Erschein« täglich ^ mit Ausnahme cer Feiertüge Bezugs-Preis: Durch die Post bezogen und Lurch den Briefträger und unsere Austräger frei ins Kaue monatlich Goldmark 1.20 Der Bezugspreis ist im Voraus __ zu entrichten. Zn Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit t 28 bis 5 Ahr Sonntags geschloffen. Fernsprech-Anschlutz Nr. 465 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 8SV3 M 927 Der Lanöbote Sinsheimer General-Anzeiger für das in »s Zeitung?i! Elsenz-und äcluoarzbacktal Heltefte und verbreitetste Zeitung dieser Gegend. I)aupt-Hn?etgen-Blatt Möchentlich« Beilagen: Heue Illustrierte -» Hus dem Reich der Mode » Ratgeber für Baus- und Landwirtschaft Donnerstag, den IS. April 1928. Anzeigen-Preise Anzeigen: Die 33 mm breite Millimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen: Die 92 mm breite Millimeter-Zeile 2V Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- und Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffefter Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rechnungsdatum oder bei gerichtlicher Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 8 Ahr vormittags; größere Anzeigen müffen am Tage vorher auf- gegeien werden. Bank-Konto: Dereinsbank Sinsheim e. G. m. b. £> 89. Jahrgang Furcht vor der Gegenrevolution. Stalin über „ausländische Intervention zum Sturz der Sowjetmacht" Moskau, 18. April. Nach Resolutionen der kommunistischen Parteileitung über gcgenrevolutionärc Perschwörungen, die durch die Ingenieur-Verhaftungen aufgcdeckt worden seien, und nach Bucharins Leningrader Rede über die einzelnen Vergehen dieser Ingenieure hat nun auch Stalin vor den Moskauer Partai- instanzen über die Schachtp-Affäre gesprochen und hat damit, der gerichtlichen Untersuchung weit vorausgreifend, die Schachip- Affäre für die inländische Ocfsentlichkeit restlos aufgeklärt. Während Buchrrin schon die Stimmung durch die Andeutung alarmierte, daß ähnliche Affären möglicherweise auch in der Kriegsindustrie und in der chemischen Industrie aufgedcckt werden könnten, erklärte Stalin geradezu die sogenannte Schach y-Prr- schwörung als eine Teilaktion einer ausländischen Intervenlion zum Sturz der Sowjetmacht; nur daß diese Intervention jetzt nicht militärischer, sondern wirtschaftlicher Art sei. Stalin lehnt die unter einzelnen Parteimannern vertretene Ansicht ab, daß die Schachty-Affärc ein Einzelsall sei, aer nur durch Unaufmerksamkeit entstehen konnte. Nach seiner Ansicht beweise die Tatsache, daß bürgerliche Spezialisten, unterstützt von Emigranten und ausländischen Organisationen, mit Hilfe des ausländischen Kapitals darauf ausgingen, nach der Getreidckrisc, die vom inneren Feinde ausging, eine Krise in der Industrie hcrbeizufllhren suchten. Stalin betonte mit aller Schärfe, daß das ausländisch: Kapital aus Klassengründen der Erzfeind des sozialistischen Sowjetstaats sei und erklärte es für unmöglich, bei der revolutionären Außenpolitik Sympathien der westeuropäischen Bourgeoisie zu erreichen. An der Richtung der Außenpolitik halte man selbstverständlich fest und daher müsse man immer damit rechnen, daß das internationale Kapital derartige Vorstöße unternehmen werde, wie sie sich in Schachty zeigten. Im ganzen zeigen oie Parteibeschlüsse und Reden der letzten Tage, daß man den bevorstehenden Ingenieurprozcß nicht mehr unter dem Gesichtspunkt durchführen ivird, es handle sich um das schädliche Verhalten emzelner bourgeoiftr Spezialisten, sondern um eine groß rngelegte, vom Ausland diktierte Aktion zur Vernichtung der Sowjetmacht. Das Minfker Bezirksgericht verhandelte einen Spionagcprozeß gegen drei Emigranten, die illegal die lettisch-russische Grenze überschritten hatte und denen vorge- worfcn wurde, eine Verschwörung gegen den Sowjetstaat und Terrorakte gegen die Sowjetmacbthaber vorbereiteit zu haben. D:r Hauptangeklagte Michailow wurde zum Tode, zwei andere zu längerer Gefängnisstrafe verurteilt. 3730 Kandidaten für 612 Sitze. 859 Bewerber im Seinedepartement. Paris, 18. April. Nach der nunmehr abgeschlossenen offiziellen Liste hat sich die Zahl der Kandidaten für die am Sonntag stattsinoendcn französischen Kammerwahlcn auf 3730 für insgesamt 612 Parlamentssitze erhöht. Auf jeden Wahlkreis entfallen hiernach im Durchschnitt sechs Bewerber. Am schärfften ist die Konkurrenz im Seineücpartement (Großparis), wo um 59 Sitze nicht-weniger als 859 Kandidaten kämpfen. Gegenüber den früheren Jahren stellt die Zahl der Kandidaturen einen Rekord dar; sic übersteigt die des Jahres 1924 um etwa 1000, die des Jahres 1919 um über 1600. Trotzdem kann von einer Intensivierung des Wahlkampfes kaum die Rede sein, da die große Masse dem Ausgang der Wahlen diesmal sehr viel indifferenter cntgegenzugehen scheint, als in den früheren Jahren. Gewählt wird am Sonntag pon 9 Uhr morgens bis 6 Uhr abends. Das Ministerium des Innern hat einen umfangreichen Dienst organisiett, um die Wahlergebnisse aus der Provinz so rasch wie möglich in Paris zu zentralisieren und der Oefsentlichkeit zugänglich zu machen. Man rechnet d amit, bereits gegen 9 Uhr im Besitz der ersten Teilergebnisse zu sein uno bis gegen Mitternacht etwa die Hälfte der Ergebnisse bekannt geben zu können. Bei der starken Partcizer- splitterung sind allerdings im ersten Wahlgang kaum mehr als 140—150 definitive Ergebnisse zu erwarten. In Bicrfünftel der Wahlkreise dürfte eine Stichwahl notwendig werden, die am nächstfolgenden Sonntag stattsindet. Zu schweren Zusammenstößen kam cs gestern bei einer Wahlversammlung in einem Pariser Fabrikort. Der Kandidat der Nationalen Union hatte zu einer großen Kundgebung eingeladen. Plötzlich stürmten 500 Kommunisten das Lokal und setzten die gesamte Versammlung an die Luft. Es kam dabei zu schweren Tumulten. 10 Personen wurden mehr oder minder erheblich verletzt. Der Polizei gelang es nur mit Mühe, die Ordnung wieder herzustellen. Vier kommunistische Rädelsführer wurden verhaftet. Slartschwiengkeiten der „Sternen" Flieger Hanptmann Köhl «nd Hüneseid wolle» Greenly Island im Silfsflugzeng verlaffen! Newyork, 19. April. lFunkspruch.s Nach den letzten Meldungen ans Greenly Island scheinen sich die Nachrichten zu bestätigen, daß die „Bremen" auf der Insel nicht repariert werden kann. Hauptmann Köhl und Hünefeld wollen die Insel verlaffen, sobald ein Hilfsflugzeug für ste eingetroffen ist. Sie werden fich dann mit Fitzmauriee in Murray Bau treffen, um von dort aus mit dem Schwesterflugzeug von Fräulein Junkers gemeinsam den Flug nach Newyork fortsetzen. Fitzmauriee ist bisher noch nicht von Clarke City aufgestiegen. Das Flugzeug, das Hauptmann Köhl und Hünefeld erwartet, ist bereits in Seven Island eingetrossen, wo es besseres Wetter abwartet, um nach Greenly Island weiterfliegen zu können. Alle aus Greenly Island eintreffenden Meldungen weisen nachdrücklich darauf hin, daß zwischen den Fliegern nicht die die geringste Verstimmung besteht. Die Meldungen widersprechen fich Hauptmann Köhl «nd Hnnefeld verlaffen Greenly Island nnr mit der „Bremen". Newyork. 19. April. (Funkspruch.j Oberbürgermeister Walker erhielt gestern folgendes Telegramm von Hüne: selb: „Hoffen in einigen Tagen mit „Bremen" auf Mitchell Fiel- landen zu können." Inzwischen werden die Empfangsvorbereitungen in Newyork fortgesetzt. Die City Hall und die Madison Square find für die Aufnahme von Tausenden hergerichtet. Eine Flugstaffel liegt in Mitchell Field zum Abflug bereit. Doch weiß noch niemand, wann die Flieger ankommen. Ein weiterer Bericht der deutschen Ozeanflieger über ihre Landung Renyork. 19. April. Nach weiteren aus Greenly-Jsland in Neuyork eingetroffenen Berichten der Ozeanslieger gerieten sie 500 Meilen westlich vor Irland in heftige Stürme und bewölkten Himmel. Erst durch Abwurf von Rauchbomben war es ihnen möglich, die genaue Windrichtung sestzuftcUen. Den vor Neufundland lagernden Nebel versuchten sie zunächst zu überfliegen, mußten jedoch die Feststellung machen, daß auch iu 2000 Fuß Höhe die Durchquerung unmöglich war. Köhl ging nun bis fast auf die Meeresfläche nieder. Tie äußerst bewegte See gefährdete jedoch das Flugzeug, so daß er sich entschloß, in 1500 Fuß Höhe blind zu fliegen, wodurch er vollständig die Orientierung verlor. Zum Unglück kam hinzu, daß das Benzinzu- führuugsrohr brach. Es gelang ihnen aber, den Schaden zu beseitigen. Als sie nach zweistündiger Irrfahrt einen Ort erblickten, den sie für Port aux Basques hielten, folgten sie zunächst dem Laufe eines großen Flusses, als sie plötzlich im Nebel einen hohen Berg vor sich auftauchen - sahen. Nur im letzten Augenblick gelang es Hauptmann Köhl, durch Herumreißen des Höhensteuers dem Tode zu entrinnen und die Bergkuppe knapp zu überfliegen. Nach Neuyorker Zeitungsmeldungen handelte es sich um den Mount Saint Gregory. Doch Weiterflug der »Breme«"? Newyork, 18. April. Bürgermeister Walker erhielt von Hünefeld auf drahtlosem Wege die Nachricht, daß die „Bremens- Flieger hofften, innerhalb weniger Tage in Mitchellfielü zu landen. In dem Radiogramm heißt es gleichfalls, daß die Flieger in der „Bremen" ankommen würgen, doch erfolgte die Absendung des Raüiogramms, wie aus der Ausgabezeit hervorgeht, vor der Feststellung, daß die Ausbesserung der „Bremen" nicht sofort erfolgen könnte. Wie „Conadian-Preß" aus Montreal meldet, teilte der Iunkerspilot Melchior mit, daß er heute nachmittag nach Rcw- york zurückfliegen werde, um einen Propeller für die..Bremen" zu holen. Der Propeller soll dann mit einem Flugzeug nach Green- ln Island befördert werden. Sin neuer Gewalljlreich der Litauer gegen die „Memelländische Rundschau". Heydekrug, 19. April. lFunksprnch.j Ter Kriegskommandant für das Memelgebiet hat dem Hauptschriftleiter der „Memelländischen Rundschau", Walter Schell, durch den Zensor in Heydekrug die Mitteilung zugehen lasten, daß er wegen eines angebliä>en Verstoßes gegen die Zensurvorschriften entweder die „Memelländische Rundschau" verbieten oder den Hauptschriftleiter für längere Zeit nach dem Konzentrationslager Worny bringen lasten werde. Die Begründung für diese Maßnahme steht noch aus. Chefredakteur Schell w«A! bekanntlich vor einiger Zeit schon einmal festgenommen und ins Gefängnis gebracht worden, wurde aber damals wieder aus freien Fuß gesetzt. Me amerikanischen Verluste ln Alcaragna ben SO hf^ 0 n' April. Wie aus Newyork gemeldet wird, Hateiluna hes e w am,CÖen Marinestreitkräfte nach einer Mit- im Verlauf der Kämpfe li S ll“ 88 '"™ 1 26 Tote und 46 Verwundete ge- llann an ß %^ n mi ".caraguanischer Seite werden mit 202 Am das Verbot des Roten Fronikampserbimdes Berlin, 19. April. Ter preußische Innenminister hat dem Reichsinnenministerinm mitgeteilt, daß dem Ersuchen auf Verbot des Roten Frontkämpferbnndes nicht stattgegeben werden könne und daß er sich an den vierten Strafsenat des Reichsgerichtes wenden werde, um eine Entscheidung in dieser Angelegenheit herbeizusühren. Entgegen der von einem Berliner Mittagsblatt verbreiteten Meldung, wonach auch der Reichskanzler dem Verbot des Roten Frvntkämpferbundes zugestimmt haben soll, wird an zuständiger Stelle erklärt, daß es sich nm eine Restortangelegenheit des Reichsinnenministers, der gleichzeitig Pclizeiminister sei, handele. Sämtliche in Berlin anwesenden Minister sind noch vor der Anordnung des Reichsinnenministers verständigt worden, aber eine Zustimmung ist vom Reichsinnenminister weder erberen noch von den übrigen Ministern erteilt morden. Kesten und Vraunschweig lehnen da» Ersuchen bei Reichsinnenniinisters ab Darmstadt, 18. April. Auf eine Anfrage des kommunistischen Abgeordneten Galm wegen eventuellen Verbotes des Roten Frontkampferbundes gab Staatspräsident Adelung heute im Hessischen Landtag folgende Erklärung ab: Der Herr Reichsminister des Innern hat auch an die hessische Regierung das Ersuchen gerichtet, den Roten Front- kümpferüund zu verbieten. Die hessische Regierung ist nach sorgfältiger Prüfung zu dem Entschluß gekommen, das Ersuchen des Herrn Reichsministers des Innern abzulehnen. Braunschweig, 19. April. Auch die braunschweigisch? Regierung hat in einem Schreiben an den Reichsinnenminister von Keudell das von ihm eingeleitete Verfahren zur Auflösung des Roten Frvntkämpferbundes und der ihm angeschlossenen Verbünde Rote Marine und Rote Jugend abge- Ichnt. Sie hat zu gleicher Zeit den Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik um seine Entscheidung angerufen. , Staatsanwalt Zacobi Haftenilaffen . Berlin, 19. April. Staatsanwalt Jacobi, der im Zusammenhang mit der Lombardhaus-Affürqe Bergmann in Untersuchungshaft saß, ist — wie das „Berliner Tageblatt" meldet — gestern aus der Haft entlasten worden, da sich sein Gesundheitszustand in besorgniserregender Weise verschlimmert hat. Nie Trauung des Legationssettetars von Bismarck - Berlin, 19. April. Die Trauung des deutschen Legation?-' sekretärs in Stockholm, Fürsten Otto vyn Bismarck mit Fräulein Annemarie Tengbvhm fand gestern mittag unter großer Beteiligung der Kreise der Diplomatie, des Parlaments und der Gesellschaft im Berliner Tom statt. In einer Loge nahm Prinz Eitel Friedrich an der Feier teil. Tie Traurede hielt Hofprediger Tr. Doering. An der Spitze der Gäste führte Reichspräsident von Hindenburg die Mutter der Braut. Unter den Traugästen sah man u. a. auch Reichs- außenmiuister Dr. Stresemann, den Reichsminister für Er- ’ uähruug und Landwirtschaft Schiele, Reichsverkehrsmiuister ■ Dr, Koch und Staatssekretär Dircksen vom Auswärtigen Amt.■ Vollversammlung des Zudustrie- uud Haudelslages iu Verli« Berlin, 18. April. Im Plenarsitzungssaal des Reichs- tages wurde am Mittwochvormittag die 48. Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelstages eröffnet. Auf Ser Regierungsbank hatten auf ihren gewohnten Plätzen Reichsaußenminister Tr. Stresemann und Reichswehrminister Dr. Groener Platz genommen, ferner der Staatssekretär des Reichswirtschaftsministeriums, Dr Trendelenburg, der Chef der Marineleitung, Admiral Zenker, sowie der bisherige Vizepräsident des Reichstages, Tr. Rieser. Auf der Bank des Reichsrates waren fast sämtliche deutsche Länder vertreten. Im Saale saßen neben den zahlreichen Vertretern der Handelskammern im Reiche Parlamentarier aller Parteien, von den Teutschnationalen bis zu den Sozial- , demokraten. Der Präsident des Industrie- und Handelstages, v. Mendelssohn, cröffnete die Vollversammlung mit einer Ansprache, in der er die Erschienenen, insbesondere die Reichsminister, die Vertreter des Reichstages, des Reichswirtschaftsrates, sowie der deutschen Länder und die Gäste aus Wirtschaft »nd Presse begrüßte. Er gab ferner seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius nicht an den Verhandlungen teilnehmen könne und drückte dem Minister den Dank für seine von aufrichtiger Sorge qe- 3n wenigen Motten Die Bereinigung der Verbände der sächsischen Metallin», dustriellen hat den Schiedsspruch vom Montag abgelchut. * Im Plenarsitzungssaal des Reichstages wurde gestern die 48. Vollversammlung des Deutschen Industrie- und Handelstages eröffnet. * Ganz Polen ist vorgestern von einem schweren Schneesturm heimgesucht worden. Ter Telephvnverkehr :t dem Ausland ist völlig lahmgelegt, teilweise mußte der Eisenbahnverkehr stillgelegt werden. * Bei einem Brand im Torfe Bruckhorn bei Bael oer- brannten die Arbeiter Willens, Vater und Sohn. * Bei einem Erdbeben, das sich im Grnbenbezirk Veuty?» ereignete, ging auf der Karsten-Zentrum-Grube eine Strecke' zu Bruch, wobei vier Arbeiter verschüttet wurden. Nr. 92. Jahrgang 1928.- _ D« Land bote * SinsheM« JeitMW. tragene und umsichtige Führung der Geschäfte seines Ressorts aus. Zum f Da«espla« «nd Londoner Abkommen übergehend, wies der Redner darauf hin, wieviel bisher nicht nur für Deutschland allein, sondern für das Zusammenleben und die Wohlfahrt der Völker erreicht und gesichert worden sei. Diese Zusammenarbeit habe seither mannigfache festere Formen angenommen. Ter Präsident gedachte hierbei der Weltwirtschaftskonferenz von Genf, wobei er betonte, daß die Verflechtung von Staat und Wirtschaft, von Volk und ^Weltwirtschaft viel zu eng geworden sei, als daß eine ^blühende Volkswirtschaft sich anders als im Rahmen einer Entwickelten Weltwirtschaft gedeihlich entfalten könnie. Vieles, sehr vieles von dem berechtigten deutschen Ansprüchen lei noch unerfüllt geblieben. Um so bedeutsamer sei die Freigabe des deutschen Eigentums in den Vereinigten Staats von Amerika. Der Redner erbat hierauf für die Zukunft um Gerechtigkeit für die Anliegen des Industrie- und Handelstages, die auch Anliegen der deutschen Wirtschaft seien. Es sei Mode geworden, davon zu sprechen, daß die Wirtschaft den Staat beherrschen wolle. Das treffe für den Deutschen Industrie- und Handelstag gewiß nicht zu und sei seines Erachtens auch sonst unrichtig und irrtümlich, wenn auch die Wirtschaft der Meinung sei, daß die objektiven Erfordernisse der deutschen Volkswirtschaft jeden zur Staatsführung Gehörenden heute mehr als je voranstehen müßten. Tann betrat Reichsanßeuminister Dr. Stresemann die Rednertribüne. Seine Ausführungen galten in erster Reihe wirtschaftlichen Fragen. Nach Ansicht Tr. Strese- , manns ist es erwünscht und notwendig, daß sich der Völkerbund mehr als bisher auch mit den Kernproblemen der internationalen Wirtschaft befasse. Tr. Stresemann ging aus von der grundsätzlichen Bedeutung der Freigabe deutschen Eigentums in Amerika. Er betonte, daß es für die deutsche Wirtschaft unmöglich sei, durch noch so erfolgreiche und intensive Arbeit des einzelnen Unternehmers ihre verloren gegangene Weltgeltung zurückzuerobern. Er unterstrich weiter die enorme finanzielle Belastung im Innern, die aus den Reparationsverpslichtungen herrühre, und führte ans, daß Treiviertel unserer gesamten Ausfuhr nach Europa gehen, daß wir also auf Gedeih und Verderb mit den übrigen Ländern unseres Weltteiles verflochten sind. In diesem Zusammenhang ging Stresemann ausführlich auf das Problem der Handelsverträge -kn. Nur der internationale Warenaustausch kann DeutsH- land wieder in die Höhe bringen. Unser Hauptaugenmerk muß*daher auf die sorgsamste Pflege der Ausfuhr gerichtet sein. Nur durch internationale Zusammenarbeit kann der nationale Aufbau gesördert und verwirklicht werden und nur dadurch wird es uns gelingen, die verlorene Weltgeltung zurückzuerobern. Darum begrüßte Stresemann es, daß auch der Völkerbund das Interesse mehr und mehr internationalen Wirtschaftsfragen zuwende. Das ist umso notwendiger, als das gesamte Europa in seiner wirtschaftlichen Entwicklung gegenüber anderen Erdteilen infolge seiner Kriegswunden stark zurückgeblieben ist. Daß dies nicht so bleiben kann, hat tzer Völkerbund erkannt. Für Deutschland wird in diesem Zusammenhang vor allem auch die endgültige Lösung des Reparationsproblems eine entscheidende Rolle spielen. Es sind untrügliche Anzeichen dafür vorhanden, daß diese endgültige Regelung bereits in Fluß ist. Stresemann schloß mit dem Hinweis darauf, daß der unerschütterliche Glaube an die Zukunft der deutschen Wirtschaft notwendig sei, um ihren Wiederaufstieg durchzustthren. Nach der mit großem Beifall, aufgenommenen Rede Stre- semanns schilderte Generaldirektor Tgahrt sN»inkirchen> die Lage der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands. Die Hebung der inländischen Kaufkraft ist nur im Rahmen weltwirtschaftlicher Verflechtungen möglich. Die deutsche Wirtschaft hat noch mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, oberes gibt auch Lichtblicke, wie beispielsweise die Entwicklung der Stickstoff-, der Aluminium- und der Kunstseidenindustrie sowie die großen Ergebnisse auf chemisch-technischem Gebiet, wie die Verflüssigung der Kohle und die Fortschritte auf den Gebieten der Elektrowirtschaft und der Gasfernversorgung. Die deutsche Qualitätsarbeit müsse sich aus dem Weltmarkt wieder stärkere Geltung erringen. Sodann folgte die Ueberraschung der Tagung. Karl Lriedrich von Siemens, Vorsitzender des Berwastungs- Mes der Reichsbahn, versuchte in einem programmüßig nicht vorgesehenen Referat die Tariferhöhuugswünsche der Reichsbahn zu verteidigen. In Jahren guter Konjunktur, also starker Ausnutzung der Anlagen, müßte Borjvrge getroffen werden für die Zeit magerer Jahre. Leider kann die Reichsbahn trotz der herrschenden Hochkonjunktur einen solchen Weg vorläufig noch nicht verfolgen. Die Reichsbahn ist vor allem noch mit Bauverpslichtungen aus der Inflationszeit belastet. Für sie ist die Aufnahme neuer Gelder schwierig. Bisher standen ihr nur die teueren Vorzugsaktien zur Verfügung. Eine direkte Beteiligung am ausländischen Geldmarkt ist ihr, vorläufig wenigstens, verschlossen, von Siemens schloß mit der Forderung, daß sich die Kritik au der Tariferhöhung auf sachlichem Boden bewegen möge. Eine geflügelte Rakete. Hamburg, 18. April. Wie in oen „Hamburger Nachrichten", Schriftsteller Otto Willi Gail, mittcilt, wird zurzeit in den Opel- merkcn an der Fertigstellung der ö c 31 II (Opcl-Sander-Rake- te II) gearbeitet. Der neue Wagen wird wesentlich anders ausschen als der erste, der sich für größere Geschwindigke.iten schlecht eignen würde. Er soll nach Mitteilungen von Fritz v. Opel eine lange granateaähnliche Karosserie und zu beiden Leiten große Tragflügel erhalten, die allerdings den Wagen zunächst nicht in die Luft erheben, sondern im Gegenteil durch Berkehrtstellung fest aus die Bahn drücken sollen. Der neue Granatcnwagen wird auf der Aous- Bahn in Berlin erprobt werden. Der erste Rakctcnvorstoß in die Luft ist für Mitte Mai geplant und wird wahrscheinlich vom Berliner Zentralflughafen aus erfolgen. Roehn-Rosiitten hat mit dem Bau eines geeigneten Spezialflügzeuges bereits begonnen. Baden. Die badischen Staatsbehörden und der 1. Mai. Das Ministerium des Innern schreibt: Nach der Verordnung des Stsatsministeriums vom 17. März 1924 gilt im Lande Baden der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag. Beamte, Angestellte und Arbeiter aller Zweige der Staatsverwaltung, welche zwecks Teilnahme an einer Feier am 1. Mai dem Dienste oder der Arbeit fern bleiben wollen, können dies bei ihren vorgesetztenDienststellen beantragen. Solchen Anträgen ist grundsätzlich überall zu entsprechen, insoweit dadurch nicht die notwendige Fortführung des Dienstbetriebes in Frage gestellt ist. Bei der Entscheidung über derartige Gesuche darf nicht engherzig verfahren werden. Die bewilligte Freizeit wird bei den Beamten und Angestellten auf den Erholungsurlaub angerechnet werden. Staatsarbeitern steht gleiches Recht zu, deren Versäumnis auch auf den Erholungsurlaub angerechnet werden kann. Für alle Beamten- und Arbeiter-Kategorien kann schließlich auch von der Anrechnung auf den Erholungsurlaub oder für Arbeiter auf Lohnkürzung abgesehen werden, wenn die Nachholung der versäumten Arbeitsstunden andsrweit sichergestellt wird. In Betrieben, in welchen Dienstbefreiung zur Befriedigung religiöser Bedürfnifle an staatlich nicht anerkannten Feiertagen ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub und ohne Lohnkürzung gewählt wird, gilt das gleiche auch für Dienstbefreiungen am 1. Mai. Bedeutende Schulgelderhöhunge» a« den Höheren Lehranstalten Karlsruhe, 19. April. Das' Badische Unterrichtsministerium hat bestimme: Ter Jahresbetrag des Schulgeldes der Höheren Lehranstalten beträgt für sämtliche Klassen 130 Mark. Das Schulgeld ist in drei gleichen Teilbeträgen zu entrichten. Der Zuschlag sowie das besondere Schulgeld dürfen zusammen mit dem sonstigen Schulgeld den Betrag von 180 Mark jährlich nicht übersteigen. Das Schulgeld an den Höheren Lehranstalten betrug bisher jährlich 120 Mark,' es tritt somit eine Erhöhung von 30 Mark ein. Wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, kommt diese Schulgelderhöhung zunächst nur an den Gymnasien zur Auswirkung. Ueber eine Erhöhung des Schulgeldes an den Realanstalten werden die Städte zu entscheiden haben. „Anton Fendrich über sich selbst" Karlsruhe, den 18. April 1928. Staatspräsident Dr. Remmclc schreib! der Tel.-Un.: In Nr. 275 der „Frankfurter Zeitung" vom 13. des Monats ist aus Anlaß des 60. Geburtstages des in Freiburg lebenden Schriftstellers Anton Fendrtch eine Einsendung desselben über dessen Erlebnisse veröffentlicht, in welcher es u. a. heißt, daß es ihn trotz seiner trüben Lebenserfahrungen nicht gehindert habe, „die allerersten wichtigsten Staatsdokumente der neuen Badischen Regierung auf Wunsch des Ge- Werners Werbung. Roman von George Manville Fenn und Eckrl Johannes. Er eilte hinaus, während Glqddyr ruhig weiter rauchte. Aber sobald derselbe allein war, erhob er sich und las mit Spannung die Aufschriften der Medizinflaschen sowie der verschiedenen Schubladen des Arzneischrankes. Dann lauste er vorsichtig auf den Flur hinaus, den er völlig leer fand, wendete sich wieder dem Flaschenregal zu. murmelte dabei aufgeregt vor sich hin: „Ich werde seine Schritte mindestens eine Minute früher hören, als er ins Zimmer tritt", nahm hastig eine von den leeren Arzneiflaschen mit dazu paffendem Korke aus der halb offenen Schublade, nahm dann eine Flasche aus dem oberen Fach, füllte aus derselben das Fläschchen, verkorkte es sorgfältig, verbarg e-5 in der Brusttasche und stellte dann die große Arzneiflasche wieder an ihren Ort. Keinerlei Spuren konnte sein Tun verraten. Die ftgnd genau an ihrem Platze, kein Trovfen war ierkpritzt. Mit einem Seufzer sank er in den Lehnstuhl, und während er langsam rauchte und immer wieder nach dem kleinen Fläschen fühlte, welches ihm jetzt einen siche- cen Ausweg aus all seiner Not zu bieten schien, begann fein Puls wieder ruhig und gleichmäßig zu Magen. Sein Plan, wie er weiter Vorgehen wollte, war in der Hauptsache fertig, als er die Schritte des. Doktors hörte und derselbe gleich darauf mit den Worten m das Zimmer trat: „Ich bitte sehr um Entschuldigung. Sie sehen, was für ein jämmerlicher Sklave ein Arzt ist, er hat wirklich keine Sekunde für sich Zeit. Aber Ihre Zigarre ist Ihnen ja ausgegangen, darf ich Ihnen eine andere anbieten? Nein? Was, Sie wollen schon gehen?" „Ja, ich muß jetzt an Bord", erwiderte Glyddyr, „nach Ihrer Arznei fühle ich mich wie neugeboren". „Recht io. Werden wir uns heute abend wieder sehen?" „Ja, heule avenö", antwortete der Arzt und trat dann an das Fenster, um seinem Gast nachzusehen, wie dieser den Weg nach dem Hafen entlang ging, und mur- nr-flte dabei nachdenklich vor sich hin: „Beneidenswerter Mensch! Der Alte hat ihm seine Gunst zugewandt — und das Mädchen? Nun. Mädchen müssen eben nach- aeben." LÄveiunddreißigstes Kapitel. Eine Dosis Arznei. Was, Sie schon wieder, Frau Woodham?" „Ja, Herr", antwortete sie: „die Zeit vergeht sehr schnell — alle drei Stunden". „Richtig, schon sechs Uhr", meinte Gartram mürrisch und nahm seine Medizin. „Soll ich um_9 Uhr die Arznei hierhier bringen?" „Nein, das sieht zu lächerlich aus — Ich habe dann Besuch hier. Sie können mir meine Dosis in ein Weinglas gießen und auf den Kamin dort stellen. Ich werde die Arznei dann um 9 Uhr nehmen". Sarah Woodham gehorchte feiner Anweisung und verließ das Zimmer. Eine halbe Stunde später kamen der Arzt und Glyd- dhr zum Diner. Glhddyr führte Klara zu Tisch. Sie fand es sehr schwer, ruhig und gelassen zu -bleiben, denn Glhddyr zeigte^ ihr gegenüber eine ehrerbietige Vertraulichkeit und zuversichtliche Gewißheit, als ob sie beide schon zueinander gehörten und ihre öffentliche Verlobung nur noch eine Frage der Zeit wäre. Aber es gelang ihr doch, ihre Selbstbeherrschung zu wahren und sie erfüllte in bewundernswerter Weise ihre Pflichten als Hausherrin, bis es Zeit war, daß die Damen vom Tisch aufstanden und die Herren beim Wein allein ließen. „Mary, wenn es nicht gerade jetzt mit Papas Gesundheit so schlecht stände", rief Klara, als sie allein waren. „so würde ich ganz gewiß fortreisen und einen längeren Besuch bei Tante machen. Dieser Mann ist so beharrlich, und sein ruhiges, selbstbewußtes Wesen macht mich so ängstlich". Donnerstag, den 19. Apri l 1928. famtministeriums zu verfassen. Dll erste Präsidenten«-- öer Nationalversammlung ist wörtlich von mir." Nach Veröffentlichung dieser Einsendung telegraphierte Herr Anton Fendrtch an das Staatsministerium, die „Darstellung des Zustandekommens der ersten Präsidentenredc in „Frankfurter Zeitung" ist redaktionell eigenhändige irrtümliche Abänderung durch „Frankfurter Zeitung". Habe dort bereits berichtigt, Unterlagen an das Staatsministerium folgen bald." Die „Frankfurter Zeitung" hat es unterlassen, eine Richtigstellung hierüber zu veröffentlichen, woraus sich die Notwendigkeit ergibt, festzustellen, daß die Mitglieder der vorläufigen Regierung nichts davon lvußten, daß Herr Anton Fendrich mit der Abfassung des Wortlautes der Rede des Präsidenten an die badische Nationalversammlung beauftragt war. Die von Herrn Fendrich dem derzeitigen Staatspräsidenten zugestellten Unterlagen geben Anlaß zu der Annahme, daß Staatspräsident Geiß den mit ihm persönlich befreundeten Anton Fendrich ersucht hat, ihm bei der Abfassung des Wortlauts seiner Programmrede behilflich zu sein. Wenn sich der erste Staatspräsident Anton Geiß dieser Hilfeleistung bediente, so ist das in der seinerzeitigen Situation der fortdauernden unruhigen Zeitläufte auch-durchaus erklärlich. Aus Protokollen des Staatsministeriums ist nicht ersichtlich, daß der Entwurf dieser Rede überhauvt den Oiegenstand einer besonderen Besprechung, im Kabinett gebildet hat. In jener Zeit standen nämlich ändere, wichtigere Aufgaben der Regierung im Vordergrund der gemeinsamen Interessen der Regierungsmitglieder. Neuer Vankzusammenbrnch Schwierigkeiten bei der Mannheimer Gewerbebank. Die „N. B. L." meldet: Kaum sind die Beunruhigungen, der öer Zusammenbruch der Rheinischen Handelsbank in weiten Kreisen der Mannheimer Bevölkerung hcrvorgerufen hat, etwas abgeebbt, da zeigen sich bedrohliche Anzeichen für ein anderes, u-ni Ge- werbekreisen finanziertes Institut, die Mannheimer Gr- werbebank. Vorgestern hat sie ihre Schalter schließen müssen, da sie den an sie herantretenden Zahlungsforderungen nicht mehr gewachsen war. Wie wir erfahren, wird augenscheinlich der Status öer Bank geprüft und die Wege beraten, die zur Flüssigmachung der notwendigen Zahlungsmittel beschritten werden sollen. Die um Hilfe angegangenen Großbanken, vor allem .die Rheinische Creditbank und die Süddeutsche Diskonto-Gesellschaft, sind noch mit der Prüfung der Kreditwürdigkeit des Instituts beschäftigt. -Der unmittelbare Anlaß zu den Schwierigkeiten liegt in der Gefährdung eines an die Badische Beamtenbank, Niederlassung Mannheim, gegebenen Kredites in Höhe von 330 000 Mark. Der Kreditnehmer, ein indostrieelles Werk, hat die fälligen Mittel an die Beamtenbank nicht zurückzahlen können. Es scheint, daß die beiden Banken den Anf- gabenkreis, der den Instituten vorgezeichnet war, überschritten wurde, worauf wir noch näher zurückkommen werden. Wieweit eine Regreßforderung an die Badische Bcamten- bank in Karlsruhe von seiten ihrer Mannheimer Niederlassung besteht, ist noch zu überprüfen. * Die Mannheimer Gewerbebank ist eine eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung. Am 1. Januar 1928 zählte sie 1157 Mitglieder, die mit je 1000 Mark hasteten, wozu noch einige Mitglieder mit mehreren Anteilen kommen, so daß die Gesamthaftsumme 1,2 Millionen Mark beträgt. Tie letzte auf den 31. Dezember 1926 vorliegende Bilarkz, die in der N.B.L. wegen ihrer Unübersichtlichkeit bemängelt wurde, weist liquide Mittel mit 393 000 Mark, Guthaben bei Banken mit 630 000 Mark. Kontokorrentforderungen mit 2,26 Millionen Mark gegen rund 2,74 Millionen Mark Einlagen und 322 000 Mark Verbmdlichkeiten aus. Die Geschästsguthaben betrugen rund 332 000 Mark, an Reserven waren vorhanden rund 120 000 Mark. Die Bilanz per 31. Dezember 1927 ist fertiggestellt, aber noch nicht veröffentliche Mannheimer Gcwcrbebank e. G. m. b. H. Mannheim. Eine Bermaltnngserklärung. Die Verwaltung teilt mit: „Infolge unverantwortlicher Kreditgewährung des Verstandes und zu enger Verquickung des eigenen Geschäftes mir den Geschäften der Mannheimer (nicht Karlsruher) „Ja. er wählt die sichere Weise des Angriffs; aber du brauchst dich nicht so aufzuregen. Wir können ja nichi wissen, was sich noch ereignen mag, ehe du dich bestimmt erklären mußt. Und jetzt wollen wir uns überlegen, welche Lieder wir singen, denn die Herren werden bald kommen". Das war nun allerdings kaum wahrsMinIlch, denn eben hatte Gartram seinen Gästen die Rotweinkaraffe zugeschoben und sie aufgefordert, es sich behaglich zu machen. Eine gute Marke, meine Herren", sagte er dabei. „Aber Doktor, Sie werden ja Wohl den alten Portwein vorziehen!" „Danke, nein, ich möchte heute abend nichts mehr trinken. Ich muß mich doch bald beurlauben". „Was?" rief Gartam erstaunt. „Nur auf etwa ein halbe Stunde. Ein Patient!" „Wie langweilig! Müssen Sie denn wirklich gehen?' „Allerdings". „Dann kommen Sie erst noch nach meinem Zimmer n»d rauchen eine Zigarre mit uns. Den Kaffe lasse ich rsch dorthin bringen". Als die drei Herren in das Arbeitszimmer traten, var dasselbe nur matt durch eine Ampel erleuchtet, während durch die weitgeöffneten Fensterflügel das silberne Mondlicht hereinflutete und den Schimmer der Lampe beinahe verschwinden ließ. „Eine herrliche Nacht!" rief der Doktor, nachdem er einen kurzen Blick auf di« Fläche des Meeres geworfen hatte, und trat dann an den Tisch, um sich eine Taffe Kaffee einzufchenken und eine Zigarre anzuzünden. Während Glyddyr feinem Beispiels folgte, wandte sich der Arzt nach dem Kamin und rief heiter: „Holla, was haben wir hier? Heimlichkeiten? Was ist dies?", und dabei hob er das halbgefüllte Weinglas i« die Höhe. „Nette Heimlichkeiten das", entgegnete Gartram mir- risch. „Das ist Ihre greukiche Arznei, die ich mir dorr- hin stellen ließ, damit ich sie pünktlich einnebme". Nr. 92. Jahrgang 1928. 'Beamtenbank e. G. m. b. H. in Mannheim ist die Mann- heimer Gewerbebank G.m. b. H. festgefahrcn und hat die Zahlungen eingestellt. Zur Zctk wird bei beiden Instituten der Status festgestellt, um alsdann in einer mit kürzester Frist einzuberufenden Mitgliederversammlung über die Weiterführung der Genoffenschaft Beschluß zu fasten. Bei ruhiger Abwicklung dürsten menschlicher Voraussicht nach — mit Rücksicht auf die Geschästsguthaben und Haftsummen der — den Gläubigern der Bank Verluste nichts entstehen. Tie Fortführung wird sich bei vernünsriger Zusammenarbeit der Mitglieder mit der neuen Verwaltung und den dazu berufenen Kreisen verwirklichen lassen. Es wird voraussichtlich auf den kommenden Mittwoch, den 26. April, eine Gläubiqerversammlung einberufen, wozu noch besondere Einladnngeit ergehen werken. Die Generalversammlung findet am 30. April 1928 statt." Wie hierin angedeutet, ist die Zahlungseinstellung m erster "inie auf unverantwortliche Kreditgewährung des Vorstandes zurückzuführen. Die Mitglieder des Vorstandes haben Kredite in höherem als vom Aussichtsrat genehmigten Maße und teils sogar ohne Wissen des Aufsichts- ratcs gewährt. Diese neue Insolvenz im Mannheimer aBnkgewerbe hat allseitig großes Aufsehen erregt. Auffallend ist, daß die Verhältnisse ähnlich wie bei der Rheinischen Handelsbank liegen, in beiden Fällen hat unverantwortliche Kreditgewährung seitens Vorstandsmitglieder zu Zahlungseinstellungen geführt. Wie es möglich war, die Dinge soweit kommen zu lassen, daß sämtliche Mittel festgelegt sind, dürfte einer Untersuchung zu unterliegen haben. Jedenfalls ist durch derartige Handlungsweise das Vertrauen in Mannheimer Bankinstitute nicht zu stärken. Aus Nah und Fern. X Sinsheim, 18. April. (Besichtigung des Taubstummenheims Burghalden in Neckargemünd). Auf Einladung des Vorsitzenden des Bad. Taubstummenvereins, Herrn Landrat Strack in Sinsheim besichtigten heute Mittag die evang. Geistlichen der Kirchenbezirke Neckarbischofsheim' und Sinsheim (23 Herren und 7 Damen) das vom Landesverein erworbene Haus Burghalden in Neckargemünd. Herr Landrat Strack war selbst mitgckommen und gab zunächst einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte dieses neuen Heims. Hatte vor dem Krieg der Verein sich mit dem Gedanken getragen für Taubstumme ein Altersheim zu errichten, so trat nach dem Krieg und zumal seit Inkrafttreten des Reichsgesetzes für Berufsausbildung für Krüppel und sonst körperlich gehemmte und der Fürsorgegesetzgebung der Gedanke in den Vordergrund, Taubstumme beruflich auszubilden und ihnen so eine Existenzmöglichkeit zu bieten. Ueber Erwarten rasch bot sich die Gelegenheit den Gedanken zu verwirklichen durch den sehr günstigen Kauf des Hauses Burghalden mit seinen 86 Zimmern und 2 Hektar Gelände. So konnten sehr bald 45 Lehrlinge beiderlei Geschlechts und einige ältere Pfleglinge ausgenommen werden. Herr Taubstummenlehrer Abend sprach dann sehr über die Taubstummheit an sich, dabei zeigend wie die Gebirgsländer mehr Taubstumme, die ebenen Gegenden mehr Blinde aufweisen, wobei Ostpreußen eine merkwürdige Ausnahme bilde, indem es nämlich ein Taubstummenland sei, was sich aus dort bestehenden, öfters auftretenden Krankheiten erklären lasse. Die bereits in Baden bestehenden 3 Taubstummenanstalten in Meersburg, Heidelberg und Gerlachsheim dienen der Beschulung der Taubstummen, das neue Haus der beruflichen Ausbildung und zwar bis jetzt für die Knaben in Schusterei, Schneiderei und Gärtnerei, wozu sich vielleicht bald noch die Schreinerei geselle, für Mädchen in haus- wirtschastlicher Arbeit und Ausbildung im Weiß- und Klcider- nähen und Stickerei. Auch hier könnte im Lauf der Jahre noch die Teppichweberei hinzukcmmen. Auch der schulmäßige gewerbliche Unterricht, wie er ja • vorgeschrieben ist. wird hier erteilt. ^Auf diese Weise vertraut mit dem Zweck der Anstalt wurde das Haus in allen seinen Teilen besichtigt. Die Besucher konnten sich von der Zweckmäßigkeit. Gediegenheit und sonnigen Freundlichkeit des Hauses überzeugen und sich darüber freuen.' Helle, hohe Werkstätten, geräumige Lehrsäle, große Eß- und Erholungsräume mit großen Veranden, sehr schöne Schlafzimmer, dazu der herrliche bis zum Waldsaum reichende parkähnliche Garten und von überall her der Blick in's herrliche Neckartal und auf den Dilsberg. Im Namen aller sprach dann Herr Dekan Eisen,' Sinsheim, Herrn Landrat Strack und Herr Taubstummenlehrer Abend für ihre einführenden und belehrenden Worte den herzlichsten Dank aus und knüpfte den Wunsch daran, daß Burghalden jungen, taubstummen Menschenkindern den Kampf ums Dasein erleichtern und älter Gewordenen ein Heim des Rühens werde. Gerade für die Pfarrer fei es von Bedeutung ein Haus zu kennen, dem sie gerne und unbesorgt cventl. taubstumme Gemeindeglieder anvertraucn könnten. * Sinsheim, 19. April. (Die badischen Jugendherbergen.) Die diesjährige Hauptversammlung der badischen Jugendherbergen wird zum ersten Male in einem eigenen Heim der badischen Jugendherbergen, im Bodenseeheim in Ueberlingen abgehalten. Der Feierlichkeit soll dadurch Ausdruck gegeben werden, daß die weit über dem See sichtbare Jugendherberge von der Stadt Ueberlingen illuminiert werden wird. Die in den beiden letzten Jahren sehr stark angewachsene Wanoerbewegung unter der Jugend und das dadurch begründete Wachsen des deutschen Iugendherbergswer- kes bringt eine Fülle von neuen Fragen und Tatsachen mit sich, die früher in diesem Maße noch gar nicht übersehen werden konnten. Alle diese Fragen, die dem Wandern der Schulen der Bünde, der Unterbringung der werktätigen Arbeiterjugend in Heimen der deutschen Jugendherbergen, der Unterbringung erholungsbedürftiger städtischer Kinder, der Miteinrichtung von städtischen Jugendheimen gellen, werden auf der diesjährigen Tagung der badischen Jugendherbergen einen breiten Raum einnehmen. Am zweiten Tage ist eine Erweiterung der Landestagung dadurch gedacht, daß die Teilnehmer in bereitgestellten Autos nach Singen a. H. gefahren werden. Hier wird die soeben fertiggrstcllte neue Iu- genoherberge der bisher größte Iugendherbergsneubau in Baden, besichtigt. Die Ausgestaltung des badischen Iugendherbergsnetzes geht unaufhaltsam vorwärts. Nachdem die Städte Mannheim, Bruchsal und Heidelberg im Zusammengehen mit dem Gau Baden für deutsche Jugendherbergen vortreffliche Iugendwandcrherbergen eingerichtet haben, folgen nun auch oie Städte Baden-Baden. Lörrach, Offenburg uno Neustadt. Wenn die Möglichkeit bestehen bleiben soll, daß jeder und jede Jugendliche weiterhin für 20 Pfennig in jeder deutscken Jugendherberge übernachten kann, dann muh auch die Unterstützung aus der badischen Oesfentlichkeit bei weitem stärker werden. % Waibstadt, 18. April. (Kommunion.) Am verflossenen Sonntag (Weißensonntag) konnten in der hiesigen katholischen Etadtkirche 12 Knaben und 12 Mädchcv die erste hl. Kommunion empfangen. x Bargen, 18. April. (Die Generalversammlung) der Molkereigenossenschaft Bargen fand am letzten Montag im Rathause hier statt. Nach Begrüßungsworten durch Vorstand Friedrich Ulmer fanden die Wahlen statt. Wiedergewählt wurde als 1. Vorstand Friedrich Ulmer, neugewählt Bürgermeister Richter als 2. Vorstand. Als Aufsichtsratsmitglieder für den ausschcidenücn Karl Heller wurde Kaufmann Aldinger gewählt. Herr Ober- __ D« Landbote * Smsheimcr Zeitung. _ revisor Hofmann gab den Rcvisionsbericht für das Geschäftsjahr 1927 bekannt. Bezüglich der 1925 gegründeten Milchzentrale Helm- stadt wurde von ihm ausgeführt, daß die hiesige Moikercige- iwssenschaft schon bedeutende Geldbeträge dorthin absühren mußte, ohne daß sich die Milchzentrale Helmstadt bis heute rentierte. Dieses Unternehmen rentabel gepalten zu helfen, ist deshalb Hauptaufgabe der beteiligten Genossenschaften. Die Abschreibung des Geschäftsanteils bei der Milchzentrale Helmstadt mit 1000 RM. wurde genehmigt. x Bargen, 18. April. (Einen starken Zuwachs an Schulkindern) hat die hiesige Volksschule dieses Jahr zu verzeichnen. Während bisher ein Schuljahr seit Jahren kaum mehr als 10 Schüler zählte, kamen an Ostern o. Fs. 22 Schüler ins 1. Schuljahr. * Bad Rappenau, 18. April. (Bezirksobst- und Gartenbauverein Bad Rappenau und Umgegend.) Am vergangenen Sonntag fand auf Veranlassung des hiesigen Bezirksvereins in der „Linde" in Heinsheim eine Versammlung statt. Bon den Zweig- vereinen, sowie von hier hatten sich Vertreter eingestellt. Kreisobstbauinspektor Welker aus Mosbach hielt dabei einen lehrreichen Bortrag und streifte in Kürze die Gebiete des Obstbaus, der Obstbehandlung und des Obstabsatzes. In Vertretung des Vorstandes leitete Schriftführer, Eisenbahninspektor Schmid. die sehr anregend verlaufene Versammlung. Seine Ausführungen gipfelten mit denen des Vortragenden darin, daß Heinsheim, in einer von der Natur so begünstigten Gegend, einen Verein gründen und sich Rappenau als Zweigverein anschließen sollte. Diese Worte fanden tatsächlich auch guten Boden, denn nachdem sich 26 Mitglieder eingezeichnet hatten, wurde die Gründung sofort vorgenommen. Mit der Hoffnung und dem Wunsche, daß dieser neue Zweigverein zum Wohle des Einzelnen und der Allgemeinheit seine Wirksamkeit entfalte, schloß der Leiter mit Dankesworten für die zahlreiche Beteiligung und das rege Interesse die so schön und harmonisch verlaufene Versammlung. Der Mitgliederstand hat sich durchffdieien Zuwachs auf 260 erhöht. % Ittlingen,' 18. April. (Ergebnis einer Sammlung.) Die hier vorgenommene Sammlung für oie Taubstummen erbrachte *42 Rm. x Mühlhausen, 18. April. (Hohe Patenschaft.) Bei dem 7. Jungen des Landwirts Johann Rühl übernahm Reichspräsident von Hindenburg die Ehrenpatenschaft und ließ gleichzeitig den Eltern für seinen Pflegling 20 Mark als Patengabe überweisen. $ Malschenberg, 18. April. (Winzerversammlung.) Dieser Tage fand hier im Gasthaus zur Rose eine Winzerversammlung statt, die den Zweck haben sollte, den vor einem Jahre von Ratschreiber Fuchs gegründeten Winzcrverein, der an den Winzcroer- ein in Malsch angeschlossen ist, neu zu beleben. Herr Diebold- Malsch sprach'über den Weinbau und die Kellerwirtschast, Ratschreiber Brenzinger-Malsch über die geschichtliche Vergangenheit des Weinbaues in den Gemeinden Malsch und Malschenberg. Seitens der Versammlung wurde der Wunsch geäußert, des öfteren derartige Versammlungen abzuhalten. Die Weinpräniiierung in Rotenberg soll auch mit Malschenbcrger Erzeugnissen beschickt werden. x Wiesloch, 18. April. (Autounfall.) Vorgestern abend fuhr das Auto des Herrn Mayer, Vertreter der Hamburg-Amerika-Li» nie aus Walldorf, das gerade einem Holzfuhrwerk ausweichen wollte, auf der Straße zwischen Dielheim und Alt-Wiesloch eine Böschung hinab und überschlug sich hierbei. Personen kamen nicht zu Schaden. Das Auto mußte abgeschleppt werden. x Reckargemünd, 18. April. (Künstlerische Erfolge eines Neckargemünders.) Durch seine Auslandstätigkeit (Opernaufführ- ungen in Stockholm und Kopenhagen, Konzerte in Italien, Spanien, Frankreich) hat sich der in Neckargemünd geborene Kapellmeister Hans Secber- van der Floe seinen Namen gemacht. In Hof in Bayern hat kürzlich eine beifällig aufgenommene Uraufführung eines seiner Werke stattgesunden. * Heidelberg, 18. April. (Schurmans und Etresemanns Ehrenpromotion.) Am Samstag, den 5. Mai, vormittags 11 Uhr, findet im Großen Saal des Neuen Kollegienhauses die Ehrenpromotion des Botschafters Dr. Schurman durch die Philosophische Fakultät uno des Reichsaußenministers Dr. Stresemann durch die Staatswissenschaftliche Kommission der Universität statt. Herr Botschafter Dr. Schurman wird aus die Uebcrreichung des Diploms mit einer Ansprache erwidern. Herr Reichsminister Dr. Stro- semann hat einen Vortrag zugesagt. * Schwetzingen, 18. April. (Tödlicher Unglücksfall.) Der im 38. Lebensjahr stehende Kartonmacher Fritz Hofercr rutschte vorgestern in der Scheune seines Anwesens auf einer nur lose anliegenden Treppe aus. Hoferer fiel mit dem Kops aus einen unten stehenden Strohschneidestuhl. Der Tod trat auf der Stelle ein. ** Lndwigshafen, 19. April. (Vermißt). Seit 3. April wird die 28 jährige Erna Weiß, Maudacher Straße 79 wohnhaft, vermißt. Sie ist etwa 1,60 Meter groß, untersetzt, hat dunkelblondes Haar, trug blauen Faltenrock, blau- und schwarzgestreifte Bluse, rotbraunen Mantel und schwarzseidenen Hut. Sachdienliche Mitteilungen werden qn die Kriminalabteilung der Polizei erbeten. ** Mannheim, 19. April. (Selbsttötung). Eine 45jäh- rige alleinstehende Frau hat sich in ihrer Wohnung durch einen Schuß in die Brust und Einatmen von Leuchtgas selbst getötet. Der Grund dürfte Schwermut sein. Gcplant ist zunächst ein 15 Minutenverkeür nit Dossenheim und ein 30 Minutenverkehr mit Schriesheim. >:( Karlsruhe, 13. April. (Körperverletzung mit Todes- folge.s Im Verlaufe von Streitigkeiten erhielt der verheiratete 30 Jahre alte Händler Otto Zubrod gestern abend in der Waldhornstraße mehrere Messerstiche. Er wurde in schwerverletztem Zustande in das Städtische Krankenhaus hier eingeliefert, wo er eine Stunde später verstarb. Tie Täter, ein 23 Jahre alter Schreiner und ein 26 Jahre alter Artist von hier, wurden verhaftet. ** Rastatt, 19. April. iSelbstmordversuch.) Dienstag Abend versuchte eine Frau von hier in ihrer Wohnung durch Oefsnen des Gashahnens, sich aus unbekannten Gründen das Leben zu nehmen. Sie wurde in das Krankenhaus überführt. ** Rastatt, 19. April. (Notlandung des französischen Pvstflugzeuges.» Der Führer des hier notgelandeten sran- zöstschen Postflugzeuges konnte nach Prüfung seiner Papiere die Fahrt mit der Bahn fortsetzen. Das Flugzeug mutz vollständig abmontiert werben. Menschen kamen bei der Notlandung nicht zu Schaden. ** Kehl, 19. April. (Einweihung). Die Eröffnung und Einweihung' der neuen Gewerbe- und Handelsschule soll am Samstag, den 12. Mai d. I., stattsinden. ** Altenheim, 19. April. Einen bedauerlichen Unfall erlitt der 82jährtge Jakob Speck dadurch, daß er beim Einspannen vom Pferd einen Tritt auf den rechten Unterschenkel erhielt, wodurch er einen komplizierten Beinbruch erlitt. ** Sasbach, ig. April. Seinen schweren Verletzungen, die er sich durch Sturz zugezogen, ist gestern nachmittag Herr Zimmermeister Albert Ernst erlegen. Der auf so tragische Weise aus dem Leben Gerissene erfreute sich allgemeiner Achtung und Beliebtheit. ** Schramberg, ig. April. (Von der Hochzeit in den Tod) gegangen ist der 68 Jahre alte Landwirt Gregor Donnerstag, den 19. April 1928. , Moßmann von hier. Derselbe wurde gestern in der Berneck liegend ertrunken aufgefunden. Er hatte tagszuvor Hochzeiten in Hardt und Tennenbronn besucht und war dann anscheinend auf dem Heimweg in der Dunkelheit in die Berneck geraten. Ein Verbrechen liegt allem Anschein nach nicht vor. ** Mergeutheim, 19. April. (Fertigstellung der Diätkuranstalt.) Unter Anwesenheit der staatlichen Behörden wurde in diesen Tagen der vollendete Erweiterungs- und Umbau der Diätkuranstalt am Frauenberge eingeweiht, die, in unmittelbarer Nähe des Kursals und der Tauber gelegen, zu den ältesten Sanatorien des Bades zählt. Nach modernsten Gesichtspunkten neu erstellt, besitzt Bad Mergentheim in der Diätkuranstalt am Frauenberge von Tr. Bofinger ein Sanatorium, das mit zu den ersten unter den deutschen Bädern gezählt werden kann. Mordversuch im Betriebe der J.-G. Farbenindustrie. Bier Schwerverletzte. tlnSwigsyase«, 19. April. Gestern vormittag verübte im Oppauwerk der J.-G. Farbenindustrie der Elektromonteur Franz Gioth aus Bensheim einen Mordversuch. Gioth war am 12. April entlaßen worden, weil er gegen seinen Mci- ster in schwerer Weise tätlich vorging,' mit einem Eisonrohr hatte er ihm die Hand entzwei geschlagen. Gestern kam der Täter in die Werkstatt, in der er früher bcsckäskigt war, und feuerte blindlings ans die hier anwesenden Meister mehrere Schüsse ab. Hieraus begab sich Gioth, der mit zwei Pistolen bewaffnet war, in eine andere Abteilung und schotz auch hier auf die anwesenden Meister. Im ganzen soll er 8 Schüsse abgegeben haben. In beiden Werkstätten wurden verletzt die Meister Schneider, Heißt, Platz und der Kalkulator Lauper. Während Platz nur leichtere Verletzungen davontrug, sind die anderen drei Meister schwer verletzt. Ter Täter hat sich der Polizei gestellt. Grubeneinsturz durch Erdbeben Bier Bergleute verschüttet. Benthe». 19. April. Bei dem tektonischen Erdbeben, öasj sich am Dienstag im Grubenbezirk von Beuthen ereignet^ und auf den Grubenabbau zurückgeführt werden mutz, sokh ein Gebier von 16 Kilometer Länge und 6 bis 7 Kilometer, Breite verschüttet worden sein. Aus der Karsten-Zentrum- Grube der Schles. Aktiengesellschaft ist eine Strecke zu Bruch gegangen bei der vier Bergleute verschüttet wurden. An der Bergung wurde die ganze Nacht hindurch gearbeitet.^ Inzwischen ist es gelungen, mit einem der Bergleute ein«! Verständigung aufzunehmen. Ob die übrigen verschütteten Bergleute noch am Leben sind und ob sie noch zu retten sein werden, steht noch nicht fest. Drei Todesopfer des tektonische« Erdbebens in Benthe« geborgen. Beuthen, 19. April. Nach fast 24stündiger aufopfernder Bergungsarbeit gelang es. von den vier verschütteten Bergleuten auf der Karsten-Zentrumgrube drei tot zu bergen. An der Bergung des vierten verschütteten Bergmannes wird! noch gearbeitet. Schwere SchneeWrme in polw Der Telephonverkehr mit dem Ausland völlig lahmg«legt> Danzig, 19. April. (Funkspruch.) Nach hier vorliegey-, den Nachrichten wurde am Dienstag ganz Mittelpolen insbesondere aber die Hauptstadt Warschau und eine Reihe« anderer polnischer Städte — von einem schweren Schnee- sturm heimgesucht. Im ganzen Lande wurden erhebliche Schäden angreichtet. Hauptsächlich hat unter dem Unwetter der Fernsprech-, Telegraphen- und Eisenbahnverkehr gelitten. Die Straßen in Warschau sind mit großen Schueemas- sen bedeckt. Gegen 6 Uhr abends traten im gesamten Eisenbahnverkehr ganz erhebliche Verspätungen ein. Auf manchen Strecken wurde der Verkehr überhaupt eingestellt. Von Warschau werden lediglich in der Richtung Krakau, Sosno- wice, Kowel, Lodz und Kalisch Züge abgelassen. Bis in die späten Abendstunden des Dienstags war der Moskauer Schnellzug noch nicht eingetrofsen. Auch die anderen Fcrn- züge erleiden weiterhin erhebliche Verspätungen. Schwerer Schiffszusammenstoß Ein deutscher Dampfer gesunken. Kopenhagen, 19. April. Wie aus Nyköbing gemeldet wird, ist der Schleppdampfer „Gladiator" aus Hamburg in der Nacht zum Dienstag etwa 10 Seemeilen südlich von Gjed- ser von dem dänischen Motorschiff „Lalandia" gerammt worden und in wenigen Minuten gesunken. Ter Zusammenstoß war so heftig, daß der deutsche Dampfer fast in zwei Teile gespalten wurde. Die „Lalandia" lieh sofort Rettungsboote zu Wasser und es gelang, acht Mann der Besatzung zu retten, während der zweite Maschinenmeister Müller den Tod fand. Tie „Lalandia" konnte mit den deutschen Seeleuten ihre Fahrt nach Kopenhagen fortsetzen. 300000 Liter Ocl verbrannt Paris, 19. April. In Lyon ist ein Automobilöllagcr von 300 000 Litern in Brand geraten. Das Feuer konnte erst nach 5 Stunden gelöscht werden. Der Schaden beträgt zwei Millionen. Mit dem Voot ertrunken Paris, 19. April. Von zwei deutschen Studenten, die aus Hamburg im Paddelboot nach Nizza gekommen waren, ist einer in der Bucht von Nizza ums Leben gekommen. Die Beiden hatten sich in einem größeren Hotel in Nizza niedergelassen. Vorgestern mittag machten sie mit dem Boot eine Fahrt in den Hafen hinaus. Nach kurzer Zeit kam der eine mit Entsetzen zurück und meldete, daß sein Kamerad in de» Wellen umgekommen sei. Dle pariser Großmarkthalle eingestürzt Paris, 19. April. Ein Teil der Pariser Großmarkthalle stürzte gestern während des lebhaftesten Geschäftsverkehrs in den Vormittagsstunden ein. Man befürchtet, daß mehrere Menschenleben zu beklagen and, Maurer- und Konstruktionsteile verschütteten zum Teil auch die umliegenden Kaufstände. Tie Feuerwehr arbeitet fieberhaft, die Verwundete» aus den Trümmern zu befreien. Eine Frau, die zwischen dem Verschlagsraum und dem Erdboden der Halle stehen blieb, konnte aus ihrer gefährlichen Lage noch nicht befreit werden. Tie Umgebung der Unglücksstätte ist abgesperrt. Ter Polizeipräsekt befindet sich an Ort und Stelle. Als Ursache des Einsturzes wird das Nachgeben eines Hanptstützpfeilers angenommen. Der Einsturz war von einer Bodensenkung begleitet. Ueber den Umfang des Unglücks und die Zahl der Toten und Verwundeten liegen noch keine bestimmten Einzelheiten vor. Rr. 92. Jahrgang 1928. D« La lidbot« * Siosheiwer Zeit«»-. Donnerstag, den 19: April 1N28i !!! i ' !'::1 ifrii liii k «eine Todesopfer Beim Pariser Markthalleneinsturz. Paris, 19. April. lFunkspruch.i Zuin Einsturz der Pariser ZentralmarkthaUe wird ergänzend gemeldet, daß es nach den ersten Untersuchungen sich herausstellte, daß nur die Inhaberin eines Marktstandes mit dem nachgebenden Boden und dem zusammenstnrzcnden Stand mit in die Tiefe des Gefrierkcllcrs gcristen wurde, 'cdoch nur leichte Hautabschürfungen davontrug. Der Einsturz wurde dadurch verursacht, daß in dem vier Meter unterhalb der Halle liegenden Keller die Stützpfeiler unterwaschen waren, so daß an einigen -er gefährdeten Stellen der Boden mit den darauf befindlichen Ständen nachgab. Dampferzusammenfioß mit einem Eisberg Der Dampfer der kanadischen Pazific-Linie „Mont Rose" (16 700 Sonnen), der mit 172 Passagieren in Liverpool eiu- gerrvffen ist, berichtet von einem aufregenden Zusammenstoß mit einem Eisberg, bei dem zwei Personen getötet und zivei verletzt wurden. Der Zusammenstoß ereignete sich am Ostermontag, zwei Tage von St. Johns entfernt, in einem dichten Nebel bei sehr langsamer Fahrt. Es scheint fast uu- glanblich, daß das Schiff einer Katastrophe entging. Eine Seite wurde vollständig eingedrückt und zwar 6 % Meter unter der Wasserlinie. Ter Borderteil des Schiffes wurde ein Wirrwarr von Holzstückcn und verbogenem Eisen. Die Platten wtirdcn herausgcriffen und hingen lose. Augenzeugen erzählen, daß Montag früh der Ausguckposten eine Bewegung im Wasser bemerkte, die sich dem Schiff näherte. Er rief: „Eis voraus", doch konnte er in dem dicken Nebel nichts erkennen. Plötzlich wurde von der Brücke aus ein Eisberg bemerkt. Im nächsten Augenblick standen zwei Eisberge vor dem Schiss. Der Kapitän steuerte auf den kleineren zu, da ein völliges Ausweichen unmöglich war. Das Schiss fuhr mit furchtbarem Krach auf den Berg auf. Es schien, als werde es im nächsten Augenblick kentern. Huu- dert Toniken Eis flogen von dem Berg auf das Deck. Alle Fahrgäste legten Schwimmwesten an und bemannten die Rettungsboote. Daß es dem Kapitän gelang, das Schiff dann noch 200 Seemeile» Ivciterznbringen, erscheint wie ei» Wunder. Der Schleier wieder in Mode. Während die Orientalin den ihr durch viele Jahrhunderte hindurch auferlegten Schleier immer entschiedener von sich ivirft, nimmt die Frau des Abendlandes dieses Zeichen weiblicher Abgeschlossenheit von der Welt anscheinend als neueste Modesensation auf. Die schleicrlose Türkin, die so froh ist, endlich einmal ungehemmt in die Welt blicken zu dürfen, könnte den Schleier in Paris bei vielen eleganten Damen wieberfinden. Der Orient, der die Mode des Abendlandes aufnimmt, macht seinerseits wieder Mode. Zunächst wagten sich die Schleier nur schüchtern hervor, und man begnügte sich mit Halbschleiern, hinter denen die Augen geheimnisvoll hervorleuchten. In diesem Frühjahr aber sind in Paris Schleier modern, die länger sind als alles, was man seit vielen Jahren getragen hat. Sie bestehen aus dem feinsten schwarzen Tüll und werden entweder so getragen, daß sie den Hut bedecken und über das Gesicht fallen, oder daß sie an beiden Seiten des Hutes befestigt sind und wie ein Vorhang vors Gesicht gezogen werden. Der Tüll reicht wenigstens bis auf die Schultern, manchmal aber bis auf die Ellbogen, und man würde glauben, daß es sich um lauter "lustige Witwen" handelt, wenn nicht das Dunkel duAh einen Besatz mit feiner Silberborte ein wenig aufgehellt würde. Wie man de« Indianer Schutz angedeihe« läßt. Der Indianer, der bewunderte Held unserer Jugend, wird in Kanada wie ein „Naturdenkmal" geschützt. Ein Missionar unter den Indianern in Manitoba schildert diesen Schutz folgendermaßen: „In jedem der großen Schutzgebiete gibt es einen besonderen Vertreter der Regierung, der dort entweder als Schullehrer oder als Lehrer des Ackerbaues tätig ist. Die Indianer haben die Schule frei, werden im Falle der Krankheit mit Heilmitteln versehe» und erhalten Krankenpflege durch einen staatlich angestellten Arzt und durch eine Berufskrankenpflegerin: sie bekommen Werkzeuge für den Ackerbau und die Gartenpflege, werden mit Vieh und im Bedarfsfall mit Pferde» ausgestattet. Die Alten und Kranken erhalten die nötigen Nahrungsmengen, bisweilen auch Kleidung und Wäsche. Außerdem empfängt jeder Mann, jede Frau und jedes Kind ein jährliches Geschenk von fünf Dollar. Nach dem Gesetz ist der Indianer ein Bürger zweiter lasse: er kann keine Verträge schließen ^>hne Zustimmung des Rcgierungsvertreters. und er kann nicht wegen Schulden verfolgt werden. Es gibt nichts, was er nicht genauer iveiß als das letztere, und das ist seiner Moral nicht gerade zuträglich. Die Lebensbedingungen des roten Mannes im Hguse sind tragisch, er hat noch nicht gelernt, sich in einem Hause einzurichten, und seitdem er seinen Wigwam verlassen, wohnt er in kleinen, schlecht gelüfteten, schlecht beleuchteten und oft nicht sauberen Häusern. Traurig fristet er sein Leben, wenn er kleine Gelegenheit zum Jagen hat, denn dem Ackerbau ist er noch nicht recht angepaßt. Seine Gesundheit ist mit Ausnahme der wenig bekannten Gebiete im Norden schlecht: Schwindsucht und noch schlimmere Krankheiten zehren ihn. auf. Sein geistiger Horizont ist beschränkt, und sogar seine Sprache verkümmert. Bor SO Jahren noch gab es viele indianische Redner, die über einen außerordentlichen Sprachreichtum verfügten. Da es keine Gelegenheit mehr gibt, diese Kunst auszuüben, sind die roten Redner verschwunden, und viele der alten Worte find heute schon den meisten unverständlich. Das Englisch hat noch nicht die Stelle der alten Sprachen eingenommen. Schadenersatzansprüche bei Berkehrsnnfälle«. Tie Opfer eines oft unsinnigen und unvorsichtigen Verkehrs sind Legionen geworden und ihre Schadenersatzansprüche müffen manchmal erst in langwierigen Prozeßverfahren erstritten werden, weil die betreffende Gesetzgebung zu einer Zeit entstanden ist, als der Verkehr erst in den Kinderschuhen steckte. Auffallend und im höchsten Grade ungerecht ist, daß bei Unfällen mit tödlichem Ausgange die Entschädigung in der Regel geringer ist, als bei bloßen Verletzungen. Das sei an einem praktischen Beispiel aus jüngster Zeit erläutert, das Lanbgerichtsrat Dr. Schellhas in der „Deutschen Juristenzeitung" vom 15. März 1928 als Beweis für die Notwendigkeit der Abänderung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen anführt: Ein armes Ehepaar, dem Arbeiterstande angehörcnd, hat einen einzigen Sohn, den es mit vieler Mühe und erheblichen Unkosten aufgezogen hat. Der Knabe ist 14 Jahre alt und steht vor der Einsegnung und dem selbständigen Broterwerb. Ein Auto, von einem grob unvorsichtigen Fahrer gesteuert, über-, führt ihn nicht etwa auf dem Fahröamm, sondern auf dem Bürgersteig, wohin der Wagen infolge übermäßiger Geschwindigkeit bei der Straßenkreuzußg geschleudert und wobei der Knabe getötet wurde. Das angerujene Landgericht hat den Eltern nur die Beerdigungskosten im Betrage von einigen hundert Mark zugesprochen weitere Ansprüche, insbesondere aus 8 10 Abs. 2 des Automobilgesetzes und 8 844; Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches aber abgewiesen, weil diese Ansprüche bei der Jugend des Getöteten den Eltern gegenüber ungewiß sei. Das Kammergericht hat das Armenrecht versagt, was leider der Rechtslage entspricht. Die groteske Folge dieser Rechtslage ist die, daß der Ersatzpflichtige am besten wegkommt, wenn der Verletzte getötet wird. Denn im Falle der bloßen Verletzung mutz der Verpflichtete dem Verletzten unter Umständen jahrelang, ja vielleicht lebenslänglich eine Rente zahlen: er muß hohe Arzt-, Krankenhaus-, Kur- und Heilungskosten zahlen und ein Schmerzensgeld aus 8 847 BGB., den einzigen materiellen Schadenersatz, den das Gesetz kennt, gewähren. Die Beerdigungskosten dagegen stellen oft nur eine ganz geringfügige Summe dar. Daß eine solche Rechtslage nicht befriedigen kann, bedarf keines weiteren Beweises. Bei der anscheinend beabsichtigten Abänderung des Automobilgesetzes wird daher erwogen werden müssen, wie Recht und Billigkeit ihren Niederschlag in der Gesetzgebung finden können. Riesenbrand m Japan. Tokio, 18. April. Ein Ricsenfener vernichtete in Hirosaki in Norbjapan mehr als 1000 Häuser, darunter Schulen Krankenhäuser, Kirchen und Banken. Der Brand wütete sieben Stunden und vernichtete Werte von über einer Million Hen. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Turnen. Sport und Spiel. Handball. Länderspiel — Württemberg — Baden. Immer näher rückt das große Ereignis, auf das die gesamte Anhängerschaft des turnerischen Handballspieles mit Spannung wartet „das Länderspiel Württemberg—Baden" am kommenden. Sonntag auf dem Sportplatz der Turngemeinde Heidelberg. Die Spannung wird bei uns in Baden noch dadurch erhöht, daß uns die schwäbische Mannschaft noch nicht namentlich bekannt ist. da erst am vergangenen Sonntag ein Auswahlspicl zur entgültigen Bestimmung der Mannschaft stattfand. So ist es also heule nicht möglich, dieser oder jener Mannschaft aufgrund der gegenseitigen Abwägung den Sieg zuzusprechen. Eines allerdings 'kann gejagt werden: Der badische Handballsport steht nicht nur in spielerischer Hinsicht auf hoher Stufe, sondern er ist auch sehr weit verbreitet. Infolgedessen finden wir kn vielen Pereinen ausgezeichnete Kräfte die eine würdige Vertretung des Kreises darstellen. Dadurch kam es. daß unsere badische Länderels aus acht Vereinen genommen wurde. Wenn auch jeder Einzelne ein guter Spieler ist, so hat eine derartige Auswahl doch einen Nachteil: das geschlossene Zusammenwirken wiro in einer derartig zusammcngrstell- ten Mannschaft nicht in wünschenswertem Maße statthaben. Darin meinen wir einen Nachteil unserer badischen Mannschaft zu sehen. Wenn wir nun auch — wie schon erwähnt — die wiirt- tembergische Bettretung nicht kennen, so glauben wir doch sagen zu dürfen, daß dort eine günstigere Situation vorliegt. In unserem Nachbarlande ist nämlich die Krejsmejsterklnsse nicht in gleicher Weise verbreitet wir. bei stns, vielmehr konzentriert sich die Stärke des schwäbischen Handballs stark auf die Städte Stuttgart — Eßlingen. Jedenfalls wird die württembergifche Vertretung wohl hauptsächlich aus 2—3 Vereinen stammen, lind damit hätte sie das, was es bei uns zu mangeln scheint, die größere Einheitlichkeit. .Ob nun: oieser mutmaßlich: Vorteil nicht vurch die größere Durchschlagskraft unseres. Sturmes aufgehoben wird, läßt sich nicht Voraussagen. Wenn aber unsere badische Läufr^eihe und Verteidigung stabil genug sind und vor allen Dingen eine gute taktische Spielwcise ihr eigen, nennen, dann sollten sie sehr imstande sein,, den Gegner in Schach zu Hallen: Marktberichte. Karlsruher Produktenbörse vom. 18: April. Abteilung Getreide, Mehl und Futtermittel. Dev starken Befestigung am Ehicagoer Markt an den Bortagen, ist eine kleine Abschwächnug in Brotgetreide gefolgt. Die: Forderungen sind jedoch wenig verändert, das Geschäft, unverändert klein. Futtermittel begegnen noch immer: größerer Nachfrage. Mais und Hafer sind unverändert fest. Süddeutscher Weizen 27,75—28,25, Deutscher Roggen 27,75—28,25, Sommergerste, wenig angcboten, 31—32,50, Ausstichware über Notiz. Futtergerste je nach Qualität 23,50—25. Deutscher Hafer je nach Qualität 27—27,50, Fabrikatiousware über Notiz. Plata-Mais, bezugsschiupslichiig, Aprilltefc- rung 24,75—25, Weizenmehl Mühlenforderung 39,50—39,75, Roggenmehl Mühlenforderung 39—39,50, Wcizrnfuttermehl 10,50—10,75, Weizenkleie, fein, Mai—Juni 14,75—15, grob 15,50, Weizentleie prompte Lieferung 50 Pfg. teurer. Rogz> genkleie —, V ertreber, je nach Qualität 18—18,50, Malzkeime 18—18,50, Trockenschnitzel 14,25—14,50, Rapskuchen ans deutscher Saat, lose 18—18,25, Erdnnßkuchen, Mannheimer Fabr.. mit Sack 22—22,25,' Speisekartoffeln, gelbst. 8,50-9, weißst. 0,75—7. Ranhsuttermittel Loses Wiesenheu, gut, gesund, trocken 8—8,50, Luzerne, je nach Qualität 8,75—9,50, Weizen- und Roggenitroh, drahtgepreßt 6—6,25. All^s per IM Kilo, Mühlenfabrikate, Mais, Biertreber und Malzkeime mit, Getreide und Trockenschnitzel ohne Sack, Frachtparität Karlsruhe bziv. Fertigfabrikate Parität Fabrikstation. Waggonpreise. Kleinere Quantiäten entsprechende Zuschläge. Alle Preise von Landesprodukten schließen sämtliche Spesen des Handels, die beim Ankauf beim Landwirt bis zur Frachtparität Karlsruhe entstanden, und die Umsatzsteuer ein. Die Erzeugerpreise sind entsprechend niedriger zu bewerten. Abteilung Weine und Spirituose«. Lage unverändert. Schweincmarkt in Bruchsal vom 18. April 1828. Angefahren wurden 128 Ferkel und 15 Läusex. Verkauft wurden 120 Ferkel unir 10 Läufer. Preis der Ferkel 28 bis 40. Mk., der Läufer 46 —60 Mk. per- Paar. MÜinger Schweinemarkt vom 18. April 1828. Ausfuhr: 61 Ferkel, und 7 Läufer. Verkauft wurden alle Ferkel und 5 Läufer: Preis für Ferkel, per Paar 40—42 Mark, Läuser per Stuck 80—32 Mk. Neueste amtliche SStwfe mltgeteilt von der Bereinsbank, e. G. m. b. H. Sinsheim vom 19. April, 1028. «alct*ea: jmib mit «a-IosmigSschei» * ohne AuSIosungsscheia . . VaafcaUte Bad. Bank .... DarmstSdier- und Rationaibanl Deutsche Bank . Deutsch« Bereiusbank Dresdner Bank . MMeldeutfche EredUdanl RetchSvank . . . Rhein. CredNbank Südd. Diskonts »es. . . «MWMtto. »htien in »i« 51,85 18, »5 In W 15» 15» 103,50 153 »11 204,24 125 136 in o /0 t arpener Bergbau all Westeregein . . . 194,50 ManneSnianuröhrenwerke. l&t MauSfelder Bergb. u.Hütt«»w 1*4,50 Oberichl. «isenb. Bedarf . .1«! PhSnix Bergbau u.Hüttenbeirieh 1 * 1,75 Eapverk Hellbraun . . . 146 Berieiuigte Küaigs- Laurahütie — »dtiem tatadc. ttatccnetoauaacn: in “/« Allg. EleNr. Stammaktien. . leita Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad. Maichinen Durlach . . 141 Eementwerk Heidelberg . .149 Daimler Rotoren . . 101,50 Dtfch. Gold- nn Silberscheidr. INI 225 18,50 36i ,75 135 «l-Nr. Licht und «rast Emaill.und Stanzwerk Ullrich < Farbenindustrie «ritzner Maschinen Duelach . M'clsruher Maschinen . . — Suorr HeUbronn .166,50 Mainkrastwerke Höchst . , 12» Reckarsnlmer Fahrzeugwerle . 51 Schuckerl Slektr. Nmcnberg . 189,75 SeUindustrie Wolfs ... ,5 Südd. Zucker .115 Zellstoff Waldhof Siamallien . 86,1« 5>tl«a deutscher L»a»ava»taap»It«a: in Hamburg. Amerid. Paketfahri lMij» Heidelberg. Stc»heu«u. Berghahn 86 Norddeutscher Slohd . . 153,25 Loutseu: Veld Brief lliew-Borl i Dollar 4 1774 4,1856 London 1 Psnno *0.4i| 20,451 Holland 100 (Salden 188.61 168.95 Schweiz 180 Kranes 80.56 80,72 Wien 100 Schilling 58.79 68.91 Paris 100 Fra« 16.4i9 16.489 Italien 100 Lire 91,06 92.10 Wetterbericht. Karlsruhe, Io. April. Der Zustrom kalter Luft ist num» ntcor »ei England durch eil» vom Ozean solgcndes Tief uu<- .erbrochen, so daß bei uns wieder mit allmählicher Erwärmung, zu rechnen, ist. Ein Zwischenhoch, das über dem Feft- land. nach Osten, wandert, wird uns Ankbeiteruna brinaen. WIIIIIilllllllNIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIjllllllllllllllllllllllllllllllllWD | Schürzen, Taschentücher 1 IZiericbürzen SfeSÜS ITrigerseburzes i Lüstersehfirzen 2.40, 1.80, 1.60, 1.451 moderne Zephir und 4 IC: checht 2.40, 1.80, 1 60, 1.*ö: hwarz, neuen Fc in ormen 6.60, 4.95, 4.65, 3.80 S I Serfienrtüran waw . 4 . 50 , 3 . 30 , >«>, 954 s=' IKiodericfcürzen „oß e A w’ s Gr6ße 1 große Wahl, 1.80,1.50,1.20,-.70, 88 -H j Riesenanswahl, weiß ___jg ^ : : TnebeBtÜCher und farbig Stck. 50 , 40 , 30, 20 , Munmlüelm kh A".°' 1 'TS.,“«, 1 - 25 = Suche für meinen ISjähri- gen Sohn Lehrstelle als j Schuhmacher PH. Böhler, P»tirkikie«er j Adersbach ■cp pich e — Läufer ohne Anzahlung in 10 Monatsraten liefert Teppichkaus Agay&fiUlck, Frankfurt a.M. Schreiben Sie sofort! W> | E. Speiser, Sinsheim. | iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiUiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiBniiiiiiiii' KHiunk.... Wie langt wird es noch dauern, bis m jedem Heim / wie heu» «in Radio-Empfänger / auch der Bildfunk-Apparat ftek, ia durch drahtlose 3ild-Übertragung er« die technische Vollendung des Rundfunks bringt? über alle Fortfdiritte auf diesem Gebiet wie auch über viele andere interessante Dinge erzählt (jedem verfiändliehl die grüble Funkzeitfchrift @*r Sensich, Ikundjmtk, der überdies allwöchentlich sämtliche ausführlichen Programme aller in- und ausländischen Sender bringt tl.idhrft’so Pt ' Mo.»tsbrmr UM 2.— / Man befMüt M Wie. b.iw7>otam ;wi«» bei em«» Bochhandlaa«. . Probrbtft fern afftfoaft *©» Verlag, Berti« N 2* N- und Verkäufe gibt man am besten im Landbote« bekannt. WtterberaluußsstMe findet am Freitag, den 20. April nachmittags von V24 bis 1/2 S LHr im Zeichensaole der Oberrealschule Sinsheim statt. Gut möblierte» Zimmer sofort zu vermieten. Zu r: fragen unter Nr. 557 beim Laiidboten. 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