Nr. 33. Jahrgang 1928. Deutscher Reichstag Relchstgasdebatte über die AenS-rung des Mieterschutz- gesetzes. Berlin, 7. Februar. Präsident Loebc eröffnet die Sitzung um 14 Uhr «nd gedenkt des Ablebens des demokratischen Abgeordneten Raschig, auf dessen Platz ein Strauß aus weißen Blumen niedergelegt ist. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung LeS Gesetzentwurfs zur Aendernng des Mieterschutzgesetzes. Danach soll zukünftig der Vermieter das Mietsverhältnis kündigen können. Er läßt in diesem Falle dem Mieter durch das zuständige Amtsgericht ein Kündigungsschreiben zu- tzehen, für das ein bestimmtes Formular vorgesehen ist und das die bestimmte Angabe der Tatsache enthalten muß. auf die die Kündigung gestützt wird. Der Mieter kann gegen die Kündigung beim Gericht Widerspruch erheben. Die Berechtigung wird dann in einem gerichtlichen Güteverfahren nachgeprüft. Versäumt der Mieter die zweiwöchige Einspruchsfrist, so kann der Räumungsbefehl gegen ihn erlassen werben. Mit diesen Aenderungen soll das Mieterschutzgesetz selbst bis zum 31. März 1930 verlängert werben. Abg. Ltpiuski lSoz.) hält eine Lockerung des Mieterschutzes für nicht notwendig. Der Wohnungsmangel sei immer noch katastrophal. Der Entwurf bedeute eine unerhörte Schädigung der großen Masse der Mieter. Die Sozialdemokratie lehne ihn ab und beantrage die unveränderte Verlängerung des Mieterschutzes. Das Mieterschutz- gesetz sei Hanöelsobjekt für das Reichsschulgesetz gewesen. (Hört, hört links und Widerspruch beim Zentrum.) Ein großes Unrecht sei es, daß der Mieter exmittiert werden könne, wenn er nicht sofort Einspruch einlege. Früher habe der Mieter, wenn ihm die Kündigung zugestellt wurde, gewartet, bis der Vermieter den Klageweg beschritt. Diese Mieterentrechtung werde zum Prüfstein für den Bürgerblock werden. Die ganze Neuerung sei eine Spekulation auf die Unwissenheit und Ungeschicklichkeit des Mieters, mit deren Hilfe man die Zahl der Verfahren vermindern wolle. Rcichsjnftizminkster Hergt erklärt, der Vorredner habe kein gutes Haar an dem Entwurs gelassen. Alle Gefahren sehe er in tausendfacher Vergrößerung, die Vorteile sehe er überhaupt nicht. Bei dem Kampf gegen diesen Entwurs handele es sich tatsächlich gar nicht um den vorliegenden kleinen Entwurf, sondern um eine Kampfstellung in den großen programmatischen Fragen: Wohnungszwangswirtschaft und freie Wirtschaft. Sowohl die Mieterverbände, wie die Hausbesitzerkreise gingen ernstlich auf den vorliegenden Gesetzentwurf überhaupt nicht ein. Der Minister stellt fest, daß ihm weit über sechshundert solcher Eingaben aus Hausbesitzerkreisen zugegangen seien. Diese Kampfstellung bringe Einseitigkeit und Uebertreibung des Standpunktes mit sich. Es sei bedauerlich, daß zu der Geißel der ungeheuren Wohnungsnot, unter der das Volk leide, noch die Geißel der Agitation getreten sei. Jede Zwangswirtschaft sei ein Uebel. Der Minister schlägt zum Schluß vor, die Vorlage nicht schon am 13. Februar, sondern erst am 1. April in Kraft treten zu lassen, da die Länder nicht in der Lage seien, die Ausführungsbestimmungen rechtzeitig fertigzustellen. Abg. Domsch-Dresde« fDtnl.) ist mit dem Minister der Meinung, daß die Bedeutung des vorliegenden Entwurfs weit überschätzt werde und daß die große Beunruhigung, die er in der Oeffentlichkeit hervorgerufen habe, unbegründet sei. Abg. Tremmel (Ztr.) erklärt, die Zentrumsfraktion bedauere außerordentlich die Lage auf dem Wohnungsmarkt. Man müsse damit rechnen, daß wir in Deutschland Drei- »iertelmilliouen Wohnungssuchende haben. Der vorliegende Entwurf ändere den Mieterschutz in keiner Weise. Sowohl die Interessen der Vermieter wie die der Mieter seien gr- wahrt. Der Redner bedauert die Gegensätze zwischen Vermietern und Mietern über die Vorlage, stimmt ihr aber trotzdem zu, da es sich nur um eine formale Umstellung des Rechts eine Verbesserung und Vereinfachung des Verfahrens handele. Von einer Lockerung der Wohnungszwangs- wirtschaft könne keine Rede sein. Der Redner nimmt seine Partei gegen den Vorwurf in Schutz, daß sie Grunüstücks- schiebungen und Spekulationen unterstütze. Er wendet sich gegen die Wohnungspolitik der Sozialdemokraten, die daran schuld seien, daß die 8000 Wohnungen in Berlin nicht gebaut werden konnten. Wenn das Mieterschutzgesetz so schlecht ist, so erklärt der Redner, warum hat dann die Sozialdemokratie im Ausschuß für seine Verlängerung bis 1932 gestimmt. Das Zentrum ist sich des rechten Weges bewußt. Der Lasdbote * Si nshetmer Zeitung. Abg. Bult (Dem.) erklärt, man müsse den Mut der Regierung bewundern, daß sie diesen Entwurf nach der allgemeinen Ablehnung durch Mieter- und Vermieterverbände noch im Reichstage eingebracht habe. Der Redner bespricht die schweren Folgen, die die Hirtsiefer-Berordnung nach den Feststellungen des Enqueteausschufles für viele Gewerbetreibende gehabt habe. Den Nutzen hätten meist ausländische Kapitalisten gehabt. Der Redner wendet sich gegen weitere Erhöhungen der Mieten, da sich schon die letzten beiden Erhöhungen schädlich ausgewirkt hätten. Abg. Seiffert sbei keiner Partei) gibt der Regierung den Rat. die Vorlage zurückzuziehen. Mit aller Entschiedenheit müjj'e von der Regierung endlich ein Bauplan verlangt werden, um die Wohnungsnot wirksam zu bekämpfen. Darauf werden die Beratungen abgebrochen. Die Weiterberatung wird auf Mittwoch 14 Uhr vertagt. Schluß 18% Uhr. Besprechungen Groeners mit den Parteiführern Berlin, 8. Febr. Der Reichswehrmiuister Groener hatte gestern nachmittag im Reichstag mit den Führern der einzelnen Parteien Besprechungen, die der Vorbereitung der Beratung des Reichswehretats im Haushaltsausschutz finden. Dabei spielte vor allem auch die Frage eine Rolle, ob und wie die Phoebus-Angelegenheit zur Erörterung gebracht werden soll. Wie verlautet, beabsichtigen die Sozialdemokraten nicht, auf die Besprechung der Phvebus-Angele- genheir zu verzichten, so daß angenommen werden kann, daß auch diese Angelegenheit bei der Debatte über den Wehretat im Haushaltsausschuß am Donnerstag zur Sprache kommen wird. Bezüglich des Liquidgtionsschäüengesetzes ist^noch keine Aussicht aus eine Einigung zwischen den Regierungsparteien und der Regierung geschaffen worden. Die Parteien warten zunächst ab, welche Stellungnahme die Regierung zu der Frage einnehmen wird, ob das vorliegende Gesetz ein endgültiges Schlutzgesetz sein soll oder nicht. Heute haben nur lose Besprechungen zwischen den einzelnen Parteiführern stattgefunöen. Die Verhandlungen der Regierungsparteien mit der Regierung sollen am Donnerstag fortgesetzt werden. Die Verhandlungen der Eisenindustrien Berlin, 8. Febr. Gestern vormittag fanden im Reichswirtschaftsministerium unter dem Vorsitz des Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius und unter Beteiligung der Länderregierungen die angekündigten Verhandlungen mit der eisenschaffenden und eisenverarbeitenden Industrie über die strittigen Fragen in der Preisgestaltung sür die süddeutschen Bezieher statt. Zu Beginn der Sitzung wurde von dem Vertreter der eisenverarbeitenden Industrie die Erklärung abgegeben, daß am Montag, den 8. Februar 1928, eine Einigung über die Gestaltung der süddeutschen Marktverhältnisse zwischen der eisenschaffenden und eisenverarbeitenden Industrie erzielt worden ist. Die Verständigung geht dahin, daß für die Dauer des Bestehens der gegenwärtigen Vertragsverbände für Stabeisen und Formeisen die Grunüpreisspanne zwischen Frachtbasis Oberhausen und Neunkirchen in Höhe von 0 Mark pro Tonne weiterhin unverändert bleibt. Zum Lohnkamps in Mieldentschland Berlin» 8. Febr. Der erweiterte Vorstand des Gesamtverbandes Deutscher Metallindustrieller hat in seiner Sitzung am 7. Februar des Jahres einstimmig beschlossen: 1. die mitteldeutsche Gruppe in dem ihr aufgezwungen ^ t Lohnkamps mit allen ihm zu Gebote stehenden Mittel» zu unterstützen: 2. zu diesem Zweck die vorhandenen Fonds durch eine das gesamte Verbandsgebiet umfassende geldliche Umlage zu verstärken: 3. zur Unterstützung der mitteldeutschen Gruppe zur gegebenen Zeit zur Gesamtaussperrung zu schreiten,- 4. eine Kommission von zwölf Herren aus allen Teilen des Reiches einzusetzen. die mit der Durchführung der beschlossenen Maßnahmen beauftragt und mit allen Vollmachten ausgestattet ist. Kabinettsral über die Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft Berlin, 8. Febr. Gestern vormittag trat unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten von Hindenburg ein Reichskabinettsrat zusammen, um sich über Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft zu beraten. An der Besprechung nehmen auch die zuständigen preußischen Minister teil. Mittwoch, den 8. Februar 1928. protestderfammlinig des l-SringWen Landdmde- Rudolstadt, 8. Febr. In Rudolstadt, dem Sitz des thürtn. gischen Landesfinanzamtes, fand gestern eine Massenkund. gebung des thüringischen Landbundes statt, zu der 83 900 Personen erschienen waren. Zwanzig Sonüerzüge hatten aus allen Teilen Thüringens Demonstranten nach Rudolstadt gebracht. Landtagsabgeordneter Höfer, der thüringische Landbundführer, wandte sich mit äußerst scharfen Worten gegen Parlamentarismus und Parteiwirtschaft, die beide von der Not der Landwirtschaft nichts wissen wollten. Nach der Versammlung zogen di« Demonstranten am Landesfinanzamt vorüber. Eine Delegation übergab dem Amt die schriftlich formulierten Forderungen der Versammlung. Der Rundfunk in Deutschland. Silberne Staatsmedaille für Dr. Bredow. Berlin, 7. Febr. Auf einem Vortragsabend, der gestern statt- fand, schilderte Dr. Bredow von der.Reichsfunkgesellschaft die gewaltige Entwicklung des Rundfunks in Deutschland. Zn Groß-Berlin kamen auf 100 Einwohner mehr als 12 Rundfunkteilnehmer vor London, wo auf 100 Einwohner nur etwa 8, und vor Newyork, wo sogar nur 6 Rundfunkteilnehmer aus 108 Einwohner entfallen. Neben den festangestellten Künstlern im Rundfunk seien noch 24 080 Künstler und 7389 Vortragende in einem Jahr tätig gewesen. An Honorare sür Autoren und Künstler seien im letzten Jahr an 9 Millionen RM. gezahlt worden. Der preußische Knltusminisier Dr. Becker dankte Dr. Bredow für seine Bemühungen um oie Förderung des Rundfunks und überreichte ihm die Silberne Staatsmedaille. Dr. Bredow ist der erste, der damit ausgezeichnet wurde. Die Aollage der Stadl- und Landgemeinde» im befehlen Gebiet Berlin, 8. Febr. Der Reichstagsausschnß für die besetzten Gebiete besprach am Dienstag die Notlage der Stndt- und Landgemeinden des besetzten Gebietes. Staatssekretär Schmied wies darauf hin, daß diese Notlage nicht nur eine Besonderheit des besetzten Gebietes sei. Für die Gemeinde« im besetzten Gebiet kämen zu der allgemeinen Notlage nach besondere Umstände hinzu. Es seien gewisse gemeindliche Aufwendungen aus nationalen Gründen nicht zu vermeide«. Da sei einmal die Frage der Theater und Orchestervereini- gungen und dann die Frage der Verstaatlichung der Pnti- zei. Namentlich die Städte Trier und Koblenz litten schwer. Gin neues Dokument aus der SeparatifkenzeA Frankfurt, 8. Febr. Welch ungeheuerliche» Pläne der Seperattsmus hegte, und mit welchen Mitteln er sich finanzieren wollte, wird ersichtlich aus einer neuen Veröffentlichung, die soeben im Heft 3 der „Beiträge zum Seperatlß- mus in Rheinhessen" erschienen ist. Der Seperatismus hatte leere Kassen. Da zu befürchten stand, daß feine Anhänger beim Ausbleiben von Geldmitteln die Gefolgschaft »ar- weigerten, trugen sich die Seperatistenführer mit dem Gedanken, die Waldungen von Starkenburg, die im besetzten Gebiete lagen, abzuholzen, und das Holz an Frankreich zu verkaufen. Wäre dieser Plan zur Ausführung gekom«en. so hätte man den Grotz-Gerauer Wald nnd einen großen Teil des Frankfurter Staütwaldes — auch an diesen »ar gedacht — radikal beseitigt. Man verhandelte über diesen Attentatsplan gegen die deutsche Forstwirtschaft auch mit der hohen interalliierten Kommission, die jedoch die Erlaubnis verweigerte. Die Hilfe für Ostpreußen Berlin» 8. Febr. Amtlich wird mitgeteilt: Mit Rücksicht auf die durch die Friedensverträge geschaffene einzigartige wirtschaftliche Notlage Ostpreußens war in der unter de« Vorsitz des Reichspräsidenten Ende Dezember vorigen Jahres abgehaltenen gemeinsamen Sitzung des Reichsmjnisie- riums und des Preußischen Staatsministeriums die Notwendigkeit von Hilfsmaßnahmen für diese Provinz grundsätzlich anerkannt worden. Ueber die Durchführung dieser Hilfsmaßnahmen .sind in. der Zwischenzeit eingehende Beratungen unter den Ressorts und mit den Vertretern der ostpreußischen Wirtschaft in Königsberg und Berlin gepflogen worden. Das Ergebnis dieser Verhandlungen bildete gestern den Gegenstand erneuter gemeinschaftlicher Beratungen der Leiden Kabinette unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten. Dabei wurde ein volles Einverständnis über die Hilfsaktion erzielt. Diele zerfällt in ein Svitem von einzelnen Maß- ROMAN ARNO FRANZ Und vom Herrenhaus aus sah eine Frau nach oem brennenden Gebäude hinüber und sah von allem nur den einen! Sah nur den, vor dem sie das Haupt geneigt und die Augen zur Erde gesenkt — den sie gebeten hatte. „Nun habe auch ich meinen Willen und meinen Stolz dahingegeben an dich — dich einzigen. Und du hast ihn nicht verschmäht." Und sie war das erstemal von Herzen wahrhaft froh seit vielen Jahren. Voigt suchte den Schulzen. Er fand ihn vor dem Tor in Gesellschaft des Gendarmen und Hannjörg Hinzelmann Das sah wie Befragung aus, da störte man besser nicht. Im Vorbeigehen hörte er aber Hinzelmann sprechen: „Er hat ja genug Feinde. Ebensogut könnte man sagen, daß Sie es oder Herr Wachtmeister gewesen seien." Und Voigt drehte sich kurz um. „Den", sagte er und zeigte auf Hinzelmann, „können Sie totschlagen — von dem er fahren Sie nichts. Das ist schon «ine sehr dicke Freundschaft zwischen ihm und dem anderen. Vielleicht aber führt das auf die Spur," damit übergab er dem Schulzen ein Feuerzeug und eine Brieftasche. — «Das fand ich am Tatort." Hinzelmann wurde kreidebleich, ^ohrs Brieftasche," stieß er gurgelnd heraus und Voigt setzte hämisch hinzu: „Nichtwahr, das ist sonderbar! — Uebrigens sein Feuerzeug ist's auch." Der Schulze hielt es Hinzelmann hin: „Kennen Sie es?" „Es gehört ihm. Das große S ist auch auf seinen Zigarettenetuis eingraoiert." Da erlaubte sich der Gendarm zu erinnern: „Es durfte wohl unerläßlich sein, Herr Schulz, daß wir ein Protokoll aufsetzen," und der Schulz nickte. „Kommen Sie mit." befahl er den beiden und die vier Männer gingen die Dorfftraße entlang, dem Gemeindeamt zu. Sogar Hannjörg Hinzelmann mit seinen alten lahmen Beinen kielt Schritt. In der Amtsstube knipste Schultheiß Kröber das elektrische Licht an — es war doch schon dunkel geworden — dann setzte er sich auf den kurulischen Sessel, während der Gen- darum ihm gegenüber schreibbereit Platz nahm. Zunächst wurde Hinzelmann vernommen. „Wo haben Sie sich nachmittags aufgehalten?" „Im „Weißen Roß!" „Von wann bis wann?" „Von zwei bis — bis —Er wußte die Zeit nicht und suchte nach einer Umschreibung. „Aha," machte der Schultheiß, aber Hinzelmann wurde bös: „Gar nichts — aha." rief er und fuchtelte dem Gemeinde- oorjteyer mit der Rechten vor dem Gesicht herum, „verstehen Sie. gar nichts aha! Wir sagen die Wahrheit." „Wer — wir?" „Ich!" „Dann raus mit der Wahrheit." Und endlich hatte Hinzelmann die Zeitbestimmung gefunden: „Ich bin weggegangen mit den anderen, als jemand — Feuer — rief." „Wer war das, der rief?" „Bestimmt kann ich das nicht sagen, aber ich glaube es war Voigt." „Ist das richtig," frag Kröber den früheren Hofmeister und Voigt bejahte. Der Schultheiß räusperte sich. Es war ihm unangenehm, daß er voreilig gewesen war, deshalb fuhr er auch freundlicher zu fragen fort: „Nun, sagen Sie, Hinzelmann, wo war Sohr am Nachmittage?" „Zu Hause." „Immer?" „Das weiß ich nicht. Er schrieb, als ich fort ging, wollte aber gegen Abend noch mal an die Lust." „Warum ist er nicht mit Ihnen nach dem Gaschof gegangen?" „Er hätte dort nichts zu suchen, mernte er. Er sei weder Landarbeiter noch Bauer. Er habe keine Veranlassung ein Dankfest zu feiern. Für das, was er in Finkenschlag geerntet habe, erübrige sich jeder Dank." „Sooo?" sagte der Schulz und nickte dem Wachtmeister zu. „Unterstreichen Sie das mal, Herr Gendarm. Es paßt zu dem, was wir vorhin von ihm gehört haben," dann wendete er sich wieder an Hannjörg: „Sie gehen doch sanft nie aus. Warum gerade heute?" „Sohr wollte es?" Wieder tauschte der Schulz mit dem Gendarm einen verstehenden Blick und üher Voigts Gesicht ging ein zufriedenes Lächeln. „Was sagte den Sohr zu Ihnen, als Sie nicht wollten." „Die Leute würden glauben, er halte mich zurück. Es wär genug, daß man ihm nicht grün sei, man brauche nicht auch noch auf mich zu schimpfen. Ich sei nun 'mal Kadenscher Arbeiter und gehöre zum Erntedankfest dahin, wo die anderen auch wären." „Und das Feuerzeug und die Brieftasche erkennen Sie als fein Eigentum?" „Ja!" „So, das wäre wohl alles, was wir zu fragen hätten — oder haben Sie noch etwas, Herr Gendarm?" „Es wäre vielleicht wichtig, zu wissen, wann Hinzel- mann Brieftasche und Feuerzeug zum letzten Male bei Sohr gesehen hat." „Richtig — sehr gut? — Assv Hinzelmann wann war das?" „Noch als ich fortging, lag beides auf dem Tische." Wieder zum Gendarm gewendet, frug der Schulz: „Roch ein« Frage?" „Nein, Herr Schulz." „Dann können Sie gehen, Hinzelmann." Wie ein Wiesel huschte Hannjörg zur Tür hinaus. „Und nun müssen wck einige Fragen an Sie richten, Herr Voigt," leitete Kröber das zweite Verhör ein. „Bitte. Herr Schullheiß." „Aus Heinzelmanns Aeußerung geht hervor, daß Sie den Brand zuerst gemeldet haben." „Ja." „Und wie kam das?" „Wir hatten Vormittag einen Frühschoppen genehmigt und der war etwas lang geworden — so bis Eins. Ln dar Schenke gab es zur Feier des Tages Würzburger. — K/i Uhr. (Halbe Preise (0.40 bis 2.40 Mk.) Mam'zclle Nitouche, Operette in 3 Akten. 12. Febr. Ans. abds. 7sts Uhr. Ende 10>i Uhr. (Autz. Adon,) Madame Butterfly. Oper in 3 Akten. Neueste amtliche Kurse mitgeteilt von der Brreinsbank. e. D. m. b. H. Sinsheim, vom 8. Februar 1928. Snb84 ManneSmunnröhrenwerke. . 150 ManSfelder Bergb. «.Hütte» n> 1 ,7,50 Oberschi. Eisend. Bedarf . . 107 Phönix Bergbau u.Hüttenbetrteb wo Sakzwerk Heilbronn . . .18» vereinigte Königs- Laurahütte — Aktt«» i»k»st». N»ter»eh»>»»sen: in 0-0 Nllg. Slevr. Stammaktien. . 165,25 Bad. Elektrittlai Mannheim . — Bad- Maichiuc» Durlach . . «3 Irmf»otiniftoHn: in 0/0 Hamburg. Amrrik. Polttsahri 15» Heidelberg. Slragen-u.Bergbahn »5 Norddeutscher Lloyd . . >58,25 Soifn: Geld »riet New-Iorl c Dollar »l»>» «,l»5» London r Pfund »o.io 20,44 Holland 100 Gulden ics.r> im.m S chwei, 100 Franks 80.56% 80,7«'/i Wien 100 Schilling 58,9» »»,i> Daris ISO Franc >«.44» 1 , 48» Italien 100 Lire »»,17 22.11 Mannheimer Schlachtviehmarkt. Dem Schlachtviehmarkt am Montag waren zugeführt: 193 Ochsen, 110 Bullen, 295 Kühe. 305 Färsen. 621 Kälber, 99 Schafe, 4003 Schweine. Bezahlt wurden pro 5V Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen 59—62, 42—46, 48—50, 30—4®, 32—36, 30—34; Bullen 52—55, 55-48, 38-44, 32—36; Kühe 46—48, 34-38, 26—80, 16—20; Färsen 61—63, 46—51, 38 bis 42; Kälber —, 72—76, 66—70, 60—04, 50—58; Schafe b 43—48; Schweine —, 61—63, 60—62, 60—61, 57—58, 52—56, 50—54. Marktverlanf: mit Großvieh mittelmäßig, ausverkanst; mit Kälbern mittelmäßig, ansverkirnfi; mit Schweinen mittelmäßig, geräumt. Wetterbericht. Karlsruhe, 7. Febr. Ter hohe Truck hat sich über dem Festland aasgebreitct (maximum in Frankreich über 78® mm), so daß die Druckwellen nunmehr, nördlicher vorliber- ziehen ohne aus unsere Witterung erheblichen Einfluß aus- zuübe». ^I»WlIII»II»IIIII»III»,IIIII»IIIIIit,II„I„„ II«jIIIII,I,WIWII,,INI,,I,U,I»,UMUUIItINll,,lI,l,,l,,II,,WMl,tt»IIII«»MI«MI,II»iIMUMIIIIIIIIllMNMMMIIIIWIII«IWI!»IIlIIlMUMNIWIWNllIIIIUI!MIIIIIlIIUIIIIlIII!IIIlI>III>IIIIIIIiIIIlIII«III!U»W»l!IIII>!I!IIII>NM Großer Masken-Ball des Turnvereins am Samstag, II. Hornung, abends 7 61 Im Saale „zum StadtparR" 2 Kapellen — Saalpost — Saalpolizei — Buntes Allerlei Maskenkarlen Im Vorverkauf ab Freilag, 1V Febr. bei Albert Wickenhäuser. Eintrittspreis für nichtmaskierte Mitglieder einschl. obligatorischer am Saaleingang erhältlicher Maskenabzeichen 50 Pfg. 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