Ratgeber für Haus- und Landwirtschaft Beilage zum Landboten (Ginsheimer Zeitung) Ser pßrftchbaum, ein S»rgenlind unseres Obstbaues Biele Obstzttchter vermeiden soviel wie möglich Meffer und Schere bei dem Pfirstchbaum. in der Befürchtung, Harzstuß heroorzurufen. Aus diesem Grunde werden die Vusch- form und, wo das Klima Schutz für den Pfirsich erheischt, das unregelmäßige Spalier allen anderen Formen vorge- zvgen. Tie Buschform bedarf unter Umständen gar keines Schnittes und bringt doch reiche Ernten. Voraussetzung ist allerdings, daß er einen warmen, geschützten, aber freien Standort in gutem Boden hat. Man hüte sich aber vor einer allzu sttckstoffreichen Düngung und gebe dafür jedem Baum etwa ein Kilogramm Kali, ebensoviel Thomasmehl im Spätherbst oder Supcrphosphat im Frühjahr. Auch an Kalk oder altem Bauschutt laste man es nicht fehlen. Kalk macht die Bäume widerstandsfähig gegen Krankheiten. Wohl rn den meisten Fällen, wo der Pfirsich am Spalier gezogen werden soll, dürste eine freie, ungezwungene Form, die wenig Arbeit und keinen Schnitt erfordert, sehr willkommen sein, zumal es bei dem unbändigen Treiben des Pfirsichs eine besondere Sachkenntnis und Geschicklichkeit erfordert, ihn durch einen regelrechten Schnitt im Zaum zu halten. Und wie leicht wird durch einen falschen Schnitt dem Baum in seiner Gesundheit und Fruchtbarkeit geschadet. Allerdings geht es auch bei dem unregelmäßigen Spalier nicht ohne Schnitt ab; aber er beschränkt sich schließlich im allgemeinen nur aus die Entfernung des abgestorbenen und kranken Holzes, sowie der zu dicht stehenden und sich kreuzenden Zweige. Hauptsache ist dann noch das Anheften der Zweige, wobei die stärkeren in wagrechter, die schwächeren in senkrechter Linie angeheftet werden. Aber für jeden Zweig muß ausreichender Platz vorhanden sein. Wird die Belaubung zu dicht, dann schneide man noch im Laufe des Sommers die zu dicht stehenden Zweige aus. Auch zu lange Triebe, besonders wenn sie über die Mauer hinauswachsen, müssen unbedingt gekürzt werden, da diese sonst den unteren Partien zu viel Nahrung wegnehmen. März ist die beste Zeit zur Vornahme des Schnittes. Bei den Pfirfichbänmen macht sich bald eine unangenehme Erscheinung bemerkbar, indem zahlreiche Triebe absterben und besonders werden die unteren Astpartien davon betroffen. Diesem Abstcrben kann dadurch namentlich bei der Spalierform vorgebeugt werden, daß man dem Stamm nahe am Boden eine Gabelung gibt, wie sie unsere Abbildung zeigt. Durch diese Gabelung wird einfach dadurch erzielt. daß man bei einem jungen Bäumchen den Mitteltrieb hcrausschneidet und die beiden unteren Scitentriebe sich entwickeln läßt. Dadurch wird vermieden, daß der ganze Saftstrom gleich nach oben geht und die beiden unteren Seitentriebe fast leer auSgehen. Durch die Gabelung aber wird der Saftstrom rechts und links verteilt: die unteren Teile gleichmäßig ernährt und die Triebe erhalten. In der weiteren Entwicklung des Pfirsichs sollte man es nicht versäumen, alle Triebe, die ihre Blüten oder Früchte abwerfen, bis aus die zwei untersten Holzkaospcn zurückzuschneiden. Dadurch wird ebenfalls erreicht, daß die Bäume ieinerlei von welcher Form) nicht so früh von untenher kahl werden. Damit sind wir noch keineswegs die Sorgen um das Wohlergehen unserer Lieblinge los. Nur zu oft befallen sie Krankheiten, die ihre Fruchtbarkeit stark beeinträchtigen. Am häufigsten leiden sie unter der Kräuselkrank- Heit, die die Blätter heimfucht. Ein Pilz (Taphrina defor- mans) ist die Ursache. Sein Fadungsgeflecht lebt im Innern der Blätter und ruft auf der Oberfläche blasenförmige, wulstige Ausbauchungen hervor. Bei starkem Befall kräuseln sich die ganzen Blätter eines Zweiges und fallen bald "b. Auf den Blasen der Blätter erscheint später ein feiner, ^Hiartiger Ueberzug, die Fortpflanzungsorgane des Pilzes, die die Krankhettskeime iSpreu) in großer Zahl erzeugen. Meist wird die Krankheitserscheinung zu spät erkannt, dann ist in der Regel bei der raschen Ausbreitung keine Hilfe mehr möglich. Ratsam ist, die erkrankten Blät- ^ "bzuschneiden und zu verbrennen. Gute Erfolge wurden »urch das Bespritzen der Bäume vor dem Laubausbruch mit & ?*"öent Schwefelkalkbrühe oder mit einer einprozentigen ^blbarlösung erzeugt. Das Bespritzen ist unmittelbar nach dem Verblllheu zu wiederhole«. Auch regelmäßiges Be- fprrtzen des ganzen Spaliers mit kaltem Waffer des Mor- «nd Abend, läßt die Krankheit nicht aufkommen. Einer andere», ntel schlimmeren Krankheit hat der Pffrftch, wie alle Stet»»bstsort«n gn leiden. Das ist der «w»»1fl»b, besten H«il««g uns »iederum viel Sorge macht, weil er am Lebensmark des Baumes stark zehrt. Er macht sich an Aesten und Stamm durch Austritt einer hellgelben bis bräunlichen Masse, die bald zu größeren Klumpen erhärten, bemerkbar. Dieser Saft ist Gummi, der durch Auflösen von holzigen oder fleischigen Geweben entsteht. Durch das ständige Ausflietzen verdicken sich die kranken Teile und es entstehen krebsartige Wucherungen des Holzes, die schließlich zum Absterben ganzer Aeste führen. Darum ist ein Eingriff während der Ruhezeit des Baumes möglichst bald nach dem Erscheinen des Gummiflusies geboten. Man schneidet die Wundstellen sorgfältig ans und verstreicht sie mit Baumwachs, Teer oder mit zur Hälfte mit Waffer verdünnter Essigsäure. Noch besser wirken Lappen, die man in verdünnter Essigsäure tränkt und auf die Wunden legt. Vor allem aber beseitige man das Grundübel, das gewöhnlich in zu feuchtem Boden besteht, indem man ihn durch Zufuhr von Kalkschutt trocken macht. Die Zucht von Champignons (Nachdruck verboten.) Die Champignonzüchter kämpfen seit 2—3 Jahren mit einer Krankheit ihrer Pfleglinge. Die Champignonhüte bekommen knollige Auswüchse und Wucherungen (s. Abb.) und auch der Geschmack ist nicht der, wie man ihn sonst kennt. Man genießt auch solche Pilze deshalb nicht gern, weil man nicht weiß, ob durch die Einwirkung des Krankheitserregers nicht auch der Genuß schädlich sein könnte. Wir wissen heute, daß die Krankheit durch einen Pilz, der in dem Fleisch des Champignonpilzes wuchert, verursacht wird. Aber ein Mittel zur Bekämpfung ist bisher nicht gefunden worden und es bleibt allein Vorbeuge übrig. Diese Vorbeuge ist aber deshalb so schwierig, weil inan über die Entstehung und Wesensart des Schädigers so gut wie nichts weiß, trotzdem natürlich alles geschieht, um dieser Krankheit auf den Grund zu kommen. mm Nach der Ansicht der meisten liegt es am Dünger oder am Erdreich, mit dem der präparierte Dünger bei Anlage der Beete abgedeckt wird. Das letztere hat wohl die größere Wahrscheinlichkeit für sich. Es wird also angenommen, daß der Krankheitserreger bereits in dem verwendeten Erdreich steckt und darin liegt ein wichtiger Hinweis auf die Vorbeuge. Alle Krankheitserreger sind in ihrer Ernährung, also in ihrem Vorkommen, an ein Erdreich gebunden, welches organische Bestandteile enthält, in diesem Falle also Reste von noch nicht ganz verwestem Laub. Stroh und dergleichen. Man wird den Gefahren der Krankheit am ersten entgehn, wenn zum Abdecken der Beete nur reines mineralisches Erdreich, etlva guter Wiesenlehm, verwendet wird. Da von anderer Seite behauptet wird, daß die Krankheit mit dem Dünger eingeschleppt wird, welcher ungeeignet ist, wird auch dieser Frage Aufmerksamkeit zuzuwenden sein. Sägemehl- und Torfstreudünger sind ungeeignet; am besten gedeiht der Champignon auf richtig präpariertem Dünger, der aus Roggeneinstreu in den Pferdeställen entstanden ist. der mumm ungeheure WSen öer WmWng- raupen. Wohl selten ist der Schmetterling des Kohlweißlings so stark aufgetreten wie im letzten Sommer, und zwar fast in allen Gegenden des deutschen Reiches. — Nicht allen Lesern dürfte es bekannt sein, daß die von Juli bis Oktober erscheinenden Falter bereits die zweite Generation sind und ihre enormen Eiermaffen an alle Kohlarten, aber auch teilweise an Rettiche, Senf oder sogar Levkojen. Iberis usw. legen. — Die sich aus den Eiern sehr rasch (ofmals schon nach 4—5 Tagen) entwickelnden Raupen treten bereits Ende Juli in Mengen auf und gedeihen besonders bei Hitze unglaublich schnell. — Das Männchen des gemeingefährlichen „Großen Kohlweißlings", um den es sich hier handelt, ist fast durchweg kleiner als das Weibchen und hat die zwei schwarzen großen Flecken auf der Oberseite der Vorderflügel nicht. Wo die Eier bzw. die Raupen der ersten (Mai) und namentlich diejenigen der 2. Brut (Juli) nicht sorgfältig alle 3—5 Tage abgesucht bzw. zerdrückt wurden, ist bestimmt ein unberechenbarer Schaden entstanden, wie er z. B. letztes Jahr u. a. auch in Erfurt, einem der deutschen Hauptanzuchtgebiete des Blumenkohls, durch den Raupenfraß verursacht wurde. — Tausende von Mark büßen die Gemüsegärtner ein, die gegen das Millionenheer der Raupen natürlich machtlos waren und ihre Felder, soweit sie in der Nähe von Wohnungen lagen, sogar mit einem Kalkstreifen einfassen mußten, damit die Raupen nicht weiter an den Häusern hinaufkriechen und in die Wohnungen eindringen konnten. — Man sollte doch künftig den für üble Gerüche sehr empfindlichen Schmetterling mit irgend einem Giftmittel (Uraniagrün, Zabulon, Aphidon, Obst- baumkarbolineum usw.) bekämpfen oder aber dann später die gefräßigen Raupen, die sich oftmals bis zu 70—80 an einem Blatt gütlich tun und die ganze Pflanze zu einem besenartigen Gerippe abfressen, auf alle Fälle durch Schulkinder ablesen und zerdrücken lassen; diese Aufgabe ist win- zig gegenüber dem nunmehr entstandenen riesigen Verlust infolge völliger Mißernten, die auch unsere Volkswirtschaft schwer treffen durch die dadurch bedingte Einfuhr ausländischer Ware. • In den Wintermonaten aber sollen unbedingt die mit Vorliebean borgigen Baumstämmen, älteren Zäunen. Mauern, Planken usw. überwinternden Puppen (meist am Schwanz und mit Brustfaden angeheftet) durch Ab- suchen (was aber durch ihre rindenähnliche Farbe sehr schwierig ist) oder noch besser durch gründliche Säuberung der Stämme usw. mit Bürsten und öfterem Spritzen mit Aphidon usw. vernichtet werden, damit der ungeheuren Vermehrungsfähigkeit und Verbreitung dieses zählebigen Kohlschädlings im kommenden Jahr wenigstens einigermaßen vorgebeugt ist; — denn Bequemlichkeit und Faulheit rächen sich hier schwer. — Daß man jedoch bei der gesamten Schädlingsbekämpfung im Gemüse- und Obstbau, besonders wahrend des Frühjahrs und Sommers. 12—14 Tage vor dem Genuß der behandelten Gewächse und Früchte nicht mehr mit den erwähnten giftigen Mitteln spritzen soll, muß hier im allgemeinen und besonderen Interesse und zur Vermeidung jeglichen schädlichen Ein- flusses auf den menschlichen Körper einmal mit ganz be- sonderem Nachdruck betont werden. P. S.. Erfurt. pjlW fungct MWiiim »sch ihm PDaipng. Einerlei, ob die Bäume bereits im Herbste oder erst im Frühjahr gepflanzt wurden, sie alle bedürfen noch in der ersten Zeit der sorgsamsten Pflege, um ihnen das Anwachsen am neuen Standort zu erleichtern und ihre weitere Ent- Wicklung zu fördern. Es ist klar, daß das durch das Verpflanzen in Unordnung geratene Wurzelwerk sich erholen muß und erst durch Bildung neuer Saugwurzeln seine Tätigkeit wieder anf- nehmen kann. Je rascher dies geschieht, desto beffer steht es um die nächste Zukunft des Baumes. In dem Wasser habe» wir nun ein Mittel, auf die Wurzelbildung günstig einzu- wtrken, namentlich aber auch die bereits neu entstandenen Würzelchen in ihrem Wachstum zu fördern. Es ist deshalb zu empfehlen, das Wurzelwerk, besonders bei anhaltendem trocknen Wetter, reichlich zu bewässern. Jedoch darf das Wasser nicht, wie das nur zu oft geschieht, oben auf die Erde gegoffen werden, da es dann nur zum Teil in die Tiefe dringt und zudem noch die Oberfläche verkrustet wird. Um dies zu vermeiden, zieht man die obere Erde mit der Hacke etwas weg, so daß eine kleine Mulde entsteht. In diese gießt man etwa l—lK Gießkannen Wasser und bedeckt die geöffnete Stelle, sobald das Waffer eingesickert ist. Damit haben wir das Wafferbedürfnis des Baumes auf Wochen hinaus befriedigt, da das in den Boden eingedrnngene Wasser durch die Erddecke nicht so leicht verdunsten kann. Wer die Baumscheibe mit kurzem Dünger bedeckt hat, braucht nicht erst die Erde abzuziehen, sondern kann das Wasser auf den Dünger gießen. Es dringt sehr rasch in den Boden ein, weil dieser unter der Mistdecke sehr locker ist. Zudem laugt das Waffer den Mist ans und führt deffen Nährstoffe den Wurzeln zu. Es ist durchaus kein Nachteil für die Krone, wenn am Stamm unterhalb derselben hier und da Triebe sich entwickeln. Im Gegenteil sind derartige Triebe geradezu willkommen, da sie die rohen Nährstoffe, wie sie die Wurzel» dem Baume zuführen, verarbeiten helfen, da hinleiten, wo sie gebraucht werden. Erst später, wenn der Baum in flottem Wachstum steht, entfernt man diese Triebe Bei Bäumen mit schwachen Stämmen kann man diese Austriebe, die man treffend als Berstärkungstricbe bezeichnet, auch noch im zweiten Jahre stehen lassen. Erfahrungsgemäß trage« diese Triebe wesentlich zur Kräftigung des Stammes bei. Viele sind der Meinung, die Bltttenknospen an den frisch gepflanzten Bäumen seien als höchst überflüssige Zehrer, die dem Baume zuviel Kraft entziehen, zu entfernen. Andere dagegen sind nicht so ängstlich, belassen dem Baume d(e Blüten und sogar auch noch die Früchte. Beides möchte» wir nicht empfehlen. Mit dem Entstehen der Blütenknospen werden aber auch eine ganze Anzahl Holzknofpcn, die sich als Folge der Blutenknospen bilden, nur zu leicht beseitigt. Man laste deshalb die frisch gepflanzten Bäume erst verblühen und schneide dann erst die kleinen Früchte mit einem scharfen Meffer ab. Sollte ein oder der andere frischgepflanzte Baum nicht ausschlagen wollen, so nimmt man ihn aus der Erde, schneidet die Wurzeln mit scharfem Meffer nach und stellt ihn 2—3 Tage ins Waffer. Dann pflanzt man ihn aufs neue, wenn möglich an einem trüben oder regnerischen Tag, damit die Wurzeln nicht unter der Sonne leiden. Nach dem Pflanzen muß man solche Bäume noch gut angießen. Die Baumscheiben mit Mist abdecken, dann treiben sie in den allermeisten Fällen schon nach einigen Tagen aus. Kern- und Steinobst vertragen recht gut derartige Maßnahmen, wen« sie nicht gleich das erste Mal beim Verpflanzen austreiben wollen. Reine Ställe, gesunde Kaninchen. Unsaubere Ställe mit mangelhafter Ventilation und ohne genügende Streu sind eine Brutstätte , mannigfacher Krankheiten, an denen schließlich die Tiere zugrunde gehen müsien. Die Kaninchen sind an und für sich saubere Tiere, die sich keineswegs in einem unsauberen Stalle wohl fühlen können. Darum ist es Pflicht für einen jeden Kaninchenzüchter, daß er seinen Lieblingen die Wohltat eines reinlichen Gelaffes erweist. Andernfalls macht er sich grober Tierquälerei schuldig und schadet sich selbst. Der Bodenbelag, der einen Lattenrost als Grundlage haben sollte, muß mindestens alle Woche einmal erneuert werden. Stroh ist neben Torfmull wegen seiner großen Aufsaugfähigkeit die beste Bodenbedeckung, dazu ein weiches, molliges Lager für die Tiere. Futterreste, die leicht verderben, faulen oder schimmelig werden, sind regelmäßig zu entfernen, damit sie nicht noch nachträglich aufgefresse« werden. Nr. 112. Jahrgang 1928. Der Landdote 4- Sinsheim er Zeitung. Samstag, den 12. Mai 1928. T Die Rattenplage. Der Weltkrieg ist zum Teil schuld, daß die Welt noch immer an einer bösen Krankheit leidet, der Rattenplage. Sollte doch auch im August 1914 in Kopenhagen eine große internationale Konferenz stattfinden, die sich mit der Ans- rorrnng der Ratten in Europa befassen sollte. Diese Konferenz tritt nun, wie die »Rene Züricher Zeitung" meldet, nach 14 Jahren im Mai in Paris gnsammen. Hervorragende Wissenschaftler aus mehr als 20 Ländern haben ihr Erscheinen zngesagt. Nach Aussagen Professor Calniettes beläuft sich der Schaden, der in den großen Hafenstädten, in den Großstädten des Inlandes und in den landwirtichaiten Gebieten Frankreichs durch die Ratten angerichtet wird, auf mehr als eine Milliarde Golöfranken im Jahr, während die Mittel, die zu einem endgültigen und durchgreifenden Feldzug gegen die Ratten nötig wären, vergleichsweise gering sind. Auch Prof. Roux vom Pasteur-Institut glaubt, daß die Kosten für die Ausrottung der Ratten, dieser wandernden Mikrobenträger, verschwindend gering wären. Plan schätzt die Schäden, die der Landwirtschaft vor dem Kriege durch die Ratten zugefügt worden sind, für die Vereinigten Staaten auf etwa fünf Milliarden, für Frankreich ans 200 Millionen, für England auf 376 Millionen und für Deutschland auf etwa 250 Millionen Franken im Jahr. Seit dem Kriege hat sich dieser Schaden etwa verzehnfacht. In Indien starben im Laufe von 20 Jahren eine Million Menschen an Krankheiten, die von Ratten übertragen worden sind. Flugzeugdieufte in der Wüste. Zum erstenmal hat ein Flugzeug wertvolle Dienste bei der Aufsindung einer Karawane gelxistet, die in der Wüste verloren schien. Es war eine Schar von Pilgern, die von Bagdad ausgezogen waren und von denen man nichts mehr hörte, so daß man fürchtete, sie wären in die Hände von Räubern gefallen, die die Wnstenwege zwischen Bagdad »nd Damaskus unsicher machen. Daraufhin wurde ein Flugzeug ausgesandt, das die Pilger in der Wüste, mehr als 230 Kilometer von Rutba entfernt, ermittelte. Sie waren vom Wege abgekommen und hatten sich verirrt, befanden sich aber wohl. Das Flugzeug konnte nicht landen, flog aber sofort zurück, worauf den Pilgern Nahrung und Waffer gesandt wurde. Bücher Weckrufe zu neuem Lebe« (Populär gehaltene Aufklärungsschriften Serie A—T in gediegener Sammelmappe Mk. 2.50, Verlag Peter Hofmann, Freiburg i. Br; Dies« Weckruf« sind mehr Wert, wie manches dickleibige Buch. Alle dunklen Seiten des Lebens werden, hier beleuchtet. Man empfindet so recht, gemessen an der Natürlichkeit und Reinheit die aus diesen Blättern uns entgegenkommt, wie weit wir Kulturmenschen uns von einem freien, natürlichen und gesunden Leben entfernt haben. Mögen recht viele diese Blätter lesen und sich an Hand der gegebenen Ratschläge znrückfindcn zur Mutter Natur — zum Paradies! Der neue, 6. Band der Lichtbiicher: „Wege zur Wahrheit und geistigem Licht": „Christliche Lehre und christliche Verrichtungen". Das äußere und innere Christentum im Lichte der wahren Liebe; br. Mk. 3, in Gal. Mk. 5. Verlag Peter Hofmann, Freiburg i. Br., wird jedermann durch seine überparteiliche Synthese und die Verlegung des Schwerpunktes vom Dogma zum Leben, von der Lehre zur Liebe befriedigen. Hier steht wirklich Lehre und Leben Jesu im Mittelpunkte, und was die verschiedenen Glaubensgemeinschaften oder auch einzelne religiöse Führer und Glaubenszeugen in Wort und Werk geprägt haben, findet seine Würdigung und Empfehlung so weit, als es zur Einigung im Leben der Liebe dient. Ernährungskuren für Gesunde und Kranke, n.bst den Gesetzen der natürlichen Ernährung mit einer Abhandlung über die Krankheitsursachen and die Bedeutung der Bauchspeicheldrüse. Bon Anna Martens, Naturärztin in Trogan (St. Gallen) Schweiz. Zweite, umgearbeitete und erweiterte Auflage. 6.—12. Tausend. Verlag Peter Hofmann, Freiburg i. Br., und Langensalza. Preis br. Mk. 3, in Gzl. Mk. 4.50. Das 232 Seiten umfassende Werk von Frau Aerztin Anna Martens hat sein Geleitwort von dem hochverdienten Herrn Dr. med. Will in Oranienburg-Eden erhalten. Das Martensbuch ist ein zielsicherer Führer für jeden, der mit Sicherheit an die Normen seiner Ernährungsart gehen will. Ein Glück ist es, daß eine Frau über die Normung ihres Reiches, di« Küche, die richtigen Weisungen gibt. Fn der Ernährungsform ist die Frau di« berufene Kraft für jeden, der sich seinen Tisch nicht selber präparieren kann. Das Glück der Familie quillt hauptsächlich aus der Naturkost, das Unglück, das Unheil aus der Jnnaturkost. Das Martensbuch weist 4 Hauptteilc auf: a) Die Gesetze der Ernährung: Die Mineralstoffe S. 14; Vitamine, Kompletine S. 16; die Assimilation S. 20. Was soll der Mensch essen? S. 26. Lebenskunst und Ernährungsökonomie S. 34. Richtige Zubereitung der Nährungsmittel S. 45; Ernährungsschädlichkeiten S. 56. Krankheitsursachen S. 62. Die Grippe S. 73. 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