Erscheint S|n 1 o|» Mi ttw ech, Sreitag. Bezugs-Preis: Durch di« Post Lejoge» und durch kx, Vrieflräg« ». unsere Austräger frei tu» Hau, »««rtlich eolhntii 1.60 ireibleibeud. Der Sttng^trei« ist im Dorau, zu eutrichie». Zu MUlen von höherer Gewalt de* ßeht deiu Anspruch aus Lieferung der Zeit»»» »der aus Rückzahlung de» Bezugopreis«. Geschiifwzetl >/sS—S Uhr, Souutag» geschlofle». S«r>f»r-chnui-htitz Nr. U. Postscheck-^»»»» rlarl-rur,« Nr. «»»». andvot e »mshemer General-Anzeiger für das 18 3 0 eitung Clsenz- und Schwarzbachlal Aelteste und verbreitetste Zeitung dieser Gegend. Laupt-Anzeigen-Blatt. WSchentliche Beilage«: Mode u. Heim » Der Kobold » Reue Illustrierte Anzeigen »Preis«: Di» 12 «na „ »««-Zeile S VoOffg. Somitie»-«»»»«^» » ®oO(>f*. Nritlauer»! Di« 87 mm d«it» MMm««-Zeile *4 «albyffc Gruudschrift in Anzeige!. u»r TertteN ist Petit. Dei Wiederholuugeu tartffeftar Rabatt, der bei Richt-ahluug faun» halb 8 Tage» nach RechMuxga- datum »der bei gerichtlicher P» Ireibnug und bei Konkur, «lischt. Platzvorschristen unrde» nicht «»» erkannt und für Auftiahmeo »» bestimmte» Tagen sowie fiie tele» ionische Aufträge keine Gewähr tideraouimeu. Anzeigen-Annahme bi» 8 -'he »ormittag»! größere Anzeigen w»ii«, am Tage oorher ausgegebeu werde». M 31. Montag, den 12. Mai 1824. 85. Jahrgang Sin Appell des besetzten Gebiets. Boliseulfcheid Wer das SachoerstSudigenglttachlen? Eine bedeutsame Rede von Oberbürgermeister Dr. Adenauer. Die Alternative: Für oder gegen das besetzte Gebiet. Köln,.,11. Mai. In Anwesenheit des Reichspräsidenten Ebert, zahlreicher Reichs- und preußischer Minister und unter stärkster Beteiligung der repräsentativsten Persönlichkeiten aller Schichten an Rhein und Ruhr wurde heute die erste Kölner Messe eröffnet. Sie ist ein Sinnbild des neuen Ausoehnungs- dranges und des wiedererwachten Geltungswillens des rheinisch-westfälischen Lebens. Bei der feierlichen Eröffnung im Gürzenich waren anwesend Reichspräsident Ebert, Reichskanzler Dr. Marx, Kardinal und Erzbischof Schutte, die Reichsminister Stresemann, Hamm, Höste, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, die preußischen Minister Dr. Seoering, Richter, Siehring und Hirtsieffer, der Landtagspräsident Lei- nert, eine Anzahl von auswärtigen Oberbürgermeistern, Oberund Regierungspräsidenten, die Direktoren der Messen von Leipzig, Frankfurt und Kiel und eine große Anzahl von Vertretern der Wirtschaft, des Beamtentums, von Wissenschaft und Presse. Das Bankett, das dis Stadt Köln am gestrigen Abend den Ehrengästen im Grüzenich gab und bei dem die gleichen Persönlichkeiten zugegen waren, wie vormittags, wuchs sich zu einer hochbedeutsamen politischen Kundgebung des besetzten Gebietes aus. Oberbürgermeister Dr. Adenauer kennzeichnete in der ihm eigenen logischen Präzision die politische Aufgabe der Reichsregierung für dis nächsten Wochen dahin, eine Mehrheit im Reichstag für eine Politik zu finden, die eindeutig geeignet ist, dem besetzten Gebiet Befreiung zu bringen und von ihm neu« Drangsale fernzuhalten. Sollte dies nicht gelingen, so müßte der Reichstag aufgelöst und das Volk mit einer klaren Parole vor die Alternative gestellt werden: Für oder gegen das besetzte Gebiet. Oberbürgermeister Dr. Adenauer sagte folgendes: Unsere ganze Lage, namentlich die Lage des besetzten Gebietes, läßt es entschuldbar erscheinen, wenn ich diese Gelegenheit benutze, einige politische Ausführungen zu machen. Das ganze besetzte Gebiet hält nahezu restlos die Politik, die von der Reichsregierung in der letzten Zeit befolgt worden ist, für die allein mögliche. Wir wünschen, ja. da es sich dabei in erster Linie auch um das Schicksal unserei? engeren Heimat handelt, dürfen wir sagen, wir verlangen, daß diese Politik fortgesetzt wird, daß auf diesem Wege, der nach Lage der Dinge allein Erfolg verspricht, versucht wird, eine für Deutschland mögliche Lösung der außenpolitischen Fragen zu finden. Wir bitten, falls sich unerwarteterweise — ich wiederhole: unerwarreterweise — innerpolitische Schwierigkeiten einer Fortsetzung dieser Politik entgegenstellen sollten, daß von den verfassungsmäßigen Mitteln Gebrauch gemacht und durch einen neuerlichen Appell an das Dolk eine wirkliche Klärung dieser Lebensfrage herbeigefiihrt wird. Ich weiß mich in diesen Ausführungen einig mit dem ganz überwiegenden Teil der Bevölkerung des besetzten Gebietes Sie, Herr Reichskanzler, sind uns kein Fremder, Ihnen tankt das besetzte Gebiet für Ihre klare Einsicht in unsere Lage, für Ihr lebhaftes Mitgefühl und für die entschlossene Betätigung Ihres Willens, uns zu helfen. Unter Ihren vielen ausgezeichneten Eigenschaften steht, wenigstens in unseren lokalpatriotisch getrübten Augen, nicht an letzter Stelle, daß Sie geborene Kölner sind. Daher haben Sie Ihren goldenen Humor, der Sie auch in schwierigen Tagen Herr der Situation bleiben läßt. Möge er Sie auch in den kommenden schweren Zeilen, die Sie immer, sei es als Staatsmann, sei es als Politiker,, in verantwortungsvollster Lage finden werden, nicht verlassen. Mögen Ihr Gottvertrauen und Ihre Liebe zu Deutschland, zu unserer rheinischen Heimat Sie stets die rechten Entschlüsse fassen lassen. Unser vornehmster Gast, der Herr Reichspräsident, weilt in dieser Eigenschaft zum ersten Mal« in Köln und :m besetze ten Gebiet. Ich darf ihm nochmals ehrerbietigen Dank dafür aussprechen, daß er trotz aller Schwierigkeiten zu uns gebammen ist. Wir wissen, daß das besetzte Gebiet in ihm einen treuer, und mitfühlenden Freund in der Vergangenheit gehabt hat und auch in der Zukunft haben wird, daß für ihn das Schicksal des besetzten Gebietes und das Schicksal Deutschlands ein einziger und unteilbarer Begriff ist. Wir schätzen uns glücklich, ihn, der in so kluger und weitblickender Weise die von der Verfassung dem Reichspräsidenten übertragenen Rechte ausübt, in dieser Stellung zu sehen. Der Oberbürgermeister brachte alsdann ein Hoch auf den Reichspräsidenten aus. Berlin, 10. Mai. Der Parteioorstand der Sozialdemo- krrten hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, über die Fmge der Annahme oder Ablehnung des Sachverständigcn- plans einen Volksentscheid herbeiznführen. Es kann nicht gerade behauptet werden, daß der soz.-dem. Parteivorstand mit diesem Beschluß ein hohes Maß staatsmännischer Klugheit bekundet hätte, zumal er jetzt, nachdem der Wahlkamp' vorüber ist, gerade in dieser Form gar nicht mehr von solches Bedeutung ist. Wie wenigstens aus den Erklärungen Hergts heroorgeht, haben auch die Deutschnationalen ihren wähceno der Wahipropagailda vertretenen Standpunkt geändert, sie haben ihr glattes Unannehmbar fallen lasten und treten jetzt für Verhandlungen auf der Grundlage des Sachverständigengutachtens ein, weil auch sie die Verantwortung für die sich aus einer glatten Ablehnung ergebenden Folgen doch nicht au' sich nehmen wollen. Eine Frage bleibt allerdings dabei, ob Hergt mit seiner Erklärung alle Fraktionsmitglieder seiner Partei hinter sich bekommen wird. Schwierigkeiten werden in dieser Beziehung, soweit sich aus den Kundgebungen des Landbunds entnehmen läßt, vorläufig noch die Vertreter der Landwirtschaften machen. Es ist aber doch anzunehmen, daß auch diese letzten Endes vor der Verantwortung für die außenpolitische Entwicklung zurückweichen werden. Wenn jetzt die Sozialdemokratie nun allen Ernstes einen Volksentscheid au' 2a oder Rein herbeisühren will, so wird sie lediglich den Klär-, ungsprozeß innerhalb der Deutschnationalen überflüssig machen. Es würde damit den neugewählten Volksvertretern überhaupt die Verantwortung abgenommen werden, weil sie sich dann immer wieder hinter den Volksentscheid zurückziehen könnten, ohne daß die ganze Frage einer Lösung entgegenge- führt würde. Um die Abstimmung in Hannover. Warnender Aufruf des Westfälischen Provinzial- Landtages. Münster, 10. Mai. Angesichts der am 18. Mai in der Provinz Hannover stattfindenden Abstimmung haben die Fraktionen des westfälischen Prooinziallandtages einstimmig folgende Kundgebung an die Bewohner der Provinz Hannover beschlossen: An die Bewohner der Provinz Hannover! Die Schicksalsstunde der Provinz Hannover naht. Am l8 Mai sollt ihr uns benachbarte Stammesbrüder Hannovers darüber entscheiden, ob über eine Abtrennung von fünf Regierungsbezirken Hannovers abgestimmt werden soll. Die Errichtung eines selbständigen Hannovers würde die Zerschlagung Peußens bedeuten und den Bestand des Reiches bedrohen. Wir Westfalen erwarten von euch Hannoveranern nachbarliche Treue. Fhr müßt auf die bedrohten Westprooinzen Deutschlands Rücksicht nehmen und keine Stimme abgeben für die Zerreißung Preußens. Darauf vertrauen wir zuversichtlich. Wir Westfalen sind gleichen niedersächsischen Stammes wie ihr und rufen euch einmütig zu: Wahrt die Einheit des Reiches, wahrt die Einheit Preußens. Die Fraktionen des westfälischen Provinziallandtages. ; Zentrumspartei: Freiherr v. Oer: Per. Deutsche und Deutschnationale Volkspartei: Windthorst: Per. Sozialdemokrati- che Partei: Mehlich: Deutschdemokratische Partei: Dr. Achäer: Kommunistische Partei Deutschlands: Herbst. Der Arbeitskampf im Bergbau. Im deutschen Kohlenbergbau ist ein Kamps ausgebrochen. der durch Aussperrungen von der einen, durch Streiks von der anderen Seite geführt wird, und die deutsche Kohlenversorgung ernstlich bedroht. Die Auseinandersetzung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wäre an sich nicht bedenklich. Der Uebergang von der achtstündigen Arbeitszeit zur Mehrleistung kann sich nicht reibungslos vollziehen und hat auch auf anderen Wirtschaftsgebieten Kämpfe hervorgerufen. Die Bewegung im Kohlenbergbau hat indessen einen ziemlich bösartigen Charakter angenommen. Die Mehrleistung, die keine willkürliche Fordemag ist, sondern durch amtlichen Schiedsspruch gerechtfertigt wird, stößt hier geradezu auf einen erbitterten Widerstand. Die Gründe dieser Erscheinung liegen tiefer und sind deshalb einer kurzen Betrachtung wert. Die Träger des Kampfes sind im Bergbau die Ruhc- zechen, mit anderen Worten die Kommunisten. Wie die Reichstagswahlen gezeigt haben, sind die Fortschritte, die die bolschewistische Verseuchung an der Ruhr gemacht hat. außerordentlich ernst. Die Kommunisten haben dort tatsächlich die alten Verbände zurückgedrängt und die Führung an sich gerissen. Sie haben auch das Sttchwort für den Generalstreik gegeben und sind damit gegen die Parole der Vergarbeiter- oerbände durchgedrungen, die ausdrücklich vom Stteik abgc- raten haben. Bei den Kommunisten kommt es lediglich auf die Zerstörung an und es ist deshalb begreiflich, daß die Zechen-« besitzer sofort zu den schärfsten Abwehrmitteln gegriffen haben. Aber die Wurzel des Uebels liegt noch tiefer. Die Anspannung der Arbeitskraft zur denkbar höchsten Leistung ist im Rvhrbergbau notwendig geworden, weil sonst die Micumoer- trägc einfach nicht z» erfüllen sind. Der Eutschödigungstribut, den Frankreich aus der Industrie des Ruhrgebietes herauspreßt, macht es unumgänglich nötig, daß noch über die Friedensförderung hinausgegangen wird. Gelingt das nicht, so müssen die Betriebe zusammenbrechen. Stände diese Notwendigkeit nicht immer drohend im Hintergrund und lauerte nicht neben ihr fortgesetzt die Gefahr neuer französischer Gewalttaten, so würden sich ganz gewiß die Auseinandersetzungen in ganz anderen Formen bewegen. Wenn die Bergarbeiter im Ruhrgebiet eine Faust im Nacken fühlen, so sollten sie nie vergessen, daß es die Faust des französischen Tyrannen ist —I nichts anderes. Die drohenden Verhältnisse im Ruh-gebiet zeigen von neuem, wie notwendig es ist, zu einer vernünftigem Regelung zu kommen. Verschärfung des Kampfes im Bergbau. Weitere Zunahmen der Streikenden. Essen, 9. Mai. Im Ruhrbergbau sind bei der heutigen Frühschicht 93,70 Prozent der Gesamt-Belegschaft nicht angefahren. Stillegung von Hüttenwerken. Berlin, 10. Mai. Die Blätter sprechen in ihren Meldungen aus dem Ruhrgebiet von einer Verschärfung des Kampfes im Bergbau. Kommunisten und die jetzt im Ruhrgebiet sehr rege tätigen Separatisten gewännen an Einfluß unter den ausgesperrten bezw. streikenden Bergarbeitern. Die Zahl der Hüttenwerke, die infolge Kohlenmangels zur Stillegung des Betriebes gezwungen sind, hat sich weiter erhöht. Auch mußte die Gasversorgung mehrerer Städte, darunter Essen, eingestellt werden. Die Reichsregierung als Dermittler. DortMlMd, 9. Mai. Reichs- und Staatskommissar Mehlich, der heute von einer Reise zurückgekehrt ist, leitete unverzüglich eine Bermittelungsaktion zur Beilegung des Kampfes im Bergbau ein; es sind zunächst Vertreter der vier Bergarbeiterverbände zu Freitag abend zu einer Besprechung geladen; morgen sollen die Besprechungen mit Vertretern der , Zechenverbände stattfinden. Der Standpunkt der Bergarbeiter. Essen, 9. Mai. Den großen Revier-Konferenzen der Bergarbeiterverbände folgten am Donnerstag im gesamten Ruhrreoier Belegschaftsversammlungen, deren Zahl auf über 300 geschätzt wird. Soweit Meldungen vorliegen, nahmen' sie alle einen ruhigen Verlauf. In allen Versammlungen, dje überfüllt waren und teilweise unter freiem Himmel stattfanden, wurde das Vorgehen der Grubenbesitzer aufs schärfste verurteilt, der Wille der Bergarbeiter zur Arbeit entschieden be- tonnt und jede Streikparole nachdrücklich abgelehnt. Die Aufforderungen zum Generalstreik, die in einigen Versammlungen von Anhängern der Union erhoben wurden, fanden bei dem Gros der Teilnehmer eine entschiedene Ablehnung. Es wurde gefordert, daß die Bergarbeiter nicht allein die Träger der Reparationslasten sein dürften. Diese Lasten seien vielmehr! gleichmäßig auf alle Schultern des Volkes zu legen. An der Forderung der Beibehaltung der Sieben-Stunden-Schicht unter Tage und der Acht-Stunden-Schicht über Tage wurde von der Ruhrbergarbeiterfchast festgehalten. Die Beschlüsse der Revier-Konferenzen wurden einmüttg gebilligt. Das Angebot des Schiedsspruches in der Lohn- und Arbeitszeitfrage sei für die Bergleute unannehmbar. Dorerst keine Aendenmg der KoPenpreis«. Wie wir erfahren, haben in den letzten Tagen eingehende Verhandlungen zwischen dem Bergbau und den zuständigen Behörden über die Frage eines Abbaues der Kohlenpreise taitgefunden. Die Verhandlungen haben bisher noch zu keinem! Ergebnis geführt; es sind vielmehr weitere Besprechungen über dieses Thema angesetzt. Vom Bergbau wurde ein» olchen Maßnahmen widersprochen mit dem Himoeis darauf, daß die Materialpreise weiter angezogen haben (13? Priy. gegenüber 1913) und ferner di« Löhne zum Teil um 13 Proz. über den Vorkriegsstand hinausgehen. Auch wurde betont, daß die Einzelleistung des Arbeiters in verschiedenen Revieren den Borkriegszustand noch nicht erreicht habe; so werden augenblicklich in Sachsen erst 70 Prozent der Friedensleistung gefördert. Nicht zu vergessen seien außerdem die hohen Kreditzinsen, die in die Kohlenpreise einkalkuliert werden müßten, Ferner wmde für diese Industrie die Wiederinangriffnahme des Abraum-Abbaues als preistreibend angeführt. England und die Gutachten» London, 9. Mai. Der diplomattsche Mitarbeiter des „Daily Telegraph" schreibt nach einer kurzen Wiedergabe der Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Montag, den 12. Mai 1924. müssen, will in der Lage sein, über die bevorstehenden interalliierten Besprechungen folgende Angaben machen zu können: Nach der Unterredung von Mailand werde eine neue französisch-belgische Fühlungnahme in Paris erfolgen. Für die letzte Maiwoche erwarte man dann eine Besprechung zmif.sten Macdonald und Poincare in Calais oder in Boulogne. Man nehrne an, daß nach diesen Besprechungen mit Unterstützung der alliierten Botschafter deren Dermittlungstätigkeit fortgesetzt werde, eine allgemeine Konferenz der alliierte« Minister möglich sein würde. Diese erwarte man für die erste Iunihälfte und zwar entweder in Paris oder in London. Höchst ivanr- scheinlich werde dieser Konferenz sehr rasch eine weitere folg-n, an der dann auch die Deutschen teilnehmen werden. Französische „Mildtätigkeit." Fn einer „Ein Fahr Ruhrbesetzung" betitelten Propa- gandaschrist der französischen Besatzungsarmee finden sich wirklich rührende Angaben über die Liebestätigkeit für di« arme Bevölkerung im Ruhrgebiet. Da ist zunächst ein sehr hübsch zurechtgemachtes Bild: Französische Soldaten und deutsche Kinder — als ob nicht jedes Kind, das etwas zu essen bekommt, ein fröhliches Gesicht macht! Augenscheinlich waren diese Soldaten nicht „geistesgestört", wie jener französische Soldat, der einen 7 jährigen Knaben in Düsseldorf erschoß, als dieser ihn um ein Stück Brot bat. Dann hat, wieder nach der Propagandaschrift allein eine Division im Oktober 1923 38 442 Portionen Suppe an 994 Familien ausgegeben. Ferner wurden, um den Arbeitern mit zahlreicher Familie, den kleinen Beamten, den kümmerlich ihr Leben fristenden Pensionären zu helfen, 24 Verkaufsstellen eingerichtet. Sie gaben Lebensmittel unter dem Marktpreise ab und zwangen den Kleinhandel zu vernünftigen Preisen, was ja die Reichsregierung nicht gewagt hatte. Wie aber heißt es in der Denkschrift des Reichsministers für die besetzten Gebiete über die Besatzungskosten? „Bon Bedeutung sind ferner die Ausgaben für die Volksküchen, die in der französischen Propaganda eine nicht unwesentlicke Rolle gespielt haben und noch spielen. Durch ihre Einrichtung soll die mildtätige Gesinnung der französischen Besatzungsarmec der Bevölkerung des besetzten Gebietes gegenüber dargetan werden. Was bleibt von dieser viel gepriesenen „Mildtätigkeit übrig, wenn man aus dem französischen Haushnltplan feststellt, daß die' französische Regierung die Ausgaben für d>e sogenannten Soupes-populaires" in Höhe von 414 540 Goldmark im Fahre 1923 und von 355 412 Goldmark im Jahr 1924 von Deutschland zurückverlangt. Ueberall Lüge, Betrug, Heuchelei. Frankreich und unsere Wahle«. Paris, 9. Mai. In gleicher Weise wie der Temps warnt, nun auch das konservative „Journal des Debats" vor einer Nervosität angesichts des Ergebnisses der deutschen Reichstagswahlen. Auch dieses Blatt ist der Ansicht, man müsse die Polittk der Deutschnaüonalen erst kennen lernen, bevor man sich hierauf einstelle. Es wäre unklug, die StÄlung zu wechseln, bevor man wisse, wieweit sich ein deutscher Widerstand geltend mache. Es wäre auch verfrüht, nunmehr nach einer übereilten interalliierten Konferenz zu schreien, dem» es sei nicht unwichtig, auch das Ergebnis der französischen Wahlen und ihre Folgen abzuwarten, ehe man sich auf eine allgemeine Erörterung einlasse. Der „Temps", der zuerst, wie berichtet, auch zur Ruhe mahnte, fällt neuerdings in einem Leitartikel aus der Ralle' indem er die Frage aufwirst, über was denn eigentlich Poin- care mit Macdonald verhandeln wolle. Das gibt ihm natürlich Peranlassung, alle strittigen Fragen zu erörtern, die das Programm der Sachverständigen zu Tage gefördert hat. Er spricht in diesen Gedankengängen von den deutschen Eisenbahnen, von der Sicherheitsfrage, von der .Kriegsschuldstage, vom Verteilungsschlüssel und von der Gesamtschuldi Deutschlands. Dabei passiert ihm das Unglück, daß er feine Taktik enthüllt und in seiner Polemik gegen die „ Kreuz- zeitung" das Wort erwähnt: „Messieurs les Allemands, tirez les Premiers" (Meine Herren Deutschen, schießen Sie zuerst!"). Es ist gut, daß ein der französischen Regierung nahestehendes Organ in solcher Weise die Karten aufdcckt. ,Es ist der amtliche Beleg dafür vorhanden, daß di« französische Regierung es war. die den Sachverständigenbericht nur unter Vorbehalt angenommen hat, es waren dir Herren Franzosen, die zuerst geschossen haben. Das Recht zu dieser Antwort hat man umsomehr, als Reichstagsabgeordneter Hergt vorerst nur Parteiführer ist und in seinem bekannten Gespräch im Lokalanzeiger kein Regierungsprogramm entwickelt har. Wenn er etwa sagen wollte, daß das Programm der Sachverständigen nur dann ausgeführt werden könne, wenn die wirtschaftliche Einheit hergestellt werde, und wenn Deutschland über den Gesamtbetrag seiner Verpflichtungen unterrichtet sei, dann hat er damit noch lange nicht das Sachvetz- ständigenprogramm grundsätzlich verworfen. In Paris ist amt- licherseits zum ersten mal der Ausdruck von einer „Umgestaltung" oder „Verbesserung" des Sachverständigenberichts gefallen. An dieser Wahrheit kann niemand ohne Beachtung vorübergehen. Nur der Temps mißachtet die Empfehlungen di« er den französischen Polemikern vor 2 Tagen selber hat zuteil werden lassen, dadurch, daß er heute abend ganz plötzlich eine neue Frage aufwirft, angeblich nur in Verbindung mit, der Möglichkeit einer Aussprache zwischen Macdonald und Poincare, nämlich die Frage der Militärkontrolle. Es wird wieder einmal der Versuch gemacht, die Sicherheilsfrage als ei e Vorfrage aufzuwerfen, ehe die dringlichere Frage der Durchführung des Sachverständigenprogramms endlich in Angriff genommen wird. Und dabei gibt es kein französisches O-gan, das besser darüber unterrichtet wäre, daß die Durch-! sührung der Währungsreform in Deutschland nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern vor allen Dingen auch im Interesse seiner Gläubiger liegt. Die Wahlen in Frankreich. Starke Wahlbeteiligung. Paris, 12. Mai. Die Wahlen in Paris sind ohne jeden Zwischenfall verlaufen. Die Wahlbeteiligung war außerordentlich stark in allen Pariser Sektoren, ebenso in der Provinz. Um 10,50 Uhr vormittags begab sich der Präsident der Republik in Begleitung seines ältesten Sohnes nach dem Bürgermeisteramt seines Bezirkes, um seiner Bürgerpflicht nachzukommen. Auch aus der Umgebung von Paris und aus der Provinz wurden keinerlei Zwischenfälle gemeldet. Die neue Senkung des Frankenkurses. London, 9. Mai. An der gestrigen Börse hatte der Frankenkurs bis zum Schluß der Nachbörse heftig geschwankt. Nachdem er etwa mit 68 eröffnet«, stieg er auf 74 und erhotte sich bis zum Schluß der Nachbörse auf 70,85. Dieser plötzliche Frankensturz wird im Leitartikel des Times darauf zu- rückgeführt, daß in den letzten Tagen die nachdrückliche Interventionstätigkeit zugunsten des Franken aufgehört habe, und daß Besorgnisse entstanden seien bezüglich der vrompten Durchführung der Finanzreform in Frankreich, die ausorück- lich als Vorbedingung für die Frankenstützung durch ausländische Geldmittel zugesagt worden sei. Auch die Schwierigkeiten, die möglicherweise durch die verworrene parlamentarische Lage in Deutschland bezüglich der Ausführung des Dawes-Planes entstehen könnten, dürften die neue heftige Frankenbewegung beeinflußt haben, da naturgemäß jeder Aufschub der Ausführung des Dawes-Planes auch den Zeitpunkt hinausschiebt, an dem die Alliierten die ersten Zahlungen von Deutschland zu erwarten haben. Der Daily Telegraph meldet, daß die englischen Sachverständigen die Einzelheiten des Dawes- Planes zurzeit prüfen u. Wert auf die Möglichkeit legen, Deutschland Vorteile einzuräumen, die die deutsche Regierung veranlassen könnten, einen Teil der Zahlungen durch Anleihen früher als zu dem angegebenen Zeitpunkt zu leisten. Die vornehmste Pflicht einer Regierung. In der Sitzung der französischen Kammer vom 18. Marz 1923 (s. Journal officiel vom 19. März 1923) wurde der Ge- Rr. 31. Jahrgang 1924. _ bezögt, der Sachverständigenpläne stattgefundenen Verhandlungen, daß ein umfangreicher Schriftwechsel zwischen London und Paris und an anderen europäischen Hauptstädten i,i der nächsten Woche, kurz nach den französischen Wahlen, vor sich gehen werde. Jedermann verstehe heute die Gefahre», die für den Dawes-Bericht aus weiteren Verzögerungen entstehen. Besonders habe der Oberst Logan, der amerikanische Beobachter bei der Reparationskommission, von dieser Gefahr gesprochen und gesagt, daß damit evtl, eine Abkühlung des Geldmarktes «intreten würde. Die englischen Sachverständigen sind gegenwärttg damit beschäftigt, die technischen Punkte des Dawes-Berichtes nachzuprüfen und ihre Anmerkungen dazu für di« Beratungen des Kabinetts vorzubereiten. In London würde, so schreibt der Mitarbeiter des Blattes, weitet, «in Punkt des Dawes-Berichtes als besonders bedeutsam angesehen, nämlich der, welcher sich auf die Möglichkeit bezieht. Deutschland einen besonderen Anreiz zu bieten, die aus dem Dawes-Bericht entstandenen Verpflichtungen durch Vorauszahlungen schneller zu erledigen. Der von Bonar Law im Januar 1923 vorgeschlagene Plan sah ebenfalls einen solchen Anreiz in Form von Diskontierungen im Falle von Vorauszahlungen vor. Jedenfalls sind gegenwärtig entsprechende Vorschläge als Zusatz für jene Teile des Dawes-Berichtes in Erwägung gezogen, und zwar besonders für jene Stellen des Berichts, wo: auf die Zweckmäßigkeit hingewiesen wird, deutscherseits eine schnelle Einlösung des Eisenbahnfonds und Industrieobligationen herbeizuführen. Insbesondere wird auf Arttkel 8 im Anhang 4 hingewiesen, der von der Möglichkeit des Rückkaufs der Borzugsanteile durch Deutschland handelt. Ein ähnlicher Weg ist in Anhang 5 in bezug auf die Industrieobli- gationen angegeben. Macht und Recht. Worte des Präsidenten Coolidge. Newyvrk, 9. Mai. In einem Schreiben das anläßlich des Iahres-Diners der Liga für nationale Sicherheit verlesen wurde, erklärte Coolidge, daß ein schwächliches Vertrauen auf die Rechtsidee in der Welt wenig Wert habe^ Im Interesse des Friedens und der Durchführung seiner Ideale müsse das amerikanische Volk deshalb seine nationale Verteidigung aufrecht erhalten. Unter den Rednern des Tages waren Marinesekretär Wilbur und sein Stellvertreter Roosevelt, die beide die kürzlich aufgestellte Behauptung dementierten, daß sich die Flotte in einem schlechten Zustand befinde. Wilbur erklärte weiter, daß mit dem Lenk- luftschifs Z R 111, sobald es von Deutschland abgelieferti sein werde, der Vorstoß gemacht werden solle, ob Lenkluftschiffe für die Zwecke des Handels verwertbar feien. 4 - Di« Feststellung, daß die Rechtsidee nur dann sich durchsetzen läßt, wenn man über eine starke Macht verfügt, klingt besonders im Munde eines amerikanischen Präsidenten sehr interessant, wenn man sich dabei zugleich daran erinnert, daß Präsident Coolidge, zugleich auch für die Idee der Ab- Tüftung schwärmt. Macdonald wünschte baldigst mit Poincare zu verhandeln. Paris, 9. Mai. Der englische Botschafter hat heute Nachmittag eine Unterredung mit dem politischen Direktor des Außenministeriums gehabt, in der er den Wunsch Macdonalds übermittelte, baldmöglichst mit Ministerpräsident Po- inrave zusammenzutreffen, um über die Frage der Sachverständigengutachten mit ihm zu verhandeln. Da die parlamentarischen Arbeiten Macdonalds nicht gestatten, länger zu warten, wird die Zusammenkunft der beiden Staatsmänner am Mai in Chequers stattfinden. Es handelt sich wie „Havas" betont, um eine offiziöse und private Aussprache, die jedenfalls ohne Mitarbeiter der beiden Ministerpräsidenten durchgeführt werden soll. Eine allgemeine Alliierten Konferenz im Juni. Paris, 9. Mai. Der „Intransigeant", dessen Nachrichten allerdings immer mit großer Reserve ausgenommen werden Des Herzens Gebot. Original-Novelle von Fr. Lehne. 1) Nachdruck verboten. Golden lachte die Sommersonne durch das weitgeöffnete Fenster gerade in Dagmars Gesicht, die wie ein faules Kätzchen auf der Chaiselongue lag und ihren Gedanken snachging. Dazu schmettette «tot Buchfink, der in dem Ahornbaum vor Dagmars Fenster saß, unermüdlich sein lockendes fröhliches Lied, daß man meinen könnte, die kleine Brust muffe ihm zerspringen. Das junge .Mädchen fühlte sich schließlich dadurch gestört; ein verdrießlicher Zug glitt »brr das schöne Gesicht. „Kleiner Schreihals I" murmelte sie; sie hielt sich die Ohren zu. als er gar nicht aufhörte und immer von neuem feine Weisen ertönen ließ. Sie klingelte hefttg. Bald darauf trat ein hübsches, sauber gekleidetes, doch sehr ländlich aussehendes Mädchen ins Zimmer. „Gnädiges Fräulein wünschen", stagte sie schüchtern. Es klang so auswendig gelernt und paßte gar nicht zu der ganzen Att des bluffungen, kaum der Schule entwachsenen Dinges. Und jedesmal mußte Dagmar über diese Frage aus diesem Mund lächeln. „Das Fenster schließen und die Borhänge zuziehrn. Die Sonne blendet abscheulich, und der Vogel singt so laut! Und die Fliegen habe« «ich so grstött, daß ich kein Auge habe zutun können." Sie gähnte und dehnte ihren Körper bequem auf dem Divan, «ährend sie mit halbgrschloffenen Augen den Bewegungen des Mädchens folgte, das ihre Befehle ausführte. „Wir spät ist es rigenüich." „Es ist halb vier." Sie mußte doch etwa» geschlafen haben — ttotz der störenden Stege« _ seit ein Uhr lag fie doch schon hirrl „Fa, gnädige» Fräulein. Die Turmuhr hat eben geschlagen Und Fra« Pfarrer läßt fragen, ob Sie den Kakao hier oder im G«tte« ttinke« »ollen. Sie hat ihn eben aufgebrüht. „Ich weiß nicht, ich habe noch keinen Appetit. Ich werde klingeln. Vorläufig will ich nicht gestört sein! — Eie können also verschwinden, teure Lina!" Verdutzt über diese Anrede, sah das Mädchen sie an; Dagmar mußte laut lachen und feuerrot vor Verlegenheit, lief Lina hinaus. Dagmar war allein. Sie verschränkte die Arme im Nacken und starrte nach der buntbemalten Decke, an der einige Sonnenstrahlen, die sich durch den herzförmigen Ausschnitt des Fensterladens stahlen, ihr lustiges Spiel trieben. Ihre Stimmung war keineswegs so rosig und heiter, wie der schöne Svmmertag fie wohl hätte verursachen können. Sie war verdrießlich darüber, daß sie hier in diesem weltver- laflenen Dörfchen sitzen mußte, während sich ihre Bekannten in Norderney oder Heringsdorf oder Kiffingen oder sonst in einem Modebade amüsietten. Und sie war zur größten Langeweile verdammt! Auch eine lächerlich altmodische Idee ihres Hausarztes, sie aufs Land zu schicken! Aber er wollte durchaus, daß sie in vollständiger Ruhe und Abgeschiedenheit lebte. Und die genoß fie ja nun mehr als genug in dem Pfarrhause von Hohensdorf. In den ersten Tagen ihrer Anwesenheit in dem traulichen Heim des Pfarrers Wagner hatte ihr die Stille und Einsamkeit wohlgetan nach der anstrengenden „Saison", die fie hinter sich hatte. Keine Woche war ja ohne mehrere Festlichkeiten und Bälle vergangen, ganz abgesehen von Theatervorstellungen und Konzetten, bei denen man gewesen sein mußte. Es war zu viel gewesen: ihre Nerven hatten unter diesem Hasten und Treiben gelitten, sodaß dir Notwendigkeit eintrat, für eine Weile auszuspannen. Nun war es aber genug. Eie langweilte sich über die Maßen. Nicht drei Tage wollte sie bleiben, geschweige noch drei Wochen, wie man ihr oorgrschttrbea. Sie hielt es einfach nicht mehr aus. Jetzt, nachdem sie sich wieder gesund und kräftig fühlte, sehnte sie sich von neuem nach dem bunten, flirrenden Leben; die Einsamkeit von Wald und Flur dünkte sie unetträglick geworden. Dagmar Odenberg war ein richtiges Weltkind, eitel und kokett, genußsüchtig und oberflächlich. Sie konnte nicht ohne Ge- selligkeit. nicht ohne Bewunderung sein, die man ihr, der anerkannten Schönheit in reichlichem Maße zollte und die sie auch als einen ihr schuldigen Tribut forderte. Also stand es jetzt fest bei ihr — übermorgen reiste fie ab. Und noch heute wollte sie es den guten Psarrersleuten sagen, die wirklich — man konnte es nicht leugnen, — in rührender Weise um sie bemüht waren. Es war, als ob dieser Gedanke sie elektrisiette: mit einem kurzen Enffchluß sprang sie aus, legte den bequemen buntseideneu Kimono ab und schlüpfte in ihr weißes Leinenkleid, das ihr Lina am Vormittag mit Hilfe der Frau Pfarrer frisch gebügelt hatte. Als sie den Panamahut, der ihr so gut stand, aus das dunkle lose stisierte Haar legte, nickte sie ihrem Spiegelbilde befriedigt zu. Sie lächelte die Unmutssaiten aus ihrem Gesicht, und sie steutc sich an ihrer Schönheit, deren sie sich voll bewußt war. Selten war wohl jemand so wundervoll gewachsen wie sie, wenn sie auch hier in den fünf Wochen der ihr auferlegten Langeweile viel von ihrer gepriesenen modernen Schlankheit eingebüßt hatte. Ihr stolzes schönes Gesicht mit den dunklen Samtaugen und dem üppigen roten Munde prangten in den Farben der Gesundheit. Berückend sah sie aus — und es war niemand da, der sie bewunderte. was sie mit Bedauern feststellte. Dann hätte es sich vielleicht eher gelohnt, zu bleiben — fie war ganz von Verlangen nach Flitt, nach Amüsenient erfüllt. Sir gttff jetzt — nach einem langen Blick in den Spiegel — nach den Handschuhen und dem Sonnenschirm, da sie beabsichttgte, spazieren zu gehen, und ging dir Treppe hinunter. In dem Hausflur stand gerade die Pfarrerin, die dem Mädchen einige Anweisungen gab. Rr. 31. Ichrgang 1924. Der Landbote * Sinsheim« Zeitung. Montag, den 12. Mai 1924. setzeritwurf über die „orgamfation general de l'armee" ge- resen. 3m Verlauf seiner Rede äußerte sich der Oberstleutnant Fabry unter anderem, wie folgt: Es gibt soviel verschiedene Arten von Sicherheitsfragen, wie es Einzelfäll«, Länder und Krenzen gibt. Darum verlieren Sicherheiten auch an Wert, je nachdem man ihre Wirkung in jedem Einzelfall betrachtet. Leber eins ist sich die ganze Welt einig: Es gibt keine Regierung. die nicht die Verantwortung für die Sicherheit des La ibes als eine ihrer vornehmsten Pflichten und Rechte gegenüber dem Volk ansieht. 3hm ist sie dafür unmittelbar verantwortlich. Sie allein kann den Wert der Sicherheiten beurteilen, die man ihr bietet. Und was für die ganze Welt M, gilt auch für uns: Wir allein können und werden jetzt und in Zukunft das Maß der uns gebührenden Sicherheiten beurteilen. Niemand kann und wird uns aus diesem Willen einen, Vorwurf machen." Diese Auffassung dürfte mit gleichem Recht auch für Deutschland zutreffend sein. Die Diktatur in Spanien. Paris, 9. Mai. Wie aus Madrid gemeldet wird, hat General de Rivera, wie zu erwarten war, die Gesuche der liberal-politischen Kundgebungen in überaus scharfer Weise «-gewiesen, indem er sagte, mit solchen Sachen befasse er sich sicht. Die Frage politischer Parteien in Spanien liegt noch ch sehr weiter Ferne. Es gibt hier nur eine Partei und diese ,.jst das Direktorium. Bon dem Gesuch selbst, meint der Dik- : «itor: „Wir haben uns mit wichtigeren Angelegenheiten zu beschäftigen." Wie die spanische Oeffentlichkeit sich dazu stellen wird, wird nur schwer zu erkennen sein, da es in Spanien schr scharfe Zensurbestimmungen gibt. Deutsches Leben in Rußland. >1 Seit die direkte Hungersgefahr in Rußland überivunden M beginnt sich das einst so blühende deutsche Bauerntum unsres östlichen Nachbars wieder in erfreulicher Weise zu regen. Die neue deutsch« Republik an der Wolga läßt die Hoffnung aneder aufkommen, daß am Wolgastrand der in den letzten Zähren so schwer vom Schicksal verfolgte deutsche Stamm zu neuem Leben erstehen wird. Die deutsche Republik an der Wolga ist zwar kommunistisch verwaltet und Kana sich daher > . ja vielen Beziehungen nicht frei entfalten — man denke nur, an die Unterdrückung des religiösen Lebens — doch sind dem' Deutschtum hier die Möglichkeiten gegeben, sich im Rahmen der Sowjetmacht in kultureller Beziehung weiter zu entwickeln, wenn sich auch das gesund-konservative Bauernelement vielfach noch nicht darein gefunden hat, durch bolschewistische Methoden regiert zu werden. Die großen deutschen Siedlungsge- 8ete in der Ukraine, in Wolhynien und dem Kaukasus konn- M sich — da sie nicht geographisch geeint sind — nicht auch z» autonomen Republiken zusammenschließen. Sie haben aber dafür auf wirtschaftlichem Gebiet den Zusammenschluß in Form gioßer Genossenschaften gefunden, so im Verbände „Kolonist" kl Südrußland und im deutschen kaukasischen Winzeroerband «Konkordia", der bereits seine Filialen in allen Großstädten Rußlands hat. Welch reiches Betätigungsfeld eröffnet sich Per den am Osthandel interessierten deutschen Handelshäusern. Diese Tatsachen, dann aber auch ein reiches ethnographisches und kulturpolitisches Material, sowie eingehende Darstellungen der Auswanderungsmöglichkeiten nach Rußland und Ueberfee, sowie über das Wirtschaftsleben in Sowjetrußland entnehmen wir der Monatsschrift „Deutsches Leben in Rußland", die von den zwei bekannten auslandsdeutschen Schriftstellern 3o- ' hmnes Schleuning und Fritz Heinz Reimefch geleitet wird und das Organ des Zentralkomitees der Deutschen aus Rußland ist, das eine Zusammenfassung der in Deutschland leben- - den Rußlanddeutschen, die die Verbindung mit der Heimat auf- - rechterhalten haben, darstellt. Keine Lockerung der Kreditsperre der Reichsbank. 3n der Börse war die Version verbreitet, daß die Reichs- "femk eine Lockerung der Kreditsperre habe eintreten lassen Md zwar dahin, daß die Grenze des den einzelnen Kreditnehmern zu gewährenden Kredits um 25 Prozent gegen den IlAls Norm angesetzten Stand vom 7. April erhöht würde. ^Äic wir an zuständiger Stelle erfahren, entspricht dieses ,Gerücht nicht den Tatsachen. Es ist keinerlei grundsätzliche Aen- Drung des bisherigen Zustandes eingetreten. Bei dieser Ge- Hzenheit sei erwähnt, daß sich auch in der DiskontfragH fein« Aenderung in den Ansichten der maßgebenden Kreise »ilzogen hat. Eine Diskonterhöhung wird nach wie vor fecht für angebracht gehalten. , Die Niederlage der Parteizerfplitterer. i Von allen Lehren des Wahlausfalls ist am klarsten ^ eindringlichsten die, daß kleine Parteigrüppchen und eigen- Mg« Parteizerfplitterer keine Erfolgsaussichten haben. Alle fei zahlreichen Dreimünnerparteichen, die sich unter teilweise bwßem Aufwand von Geld und Papier den Wählern als fee alleinigen Retter aus Unglück und Parteidogmatismus - Apfohlen hatten, sind jämmerlich auf der Strecke geblieben, -g jfey nbs auch nur ein ganz bescheidener Achtungserfolg, |fewu bloß Zersplitterung und Stimmenausfall. Wenn die «äh ler dieser Sondergrüppchen zu Hause auf dem Sofa iffeft geblieben, statt zur Wahl gegangen wären, hätten sie E g leiche erreicht und sich wenigstens vor bitterer Ent- Miung bewahrt. Natürlich werden die Drahtzieher jetzt alle Müdeine Entschuldigung für ihren argen Reinfall beibringen. dos jämmerliche Ergebnis ihrer törichten Souderbestre- liegt so offen zu Tage, daß es sich mtt keiner Ra- wird fortschwätzen lassen. I Baden. I Dte Aufhebung der sogenannten Pfalzzeutrale dt ^ Heidelberg. : Das Ministerium des Znnern teilt mtt: ^£3« Heidelberg wurde feit einiger Zeit von private« ZW fene Haupthilfsstelle für die Pfalz unterhalten, die fälschlicherweise mit der ehemals in Mannheim bestandenen Pfalzzentrale identifiziert wird. Diese Haupthilfsstelle be- fchäfsigte sich mit der Unterstützung von in Not geratenen Pfälzern und hielt auch mit bestimmten Kreisen in der Pfalz enge Fühlung. 3n der Note Frankreichs, Englands und Belgiens über Geheimverdände im besetzten Gebiet, die in jüngster Zeit der Reichsregierung zugestellt wurde, wird besonders auf die Tätigkeit einer sogenannten „Treuhand"-Unternehmung in Heidelberg und Mannheim hingewiesen. Außerdem wurde in der letzten Zeit in der französischen Presse auf gewisse Vorgänge in Heidelberg abgehoben und dabei „Treuhand" und Haupthilfsstelle in Zusammenhang gebracht. 3n Verfolg der von der Reichsregierung an die badische Regierung wegen des 3nhalts der erwähnten Note zugeteilten Anfragen würde die Polizeibehörde angewiesen, der Tätigkeit der Haupthilfsstelle besondere Auftnerksainkeit zu schenken. Dabei wurde zunächst festgestellt, daß für die von interalliierter Seite aufgestellten Behauptungen eine tatsächlich« Grundlage fehlt. Die Haupthilfsstelle für die Pfalz hat aber ihre Aufgaben in einer Weise aufgefaßt, die zu sehr bedenklichen Unzuträglichkeiten und Ordnungswidrigkeilen führte, indem vielfach Personen, die der Unterstützung nicht würdig waren, mit Geld versehen wurden, welches sie dann zu Ausweisungen und Exzessen verwendeten. Hiergegen mußte die Polizei in Heidelberg wiederholt einschreiten. Nach der Art des unterstützten Personenkreises liegt es nahe, daß immer wieder die Meinung auftauchen konnte, diese Haupthilfsstelle befasse sich auch mit Dingen, die von der territorial verantwortlichen und hoheitsberechtigten badischen Regierung im deutschen Znteresse nicht übersehen werden dürften. Um die Quelle dieser immer wieder auftauchenden Gerüchte ein für allemal zu verstopfen, wurde deshalb die Schließung der Haupthilfsstelle veranlaßt. Aus Nah und Fern. r Sinsheim, 9. Mai. (Die Fohlenweide Sinsheim) wurde gestern für die Sommerweide eröffnet; hiezu wurden 30 Fohlen und 30 Rinder aufgeführt, überwintert hatten 24 Fohlen, so daß die Weide nunmehr mit 54 Fohlen und 30 Rindern besetzt ist. Der Futterbestand der Weide ist dank der ausgiebigen Düngung und der sorgsamen Pflege durch Herrn Weideverwalter Weis sehr gut und reichlich so daß uns der Himmel nur noch gutes Wetter bescheeren muß, um den Wcidegang der jungen Tiere auch wohlbekommen zu lassen. — Zur Eröffnung waren außer dem Weideausschuß auch Herr Oberamtnrann T h o m a von hier und der Gemeinderat Sinsheim mit Herrn Bürgermstr. Sidler vollzählig erschienen. Sämtliche Besucher, insbesondere auch die Besitzer der beigeführten Tiere waren von dem Zustand und der Einrichtung der Weide sehr beftiedigt. ' sa * Sinsheim, 11. Mai. (Die drei Eisheiligen.) Ma- mertus, Pankratius und Servatius sind kalendergemäß da. Dabei ist allerdings noch nicht gesagt, daß sie unbedingt an diesen Tagen erscheinen müssen, oftmals ist's auch schon anders gekommen, als der Kalender ankündigte. Gern sieht man die drei „Gestrengen" wohl nirgends kommen, im Gegenteil man verzichtet allenthalben freudig auf ihren Besuch, sie haben bekanntlich, wenn sie ernstlich in Erscheinung treten, eine zu rauhe Hand, die sehr leicht der Blütenpracht der Bäume und Sträucher ein jähes Ende bereiten kann. Manchmal sind sie auch an uns vorübergegangrn, ohne daß wir es richtig merkten, und dieses 3ahr scheint es so zu werden. Hoffend lich kommt keine Kälte mehr hinterher, denn wir haben der Kälte genug gehabt. * Sinsheim, 11. Mai. (Berkehrsverbesserung.) Der am 1. 3uni in Kraft tretende Sommerfahrplan weist insofern eine Verbesserung auf, als für den ausgefallenen Vormittags-Eilzug nach Heidelberg ein Triebwagenanschlnß an den 9,17 vormittags von Meckesheim abfahrenden Zug hergestellt wird. Der Triebwagen geht hier 8.50 Uhr ab. Sodann wird der abends 7,30 Uhr von Heidelberg abgehende letzie Zug hierher 40 Minuten später, 8,09 Uhr, abgehen. * Sins^im, ll. Mai. (Warnung vor Schwindele i e n.) Bei dem vor knrze/n in verschiedenen Zeitungen erschienenen Angebot zur Verschaffung von Goldhypotheken und Geld sowie zur Vermittlung von Gutsoerkäufen handelt es sich in der Hauptsache um die Bezahlung einer Provision, die oft in recht ansehnlicher Höhe gefordert wurde. Die Hälfte dieser Provision behält der Vermittler, während die andere Hälfte nach Berlin wandert, wo die verschiedenen Gesuche in einer Fachzeitting für Hypotheken, Grundstücks- und Geschäftsverkäufe Aufnahme finden. * Sinsheim, 11. Mai. (Falsche 50-Rentenmark- schei ne.) Es sind Falschstücke der Rentenmarkscheine zu 50 Ren» tenmark vom 1. November 1923 im Umlauf. Die Kennzeichen der falschen Scheine sind folgende: Nummer: 624421, Wafferzeichen fehlt, Papier dünner, fühlt sich fettig an, Faserstreisen aufgemalt, Druck zum Teil unklar, besonders auf der rechten Hälfte des auf der Porderseite stehenden Schriftsatz „Die Deutsche Rentenbank usw." Bor der Annahme derarttger Falschstücke wird gewamt. ** Bad Rappenau, 9. Mai. (Ernennung). Direktor Falk in Höchst a. M. wurde zum Direktor des hiesigen Salinen- a mts e rnannt und wird demnächst die Leitung übernehmen. z UnterschwarzachT's? Mai"Aüf April wurde das hiesige Postamt in eine Agentur umgewandelt. Schon damals find Sttmmen laut geworden, die das rücksichtslose Borgehen der Postbehörde ver- urteilten und darauf hinwiesen, daß dieser Zustand aus die Dauer eine Unmöglichkeit bedeute. Zwei Beamten und einige Unterbeamten waren seither auf dem Postamt tättg, das in dem gewerbe- und industriereichen Unterschwarzach mit feinem starken Postpakrwersand und Briefverkehr sich wohl rentierte, sodaß ein Abbau wegen Unrentabilität ausgeschlossen war. Me Umwandlung geschah ohne genaueste Prüfung der BerhälMiffe und bedeutet dadurch esinr Benachteiligung der hiesigen Industrie, Geschäftsleute und Land- Landwirtschaft. Die Arbeit, die bislang von den zwei Beamten und Unterbeamten geleistet worden war, soll nun nur von einem Postagenien und einem Unterbeamten ausgeführt werden. Für die Arbeit des Agenten, Miete, Heizung, Beleuchtung wird eine monatliche Vergütung gewährt von 50 Mark. Daß für diesen Hungerlohn der Agent natürlich den umfangreichen Betrieb nicht aussühren kann, ist klar. Wir stehen daher vor einer Krisiis. Her Postagent Ziegler hat feine Kündigung bei der Post eingereicht. Es wird nun interessant fein, was die Postbehörde weiter zu tun gedenkt man könnte sogar sich denken, daß die Postbehörde aus dem Postamt eine Hilfsstelle macht, denn das wäre den Herrn am grünen Tisch schoil zuzuoertrauen. Hoffentlich werden von Seiten derjenigen, die besonderes 3ntereffe an der Erhaltung guter Postverhältnisse haben möglichst rasch und energische Schutte unternommen, damit wir nicht eines Morgens erwachen und sind überhaupt nicht mehr da, weil gewisse Behörden die notwendigsten Lebensbedingungen als über» stüffig und abbausähig bezeichnet haben. Hier heißt es auch bei diesem besonders kraffen Fall: „Was zuviel ist, ist vom Uebel." t Unterreichenbach (O.-A. Nagold). 7. Mai. (Ein tragisches Ende) fand der 31 Jahre alte Etuismucher Gustav Er- hardt. Sein 31/2 jähriger Knabe war unversehens ins Wasser gefallen. Dem Vater gelang 'es unter den größten Anstrengungen, as Kind aus der hochgehenden Nagold zu retten. Die Freude für die Familie war leider nur kurz; denn der wackere Mann, der im riege ein Lungenschuß davongetragen hatte und lange Zeit im Krankenhaus lag. erlitt nach vollbrachtem Rettungswerk einen Schlaganfall der den sofortigen Tod herbeiführte. A Lobenfeld, 9 . Mai. (Wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechts) an seinen Schülern ist, so wird uns geschrieben, hier ein Teil der Bevölkerung sehr gegen einen Lehrer ausgebracht. Da die Angelegenheit bereits dem Kreisschulamt in Heidelberg zur Untersuchung ogrliegt. dürfte sich bald ergeben, ob die starken Borwürfe, die dem Lehrer gemacht werden, berechtigt sind oder nicht. — Heidelberg, 8. Mai. (Seine Vertrauensselig keit) mußte ein hier zugereistes Dienstmädchen schwer büßen. Das Mädchen übergab am Hauptbahnhof einem ihm unbekannten Mann seinen Gepäckschein zur Aufbewahrung. Der Unbekannte holte mit dem Schein den Reisekoffer den Mädchens, indem sich Kleider, Wäsche usw. befanden und verschwand damit. = Heidelberg, 10. Mai. (Verschiedenes.) Aus der hiesigen Frauenklinik hat sich gestern abend die ledige Arbeiterin Elise Mekler aus Schwetzingen, die in der Klinik ihre Niederkunft ermattete, heimlich entfernt. Man vermutet, daß sie sich ein Leid angetan hat. — Am Donnerstag abend ist im Stadtteil Schlierbach ein 11 jähriger Bolksschüler auf der Straße ffo unglücklich gestürzt, daß er einen Schädelbruch erlitt und mit lebensgefährlicher Verletzung dem Krankenhaus zugefühtt werden mußte. = Mannheim, 10. Mai. (Ein größe res Schadenfeuer) entstand heute Vormittag in einem Holzlagerraum der Firma Benz, das in den großen Holzvorräten reiche Nahrung fand. Die Betriebsfeuerwehr im Verein mit der Berufsfeuerwehr und einer freiwilligen Feuerwehr-Kolonne konnte nach einstündiger Tätigkeit die Gefahr einer weiteren Ausdehnung des Brandes beseitigen. Der Sachschaden wird auf ungefähr 15 000 Goldmark geschätzt. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch nicht bekannt. t Schwetzingen, 8. Mai. (Aufgedeckte Warenhausdiebstähle.) Gestern machten mehrere Kriminalbeamte aus Mannheim bei drei hiesigen Familien Haussuchungen und beschlagnahmten eine größere Menge Warenbestände, darunter Wollwaren, Email- und Aluminiumgeschirr, Haushaltungsgeräte und verschiedene andere Dinge. Die beschlagnahmten Gegenstände, etwa eine halbe Autoladung, wurden von einem Auto der Firma Schmoller nach Mannheim abgefühtt. Bei dieser Firma sollen auch die Waren unter- chlagen worden sein. Die Untersuchung muß näheres ergeben. Drei Personen, davon zwei jüngere Mädchen, die als Berkäufettnnen im Warenhaus Schmoller beschäftigt sind, wurden vorläufig in Untersuchungshaft genommen. Neueste amtliche Kurse vom 12. Mai 1924 mitgeteilt von der Brrrinsbank, e. G. m. b. H. Sinsheim. (M hinter einem Kurs bedeutet Million, Md Milliarde, Bn Billion-Prozent.» Anleihen: 50/0 Deutsch« Reichsanleihe . Deutsch« Sparprämienanleihe Bankaktien: Bad. Banl . . • - Darmstiüäer und Natioualbanr Deutsche Bank . Deutsche Bereinsbank . Dresdner Bank Mitteldeutsche Kreditbank 4 Reichsbank .... Rhein. Kreditbank . Südd-.Disconto «es. Beegmerh—AKtie»: Harpener Bergbau . Kalt Westeregeln Mannesmannröhrenwerke Mansfelder Bergb. u. Hüttemv Oberschl. Eisend. Bedarf. . Phönix Bergbau u. Hüttenbetrteb Salzwerk Heilbronn. Bereinigte Köntgs-». Laurahutte Aktie» indnstr. Unt-rnehvinuge»: B» Allg. Slektr. Stammaktie» . 7,625 Badenia Wein heim ... 1,05 Bad. Anilin- und Soda . . >».»25 Bad. Elektrtzllät Mannheim . o,o «ad. Maschinen Durlach . . 7 Md 76,5 -B Bn. 16,6 6,125 7.75 0,65 4,875 1,85 20,5 1.75 Bn. 47,75 12.5 22.25 5 11.25 19 30 7.5 Cementwerk Heidelberg Ehern. Griesheim . Daimler Motoren . Dtsch. Gold- und Silberscheid« Eleltr. Licht und Kraft . Ematll. und Stanzwerk Ullrich S uchs Waggon Stammaktien ritzner Maschinen Durlach . Heddernheimer Kupfer und Südd. Kabelwerke . t öchfter Farbwerke . arlsruher Maschinen . Knorr Hellbraun . Matnkraftwerke Höchst . Reckarsulmer Fahrzeuawerke. Schuckert Elektr. Nürnberg . S-Uindustrte Wolfs e ellstoff Waldbof Stammaktien uckersabrik Waghäusel . 8,45 0,5 2,65 12,1 8,875 z 1.25 14,3 6,1 0,0 0,3 3/8 4,8 4 3,75 4.25 - 0,5 Aktien deutscher Trnnnpnrtanftalte»: Bn. >amburg. Ameri». Paketsahrt 18,025 «tdelberger Straßen-u. Bergbahn l drddeutscher Lloyd. . . New-Hork l Dollar London l Pfund Holland 100 Gulden Schweiz 100 Francs Paris 100 Francs Devisen: Geld 4.1» 18.105 1=7.60 74.71 25.54 Brief 4.21 18.405 158.4« 75.00 25.00 SchweiuemarLt. Bruchsal, 7. Mai. Angesahren wurden 215 Milchschweine und 28 Läufer. Verkauft wurden 144 Milchschweine und 19 Läufer: Höchster Preis Paar Milchschweine 40 Mk.. Paar Läufer 70 Mb. Häufigster „<• , 30 „ » „ 55 „ Niedrigster * * » 25» « „55, in Ü ii I ü 1 : A i! % !i r .fe i Nr. 31. Zchrgang 1924. Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Montag, den 12. Mai 1924. --- Karlsruhe, 10. Mai. (Eine beispiellose Roheit) die nun schon zum drittenmale binnen kurzer Zeit beobachtet wurde ist am Mitwoch früh wieder im östlichen Abort am Bahnhof verübt worden. Ein klägliches Gewinfel ließ darauf schließen, daß ein junger Hund lebend in den Abort geworfen worden war. Erst nach etwa drei Stunden gelang es, das völlig erfchöpste arme Tier mittels langen Hakenstangen zu befreien. Es konnte sich wieder erholen. Für die rohen Tierquäler wäre eine tüchtige Tracht Prügel die beste Strafe. t Herten (A. Lörrach), 8. Mai. (Ein MailLfterl) hat im Gemeindewald „Haselhau" eine Riesentanne von 40 Meter Länge und gut 6 Festmeter Maß umgeworsen und quer über den Fahrweg gelegt. d Waldshut, 8. Mai. (Folgen des Hyvnotisierens.) Wie wir seinerzeit berichteten, mußte der Arbeiter Franz Mutter von Unterlauchingen, der von dem Erwerbslosen Albett Scherer aus Kollnau (Amt Waldkirch) hypnotisiert und nach der Hypnose tob- süchtig wurde, in die psychiatrische Klinig in Freiburg verbracht werden. Mutter, dessen Zustand sich vorübergehend besserte und der aus der Anstalt entlassen werden konnte, mußte neuerdings wieder wegen Tobsucht in die Irrenanstalt gebracht werden. Alle Bemühungen der Polizei, des tzypnottseurs habhaft zu werden, waren bisher ergebnislos. 1 Wörth a. Rh., 10. Mai. (Großer Schaden) hat das Hochwasser hier angerichtet. Das ganze Ackergelände östlich des Dorfes ist überschwemmt. Die Kartoffelsaat ist vernichtet. Es muß, daher, wenn das Wasser weg ist und die Aecker trocken sind, noch-1 mals die Saat vorgenommen werden. Auch die mit Getreide und Sonstigem bestellten Aecker sind vernichtet und müssen wieder frisch bestellt werden. Das Wasser fängt nunmehr an zu finken. b Berlin, 10. Mai. (Schweres Unglück.) Aus der Gewerkschaft Hattorff bei Bacha an der Werra wollte der Betriebs- führer in einem Schacht, wo sich giftige Gase bemerkbar gemacht hatten, nach dem Rechten sehen. Als er sich in der Grube befand, entzündete sich das Gas mit einer gewalttgen Explosion. Der Betriebsführer erlitt so schwere Brandwunden, daß er bald darauf unter qualvollen Schmerzen starb. Als die Gattin des Verunglückten von dem Unfall Kenntnis erhielt tötete sie sich selbst durch einen Revolverschuß. Das Ehepaar hinterläßt 2 Kinder im Alter von 2 und 3 Jahren. 60 000 Rentenmark gestohlen. Berlin, 10. Mai. In der Depositenkasse der Darmstädtrr Bank in der Königstraße wurde gestern laut „B. 3. a. M." bei Oefsnung des Tressors festgestellt, daß die Kassette mit über 60 000 Rentenmark Tagesgeldern verschwunden war. Die Schlösser waren völlig unversehrt. Bisher fehlt jede Spur von dem Täter. r Es lohnt sich bei Bedarf o meine Leistungsfähigkeit C zu prüfen. x Elsa Faul, Heidelberg, Sofienstraße 13. c Specialhaus f. Damenhüte. Eigene Fabrikation^ Jühneraugen Hornhaut, Sch wloio» und Warzon beseitigt schnell, sichet, MÄ schmerz- trad gefahilo: JUL UUJ11. VE ileritllch empfohlen. Millionenfach bewährt. — In Apotheken nnd Drogeiien erhältlich. — Gegen PutischweiB, Brennen u. Wundlaufen Kuklrol - Fußbad. Drogerie A.|Er»geI. IO billige Schuhlage vom S. bis 18 Mai für Herren Prima Rindbox-Derby-Agraffenstiefei, moderne Form, genäht Nr. 36/40 . . . Mk. la. Mastbox • Derby - Herrenstiefel, elegante Formen, 40/46 .Mk. Prima Rindleder-Laschenschuhe, garantiert beste Qualität, 40/46 . . . . Mk. dito mit geschlossener Lasche, 40/46 Mk. Dunkelbraune Herren - Mastbox- Besatzstiefel, modern, spitz, 39/44 .Mk Größte Auswahl in modernsten Damen- fiir Damen Prima Rindbox-Derby-Damenstiefel, genäht, 36/39 .Mk. Bequemer Mastbox-Frauenstiefel, breite Form, niedriger Absatz, f. empf. Füße, 36/42, M. R.-Chevreaux, la. Damenhalbschuh, modern, spitze Form, 36/42 .Mk. la. Mastbox-Damen-Derby-Halbschuhe, 36/42 Mk. IO (in Braune Boxcalf-u.R.-Chevreaux-D.- (O E(1 IO.UU Halbschuhe, spitz u. br., 36/42, M. n. und Herren-Artikeln! 11.50 12.50 10.50 11.50 11.50 12.50 8.25 9.00 10.50 Prima Rindleder-SchnOrstlefel, holzgenagelt, 31/35.Mk. für Mädchen und Knaben Extra starker Rindleder-Burschen- Q (1(1 fl Kfl Stiefel, 39/39 . . . . Mk. »».UU u. O.UU 7.25 6.50 7.50 6.75 27/30 Mk. Prima Rindleder - Derby - Schnürstiefel mit Weissen-Agrafl'en, 31/35 . . . Mk. 27/30 Mk. Fabrikat Dorndorf Zi-Druck-Spieß Merzedes! Wimpfen. Nutzholzverkaus. Dienstag, den 20. Mai und i Mittwoch, den 21. Mai 1924, je vormittags 9 Uhr anfangend, kommen V- im Forstwald, Districkt: Lochacker und Seeschlag mit Borgfrist bis 1. September lfd. 3s. zur Versteigerung: 337 Fichtenstämme V. a und V.b Klasse — 87,00 Festmerer 7 Lärchenstämme V. Klasse = 2,68 „ 39 Kieferstämme V. Klasse — 10,79 „ 78 Fichte Derbstangen = 3,71 „ Zusammenkunft an beiden Tagen im Forsthaus. Auszüge find bei Försteraspirant Schweinhardt im Forsthaus bei Unter- gimpern erhältlich. Wimpfen, den 10. Mai 1924. Hessische Bürgermeisterei Wimpfen: Sailer. ©eeeeeeeee-eeeeeeoes) Q (!) Zur Lieferung von sämtlichen Kohlenforten: o CD Zur Lieferung von /\ sämtlichen Kohlensorten: /\ Antracit- and Fettitnssholilan. Koch Braunkohlen- und Eiformbrikets etc. ©-© Ä empfehle ich mich bestens und bitte, Ihren Winter- Q bedarf jetzt schon aufzugeben, zur Beliefemng in den >i\ Sommermonaten. Gleichzeitig empfehle ich die bewährten Motoren» /K betriebest,,ffe der Deutsch-Amer.-Petrol.-Gesellschaft s Auto- und Handelsbenzin und Heraclin. o |-§ © Carl Seufert, Sinsheim. © © © ©eeeeeeeoe-ooeeeooe© Solbad Rappenau geöffnet vom 1. Mal bis Ende Oktober. Das Bad ist vorläufig geöffnet: Werktags von 1—6 Uhr nachmittags. Sonntags von vormittags 8 bis 4 Uhr nachmittags. Dr. med. A. Bell, pr. Arzt. Sprechstunden 8 - 1 / 2 IO, 2—1/?4 Uhr, ausgen.Samstag Nachmittag und Sonntag. 3 LeWW keWimg! ) x Einem gesch.Puplikum von Steinsfurt und Umgebung fl die ergeb. Mitteilung, daß ich ab heute L fl — Bttfjnfjofflrafeß 203 — ? x ein Manufakturwarengeschäft eröffnet habe. Mein » fl Bestreben wird es sein, mein altes Princip „nur la Ware" L U auch fernerhin festzuhalten, und versichere ich meinen Abnehmern 0 fl beste Bedienung. ? 6 Um geneigten Zuspruch bittet: O i Mm Flaifc Steinssurl l fl Bahnhofstraße 203. ^ „Puppenliesel“ Für Sinsheim und Umkreis wird von alter angesehener süddeutscher Bersicherungs-Gesellschast, insbesondere für Feuer-, Einbruchdiebstahl- und Wasserschaden-Versicherung Vertreter gesucht. Gut eingeführten Herren bietet sich hohe Verdienstmöglichkeit ; auch eignet sich die Vertretung für zur Ruhe gesetzte Beamten. Gefällige Angebote unter G. M. 230 an Rudolf Masse, Mannheim. MstrGea.Mell.AMM Elsenzwerk Sinsheim. hat laufend abzugeben für tannene ^ 5 ußbööen ffrtt u. «aehst zugleich 'düßrafjm-lalelüutter SlhweinelHmlltz marparinß und Palmin stets frisch zu haben bei Emil Deubel. IUGO SÜDAMERIKA VORZÜGLICHE FAHRGELEGENHEIT NACH RIO DE JANEIRO. SANTOS. MONTEVIDEO UND BUENOS AIRES ZWE/SCMRAUBEN-POSTDAMPFER GENERAL BELG RAND an. MAI VOM HAMBURG IMITTELKLASSE N. BRASILIEN 27.-, La PLATA Sgl. Pfd. 29.— Je PI. IIII. KLASE KAMMERN.egl. Pfd. 18.— „ „ | WOHNDECK.egl- Pfd. 16.— „ WESEN AUSKUNFT UND PLATZBELESUNG ZU WENDEN AN DIE AGENTUR: W. JUNG I. Fa. E. SPEISER, SINSHEIM. Ia. Portl.-Zement Marke „Dyckerhoff“ frisch eingetroffen. Albert Hoffmann Fernsprecher Nr. 170. Fahrrad Gummi Mäntel . . . 2.75, 2.90 prima Qual. . 3.65, 3.85 extra prima Qual. 4.25, 4.50 Schläuche prima . . 0.95 extra prima .... 1.35 Gebirgsdecken prima 4.75 extra prima .... 5.— Fahrräder Zubehörteile billig. Katalog gratis. Emil Levy, Hildesheim 195. IllllllilllllllliilllllllllillllilllilllllllllillillllU Rechnungsformulare empfiehlt Q.Bether’che Buthdrudierei. niniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüuuuiiuuiiiiiiiiiiiHii Schriftleituna: %. Beck«: Dmck und Verlag: G. Beckersche Buchdmckrrei ia Sinsheim.