Lösung beginne, werde die Atmosphäre von neuem sehr geladen, und es bestehe endgültig die Gefahr einer Erneuerung des „Ruhrkr'egrs." Es fei schwer, den Zweck des Ganzen zu entdecken,' denn Frankreich würde durch eine Erneuerung des Streites ebenso viel verlieren wie Deutschland. Dr. Beursch als Brrmittlrr? Prag, 9. April. Me Meldung der Wiener Stunde, wonach Dr. Benesch die Rolle eines Vermittlers zwischen Deutschland und Frankreich zugedacht ist, wurde hier vom amtlichen preußischen Pressedienst verbreitet. Wie ich von unterrichteter Seite erfahre, steht Dr. Benesch dieser Veröffentlichung nicht fern. Die Traditionen der Außenpolitik Dr. Beneschs machen es nicht unwahrscheinlich, daß er zu einer solchen Vermittelung bereit wäre, doch steht die tschechische Politik auf dem Standpunkt, daß die Initiative zu solchem Schritt von Deutschland ausgehcn müßte, da sie sich nicht dem Vorwurf der tschechischen Nationalisten aussctzen will, sie hätten Deutschland ihre Dienste aufgedrängt. Es kommt also zunächst eine Vermittelung zwischen Deutschland und dem Völkerbund in Frage, wobei der Umstand ins Gewicht fällt, daß Dr. Benesch derzeit Mitglied des Völkerbundsrates ist. Man verfolgt hier aufmerksam die Wenn die Schatten weichen. Roman von Ferdinand Runkel. 53) Naciwrucl verböte». Aber ein orößerer Schmerz ist ihr aufgespart, der ihre Seele zerreißt und für d-sisen Linderung es keine Freude gibt in diefenl Leben. Sie soll in dem kleinen Städtchen unausweichbar oem Jugendfreunde wieoer begegenen, der ihr einst in ihren Mädchenträumen als der Bringer höchsten irdischen Glückes erschienen war, der dann hinaus in die Welt gezogen, weil sie, ein schwaches Mädchen, ihm die Treue nicht gehalten, weil sie nicht den Mut gehabt hatte, dem Machtwort der Eltern uno den Unbilden des Lebens zu trotzen. Weil sie zu schwach gewesen war. an seiner Seite Liebe und Armut zu wählen, der nun als Mann zurückgekehrt war, eine kraftvolle hochgesinnte Natur und der im ersten Ansturm von ihrem armen verwaisten Herzen zum zweitenmale Besitz ergriffen hatte. Was sollte daraus werden, welch furchtbare Leiden waren ihr noch aufbehalten, welch seelenaufwühlende Konflikte lagen im Schoße der Zukunft für sie verborgen?! Und doch, so sehr sie sich vor dem Augenblick ängstigte, wo sie Max Wiedersehen würde, so heiß sehnte sie sich danach, einmal noch in seine treuen Augen zu schauen, sei es auch nur, um Abschied fürs Leben zu nehmen. Ein frevelhafter Gedanke! Sie hatten ja schon Abschied fürs Leben genommen. Sie mußte ihr Herz beschwichtigen, sie mußte die glühende Sehnsucht Niederkämpfen, denn sie war die Duelle alles Unheils, alles Jammers für sie. Diese Wohltat durste sie sich vom Schicksal nicht erflehen, sie war gezwungen. ihn zu meiden, selbst auf die Gefahr hin. daß «in offener Bruch zwischen ihm und dem Wolfgang erfolgte. „Was machet Se denn G'scheits, lieb gnädig Frau?" klang in ihre Träume eine weiche leise Stimme hinein und lockte ein glückliches Lächeln auf ihr schönes Gesicht. Sie wandte sich um und reichte der ernsten Klosterfrau, die hinter ihren Stuhl getreten war, die Hand. „Ich träume, liebe Schwester Oberin." Der Landbote * Sinsheim« Zeitung. politische Entwicklung in Deutschland und läßt nicht unbeachtet, daß sich in den Reden der führenden deutschen Staatsmänner deutlicher als früher eine Hinneigung zum' Dölkerbundsge- danken zeigt. Andererseits befürchtet man, daß die deutschen Maiwahlen zugunsten der Nationalisten ausfallen könnten und hegt infolgedessen das Bedenken, daß die deutsche Außenpolitik nach einigen Wochen von einem anderen Kabinett gemacht und durch eine scharfe Tendenz gekennzeichnet werden könnte. Die Stellungnahme der deutschen Regierung zu dem Gutachten der Sachverständigen und vor allem der Wahlausfall sind, wie man hier glaubt, ebenfalls Momente, die bei den kommendes außenpolitischen Aktionen sehr ins Gewicht fallen. Obwohl in dieser Hinsicht die Situation heute noch ungeklärt ist, brauch; man nicht daran zu zweifeln, daß Benesch sich im gegebenen Augenblick für die Vermittelung bereit hält. Die Prüfung der Gutachten. Zunächst Scheidung der Kompetenzen. — Anhörung deutscher Prrtrrter. — General Dawes in Brüssel. Paris, 10. April. Die Mitglieder der Rcparationskom- mjffion werden gemeinsam mit dem amerikanischen Beobachter Legan bereits am Freitag in dir Prüfung der Berichte der Sachverständigenausschüffr «intreten. Nach einer offiziösen Note befinden sich unter den Empfehlungen der Ausschüsse einige, die zur Kompetenz der Repko gehören und andere, für die die alliierten Regierungen zuständig sind. Die Repko wird zunächst diese Scheidung innerhalb der Berichte vornehmen, und dann zu beschließen haben, ob und wann die Vertreter Deutschlands angehört wrrdm sollen. Es ist schon jetzt wahrscheinlich, daß diese Anhörung beschlossen werden wird. General Dawes ist heute in Brüssel eingetroffen. Ministerpräsident Thcunjs gab zu Ehren des Generals ein Frühstück an dem Außenminister Huysmans und die belgischen Sachverständigen teilnahmen. Dawes fährt heute abend nach Paris zurück und begibt sich übermorgen auf eine Italienreise. Nach einer Meldung des Temps äußert man sich in den Brüsseler Regierungskreisen mit größter Zurückhaltung über die Berichte oer Sachverständigen. Eine gutinformierte politische Persönlichkeit erklärte dem Vertreter des Blattes, man habe Besseres erhofft, besonders was die Garantie« betreffe. Nunmehr müßten die alliierten Regierungen die Berichte prüfen und ihr« Ansicht darüber äußern. Falls die Repko und die Regierungen die Beschlüsse der Sachverständigen billigten, müßten alle Anstrengungen dahin gehen, die Mobilisierung eines bedeutenden Teils der deutschen Schuld auf dem Anleiheweg vorzunehmen. An dem Tage, an dem es in der ganzen Welt mehrere Zehntausende von Inhabern deutscher Schuldpapiere geben wird, werde der ganze Handels- und politische Kredit Deutschlands engagiert sein und das werde die beste Garantte darstellen. Die Militär Kontrolle. Paris, 9. April. Man erwartet, daß die Botschafter- Konferenz heute ihre gewöhnliche Sitzung halten und den Beschluß über die deutsche Note vom 1. April hinsichtlich der Abrüstungsfrage abfaffcn wird. Auf jeden Fall steht fest, daß Jules Cambon, der Vertreter Frankreichs und der belgische Gesandte Baron Geffier d'Heftroy besttmmte Anweisungen erhalten haben, die auf eine Verwertung des deutschen Standpunktes hinauslaufen. Frankreich und Belgien vertreten die Auffassung, daß Deutschland auch erst nach durchgesührter Abrüstung sich auf Art. 213 des Versailler Vertrags berufen könne und dieser Artikel zurzeit keine Anwendung finde. In diesem Sinne habe auch der belgische Außenminister Hymans seinen Berliner Gesandten angewiesen. Ueder den englischen Standpunkt in dieser Frage verlautet noch nichts Bestimmtes und man weiß noch nicht einmal, ob Lord Creme tatsächlich schon im Besitz der Weisungen ist, die er seit vergangenen Samstag aus London erwartet hat. In jedem Fall hofft man in französffchen Kreisen, daß der englische Gesandte keine Schwierigkeiten machen werde. Keine Aendernng in der Polittk Englands. London, 9. Aprjl. Auf eine Anfrage eines Mitgliedes des Unterhauses, ob der Premierminister das Haus über irgend eine Aenderung in der Politik in Bezug auf die Ruhrbesetzung nach dem letzten Wechsel im französischen Kabinett unterrichten könne, erklärte Macdonald, der Wechsel im französischen Kabinett habe keinerlei Aenderung in der Politik der britischen Regierung verursacht. „Das müesset Se net, Se müesset überhaupt net denke. Das Herzel ischt so hibsch ruhig gsi, Se müesset's net wieder aufrcgc." „Ja, Sie mcinen's gut, liebe Schwester Oberin, aber das Herz ist so ein seltsam Ding und es läßt sich so schwer beruhigen. Es ist voll Angst und voll Sehnsucht, voll Freud und voll Leid." „Nun kommet Se, lieb gnädig Frau. Die Schwester Amanda will zum Förschter von Otrott, dem sei Mädle ischt krank, se möcht Ihne gern mitnehme. Die Schwester Amanda ischt e recht lustig Ding, se heitert Ihne auf und jagt Ihne die trübe Gedanke aus'm Köpfte." Wieder huschte ein freundliches Lächeln über das liebe alte Gesicht der Oberin. Molly konnte sich nicht enthalten, sie mußte der Frau, die ihr während des Monats im Kloster eine wahre mütterliche Freundin geworden war. um den Hals fallen und ihr die faltigen Wangen küssen. So eine stille Freundlichkeit, so ein herzliches Erbarmen mit der leidenden Menschheit wünschte sie sich, aber sie wußre, daß eine solche Gemütsruhe nur mit schweren Opfern erkauft werden konnte. Wer weiß, ob die Schwester Oberin, als ihr Haar noch goldbraun unter der Schwesternhaube hervorgequollen, als diese milden schönen Augen noch in Iugendfeuer strahlten und das jetzt so gleichmäßig schlagende Herz stürmisch an das Ordenskleid klopfte, wer weiß, ob sie damals eine so gleichmäßige Gemütsruhe besessen hatte? Wenn sie doch auch zu diesem Seelenfrieden durchdringen könnte, wenn sie vergessen könnte, was geschehen war, und sich nicht mehr zu ängstigen brauchte vor dem, was noch geschehen würde, das wäre „ein Ziel, aufs Innigste zu wünschen". Aber wie konnte sic draußen im Treiben der Welt hoffen, jemals einen solchen Frieden zu erlangen. Ja hier auf der stillen Höhe, wohin der Tumult des profanen Lebens nicht drang, wo umfriedet von uraltern Mauern das Herz ausruhen konnte, hier war es möglich, hier könnten in ernster Erfüllung der engumgrenzten Pflichten die Stürme der Seele zum Schweigen gebracht werden. Freitag, den 11. April 1924. Der ruffifch-rumänifche Konflikt. Gerüchte von einer Kriegsgefahr. Paris, 10. April. Die Pariser Blätter berichten seit einigen Tagen über die Möglichkeit des Ausbruchs eines Krtegrs zwischen Sowjetrußland und Rumänien. So läßt sich der Intran- sjgeant aus London melden: laut Nachrichten aus Czernowicz hätten Rumänien und Japan ein Bündnis für den Fall eines Krieges mit Rußland abgeschlossen. Die Abendblätter veröffentlichen ein Reutertelegramm aus Moskau, nach dem sich Sinow- jew in Petersburg folgendermaßen in einer Rede geäußert hätte: Die Sowjetregierung wird die Waffen nicht ergreifen, um sich der Annexion Bessarabiens durch Rumänien zu widersetzen. aber der Frühling, die Jahreszeit, in der Krieger,sche Operationen möglich sind, nähert sich, und wenn die Feinde Rußlands den Krieg wollen, ist Rußland bereit. Hugo Stinnes ie allgemeine Billigung finden werde. Die Spaltung ln der deutschen Bolkspartei. Berlin, 9. April. Nach einer Mitteilung des „Berliner Tageblatts" ist die Berstanoigung zwischen dem Vorstand der Deutschen Volkspartei und der Nationallibcralen Bereinigung gescheitert. In den Verhandlungen des Parteivorstandes mit Len Vertretern der Nationalliberalen Bereinigung erklärten »ir letzteren, daß die Vereinigung den Beschluß des Zentralvoo- ftandes in Hannover einmütig abgelehnt habe. Sie forderten n. o., daß die Organisation der Nationalliberalen Bereinigung bestehen bleibe und von der Partei anerkannt werde, und daß 8t große Koalition in Preußen aufgehoben werde. Die Vertreter Ls Parieivorstandes erklärten darauf die Verhandlungen für jchheitert. Ein Zwischenfall an der deutsch-polnischen Grmze. Breslau, 9. April. Wie die Breslauer Morgenblätter mel- lauer Morgenblätter melden, ist am Samstag vormittag bei Deutsch-Dammno, südlich Rawitsch, das polnische Brückenwach- tommando, bestehend aus einem Offizier, einem Unteroffizier «ad fünf Mann, auf deutschen Boden bewaffnet übergetreten. Als der Gemeindevorsteher zur Abgabe der Waffen aufforderte, «urde er von dem polnischen Offizier mit der Pistole bedroht. Ein Landjäger veranlaßte die Polen zum Mitgehen nach dem Dorf. Als der Landjäger äußerte, ec wolle den Vorfall dem Landrat in Militsch melden, befahl der Offizier seinen Leuten, die Seitengewehre aufzupsianzen und bedrohte die Deutschen mit der Pistole. Alsdann eilte er mit dem Kommando über die Hrenzr zurück. Die deutsche Regierung hat wegen des Vorfalls in Warschau Vorstellungen erhoben und eine strenge Untersuchung sowie gegebenenfalls di: Dcstrasung des Offiziers verlangt. Württembergs neuer Staatspräsident. Stuttgart, 8. April. Der Landtag wählte zum Staatspräsidenten Staatsrat Rau. den bisherigen Verweser des Ar- deits- und Ernährungsministeriums, der die Wahl annahm, und gleich das Kultusministerium übernimmt und als Mitarbeiter den bisherigen Minister Bolz als Finanzmtntster uno »en bisherigen Minister Beyerle als Iustizminister berief. Die Golddiskontbank errichtet. Berli«, 9. April. Wie wir hören, ist die Deutsche Gotoöis- kontbank am 7. d. Mts. errichtet worden. Sie wird in den nächsten Tagen den Verkehr mit dem Publikum aufnehme». ^ worüber noch Nachricht ergeht. Baden. Beilegung des Eisenbahner-Konflikts. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten aus dem Reich scheint die Wiederaufnahme der Arbett in den meisten Reichsbahn. Mirektionsbezirken im großen und ganzen sich störungslos zu vollziehen. Außer aus Mannheim und Hamburg wird nunmehr auch aus Elberfeld und Magdeburg berichtet, daß dort die Arbeit noch nicht restlos wieder ausgenommen ist. weil sich Schwierigkeiten tn der Frage der Wiedereinstellung aller Streikenden ergeben haben. Es ist zu hoffen, daß dott die Differenzen, insbesondere im Hinblick auf die Äolwendiakeit, einer schleunigen Wiederaufnahme des Güterverkehrs baldigst beigelegt werden. Lohnkämpfe in Mannheim. Mannheim, 9. April. Heute vormittag wurde der gesamte Betrieb der Lanzwerke stlllgelegt und bis auf weiteres geschlossen. Anlaß zu dieser Maßnahme gab die in den letzten Tagen in sämtlichen Abteilungen durchgeführte passive Resistenz. ; Da die Arbeiterschaft der Aufforderung der Direktion, bis nach- > mittags die Arbeit wieder aufzunehmen, nicht nachgekommen ; war, wurde der Betrieb geschlossen. Bon der Ausschließung werden etwa 5000 Arbeiter betroffen. Bisher ist es nicht -u Zwischenfällen gekommen. Der Streik in der Badischen Auiliafabttk. Ludwigshafen, 8. April. Die Lage im Anilinkonflikt ist unverändert, da der kommunistische Industrieverband auch auf tie Aufforderung des Vertreters des Bayerischen Sozialmini- steriums, die Arbeit wieder aufzunehmen, um dadurch d«n Gewerkschaften die Gelegenheit und die Möglichkeit zu Berhano- lungen zu geben, mit allen Mitteln sabotiert und durch Terror die Arbeiterschaft von der Wiederaufnahme der Arbeit abhält, Äifolgedefsen ist die Zahl von 12 009 Arbestswilligen, die zur Wiederaufnahme des Betriebs nötig ist. noch nicht erreicht. Die demokratische Kandidatenliste in Baden. Die Deutsche Demokratische Partei hat sür die beoor- ßehenden Reichstagswahien nachstehende Kandidatenliste ein- Lrrejcht: 1. Dietrich Hermann, Minister a. D. uno Hosdesitzcr. 'Dildgutach; 2. Dr. Haas Ludwig. Rechtsanwalt, Karlsruhe: 3. Echecl Alfred, Chefredakteur, Mannheim; 4. Dr. Kohlund Johanna, Lehramtspraktikantin, Freiburg i. B.: 5. Burcharot 'Dtto, Tapeziermeister, Präsident des Landesverbandes der bad. bewerbe- und Handwerkervereinigungen. Heidelberg; 6. Willa- ttth Adolf. Hanüelsfchuldirektor, Pforzheim; 7. Dr. Wäldin Paul, Fabrikant. Lahr i. B.; 8. Schauer Martin. Landwirt. Lieblingen (Amt Lörrach); 9. Dr. Thoma Richarot. Unioer- WStsprofessor. Heidelberg; 10. Hügler Karl, Landwiri, Mit- Med des Landtages, Wahlwies (Amt Stockach); II. Haag Pari. Bürgermeister, Neckarzimmern (Amt Mosbach); 12. Dr. Päuzer-Banotti August, Amtsrichter. Karlsruhe. Aus Nah und Fern. *- Sinshrim, 8. April. (Versetzung.) Oberamtmann >rich Thoma in Ettenheim wurde nach Sinsheim ver- * Einsheim. 10. April. (Die Osterfahrten.) Die zu Karfreitag und den beiden Ostertagen gelösten Soimtagsfahr- karten gelten vom Gründonnerstag 12 Uhr mittags bis Ostermontag. * Sinsheim, 10. April. (Ermäßigung der Fern- sprrch- und Teiegraphengcbühren.) Eine Ermäßigung der Fernsprech- und Teiegraphengebühren sowie der Gebühren für Einrichtung und Zusatzeinrichtungcn wird demnächst eintreten. Jedoch gestattet die Finanzlage der Verwaltung noch nicht, auch die Einzclgesprächskosten und die laufenden Gebühren herabzusetzen. Immerhin ist diese Frage bereits Gegenstand der Prüfung im Reichspostministerium. * Sinsheim. 9. April. (Nicht zu früh die Kleidung wechseln.) Bei dem jetzt sehr veränderlichen Wetter, da-- am Morgen noch empfindliche Kühle und an den Nachmittagen oft warmen Sonnenschein bringt, läßt man sich leichr dazu verleiten, die Kleidung sommerlicher zu halten. Es kann davvl nicht dringend genug gewarnt werden, denn die in so vielen Orten in erschreckendem Maße grassierende Grippe ist oft nur eine Folge solcher Sorglosigkeit. Erst wenn die Temperaturen des ganzen Tags gleichmäßiger geworden find, geh« man dazu über, dje wärmende Unterkleitung fortzulasfen. * Sinshe'm, 9. April. (Nicht auf kalte Steine sitzen!) Diese Mahnung ist jetzt besonders für Kinder am Platze, die va glaubten, mit dem ersten schönen Märzsonnentage sei schon der Frühling eingezogen und man könne sich unbesorgt auf den Erdboden niedersetzen. Die Erde strömt aber selbst bei schönstem Sonnenschein noch viel Kälte aus und ein Ruhen auf ihr (noch weit mehr auf Feldsteinen und steinernen Banken) kann sehr schwere Erkältungskrankheiten (Unterleib, Blindarm. Gicht), nach sich ziehen. Aber auch Treppenstufen find nicht ungefährliche Sitzgelegenheiten; bei ihnen kommt noch hinzu, daß sie durch den Auswurf Lungerkranker und anderer Kranker, sowie oft durch Ungeziefer, jedenfalls aber durch Schmutz verunreinigt sind. c Anterschwarzach, 9. April. (S o m m e r t a g.) Wenn das Wetter günstig bleibt wird durch die hiesigen Schulkinder ein Sommertagszug veranstaltet werden. Die Gemeinde stellt die Bretzeln dazu. — Wimpfen, 8. April. (Fürsten besuch.) Der frühere Großherzog und die Grotzherzogin von Hessen und bei Rhein, die beiden ältesten Prinzen, tzofmarschall Graf Hardenberg, und Gefolge sind im Kurhotel Mathildenbad abgestiegen zum Besuch der alten freien Reichsstadt Wimpfen, der hessischen Exklave bei Heilbronn. -- Heidelberg, 8. April. (M et e o r.) Nach einer Mitteilung der Landessternwarte ist am Montag Nachmittag um 1,49 Uhr bei hellem Sonnenschein der Niedergang eines leuchtenden Meteors am östlichen Himmel beobachtet worden. Es zog In schneller Bahn mit breiter Spur laut sausend wie eine Granate gegen Osten herunter und ist scheinbar in der Gegend des Kümmelbacherhofes niedergegangrn. t Lamprrthetm, 8. April. (Blitzschlag.) Hier schlug kürzlich der Blitz in das Haus des Gastwirts Rump ein, ohne zu zünden. Der Giebel des Hauses wurde allerdings stark beschädigt. Durch den Schrecken verlor die in den 50er Jahren stehende Witwe Rump die Sprache, die sie dis jetzt nicht wieder erlangt hat. — Mannheim, 9. April. (Unglück). Durch die fahr« lässige» Handhabung einer Schußwaffe ist hier wieder ein schweres Unglück h.ervorgerufen worden. Der Inhaber einer hiesigen Wirtschaft schlug in der Erregung mit einer Pistole auf den Tisch. Die Waffe entlud sich und Sie Kugel drang einem Gast in den Unterleib, der schwere Verletzungen erlitt. — Wie jetzt erst mttgeteilt wird, wurde auf der Eisenbahnsttecke Nculußheim—Kirrlach aus dem Eilgutwagen eines Personenzugs ein Ballen Baumwolle, vier Kisten Schmalz, eine Kiste Fische, zwei neue Fahrräder, sowie der Inhalt aus zwei Kisten best.hend in Schuh- und Drogeriewaren gestohlen. Einige Tage darauf (es handelt sich um Vorfälle Anfang und Mitte Februar) wurde der Eilgutwagen des gleichen Personenzugs auf der Strecke zwischen Mannheim und Graben-Neudorf zu erbrechen versucht. — Mannheim, 9. April. (Unfall.) Beim Stationsamt Rheinau wurde heute früh Holz abgeladen. Der hierbei beschäftigte Eisenbahninspektor Berlinghofs ist durch einen Un- glücksfall schwer verletzt, ein Mann getötet worden. ~ Mannheim, 9. April. (Stillegung der Lanz- w e r k e.) Heute morgen ist der gesamte Betrieb der Firma Heinrich Lanz bis auf weiteres geschlossen worden. Anlaß dazu gab dje in den letzten Tagen in einzelnen Abteilungen geübte passive Resistenz, die am Dienstag in sämtlichen Abteilungen durchgeführt wurde. Da die Arbeiterschaft der Aufforderung der Direktion, bis nachmittags die Arbeit wieder, aufzvnehmen, widrigenfalls der Betrieb geschlossen würde, nicht nachgekommen ist, wurde der Betrieb heute morgen geschlossen. Bon der Schließung werden etwa 5000 Arbeiter bettofsen. Zu Zwischenfällen äst es nicht gekommen. ----- Mannheim, 10.April. (Schwerer Eisendahnbetriebsunfall.) Auf dem Bahnhof Rheinau ereignete sich gestern vormittag beim Abladen eines Waggon Holzes rin schwerer Ungliicks- fall. Die Baumstämme gerieten ins Rutschen, wobei der mit dem Entladen beschäftigte Heinrich Hook aus Altrip erfaßt, zu Boden gedrückt und sofort getötet wurde. Der Eisenbahninspektor Jakob Bettinghoff aus Plankstadt, der ebenfalls beim Entladen des Holzes tätig war, erlitt einen schweren Oberschenkelbruch. Dieses Unglück ist umso bedauerlicher, als der getötete Heinnch Hook Familienvater ist und am kommenden Sonntag die Konfirmation eines Kindes feiern sollte. — Lndwigshafea, 9. April. (Fraucndemonstrativ- n e n.) In den letzten Tagen ist cs in Ludwigshasen zu Frauendemonstrationen gekommen. In dem ersten Falle hatten Frauen im Anschluß an eine Versammlung, in der sie zu Gunsten der Anjlinarbeiter eintraten, einen Demonstrationszug gebildet, der sich zu der Wohnung des Bürgermeisters Kleefoot begab. Da der Bürgermeister aber nicht anwesend war, zogen sie etwa 1000 demonstrierenden Frauen unter dem Gesang revolutionärer Lieder wieder ab. Am Dienstag früh zog eine größer« Anzahl von Frauen der Ausgesperrten zum Verlagshaus der „Pfälzischen Post", in dem sich das Arbeitersekretariat befindet. Die Demonstrantinnen drangen gewaltsam in die Ber- lagsräume ein und raubten eine Ladung Zeitungsnummern, die zerrissen und auf der Straße zerstreut wurden. Dann zogen die Frauen unter dem Gesang der „Internationale" aor das Kasino der Anilinfabrik, wo sich der Zug auflöste. t Wertheim, 8. April. (Zu einem bösen Ende) hat ein seit längerer Zeit schon andauernder Erbschaftsstreit zwischen den Landwirten Alois und Franz Kraus in Vejtshöchheim geführt. Der Dater der beiden hatte dem Franz Kraus sein Anwesen zugeschrjeden, worüber sein Bruder mit ihm in bitter« Frjndschaft geriet und einen Prozeß anstrengte. Bei Franz Kraus wohnten außerdem seine beiden Schwestern im Alter von 30 und 24 Jahren, während der Bruder Alois, der bisher auch jn dem Hause wohnte, wegen seiner Arbeitsscheu auf 1. April zwangsweise aus dem Hause entfernt werden soltte. Alois Kraus sann nach Rache, und als fein Bruder Franz hcjmkehrte, feuerte er auf ihn mehrere Schüsse ab und tötete ihn. X Bruchsal, 10. April. (Handelsschule.) Der Stadtrat hat beschloflen, an der Handelsschule mit Beginn des neuen Schuljahres die englische Sprache als Pflichtfach einzuführen. i Karlsruhe, 8. April. Die badische Landwirtschastskammer hat bei der badischen Regierung den dringenden Antrag eingr- reicht, sie möge alsbald und mit allem Nachdruck gegebenenorts dafür eintreten, daß dem Kreditbedürfnis der Landwirtschaft auf dem kürzesten Wege und zu billigstem Zinsfuß der nach dem Rentenbankgesetz mögliche Kredit zur Verfügung gestcUl wird. — Karlsruhe, 9. April. (3igeunerkontroile.) in Baden.) Auf Grund der Fingerabdrucksammlung in Karlsruhe ist in den letzten Tagen ein Zigeuner festgenommen worden. bei dem bei verschiedenen Polizeibehörden im In- und Auslande, im ganzen 15mal, Fingerabdrücke hergestellt worden find, wobei er jedesmal andere Namen geführt hatte. Er lebte jahrelang mit einer ledigen Zigeunerin unehelich zusammen und hat alle hieraus entsprungenen Kinder als ehelich ins Geburtsregister der verschiedenen Standesämter eintragen lassen. Auf Veranlassung des Erkennungsdienstes in Karlsruhe ist vor kurzem im badischen Oberland ebenfalls ein Zigeuner festgenom- mcn worden. — Karlsruhe. 10. April. (Diebstahl im Tiergarten) Gestohlen wurde in der gestrigen Nacht aus dem hiesigen Tiergarten im ganzen 7 Fasanen und zwar ein Diamantfasan, eine Diamantfasanenhcnne, 2 Swinhon-Hähne, 2 Swinhon-Hennen, eine Silberfasanen-Henne, Es kommt im vorliegenden Fall zweifellos der oder die gleichen Täter in Betracht, die in letzter Zeit in Frankfurt a. M., Halle, Stuttgart. Doggenburg und Nürnberg in Zoologische Gärten eingebrochen und dabei wertvolle Vögel gestohlen haben. t Kehl, 8. April. (Urfehde) besteht zwischen Einwohnern von Marlen und Goidscheuer, die kürzlich wieder zu einer großen Schlägerei führte. Die Zahl der dabei Beteiligten betrug etwa 35 Personen, von denen einige recht erheblich verletzt wurden. t Waldshat. 8. April. (Hypnofe--Unfug.) Der Erwerbslose Albert Scherer von Kolnau fristete seinen Lebensunterhalt dadurch, daß er in verschiedenen Wirtschaften in Unterlauchringen und Umgebung den Arbeiter Franz Mut.-r von Unterlauchringen hypnotisierte und dabei eine Sammlung veranstaltete. Bor kurzem hypnotisier,? Scherer den Mutier auch in seiner Wohnung, was zum Verhängnis wurde. Mutter konnte nach IVsstündiger Hypnose nur mit Hilfe eines Arztes wieder in den Wachzustand zurückgebracht werden und verfiel dann in einen Tobfuchtsansall, der so stark war. daß Mutter in die psychiatrische Klinik nach Freiburg verbracht werden mußte, wo sich der Unglückliche noch heute befindet. Nach Ansicht der Aerztc dürfte eine gänzliche Heilung kaum möglich sein. Lörrach, 9. April. (Schmuggel). Deutsche Zollbeamte machten auf dem badischen Bahnhof Basel einen guten Fang. Sie nahmen einen Uhrenschmuggler fest, der 102 goldene Damenuhren. 7 goldene Herrenuhren, 27 silberne Damenuhren und 92 Uhrwerke auf seinem Körper versteckt bei sich trug. x Immenstaad, 9. April. (DerWasserstand des B o- densees) ist in den letzten Wochen um nicht weniger als 58 Zentimeter gestiegen. Der tiefste Stand dieses Winters im Februar betrug 2,50 Meter. Heute zeigt der Pegel, wie aus Friedrichshafen gemeldet wird, 3,17 Meter. t München, 5. April. (Ein lustig es Stücklei rt) wird aus Niederstotzingen (Bayern) berichtet: In ziemlich bierseliger Laune hatte sich ein jungverheirateter Mann seinen strammen Schnurrbart wegrasteren lassen. In später Stunde wandette er nach Hause und legte sich leise ins Bett. Als ihn am andere» Morgen feine Frau wecken wollte, erkannte diese ihren bartlosen Mann nicht wieder und schrie Mordio aus Angst, da sic glaubte ein Fremder läge in dem Bett. Ein Berliner Autobus verunglückt. Berlin. 9. April. Heute mittag ereignete sich cm Weste» Berlins ein schweres Auto-Omnibus-Unglück. Der Auto-Omnibus wollte einem aus einer Nebenstraße in schneller Fahrt entgegenkommenden Prjvatauto ausweich.en. Dabei hatte wohl der Chauffeur des Auto-Omnibus das Steuer zu weit nach der Seite gerissen, denn der Omnibus fuhr über die Bordschwelle gegen eine Straßenlaterne, riß diese um, sauste weiter gegen eine Lik- foß-Säule, die er ebenfalls niederriß. Schließlich fiel der Auto- Omnibus selbst um. Der Wagen war stark besetzt. Im Innern befanden sich viele Kinder und auf dem oberen Verdeck hatten wegen des schönen Wetters viele Personen Platz genommen. Glücklicherweise wurde niemand getötet. Ein Teil der Fahrgäste, besonders diejenigen, die sich auf dem Verdeck befanden, sprang noch im Augenblick des Umstürzens herunter. 5 Personen wurden schwer verletzt, in der Hauptsache Männer, die Knochenbrüche davon getragen haben. Die zahlreichen leichter Verletzten wurden an Ort und Stelle verbunden. Mehrere Frauen und Kinder erlitten infolge der Aufregung Neroen- choks. Der Auto-Omnibus ist vollkommen zertrümmert. Wie durch ein Wunder blieb der Chauffeur unverletzt. Grotzfrner ans der Vulkanwerft. Hamburg 9. April. Auf der Bulkanwerst entstand heuce nacht gegen 3 Uhr auf noch nicht geklärte Art ein Grotzfeuer. Ein großer Schuppen, in dem Eisenbahnwagen gebaut werden, brannte vollkommen aus. 40 D-3ugswagen, die zur Repararur dort untergestellt waren, sind vollständig vernichtet woroen. Die Löscharbejten gestalteten sich sehr schwierig. Dauernd explodierten Sauerstoffbehälter, die im Schuppen aufbewahrt waren. 3 Mann von der Werftfeuerwehr sind schwer verletzt worden. Man führt das Feuer auf Brandstiftung zurück. Zwei verdächtige Männer sind verhaftet worden. Es ist aber auch möglich daß umherliegende Zeugiappen, die mit Benzin uno anderen leicht brennbaren Flüssigkeiten getränkt waren, sich selbst entzündet haben. Mädchen oo« heute. Meine vierzehnjährig« Tochter hat eine gleichalterige Echulfreundjn. die auherordenttlich kurze Kleider trägt, dazu Socken, die schlanken Beine vollstönoig nackt, und dies auch im Winter. Kürzlich treffe ich sie auf der Eisbahn, natürlich in derselben Aufmachung. Nach der Begrüßung entwickelt sich zwischen uns folgendes Gespräch: Ich: „Sag mal, Ellj, wie kommt das. daß du augenscheinlich bei der Kälte nicht Rr. 19. Ichrgang 1924. Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. an deinen nackten Beinen frierst?" — Sie : „Frieren Sie im Gesicht?" — Ich: „Nein." — Sie: „Na also, meine Beine sind eben mein zweites Gesicht." Und schon läuft sie mit lachendem Gesicht davon, mich ob solcher Weisheit oerdlüfst stehen lassend. Radio-Tanzmusik an Bord eines Dampfers. als der von seinen Hamburger Fahrten her wohlbekannte Dampfer „Kroon- land", der jetzt unter der Flagge oer Panama Pacific Line zwischen Newyork und Kalifornien verkehrt, Sandy Hook passiert hatte, wurde ein sehr interessanter Versuch mit einem tragbaren Radio-Lautsprecher gemacht. Das Schiff war mit Verchärkern ausgerüstet, die es den Passagieren aller drei Klassen ermöglichten, Musik, Reden usw. zu hören, die von Rundfunkstationen an Land verbreitet wurden. Die „Krovnlanü" war während der ganzen etwa 5200 Seemeilen betragenden Reise von Newyork nach San Franziska mit Rundfimk- stationen in Verbindung. Bon Schenectady verbreitete Musikstücke waren, als das Schiff 500 Seemeilen von Los Angelas sKarlifornien) entfernt war, ebenso deutlich zu hören, als wenn das Schiff eben vor Newyork läge. An Deck tanzten die Passagiere nach einer Musik, die durch die Luft 3500 Meilen über Land und weitere 500 Meilen über See erklang. Der Flug rund um dir Welt, bei dem die vier amerikanischen Flugzeuge und das eine englische Flugzeug sich zegen- strcitig machen, hat zunächst keinen erfolgversprechenden Verlauf genommen. Die amerikanischen Flieger sitzen immer noch in Seattle fest, das sie am 1. April verlassen wollten. Sie haben dort, längeren Aufenthalt genommen, um für den bevorstehenden Flug der Küste entlang und dann über den Stillen Ozean hinweg ihre Flugzeuge mit Schwimmkörpern zu versehen. Als sie zum Aufstieg bereit waren, stellte iich heraus, daß einer der Schwimmkörper leckte. Das erforderte neue Arbeit, soüaß man bi? Ende dieser Woche festliegt. Dem englischen Flieger ist eine Unterbrechung von einigen Tagen auf Korfu beschjeden. Er hatte zwischen Cap Brindisi und dem für die Landung auser- fehcnen Athen mit dem Wetter großes Pech und mußte infolgedessen am See Korisjia eine Notlandung vornehmen. Dabei nahm sein Flugzeug Schaden, und es müssen Erlatzteile von London herbeigebracht werden. Man war zunächst um sein Schicksal besorgt, da man in Athen vergeblich auf ihn wartete. Was die Feit anbelangt, so hat der englische Flieger, trotz seines unfreiwilligen Aufenthaltes doch immer noch den Vorrang, Stimmen aus dem Leserkreis. Für die unter dieser Abteilung erscheinenden Artikel übernimmt die Schnstlettun tedigiiai die ureküeseijliche Derantworlung. Die hohe« Lebensmittrlpreise. Sinsheim, 10. April. Zu dem in der Nummer vom 2. April erschienenen Eingesandt wird uns vom Ortsverein Sinsheim der Landeszentrale des Bad. Einzelhandels geschrieben: Es ist nicht richtig, wenn man, wie dies der Einsender tut. aus der zeitweise« Preishöhe eines einzelnen Artikels die Schlußfolgerung zieht, „daß die Lebensmittel in Sinsheim durchweg teurer seien als in den größeren Städten Heidelberg und Mannheim." Hätte sich der Einsender nur die Mühe gegeben, den Vergleich, den er bezüglich der Butter ausgestellt, auch über die anderen Lebensmittel auszudehnen, so wäre er gewiß rasch dahinter gekommen, daß es eine ganze Reihe wichtigster Lebensmittel gibt, die hier in Sinsheim nicht nur nicht teurer, sondern billiger sind, als bei gleicher Qualität m den genannten Städten. Der Butterpreis richtet sich vollkommen nach dem Einkaufspreis. Verlangt der Produzent — wie cs Ende März der Fall war — für das Pfund Süßrahmbutter Mk. 2.30 und Mk. 2.40, dann ist es dem Einzelhandel, der doch auch die Spesen zu tragen hat, gänzlich unmöglich, billiger als zu Mk. 2.50 bis Mk. 2.80 zu verkaufen. Daran kann weder eine behördliche Höchstpreisfestsetzung noch die Tatsache etwas ändern, daß vielleicht am gleichen Tage in einer anderen Stadt infolge der Möglichkeit moinentanen billigeren Einkaufs ein geringerer Preis verlangt wird. Der von dem Einander auf- gestellte Satz: „Eine reelle Geschäftsführung muß auch Preise kennen, die nicht willkürlich steigen und fallen" ist — auf die Verhältnisse beim Butterverkauf angewendet — barer Unsinn, denn wie schon gesagt, richtet sich der Preis der Butter nicht nach der „Reellität der Geschäftsführung", sondern lediglich nach dem Einkaufspreis bei den Produzenten. Welch enormen Schwankungen dieser unterworfen ist, geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß die gleiche Butter, die Ende März im Einkauf noch Mk. 2.30 bis 2.40 kostete, wenige Tage nachher für Mk. 1.90 bis Mk. 2.— zu haben war. Da konnte natürlich auch der Sinsheimer Einzelhandel den Verkaufspreis entsprechend ermäßigen und mit den Stäoten Heidelberg und Mannheim recht gut konkurrieren. Der Borwurf, den der Einsender dem Sinsheimer Einzelhandel machen zu müssen glaubt, daß sie zu hoch kalkulieren, ist ungerechtfertigt, und ebenso ist die Drohung mit der Wiedereinführung der Preiskontrolle durch die Behörden herzlich überflüssig. Die freie Konkurrenz, die wir haben, sorgt schon dafür, daß dem Einzelhandel die Bäume nicht in den Himmel wachsen und die Erfahrung der letzten Jahre hat ooch zur Genüge den Beweis erbracht, wie wenig der Polizeiknüppel auszurichten vermag, wenn er gegen Verhältnisse angewendet wird, die ihren tieferen Grund in der Gesamtwirtschaft haben. Der Einzelhandel hat mit den Preisen zumeist viel weiter abgebaur. als er dies verantworten kann und es ist angesichts der Tatsache, daß dieser Abbau nur ein einseitiger war, und die Preise beim Fabrikanten und Produzenten dauernd weiter an- ziehen, durchaus noch nicht ausgemacht, ob sich der Preisabbau im bisherigen Umfang aufrechterhalten läßt. Man möge also Freitag, den 11. April 1924. nicht obendrein noch mit derartig unbegründeten Vorwürfen kommen, wie der Einsender in der Nummer vom 2. April des Landboten. Evangelischer Gottesdienst. Samstag. 12. April. 1/22 Ahr: Beichte. Dekan Eisen Sonntag. 13. April. Palmsonntag. 1 / 2 IO Ahr: Gottesdienst, anschließend hlg. Abendmahl. Deka» Eisen. 1/22 Ahr: Predigtgottesdienst. Dekan Eisen Montag, 14. April. 8 Ahr: Passionsgottesdienft. Stadtvikar Meerwein. Dienstag, 15. April 8 Ahr: Paffionsgottesdienst. Dekan Eisen. 0 Jfir Qaustrunfi aus Sßiümemn bereiten Sie am besten mit meinen Heidelbeeren, Paket zu 100 Ltr. mit Zutaten ohne Süßstoff nur Mk. 7,10 franko Lieferung. Ebenso empfehle mein Mostansatz in Korbflaschen jitron Seiles Er|ri|djungs*fißlriinfi 5 Ltr. zu 100 Ltr. mit Korbflasche Mk. 10.— bestens geeignet zum Strecken von Apfelmost. Eine Probe führt zu dauernder Kundschaft. Bestellen Sie heute noch, 1000 te von Kunden. Friedrich Günter, Seckenheim b. 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Bei der Eröffnung der neuen Räume des Demokratischen Klubs zu Berlin, hielt der Vorsitzende der Deutschen demo diatischen Partei, Minister a. D. Koch, eine mit großem Beifall aufgenommene Ansprache. Nachdem er die Bildung politischer Klubs als eine neue und bedeutungsvolle Ausdrucksform des sich viel zu sehr in alten Gleisen bewegenden politischen Lebens bezeichnet hatte, sagte er u. a. etwa: Der bevorstehende Wahlkampf geht um Dinge, um bl in politisch reifen Ländern mit einer verantwortungsbewußten Opposition überhaupt nicht gestritten werden würde. Es gehl nicht um programmatische Gegensätze auf dem Gebiet der Politik oder Wirtschaft, sondern einfach um die Frage, ob das Deutsche Parlament so viel Gemeinsinn aufbringt, das G e - famtinteresfe vor Einzelinteressen zu stellen. Alle Welt ist sich darüber einig, daß eine neue Inflation das größte Schrecknis ist, das über Deutschland Hereinbrechen würde. Trotzdem stellt die Opposition Anträge, die, wenn sie angenommen würden, eine neue Inflation unfehlbar über ans bringen würden. Das gilt schon für einen großen Teil der unzähligen sozialdemokratischen Anträge, das gilt aber vor allen Dingen für die Anträge der Deutschnationalen Bolkspartei. Sie stellt Anträge, die die Aufhebung der 3. Stenev- Notverordnung und damit der Mietzinssteuer bezwecken. Sie dekämpst jedoch ebenso die demokratische Anregung auf Ersatz der Mietzinssteuer durch eine Vermögens- und Permögenszu- wachssteuer. Sie fordert aber darüber hinaus noch einen weit gehenden Abbau der bestehenden drückenden Steuern in einem Antrag Budjuhn. Auf der anderen Seite verlangt sie wesentliche Mehrausgaben vom Staate, insbesondere Aufhebung des Beamtenabbaugesetzes und eine alsbaldige Erhöhung der Beamten gehälter. Diese Forderungen sind mit einander nicht vereinbar, ohne eine neue Inflation heraufzubeschwören. Die Deutschnationalen handeln so, als ob sie niemals in die Lage kommen könnten, in der Regierung ihre Versprechungen zu verwirklichen. Line Opposition in einem politisch reifen Parlament würde nie so handeln. Noch schlimmer ist es auf außenpolitischem Gebiete. Hier kritisieren die Deutschnationalen heftig die Haltung des Außen- Ministers Stresemann. Auf Befragen aber, wie sie selbst, dir immer erklärt haben, einen neuen Krieg zurzeit für unmöglich zu halten, sich die Abwehrpolitik der Regierung denken, antworten sowohl Hergt wie Heifferich, man solle abwarten, was die neue Regierung tun werde. Ein solch dürftiges Wahlprogramm würde sich kaum ein anderes Volk gefallen lassen. Die Zeiten, wo das Volk in Geduld abwartct, was eine gottgewollte Regierung tun wird, sollten endgültig vorbei s.in. Die längst totgesagte Deutsche demokratische Partei geht einheitlicher und gefestigter in den Wahlkampf als je. In der Deutschen Volkspartei ringen zwei Richtungen. Der Abg. Gilde Meister hat in Oldenburg unlängst nach einem mir zugegangenen zuverlässigen Bericht gesagt, er nähme die Front gegen links, und hoffe, nicht gegen rechts kämpfen zu brauchen. Die Koalition der Mitte lehne er ab. die Demokraten seien nicht viel anders als dje Sozialdemokraten. Eine Regierung ohne Deutfch- aationale käme nicht in Frage. sDie gleiche Politik dürste wohl die neugegründete und sich auf den rechten und schwer- indurstiellen Flügel stützende „Nationalliberale Bereinigung" in der Deutschen Bolkspartei treiben.) — Man darf den von den Deutschnationalen viel und bitter angefeindeten Herrn Stresemann vielleicht einmal fragen, ob er nach allen entgegengesetzten Reden, die «r selbst gehalten hat, mit solchen, Aeußerungen seiner eigenen Parteigenossen einverstanden i,t. In der Sozialoemokratie Kämpfen der rechte, das Staatsbewußtsein in den Vordergrund stellende Flügel und der linke, agitatorisch und doktrinär eingestellte Flügel einen heftigen, noch nicht entschiedenen Kampf. Das Zentrum leidet unter wirtschaftlichen Interessengegensätzen, und es hat alle Veranlassung, Ludendorsf zum Ehrenmitglied zu ernennen; denn er hat im richtigen Augenblick dem Zentrum durch Heraufbeschwörung des Schreckgespenstes eines Kulturkampfes, den das ganze deutsche Volk ablehnt, tatkräftig geholfen, seine Reihen zu schließen. Me Deutschnationalen mit ihrer gegen links gerichteten Front befinden sich in ähnlicher Lage wie die Deutsch« Vclkspartci beim letzte» Reichstagswahlkampf. Wie damals die Deutschnationalen der Deutschen Bolkspartei, so versetzen heute den Deutschnationalcn die Deutschvölkischen den berühmten Bolksstoß in den Rücken. Innerhalb der Deutschen Demokratischen Partei sind Gegensätze von durchschlagender Bedeutung nicht vorhanden. Die Politik des Ausgleichs und der Polksoer- söhnung in politischer und wirtschaftlicher Beziehung ist heute wo die Hauptgefahren von rechts drohen, mindestens ebenso notwendig und bedeutungsvoll wie unmittelbar nach der Revolution. wo die Hauptgefahr links vorhanden war. Jeder besonnene Deutsche wird heute mehr denn je «in»,Politik der Mitte unterstützen. Wäre das Parlament reif, so würde es mit Rücksicht ! uf die außenpolitische Lage, die ein Zusammenwirken von legicrung und Reichstag erfordert, und mit Rücksicht auf die stanzösischen Kammerwahlen zurzeit keine Wahlen hecbejzu- sthren versuchen. Aber parteipolitische Rücksichten veranlassen die deutschnationale Opposition, auf Neuwahlen hinzuwirken, »ad die Haltung der Sozialdemokratie leistet ihnen, wie seiner- -i«it bei dem Sturz Stresemanns, Vorschub. Wenn einmal Bahlen nicht vermieden werden können, dann ist es bester. Je nicht hinauszuschieben und nicht unmittelbar vor die fränkischen Wahlen zu legen, sondern rasch zu handeln. Dir tigernde Haltung der Regierung ist bedauerlich und läßt erkennen. dag der Einschlag nicht ozlicrsq einzeltelltcr Minister i» der Regierung zu groß ist. So hat die Regierung nur eine "Minderheit hinter sich. Die Regierung muß das Gesetz des Handelns an sich nehmen. Sie kann es nicht zulassen, daß Je bei den Einzelberatungen der Verordnungen über eine einzelne populäre Maßnahme zu Fall gebracht wird, sondern sie muß vrrselts das deutsche Volk vor die Frage stellen, ob es alles >an setzen will, eine neue Inflation zu vermeiden, und ob in der Außenpolitik auf den von der Regierung ringeschla- >rn Bahnen eine Loslösung von unseren Feinden «streben pW, die uns unter sicheren, wenn auch ärmlichen Verhältnissen ^>ljch einmal den Boden für die Wiederaufbauarbeit und die ne Reparation schosst. Krieg im Frieden. * Der bekannte englische Politiker und Mitglied oes Par- ^rnts. D. E. Morel, veröffentlichte voriges Jahr in einem der „Foreign Asfairs" eine Stelle aus dem Briefe eines »vorrragenden Franzosen, die wir hier wiedergeben möchten:! Was sie über die französische Regierung schreiben, ist allzu nachsüchtig. Sie entschuldigen sie mit der Begründung, daß sie toll, aber logisch sei, daß sie wirklich glaube, man diene den französischen Interessen, indem man Deutschland zerstöre. Ich würde sie auch entschuldigen, wenn ich den Mut zu diesem Glauben besäße. Aber die Regierung hat dielen Glauben garnicht, sie fährt fort zu lagen, daß sie einfach wünsche, einen Verbrecher zu bestrafen und sich gegen den Verbrecher zu schützen. Und beinahe ganz Frankreich glaubt dies auch und hält sich für den Vollstrecker des Rechts. Solange di« der Fall ist, solange wir zufrieden sind, unsere Bcrstandeskrast der Tartüffr-Liige zu unterwerfen, solange kann man nichts tun. In demselben Heft äußert sich Mr. Austin Har-ison in einem „Back to 1804" überschriebenen Aufsatz folgendermaßen: „Nach einem dreimonatlichen Studium Europas komme ich sehr widerwillig zu dem Schlußergebnis, daß sich in dem Satz zusammenfassen läßt: Wenn Deutschland 300 000 Mann unter Waffen hätte, so würde, es nie eine Entschädigungsfrage gegeben haben und geben." Dies fei die Wurzel alles Uebels Die Entscheidende Frage verdanke ihren Ursprung Amerikas Zurückziehung, der Ausschließung Rußlands und der Entwaffnung Englands, was Europa zersplitterte in ein Netzwerk kleiner Völker, die der Gnade der einen bewaffneten Macht aus- geliefertt sind, die eine ganz ausgesprochene Kriegspolitik, die keinen Einspruch zu befürchren braucht, befolgt. Die ganze Lage in Europa ist von der Gewalt beherrscht. Dies ist die Nemesis zr dem einst so fröhlichen und aufrichtigen engl. Glauben; aber man muß der Wahrheit ins Auge zu schauen wagen, und die besteht darin, daß der Völkerbund als Korrektur vollkommen ohnmächtig ist, und daß wir zurückgekommen sind zu den Bedingungen, die wir einst beiseite zu schieben wünschten zum Kriege als einer biologischen Notwendigkeit. Diese Reaktion ist zustande gekommen durch Wilsons Versagen infolge innerer amerikanischer Politik und noch mehr durch die Zwangs weise Entwaffnung Deutschlands, die es nickt länger als Nation zurückließ, sondern als eine Beute für den' bewaffneten Sieger, der den Rest Europas in vhysischer Untertänigkeit erhält. „Als Frankreich dies sah, entschloß es sich, Napoleons Plan zur Beherrschung Europas auszuführen. Es bewaffnete leine Satelliten, es brauchte die Entschädigung als Vorwand, um Pfänder zur Bezahlung zu erhalten, und nun ist es mitten in der von den Generalen in Versailles vertretenen Poiuik, Deutschland zu zerstückeln, während es unfähig ist, sich zu verteidigen, und führt es zu einer solchen wirtschaftlichen Schwäche, daß es politisch auseinai'.derfliegen wird, besonders, wie Frankreich hofft, das Nheinland, und, in Verzweiflung, Bayern, das vielleicht wieder mit einem König vereinigt wird... Deynoch wird sich Deutschland einer solchen Vergewaltigung nicht unterwerfen; es wird sich eher in den Ruin stürzen als nachgcben. Die brutale Wahrheit ist, daß es zu vjple Sieger für die Beute gab. Dreißig Heere, Kaiserreiche und Nationen fochten gegen vier Nationen. Das Verhältnis ihrer Kraft war wiel 355 000 000 gegen 155000 000 nach der Zahl der Bevölkerung, der Landbesitz bestand in tztz zu 1, denn von dem Weltgebiet gehörten den Siegern 81 Prozent, während Deutschland nur 2,7 Prozent sein eigen nannte. 40 Proz. seiner Kohlen, 5 Millionen Einwohner ohne die Rheinlande und seinen ganzen ausländischen Reichtum. Die gegenwärtige Haltung der Mächte ist reine, einfache Bosheit jmalice pure and simple). Wir und Frankreich besitzen bereits so viel von der Weit, daß es grotesk ist, zu behaupten, wir müßten doch mehr haben. Das behaupten wir auch gar nicht. Die jetzt von Frankreich befolgte Politik ist Krieg, Krieg in Verletzung des Weltvertrags, geführt gegen einen ohnmächtigen Feind, der ehrlich entwaffnet hat, und weil er entwaffnet ist." Frankreich habe listig das deutsche Anerbieten zum Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete zurückge- xviesen, um die Wunde offen zu halten; es hat in den neue« Kohlenaebieten soviel Reichtum, um seine Kriegsschäden zehnmal zu kompensieren, und wenn es noch das Rheinland ganz ab- trennen kann, dann wird sein Reichtum der höchste in Europa sein. Frankreich ist jetzt in genau derselben Lage, wie Napoleon nach dem Frieden von Tilsit; es weiß, daß kein Volk kämpfen will; es nimmt an, daß es noch 20 Jahre vor sich hat, um fein« physische Vorherrschaft zu befestigen; bis dahin wird Deutschland in lau!« kleine Einzelstaaten zerteilt sein, und, wenn Rußland wieder zu Kräften gekommen sein, wird, dann wird man oas alte Bündnis erneuern, und Frankreich kann ein Jahrhundert herrschen. Diplomatische Noten Helsen nur, wenn Macht dahinter steht. Das weiß Frankreich. Es sei eine Tragödie, verhängnisvoll wie ein griechisches Drama. „Es ist Krieg als »og.sche Konsequenz des Vcrtiags von Versailles". Wenn man Europa verläßt, hat man nvi den einen festen Eindruck, daß nichts als ein Krieg und ein neuer Flieden Erlösung bringen kann. Die Absurdität der Sachlage sei ungeheuer. Ein« Mach! mit abnehmender Bevölkernno. deren Heer aui der Aushebung schwarzer Truppe» beruht i>t rm stanoe, einen ganzen Kontinent zu beherrschen, einfach, weil die Mitunterzeichnec des Friedens die Frankreich retteten, sich von ihrer Ehrenpflicht drücken. Rußland ist tot, Amerika steht mürrisch abseits, England ist entwaffnet. Frankreich braucht feine natürliche Anlage, den Despoten zu spielen, nicht länger zu zügeln; es sieht seineil alten Feind zu Boden geschmettert und hat fick entschlossen, ihn zu erdrosseln. ehe Europa aus seinem Traum des „Me wieder Krieg!" erwacht. — Europa habe übrigens niemals diesen Traum gehabt. .— „Die Deutschen sehen jetzt ein, daß sie den Frieden unter einer moralischen Lüge geschlossen hoben. Wir befinden uns schon unter Kriegsbedingungen, und der Bann wild nicht eher gelöst werden, bis irgend ein« Macht im stände ist, den neuen Despotismus zum Kampfe heravszufordern.... Das wirtschaftliche Europa kümmert Franbreiu» gar nicht das politische Europa ist immer Frankreicks hauptsächlichste Beschäftigung gewesen.. . Der Krieg hat Europa keine lebensfähigen Umrisse gegeben. Er hat die Schwachen über dir Starken niedere Zivilisationen über höhere gestellt, und er «ndigt in der Anerkennung der Macht als Gesetz. Wir waren ebenfalls di« Anerkennenden, wir müssen also auch die Folgen auf uns nehmen; diese können kaum friedlicher Art sein." Seitdem Harrisag dies schrieb, ist seine Partei, di« Lavour- Partei zur Regierung gekommen. Macdonalvs ehrlich« Wil « Deutschland zu helfen, ist nicht anzuzweifeln, trotzdem er Mor«l nicht zum Außenminister gemacht hat; aber einen Krieg Deutschlands wegen mit dem jetzt militärisch übermächtigen Frankreich ohne jegliche Bundesgenossen anzufangen, das würde das Parlament und da» englische Volk niemals zugeben. Also müssen wir Geduld haben. Verschiedenes. 70 000 Glocke» sind während des Krieges in Deutschland beschlagnahmt worden im Gewicht von 450000 Zentnern. Nur 365 waren beim Abschluß des Waffenstillstandes noch unzerschlagen. Allerlei Gesuchte» von zrrstreuten Professor:» erzählen die „Münchener Neuesten Nachrichten". Wir lesen da: Der Berliner Theologenprofessor Neander war wegen sein« Zerstreutheit stadtbekannt. Wirklich mußte ihm eines Tages feine alte Schwester die Beinkleider ins Kolleg Nachträgen. Er war nur in Unterhosen zur Universität gegangen. — Ein Freund begegnete ihm auf der Straße und fragte ihn nach seinem Befinden. „Schleckt geht es mir." sagte Neander. „ich hinke seit kurzem stark." „Ja." meinte der Freund, „wenn Eie mit dem «inen Fuß im Rinnstein gehen..." Theodor Mommsen wurde durch heftigen Lärm in seiner Arbeit gestört. Das Küchenmädchen stürzt« mit der Meldung herein, eine der kleinen Töchter habe eine Nadel verschluckt. Mommsen griff in seinen Rockaufschlag und überreichte dem Mädchen «ine Stecknadel mit dem Bemerken: „Hier haben Sie eine." — Einmal fühlte Mommsen das Bedürfnis, seine graue Haarmähne im Friseurladen stutzen zu lassen. Der Friseur ließ den Gelehrten nach getanem Werk in den Handspiegel hineinsehen und fragte, ob es so recht sei. Mommsen betrachtete sich aufmerksam. „Nein" erwiderte «r. „etwas länger." — Der Kunsthistoriker Henry Thod: gab als Student bei Eurtius, dem Historiker des griechischen Mittelalters. seine Karte ab. Schüchtern stand er in der Bibliothek, während Eurtius auf einer hohen Leit« mit Büchern hantierte. „Einen Augenblick", rief er von oben herunter. Aber es dauerte Minuten, er hatte den Besucher vergessen. Thod« wagte es, sich zu räuspern, und nun stieg Eurtius endlich herunter. „Bitte, nehmen Sie Platz. Wie war doch der Name?" „Thode. Herr Geheimrat." „So. so, Thode." Und nun versank Eurtius in tiefes Nachdenken. „Ja, Thode, Thode l Sagen Sie. mein Lieder, ist Ihnen das Sterben leicht geworden?" Ein Erfolg deutscher Wissenschaft. Zu einem wissenschaftlichen Ereignis gestaltete sich die Sitzung der Berliner Mikrobiologischen Gesellschaft, die am Montag (7. ApriY im Hygienischen Institut der Berliner Tierärztlichen Hochschule tagte. Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. P. Frosch, der Direktor des Institutes, und fein Mitarbeiter Prof. Dr. tz. Dahmen berichteten über eine Entdeckung, die geeignet ist, das bisher dunkelste Feld der Forschung nach den Erregern epidemischer Krank- hetter aufzuhellen und neue präzisere Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zu treffen. Außer den Bakterien und den Protozoen. deren Anteil als Krankheitsursache seit Robert Koch in immer vergrößertem Umfange die Forschung beschäftigte uno deren Feststellung so wesentlich an der Hebung unserer Bolks- gesundheit wirkte, mußte es noch Krankheitserreger von ungeheurer Kleinheit geben. Denn sie trotzten dem Darstellungs- verwögen der kräftigsten Mikroskope und man bezeichnete sie daher als ultravisibel, also jenseits unserer Sehkraft liegend. Nach mehrjähriger, ausdauernder Arbeit ist es nun Geh.-Rat Frosch, nachdem Prof. Dr. Dahmen vom gleichen Jnstttute die sehr schwierige Züchtung des Erregers der Maul- und Klauenseuche auf festen Nährboden geglückt war, gelungen, nicht nur diesen Erreger, sondern auch den der Lungenseuche der Rinder für die Beobachtung und Untersuchung darzustellen. Als Erreger der Lungenseuche ergab sich ein Sproßpilz, als Erreger der Maul- uni» Klauenseuche ein Stäbchen von Bruchteilen eines Tausendstel-Millimeters. Nur die scharfsinnige Anwendung neuer wissenschaftlich-photographischer Methoden führte zu diesem überraschenden Erfolge. Der Ausblick auf die Erforschung der vielen anderen wichtigen Krankheiten ähnlicher Art leitet damit ein neues Kapitel der Seuchenbekämpfung ein. M. 3. C. ll. M.? Die Zeitungen berichten dauernd von den Micumverträgen. Was heißt Micum? Micum: richtig geschrieben: M. 2. C. U. M. ist die Abkürzung von „Mission inter- alliee de controle des unsines et des Mines" und ist die Bs- zeichnung für die in Essen sitzende Kommission zur Kontrolle sSchikane) der Fabriken und Bergwerke. Die Franzosen nennen sie i nterallijert, um die Meinung zu erwecken, daß außer Franzosen und Belgiern auch andere Nationen beteiligt seien. Diese Micum ist die Stelle, die mit der Ruhrindustrie die berüchtigten Micumoerträge im Auftrag Poincares abzuschließen hat. ®i« erste Le'chenbeiöcderung im Flugzeug. Auf der Luft- strrcke Köln—London ist zum crstenmale in der Geschichte der Lvstschisfahlt eine Leiche im Flugzeug befördert worden. Ein Angestellter der englischen Lwyd-Bank in Köln war bei einem Motorunfall getötet worden und sollte in seiner englischen Heimat bestattet werden. Die Ueberführung geschah in einem besonderen Flugzeug der Instone-Fluglinie. Das Flugzeug flieg in Köln um 8.15 Uhr früh auf und landete auf dem Flugplatz Croydon bei London um 12.47 Uhr nachmittags. Bon dort wurde die Leiche im Automobil weiterbefördert. Arber das amerikanische Zeppelin-Luftschiff, das in diesem Jahre nach Amerika ausgeführt werden soll, läßt sich der „Newyork tzerald" aus Friedrichshasen offenbar von einem dort anwesenden amerikanischen Ingenieur Nachrichten übermitteln. die etwas im Gegensatz zu den bisher verüffemlichtrn Meldungen stehen. So wird z. B. behauptet, daß es verfrüht fei, von baldigen Probefahrten des Luftschiffes zu sprechen. Bor Mitte oder Ende Juni sei an einen Aufstieg des Schiffes gar nicht zu denken. Man hält es sogar für unwahrscheinlich, daß in diesem Monat die Probefahrt unternommen werden kann, rechnet vielmehr damit, daß das Schiff erst im Juli so-' weit sein wird. Aus der ganzen Darstellung spricht etwas wie amerikani.'che Verärgerung darüber, daß Amerika sich seine Luftschiffe in Deutschland bauen lassen muß. Deshalb wird auch bezweifelt, daß tatsächlich die in Deutschland ausgeführten Mo- tore für das Luftschiff schon als vorzüglich bewährt seien. Es wird gesagt, die Probe habe dafür noch keinen Beweis ergeben. Die Nachrichten, die in der letzten Zeit verbreitet sindi werden von dem „Newyork Herold" aus indiskrete Mit^' tcjlungen aus dem Kreise der deutschen Besatzungsmannschoft, zurückgeführt. Bei alledem gibt aber auch das ausgesprochene deutsch-feindliche amerikanische Blatt zu, daß der Bau des Luftschiffes von technischer Vollkommenheit sei. Dir rieslgr Zunahme des Autoverkehrs in Am«ida. Nach einer Zusammenstellung der „National Highway Traffic Association" sind in den Bereinigten Staaten im letzten Jahr« 14 000 Menschen ums Leben gekommen. Allerdings sind in diesem Lande auch in jenem Zeitraum 12 Millionen Kraftwagen im Betrieb gewesen, und man rechnet für dieses Jahr mit einem Zuwachs von weiteren 3 Millionen. Pest in Indien. In Labore, Multan und den umliegenden Ortschaften wütet die Pest. In Labore sterben durchschnittlich täglich 30 Mensckcn. Freikarten nach Amerika. In Amerika oorausbezahlte Ueberfahrten für Reisende nach Amerika werden in einer besonderen «eu eingerichtete» Abteilung der White Star Line und American Line Hamburg, Alsterdamm 39, bearbeitet. Diese Abteilung erteilt kostenlos jede gewünschte Auskunft über die sog. Prepaid-Passagen und über Seereisen im Allgemeinen. Wenn jemand Bekannte oder Verwandte in Amerika besuchen will, welche für ihn die Ueberfahrt bezahlen, so kann er die genaue Adresse an die obengenannte Prepaid-Adteilung einsenden und diese w rd sich bemühen. Schiffskarte und Eisenbahnfahrkarte bis zum Reiseziel zu besorgen, ohne daß dem Betreffenden Kosten dadurch erwachsen. Die Ameriron Line ist in Sinsheim durch Abraham Selig mann, neben dem Rathaus, vertteten. Nr. IS. Jahrgang 1924. Der Landbote * Sinsheim« Zeitung. Freitag, den 11. April 1924. AMW MllimiMWiMll. Mr. 7. Erlösche» der Ma«l- ««» Klauenseuche in Zazenhausen. In den Ställen von Gutspächter Zeh und Landwitt Aberle ist die Seuche wieder erloschen. Me angeordneten Maßnahmen wurden heute wiener aufgehoben. Sinsheim. 7. April 1924. Bezirksamt. Nr. 9. Die Umbildung des Bezirksrats Sinsheim. In Vollzug des § 2 der Verordnung vom 22. Dezember 1923 über die Vereinfachung oer inneren Verwaltung