Ccföetet tSgttch «U Ausnahme der Feiertage. Bezugs-Preis: Durch die Post bezogen und durch den Briefträger und unsere Austräger frei ins Lau- monatlich Goldmark 1.20 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. 8» Fällen von höherer Gewalt »«steht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des 'Bezugspreises. Geschäftszeit 1/28 bis 5 Ahr Sonntag- geschloffen. Werusprech-Anschluß 3tr. 468 Postscheck-Konto Karlsruhe Rr. 6868 General-Anzeiger für das^D^Elsenz-un- §äuoarzbaciital Der LanSbote Kettelt» unct verbreitetste Leitung clieser 6egen6. s)aupt-Hn^eigen-81atl MStdenIlled« SeUagen, Neu» ^Nultrlert» » Hu* dem Neid, der Ifiod* • Ratgeber T9r Rau»- und Eand-wtrtTcbatt Anzeigen-Preife: Anzeigen: Die 33 mm breit» Millimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen- Die 92 mm breit» Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- und Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffeste» Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rechnungsdatum oder bei gerichtlich« Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 8 Ahr vormittags; größere Anzeig» müssen am Tage vorher aufgegeben werden. Bank-Konto: Dereinsbank Sinsheim e. G- m. b. L. M 50 Dienstag, den 28. Februar 1928. 89. Jahrgang Italien hat sein Wort gebrochen. Französische Llnlspresse über Südttwt. Pvris, 27. Febr. Während die französische Linkspresse mit erfteulicher Entschiedenheit gegen die italienischen llebergrifse in Südtirol und den Versuch Mussolinis, den Protest des Wiener Parlaments zu einem großen oipiomatischen Zwischenfall aufzu- bauschen, Stellung nimmt, versuchen oie Rechtsblätter den spieß umzudrehen und die österreichische Regierung und mit ihr zugleich oie deutsche Politik für „die neue Zuspitzung der internationalen Situation" verantwortlich zu machen. Ein besonders starkes Stück leistet sich die Likerte, die nicht genug mit der Verdrehung der Tatsachen das österreichische Volk mit den schamlosesten Beschimpfungen überhäuft. Es fei unerhört, erklärt sie, daß die „österreichische 'Republik", die nur vom Bettel und dem allgemeinen Mitleid lebt, und die nur durch die Großmut der Alliierte» vom Hungerto gerettet worden sei, kaum, daß sie wieder etwas zu Kräften gekommen sei, es wage, in Nationalismus zu machen. Hinter ihr stehe natürlich Deutschland, dem der österreichisch« Bettler, nachdem er das Geld der Alliierten genommen habe, nunmehr als Vorspann diene. Zeder Kommentar würde die Niedrigkeit solcher Auslassungen nur abschwächen. Um so erfreulicher ist die nachdrückliche Verurteilung, die die brutale Unterdrückung der deutschen Minderheit in den Organen des demokratischen Frankreich findet. So erinnert heute die Volonte daran, daß im Zahre 1319 Präsident Wilson seinen Widerstand gegen die von Italien verlangte Brenner-Grenze erst auf- gegeben habe, nachdem die damalige italienische Regierung die Zusicherung gegeben habe, die Rechte der deutschen Bevölkerung in vollem Umfange zu achte«, ihr den Gebrauch der deutsche» Sprache und die Beibehaltung der deutschen Schulen zu gestatten. Diese Verpflichtungen seien von den Regierungen Orlando, Nitti, Giolitti und Frota gewissenhaft innegehalten worden. Erst dem Faschismus sei es Vorbehalten geblieben, unter Bruch feierlich gegebener Versprechungen die 200 000 deutschen Bauern mit brutalster Gewalt zu unterdrücken. i Auriti bei Mussolini. Rom, 27 . Febr. Der heute früh in Rom eingetrofsenen italienische Gesandte Auriti hat sich um halb 11 Uhr in den Palazzo Chigi begeben, wo er zuerst eine lange Unterredung über die österreichisch-italienischen Beziehungen mit dem Unterstaatssekre- tär des Aeußeren, Grandi, hatte und später von Musso'ini zur eingehenden Berichterstattung empfangen wurde. Der Regierungschef war bei der um 4 Uhr erfolgten Wiedereröffnung der Kammer nicht zugegen, woraus man schließt, oaß die Beratungen mit dem Gesandten fortdaucrn. In Wien u. Innsbruck fanden Kundgenbngen gegen das Vorgehen in Südtirol statt, die bei den in Wien und in Tirol ansässigen und auch organisierten italienischen Faschisten Unwillen Hervorriesen. So empfand man die Fcwldmesse, die der Südtiroler Pater Innertzofler vor der Wiener Karlskirche im Anschluß an eine Kunogebung für Südtirol abhielt, als eine Herausforderung. Der christlich-soziale Tiroler Anzeiger spricht von einem brutalen Auftreten des italienischen Gesandten in Wien, so zuletzt nach der Debatte über Südtirol. Das Blatt fordert, durch stärkere Mittel das Ausland weiterhin auf die Rot Südtirols aufmerksam zu machen. Wenn man nicht an den Völkerbund als „letzte Instanz" herantreten wolle, um ihn nicht in die Luft zu sprengen, so könnte man doch eine Kundgebung des österreichischen Volkes, etwa- in der Form einer Volksabstimmung Hervorrufen und damit der Welt klar machen, daß doch ein enger Zusammenhang zwischen dem Lose der Südtiroler und dem Schicksal des Völkerbundes besteht. .«-MM Hergt verteidigt bas Notprogramm. Bei glücklicher Verabschiedung des Programms Neuwahlen Ende Mal. Präsident Loebe eröffnet die Sitzung um 18 Uhr. Es kommt sofort zu einem Zwischenfall. Auf der Publikumstribüne erhebt sich ein junger Mann und ruft in den Saal: »Volksvertreter, tut Eure Pflicht. Wir verlangen unser Recht!" Er verläßt dann sofort die Tribüne. Präsident Loebe gedenkt des Ablebens des Abg. Stol- berg-Magdeburg lSvz.), der erst am 21. Dezember für den verstorbenen Abg. Silberschmidt in den Reichstag eingetreten sei. Auf Antrag des Abg. Stöcker (Komm.) wird der kommunistische Mißtranensantrag gegen di: Reichsregierung mit der heutigen Aussprache verbunden. Auf der Tagesordnung steht die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregiernng in Verbindung mit dem Etat des Reichsministerinms des Reichskanzlers «nd der Reichskanzlei. Vizekanzler Hergt stellt zunächst fest, daß der Reichskanzler zu seinem eigenen lebhaften Bedauern heute durch seinen Krankheitszustand verhindert sei, an der Sitzung des Reichstages teilzunehmen und persönlich die Erklärung der Regierung abzugeben. Ich kann aber, so fährt der Vizekanzler fort, die erfreuliche Mitteilung machen, daß die Genesung des Reichskanzler täglich und in günstiger Weise fortschreitet. Der Reichskanzler hat mich ermächtigt, festzustellen, daß er völlig mit der Regierungserklärung übereinstimmt. Durch das Scheitern der Verhandlungen über das Reichsschulgesetz, so erklärt der Vizekanzler dann weiter, wurde die Regierung vor die Frage gestellt, wie die Gesamtheit der ihr obliegen- den gesetzgeberischen Arbeiten nunmehr zu behandeln sei. Zwingende Bedürfniffe, vielfach dringende Not in den verschiedensten Bevölkernngsgruppen und Lebcnsnotwendigkei- te» der Landwirtschaft, zugleich aber auch der Zwang, die Produktivität des deutschen Volkes ans micktigen Gebieten wiederherzustellen und zu heben, erheischen unmittelbare Hilfsmaßnahmen. Dazu trat gebieterisch der Gesichtsvunkt, daß im Interesse der Ordnung unserer Staats- und Finanz- verhältniffe der Etat verabschiedet werden muß. Für das Reichskabinett gab es unter diesen Umständen «nr einen Weg, mit allen Kräften dafür zu sorge«, daß vor dem Aus- einandergchen des Reichstages ein »estnmriffenes Arbeitsprogramm noch durchgeführt werde. Wir haben kein ge- schüftsfiihrendes Kabinett, sondern nach wie vor die ordnungsmäßige Regierung, die die volle politische Verantwortung für ihre Tätigkeit trägt. „ „ _ Die Reichöregierung befindet sich mit ihrer Ausfaffung i» »»Rer Uebereinftimmnug mit dem Reichspräsidenten. Sachlich betreffen die einzelnen Teile des Arbeitsprogramms, abgesehen vom Etat der Liquidationsschädenschlutz- regeluug, eine lmidmirtschastliche Hilfsaktion und Rotmatznahmen für Klein- und Sozialrentner. Durch Erweiterungen an einer Stelle darf die Tragfähigkeit des Gesamtprogramms nicht gefährdet werden. Das Arbeitsprogramm erscheint daher als ein einheitliches Ganzes, das in einem Zuge verwirklicht werde» muß. Aus diesem Gruub« haben die vorbereitenden Gesetzentwürfe eine SchlnUklausel erhalten, wonach der Zeitpunkt ihres Inkrafttretens durch ein besonderes Gesetz bestimmt werden soll. Dieser Zeitpunkt würde bei Annahme des Reichshaushaltsplanes für 1928 auf den 1. April festzulegen sein. — Der Vizekanzler geht dann auf die einzelnen Abschnitte des Arbeitsprogramms ein. Zum Kriegsschäbenschlntzgesetz erklärt der Vizekanzler, daß die Regierung mit Entschiedenheit daran scsthalten müßte eine endgültige und abschließende Regelung zu treffen. Sie hat sich andererseits den Wünschen, wenigstens eine Entschädigung in höherem Ausmaße zu gewähren, nicht verschlossen. Die Reichsregierung ist daher unter möglichster Schonung der Haushalte des nächsten Jahrzehnts in der Bemessung des Gesamtentschäüigungskapitals den Vorschlä- gen des Reichswirtschaftsrats gefolgt. Das bedenket ei« Mehr von rund dreihundert Millionen gegenüber der Regierungsvorlage. Von wesentlicher Bedeutung ist insbesondere die Gewäh- rnng der vollen Entschädigung bei Schäden nicht nur bis zweitausend, sondern bis zu 4500 Mark. Die Erhöhung der Entschädigungsprozente für die Mittelstandsgeschüdigten »nd die Gewährung eines besonderen nach vierzehn Jahren zu tilgenden Wiederaufbauzuschlags für die großen Geschädigten. Die Reichsregierung glaubt, daß auch die Geschädigten diese Vorschläge als eine Tat anerkennum, die zwar nicht die Wunden heilt, aber den ernsten Willen beweist, znm Wiederaufbau der beraubten Existenzen beizutragen. Der Vizekanzler bestritt dann das landwirtschaftliche Notprv- gramm. Er verweist auf das starke Anwachsen der landwirtschaftlichen Verschuldung, die eine ernste Bedrohung «ür die rationelle Fortführung der landwirtschaftliche» Erzeugung bilde. Die Merkmale der krisenhaften Zuspitzung hätten sich in den letzten Monaten bedeutend verschärft. Die Reichsregierung halte daher außer den Aufwendungen im Rahmen des bisherigen Etats eine Reihe weiterer Maßnahmen für notwendig. Für bedrängte landwirtschastlicke Betriebe solle eine Umschuldung von drückenden landwirtschaftlichen Schulden in niedriger verzinslichen Hypothekarkrcdite her- bcigeführt werden. Zu diesem Zweck sollen die territorialen Kreditinstitute durch eine besondere Organisation unterstützt werden, an der auch Reich und Länder beteiligt sind. Um die Durchführung der Umschuldung zu beschleunigen. sollen den Instituten Kaffenvorschnffe in Höhe von zunächst hundert Millionen gewährt werden. Für das landwirtschaftliche Genoffenschaftswesen sollen 25 Millionen im Etat für 1928 bereitgesteltt werden. Zur Forderung des Absatzes von Vieh und Fleisch sollen 22 Millionen durch Uebernahme einer Bürgschaft des Reiches im Haushaltsgesetz sichergestellt und 8 Millionen im Ergänzungshaus- halt 1928 angefordert werden. Neben einer Stabilisierung der Viehpreise sollen die Preisspannen verringert werden. Eine wesentliche Förderung des Absatzes werde auch in der Erweiterung des Einfuhrsystems für die Ausfuhr von Schweinen und Schweinefleisch bestehen. Ein entsprechender Gesehentlvnrf sei dem Reichsrat zngeleitet. Der Rcnten- bankkreüitanstalt solle durch ein besonderes Gesetz die Möglichkeit gegeben werden, die landivirlschaftliche Produktion wirksam zu finaiiziereii. Durch Vereinbarungen in den Ländern sei ferner eine Vereinheitlichung der Handhabung der veterinärpolizeilichen Grenzsperren erreicht worden. Ein gleichfalls dem Reichsrat zugeleiteter Entwurf bcmesse das neue Gefrierfleischkoiltingent auf 50 000 Tonnen, die der minderbemittelten Bevölkerung unmittelbar zugesührt werden sollen. Zur Förderung der Gefügelhaltung und des Eierabsatzes werden eine Million angesordert. Ilm ein sofortiges Einsetzen öffentlicher Mittel zu ermöalicken. werbe ferner ein Notsond von dreißig Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Das vorgeschlagene Programm werde ble landwirtschaftliche Krise nur mildern können. Zu ihrer Beseitigung seien weitere grundlegende Maßnahmen ersorder- lich. Der Vizekanzler kommt darauf aus das soziale Programm zu sprechen. Eine gesetzliche Regelung sei im Augenblick nicht möglich. Die Regierung wolle aber mit Nachdruck darauf hinwirkcn, daß die Kleinrentnerfürsorge überall entsprechend den Reichsgruudsätzen durchgeführt wird. Sie habe bereits dem Reichsrat eine Verordnung zur Aenderuug dieser Grundsätze vorgelegt. Zur Verbesserung der Fürsorge seien im Etat für 1928 bereits 25 Millionen Mark vorgesehen. Darüber hinaus sollten weitere 25 Millionen Mark eingestellt werden, die zu unmittelbaren Beihilfen an die Kleinrentner verwendet werden sollen. Auch die Verbesserung der Renten aus der Invalidenversicherung sei ein Gebot der Stunde. Es werde eine Erhöhung der Steigerungssätze um 40 Prozent vorgeschlagen. Dafür seien hundert Millionen jährlich erforderlich. Die Erhöhung solle am 1. Juli in Kraft treten. Auch für die Augestelltenverfichernng wurde, eine entsprechende Maßnahme vvrgeschlagen. Zur gleichzeitigen Verbesserung der Bezüge aus den sogenannten Werkspensions- .kaffen werden drei Millionen zur Verfügung gestellt. (Als Abgeordneter Rädel (Komm.) „Schwindel" ruft und seinen. Zuruf trotz Ordnungsrufen wiederholt, wird er noch einmal zur Ordnung gerufen.) Zu dem Arbeitsprogramm gehöre auch Verabschiedung des Etats von 1928 und des Nachtragsetats für 1927. Es werde möglich sein, die für die Neuanfordernngett notwendigen Beträge durch gewiffe Einsparungen bei den Ausgaben und entsprechende Erhöhung des Ansatzes für die Zölle auszugleichen. Es erscheine unbedenklich, diesen Ansatz um 150 Millionen zu erhöhen. Im ganze« gesehen, seien die vorgeschlagenen Maßnahmen das Höchstmaß des finanziell Vertretbaren. Zum Schluß weist der Vizekanzler darauf hin, daß sich oer parlamentarischen Erledigung des Arbeitsprogramms, die Auslösung des Reichstages sich anschließen solle. Die Wahlen sollen in jedem Fall in der zweiten Hülste des Mai stattfinden. Diese kurze Frist wird bei höchster geschäftlicher Anspannung starke Anforderungen an das Verantwortungsgefühls des Reichstags stellen. Die Reichsregierung weiß, wie sehr die iveiteren Verhandlungen durch die kommenden Wahle» beeinflußt werden können. Sie wird alles tun, um trotz dieser Schmierigkeiten ihr Programm durchzuführen. Nack dem Verlauf der Verhandlungen mit den Parteien darf sie erwarten, daß der Reichstag diese Notwendigkeit anch seinerseits anerkennen und ihr Rechnung tragen wird. Abg. Stampser (Soz.) wünscht dem' Reichskanzler baldige Genesung. Er wendet sich dann gegen die Bedrückung Südtirols und betont, daß alle Deutschen über die Greife» der Staaten hinaus eine kulturelle und seelische Gemeinschaft bilden. Der Redner kritisiert die Gespräche des Vizekanzlers mit dem afghanischen König, die man nachher amtlich dementiert habe. Die ohne parlamentarische Basis im Raume frei schwebende Regierung, sollte nicht als ihre Aufgabe betrachten, die zukünftige Innen- und Außenpolitik jetzt noch mit dentschnationalen Hypotheken zu überlasten. Die Sozialdemokratie stehe im Kampfe gegen diese Regierung, solange sie existiere. Nicht der Parlamentarismus habe versagt, sondern die Regierung. Das parlamentarische System habe sich überall bewährt, wo die notwendigen Fähigkeiten vorhanden sind. An dem Schutt, der jetzt de» Weg znm Aufstieg versperre, trage nicht die Opposition die Verantwortung, sondern der Bnrgerblock. Abg. von Guerard (Ztr.) erinnert daran, daß der Vizekanzler gesagt habe, die Regierung sei kein geschäftsfnhren- des Kabinett. Demgegenüber muffe er feststellen, daß »«- durch, daß eine der früheren Regierungsparteien die Koali- 3n wenigen Worten Im Reichstag gab Vizepräsident Hergt die Regirrnngs- erklärnng ab. * Der frühere deutsche Botschafter in London, Fürst Sich, nowiki, ist gestern im Alter von 88 Jahren gestorben. * Die Jndmtrie nahm zu den programmatisch«« Erklärungen der deutschen Landwirtschast in einer längeren Sitzung Stellung. * Zwischen Kantonbehörden und dem englischen Gesandte« Lampson haben Verhandlungen über eine englische Anleihe zur Stabilisierung der Machtverhältniff? begonnen. * Die Werkzeugmacher Berlins beschloffen, in den Streik zn treten; zirka tausend sind schon der Arbeit fern geblieben. * Der 55. Ostprcußische Provinziallandtag ist eröffnet worden. Obcrpräsident Tiehr hielt eine lnägeie Rede, die sich mit dem kulturellen »nd wirtschaftlichen Ausbau der Provinz beschäftigte. * Zn der eitländischen Jubiläumsbotschaft melden sich auch estländische Stimmen, die den deutschfeindlichen Wortlaut bedauern. * Im Zusammenhang mit dem letzten Ranbüberfall auf einen Eisenbahnzng in der Nähe von Chicago konnte eine 25köpsig«, aus Männern »nd Frauen bestehende Verbrecher- bange verhaftet werden. Nr. 50. Jahrgang 1928. Der Lasdbote * Sinshemer Zettuag. Dienstage den 28. Februar 1928. rwn gelöst hat, auch die Stellung der Regierung parlamentarisch und politisch eine andere geworden ist. Sie sei zwar nicht dem Worte nach, wohl aber der Sache nach geschäfts- fährend. Mit der Erledigung der Aufgaben, auf die sich die Parteien geeinigt haben, finde auch dieses Kabinett seinen Abschluß. Der Redner betont gegenüber dem sozialdemokratischen Redner, daß dieses Kabinett sowohl auf außenpolitischem wie innenpolitischem Gebiet fruchtbare Arbeit geleistet habe. Es ist nicht richtig, daß die Erledigung dieses Programms erfolgen soll gestützt auf die bisherigen Regierungsparteien. Das entspricht nicht den Vorgängen der letzten Zeit. Nach den beiden Reden, die wir jetzt gehört haben, ist bei meinen Freunden die Hoffnung auf Erledigung des Arbeitsprogramms und des Etats nicht gerade gewachsen. (Hört! hört!) Es ist eigenartig, baß ein Kabinett, das eigentlich gar keine Daseinsberechtigung mehr hat, mit Zustimmung von sieben Parteien des Reichstages Ausgaben von solcher Tragweite noch lösen soll. Da kann man nicht von einem Bankrott des Parlaments sprechen, sondern der Reichstag hat hier ein starkes Verantwortungsbewußtsein gegeben. Wird die Erledigung des Notprogramms wider Erwarten nicht erreicht, dann wird es nicht unsere Schuld sein. Die Reichsregierung will noch einen Personaletat als Ergün- zungsvorlage einbringen. Ich betone schon jetzt, daß meine Fraktion jeder Höherstufung von Beamten ablehnend gegen- gegenübersteht. Die Landwirtschaftshilfe ist notwendig. Wir fordern gebührende Berücksichtigung auch der notleidenden Bauern im Westen und Süden. Der Redner betont, daß der Reichstag nach Ostern nicht noch einmal zusammentreten könne. Abg. Dittman« (Soz.) richtet dann an den Vizekanzler Hergt die Frage, welche Materien auf dem Verordnungswege geregelt werden sollen. Vizekanzler Hergt erwidert sofort, daß lediglich die Aen- derung der Grundsätze für die Kleinrentnerfürsorge im Verordnungswege erfolgen solle. Sonst sei an keiner einzigen anderen Stelle der Verordnungsweg beabsichtigt. Abg. Dr. Scholz (D. Vp.) weist darauf hin, daß das Parlament jetzt wohl zum ersten Male in der Lage sei, seine Pflicht gegenüber der Gesamtheit durch die Tat zu beweisen. Der Redner erkennt die loyale Haltung der Oppositionsparteien an, die hier gleichfalls eine vaterländische Pflicht zu erfülle» hätten. Bedeutende Aufgaben seien noch durch das sterbende Parlament zu erledigen. Der Redner weist besonders auf das Ostprenßenprogramm im Etat hin. Das Kriegsschädeuschlutzgesetz erfülle nicht alle Wünsche, stelle aber für die Zukunft Mittel in Aussicht. Alle Ansprüche für die Kleinrentner halte die Partei fest. An einer blühenden Landwirtschaft habe jeder Wirtschaftszweig ein Interesse. Zur endgültigen Beseitigung dieser Notlage würden noch ganz andere Mittel aufgewendet werden müssen. Der Redner betont, daß durch die Neuanforderungen keine neuen Steuerbelastungen eintreten dürften. Seine Partei werde dem Rufe des Reichspräsidenten folgen und alle Kräfte für die Durchführung des Programms einsetzen. Abg. Dietrich-Baden (Dem.) lehnt es ab, daß etwa auch die Oppositionsparteien jetzt hinter der Regierung ständen. Tie bisherigen Regierungsparteien hätten nach wie vor die Verantwortung zu tragen. Nicht der Parlamentarismus, sondern die gegenwärtige Regierungskoalition habe Bankerott gemacht. Für das Notprogramm sei die Opposition ohne jede Verantwortung. Es sei eine Pflichtarbeit auf allen Gebieten. Die Regelung für die Liquidationsgeschädigten könne man nicht als endgültig ansehen. Das Notprogramm fordere dann sofort 235 Millionen. Es sei sehr merkwürdig, daß dieses Geld plötzlich vorhanden sei, nachdem die Vertre- i ter der Regierungsparteien kürzlich im Ausschuß die etwas rosenrote Schilderung des Finanzministers abfällig kritisiert und schwarz in schwarz gemalt hätten . Die Regierung müsse klipp und klar erklären, wie sic diese Ausgaben decken «volle. Der Redner betont die Bereitwilligkeit seiner Fraktion, an der Verabschiedung von Etat und Notprogramm mitzuarbeiten. Wenn die Regierungsparteien aber glaubten, die unter sich ausgehandeltcn Wünsche von der Oppost- tion erledigen zu lassen und diese zu zwingen, alles zu schluk- ken, so sei dieses Marröoer zu durchsichtig, als daß es der deutsche Wähler nicht verstehen werde. Abg. Drewitz (Wirtschaft!. Ver.) erklärt zur sachlichen Mitarbeit sich bereit. Das Notstandsprogramm dürfe aber nur Nvtstanüsarbeiten enthalten. Die Streichung des Gehalts des Reichskanzlers wird gegen die Stimmen der Kommunisten abgelehnt. Ter Ausschußbeschluß, die Vertretung der Rcichsregierung in München als künftig wegfallend zu bezeichnen, wird ohne beson- j der e Abstimmung bestätigt. Der kommunistische Miß- trauensantrag gegen die Rcichsregierung ^vtrö gegen die \ Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten, Nationalsozialisten und eines Teils der Demokraten abgelehnt. Das Haus vertagt sich Dienstag 14 Uhr. Haushalt für Bersorgungs- und Ruhcghälter, Haushalt des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. König Amanullah besucht die Siemens-Werke Berlin, 28. Februar. Am Montag vormittag besuchte das afghanische Königspaar mit Gefolge die Siemens-Werke. Im Ehrenhof begrüßte Dr. Karl Friedrich von Siemens das Königspaar. Er wies darauf hin, daß die Firma Siemens L Halske vor über achtzig Jahren als erste elektrotechnische Werkstatt der Welt gegründet wurde und sprach weiter von der Bedeutung der Elektrotechnik für die Wohlfahrt jedes Landes. Der König antwortete in afghanischer Sprache und besichtigte eingehend die Fabrikationsmethoden und die fertigen Erzeugnisse der Siemens-Industrie. Die Königin erhielt ein goldenes und silbernes elektrisches Kaffeegeschirr als Geschenk und der König zwei vollkommene automatische Fernsprechanlagen. Fürst Lichnowski t Breslau, 28. Februar. lFunkspruch.) Der frühere deutsche Botschafter in London, Fürst Karl Lichnowski, ist im Laufe des gestrigen Vormittags im Alter von 68 Jahren gestorben. Generalmajor von Greifs __ Generalmajor von Greifs (unser Bild) ist an Stelle des ausscheidenden Generalleutnants von Metzsch zum Inspekteur des Erziehungs- und Bildungswesens und zum Inspekteur der Waffenschulen ernannt worden. Am 24. Februar 1876 in Stuttgart geboren, trat der neue Inspekteur 1894 in das Infanterie-Regiment 126 ein, kam 1906 in den Geueralstab, nahm am Krieg als Generalstabsoffizier des 6 . Reservekorps und der 6 . Armee teil, wurde 1917 Chef des Generalstabes des 15. Reservekorps und erhielt den Pour le Merite. Bon 1919 bis 1923 gehörte er dem Stabe der 3. Division an, kam dann zum Stabe des Infanterieregiments 13, d.ssen Kommandant er später wurden 1926 wurde er zum Laudeskommandante» von Württemberg ernannt. November 1927 zum Generalmajor befördert. Wahtterror in Pommerellen Danzig, 28. Februar. In Neustadt fand am Sonntag eine deutsche Wühlerversammlung statt, die, wie erst kürzlich eine gleiche Versammlung in Bi^chau, von den Polen gesprengt wurde. Die Versammlung, auf der u. a. die früheren deutschen Sejmabgeordneten Grübe und Pankratz sprechen sollten, dauerte nur zwanzig Minuten, da sofort nach ihrer Eröffnung ohrenbetäubender Lärm, Pfeifen und Johlen einsetzte und zwar besonders von Seiten polnischer Aufständischer und Westmärkler, welche die Referenten am Reden hinderten und verlangten, daß polnisch gesprochen werde. Ein polnischer Sozialist, der die Tobenden beruhigen wollte, wurde niedergeschrien. Obwohl von ungefähr tausend Personen besucht, war die Versammlung ohne polizeiliche Ueber- wachung. Der anwesende Vertreter des „Starosten" und der Bürgermeister mit seinen Beamten gefielen sich in der Rolle von Provokateuren und spendeten den Ruhestörern Beifall. Ein von Birchau mit Lastautos zur Versammlung gebrachtes Sprengkommando half, verstärkt durch Angehörige des Neu- stadter Emigrantenlagers mit seinem Inspektor, das Werk vollenden. Als die Polen das Rota-Lied und „Noch ist Polen nicht verloren" gesungen hatten, versuchten die deutschen Redner, sich noch einmal, allerdings vergeblich. Gehör zu verschaffen, so daß nichts anderes übrig blieb, als die Versammlung mit einem Hoch aus die deutsche Litte sut scklietten. Die Industrie zu den programmatischen Erklärungen der LandwirWast • Berlin. 28. Februar. Ende voriger Woche beschäftigten sich die maßgebenden Kreise der Industrie mit dem programmatischen Erklärungen des deutschen Landwirtschaftsrates und -es Reichslandbundes, um zu den Forderungen der Landwirtschaft Stellung zu nehmen. Die Besprechungen werden fortgesetzt. Die Reparationslieferungen im Januar 1928 Berlin, 28. Febr. Für Frankreich haben im Monat Ja. nuar 1928 176 Verträge — 7 Nachträge mit WerterhShnugen und sieben Nachträgen mit Wertminderungen — die Genehmigung erhalten. Unter Berücksichtigung der Nachträge stellt sich der Wert der 176 Verträge auf 24,6 Millionen Reichsmark und der Wert sämtlicher seit dem Inkrafttreten des Dawesplanes für Frankreich genehmigten Sachkiefe- rungsverträge auf 762,7 Millionen Reichsmark. Für Belgien sind im Monat Januar 1928 212 Verträge ohne Kohle und Farbstoffe im Werte von 9,8 Millionen Reichsmark genehmigt worden. Unter diesen Verträgen befinden sich elf Zusatzverträge in Höhe von acht Millionen Reichsmark, fo daß das Januarsalöo auf 1,8 Millionen und die Gesamtsumme der seit "Inkrafttreten des Dawesplanes genehmig- ten Verträge sich auf 131 Millionen Reichsmark beläuft. Mister Dr.pettesru an die deutßhe Der neuernanute rumänische Gesandte in Berlin veranst.rtteic einen Empfangstee. zu dem er einige Vertreter der Berliner Presie geladen hatte, um mit ihnen in persönliche Fühlungnahme zu treten und ihnen eine kurze übersichtliche Darstellung der Berhält- uiffe Rumäniens und der Beziehungen seines Landes zu Deutschland 41 t geben. Unser Berliner diplomatischer Korresooudeut hatte den Vorzug, sich mit dem Gesandten in längerer Unterhaltung besonders eingehend mit diesen Fragen zu befassen. Wir geben im nachfolgenden die Ansprache des Dr. Perrescu-Eom- nen wieder. Die Schriftleitung. Es ist mir nicht zuletzt daran gelegen, Ihnen als Vertreter der öffentlichen Meinung heute die außergewöhnlichen Ent- wicklungsmöglichkeiten in Erinnerung zu bringen, die sich auf politischen, industriellen und finanziellen Gebieten in Rumänien ergeben. Ich sage „in Erinnerung bringen", weil in Wirklichkeit niemand unser Land in Europa so gut kennt wie Sie. Vielleicht haben Sie es aber vergessen, was weder in unserem, noch in Ihrem Interesse liegen dürfte. Täglich muß ich sowohl bei Ihnen als auch bei anderen Ländern Westeißropas feststellen, wie wenig Sie über die tatsächlichen jetzigen Verhältnisie Rumäniens unterrichtet sind, und wie gering die Zahl derer ist, die wirklich und in ernster Weise wiffen, was unser Land bedeutet und was es noch bedeuten kann. Sehen Sie nicht auf unsere inneren Streitigkeiten! vergessen Sie nicht, daß unsere lateinische Abstammung unseren Auseinandersetzungen einen übertriebenen Schwung verleiht. All diese Kämpfe sind durch die grundlegenden Aenderungen im politischen und sozialen Leben eines Volkes, wie das nnsrige ist, bedingt. Wir sind ein Volk, das sich aus sich selbst besonnen hat und sich einen Platz unter den Völkern verschaffen will. Unsere innerpolitischen Kämpfe sind viel oberflächlicher, als man im Ausland zu glauben geneigt sein mag, und das rumänische Volk, das als solches in seinen Gefühlen und Bestrebungen einig ist, schreitet, wenn auch langsam, so doch ständig und sicher vorwärts, auch wenn die äußeren Umstände nicht gerade günstig sind, weil es in seiner Mehrzahl konservativ, geüuldsam und staatspolitisch verständig ist. Wenn mau sich im westeuropäischen Ausland mit Rumänien beschäftigt, sollte man niemals vergessen, daß das rumänische Volk heute rund 18 Millionen Einwohner besitzt, also die Hälfte des französischen Volkes, und daß es sich in fünf Jahren um eine Million vermehrt hat. Bei dem Geburtenüberschuß, bei dieser Arbeitsamkeit, Ausdauer und Mäßigkeit der großen Mehrheit des Volkes bei den ungeheueren Reichtümern des Bodens, bei seiner uatür- lichen Intelligenz, seinem Kunstsinn und seinem unwiderstehlichen Drange nach Wiffen darf ich wohl ohne übertriebenen Optimismus behaupten, daß unser Volk berufen ist. eine bedeutende Rolle im wirtschaftlichen, politischen und Werners Werbung. Roman von George Manville Fenn und Carl Johannes. „Ja, es iji ooo) wahr, imo icy senke nicht mehr a» iolche Torheiten als du." Sie wollte noch mehr sage«, Ihre Kusine umerbrach sie jedoch mit den Worten: „Sei doch still und komm! Papa wird dich sonst noch hören!" „Nun, vermutlich wünscht er doch auch sein liebes Töch. terchen bald verheiratet zu sehen." „Du denkst an nichts anderes. Mary, als an Verehrer." „9hm, weshalb nicht. Klara?" meinte das Mädchen mil einem Seufzer, während sich ihre sonst so übermütig blickenden Augen trübten. „Man sehnt sich stets nach dem Unerreichbaren. Niemand wird mich semals lieben, weshalb sollte ich mich da nicht freuen, wenn ich sehe, wie dich jemand liebt?" „Meine süße Mary, ich liebe dich herzlich und innig!" „Ja, Liebling, du bist mir wie eine Schwester: du hast «ich armes, buckeliges Wesen wirklich lieb." „Liebe Mary, du solltest die unglücklichen Folgen des Kalles, den du als Kind getan, nicht noch schlimmer ma. chen. als ste sind." t „Weshalb denn nicht? Aber ich meinte auch nur, daß kein hübscher, junger Mann wie Arnold Werner je Verlangen tragen wird, mir —* „Willst du wohl still sein, Mary! Weshalb redest du immerzu von Herrn Arnold Werner? Uh necke dich doch nie wegen deines hochangesehenen rechtskundigen Herrn Verehrers!" Sie waren jetzt schon mehrere hundert Schritte von dem großen, ganz aus grauen Granitquadern errichteten Schloß entfernt, welches vor etwas dreißig Jahren auf einer geräumigen Felsterrasse der llferklippe im Stil einer ölten normannischen Veste erbaut worden war. „Sieh doch, wie großartig das Schloß sich von hier ousnimmt". sagte Maru Dillon. als ste im Beoriks waren. m die Schlucht zu treten. „Hast du seit der Rückkehr von unserer Reise nicht öfter das Gefühl, als wären wir zwei verzauberte Prinzessinnen, die in diesem schrecklichen Gemäuer eingekerkert sehnsüchtig daraus warten, daß ein tapferer Ritter komme und sie aus den Klauen des men- schenfresterischen Onkels Gartram befreie? Doch nun laß uns keinen Unsinn mehr reden, sondern komm!" Sie wunderten fast eine halbe Stunde weiter, bis der Pfad sich wieder nach rechts wandte und sie einen steilen Abhang hinab an das Ufer eines Baches führte. Während sie die tiefe Schlucht, welche er durchstoß, hinabstiegen, plauderte Mary besonders heiter und lebbaft. Weit unter ihnen strömte rauschend der kleine Fluß dahin, bald Stromschnellen, bald Wasserfälle bildend, während stellenweise Bäume über ihn herüber hingen und das Wasser in ihrem Schatten beinahe schwarz erscheinen ließen. „Wir werden noch reichlich Zeit haben", sagte Mary, „da schlage ich vor. daß wir uns hier irgendwo aus einen Felsen setzen." „Nein, hier nicht", erwiderte Klara hastig, und fügte dann, als sich ein eigentümlich schwirrendes Geräusch hö- ren ließ, in aufgeregtem Flüstern hinzu: „Nein, Mary, das ist wirklich zu grausam, weshalb hast du mich hierher gebracht?" „Weil es für Adam nicht gut war, allein im Paradiese zu sein. Da ist der arme Adam allein mit Angeln beschäftigt, um sich die Zeit zu vertreiben. Das Paradies hier in der Schlucht ist sehr hübsch, aber langweilig — also tritt du setzt ein, Eva! So, liebe Klara, nun zeige dich unseres Geschlechts würdig. — Vorwärts!" Drittes Kapitil. Ein «nanaenebme Neberrasbuna. Narman Gartram nahm wieder Platz, blickte finster auf seinen Werkführer und fragte: „Nun — was wollen Sie?" „Ich komme wegen des großen Felsbocks an der Ecke — es ist Seit, daß er aelvrenat wird." „Dann lassen Sie ihn sprengen. Passen Sie ja aus> daß die Leute die Bohrlöcher tief genug machen." „Ich werde ihn mit Dynamit sprengen." Der alte Herr wurde dunkelrot vor Zorn, die Adern »uf seiner Stirn schwollen an, und er begann mit don- nernder Stimme: „Ein für allemal —" „Schon gut. Sie brauchen sich nicht aufzuregen", unter- brach ihn der Werkführer dreist, „sonst könnten Sie wieder nnen Ihrer Anfälle bekommen, und es wäre doch schade, wenn ein Mann wie Sie sich sein Leben mutwillig ver» kürzte!" „Jsaac Woooham! Schließlich werden Sie mich noch jo reizen, daß ich Sie zu Boden schlage. — Frecher Kerl! — Und mm Horen Sie. was ich sage. Ich habe Ihnen schon Küher erklärt, daß ich Anwendung von Dynamit in meinen Steinbrüchen nicht dulde: ich will, daß meine Ar- best so getan wird, wie sie stets geschah, mit Sprengpulver. Der erste, der es wagt, jenes verruchte Zeug anzuwenden, wird sosorl entlassen." „Dynamit ist bester und wirksamer", murrte der Werkmeister widersetzlich. „Es ist mir ganz gleich, der Felsblock wird mit Pulver gesprengt, wie es bisher stets geschah. Ich will nicht das Löben meiner Leute aufs Spiel setzen. Jetzt geht!» „Schon gut! Ich werde gehen und meine Arbeit or- dentlich verrichten", murrte der Mann und verließ das ^^domann Gartram, der „König des Granstschlwses". wie er in Manmouth genannt wurde, lauschte den Fußtritten des Werkführers, bis sie nicht mehr zu gören wa- ren. und legte seine Hand dann leicht gegen die Schläfe, während sein Gesicht noch immer eine tiefe Röte -eigte. „Etwas heiß", stüsterte er vor sich bin. „Wieder ein Anfall? Grund genug, einen Anfall zu bekommen, wo so zu einem gesprochen wird, wie von diesem frechen Schur- ken. Die Kerle sind einfach durch zu viel Güte verdorben: das ist das Ganrel — Was rum .{Senfer wollt Jbi !eöt noch?" * & * * « Nr. 50. Jahrgang 1928. ruuureueit Leven von Mitteleuropa nnö dem nahen Osten zu spielen. Es ist klar diejenigen, welche rechtzeitig diese Tatsachen erkennen und zuerst auf dem rumänischen Markte erscheinen, werden zusammen mit uns aus dem dauernden Fortschritt des Landes Nutzen ziehen. Darum vergeffen auch gerade Sie Deutsche nicht, was für einen günstigen Absatzmarkt unser Land für Ihre Industrie darstellt. Ich meine, es könnten Millionen Arbeitslose ihr tägliches Brot finden durch den Verkauf der deutschen Jndustrieerzeugniffe in dem Augenblick, in welchem die Beziehungen zwischen Deutschland und Rumänien so sein werden, wie sie sein sollten. ,Jch bin als Gesandter nach Deutschland gekommen mitdem Aufträge und dem persönlichen Wunsche — soweit es meine bescheidenen Mittel erlauben — die Vergangenheit ab z u s chli e ß" n und die normalen Beziehungen zwischen Deutschland und Rumänien wiederherzu st eilen. Ich bitte Sie, die deutsche Presse, inständig um Ihre Unterstützung zum Wohle unserer beiden Länder. Und nun noch eins! Ich weiß, es wird Ihnen ganz besonders am Herzen liegen, darüber etwas von mir zu hören. Es ist die sogenannte Minoritäteufrage. Da ich in den letzten Jahren Gelegenl'ell -f:nte. mich näher mit dieser -Frage zu befassen, möchte ich mir gestatten auch dazu noch kurz mit einigen Worten Stellung zu nehmen. Was man auch gegen die rumänischen Regierungen der Nachkriegszeit anführen mag und was auch da und dort über unsere Politik gegenüber den nationalen Minderheiten -gesagt wird, so kann ich mit gutem Gewissen behaupten, daß es der größte Fehler sein würde, wenn wir unsere Minderheiten dieselben Leiden empfinden ließen, die unser Volk jahrhundertelang hat ertragen müssen- Das Prinzip, das die große Mehrheit unserer verantwortungsbewußten Politiker leitet, ist die volle Entwicklungsfreiheit aller Minoritäten im Rahmen des Staates unter der Bedingung der Verfassungstreue. Die Mißverständnisse der unmittelbaren Nachkriegszeit sind endgültig vorüber. Wir schauen mit guten Hoffnungen auch hier in die Zukunft und sind überzeugt, daß wir auch auf diesem Gebiet staatspolitischen Werdens eine gute Ernte haben werden. Die Wut des schlechten Gewissens. Haag 27. Febr. Die gesamte holländische Presse behandelt heute abend die von der Agenzia Stesani lanzierte Drohung Mussolinis, daß er den italienischen Gesandten aus Wien abberufen werde. Alle Zeitungen stellen sich einmütig auf die Seü« der unterdrückten Südtiroler. So schreibt das Handelsblad u. a.: Di« Mrtzhandulng von SLdtirol bleibt ein ernster Fehler der italienischen Politik. Ob nun in Wien ein italienischer Gesandter sitzt oder nicht, die Annektierung des in seinem Wesen deutsche» Südtirol war e«i Unrecht. Me in Italien herrschende Wut gegen Dr. Seipel ist die Wut des Wechten Gewissens. Der Telegraaf schreibt, daß Italien sich durch seine politischen Maßnahmen in Jugoslawien, in Albanien, in Sachen des Szent-Gotthart-Iwischenfalls derart unbeliebt gemacht hat, daß Mussolini sich hoffentlich nicht zu weiteren Handlungen in einer Angelegenheit hinreißen lasse, oie für sein Land von sekundärer, jedenfalls nur von intern-administrativer Bedeutung fei. Auch eine Folge der Szent-Gotthard-Affare Nervenzusammenbruch eines Sachverständige«. ., Budapest, 27. Februar. Der Sachverständige des ungari- Ichen Kriegsministeriums bei der Zerstörung der Maschinengewehre in Szent Gotthard, Hauptmann Lvmbos.-hat infolge der Aufregungen, die seine ungewöhnliche Mission mit sich brachte, einen Nervenzusammenbruch erlitten und mußte in eine Nervenheilanstalt in Steinamanger überführt werden. Die Gemeinderalswahlen in Hagenau Paris, 28. Februar. Ueber die Wahlen zum Gemeinderat berichtet von der heutigen Morgenpreffe nur „Petit Journal", wonach die Wahlbeteiligung eine sehr gute gewesen sei. Bis Mitternacht hörte nmn nur Teilergebnisse. Es verlautet, daß von den 27 Gemeinderüten 10 Mitglieder auf die Liste des früheren Bürgermeisters Weiß und 5 Mitglieder auf die Liste der nationalen Eintracht entfallen. Da durch den gestrigen Wahlgang keine absolute Mehrheit erreicht wurde, dürste ein zweiter Wahlgang notwendig werden. Die Gerüchte um Tanger Paris, 27. Febr. lFunkspruch.s Einer Meldung aus Tanger zufolge erhebt sich dort das Gerücht, daß zwischen Frankreich und Spanien ein Abkommen zustandekam, dessen hauptsächlichste -Klausel Spanien die Kontrolle über die neutrale Zone geben soll. Nach Berichten soll der Sultan von Marokko sich nicht anschicken, Tanger einen offiziellen Besuch aüzustatten. Die Nachricht von diesem Besuch wird in den offiziellen Kreisen mit großer Begeisterung ausgenommen. Man glaubt, daß ein derartiger Besuch ein internationales Ab- komemn über Tanger schwierig machen würde, indem man hervorhebt, daß eine günstige Aenderung nicht stattfinden könne, sobald zwei Verwaltungen, die eine europäisch, die andere marokkanisch, sich in die Leitung der Tangerangelegenheiten teilten. Die Botschafter v.Hoefch und v.Aeurath bei Dr. Stresemann Paris, 27. Februar. Der Pariser deutsche Botschafter Herr von Hoesch und der römische Botschafter Herr von Neurath trafen gestern vormittag, wie aus Nizza gemeldet wird, in Kap Martin ein. Die beiden Diplomaten nahmen an einem von Dr. Stresemann gegebenen Mittagessen teil, zu dem auch der frühere Reichsfinanzminister Dr. Reinhold geladen war. Das „Journal" will wissen, daß sich die Besprechungen hauptsächlich auf die Szent Gotthard-Affäre bezogen, wobei die beiden Botschafter den Reichsaußenminister über die Auffassung der Regierungen von Paris uyd Rom unterrichteten. Da der französische Außenminister am 4. März in Genf eintrifft, beschloß Dr. Stresemann, seinen Aufenthalt in Kap Martin bis zum 3. März zu verlängern. Argentiniens Vertreter bei der Abrüstungskonferenz Buenos Aires, 28. Februar. Wie die „Prensa" meldet, wurde zum argentinischen Bevollmächtigten bei der Abrüstungskonferenz des Völkerbundes der Oberst Francisco Faffola Castano ernannt, der sich bereits nach Europa ein- Seschifft hat. Sin deutscher Kulturfilmerfotg Newyork, 28. Febr. lFunkspruch.s In Washington fand die Erstaufführung eines neuen Landwirtschaftsfilms der Retchszentrale für Verkehrswerbung in Anwesenheit fremder Der Landvolk » Stnshevaer Zriwaz. Diplomaten und amerikanischer Regiernngsvertreter statt. Tie Vorstellung fand zu Ehren des neuen deutschen Botschafters statt. Sie wurde geleitet von Ernst Schmidt, dem Leiter de sNewyorker Büros der Reichszentrale. Der Film selbst, der mit seinen herrlichen Landschaftsbildern Amerika für Deutschlandreisen interessieren soll, wurde sehr beifällig ausgenommen. Baden. Die Arbeitsmarktlage in Südwcstdeutschland. Gemessen am Umfang der Erwerbslosigkeit hat sich die Arbeitsmarktlage in der Zeit vom 16. bis 22. Februar 1828 im Endergebnis ganz unwesentlich verändert: in Baden noch eine geringfügige Zunahme der Unterstützungsempfänger- zfifer jaus Arbeitslosenunterstützung und Krisenunterstützung zusammen) von 43 229 auf 43 561, in Württemberg ein- schlißelich Hohenzollern bereits eine schwache Verringerung von insgesamt 23 054 auf 22 616. In seiner inneren Gestaltung wandelte sich der Arbeitsmarkt allerdings in diesen Tagen insofern mehrfach, als sich der Lohnkampf in der Metallindustrie in dieser wie in verwandten Gruppen ganz beträchtlich auswirkte, während andererseits der Umschwung zur besseren Witterung zu einer mäßigen Belebung der Nachfrage nach Arbeitskräften im Baugewerbe und in den verwandten Gruppen und damit wieder zu einem Ausgleich auf dem Gesamtarbeitsmarkte führte. Aus Nah und Fern. * Sinsheim, 28. Febr. (Fliegernotlandung.)' Gestern Dor- mittag kurz vor 12 Uhr mußte der Flugschüler Wieser aus Ep- pingen, auf seinem Flug von Mannheim nach Stuttgart wegen Bruchs der Benzinzufuhrleitung eine Notlandung unterhalb der Blechwarenfabrik Maier vornehmen. Nach Wiederherstellung des Fehlers wurde nachmittags ein Probefiug unternommen, der aber zu einer nochmaligen Landung führte. Der endgültige Start dürfte heute noch stattfinden. j Sinsheim, 27. Febr. (Ein Hirtenbrief über die Ehe.) In den Kirchen der Erzdiözese Freiburg wurde am gestrigen Sonntag ein Hirtenbrief des Erzbischofs Earl verlesen, der sich mit den Problemen der heutigen im Gegensatz zur katholischen Glaubenslehre stehenden Ehe befaßt und zunächst auf Bedeutung und Aufgabe der Ehe eingeht, die in der Fortpflanzung und Erhaltung des menschlichen Geschlechtes sowie gegenseitiger Hilfeleistung und würdiger Ordnung des innigsten Verkehr liege. Es wird auf die von Gott gewollte Einehe, die Verbindung zwischen eitlem Manne und einer Frau, hingewiesen, die sich auf gegenseitige Hochachtung und nicht die Launen der Sinnlichkeit gründen müsse. Ein dauerhaftes Eheglück könne nur dort bestehen, wo jeder Teil auf der unbedingten Forderung der Unauflöslichkeit der Ehe, nicht zuletzt aus Gründen der Erziehung der Kinder, besteht. Der Hirtenbrief weist auf die mit einer Ehescheidung verbundenen Gefährdung der Erziehung und Sittlichkeit der Heranwachsenden Jugend hin. Der Hirtenbrief setzt sich sodann mit den zumeist völlig unzureichenden Ursachen der heute so häufigen Ehescheidungen auseinander, in deren Folge die Frau in den meisten Fällen der verlierende Teil sei, da eine Ehescheidung für sie den Ruin der Existenz, Vernichtung des Lebensglückes und Aufgabe des Mutterschutzes bedeute. Jede Erleichterung der Ehetrennung bahne den Weg zum Untergang des Volkes, wie ihn das römische Reich vor Christi erlebt habe. Darum müsse sich jeder Mensch prüfen, ob er den Forderungen für eine gute Ehe entspreche. Schon Apostel Paulus habe gelehrt, daß ein W4ib, das sich rkm Manne trennt und verheiratet bleiben muß, da es gebunden bleibt, solange der Mann lebt. Zur Wahrung einer ungetrübten Ehe gelte cs, feindselige Menschen dem Hause fern zu halten, sich sein Heiligtum nicht angreifen noch entweihen zu lassen durch unnitliche Bücher, Schriften und Blätter. Mr Hirtenbrief schließt mit oer Mahnung, die Ehe richtig aufzufassen und gewissenhaft ihre Pflichten zu erfüllen, um sie glücklicher zu gestalten, als sie tatsächlich sind. t Sinsheim, 27. Febr. (Pilgerfahrten.) Die Pilgerfahrten des Deutschen Charitasverbandes gehen auch in diesem Jahre wieder nach Lourdes, dem hl. Land und Rom. Die Lourdesfahrt findet statt vom 18. bis 25. April, die Fahrt nach Palästina vom 2. Mai bis 6. Juni und die Romfahrt vom 10. bis 21. September. Auch diesmal ist der Deutsche Charitasverband bemüht, diese Pilgerfahrten in allerbester Weise durchzuführcn. Anmeldungen und Prospekte bei allen Charitasstellen sowie oem Deutschen Charitasverband, Berlin N 24, Oranicnburaerstr. 13. Z Waldangelloch, 27. Febr. (Vom Bllrgerausschuß) wurde die Erbauung einer Wasserleitung mit einem Kostenaufwand von ca. 80 000 Mark einstimmig genehmigt und zwar vorbehaltlich eines angemessenen Staatszuschusses. — Am Dienstag verläßt Frl. Käthe Geibel unser liebes Angelbachtal, um sich in Sacra- mcnto, wo schon viele ehemalige Angclbacher sich angesiedelt haben, eine neue Existenz zu grünoen. t Neckarbischofsheim, 27. Febr. (Erbauung einer Krieger- Ehrenhalle.) Die öffentliche Versammlung im Kronensaal zur Werbung für die Erbauung einer Krieger-Ehrenhalle nahm einen- eindrucksvollen Verlauf. Der Musikverein und der Singvereiit schufen durch schöne Musik- und Liedervorträge einen würdigen Rahmen. Den Mittelpunkt der Veranstaltung bildete der Bortrag des 1. Vorstandes des Kriegeroereins, Herrn Albert Schmidt, dessen Ausführungen sehr beisällig ausgenommen wurden. Weiter befürworteten die Gcmeinderäte, Herr Ruppert und Herr Schieck, sehr den Plan. Eine besondere Freude bereitete ein in Karlsruhe wohnender Neckarbjschofsheimcr, Herr Hotz, der energisch versprach, für die wirklich ideale, einzigartige Idee, bei der Karlsruher Landsmannschaft zu werben. Es bestehen drei Möglichkeiten das Werk zu unterstützen: 1. Die Kriegerehrungs-Spar- einlagen, 2. Einmalige Spenden, freiwillige Arbeitsleistungen und 3. die Mitgliedschaft des Kriegcrehrenfonds. oo Fttlingen, 27. Febr. (Kriegerbuno.) Eine gutbesuchte Generalversammlung hielt oer hiesige Kriegerbund in der Wirtschaft zur Eisenbahn ab. Nach einer Begrüßungsansprache durch den Vorsitzenden, Herrn August Müller, ging man zur Tagesordnung über. Den Jahresbericht erstattete oer Schriftführer Herr Lehrer Hak, üen Kassenbericht Kassier Ludwig Größte. Dem Kassier wuroe Entlastung erteilt. Durch Todesfall hat der Verein 4 Mitglieder verloren, 3 Mitglieder durch Wegzug, welch letztere durch Zuwachs ersetzt werden. Am kommenden Sonntag beteiligt sich der 'Verein an der anläßlich des Bolkstrauertags unter Beteiligung sämtlicher Vereine am Kriegerdenkmal stattfindcnden Gedächtnisfeier. O Rohrbach b. E-, 27. Febr. (Einbruch.) In einer hiesigen Wirtschaft wurde eingebrochen und Geld gestohlen. Die Gendarmerie hat einen veroächtigcn Raubvogel cingcfangcn und in den Käfig gesetzt! Ja, die Fastnacht kostet Geld! » Treschblingen. 27. Febr. (Vom Zug überfahren.) Von schwerem Leid wurde am Samstag die Familie des Gutsverwalters Walter, hier getroffen. Zwei der Töchter waren in Heilbronn um Geschäfte zu erledigen. Als sie abends die Heimfahrt vom Bahnhof Sülmertor aus antreten wollten, nahm die jüngere Tochter Ella kurz vor der Ankunft des Zuges gewahr, daß sie sich auf dem unrichtigen Bahnsteig befand. Sie wollte sich durch Ueberschreiten der Gleise auf den richtigen Bahnsteig begeben. In demselben Augenblick passierte ein Eilzug, vom Dienstag, den 28. Februar 1928. Hauptbahnhof kommend, die Station. Die Lokomotive erfaßte unglücklicherweise, als oas Mädchen bereits schon den Bahnsteig erreicht hatte, die Kleider, wodurch es unter die Maschine ge siet und in schrecklich verstümmeltem Zustande nur noch als Leiche hervorgeholt werdea konnte. Der so schwer betroffenen Familie wendet sich allgemeine Teilnahme zu. P Meckesheim, 27. Febr. (Bekämpfung der Tuberkulose.) Bei zahlreicher Beteiligung aller Schichten der Ortsbevölkerung hielt heute Abend Dr. med. Kausch im Saale des Gasthauses zum Ochsen einen Lichtbiloervortrag über die Bekämpfung der Tuberkulose. Man kann solche aufklärenden Veranstaltungen im Interesse unserer Volksgesundheit nur begrüßen, wenn man bedenkt, daß diese Bolksseuchc alljährlich eine erschreckende Zahl Opfer erfordert. Der Vortragende gab in gemeinverständlicher Weise einen Einblick in die Entstehung und den Verlauf dieser heimtückischen Krankheit, die besonders in der Kriegs- und Nachkriegszeit infolge Unterernährung durch die feindliche BlokadS im Steigen begriffen war. Auch in der Gegenwart wirkt sich noch die Wohnungsnot, der Mangel an Körperpflege und Reinlichkeit in der Behausung, vor allem Unvorsichtigkeit im Verkehr mit erkrankten Personen sehr schädigend aus. Die verschiedenen Infektionen: Tröpfchen-, Staub-, Schmierinfektion wurden gezeigt und erklärt. Alle Organe können von der Tuberkulose ergriffen werden. Mit der Erfindung des Tubsrkelbazillus durch den Arzt Robert Koch und dem Fortschritt der heutigen medizinischen Wissenschaft ist es gelungen, die Polksfeuche erfolgreich zu bekämpfen, wenn rechtzeitig per Arzt zu Rate gezogen wird. Die Heilung erfolgt ourch Liegekuren in Heilstätten, die meist auf höheren Gebirgsgegenden angelegt werden, durch Bestechung und operativen Eingriff. Bon Wichtigkeit ist besonders die Sorge um die Verhütung der Krankheit, was durch reinliche, sonnige Wohn- räume, einen soliden Lebenswandel, durch Enthaltung von Alkohol und Nikotin und durch die in neuerer Zeit besonders betonte Ausbildung des Körpers durch Turnen und Wandern erreicht wird. Gerade diese Maßnahmen haben es ermöglicht, die Sterbiich- keitszisfer in den letzten Jahren zu erniedrigen. In der >an- schließenden Diskussion wurde mit Recht darauf hingewiesen, daß es heute unverständlich sei, daß von den maßgebenden Behörden nichts unternommen würde zur Bekämpfung der durch den modernen Verkehr hervorgerufenen Staubplage. Dies ist ein Problem, mit dem sich die zuständigen Behörden mit allem Ernst zu befassen hätten. Leioer wird in dieser Hinsicht nichts, besonders öraußen auf dem flachen Lande getan, was teilweise aus die Gleichgültigkeit der einzelnen Inspektionen zurückzuführen ist. Man erwartet vom Standpunkt der Volksgcsundheit aus durchgreifende Maßnahmen zur Behebung der bestehenden Mitzstände, weil es- Tatsache ist, daß Bekämpfungsmaßnahmen nur dann von Erfolg sein können, wenn sie überall uno restlos durchgeführt werden. P Meckesheim, 27. Febr. (Boikstrauertag.) Der Gedenktag für unsere im Weltkrieg gefallenen Brüoer am kommenden Sonntag Reminiszere soll auch in unserer Gemeinde in würdiger Weise begangen werden. Zu der Veranstaltung, die im großen Saale des Gasthauses zum Ochsen stattfinden wird, ist die ganze Gemeinde eingeladcn. Der Kriegeroerein hat ein sinniges Programm zusammengestellt, das den Abend zu einem eindrucksvollen Erlebnis gestalten wird. Reben einem interessanten Lichtbildervortrag über die deutschen Kriegsgräber werden gesangliche Darbietungen und -Rezitationen ernster Art die Feier umrahmen. Die vorgesehene Veranstaltung soll zugleich den Zweck haben, weitere Kreise des Volkes mit der hingebcnden Arbeit des Volksbundes deutscher Kriegsgräbersürsorge vertraut zu machen. Alle diejenigen, die das Gefühl der Dankbarkeit für die Großtaten der Gefallenen noch im Herzen tragen, mögen durch ihre Teilnahme an der Feier zeigen, daß sie Treue mit Treue zu vergelten missen. * Eberbach, 27. Febr. (Tragödie auf einem Ncckarschifs.) Aus Heidelberg hierüber wird berichtet. Auf dem in Heidelberg vor Anker gegangenen Schleppkahn „Sophie von Eberbach", das dem Schiffer Ferdinand Krauth gehört, wurde gestern vormittag der 23 Fahre alte Sohn des Schiffers, Theodor Krauth, vom eigenen heimkehrenden Bruder tot aufgesunden. Eine Revolverkugel in den Kops hatte den Tod des jungen Mannes, der längere Zeit bei oer Reichswehr gedient hat, herbeigeführt. Besondere Anzeichen ließen darauf schließen, daß eher ein Unglücksfall als Selbstmord zu dem auch kein besonderer Anlaß Vorgelegen hätte, den Tod des jungen Mannes verursacht hat. Es wurde nämlich beim Revolver ein Wischer gesunden, so daß anzunehmen ist, daß Krauth die Waffe reinigen wollte, ohne zu wissen, daß noch eine Patrone im Lauf steckte. Beim Reinigen der Waffe ist er dann verunglückt. Gestern mittag war die gerichtliche Kommission an Bord des Kahnes, um die näheren Umstände festzustellen. Auch die bedauernswerten Eltern trafen gestern nachmittag hier ein. Die Leiche wurde vorläufig ins Pathologische Institut gebracht. = Heidelberg, 27. Febr. (Blühende Mandclbäume.) In Hei- Heidelberg stehen jetzt einige Mandelbäume in Blüte. — Leider hat. der Bestand an Mandeln in den letzten Jahren immer mehr abgenommen, obwohl geraoe dieser Baum unserer Stadt den ersten Frühlingsschmuck verlieh. Beoauerlich ist cs, daß die Gartenbesitzer diesem schönen Verkünder der Frühlingshoffnung kein Plätzchen mehr gönnen wollen. Um so mehr sollte die Stadtgärtnerei diesen Eharakterbaum zu hegen versuchen. -- Schwetzingen, 26. Febr. (Der alle Schwindel.) Gestern wurden von der Polizei zwei Schlosser im Alter von 27 und 29 Fahren, beide wohnhaft in Ludwigshafe», festgenommcn. Die beiden hatten in Schwetzingen den alten Geldwechselschwindel versucht. Sie gingen in Geschäfte, hauptsächlich in Mctzgerläden, kauften für einen kleinen Betrag Wurst, zahlten erst mit einem größeren Geldschein, ließen sich darauf herausgeben und zogen den Schein schließlich wieder zurück. Die Verkäufer wurden, wie man so sagt, „dumm geredet", weil die beiden Komplizen Hand in Hand arbeiteten. In einem hiesigen Metzgerladen ist es ihnen tatsächlich gelungen, 20 RM. „cinzuwcchseln". Sie versuchten dann den gleichen Streich noch in anderen Geschäften, wobei sie schließlich erwischt wurden. — Es dürfte sich um die Wechselschwindler handeln, die kürzlich in Mannheim und anderwärts ihre Tätigkeit ausübten. In der Zeitung wurde vor den Schwindlern wiederholt gewarnt. ** Mannheim, 28. Februar. (Schwerer Zusammenstoß.) Gestern vormittag ereignete sich zwischen einem Lastkrastwa- gen und einem- Straßenbahnwagen ein Zusammenstoß. Bei dem Zusammenstoß wurde der Motorwagen der Straßenbahn an Führerstanb vollständig zertrümmert, während dem Lastkraftwagen so gut wie nichts geschehen ist. Ter Stratzen- bahnführer und der Beiwagenführer wurden verletzt, jedoch bestehen die Verletzung nur in leichten Schnittwunden. ** Wiesloch, 28. Februar. (Ein mutiger Junge.) Ein dreijähriges Kind siel dieser aTge von der Brücke in den hochgehenden Gewerbekanal. Ter gerade vorbeigehende Schneiderlehrling Martin Meyer sprang schnellentschlossen in den Bach und rettete das dem Ertrinken nahe Kind. ** Schwetziuge«, 28. Febr. (Selbsttötungsversuch.) Sonntagvormittag hat ein 15 Jahre altes Mädchen von hier in der Absicht, sich das Leben zu nehmen, eine giftige Flüssigkeit eingenommen. Die Lebensmüde wurde in die Heidelberger Klinik eingeliefert. Als Grund berTat wird Liebeskummer angegeben. ** Schwetzingen, 28. Februar. (Nächtliche Autofahrer.) In der vergangenen Nacht wurde die Frau des Bahnwärters Schaffner von einem auswärtigen Personenauto angc- Nr. 50. Jahrgang 1928. D« Lsadbote * Sinshttmer Attuag. Dienstag, den 28. Februar 1928. fahren und gegen eine Hausmauer geschleudert. Zum Glück erlitt die Frau nur leichtere Verletzungen. Die Nummer des Antos ist ermittelt. ** Karlsruhe, 27. Februar. «Anstiftung zur Gläubiger- beqünstigung.) Ter Kaufmann Robert Tanger in Karlsruhe überschrieb im Mai 1921 sein früher gutgehendes Schuhgeschäft vertraglich auf seinen Schwager Rose und fertigte im Dezember 1923 eine Sicherheitsübereignung aus, die zu Gunsten des Tanger auf Mai 1924 zurückdatiert war, damit er in den Genuß des Erlöses aus größeren Warenbestellungen kam, die sein Schwager Rose noch vor dem Zusammenbruch des Geschäftes gemacht hatte. In dem gegen Tanger eingeleitcten Verfahren wurde wegen Anstiftung zur Gläubigerbegünstigung Tanger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Tie Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe hat am 12. Oktober 1927 die gegen das Urteil eingelegte Berufung verworfen. Tanger legte nun Revision ein mit der Begründung, daß der fragliche Vertrag, wie übrigens das Gericht selbst festgestellt habe, bereits im Jahre 1921 zustande gekommen sei. Tiefer Vertrag habe nur nicht genau genug die Sicherheitsübereignung fixiert und nur deshalb habe er mit dem Rose im Dezember 1925 noch einmal das schriftlich niedergelegt, was damals im Mai 1924 vereinbart worden sei. Der erste Strafsenat des Reichsgerichts hat heute diese Revision verworfen. Das Schutzvorbringen des Angeklagten sei zwecklos, denn der Vorrichter habe den Tatbestand des Vergehens gegen Paragraph 241 der Konkuröordnung so einwandfrei festgestellt, daß das ergangene Urteil durch nichts zu erschüttern sei. Explosionskatastrophe auf der Hubertusgrube Brüggen, 28. Februar. Zu der schweren Explosionskata- straphe in der Grube Hubertus der Brikettfabrik in Brüggen erklärt der Vertreter der Telegraphen-Union, daß sich die Zahl der bisher festgestellten Toten auf fünf beläuft. Der Betriebsführer Jakob Kogel wurde heute in schwerverletztem Zustand in das Alexander-Hospital überführt. Bis jetzt hat man festgestcllt, daß bet der Explosion 32 Personen mehr oder weniger schwere Verletzungen davvngetragen haben. Unter diesen befindet sich auch der Betriebsdirektor Steg. Der Betrieb ist stillgelegt, doch werden die Arbeiter mü Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Zu dem Unglück wird der Telegraphen-Union von unterrichteter Seite folgendes mitgeteilt: Die Explosion ist zurückzuführen auf einen Brand, der in einem nicht mit einer elektrischen Entstaubung ausgerüsteten Teil der Anlage entstand. Sofort bei Beginn des Brandes wurde die in- der Nähe gelegene elektrische Entstaubungsanlage ausgeschaltet. Von dem Brandherd wurde jedoch glühende Kohle in den Schlot der Entstaubungsanlage getragen, wodurch die dort befindliche Kohle zur Entzündung und Explosion kam. Die elektrische Entstaubungsanlage blieb während der ganzen Zeit ausgeschaltet und kann so weder unmittelbar noch mittelbar als Ursache der Katastrophe angesehen werden. Der Schiffszusammenstoß im Kanal London, 28. Februar. Nach den Aussagen des einzigen Ueberlebenüen der 23 Mann starken Besatzung des bet dem Zusammenstoß mit einem russischen Schulschiff gesunkenen italienischen Dampfers „Alcantara" ereignete sich die Katastrophe nicht wie bisher angenommen wurde infolge des dichten Nebels. Der Ueberlebende, Ingenieur Pavon, erklärte, daß sein Schiff unmittelbar nach dem Zusammenstoß zu sinken begann und durch eine folgende Kesselexplofion in Stucke gerissen wurde. Obwohl das russische Schiff sofort vier Rettnugs- bootc anssandte und die See sofort mit Scheinwerfern abgesucht wurde, konnte außer dem Ingenieur kein weiterer Mann gerettet werden. Wie zu dem Zusammenstoß weiter gemeldet wird, kannte die Ursache des Zusammenstoßes bisher noch nicht einwandfrei ermittelt werden. Es scheint jedoch, daß der italienische Dampfer auf das russische Schulschiff aufgelaufen ist. Bisher sind vier Tote geborgen worden. Im Eise eingebroche«. ^ Bier Tote. Marleniverdcr, 28. Februar. Am Sonntagnachmittag tummelten sich die drei Kinder des Arbeiters Mallinowski auf den Eise am Außendeich von Groß-Nebrau. Plötzlich brachen die Kinder ein und ertranken. Ein hinzueilender 24 Jahre alter Mann, der die Kinder retten wollte, fand gleichfalls den Tod in den Fluten. Ein japanisches Grohkampfgeschwader besucht Hongkong. London, 28. Febr. Nach einer Meldung aus Hongkong wird in den nächsten Tagen ein japanisches Großkampfgeschwader mit zwanzig Einheiten und einem Flaggschiff zu einem fünftägigen Aufenthalt nach Hongkong ausfahren. Ein nener Fernflug der Los Angeles. Rewyork, 28. Februar. Gestern morgen stieg die Los Angeles zu einem Fernflug über Kuba nach Kanada auf. Es handelt sich um einen 1500 Meilenflug, dem zweitgrößten nach der Ozeanüberquerung. Hinklers Trinmpfflug. London, 27. Februar. Kapitän Hinkler ist gestern morgen um 5 Uhr auf dem Wege nach seiner Heimatstadt Bunöaberg in Longreach gelandet. Auf der letzten 550 Meilen langen Etappe nach seiner Heimatstadt wird Hinkler durch australische Regierungsflugzeuge begleitet. Eine 2» köpsige Berbrecherbande verhaftet. Remyork, 28. Februar. «Funkspruch.j Im Zusammenhang mit dem letzten Räuberüberfall auf einen Eisenbahnzng in der Nähe von Chicago konnte eine 25köpfige, aus Männern und Frauen bestehende Verbrecherbunöe verhaftet werden. Unter den Verhafteten befinden sich ein bekannter Politiker und ein ebenso bekannter Kriminalist. Der Vrand im Kino. Mailand, 27. Febr. Ueber den Kinobrand von Moriago bei Treviso, bei dem 40 Personen den Tod fanden, werden erschütternde Einzelheiten gemeldet. Das Lichtspieltheater mar im ersten Stockwerk eines fast ganz aus Holz gebauten ehemaligen Getreidespeichers mitten im Dorfe eingerichtet. Der Dorftellung wohnten etwa 300 Personen bei. Da sich die einzige Tür nach innen öffnete, rannten oie Zuschauer beim Ausbruch des Feuers in milder Angst gegen diese Tür, so daß sie infolge des Nachdrängens der Menge nicht mehr geöffnet werden konnte und die Leute bei lrbendtgem Leibe verbrannten. Bei diesem Ausgang sind die meisten Opfer zu beklagen. Die eisernen Gitter der Fenster hielten lange allen Anstürmen stand, bis ein Maurer von außen ein Gitter ausbrechen konnte und mit einer Leiter allein etwa 50 Personen rettete. Beim Sprung aus den Fenstern wurden viele den Flammen entronnene Frauen und Kinder verletzt. Bis jetzt wurden 35 Leichen geborgen, aber noch liegen weitere Opfer unter den Trümmern. Die Feuerwehr konnte des Brandes nicht Herr werden, bis das ganze Gebäude um 1 Uhr morgens zusamm.nstiirzte. Der Zustand des Präfekten von Treviso, der auf der Heimfahrt von der Unglücksstättc einen Autounsall erlitten hat. ist hoffnungslos-. Spielplan des Städtischen Theaters Heidelberg. Dienstag, 22. Februar, Anfang 20—221/4 Uhr (Geschlossene Vorstellung für den Gewerbe- und Handwerkerverein): Billa Adelheid. Mittwoch, 29. Februar, Anfang 20—22^ Uhr (Abonnement B22): Die schöne Helena. Donnerstag, 1. März, Afang 191/2—21Vs Uhr (Abonnement E 21): Maora. Hierauf: Hin und Zurück. Hierauf: Die Prinzessin auf der Erbse. Freitag, 2. März, Anfang 20—22r/z Uhr (Halbe Preise): Kilian oder: Die gelbe Rose. Samstag, 3. März, Anfang 15^—17Vs Uhr (Halbe Preise): Kaspars lustige Streiche. Anfang 20—221/2 Uhr (Außer Abonnement) : Die schöne Helena. Sonntag, 4. März, Anfang II1/4 Uhr: Konzert des Bachvereins. Anfang 1514—17V:> Uhr (Halbe Preise): Zwolstausend. Anfang 191/2—22 Uhr (Außer Abonnement): Der Troubadour. Radio»Programm für Mittwoch, den 28. Februar 1828. Berlin (483), Königswusterhausen (1250), 20.30 Uhr: Schlager. Rodert Stolz. 22.30 Uhr: Tanz-Musik.. Breslau (322), 19.30 Uhr: „Don Carlos", Oper, Musik 0. G- Berdi. Frankfurt (428), !3.30 Uhr.: Mittaasstänochen. 15.30 Uhr: Konzert. 17.47 Uhr: Bücherstunde. 18.30 Uhr: Vorträge. 20.15 Uhr: Kammermusik. 21.17 Uhr: Konzett des Rundfunkorchesters. Hamburg (394), 20.15 Uhr: Eylterfriefischor Abend. Ansäst. non- zertübertragung a. d. Cafe Wallhof. 23.30 Uhr: Tanzfunk. Köln-Langenbrrg (488), 20.00 Uhr:. Funktanzstunde. 20.30 Uhr: Ehorabend des Werag-Konzcrtchors. Anschi. Nachtmusik und Tanz. Königsberg (329), 20.00 Uhr: Orchcsterkonzert. Hierauf: Abend. Leipzig (365), 20.15 Uhr: Dresoen: „Der getreue Musikmeister", Komische Oper 0. G. Battista. 22.15 Uhr: Funkbrettl. München (535), 20.05 Uhr: Abenvkonzert. 22.15 Uhr: Schallplattenkonzert. Stuttgart (379), 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 15.00 Uhr: Kinderstunde. 18.15 Uhr: Borträge. 20.00 Uhr: „Wallen- stelns Tod". Ein Trauerspiel v. Schiller. Daoentrq-Experimental (191), 19.45 Uhr: Leichtes Konzert. 21.0« Uhr: Orchesterkonzert. 22.30 Uhr: Klavierkonzert. Davrntry-London (361), 11.15 Uhr: Kurzer Gottesdienst. 13.0« Uhr: Konzert. 17.00 Uhr: Leichtes Konzert. 18.15 ,Uhr: Kinderstunde. 19.00 Uhr: Tanzmusik. 20.15 Uhr: Schumanns Lieder. 20.45 Uhr: Konzert der Iack-Paone-Band. 21.15 Uhr: Uebertragung oes Konzerts des Reuen Museumklubs. 22.35 Uhr: Bunte Stunde. 20.30 Uhr: Hörbild: „Parfortejagd". Paris (1750), 13.30. 16.45 und 21.30 Uhr: Konzert. Wien (517), 19.30 Uhr: Abonnemcntskonzert des Wiener Konzertvereins. Anfchl. Leichte Abendmusik. , Zürich (588), 20.00 Uhr: Sendespielstunde der „Freien Bühne". 21.00 Uhr: Unterhaltungskonzert. Marktberichte. Schweinemarkt. Sinsheim, 28. Febr. Dem Schweinemarkt waren zugrfiihrt: 35 Läufer zum Preise von 58— 65 RM. pro Paar. 11 Milchschweine zum Preise von 30—40 R.-MK. pro Paar. Mannheimer Schlachtviehmarkt. Dem Schlachtoiehmarkt am Montag waren zugeführt: 168 Ochsen. 103 Bullen. 242 Kühe, 263 Färsen. 546 Kälber, 35 Schafe. 3186 Schweine. Bezahlt wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen 59-62, 43—48, 47—50, 36-42, 32—36. 30 -32 ; Butte« 52-54, 44-48, 38-44, 32-36; Kühe 46-49, 36-40. 26-30, 16-22; Färsen 61-62, 47-51, 36-42'; Kälber 74-78, 68-72, 62-66, 48—58; Schafe b 42-48; Schweine 60-62. 60-61, 58 59, 55—57, 50—57, 50—54. Marktverlauf; mit Großvieh mittelmäßig, mit Kälbern mittelmäßig, ausoerkaust, mit Schweinen mittelmäßig geräumt. Ausfuhr: 33 Ochsen, 36 Bullen. 34 Kühe. 101 Färsen, 60 Kälber. 1283 Schweine. Preise: Ochsen 55—57, 54—56. 53—54, 51—53, 49—51, 48—48, Bullen 52—53, 51—52, 50—51, 48—50: —47' 28—38, 18—28; Färsen 55—61, 48—55; Kälber 79—82, 64—79, 60—64, 57—60; Schweine 59—62, 58—62, 56 JJ® 5®» 55—56, 45—51. Tendenz: Bei Großvieh langsam, Ueberstand, bei Schweinen und Kälbern mittelmäßig. Offzielle Preise der Mannheimer Produktenbörse vom 27. Februar 1928 Preise verstehen sich per Ivo kg Weizen, inländischer 25,75-26,25 Weizen, ausländisch. 28,75—30,75 Roggen.inländischer 25,75—26,25 Roggen, ausländ. 27,00—27,25 Braugerste, inländ. 30,50—31,50 Hafer, inländischer 23,75—25,50 Hafer, ausländischer 25,00—26,50 Weizenmehl Sp. 0 37,00—37,50 Roggenmehl 700/a 35,00-37,00 > Tendenz: stetig. alles in Reichsmark zahlbar Mais (mit Sack) . Weizenkleie m. Sack Biertreber mit Sack Roh-Melasie . . Wiesenheu . . Luzernekleeheu. . Preßstroh . . Gebundenes Stroh Raps. 23,25 14,00-14,25 17,25-18,00 7,20-7,80 8,60-9,20 4,40-44,80 3,80-,20 Neueste amtliche Kurse mitgetrilt von der Bereinsbank, e. <5. m. b. H. Sinsheim vom 28. Februar 1928. «»lei«»»: ln o/e AbUf unaSlchuld mit Anstosungsschrtn ' . 5>,75 ohne «uslosungSschet» . . H,5i>/> Bankaktie in M Bad. Bank .... >7»ch0 L-rmvSdier- und Nattonalbanl 228 axutfae Bank .... 162,15 Deutsch« Bereinsbank . I0?,50 Dresdner Bank .... 157.65 MitteldenNche Kreditbank - . 21» ResthSoank . . . . i»s Rhein. LrcdUbank . . . >60 Südd. DtSeouto «es. . . t»5 Vnt»uli«> VfctteM tn o/o t arpener Bergbau . — alt Westeregeln . . . 17» ManneSmmmröhrenwerke. 146,50 Manbselder Bergb. u.tzüttenw mite Oberschl. Eisenb. Bedarf . . iOO.ss K Bergbau u.Hüttenbetrted »»,25 :k Hetlbronu . . . — lveririutgt« «SutgS» Laurahütte — Aktie» inknste. v»ter»»k»«»>«n: in O/o Allg-Elektr. Stammaktien. . 162,2t Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad. Maikdineu Dnrlaid . . 158.50 Sementwerk Heidelberg . . 157 Daimler Motoren . . . »7,5 0 DNch. Bold-«n Stlberscheid«. 19»,5« ffileUr. Licht nnd «rast . . »10.50 Ematll.und Stanrwerk Ullrich. — Karbentnduftrte . . . 254,5» Britzner Maschinen Durlach . l»0 Karlsruher Maschinen . . — Knorr Hetlbronn . .188 Mainkrastwerke Höchst . , >>« Reckarfulmer Fahrzenawerke . »4,50 Schlickert Slektr. Nürnberg . 175 SeUindüstrie Wollt . . . ?» Südd. Zucker . . . 1»% Zellstost Waldhos Stamaktte» . 88 Aktien deutsche» 3raK«»atte»fteilca: ln ii* amdurg. Amertb. Paketsatz» l50 «idelbrrg.Stratzen-u.Bergdotz« bi,50 iorddeutscher Lloyd . , 151 **»«*»: 0t!D Briet Rew-Horl 1 Dollar 4 1833 4,1*18* London 1 PsUNd 10.485 20,446 t olland 100 Bälden l««.ri ios.«I chrveiz 100 graues 60.51-/2 60 ,«8m Wien 100 Schwing 58. »8 o»,iO Paris 100 Franc »-.« 5 ; >».*»« Italien 160 Lire ir.Iob - 1 . 10 » Wetterbericht. Karlsruhe, 27. Februar. Tie Wetterlage ist im wesentlichen unverändert geblieben. Nur in den heutigen Morgenstunden kam es in der Rheinebene stellenweise zu starker Dnnstbildung. Unter dem Einfluß des über Mitteleuropa noch immer ausgebreiteten Hochdruckes werden wir daS heittre und trockene Wetter voraussichtlich behalten. Fmuenarbeiwschule Gewerbliche Fach- und Berufsschule mit Internat Karlsruhe l.23., Sartenftr. 47. Am 23. April 1928 beginnen sämtliche Fachkurse- als Vormittagsunterricht in Handnähen, Maschinennähen, Kleidermachcn, Schnittzeichnen und Kunst, sticken, als Nachmittagsunterricht in Weißsticken, Flicken und Kunststopfen, Kunsthandardeiten aller Techniken, Putzmachen, Knüpfarbeiten, Spitzenklöppein, Zeichnen, Buchführung und anderen gewerblichen Fächern. Ferner nehmen alle Berufsausbildungen ihren Anfang: 1. Ausbildung für die eigene Häuslichkeit, Dauer 1 bis 2 Jahre. 2. Vorbildung für das Handarbeitslehrerinnen-Semi- nar, Dauer 1 Jahr. 3. Gewerbliche Ausbildung für Weißnäherinnen, Schneiderinnen und Stickerinnen, Dauer 3 Jahre nd für die 4. Häuslichen Erwerbsberuft, für Zimmermädchen, Kammerjungfern und hauswirtfchaftliche Stützen, Dauer 1 bis 214 Jahre. Auswärtige Schülerinnen erhalten Wohnung und Verpflegung zu mäßigem Preis in der Anstalt. Satzungen und Auskunft gegen eine Gebühr von 0 30 RM. Anmeldungen täglich von 11 dis 4 Uhr und auch schriftlich bei der Borsteherin, Karlsruhe. Gartenstraßr 47. Badischer Frauenverein vom Roten Kreuz Land es Vorstand. Drucksachen die 6 . Becker’sche Buchdruckerei Sinsheim. Gut möbliertes Zimmer per sofort oder später zu vermieten. Angebote unt. Rr. 254 an den Landboten. Lehrling aus guter Familie gesucht. K. Am. Sinsheim Manufakturwaren. Südfranzö[i[che Schumrzreben noch 14 Tage früher reif, wie Oocrlin 95, verkauft Wilhelm Walter. Richelfeld Karlstr. 69 Schnitt, Behandlung und Wein kann angesehen werden. Ferner sind sämtliche Reden noch nicht geschnitten Auskunft erteilt Aug. Kaufmann, Gärtnerei, Sinsheim. 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