Erscheint tSglich «tt Ausnahme der Feiertag«. Bezugs-Preis: Durch die Post bezog«, und durch H«, Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goldmark 1.20 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. ftn Fällen von höherer Gewalt «ftept kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit ' 28 bi« 5 Uhr Sonntags geschlossen. Kernsyrech-Anschluh Nr. 465 Postscheck-Konto Karlsruhe Rr. 6868 Der Lanöbote Sinsheimer General-Anzeiger für das in s Zeitung enz-und Läiwarzbacktal Heltell» unct verbreitetste Leitung äieler Gegenct. lhaupt-Kn^eigen-Llatt «lStbentlich, Beilagen r Neu, Illustriert» » »0» dem klick, cker ffiod» • «atgeder tfir tyras- tmd r»ndvirtsck,»tr M S. Mittwoch» den 11. Januar 1928. Luzoigen-Peetf«: Anzeige» : Di« 33 mm breit» Millimeter-Zeile k Goldpfg. Reklamen > Di« 92 mm beet»» Millimeter-Zeile 26 Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- »»ld TextteA ist Petit. Bei Wiederholungen tariffest»» Rabatt, der bei Nichtzahft«, innerhalb 8 Tagen nach R«ch- nungsdatum oder bei gerichtlich«» Betreibung erlischt. Anzeigen-Annahme bi< 8 Aho vormittag«; größere AnzeiG»«! müssen am Tage vorher ««st gegeben werden. Bank-Konto: Pereinsbauk Sinsheim e. G- m. b. L. 89. Jahrgang Eröffnung des französischen Parlaments. Die Angst vor den Kommunisten. Paris, 10. Jan. Das französische Parlament ist heute nach- «niltag wieder zusammengetreten. Der Parlamentscrösfnung ging noch ein Ministerrat voraus. Den Hauptgegenstand der Ministerberatung bildete die Frage, wie sich das Kabinett gegenüber den verurteilten fünf kommunistischen Abgeordneten verhalten soll, die, anstatt dem Haftbefehl nachzukommen, die Flucht ergriffen hatten. Trotzdem von der Kammer starke Widerstände zu erwarten sind, hat sich die Regierung dafür entschlossen, sofort die Perhastung unter Stellung der Dertrauensfrage zu verlangen. Allerdings schien die Regierung nicht ganz sicher zu sein, denn sie schickte die Minister Sarraut und Barthou mitten aus den Beratungen heraus zu dem Kammerpräsidenten, dem sozialistischen Abgeordneten Bouisson, um dessen Ansicht einzuholcn. Zn dem gleichen Augenblick hatte seine Fraktion beschlossen, gegen eine eventuelle Verhaftung der Kommunisten als eine Verletzung der parlamentarischen Immunität zu protestieren. Wegen der fünf flüchtigen Kommunisten sind anläßlich der Wiedereröffnung des Parlaments eine Reihe Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. Nicht nur sind deren Wohnungen und das Geschäftsgebäude der Kommunistischen Partei von zahlreichen Polizisten überwacht — die polizeiliche Fürsorge geht sogar so weit, daß die beiden Töchter Cachins nicht mehr un- begleitet in die Schule gehen können —, sondern auch für all« Pölizeikommifsariate sind besondere Alarmverordnungen erlassen worden, da man eine kommunistische Straßendemonstration befürchtet. Selbst im Palais Bourbon fand heute morgen noch eine Kriegsübung statt. Plötzlich trat die Wache der republikanischen Garde unter Gewehr, das große Gitter um das Gebäude wurde geschlossen, die Alarmsignale schrillten und das benachbarte Poli- zeikommissariat sandte im Auto die für große Notfälle vorgesehenen Bcrstärkungcn. Nach all diesen kriegerischen Porbereitungen verlief die Eröffnungssitzung glatt und ruhig. Die des Hauses waren voll besetzt, die Tribünen überfüllt. Bon der Regierung waren an- wescnd die Minister Briand, Tardieu und Bokanowski. Der Alterspräsident Professor Pinard von der Pariser Sorbonne übernahm den Borsitz und hielt seine traditionelle Ansprache. Er wies darauf hin, daß der Optimismus in die Zukunft Frankreichs ungebrochen sei. Der finanzielle und moralische Wiederaufbau mache täglich Fortschritte. Auch in der Außenpoitik käme der Gedanke des Friedens immer mehr zur Geltung. Die Erfolge des Völkerbundes, der allgemeine Friedenswille der Nationen hätten im letzten Jahr wieder einmal den Weltfrieden gerettet und die Aussprache des päpstlichen Nuntius in Paris anläßlich der Neujahrsfeier im Elysee hätte erneut den allgemeinen Wunsch nach Frieden bestätigt. Zn der gleichen Richtung wirken die Verhandlungen zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten, die den Krieg außer Gesetz erklären wollen. Man könne also nur dem Präsidenten der Republik und der gesamten Regierung den tiefften Dank dafür aussprechen, daß sie, wir in der Pergangenheit, auch heute noch das Ziel verfolgten, den allgemeinen Frieden zwischen den Völkern zu sichern. Me Kammer trat dann in die Neuwahl des Vorstandes ein. Für den Posten des Kammerpräsidenten hatte sich kein Gegenkandidat gegen den bisherigen Inhaber, den sozialistischen Abgeordneten Buisson, gemeldet. Seine Wahl erfolgte sozusagen einstimmig, allerdings bei ziemlich zahlreicher Stimmenthaltung der Rechten. Er erhielt 340 Stimmen. Me 20 kommunistischen Stimmen wurden demonstrativ für Cachin abgegeben. Im Senat hielt der 88 jährige Senator Fleury, der den Vorsitz führte, eine Ansprache, in der er vor allem das Samerungswerk Poincares feierte. Von der Regierung waren in der Eröffnungssitzung des Senats Ministerpräsident Poincare und die Minister Bar- lhou, Painleve, Perrier und Fallieres anwesend. Sin angebliche« Interview Sr. Slresemanns Polnische Erfindungen. Berlin, 11. Jan. Zu dem angeblichen Interview des Berliner Vertreters der „Glos Prawdy" mit dem Reichsaußenminister wird von zuständiger Stelle folgendes mit- geteilt: Der Reichsaußenminister habe den Vertreter des „(SioS Prawdy" erst empfangen, nachdem diesem durch den deutschen Gesandten in Warschau erklärt worden war. daß es sich in dieser Unterredung nicht um ein Interview handeln könne. Am Schluß des kurzen Empfanges habe der Vertreter um ein Interview über den Stand der deutschpolnischen Handelsvertragsverhandlungen gebeten, woraus sich der Reichsaußenminister bereit erklärt habe, ein solches nach seiner völligen Wiederherstellung zu erteilen. Da die Wiederherstellung des Ministers sich länger als erwartet hingezogen habe, habe der geschäftstüchtige Vertreter offenbar nicht mehr warten zu können geglaubt und sich das Interview selbst zurecht gemacht, indem er die Vorbesprechung über ein, erst künftig zu erteilendes Interview zu einem schon erteilten, nach eigenem Gutdünken umgestempett habe. Der polnische Außenminister für Vefferung -er Veziehungen zu Deutschland Warschau, 11. Jan. Vorgestern abend hielt der polnische Außenminister Zaleski, ebenso wie im Vorjahre, auf einem Bankett der Vereinigung zum Studium internationaler Fragen eine große programmatische Rede über die Amen- und Außenpolitik Polens während des letzten Jahres. Der polnische Außenminister berührte neben den Beziehungen Polens zu Litauen und Rußland auch das Verhältnis Polens zu Deutschland. Er betonte dabei «. a., daß Tank der gemeinsamen Arbeit im Völkerbund sich das Verhältnis der beiden Staaten zueinander gebessert habe. So sei das Verhalten der Deutschen in Genf zur polnischen Nichtangriffsentschließung und der polnisch-litauischen Spannung Polens Bemühungen um den Frieden dienlich gewesen. Auch die öffentliche Meinung Deutschlands über Polen babe einen gewissen Umschwung erfahren insofern, als man nunmehr einer Wirtschaftsverständigung zwischen den Nachbarländern das Wort rede. Der Reparationsagent berichtet... Die Daweszahluuge« im vierte« Aunu'tätsjahr bis zm» 81. Dezember 1927. Berlin. 11. Jan. Das Büro des Generalagenten für Reparationszahlungen veröffentlicht eine Uebersicht über die verfügbaren Gelder und vorgenommenen Transfers iw vierten Annuitätsjahr bis zum 31. Dezember 1927. Ter Gesamtbetrag für die angelaufenen Gelder für den Monat Dezember 1927 betrug 120 884 802,66 Mark. Insgesamt transferiert wurden im Monat Dezember 130 711228,45 R.- Mark. Die Verteilung der oorgenommenen Transfers im Monat Dezember 1927 an die einzelnen Mächte ergab folgendes Bild: Es wurden gezahlt an Frankreich 70 506 685,56 Mark, an das Britische Reich 25187134,43 Mark, an Italien 7 508 184,92 Mark, an Belgien 7 822 690,57 Mark, an den serbisch-kroatisch-skuwenischen Staat 3201466,28 Mark, an die Vereinigten Staaten von Amerika 5 785 760,20 Mark, a» Rumänien 1306 775,03 Mark, au Japan 269 977,93 Mark, an Portugal 674 682,49 Mark, an Polen 21306,41 Mark. Hierzu kommen Privritätszahlungen in Höhe von 8 429 564,63 Ml. Die Gesamtsumme'der «<■ ten Jahresunnität bis zuw 81. Dezember 1927 betrug 662 311 961,59 Mark. Die Gesamtsumme der vorgenommenen Transfers der vierten Jah- resannnität bis zum 81. Dezember 1927 betrug 521 689 158,41 Mark. Sie verteilte sich auf die einzelnen Mächte wie folgt: Frankreich erhielt 274 861 094,76 Mark, das Britische Reich 103 587 810,85 Mark. Italien 30 995 533,35 Mark. Belgien 32 696 198.97 Mark, der serbisch-kratisch-slowenische Staat 15 686 800,88 Mark, die Vereinigten Staaten von Amerika 20 437 090,97 Mark, Rumänien 5 541 801.26 Mark. Japan 2 740 433,48 Mark, Portugal 2 783 251,05 Mark, Griechenland 577 019,21 Mark und endlich Polen 127 193.22 Mark. Hierzu kommen die Zahlungen an Prioritäten in Höhe von 31 655 430,34 Mark. Bor einer großen Maß-Rede poincares Paris, 10. Jan. (Funkspruch.) Das von den Bürgermeistern Elsaß-Lothringens geplante Bankett zu Ehren Poin- carös, auf dem Ministerpräsident Poincare, wie bereits angekündigt wurde, eine besondere Rede über elsässische Fragen halten wird, wird am 12. Februar in Straßburg stattfinden. Sine Rede Mac Donalds Die Arbeiterpartei auf die Wahle« vorbereitet. Lvndon, 11. Jan. Auf einer Versammlung in der Stadt- Halle in Airdrie in Schottland antwortete Ramsay Mac Donald gestern auf die Neujahrsbotschaft Baldwins an die Primrose-Leogue, in der der Premierminister zur Vorbereitung der Parlamentswahlen anfgefordert hatte. Mac Donald versicherte dabei, daß die Arbeiterpartei auf die Wahlen vorbereitet sei. Die Regierung verfüge über große j Mittel und bei den Konservativen sei sehr viel Geld für die Wahlkampagne vorhanden, während die Arbeiterpartei ihren Wahlsond mühsam zusammenbringen müsse. Die Regierung habe der Arbeiterpartei ferner den Wahlkampf durch den Gewerkschaftsakt erschwert. Seit Verabschiedung der Ge- Mrkschaftsvorlage aber habe die große Masse der arbeitenden Klasse durch freiwillige Zuwendungen die Bereitstellung eines Wahlfonds ermöglicht. Er. Mac Donald, wolle mit Balöwin nrcht darüber streiten, ob die Regierung die Durchführung ihrer Versprechungen für sich in Anspruch nehmen könne, aber wenn mau das wirklich als richtig Hinnehmen wollte, dann zeige das nur, wie wenig die Versprechungen der Regierung bedeuteten. Ausfahrt der englischen Flotte London, 11. Jan. Die englische atlantische Flotte hat gestern unter dem Kommando des Vizeadmirals Sir Hubert Brand die Flottenstation Portland zu ihrer diesjährigen Frühsahrsübungsfahrt verlassen. Die Flotte, die ungefähr drei Monate abwesend sein wird, wird auch dem mittelländischen Meer einen längeren Besuch abstatten. Flaggschiff ist das neue Schlachtschiff „Nelson", das zum ersten Mal seit seinem Stapellauf die englischen Gewässer verläßt. Die Flotte wird zunächst nach der Nordküste von Spanien fahren. U. a. soll auch der spanischen Flottenbssis Ferrol ein Besuch abgestattet werden. Der Reichskanzler wieder in Berlin Berlin, 11. Jan. Reichskanzler Dr. Marx ist von seinem Erholungsurlaub wieder in Berlin eingetroffen. Bor der Adsahrt nach Washington Bon Prittwitz und Gaffron beim Reichskauzler. Berti«, 11. Jan. (Funkspruch). Der Reichskanzler empfing gestern vormittag den Botschafter von Prittwitz und Gaffron, der sich am 12. ds. Mts. auf seine» Posten nach Washington begeben wirb. Schärferer Ton bei der sranzöfischen Besatzung Guillaumat verlangt größere Distanz zwischen Tr«ppe« ««d Bevölker«ng. Mainz, 11. Jan. General Guillaumat hat auf Veranlassung des KriegSministerinms in Paris an die französischen Truppenteile im besetzten Gebiet eine Verfügung gerichtet, in der gefordert wird, daß das Verhältnis zwischen Besatzung und Zivilbevölkerung straffer gehalten werden müsse. Alle Vertraulichkeiten und Nachsichtigkeiten hätten zu unterbleiben und das Prestige der Besatzung müsse im äußeren Verhalten der Offiziere deutlich gewahrt werden. Bor allem wird beanstandet, daß der Geist der Truppen durch den freundschaftlichen Verkehr mit der Zivilbevölkerung gelitten habe. Es sei zu fordern, daß eine größere Distanz einzunehmen sei. Gin Borirag General von Francois von der Besatzungsvehörde verboten Ludwigshasen, 11. Jan. Ein von der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei für Sonntag, den 15. Januar, geplanter Lichtbildervortrag des Generals von Francois über „Hindenburgs Sieg bei Tannenberg" wurde von der Besatzungsbehörde mit der Begründung verboten, daß die Darstellung von Kriegshandlungen durch eine hohe > militärische Persönlichkeit dazu angetan sei, eine Stimmung zu erzeugen, die im Gegensatz zu der gegenwärtig im besetzten Gebiet angestrebten Verständigungspolitik stehe. Der Bortrag, der auch in anderen pfälzischen Städten abgehalten iverden sollte, findet nunmehr in Mannheim statt. 93 Deutsche für die Fremdenlegion angeworben? Trier, 11. Jan. 'Der „Trierische Volksfreund" meldet, daß in den letzten Tagen über 100 junge Deutsche in Metz j zur Fremdenlegion gemustert, hiervon nur 43 für tauglich; befunden worden seien. Der Rest sei in Richtung auf die; deutsche Grenze in Marsch gesetzt worden. In Diedenhofen hätten sich die jungen Leute erneut zur Musterung gemeldet, worauf weitere 50 Mann angeworben worden i-ien Sieben Mann seien am Donnerstag der vergagneuen Woche wieder auf deutschem Gebiet eingetroffen. Nach .hrcn Angaben hätten sich unter den Bewerbern einige Studenten und andere Angehörige der gebildeten Stände befunden, von denen die meisten aus Norddeutschland stammten. Der Fall Blun. Der Berliner Korrespondent des Pariser „Journal", Herr Blun, der in seinem Blatt über die Berliner Silvesternacht das ganze deutsche Volk und vor allem die deutschen Frauen in infamster Weise beleidigt hatte, veröffentlicht in seiner Zeitung eine Erklärung, die eine Entschuldigung sein soll, die aber tatsächlich unverfrorener Hohn ist. Er will kein Wort geschrieben haben, das die Korrektheit der deuffchen Frauen verdächtigen könnte. Dabei hat er von Frauen erzählt, die schon um 8 Uhr völlig betrunken waren und sich schlimmer als Dirnen benommen hätten. So kann der Fall nicht erledigt werden. Herr Blun hat bewiesen, daß ihm das Berstänonis für die Voraussetzungen der Gastfreundschaft fehlt. Wir .müssen vom Auswärtigen Amt verlangen, daß es diesen in Wahrheit lässigen Ausländer hinaus- manöveriert. Wie weiter gemeldet wird, hat der Berliner Vertreter des Pariser Fournal, Georg Blun. sein Amt als Vorsitzender des Vereins der ausländischen Presse in Berlin niedergelegt. Dies war notwendig, nachdem Blun im Journal einen Berliner Silvestergrtikel veröffentlicht hatte, der derart von Gehässigkeiten und gemeinen Angriffen gegen D«utschland strotzte, daß sich die gesamte Berliner Presse ohne Unterschied der Partei zu einer energischen Zurückweisung dieser Angriffe veranlaßt sah. Zmmer noch kein Arbeiissrieden in Mitteldeutschland Dresden, 11. Jan. Durch die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches in der sächsischen Hüttenindustrie ist eine Klärung der Lage nicht eingetreten, da die Arbeiter nach wie vor die Regelung der Sonntagsarbeit als gesetzwidrig ablehnen. Der Verband der Metallindustriellen wird heute zur Besprechung der neuen Lage zusammentreten. Am kommenden Montag werden dann erneut Verhandlungen zwischen den beiden Tarifparteien stattfinden. Sollte eine Einigung in den strittigen Fragen nicht erzielt werden, so wäre mit der Möglichekit der Einleitung neuer Schlichtungsver- handlnngen zu rechnen. Schlichtnngsverhandlungen in der mitteldeutschen Metallindustrie verschoben. Ha. lt. Jan. Die für gestern angesctzten Schlichtungs- vcrhane ien in der mitteldeutschen Metallindustrie haben .sicht stal.u-!---den. Sic werden voraussichtlich vor dem mitte ldeutschen Schlichter in Magdeburg stattfinden. Wiederbesinn der Reichstagsarbeit Berlin, 11. Jan. Tie Tagesordnung für die erste Reichs- tagssttzung nach oen Weihnachtsferien am Donnerstag, den 19. Januar, liegt jetzt vor. Tie. Sitzung beginnt um 15 Uhr. Die Tagesordnung enthält als einzigen Punkt die erste Beratung des Reichshaushaltsplanes für 1928. Am Mittwoch nehmen die Reichstagsausschüffe ihre Arbeiten nach den Weihnachtsferien wieder auf. An diesem Tage treten der Haushaltungsausschutz und der Wohnungsausschuß zusammen. Ferner setzt der interfraktionelle Ansschuß der Regierungsparteien seine Verhandlungen über das Reichsschulgesetz fort. Am Donnerstag tritt dann auch der Bildungsausschuß wieder zusammen. Der Streit um das Reichsschulgesetz Beginn der Beratungen des interfraktionelle» Ausschnffes der Regierungsparteien über das Reichsschulgesctz. Berlin, 11. Jan. Nach dem Eintreffen des Reichskanzlers in Berlin trat gestern zum ersten Male in diesem Jahre der sogenannte Kleine interfraktionelle Ausschuß der Regierungsparteien zur Beratung des Reichsschnlgesetzes zusammen. Heute soll dann der eigentliche interfraktionelle Aus- Mittwoch, den 11. Januar 1928. Rr. 9. Jahrgang 1928. Der Landbote * Sinsheim« Zeitung. schuß der Regierungsparteien zusammentreten. Bei den Beratungen handelt es sich bekanntlich um die Frage der geistlichen Schulaufsicht sowie um die bekannten Vorbehalte -er Deutschen Bokkspartei in der Simultanschulfrage. Das Weil im Prozeß Treskow Berlin» 11. Ja». Im BeleidignngSprozetz Treskow .gegen Badicke hat das Berufungsgericht das Urteil der ersten ' Instanz gegen de« beklagte« Major Badicke aufgehobe» und auf kostenlose Freisprechung des Beklagte« erkannt. Die Kosten find dem Privatkläger von Treskow anferlegt worden, i Vor der Urteilsverkündung hatte -as Gericht die An- ! träge öes Rechtsanwalts Dr. Kunz auf Vernehmung der j Staatssekretäre Dr. Weismann und Abegg und anderer s Zeugen abgelehnt. Da die Beweisaufnahme noch einmal laufgenommen worden war, mutzte auch nochmals plädiert werde». Der Angeklagte, Major Badicke, besten Verteidiger nicht mehr anwesend waren, erklärte, daß der Vertrauensbruch des Herrn von Treskow bewiesen sei. Denn Treskow habe die Nachrichten, deren Geheimhaltung er versprochen Hobe, weitergegeben. Die Arleilsbegrüirdiing Berlin, 11. Jan. In der Urteilsbegründung betonte der : Vorsitzende, daß viele Dinge, die im Interesse der Staatssicherheit in nichtösfentlicher Sitzung beraten worden seien, auch jetzt nicht erwähnt werden können. Das Gericht habe nach eingehender Prüfung der Verhältnisse dem Angelklagten den Schutz des Paragraphen 198 zubilligen müsten. Ter Angeklagte habe seine d^-chtigten Interessen wahrgc- nommen, wenn er den Angriffen des Privatklägers mit einer Berichtigung entgegengetreten sei. Diese Berichtigung sei erschienen, nachdem der Angeklagte in der Presse wegen eines Boykotts, den die Großgrundbesitzervereinigung gegen den Privatkläger ausgesprochen hatte, aufs heftigste angegriffen worden war. Ein solcher Boykott führe zu schwierigsten Situationen. Man könne es außerordentlich bedauern, daß der Privatkläger davon betroffen worden sei. Andererseits aber könne man die Haltung des Angeklagten den man in der Presse aufs schwerste angegriffen habe, verstehen. Man habe ihm sogar Landesverrat vorgeworsen. Wenn das Gericht den Angeklagten auch freiivrechen mußte, so wolle es doch seiner Ücberzeuguug Ausdruck geben, daß in dieser Freisprechung nicht irgendeine moralische Verurteilung des Privatklägers liege. Von Tresckow hätte alles das, was zur Verhinderung von Putschen notwendig gewesen sei, an geeigneten Stellen Vorbringen sollen, selbst unter Verzicht auf das, was ihm vertraulich mitgeteilt worden sei. Das Gericht habe stch von der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen können. Der Privatkläger von Tresckow wird gegen das Urteil Revision einlegen. Sin Landesverratsprozeß m Leipzig Der Beginn. Leipzig, 11. Jan. Vor dem fünften Strafsenat des Reichsgerichtes unter dem Vorsitz des Senatspräfidenten Reichert begann gestern ein auf drei Wochen berechneter Prozeß wegen Verrats militärischer Geheimnisse. Die Anklage vertritt im Aufträge der Reichsanwaltschaft Oberlandesgerichtsrat Dr. Gutjahr, als Vertreter des Reichswehrministeriums ist Major Hartmann erschienen und als medizinischer Sachverständiger Sanitätsrat Dr. Leppmann- Berlin. Bei den Angeklagten handelt es stch um den am 12. Juni 1889 in Oberndorf Bezirksamt Markt-Heidenseld geborenen Landwirt Johann Anton Schreck, den Kaufmann Karl Hermann Koch, geboren am 25. Mai 1875 in Halbcrstadt «nb de« Schlosser Gerhard Emil Schulz, geboren am 28. Marz 1802 in Seiscrsdorf bei Sohra«. Schreck und Koch sind schon lange Zeit in Untersuchungshaft, Schulz war nur kurze Zeit inhaftiert. Schreck wird die Fälschung von Urkunden zur Last gelegt, die einen für die Reichssicherheit gefährlichen Inhalt hätten, während Koch beschuldigt wird. Schreck dabei geholfen und außerdem den Versuch gemacht zu haben. Abschriften der gefälschten Urkunden an die interalliierte Militärkommission in Berlin zu verkaufen. Schulz hat, als er vor dem Untersuchungsrichter nach dem Aufenthalt des Koch gefragt wurde, unter Eid erklärt, den Aufenthalt nicht zu kennen. Es werden -etwa 99 Zeugen vernommen werden. Ter Prozeß wird, Wie der Präsident erklärte, tunlichst in voller Oeffeaftichkeit geführt werden. Me Vernehmung der Angeklagten begann mit dersenigen Schrecks, der erklärte, daß er aus sehr einfachen Verhältnissen stamme und daß er sich aus eigener Kraft zu einer, für seine Verhältnisse immerhin achtbaren Stellung empörgarbeitet habe. Schreck erklärte im Verlauf seiner Vernehmung, er habe nach dem Besuch einer Fachschule in Würzburz ein Reugeschäft gegründet, das gut gegangen sein soll, nach Ausbrnch des Krieges aber aufgelöst worden sei. Darauf habe er sich als Kriegsfreiwilliger bei verschiedenen Regimentern gestellt. Er sei aber nicht angenommen worden, weil er schon im Jahre 1913 zum Landsturm ausgemustert worden fei. Dan habe er versucht, sonst im militärischen Dienst verwendet zu werden, sei aber abschlägig beschieden worden. Im Herbst 1914 sei er dieser Mißerfolge wegen nach der Schweiz gegangen. Zunächst habe er die Absicht gehabt, stch an der Lebensmittelversorgung Deutschlands zu beteiligen. Sein erster Aufenthaltsort sei Zürich gewesen, wo er Geschäfte gemacht habe, wobei er seöoch mit der Beschaffung der Ausfuhrbewilligung Schwierigkeiten gehabt habe. In Zürich habe er Vorlesungen gehört. Eine Prüfung als Diplomingenieur habe er nicht abgelegt. Bon einer amerikanische« Universität sei er aber in der Tat zum Ehrendoktor ernannt worden. Der Vorsitzende stellte fest, daß es sich um einen Kauf des Titels handele, was Schreck auch zugab mit der Bemerkung, für Sen Titel 3999 Dollar bezahlt zu haben In der Schweiz habe er den Titel auch führen dürfen. Das deutsche Konsulat in Baltimore habe die Legaslisation her Verleihungs- urkunbe vorgenommen und er sei des Glaubens gewesen, daß er den Titel auch in Deutschland führen dürfe. Hierauf wurde erörtert, auf welche Weise Schreck zu der bayerischen Gesandtschaft in Bern in Beziehungen gekommen sei. Schreck hat sich-in der Schweiz nicht nur Doktor genannt sondern auch als Husarenoffizier ausgegeben. Tie Anklage behauptet. Schreck sei 1916 in den Verdacht der Spionage geraten, weshalb sich die Gesandtschaft mit ihm habe befassen müssen. Das bestritt Schreck entschieden mit dem Hinweis darauf, daß er ein gutes Einkommen und sogar ein Bankkonto mit 100000 Franken gehabt habe. Er habe einmal dem Militärattache bei der deutschen Gesandtschaft eine wichtige Nachricht gebracht und sei so allmählich in den deutschen Spionageabwehröienst aekommen. Er habe die französische Spionagezentrale zur Zufriedenheit seiner Auftraageber ausgeforscht, ohne dafür Auslagevergütungen erhalten zu haben. Im weiteren Verlauf seiner Vernehmung erklärte Schreck, er habe sich in der Schweiz nicht als deutscher Offi- zier ausgegeben. In Deutschland habe er 1919 und 1922 zwei Höfe gekauft, von denen der eine 186 909 Golömark gekostet habei Eine Einwohnerwehr Labe er nie gegründet. Er habe in den 32 Gemeinde» des Bezirks Burglengenfeld lediglich Schntzwehre« gegen die Spartakisten organifiert. die allerdings ausreichend mit Waffe« und Munition versehe« worden feie«. lt sei in die bayerische Volkspartei einaetreten, in den treisausschuß gewählt worden, habe auch sonst eine ganze lnzahl von Ehrenstellen gehabt. Im Frnbcabr 1923 habe r von den Deutschen Werken eine in der Nabe von Jngol- -adt gelegene, durch den Friedensvertraq stillaelegte Pul- erfabrik gepachtet, um das Land landwirtschaftlich nutzbar u macken' und die Baulichkeiten anderweitia zu verpackten, ln diesem Zwecke sei eine Gesellschaft gearnndet worden. 5t selbst «mbe reichlich Devisen besessen, knete aber spater egen Aktien umgetanscht. In die Pulverfabrik habe er 9099 Mark gesteckt. Die Deutschen Werke hätten nn Mai 923 aber die Vacht aekündigt. Das aarne triyrsme lationsglück Schrecks ist durch das Erscheinen der Renten- rark gestört worden. Der Mitteilhaber, ein datier aus München, hat auch versagt. Prozesse m,t den Deutschen Serken haben viel Gelb verschluckt. Das daraeld fehM. Immobilien und Inventar konnten m« m ®«T#'««*«« -erden. Im Juni 1924 stellte die Deutsche Bank Konkurs- ntrag gegen Schreck persönlich. Diesem Antrag wurde aber icht stattgegeben. Aber die Deflation brachte den Zn- rmmenbruch. Schreck geriet in Geldnot Machst lebte er on Darlehen, sür die er Inventar verpfändete. Dann aing r nach Berlin, um, wie er erklärt, von den Deutschen Serken noch ein paar tausend Mark zu netten. . Schreck erklärte weiter, aus dem Zusammenbruch insge- rmt 2499 RM. in bar aerettet zu baben. ^«ter hat.er^in Berlin Waren aeaen Wechsel bestellt, die Wechsel meistens ber nickt eingelöst. lm von seine» Glänbigern weniastens zeitweise in Ruhe elasse» zu werde«, hat er fick in Berlin abweckl-lod unter en Name« Dr. Eckart. Dr. Ziegler und Dr. Rothe ansgehalten. Dann erstattete Medizinalrat Dr. Lepvmann sein ®irtj *ten. Er schilderte zunächst die Schwierigkeiten, da l« derlei Hinsicht die Unmöglichkeit, aus Schrecks Darstel- nngen Wahrheit und Dichtung zu unterscheiden, bestehe. Unbedingt sei Schreck Psychopath mit anßergewöhnlicher Trotzdem wisse er im praktischen Leben, welche Wege zum Erfolg führten. Für die kritische Zeit vom Januar bt» September 192* 'eien keine Anzeichen dafür vorhanden, öaß Schreck unzurechnungsfähig gewesen sei. Dagegen trügen die Entschlüsse und Handlungen Sckrecks bestimmt psychopathische Züge. Zum Beweis hierfür wird ein überaus lückenhafter Lebenslauf Schrecks an erne hochgestellte Persönlichkeit verlesen. . Zu einer Erörterung der eigentlichen Anklage und de» Die christliche» Freikirchen in Baden. pn Bor 109 Jahren hat es in Baden, soweit sich aus den« beim Statistischen Landesamt handschriftlich vorliegenden Material entnehmen läßt, abgesehen von der Herrenhuter Brüdergemeine in Kömgsfeld erst eine einzige Freikirche, die der Mennoniten gegeben. Die Gesamtzahl der Mennoniten betrug 1417 Personen, die sich größtenteils auf die Gemeinden des Amtsbezirks Sinsheim verteilten. Um die Mitte des 19. Fahrhunderts (1852) wurden außer 1 462 Mennoniten 537 Dissidenten festgestellt. Nach weiteren 25 Jahren, bei der Volkszählung im Jahre 1875, gab es neben Mennoniten und Dissidenten schon Baptisten und Methodisten, außerdem haben sich damals jeweils einige Personen als Quäker, Mormonen, Apostolische bezeichnet. Insgesamt hatten die Freikirchen rund 2090 Anhänger. Um die Jahrhundertwende war die Mitgliederzahl der Freikirchen auf ungefähr 3009 Personen angestiegen. Zu den bestehenden Freikirchen kamen die der Katholisch-Apostolischen, der Apostolischen, der christlichen Dissidenten, die Gruppe Wißwässer und die Heilsarmee hinzu. Daneben haben sich wieder vereinzelt Personen als Mormonen, Puritaner, Salpeterer, Wiedertäufer Unitarier. Freikirch- ler, Freiprotestanten, Liberale, Salutisten usw. bezeichnet. Bor dem Kriege (Volkszählung 1910) hatten die verschiedenen Freikirchen zusammen mehr als 5090 Mitglieder. Die Zahl der Freikirchen hat sich um- 3 vermehrt,- die aus der apostolisch-katholischen Gemeinde hervorgegangene neuapostolische Kirche, die Adven- tisten, sowie die „Christliche Wissenschaft". Vereinzelt treten auch andere neue Reltgiousbenennungen auf wie: freievangelisch, evangelischer Geist, undogmatische Protestanten, Anhänger Christi. Templer usw. Bei der Volkszählung am 16. Juni 1925 wurden insgesamt 11970 Anhänger von christlichen Freikirchen ermittelt; auf 109 Einwohner des Landes entfallen somit 0,52 Mitglieder von Freikirchen. Zu den im Jahre 1919 bestehenden Freikirchen sind die Bibelforscher, die Ehristengemeinschast (Bewegung zur religiösen Erneuerung) und die Christengemeinschaft (sog. Pfingst- bewegung) hinzugekommen. Außer den Herrenhutern, Lutheranern und Reformierten einerseits, den Alt-Katholiken und Griechisch- Katholiken andererseits, üben also in Baden insgesamt 14 Frei, Kirchen ihre Tätigkeit aus. Die Hauptverbreitnngsgebietc der Freikirchen sind die an Württemberg, das typische Sekticrerlan», grenzenden Bezirke Pforzheim, Breiten und Sinsheim in der nördlichen Landeshälfte und Wolfach und Billingen in der südlichen. Die Gemeinden mit der größten Zahl Mitglieder der Freikirchen sind Pforzheim (2 053), Karlsruhe (1712), Mannheim (1246), Heidelberg (580), Freiburg (487) und Durlach (416). Außer den genannten ländlichen Bezirken find es also vor allem die großen Städte, in denen sich den Freikirchen ein günstiges Feld der Betätigung bietet. Welcher Religionsgemeinschaft die 11970 Anhänger der Freikirchen in Baden vor ihrem Uebertritt angehört haben, läßt sich mangels Mtistifcher Unterlagen schwer feststellen. Aus Mitteilungen, der Führer der größeren Freikirchen geht hervor, daß etwa die Hälfte der heutigen Anhänger ehemals römisch-katholisch war, bie andere Hälfte aus der evangelischen Landeskirche stammt. Denkschrift über die bäuerlichen Versuchsringe in Bade«. Karlsruhe, il. Jan. Lanöwirtschaftsrat Eberhard-Karlsruhe Hat der Badischen Landwirtschaftskammer eine Denkschrift über die bäuerlichen Versuchsringe in Baden erstattet, die zu Beginn des Jahres in Druck erschienen ist. (Zu de- ziehen durch die Badische Lanöwirtschaftskammer, Karlsruhe, Stefan ienstraße 43). Der Verfasser hat tu der Denkschrift, trotz des erst einjährige» Bestehens der badischen Versnchsringe, eine Fülle von Material zusammengetragen, das den Leser in die Lage versetzt, sich ein klares Bild über das segensreiche Wirken der neuen Einrichtung zu machen. Hier sind die Wege gezeigt, die unsere» kleinbäuerlichen Verhältnissen zur Verbesserung der Wirtschaft nutz mit der Zeit zu gutem Erfolge führen müssen. Gerade die kleinen Betriebe, die ja bei uns vorherrschen, sind es, die noch vielfach im Argen liegen und die es besonders notwendig haben, daß ihre Wirtschaftsweise auf beffre Grundlage gestellt wird. Jeder Bauersmann sollte das Schriftchen eingehend studieren Sollt toKheffi . ROMAN»0* ARNO FRANZ S. „Warum denn?" „Weil da Unsinn gemacht wird." „Wer macht denn den Unsinn?" „Junge, frag' nicht so viel. Bleib' hier sitzen oder pflücke der Mutti einen Strauß. Ich mähe noch ein paar Runden, dann fahren wir heim." „Nimmst du mich aus den Schoß?" „Ja, ich nehme dich auf den Schoß." Zehn Minuten vor elf spannte Sohr auf Finkenfchlag die Pferde aus. Hinzelmann, der ihm entgegengehumpelt kam, mH die beiden Falten, die auf Sohrs Stirn drohend zwischen den Brauen standen und freute sich. Die Falten kannte er. Jetzt würde der Weizen nicht verkauft werden, das stand bei Hinzelmann fest, wie das Amen in der Kirche. Aber was hatte der Sohr vor. Das ging hart auf hart und konnte eine nette Geschichte geben. Frau Kaden war, veranlaßt durch das Rasseln der Maschine auf die Freitreppe getreten und wunderte sich, Sohr ichon Mittag machen zu sehen. „Was fällt denn dem ein — zehn Minuten vor elf," sagte »e zum Hofmeister, der aus dem Haufe kam und an ihr »orbeiging. „Das möchte ich auch wissen, jedenfalls wieder mal so'n Pleeniger Entschluß." antwortete Boigt und schritt auf Sohr zu. „Ninnn meine Pferde. Hinzelmann," sagte Sohr zu diesem, „ich habe heute wahrscheinlich keine Zeit zum Füttern." Da gab Voigt Gegenbefehl. „Das unterbleibt. Sie füt- kern Ihre Pferde selbst." „Ah. sieh da. der Herr Hofmeister. Mit Ihnen habe ich |U reden " „Ich nicht mit Ihnen." „Das glaube ich. Einen Augenblick!" Er wendet« sich wieder Hinzelmann zu. „Also, Honnjörg, erst zwei Futter, »ann tränken, dann wieder zwei Futter. Gell', das hast du »erstanden." Der nickte und trabte mit seinen Pferden ab. „So. und nun zu Sfjnett. Es ist ein dringlicher Fall zu erledigen. Herr Hofmeister. Hier ist nicht der Ort. vielleicht Oarf ich Sie in den Garten bitten." , • „Was fällt Ihnen ein! Sie scheinen nicht zu wissen, daß ich Ihr Vorgesetzter bin." „Vorgesetzter hin, Vorgesetzter her. Soll ich Ihnen hier. ioram publico, erzählen, was ich Ihnen zu sagen habe?" Da ;ief Frau Kaden von der Freitreppe herab: „Gehen Sie mit ihm, Voigt. Vielleicht will er um seine Entlassung litten," und bereute auch schon, daß sie das gesagt hatte. Sohr verneigte sich nach der Herrin hin. dann sagte er z» Voigt: „Kommen Sie, wir haben nicht viel Zeit."' Hinter den Wirtschaftsgebäuden, im Garten, blieb Sohr vor dem Hofmeister stehen. Die beiden ungleichen Männer standen sich Auge in Auge gegenüber. Voigt klein, dick und purpurrot, Sohr hager, schlank und kreidebleich. Der Zuruf der Herrin hatte dem einen das Rückgrat gesteift, den anderen aber noch erbitterter gemacht. „Gehen geheißen werden" war keine jubelvolle Angelegenheit. aber was kümmerte Sohr schließlich Frau Kaden, mochte sie sich von diesem Fettklumpen begaunern lassen. Blinde soll man nicht sehend machen. Aber da war der Großsteinauer, der Anteil nahm an ihrem Geschick und des Bruders Besitz. Dem war er verpflichtet auf Manneswort. Und ein Junge war da. der einen Vater nie gekannt hatte, an ihm mit Liebe hing und dessen Erbe ein Fauchte! vergeudete. Das war Grund genug zu handeln. „Ich habe gehört," begann Sohr, „daß heute jemand um Hals und Kragen gebracht werden soll und möchte um Aufklärung bitten." „Da haben Sie falsch gehört," gab der andere zur Antwort. „Ich wüßte nicht, um was es sich handeln könnte." „Dann muß ich deutlicher werden." „Es wird nötig fein, wenn ich Sie verstehen soll." „Was also ist mit dem Weizen am Steinauer Weg?" „Er wird heute verkauft." „Am Halm?" „Was sonst!" „Warum?" „Nicht zum Vergnügen. Die gnädige Frau braucht am Einunddreißigsten zweitausend Mark." „Wozu?" „Was geht Sie das an?" Wie ein Fanfare fuhr es da Voigt in die Ohren: „Rede'", und unwillkürlich prallte er zurück. Der Kerl da vor ihm sah aus. als ob er einen mit den Augen in die Erde bohren wollte. Und wie er bleich war! In seinem Gesicht war überhaupt kein Tropfen Blut mehr. Und Voigt entschloß sich zur Antwort. „Sie hat ein Dar- lehn zurückzuzahlen." „An wen?" „An den Geldoerleiher Marburg." „Wo wohnt der?" „Berlin. Neue Königstraße 23." „Wer hat das Darlehn vermittelt?" „Ich." „Wieviel ist bei dem Geschäft hängen geblieben?" Das war Voigt zuviel. Er brauste auf. „Was erlaube. Sie sich? Lassen Sie Ihre unverschämten Verdächtigungen." Aber Sohr blieb ruhig und frug weiter. „Ich will wissen, vieoiel Sie an dem Geschäft verdient haben." Voigt wurde dieser steinernen Ruhe gegenüber unheimlich ,umute. Aergeriich stteß er heraus: „Nichts!" „So, nichts?! Das ist ehrlich. Aber immerhin bleibt es änderbar, daß Sie das Darlehen vier Wochen vor der Ernte äüig werden lassen. Man pflegt sonst Darlehn und Zah- ungen in landwirtschaftlichen Betrieben, soweit' es möglich sst, nicht vor, sondern nach der Ernte zahlbar zu machen." „Soweit es möglich ist! Es war aber nicht möglich." Das werden wir heute abend genauer wissen. — Und nun sagen Sie mir noch, wer hat den Weizen am Steinauer Weg geschätzt?" „Geschätzt?" „Jawohl! Auf Ertrag und Wert geschätzt. Man kann doch ,ls Treuhänder und Verwalter fremden Gutes nicht ge- vissenhaft genug fein." „Soviel Kenntnisse besitze ich schon, um zu wissen, wieviel rrlöst werden kann." „Ach nee? Aus dem Handgelenk heraus macht das Herr Hofmeister Boigt! Das ist allerdings allerhand. Und die )vhe Frau von Finkenschlag verneigt sich vor Ihrem fabel» lasten Wissen?" „Ich habe ihr Vertrauen." „Leider! Wenn Sie es nicht hättest, stünde es besser." Re. S. Jahrgang 1928. Der Lauddote * Sinsheimer Zeituvg. Mittwoch, den 11. Januar 1928. I i: Die badische« Beamten Verlange« Uebernahme der Reichs- Lesoldnng. Karlsruhe, II. Jan. Nach dem Borgange des Reiches haben nun auch Berlin und Sachsen die Neuregelung der Beamtenbesoldung durchgefühlt. Während die Berliner Regelung in manchen Stücken über die Reichsbcsoldung hinausgreift, wurde die sächsische Regelung im Rahmen der Reichsbesoldung durchgeführt. Wen» auch die sächsischen Beamten nicht die Erfüllung aller Wünsche erreichen konn- tenten, so haben sie doch das Gefühl, gegenüber den Reichsbeamten nicht schlechter behandelt worden zu sein. Wie wir erfahren, haben sich auch die badischen Beamtenorganisationen auf die Forderung der Uebernahme der Reichsbesol- öung für Baden einmütig eingesetzt. Die Beamtenschaft erwartet, daß die badische Regelung nicht hinter der Reichsregelung Zurückbleiben wird, weil nur die Arbeitsfreudigkeit der badischen Beamten dadurch erhalten werden kann. Die Gleichbehandlung der badischen Beamten mit den Reichsbeamten wird als eine Staatsnotwendigkeit betrachtet. Die nächsten Tage werden die für die badischen Beamte« entscheidenden Beschlüsse des Staatsminrsteriums bringen. Aus Rah und Fern. * Sinsheim, 10. Jan. (Reichstrauertag 1928.) Der Bolksbund Deutscher Kriegergräberfürsorge hat mit den Vorbereitungen des Volkstrauertages, der in diesem Fahre am 4. März stattfindet, begonnen. Vereine und Körperschaften wollen bei Festsetzung ihrer Veranstaltungen auf diesen Termin achten. * Sinsheim, 11. Jan. (Keine Beschränkung an Fastnacht 1928.) Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist nicht beabsichtigt, für das Fahr 1928 einschränkende Bestimmungen für Fastnachtsveranstaltungen zu erlassen. Damit wird im Grundsatz der Borkriegszustand wieder hergestellt. Bon dem gesunden Sinn der Bevölkerung darf aber erwartet werden, daß von der damit gegebenen Freiheit kein unangemessener Gebrauch gemacht wird, und daß sie sich die Zurückhaltung auferlegt, die bei den nach wie vor ernsten Zeitverhältnissen geboten ist. Die Polizeibehörden werden nötigenfalls zur Verhütung von Ausschreitungen und Ordnungswidrigkeilen nähere polizeiliche Anordnungen treffen. , Sinsheim, 10. Fan. (Wohin kann man ohne Visum reisen?) Rach dem Stande vom 1. Januar 1928 kann man noch folgenden Staaten ohne besonderes Visum reisen: Kuba, Dominkanische Republik, Danzig, Dänemark, England, Finnland, Haiti, Irischer Freistaat, Island, Japan, Jugoslawien, Kanada, Luxemburg, Mexiko, Neufundland, Neuseeland, Niederlande, Oesterreich, Panama, Portugal. Schweden, Schweiz, Südafrikanische Union und Südrhodesien. Durch die Aufhebung des Bisumzwanges werden aber die fremdpolizeilichen Bestimmungen, sowie die etwa bestehenden Vorschriften hinsichtlich der Einreise zum Zweck des Antritts einer Stelle nicht berührt. Der Reisepaß muß in diesem Falle mit einem Genehmigungsvermerk des Konsulats des betreffenden Landes versehen sein. O Sinsheim, 10. Fan. (Die gelbe Armbinde mit den drei schwarzen Kugeln). Es scheint wenig bekannt zu sein, daß die obengenannte Binde nicht nur von Blinden, sondern auch von Gehörlosen, also Taubstummen und hochgradig Schwerhörigen, zum Schutze gegen Verkehrsunfälle getragen werden soll. Betrübend ist es, so schreibt man uns, daß solche Personen wenig Verständnis bei dem Publikum finden. Es scheint fast, als ob die meisten Leute an einem Mißbrauch mit dem Tragen der Binde denken. Eine Aufklärung des Publikums in dieser Hinsicht erscheint notwendig. * Sinsheim, . Jan. (Vorsicht mit Lötlampen.) Beim Eintritt der kalten Jahreszeit besteht Anlaß, auf die selbst in Handwerkerkreisen nicht genügend bekannten oder unterschätzten Gefahren der Berwenoung von Lötlampen zum Auftauen eingefrorener Wasserleitungen hinzuweisen. Die Stichflamme hat eine Hitze von etwa 1000 Grad Celsius. Es ist vorgekommen, daß die Stichflamme einer Lötlampe das Holzwerk einer gut verputzten Fachwerkswand durch einen unbeschädigten 2 Zentimeter starken Zemcntverputz hindurch zur Entzündung gebracht und so das betreffende Gebäude in Brand gesetzt hat. Besonders groß ist die Gefahr, daß durch Fugen oder Riffe eines Bodens, einer Wand, oder einer Decke zunächst unbemerkt im Innern Holzteile, besonders altes, morsches,Holz, zum Glimmen gebracht werden, das unter Umständen erst nach geraumer Zeit infolge von Luftzutritt in offenen Brand übergeht. Die Ge- bäudebrandversicherungsanstalt gibt, veranlaßt durch schwere, auf solche Weise entstandene Gebäudcbrandschadcn, eine Schrift heraus, die auf Grund von Versuchen in der Materialprüfungsanstalt und eines hierauf gestützten Gutachtens das Professors Graf an der Technischen Hochschule Stuttgart den beteiligten Kreisen über die Umstände unter oenen keinesfalls mit der Lötlampe gearbeitet werden darf, und über die Vorsicht, die bei statthafter Verwendung derselben zu beachten ist, eingehende Belehrung erteilt. Auf die Gefahr der Verwirkung von Bersicherungsansprüchen und der Houftbarmachung der ausführenden Handwerker ist besonders hingewiesen. Möge der Warnungsruf. der allen Epenglermejjftern und Installationsgeschäften zugehen wird, bei diesen und den Hausbesitzern zu deren eingehendem Vorteil aufmerksames Gehör finden! V Michrlfrü», 9. Jan. (Stimmen zur Bürgermeisterwahl.) Der Gemeinderat Michelfeld hat auf Sonntag, den 15. Januar, die Wahl des Bürgermeisters festgesetzt. Wochenlang nun schon beschäftigt vereinzelte Bürger die Frage, wer stellt sich als Kandidat auf. Vermutungen wurden laut. Diskussionen wurden darüber geführt, aber eine Klärung der Sachlage dadurch nicht erreicht. Um aus dieser Ungewißheit herauszukommen, hatte man nunmehr am vergangenen Samstagabend und Sonntagnachmittag allgemeiile Wählerversammlungen einberufen. Erstere war ein- berufen von der Bauernschaft, letztere von Arbeiterseite. In der Versammlung am Samstagabend, die von Dr. Kattermann (Karlsruhe) geleitet wurde, wurden zwei Kandidaten in Vorschlag gebracht, und zwar Landwirt Karl Dreher und Wagnermeister' Johann Bender. In der Versammlung sollte eine Entscheidung dahingehend herbeigeführt werden, wer von diesen beiden sozusagen als Hauptkandidat in Frage kommen soll. Ein diesbezüglicher Ausgleich wurde nicht geschaffen, da die Mehrzahl der Versammlungsteilnehmer anscheinend interessenlos den gestellten Fragen gegenüber stand, sodaß die Versammlung ohne ein positives Ergebnis geschlossen werden mußte. Des Pudels Kern war der. daß man gerne wissen wollte, wie die Wähler den beiden Kandidaten persönlich gegenüberstehen und ob den Arbeitern die Kandidaten angenehm sind, oder aber, ob die Arbeiter selbst einen Kandidaten präsentieren. Die Arbeiterschaft hatte deshalb schon vor der Versammlung der Bauernschaft eine allgemeine Wählerversammlung auf Sonntag nachmittag einberufen. Bürgermeister Bollschweiler referierte eingehend über Allgemein- und Komunal- politik und erörterte besonders die Aufgaben eines derzeitigen Bürgermeisters, sowie dessen Rechte und Pflichten gegenüber der Gemeinde. In beiden Versammlungen wurde sowohl von Dr. Kattermann wie auch von Bürgermeister Bollschweiler hervorgehoben, daß es verkehrt ist, bei der Wahl allzusehr auf die Person bezw. auf die Partei des Kandidaten zu sehen, sondern daß man allgemein bestrebt sein muß, daß für die'Wahl nur der Kandidat in Frage kommen kann, der über allen Parteien steht, kein Kleinigkeitskrämer ist, die Interessen der Gemeinde nach außen wie innen wahrnehmen kann und vor allem Gefühl für das Wohl und Weh seiner Gemeindemitglieder hat. Des weiteren waren auch die Referenten in Punkt Gehaltszahlung derselben Ansicht, nämlich, daß man hier nicht kleinlich sein soll und nicht den Kandidaten wählen soll, der am billigsten den Posten übernimmt. Es sei bei dem heutigen Aufgabenkreis des Bürgermeisters doppelt verkehrt, wenn durch derartige Argumente das Amt nur als Nebenerwerb betrachtet werden würde. In diesem Falle würde die Gefahr bestehen, daß der Bürgermeister überhaupt kein Interesse an dem Gemeindewohl hat und dadurch derselbe Zustand wie seither weiterbestehen könnte. Die Arbeiterschaft hat sich mit diesem Fragenkomplex eingehend beschäftigt und den Beschluß gefaßt, selbständig einen Kandidaten aufzustellen und hat, als diesen Kandidaten den Gemeinderat Lutz in Vorschlag gebracht. * Waibstadt, 9. Jan. (Theateraufführung.) Am Sonntag führte der Turnverein mit großem Erfolg das Theaterstück „Das Brunnenweibchen" auf, dessen Motiv der hiesigen Sagenwelt entnommen ist. Die Darsteller zeigten sich ihren Aufgaben voll gewachsen, so daß das Ergebnis ein befriedigendes war. ik Babstadt. 10. Jan. (Oberst Ernst Frh. v. Gemmingen- Hornberg f). Am 5. Januar ist in Baden-Baden nach kurzer Krankheit Oberst Ernst Frhr. v. Gemmingen-Hornberg im 77. Lebensjahre gestorben. Oberst Frhr. v. Gemmingen war noch einer der wenigen, die als junge Offiziere den großen Krieg 1870/71 mitgemacht haben. Als Lieutenant im 5. Württ. Inf.-Regt. (Gren.-Regt. König Karl) machte er die Schlachten von Wörth, Sedan, Villiers-Ehampigny unter besonderer Auszeichnung mit. wofür er das E. K. H-, das Ritterkreuz des Württ. Mil.-Verd.- Ordens und den Rufs. St. Stanislausorden 3. Klasse mit Schwertern erhielt. Und als der Weltkrieg ausbrach, stellte sich der 63 jährige zur Verfügung als Bataillonskommandeur im Land- wehr-Inf.-Regt. 123, wo er ruhmvoll im Elsaß kämpfte. Ein Sturz bei einem Angriff gegen Sulzbach südlich des Münstertales zog ihm Verletzungen zu, welche ihn zwangen, schon im September 1914 in die Heimat (Lazarett Baden-Baden) zurück- zukehren. Oberst v. Gemmingen war im Frieden Komp.-Ch»f im Inf.-Regt. 122, Kommandeur des 3. Bataillons Gren.-Regts. Königin Olga in Stuttgart und zuletzt etatsmäßiger Stabsoffizier im Inf.-Regt. 121. In der letzteren Stellung erbat er im Jahre 1897 den Abschied, um sein Gut Babstadt zu bewirtschaften. Er erhielt denselben mit Uniform des Gren.-Regts. Königin Olge 1911 am Erinnerungstag der Schlacht von Billiers wurde ihm von dem König das Kommenturkreuz des Württ. Mil.-Berdienstordens verliehen. Ernst v. Gemmingen war unter neun ^Geschwistern der Aelteste. ein Bruder des 1924 verstorbenen Fritz Frh. v. Gemmingen und des noch in Heidelberg lebenden Karl Frhr. v. Gemmingen, des früheren Kais. Bezirkspräsidentcn in den Reichslanden. Aus seiner Ehe mit Annie Kaupe ist ein Sohn Eberhard entsprossen, der jetzige Majoratsherr von Babstadt, der als Offizier des Ulanenregiments 20 den Krieg mitmachte. Oberst Frhr. Ernst v. Gemmingen war ein forscher, schneidiger Frontoffizier, ein großer Waidmann, im Kameradenkreise sehr beliebt. Die Asche des Verstorbenen wurde am 10. Jan. unter Anteilnahme eines großen Verwandten und Bekanntenkreises wie der Gemeinde Babstadt feierlich in Babstadt im Familiengrabe beigesetzt. — Kirchardt, 11. Jan. (Vom Sängerbund). Am vergangenen Freitag hielt der Sängerbund eine außerordentliche Generalversammlung ab, wobei die Mitglieder Ludwig Voll und H. Bentz als Anerkennung für 25 jährige Mitgliedschaft durch Ueber- reichung je eines silbernen Bechers mit der Inschrist „Dem Sange treu" geehrt wurden. Möge oiese schöne Ehrung für die jüngeren Sangesbrüder ein Vorbild sein. Ferner wurde beschlossen am Preissingen sich nicht zu beteiligen und dafür ein größerer Ausflug durch das schöne Murgtal unter Besichtigung des Murgwerkes nach Baden-Baden in Vorschlag gebracht. O Bargen, 10. Jan. (Familienfeier.) An Dreikönig fand im Gasthaus zum Stern eine von der katholischen Kirchengemeinde gut besuchte Familienfeier statt. Sehr belehrend und inhaltsreich waren die Ausführungen des Hw. Herrn Pfarrer Schatz über die Verhältnisse in Mexiko., „Weihnachtsfeier in der Familie" aufgeführt durch die Kinder' fand lebhaften Beifall. Zwei sinnige Theaterstücke betonten das Weihnachtsmotiv. Der Cäcilienverein umrahmte durch seine gut vorgetragenen Weihnachtslieder die Darbietungen, die mit reichem Beifall ausgenommen wurden. x Ans dem Amtsbezirk, (Für den Landmann.) In Obstkammern und -kellern lagert das Obst des letzten Herbstes. Lüfte diese Räume bei gelinder Witterung ganz gründlich; denn nichts leistet der Verwesung erheblicheren Vorschub als dumpfe, muffige Luft. Unsauberkeit ist ihr treuer Spießgeselle. Drum heraus aus den Obstlagern mit allem, was nicht hinein gehört. Wickerraupen, die sich in den ausgelegten Wollapen verkrochenen oder gar verpuppt haben, Lagerreife Früchte zuerst an die Reihe. Angesteckte Früchte alle paar Tage auslesen. Bei offenem Boden ist ans Düngen der Obstbäume zu denken. Die zur Aufnahme der Nahrung befähigten Würzelchen des Baumes liegen ungefähr da, wo oben die obersten Kronenzweige enden. Da ist die richtige Stelle zum Düngen, nicht am Stamm. Hier — also in der sogenannten Kronentaufe — ziehe einen 30—40 Zentimeter tiefen Graben und fülle ihn mit guter Jauche, die ein größerer Baum sogar faßweise verträgt. Bäume, die im Grasland stehen, bedürfen der Nahrungszufuhr erst recht bei ihnen ist jedoch der Erdbohrer in Anwendung zu bringen. ----- Waldmichrlbach, 10. Jan. (Träume sind nicht immer Schäume.) Zu dem Steinbruchsunglück in Aschbach wäre noch folgende Tatsache erwähnenswert: Die Frau des verunglückten Mannes träumte in der Nacht 'vor dem Unfälle, ihr Mann wäre im Steinbruch von einem heradftürzenden Stein erschlagen worden. Sie erzählte den Traum am Morgen ihrem Manne und bat ihn flehentlich, doch heute zu Hause zu bleiben. Aber trotz der Mah-. nung ging der Mann auf die Arbeitsstätte und nach wenigen Stunden wurde er tot nach Hause gebracht. Der Traum war buchstäblich in Erfüllung gegangen. — Walkdorf, 10. Jan. (Ein Raubüberfall.) Dieser Tage wurde der Metzgerlehrling Wilhelm Bruckner, der bei Metzgermeister Steinmann von St. Ilgen beschäftigt ist, aus der St. Il- gener Straße im Wald von unbekannten Männern angefallen, die ihn von seinem Fuhrwerk hemnterholten und derart mißhandelten, daß er die Besinnung verlor. Die Räuber eigneten sich daraufhin die auf dem Wagen befindlichen Fleisch- und Wurstwaren an und ließen den Ohnmächtigen mitten auf der Straße liegen. Ein später vordeifahrmdes Auto nahm sich des Beraubten an und brachte ihn nach Walldorf, wo er jn die ärztliche Behandlung gegeben wurde. Die Räuber sind unerkannt entkommen. ** Ludwigshafeu, 11. Jan. Jn der Trunkenheit wollte sich in der vorvergangenen Nacht eine 29 Jahre alte Kellnerin von der Rheinbrücke in den Rhein stürzen, nachdem sie sich schon vorher Schnittwunden am rechten Arm beigebracht hatte. Der Brückenwärter konnte die Lebensmüde, jedoch rechtzeittg davon abhalten. Sie wurde über Nacht in Polizeigewahrsam genommen. ** Odenheim lbei Bruchsall, 11. Jan. (Einen Habichr gefanaenl. Einem Hausbesitzer gelang es. einen Hühnerhabicht lebend einzufangen, als er gerade mit seinem Raube davonfliegen wollte. ):( Karlsruhe, 11. Ja«. (Vom deutschen Scheffelbundi. Staatssekretär a. D. von Kühlmann stiftete dem Deutschen Scheffelbund für das Deutsche Scheffelmuseum ein besonders wertvolles Stück: Tie widerrechtlich veranstaltete sogenannte Prachtausgabe des „Ekkehard" 1868 Berlin, Otto Janke, mit Eintrag des Urteils der Zivilkammer Heidelberg vom 9. April 1870 gegen den Verleger auf Enthaltung, von weiterer Verbreitung lautend, sowie einem ebenfalls eigenhändigen Vermerk Scheffels auf der Einbanddecke, daß diese Ausgabe gegen ausdrücklichen Protest des Verfassers veranstaltet wurde, wobei der Verlag eigenmächtig die wissenschaftlichen Anmerkungen weggelassen hat. Das Exemplar trägt die handschriftliche Widmung des Dichters an seinen Freund Holland in Tübingen: „Zur Erinnerung an des Verfassers Erdenwallen" vom Juni 1872. ):( Karlsruhe, 11. Jan. (Polizeiliche Statistik). Im Monat Dezember wurden gegenüber 64 Zusammenstößen im November und 86 im Oktober nur 46 Zusammenstöße gemeldet. Davon sind zurückzuführen: auf zu schnelle Fahrt 3, auf falsches Fahren und Einbiegen 21, auf Unterlassung der Abgabe von Warnungszeichen 5 und auf grobe Unvorsichtigkeit 17. Getötet wurden dabei drei, verletzt 17 Personen. ):( Karlsruhe, ll. Jan. (Oberregierungsrat Stehberger gestorben). Vorgestern abend starb unerwartet Oberregierungsrat im Ministerium des Innern, Karl Stehberger. Mit ihm ist ein Verwaltungsbeamter von hervorragender Pflichttreue, von reichen Kenntnissen und Erfahrungen dahingegangen. Karl Stehberger war am 25. Ott. 1878 zu Mannheim geboren. Im Jahre 1902 bestand er die erste, 1906 die zweite juristische Prüfung. Nachdem er als Amtmann in Heidelberg und Mannheim tätig war, wurde er 1920 in das Ministerium des Innern berufen und zum Regierungsrat ernannt. 1923 erfolgte seine Ernennung zum Oberregierungsrat. ** Fnrfcheubach, 11. Jan. Der verunglückte 63 Jahre alte Huber ist seinen schweren Verletzungen erlegen. ** Langhnrst (Gemeinde Schutterwald), 11. Jan. (Die Axt in Kinderhänden). Spielenden Kindern fiel eine Axt in die Hände. Beim Hantieren mit derselbn hieb das 414- jährige Töchterchen des Bauarbeiters Josef Junker seinem etwa 3)4jährigen Schwesterchen zwei Finger ab. Der herbeigerufene Arzt aus Offenburg glaubt, einen der Finger noch retten zu können. , ** Offenburg, 11. Jan. (Erfolg eines Offenburger Künstlers in Berlin). Wie die „Offenburger Zeitung" erfährt, hat die Reichsregierung dem Kunstmaler Emil Brischle ein Bild abgekauft, das als Geschenk dem Innenminister von Kcudell überreicht wurde. ** Oberharmersbach, 11. Jan. (Verunglückt.) Infolge Scheuens seiner Pferde kam der 22jährige Gustav Lehman» unter feinen Wagen und wurde überfahren Der Arzt stellte einen Lungenriß und starke äußere Quetschungen fest. Man hofft jedoch, den Verunglückten am Leben zu erhalten. Das eine der Pferde mußte wegen starker Verletzungen geschlachtet werden. ** Schiltach, 11. Jan. (Ein tödlicher Unglücksfall). Auf der Landstraße Schiltach-Schramberg fiel der mit seinem Fuhrwerk aus der Heimfahrt begriffene Knecht Wilhelm Ehnis im Hinter-Lehengericht von seinem Fahrzeug und erlitt dabei einen Schüdelbruch. Des weiteren gingen ihm die. Räder des Wagens über den Hals. Der Bedauernswerte -war vermutlich sofort tot. Erst als die Pferde mit ihrem uvm Iftffmisa Mzjrhzjmrsh arjrzMK ouho usvvM den Fuhrmann. Ein des Weges kommender Radfahrer fand den Verunglückten auf der Straße liegend. , ** Hansach, 11. Jan. (Erhängt). Der verheiratete Friseur Kronenwitter hier, wurde gestern früh im Hause seines Bruders erhängt aufgefunöen. Er hat offenbar in einem Anfall von Schwermut seinem Leben ein Ende gemacht. ** Billingen, 11. Jan. (Die Milchprersfrage.) Am Sonntag fand hier in der Festhalle eine von de» landwirtschaftlichen Hauptorganisationen einberufene und sehr stark besuchte Versammlung der Bauernschaft des Bezirks statt, um über den Milchprcis zu beraten. Man kam überein, daß eine Erhöhung des Erzeugerpreises vor allem durch den Milchverkauf im Großen mittelst der Milchzentrale unter Ausschaltung der wilden Händler erreicht werden müsse, sowie durch eine eventuelle Herabsetzung der Gewinnquote der Händler bei genügend grobem Umsatz. Eine Erhöhung des Erzeugerpreises durch Erhöhung des Konsumentenpreises wurde von keiner Seite vorgeschlagen. ** Freibnrg, 11. Jan. (Kreisangelegenheiten). Vom Kreisrat des Kreises Freiburg wurde die Kreissteuer für das Rechnungsjahr 1927/28 festgesetzt. Darnach betragen die Steuersätze wie im Vorjahr von 100 Mark des Grundvermögens 10 Pfg., vom Betriebsvermögen 4 Pfg. und vom Gewerbeertrag 75 Pfg. — Einigen gemeinnützigen Rechtsauskunftsstellen im Kreisgebiet wurden Kreiszuschüsse bewilligt, ferner wurden Kreisbeiträge gewährt der Berkehrsgemeinschaft Hochschwarzwald in Neustadt zur Anfertigung einer Reliefkarte des Hochschwarzwaldes, sowie einer Anzahl Schüler zum Besuch von Fachschulen und gewerblichen Fachkursen. — Zur Errichtung einer neuen, anstelle der alten in einer Baracke untergebrachten Wanöerübernach- tungsstation in Staufen wird ein Drtttel Kostenbettrag zugesagt. ** Wiechs bei Schopfheim, 11. Ja». (Flugversuche.) Eine Anzahl junger Leute von Schopfheim unternahm am Sonntag auf dem Hohen FIum mtt einem selbsterbauten Segelflugzeug Flugversuche. Das Flugzeug gestattet Flüge von 20 bis 30 Bietern. Der Apparat zeigt noch einige Mängel, die aber in den nächsten Tagen beseitigt werden. ** Grenzach, 11. Ja«. (Aufgefundene Granate.) Dieser Tage wurde im Kies auf dem rechten Rheinufer die Granate eines Feldgeschützes aufgefunden, die durch den niederen Wafferstand nun zum Vorschein kam. Die Behörden haben sofort, um jeder Gefahr des Explodierens vorzubeugen, das Geschoß an Ort und Stelle zur Explosion bringen lassen. ** Rheinfelde«. 1L Jan. (Wieder ein Alemannengrab aufgefunden.) Jn der Kiesgrube am Herdener Sträßchen konnte dieser Tage ebenfalls ein Alemannengrab ausgefunden werden Es enthielt die Gebeine eines Mannes, einer Frau und eines Kindes. Jn dem Grab wurden.noch einige Schmuckstücke sowie Tonscherben vorgefunden. ** Singen, 11. Jan. (Sturmschäden.) Der orkanartige Sturm am Sonntag hat vielfach Schäden angerichtet. In den Waldungen, besodners der Höhenlagen, wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Jn der Gemarkung Böhringen hatte der Sturm schon am Mittwoch etwa 200 Festmeter iiiiiiiiiiitiiiiiiiimiiiiiiiimn I : i :> i : j ; Nr. 9. Jahrgang 1928. Der Laudbote * Sinstzeimer Zeit««-. Mittwoch, den 11. Januar 19ß8i |: ■ - Langholz gefällt. Auch Sie Telephon- uns Lichtleitungen haben Schaden erlitten. Die Gutshöfe Weiherhof unS Rik keltshausen, das Schnltheißengebäude auf dem Hohentwiel »sw. waren durch die Stürme tagelang ohne Licht. In Böhringen versagte am Dreikönigstage die Beleuchtung des Halben Dorfes. Stiaßbnrg, 11. Jan. (Todesfall.) Hier starb der frühere Präsident der Handelskammer Straßburg, Leo Ungemach, im Alter von 83 Jahren. Ungemach hat im politischen und wirtschaftlichen Leben Straßburgs eine bedeutende Rolle gespielt. Er war Gründer und Inhaber der bekannten großen Konservenfabrik Ungemach und wurde beim Waffenstillstand vorläufig zum Bürgermeister der Stadt Stratzburg ernannt. Einer -er Ohligser Postränber festgenommen. Karlsruhe, 11. Jan. Wie uns aus Weimar gemeldet wird, ist der Ohligser Posträuber. Ludwig Lärm, gestern mittag rn Saalfeld im D-Zug München—Berlin durch die Saalfelder Kriminalpolizei festgenommen worden. Lärm wurde dem Amtsgericht in Saalfeld zugeführt. Sein Komplize, der noch flüchtige Mörder und Posträuber, Johann Hein, hält sich, wie die Kriminalpolizei mitteilt, bestimmt noch in Deutschland auf. Ein unglaublicher Lausbnbenftreich. Baden-Baden, 11. Jan. Ein Baden-Badener Automobilist fuhr mit seiner Familie vor einigen Tagen in der Richtung »ach Fautenbach durch den Ort Oensbach. als eia Lausbub einen schweren Stein auf die Windschutzscheibe schleuderte, so daß diese in tausend Splitter zersprang. Der Stein flog weiter und streifte im Hintersitz eine Dame am Arm. Es ist nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, daß durch die verantwortungslose Handlungsweise des Burschen kein größeres Unglück geschah. Es liegt im eigenen Interesse der Gemeinde, wenn sie diesen großen oder kleinen Lausbuben ausfindig macht und der verdienten Strafe zuführt um ein warnendes Beispiel zu statuieren. Krcibnrg spart wieder. — Jeder sei« eigener Sparer. ** Freibnrg, 11. Jan. Der Stand der reinen Spareinlagen bei der Sparkasse Freiburg betrug Ende Dezember 12 318257 Mark, der der Giroguthaben 3 016 888 Mark, so daß sich die Gesamtsumme der fremden Gelder auf 15335146 Mark beläuft. Die Zahl der Spareinleger beträgt 24 016, so daß jeder vierte Einwohner Freiburgs wieder im Besitz eines Sparbuches ist. Das durchschnittliche Guthaben auf ein Sparbuch beziffert sich auf 512,46 Mark gegen 471,36 Mk. im Vorjahre. Stsenbahnunglükk inHohenzollern- Sigmaringen Stuttgart, 11. Jan. In der vorvergangenen Nacht ist ein von Eyach kommender Zug der Hohenzollernschen Landesbahn infolge eines mächtigen Felssturzes bei Trillfingen entgleist. Obwohl die abgestürzten Felsmassen das Gleis bis zu einer Höhe von zwei Metern bedeckten, konnten sie von dem Lokomotivführer wegen der starken Dunkelheit und ^es dichten Nebels nicht rechtzeitig bemerkt werden. Die Lokomotive wurde aus dem Gleis geworfen und an die gegenüberliegende Felswand gedrückt. Der Packwagen schob sich zum Teil in den Heizraum der Maschine, doch kam das Bedienungspersonal ohne Verletzungen davon. Auch die Reisenden in dem einzigen Personenwagen blieben unverletzt. Die Aufräumungsarbeiten wurden noch in der Nacht in Angriff genommen. Der Verkehr wird vorläufig mit Kraftwagen aufrechterhalten Auch m Hamburg ein ExplofionsungM Hamburg, 11. Jan. In der voroergangenen Nacht ereignete sich in einer Parterrewohnung im Stadtteil Hqm- merbrok eine überaus heftige Gasexplosion. In der Wohnung, die einem Schiffer gehört, befanden sich zur Zeit dH? Unglücks die Ehefrau des Schiffers mit ihren 7 Kindern. Ein Kind bemerkte Gasgeruch und weckte die Mutjer, die mit einer brennenden Kerze den Flur betrat. In demselben Augenblick erfolgte die Explosion, durch die die Frau erhebliche Brandwunden an den Händen erlitt. Bon den Kindern erlitt ein löjähriger Knabe Branöverletzungen, während die übrigen unverletzt blieben. Die Explosion war so stark, daß die Korridortür aus den Angeln gerissen wurde und in der dem Hause gegenüber liegenden Schule mehrere Fenstenscheiben zertrümmert wurden. Die Untersuchung ergab, daß bei der Gasuhr die untere Verschraubung gefehlt hatte, so daß das Gas entweichen konnte. Für 860 Millionen Sachliefernnge« an Frankreich i« Jahre 1928. Berlin, 11. Jan. Wie die „B. aus Paris meldet, hat der Minister für öffentliche Arbeiten, Tardieu, nunmehr endgültig das Sachlieferungsprogramm für 1928 aufgestellt, das hauptsächlich Arbeiten in den französischen Häfen vorsieht. Die Sachlieferungen, die von Deutschland in diesem Jahre verlangt werden, sind um 200 Millionen höher als im Vorjahr und belaufen sich auf insgesamt 800 Millionen. Gasexplosion ans den Rheinmetallwerken in Düsseldorf. Düsseldorf. 11. Jan. Auf den Rheinmetallwerken ereignete sich gestern eine folgenschwere Gasexplosion. In einem sogenannten Wärmeschrank, in dem Eßtöpfe gewärmt werden, hatte sich auf eine bisher noch nicht geklärte Ursache Gas angefammelt, das explodierte, als der mit der Bedienung des Schrankes betraute Arbeiter sich mit einer kleinen Zündflamme dem Schrank näherte. Die Explosion war derartig heftig, daß die schweren Türen des Schrankes durch den Raum geschlendert wurden. Sie trafen den Arbeiter so unglücklich, datz er auf der Stelle tot war. Am 1. Februar Begegnung Mnssolini—Titnlesc« Bukarest. 11. Jan. Außenminister Titulescu wird am 1. Februar mit Mnssolini in Rom zuwmmen4reffe« und sich von dort aus nach Berlin begeben. Zu dem Besuch des Köuigs von Afghauista« in Rom. Rom, 11. Jan. In den historischen Räumen des Kapitols veranstaltete gestern der Gouverneur von Rom einen feier- lichen Empfang zu Ehren des Königs von Afghamstan. Die Hungersnot in Dalmatien. Wien, 11. Jan. (Funkfpruch.) Wie das „Neue Wiener Tageblatt" aus Belgrad meldet, hat die Bezirksvertretung in Spalato in einer Entschließung die Regierung aufgefordert umfangreiche Getreidelieferungen zur Verfügung zu stellen um der Hungersnot in Dalmatien zu steuern. Dieser Aktion hat sich auch die Bezirksvertretung in Mostar angeschlossen, wo ebenfalls Hungersnot herrscht. Hartnäckige Selbstmordversuche eiues Zuchthäuslers. Kopenhagen, 11 Jan. Ein im Zuchthaus von Herfens untergebrachter Mörder, Jacobsen. hat am Montag den siebenten Selbstmordversuch gemacht, indem er ein Stück Eisendraht verschluckte. Der Zuchthäusler versteht es immer wieder, sich verschiedenerlei scharfkantige Gegenstände zu beschaffen, die er in selbstmörderischer Absicht verschluckt. Bisher ist es stets gelungen, ihn durch sofortige Operation zu retten. Limdbergh auf dem Fluge nach Panama. London, 11. Jan. (Funkspruch.) Oberst Lindbcrqh ist vorgestern von San Joss aus Costarica nach Panama geflogen. Das Grubenunglück in Mnois Bisher 23 Tote geborgen. Renyork, 11. Jan. Rach den letzten Meldungen aus West- Frankfurt im Staate Illinois über das Explofionsunglück ans der Pcabody-Grnbe find bei de« Rettungsarbeite«, bisher 23 Tote geborgen worden. Spiel-lim des Städtischen Theaters Heidelberg. Donnerstag, den 12. Jan. Ans. Abds. 8 Uhr.. Ende gegen 10 Uhr. (Ermäßigte Preise.) „Hanneles Himmelfahrt". Eine Traum- dichtung v. Gerhart Hauptmann Freitag, den 13. Jan. Auf. 1 % Uhr. Ende 10y 2 Uhr. (Abonnement B 15). „Die Fledermaus". Operette in 3 Akten von Johann Strauß. Samstag, den 14. Januar. Auf. abds. 7Vs Uhr. Ende 10y 2 Uhr. Neueinstudiert. (Abon. E. 15.) j5iefco". Ein republikanisches Trauerspiel v. Friedrich v. Schiller. Sonntag, den 15. Fan. Ans. nachm. Uhr. Ende 5y 2 Uhr. Zum letzten Mal«. (Halbe Preise.) „Das neugierige Sttrn- lein". Märchenspiel in 6 .Bildern v. A. Bethe Kuhn. Auf. abds. 1 % Uhr. Ende gegen 10 Uhr. (Außer Adon) „Madame Butterfly". Oper in 3 Akten. Musik o. Giaeomo Puccini. für Donnerstag, den 12. Januar 1928. Berlin (483), Königswusterhausen (1256).. 20.00 Uhr: Russischer Staatschor (ehem. Kaiserlicher Chor). 22.30 Uhr: Funk- Tanzstunde. Breslau (322). 20.00 Uhr: Uebertragung von Berlin. 22.30 Uhr: Tanzmusik. Frankfurt (428.) 13.30 Uhr: Kassel: Mittagsständchen. 15.38 Uhr: Jugendstunde. 16.30 Uhr: Bioliukonzert. 17.45 Uhr: Die Lesestunde. 18.30 Uhr: Borträge. 20.00 Uhr: Uebertra, gung von Berlin. 22.30 Uhr: Uebertragung v. Berlin. Hamburg (394). 20.00 Uhr: Uebertragung v. Berlin. 23.30 Uhr: Tanzfunk. Köln (283). 20.00 Uhr: 4. öffentliches Konzert des Ästerag-Or- chesters. Darauf: Nachtmusik und Tanz. Königsberg (329). 20.00 Uhr: Uebertragung v. Berlin. Leipzig (365). 20.15 Uhr: Volkstümliches Orchesterkonzert. München (535). 19.45 Uhr: Kammermusik, 21.15 Uhr: Puecini- Stunde. Stuttgart (379). 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 18.15 Uhr: Borträge. 20.00 Uhr: Konzert. 21.30 Uhr: Gastspiel Irene Eden. 22.30 Uhr: Uebertragung von Berlin. Daventry-Experimental (491). 19.45 Uhr: Tanzmusik. 22.30 Uhr: Uhr: Konzert. 23.15 Uhr: Orchesterkonzert. Daventry (1600h London (361). 13.00 Uhr: Konzert. 16.00 Uhr: Abendgottesdienst. 17.00 Uhr: Orchesterkonzert. 18.15 Uhr: Kinderstunde. 19.20 Uhr: Leichte Musik. 2045 Uhr: Mozarts Biolinsonaten. 20.45 Uhr: Konzert. 21.40 Uhr: Bratschcn- Konzert. 22.35 Uhr: Bunte Stunde. 23.30 Uhr: Tanzmusik. Paris (1759). 13.30 Uhr: Konzert. 16.40 Uhr: Klassische Stunde. 21. 30 Uhr: Sendespiel: „Luise". Men (517). 19.30 Uhr: „Der Troubadour, „Oper, Musik von G. Perdi. Zürich (588). 20.00 Uhr: Bern: Harfenvorträgc. 20.30 Uhr: Solisten- und Orchesterkonzert. 21.20 Uhr: Konzert der Kapelle Lüthold. Prag (348). 19.30 Uhr: Symphoniekonzert. €. Schick» Uhrmachermeister. SiNShkiM 0. E. ®». Seibt-Vertreter — Lager in Telefunken -Röhren, Anode». Ballerten — TU ml Ncheil Ersatzteilen, Barta-Annmulatorrn-Ladestallon. — Telefou »l». Radis-Literatur, Programm-Zeitschrift» bei g. Doll, vmhhdtz, Smrhei». Neueste amtliche Kurse mitgeteilt von der Bereinsdank. e. <5. m. b. H. Sinsheim, vom 11. Januar 1928. »aleihea: mit AuslosnngSschein ohne AuslosnngSschein Vmkattie :■ Bad. Bank .... Darwstädter- und National baut Deutsche Bank .... DeutjeheBereinsbanl Dresdner Bank Mitteldeutsch« Eredllbank RetchSbanl «... Rhein. Sredllbank . Eüdd. Disconto Ges. BttsactkxiUitiat ln °io 5«,<5 16,55 »n •!» 175 168 105 161 225 162 133 167 tn o/o t arpener Bergbau alt Wefteregeln . . — ManneSmunnröhrcmnerke. . 15» ManSselder Bergb. n.tzütte„w . ls2 Oberschl. Eisend. Bedarf . . — Phönix Bergbau n.Hüllenbettteb ist Sälzwerk Hellbronn . . iss Bereinigte «öntgs- Laurahütte si, 5 o Sktin iRtaft, tUtanntanMin: ■ In o/o aus. «lettv. etammottien . les's» Badenta Wetrcheim .» . Bad Elektrizität Mannheim — Bad Maschinen Durlach . Eementwerk Heidelberg 144,50 Daimler Motoren . . . »».75 Dtsch. Bold- und SUberschetd« »02,25 Eleltr. Licht und »rast . . *14 Emaill. und Stanzwerk Ullrich 2»,75 Farbentnduftrte . . . »7», 75. »uchs Waggon Stammaktien — Gritzner Maschinen Durlach . 125-50 Karlsruher Maschinen . 16.75 »norr Hellbronn . '175 MatnKastwerk« Höchst . ' 12» Reclarsulmer Aahrzengwerlo ° l 00 >» Schlickert Eleltr. Nürnberg . — Selltndnftrte Wolfs . . . SILK. Südd. Zucker . ... He Zellstoff Wakthof Stammakten 86 «Ulen »cntMcs TramaportaUstatte»: tn «X> Hamburg. Am-rik, Paletsahrt »50 HetLelbergkrStlchten» n,Bergbohn»»,75 Norddeutscher Lwgd . . »56,75 Denis«»: «eld Brtel New-Horl » Dollar 4.1155 6.1035 London i Psun» 20.651/» 2» 6»1» Holland »00 Gulden 16 ».» 6 . »6».«o Schweiz 100 Kranes 80.8» 81 oi Wien 100 Schilling 59.»o ;».zz Barts 100 Francs > 0.193 Italien 100 Lire »,.,» 0 » 2 ».»30, Vieh- u. 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