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Die Anleihe sollte einem doppelten Zweck dienen, nämlich der Konsolidierung der in den nächsten beiden Jahren fällig werdenden Kurzfristgen Verbindlichkeiten und in zweiter Linie der Beschaffung von einigen Milliarden frischen Geldes, die zur Abtragung des auf 24 Milliarden gesunkenen staatlichen Vorschußkontos bei der Bank von Frankreich dienen sollten. Nach den bisherigen Ergebnissen der Zeichnung haben die Baretngänge, die sich bereits auf über 6 Milliarde» belaufe», den vom Finanzministerium für die Rückzahlung an die Bank von Frankreich in Aussicht genommenen Betrag schon überschritten. Die Regierung läßt deshalb heute ankündigen, daß sie die Frist für Barzeichnungen bereits morgen oder übermorgen schließen lassen wird. Auf die neue Anleihe werden dann nur noch die zur Konvertierung bestimmten Schatzbonds und National-Verteidigungsobligationen angenommen. Der überraschende Beschluß der französischen Regierung, den Erfolg der von ihr aufgelegten Anleihe abzubremsen, hat neben der finanztechnischen eine starke politische Seite. Wie bereits mehrfach berichtet, ist Poincare auch nach den Wahlen Gegner einer baldigen legalen Stabilisierung des Frankens geblieben. Er hat in seiner letzten Rede in Bar-le-Duc den bereits während der Wahlkampagne vertretenen Standpunkt aufrecht erhalten, daß der Zeitpunkt für einen endgültigen Abschluß des Sa- nicrungswerkes noch nicht gekommen sei, daß vielmehr seine Konsolidierung die ganze neue Legislaturperiode in Anspruch nehmen wkrde. Die von Poincare für die neue Hinausschiebung der Stabilisierung oorgeschickten technischen Gründe drohten durch den unerwarteten Erfolg der Anleihe stark kompromittiert zu werden; denn in dem Augenblick da die Höhe der auf die Anleihe eingehenden Bargelder die Möglichkeit bot, die Vorschüsse der Bank dis auf ein dem normalen Satz nahekommenden Maß abzutragen wäre das letzte Hindernis gefallen, mit dem die Gegner der endgültigen Stabilisierung ihre Verschleppungstaktik! bisher zu rechtfertigen versuchten, Ihre wahren Gründe waren ausschließlich politischer Natur. Vor den Wahlen wollte Poincare nicht stabilisieren, weil er wußte, daß er sich damit des zugkräftigsten Arguments für die Aufrechterhaltung der nationalen Einheit begeben würde. Heute will er es nicht, weil er sich keiner Illusion darüber hingebcn kann, daß mit der Stabilisierung der von ihm proklamierten Burgfriede jede innere Berechtigung verlieren würde und daß es in der Kammer zu einer reinlichen Scheidung der Geister kommen müßte, die die Fortführung seiner über den Parteien stehenden Politik ausschlieht. Strefemann ernstlich erkrankt. Berlin, 14. Mai. Im Befinden des Reichsaußenminiisters Dr. Strefemann. der schon seit einigen Tagen, wie zuerst gemeldet wegen einer Erkältung das Bett hüten muß, ist heute eine Verschlimmerung eingetreten. Halbamtlich wird versichert, daß der Minister an einer Magen- und Darmerkrankung sowie an einer Nierenaffektion leidet. Wir wir hören, hat sich Dr. Strrsemaun »uf einer Wahlretfe «tue Fleischvergistung zugezogrn. Man betrachtet den Zustand Stresemanns nicht ganz ohne Beforgnch. In der zehnten Abendstunde wurde von amtlicher Stelle das folgende Konnnuniquee ausgegeben.- „Rruhsminifter Dr. Strefe- mann ist an einem firberhasten, paratyphusähnlichen Magrn- und Dann Katarrh ernstluh erkrankt mit einer Affcktio» der Niere, die strengste Schonung und Bettruhe erforderlich macht. Infolgedessen ist jede Tätigkeit des Ministers ausgeschlossen!, gez.: Professor Zondrck, Dr. Giseotus, Dr. Schulmann." In diesem Kommuniquee zeigt sich bereits deutlich die Besorgnis. die seit heute nachmittag um den Geiundheitszustand des Ministers herrscht und die ihren Ausdruck darin fand, daß man im Laufe dieses Tages zweimal Krankheitsberichte ausgab. Die Notwendigkeit zu dieser amtlichen Erklärung enlstand zunächst daraus, daß sich an den Börsen beunruhigende Gerüchte verbreiteten und auch sämtliche Wahlversammlungen und politischen Empfänge abgesagt werden mußten, darunter vor allem auch die geplante Zusammenkunft Dr. Stresemanns mit dem Außenminister Dr. Benesch. Die Verschlechterung im Gesundheitszustand des Ministers, der ja bereits seit Beginn des vorigen Dienstag bettlägerig krank ist, trat im Laufe des gestrigen Tages ein. Dr. Strefemann ist von seiner Heidelberger Reise, an die sich eine Wahlrede in Mainz anschloß, mit einer leichten Fleischvergiftung zurückgekehrt. Daraus entwickelte sich zunächst eine Magen- und Darmerkrankung, die den Minister zwang, an seinem 50. Geburtstag, den 10. Mai, sämtliche Empfänge und Besuche der Deputierten abzusagen. Zu diesen ernsten Er- kronkungserscheinungen trat dann eine Affektion der Niere — der Minister ist bekanntlich seit Jahren nierenkrank — und es kam hinzu, daß infolge der Ueberanstrengung Dr. Stresemanns durch seine amtliche Tätigkeit und durch seine Arbeit im Wahl- Kampf auch das Herz stark mitgenommen war. Es ist bekannt, daß der Minister seit Jahren auch an einer Erkrankung her Atmungsorgane leidet, was bei dem Gesamtzustand des Patienten und bei dem Zusammentreffen der verschiedenen Erkrankungser- fcheinungen selbstverständlich eine große Rolle spielt. Antra» auf «rtlärun» De« 11 Angnfi zum Aationalseietta» Berlin, 15. Mai. Wie die Telegraphen-Unio» erfährt, hat die preußische Regierung und eine Reihe anderer Länder tm Reichsrat den Antrag eingebracht, den ll August, den Tag der Weimarer Berfaffung, zum Nationalfeiertag zu erklären. Kundgebung der Liquidalionsgeschädiglen im Reichsfinalizmimsterium Berlin, 16. Mai. Eine aus ungefähr 50 Personen bestehende Abordnung von Liguidationsgeschädigten erschien am Montag vormittag tm Reichsfinanzministerinm, um bei dem zuständigen Dezernenten, Ministerialdirektor Dorn, gegen die Verschleppung der Schuldbucheintragungen zu protestieren, die als Zahlungsmittelersatz aufgrund des Kriegs- schädenschlußgesetzes seitens des Deutschen Reiches zugunsten der Liguidationsgeschädigten vorgenommen werden sollen. Das Erfchetnen der ziemlich erregten Menschenmenge rief ziemliche Unruhe im Reichsfinanzministerinm hervor. Man versuchte, die Demonstranten zu beschwichtigen und zu veranlassen, zunächst im Meldezimmer zu warten. Die bald vorauf etutreffende Polizei fand keinen Anlaß zum Einschreiten, da die Abordnung, die inzwischen die Mitteilung erhalten hatte, daß Ministerialdirektor Dorn nicht im Hanse sei, das Ministerium verließ. üm die Tariferhöhung bei der Reichsbahn Berlin, 15. Mai. Die deutsche Reichsbahngesellschaft veröffentlicht soeben eine Denkschrift zu ihrem Antrag auf Tariferhöhung. in oer es in der Einleitung u. a. heißt: „Die Deutsche Reichsbahngesellschuft hat unter schwierigen Umständen ihren Betrieb begonnen. Nicht nur die Wteder- ingangsetzung der bisher von der französisch-belgischen Eisenbahnregie verivalteten Rhein- und Ruhrbahnen erforderte große Opser. sondern auch der Zustand der Anlagen und Einrichtungen -war infolge der Einwirkungen der Kriegsund Nachkriegszeit keineswegs befriedigend. Diese Versäumnisse ordnungsmäßiger Unterhaltung und Erneuerung führten dazu, daß große Aufwendungen gemacht werden mußten und noch gemacht werde» müffeu, um den technischen Apparat auf die alte Höhe zu bringen und ihn in tadellosem Zustand zu erhalten. Dazu kamen die Reparattons- und andere Lasten, die seitdem ständig gestiegen sind. Für den Re- parationsdienst galten die ersten Geschäftsjahre als Schonzeit. Eine Deckung auf dem Wege des Kredits für die in Betracht kommenden Ausgaben ist nicht zulässig. Es bleibt daher nichts übrig, als den Antrag auf eine Tariferhöhung zu stellen, oder daß aus dem Gebiete der sogenannten politischen Lasten entsprechende Erleichterungen zugestanden werden. Die Erhöhung soll die Einnahmen um S Prozent steigern und so eine Mehreinahme von 286 Millionen Reichsmark erbringe«. Die beabsichtigten Tarifmaßnahmen sind so zu gestalten, daß soweit möglich die Interessen der Wirtschaft gewahrt und die weniger Leistungsfähigen geschont werden. Zu der Durchführbarkeit der Tariferhöhung heißt es in. der Denkschrift u. a.: „3» Rücksicht darauf, daß die Reichsbahn erheblich höhere Einnahmen aus dem Güterverkehr als- ans dem Personenverkehr gewinnt, mutz man aus dem Güterverkehr den größten Teil der Mehreinahmen letwa Zweidrittelj zu decken suchen. In beiden Verkehren sollen die Wettbewerbstarife ausgenommen werden. Da im Güterverkehr die Einnahmen der Wettbewerbstarife rund 268,5 Millionen RM. ausmachen und da ferner die schon beschlossenen Tarifermäßigungen für Kohle, Heu und Stroh und die Eisenausfuhr mit etwa 30,8 Millionen RM. Ausfall zu decken find, so müffeu die Gütertarife um 10 Prozent erhöht werden. Hierbei ist mit einem Berkehrsrückgang von mindestens 2 Prozent zu rechnen. Dadurch würde eine Mehr- cinnahme von 195 Millionen RM. erzielt werden. Aus dem Personenverkehr blieben dann noch 55 Millionen RM zu decken. Würde man hierbei eine prozentuale Erhöhung aller Klaffen durchführen, so würde öle Abwanderung in niedrigere Klaffen und langsame Zugarteu verstärkt stattfinden. Dazu käme, daß der Ausfall durch den Wettbewerb des Kraftwagenverkehrs gleichfalls sehr stark fortbestehen würde. Auch das Flugzeug würde starken Wettbewerb machen. Um diese aus 155 Millionen RM. geschätzte« Verluste wieder einzubringen und außerdem eine Mehreinnahme von 55 Millionen RM. aus dem Personenverkehr zu gewinnen, müßte der der Reichsbahn bleibende Verkehr dann mindestens um 15 Prozent verteuert werden. Wenn wir daher den Vorschlag einer prozentualen Erhöhung hiermit unterbreiten, so mußten wir doch zur Erwägung stellen, ob nicht einem System der Vorzug gegeben werden sollte, durch das die bisherige Abwanderung in eine Auswanderung verwandelt wird. Es wird vorgeschlagen, die dritte Klaffe ganz z« beseitige» und dafür die Preise der Polsterklaffe (öte erste Klaffe würbe nur in ganz wenigen Zügen bleibenj um ein Geringes zu ermäßigen, d. h. das Zweiklaflcn-System einzuführen. Dadurch würde es möglich, den jetzigen Fahrpreis 4. Klaffe nur um 12 Prozent zu erhöhen. Die Denkschrift fetzt ausführlich die Gründe auseinander. 89. Jahrgang die für den Antrag sprechen und faßt diese zum Schluß fol- gendermaßen zusammen: „Seit Jahresfrist Hot sich eine Mehrbelastung der Reichsbahn von rund 650 Millionen Reichsmark ergeben, und zwar besonders durch erhöhte Reparations- und Personalausgaben Trotz günstiger Einnahmen sind iese gesteigerten Mehrausgaben nicht mehr zu bestreiten. Dre als Not- maßnahme zur Zeit durchgesiihrte Drosieiung iachlicher Ausgaben rührt bet manchen Anlagen bereits an die Betriebssicherheit. 192* ftnf» schon 200 Millionen RM Vorzugsaktien begeben worden Selbst wenn noch weitere 200 Millionen RM Kredite dieies Jahr hereingenommen werden, kann das Ausgabeprogramm nicht gedeckt werden. Ein weiterer kurzfristiger Kiedit für >928 würde das Jahr 1929 belasten, das einen Eigenbedarf von 400 Millionen RM. Anleihe hat. Einmalige Kredite können lausende Ausgaben nicht decken. Soll die Reichsbohn gesund bleiben, so läßt sich eine Tariferhöhung nicht länger umgehen. In der vorsichtigen Weife, wie die Neugestaltung der Tarife geplant ist, wird sie *ür die Wirtschaft tragbar sein. Bedeuten doch 250 Millionen RM Tariferhöhung nicht mehr als ein Reichspsennig Lohnerhöhung für die Arbeitsstunde aller Jndustrieorbeiter. Die deutsche Außenpolitik. Bon Minister a. D. Hermann Dietrich, M. d. N. Herr Strefemann hat seinen 50. Geburtstag gefeiert und sich bei dieser Gelegenheit von der ihm ergebenen Presse gründlich beweihrauchen lassen. Wir haben dagegen nichts cinznwenden, aber wir glauben das Recht zu folgender Feststellung zu haben. 1. Daß die von Herrn Strefemann betriebene Politik weiter nichts war als die Fortsetzung der früher von ihm bekämpften Erfüllungspolitik. Das Kind bekam lediglich einen anderen Namen und heißt jetzt Verständigungspolitik. 2. Daß gegenwärtig leider zum Triumphieren kein geeigneter Zeitpunkt ist, weil wir in der Außenpolitik in den IV2 Jahren, die hinter uns liegen, so gut wie nichts erreicht haben. Wenn unser Ansehen in der Welt größer geworden ist und unsere Position stärker wurde, so liegt das nicht an irgend welchen diplomatischen Erfolgen, die wir errungen hatten, sondern lediglich daran, daß die deutsche Wirtschaft sich günstig entwich«« hat, und daß die deutschen Finanzen im Verfolg dieser Entwicklung so gestärkt worden sind, daß die gegenwärtige Rechtsregierung es wagen konnte, mit dem sogenannten Notprogramm ein Haufen Ausgaben zu bewilligen und zu bestreiten, die, wie wir schon wiederholt ausgeführt haben, eine Steuersenkung vorerst unmöglich machen. Die Kernprobleme der deutschen Außenpolitik sind die Räumung der besetzten Gebiete und die Reparationsfrage. Wenn es gelingen sollte, in den nächsten Monaten die Räumung durchzusetzen, so kann man das nicht mehr als besonderen Erfolg buchen, denn in diesem Jahr, oder längstens im Nächsten muß so wie so die zweite Zone geräumt werden. Wir sind aber sicher, daß man, wenn das kommt, nicht verfehlen wir», dieses Ereignis als einen großen politischen Erfolg hinzustellcn. Die Reparationsfrage ist ein Teilstück der gesamte» Kriegsabrechnung. Die Ententestaatcn schulden untereinander, einschließlich dessen, was die Bereinigten Staaten gut haben, etwa die runde Summe von 100 Milliarden Goldmark, kapitalisiert beträgt die deutsche Reparationsschuld 40 Milliarden Goldmark, das ist ungefähr die Summe, die die Bereinigten Staaten aus dem Krieg England, Frankreich, Italien und andere zu fordern haben. Die Franzosen schulden den Engländern, und den Amerikanern etwa 35 Milliarden Goldfranken — 28 Milliarden Ma st. An den deutschen Reparation sind sie mit etwas mehr als der Hälfte beteiligt, sodaß, wenn sie alles, was sie schulden, »n Amerika und England bezahlen müßten, selbst dann noch Milliarden zuzuiegen hätten, wenn Deutschland wirklich alles bezahlen könnte. Davon ist aber gar keine Rede. Die Sachverständigen in der ganzen Welt und vor allem die Engländer wissen das. Herr Keynes, der beste Kenner dieser Materie hat gerade die letzten Tage dazu benützt, am die Amerikaner aufzu- forderu, endlich an ihren Forderungen nachzulassen, damit auch die Engländer, die Franzosen und andere ihre Ansprüche an die Freunde und Gegner ermäßigen können. Er hat offen ausgesprochen, daß Deutschland höchstens zwei Drittel von den» zahlen könne, was man ihm zumute. Die Lösung dieses Rcparationsproblemes hängt davon ab, daß wir die Politik der Verständigung weiter treiben. Jede Regierung, dir nach den Wahlen kommt, wird das zu tun gezwungen sein. Öb Rechts- oder Linksregierung. Diese Gelegenheit muß aber dazu benützt werden, fcstzustellen, daß die Deuffchnationalcn jetzt seit iy* Jahren auch ihrerseits die Berständigungspolitik als die einzig mögliche bezeichneten, und daß ihre Minister dementsprechend gehandelt haben. Fn Hinterpommern und Ostpreußen weiß man das noch nicht. Be! uns in.Baden aber weiß man, daß diese Politik eingeleitet worden ist, von der Deutschen Dcma- 3n wenigen Worten Die preußische Reierung und eine Reihe anderer Länder haben im Reichsrat den Antrag eiugebracht, den ll. August, den Tag der Weimarer Berfaffung, zum Nätionalscterlag zu erklären. * Nach Meldungen aus Saint Johns auf Neufundland ist der nach Greenly Island entsandte Flieger Fairchilb erkrankt. so daß ein neues Flugzeug mit Ersatz nach St. Johnh abgehen mußte. Die Hilsßexpeditton für die „Bremen" erleidet dadurch eine Verzögerung. * Die Montagssitzung des Kolmarer Prozcffes brachte die Fortsetzung der Vernehmung des Angeklagten Schlegel sowie die Vernehmung der Angeklagten Stürme! und Schmeit- Nach Meldungen aus Moskau sollen für dev Donez- Prozeß auch Zeugen aus Deutschland geladen werden. Nr. 114. Jahrgang 1928. Der Lantzksk * Smshedver Zeistmß. Dienstag, den is. Mai 1928. kratischen Partei, dem Zentrum und den Sozialdemokraten daß sie damals bekämpft worden ist von Herrn Strejemann, daß dieser die gleiche Politik dann von 1923 ab übernommen und daß nunmehr gegen ihn die Dcutschnationalen dieselben Angriffe erheben, die er früher gegen uns erhoben hat. Jetzt, nachdem auch die Deutschnationalen eingeschwenkt sind, halten die Völkischen die gleichen Reden, die früher die Volkspartei gegen uns und später die Dcutschnationalen gegen dle Volkspartci gehalten haben. Wir sind jetzt alle darüber einig, daß das, was wir als Erfüllungspolitik mit Zentrum und Sozialdemokratie in die Wege geleitet haben, nunmehr auch von der Volkspartei und. den Deutschnationalen als das einzig Richtige und Mögliche erkannt und mitbetrieben worden ist und damit steht fest, daß jene Politik, wegen der wir als nicht national hingestellt worden sind, in Wirklichkeit nationale Politik gewesen ist. Ein erfrischender Wahlaufruf. Hamburg, 14. Mai. Die Fungdemokratische Arbeitsgemeinschaft, der tatenfreudige, jugendliche Stoßtrupp der Hamburger Demokraten, wendet sich in einem Aufruf an die große Zahl der am 20. Mai zum ersten Male «m die Wahlurne tretenden 3u- gendwätzlrr. Unbeschwert von der in Parteiaufrufen sonst vielfach noch üblichen Schablone findet der Appell manches erfrischende Wort, wenn es darin u. a. heißt: Wir Iungdemokraten wollen, daß man die Millionen der jungen Wähler aus ihrer Zurückhaltung, die vielfach eine unfreiwillige ist, die vielfach eine Rückstauung aus Gründen der Ueberalterung unserer Politik ist, ein Hemmschuh, den Beweglichen angetan zum Schutz der Unbeweglichen und Langsamen, hcrausläßt. Wir wollen eine Verjüngung und Besserung der Politik und warnen alle Bolksführer vor Untätigkeit und Selbstgefälligkeit. Nicht die Zahl der Jahre soll entscheiden über die Eignung zum Polksführertum, sondern die Leistungsfähigkeit und der ernste Wille zur Arbeit. Axbeit ist die Parole, unter der zu Kämpfen die neue Jugend sich bereit erklärt. Nur dem Arbeitenden gebührt Achtung, gebührt Ruhm, gebührt Aufstieg. Unsere Verachtung aber gilt den Hunderttausenden von Duckmäusern und Miesmachern, den Saboteuren der Demokraiie, unsere Verachtung gilt allen jenen Feinden des neuen Staates, die der Republik gram sind, weil sie das Volk in alle Rechte der Selbsh- regierung und der Selbstverantwortung einsetzte. Man kann unseres Erachtens keine tiefere Achtung vor deutschem Wesen, deutscher Geistcskultur und vor dem deutschen Volke bekunden, als es das Volk dadurch bekundete, daß es das Regiment über sich selbst antrat. Fn diesem Geiste wollen wir Iungdemokratcn daran Mitwirken, daß die deutsche Demokratie zum echten und makellosen Symbol wahrer Bolksfreiheit werde! Wir fordern Selbstdisziplin von allen unseren Jugendfreunden, wir fordern aber auch von der Bätergeneration, deren Werk wir fortsetzen sollen, politische Würde und Toleranz. Deshalb verwahren wir uns gegen die bisherigen Methoden der Wahlkämpfe, die in der Verunglimpfung des politischen Gegners oder in der Wahllllge das wirksamste Mittel zum eigenen Erfolg erblickten. Wir stellen einhellig fest, daß wir uns immer eines Erfolges schämen werden, den wir mit Mitteln der politischen Heuchelei vorbereitet haben. Wir glauben an den Steg des Geistes und der guten Tat und sehen in der Demokrattr den sichersten Weg zu diesem Sieg. Wir rufen dte Jugend auf: Werdet Demokraten! Aeue Wendung im Jakubowstt-prozeß Schwerin, 15. Mai. Die in der Affäre Jakubowskt Verhafteten, August Rogens, Blöckner und Kreuzfeld, sind am Montagvormittag wieder aus der Untersuchungshaft im Amtsgerichtsgefängnis entlassen worden. Die Gründe der Entlaffung werden von Gertchtsseite nicht bekanntgegeben. Nach Abschlust der Ermittelungen im Falle Jakubowsri hat, wie die „Landeszeitung für beide Mecklenburgs erklärt, die Mecklenburg-Strelitzer Landesregierungg beschlossen, vor einer weiteren Entscheidung das Gutachten mehrerer namhafter Juristen einzuholen. Der Reichsjustizminister ist gebeten worden, ihr solche zu benennen. Besprechung der deutschen Ingenieure mit ihren Verteidigern Kowno, 15. Mai. Wie aus Moskau gemeldet wird, haben die Verteidiger der deutschen Ingenieure, Professor Worip, Ozip und Dvlmatowski die Ingenieure und Techniker im Gefängnis ausgesucht. Sie überreichten den Verhafteten das Material sür den Prozeß. Tie Gefangenen übermittelten dem deutschen Botschafter ihren Tank für seine Fürsorge und den zugesagten Schutz und ersuchten ihn, sie auch weiterhin nicht im Stiche zu lassen. Auch dem Legationsrat Schltep galt der Dank der Gefangenen. Die Verteidigung verlangt auch deutsche Zeuge« i« Douez- Prozeß. Kown», 15. Mai. Wie aus Moskau gemeldet wird, sollen zu dem Prozeß am 18. Mai außer den Zeugen aus der Sowjetunion auch solche aus Deutschland geladen werden. Die russische Verteidigung beabsichtigt, schriftliche Zeugenaussagen der A.E.G. und des Direktors Vleimann von der A.E.G. einzufordern. Ob das Gericht diesem Antrag stattgeben wird, steht jedoch noch nicht fest. Zusammentritt des großen Wirtschaftsrats des Völkerbundes Gens, 15. Mai. Der große Wirtschaftsrat des Völkerbundes trat am Montag vormittag unter dem Vorsitz des ehemaligen belgischen Ministerpräsidenten Theunis zu seiner ersten Sitzung zusammen Zwei neue Vombenattentate in Sofia Sofia, 15. Mai. Am Montag gegen 3 Uhr morgens erfolgten hier zwei neue Bombenexplosionen. In 10 Minuten Abstand explodierten hier an zwei entgegengesetzten Enden der Stadt, und zwar vor der Villa des Hadjt Kaltscheff, eines der reichsten Männer Bulgariens, und vor dem Hause eines Juden, Höllenmaschinen, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten. Die Ausführung der Anschläge entsprach genau der des kürzltchen Anschlages auf die Handelsbank. Politische Bedeutung wird den Anschlägen nicht beigemessen. Diese werden vielmehr nur als Kundgebung gegen die zu geringen Erübebenbeihilfen verschiedener Persönlichkeiten angesehen. Infolge der raschen Wiederholung der Anschläge hat sich der Bevölkerung große Aufregung bemächtigt. Verzögerung im Abflug nach Greenly-Island Greenly, 15. Mai. Wie aus Saint Johns gemeldet wird, erkrankte Pilot Fairchilö, so daß ein neues Flugzeug mit Ersatz nach Saint John abgehen mußte. Die Flugzeuge können daher wahrscheinlich nicht vor Montag oder Dienstag nach Greenly Island fliegen. Die „Vremen"-Ftteger in Milwaukee Newyork, 15. Mai. Die „Bremen"-Flieger sind am Sonntag, aus Chicago kommend, auf dem Flugplatz in Milwaukee gelandet und festlich empfangen worden Schwierige Schiedsverhandlungen. London, 14. Mai. Ctzmnberlatn erklärte heute im Unterhaus, daß die englische Regierung und die Regierungen der Dominions der Ansicht seien, daß der Schiedsgerichtsvertrag den Amerika England als Ersatz für den Ende Juli ablaufenden Vertrag angeboten habe, in vielen Punkten den englischen Wünschen nicht entspreche und daß daher langwierige Verhandlungen notwendig sein würden, um «inen neue» Vertrag zu entwerfen. Er habe daher der amerikanischen Regierung vorgeschlagen, den in Geltung befindlichen Vertrag noch um einen kürzeren Zeitraum zu verlängern. Es erscheine aber fraglich, ob der Senat der Vereinigten Staaten diesem Vorschlag werde zupimmen können, bevor er seine Sommerferien antrete. Der Lolmarer Aulonomisien-Prozeß Fortgang -es Verhörs. Kolmar, 15. Mai. Die neue Woche des Kolmarer Autono- mistenprozeffes brachte die Fortsetzung des Verhörs der Angeklagten. Zunächst werden einige Schreiben, die beim Gericht eingelaufen sind, verlesen, darunter ein Schreiben des Herrn Berstel vom Ullstein-Verlag Berlin, der erklärt, daß er mit dem Angeklagten Heil weder über die autono- mistische Bewegung, noch über die Organisation einer autonomistischen Zeitung zu irgend einem Zeitpunkt korrespondiert habe. Er verstehe nicht, wie der Angeklagte Heil dazu komme, seinen Namen zu nennen. Der Generalstaatsanwalt verliest einen Bericht der Geheimpolizei über die am Freitag erwähnten Briefumschläge der Esca, die der Angeklagte Roose für seine Korrespondenz an angebliche deutsche Sptonagestellen benutzt habe. Der Polizeibericht behauptet, daß Hauß die Briefumschläge vorsätzlich beschafft habe. Hauß weist nach, daß er niemals in der Esca war, und daß die Briefumschläge ohne sein Zutun in sein Büro gekommen seien. Der Angeklagte Schlegel wird dann weiter vernommen. Er stellt fest, daß er erstens nicht Sekretär der Schutztruppe, sondern der lokalen Organisation des Heimatbundes war: zweitens, daß er in dieser Eigenschaft erst im Jahre 1927 eintrat. Er sei daher für die bet ihm gefundenen Protokolle nicht verantwortlich und insbesondere nicht zuständig für die vom Vorsitzenden aus diesen Protokollen hergeleiteten Folgen. Schall greift hier ein und erklärt. daß die gesamten Pläne über die Schutztruppe und deren Sondereinrichtungen berechnet gewesen seien für eine Truppe von ungefähr 120 Mann. So viel Leute hätte man notwendig gehabt, um einen sicher arbeitenden Saalschutz in Straßburg zu haben. Man habe jedoch niemals diese 120 Mann zusammengebracht. Er habe bereits erklärt, daß die Höchstziffer 25 Mann gewesen sei. Es sei also wertlos, den ganzen „Mo- btlisationsplänen" in dieser Weise nachzugehen, da sie keinerlei militärischen Sinn gehabt hätten. Schlegel soll dann Auskunft geben über dte bei ihm gefundenen Gummiknüppel. Schall erklärt statt seiner, daß man im Jahre 1926 vorgehabt habe, die Schutztruppe nach dem Muster der sozialistischen Organisationen mit Gummiknüppeln auszu- rüstem Man habe Muster übersandt bekommen und habe diese bezahlt. Die Muster seien jedoch zu den Akten gelegt worden und dort verblieben. Schlegel soll sich dann über die Spionageafsäre äußern, die im Zusammenhang mit anderen Angeklagten eine besondere Rolle im Prozeß spielt. Es stellt sich heraus, daß es sich hierbei nur um eine Spitzeltätigkeit der Straßburger Geheimpolizei handelt, die die Heimatbewegung bloßstellen sollte. Der Angeklagte Köhler der zu den Spionageverdächtigen gehört, ruft laut in die Verhandlung hinein: „Das ist ja sehr interessant. Endlich sieht man einmal, wer die richtigen Spione waren." Es tritt dann eine kurze Pause ein. Hierauf wird der Angeklagte Stürme! vernommen. Der Vorsitzende stellt seine Personalien fest und betont, daß seine Brüder in der französischen Armee gedient hätten und als gute Patrioten bekannt seien. Stürmet stellt fest, daß die Anklageschrift eine Reihe von Unrichtigkeiten und Jrrtümern enthalte und im Laufe der Vernehmung bemängelt er, daß der Untersuchungsrichter aus seiner großen Korrespondenz nur einen einzigen Brief verwandt hat, um seine Anklage darauf aufzubauen, eine Reihe anderer wesentlicher Briefe dagegen nicht erwähnt hat. Die Verteidigung beschwert sich energisch gegen dieses Vorgehen des Untersuchungsrichters. Rechtsanwalt Berthon stellt fest, daß bereits wichtige Dokumente vom Untersuchungsrichter übergaugen morde« find. Diese Anschuldigungen drohen zu einem neuen Zwischenfall zu werden Es gelangt dann ein Brief Dr. Rickl' -s zur Verlesung, in dem Stürme! als „zuverläffig und intelligent" bezeichnet wird. An Hand des Lexikons weist Stürme! nach, daß sogar diese beiden Worte falsch übersetzt worden seien. Stürme! schließt sein Verhör mit der Feststellung: „Es liegt keinKomplott, kein Seperatismns vor. Es ist auch kein deutsches Geld im Spiel." Dann wird der Angeklagte Schweitzer vernommen, der angibt, in seiner Eigenschaft als Verteilungsmann bei der „Zukunft" sehr schlechte Erfahrungen mit den sogenannten „agents provocateurs" gemacht zu haben. Als der Vorsitzende verärgert verlangt, diesen Ausdruck endlich einmal aus der sachlichen Debatte wegzulassen, lehnt Schweitzer dies mit dem Hinweis ab, daß diese „agents provocateurs" ihnen von den ersten Tagen an das Leben sauer gemacht hätten. Er kenne einige von ihnen und wisse von einem von ihnen, daß er im Rheinland die rheinische Separatistenbewegung unterstützt und später im Elsaß versncht habe, die sogenannte elsäffische separatistische Bewegudg z« „machen". Aus die Frage des Vorsitzenden, was er damit gemeint habe, als er einmal von der Befreiung des Elsaß gesprochen habe, erklärt dann Schweitzer mit Nachdruck, es sei sein WiKe in Vergangenheit. Gegenwart und Zukunft, daß das Elsaß befreit werde von Chauvinismus jeder Art, sei es des französischen oder des deutschen. Er glaube, daß die Grenze« eines Landes nicht mit Bajonetten, sondern mit den Herze« der Bevölkerung gestchert werde« müßte«. Auf die ausdrückliche Frage: wen er von den übrigen Angeklagten kenne, erklärt Schweitzer, er kenne nur Schall. Volveen und Stürme! und Hab: einmal fünf Minuten mit Dr. Ricklin gesprochen. Hierauf werden die Verhandlungen auf den Nachmittag vertagt. Ein neuer Zwischenfall. Solmar. 15. Mat. In der Nachmittagssitzung wurde als letzter der Angeklagten aus dem Kreise der „Zukunft" und l des „Heimatbundes" der Kaufmann Reisacher vernommen. Werners Werbung. Roman von George Manville Fenn und Carl Johannes. „Tun Sie sofort alle dazu erforderlichen Schritte, Herr krevithick," antwortete Klara entschieden. „Ich danke Ihnen, Fräulein Gartram," — und er machte sich die Notiz — „es wird sofort geschehen." „Und das ist alles?" fragte Klara. „Nein, dann ist noch der Granitbruch. Ich würde Ihnen empfehlen, denselben an eine kleine Aktiengesellschaft zu verkaufen. Sie können einen sehr hohen Preis dafür erzielen; denn er ist ungemein wertvoll. Und noch mehr vürden Sie daraus erzielen,, wenn Sie für das Kausgeld Aktien annehmen, aber ich würde Ihnen davon «braten." „Nein," antwortete Klara, sich erhebend, mit fester Entschiedenheit, wenn ihr auch Tränen in den Augen standen. „Der Granitbruch war meines Vaters Lieblingsunternehmen. So lange ich lebe, soll die Sorge für seinen Granitbruch und feine Arbeiter meine Lebensaufgabe bilden." „Meine liebe junge Dame," rief der Notar, sich gleich- s erhebend und ihre Hand ehrerbietig an feine Lippen rend, „vorhin war ich stolz auf das Vertrauen, Weihes Sie mir zeigten, aber jetzt bin ich noch viel stolzer; denn sch ehre Sie um dieses Entschlußes willen. Ich werde Ihre kÄnfche in jeder Hinsicht erfüllen. Noch ein Wort. Für »ie Geschäftsführung des Granitbruches werden Sie einer hilte bedürfen — eines Herrn, der mit Steinen Bescheid veiß." „Nein, Herr Treoithick, ich werde nur m den geschäft- iichen Geldangelegenheiten einer Hilfe bedürfen, und die hoffe ich bei Ihnen zu finden. Das übrige kann üh mit inseren Arbeitern und dem Werkführer selbst leisten." Der Notar verbeugte sich und blickte dann wieder auf Mary, die ihm jedoch ebenso abweisend wie bisher begegnete. „Und S»e sind jetzt fertig, Herr Treoithick?" fragte lttara. „Nicht ganz. Das Defizit." „Wenn, wie Sie sagen, ein Defizit vorhanden ist, so »sch es dabei sein Bewenden haben. Ich besitze auch so f ’Ug." „Ilber Ihr Her^ Vater hätte nicht eher geruht, als bis Sie Sache klar gestellt war." „Nein," meinte Klara nachdenklich. „Aber mein Vater satte vielleicht irgendein Projekt in Vorbereitung, von dem mir nickits wißen, Herr Trevitbick. und wozu er jenes Geld verwendete, ohne es in seine Buchungen aufzunehmen. — Wir warten also bester ab und lasten es auf sich beruhen. Sie werden doch noch einige Tage hierblerben?" „Ich sollte „Nein" antworten", erwiderte Treoithick, „aber ich würde gewissenlos handeln, wenn ich dies Schloß verließe, ehe ich das Geld sicher fortgeschafft habe. Bis dahin bleibe ich also Ihr Gast." Klara wollte noch etwas sagen, aber die vielen schmerzlichen Erinnerungen, die der Aufenthalt in diesem Zimmer ihr brachte, wurden jetzt so übermächtig, daß sie sich nur stumm verbeugte und mit einem kurzen Zeichen, dcch Rary ihr folgen sollte, aus dem Zimmer eilte. „Ein Mädchen, welches jeden Mann glücklich machen könnte", meinte der Notar, als er allein war. „Hoffentlich wird sie keinem gewissenlosen Abenteurer zur Beute fallen, dem es nur um ihren Reichtum zu tun ist. Nein, sie ist fest und hochsinnig Wenn ich nur wüßte, womit ich die kleine Mary beleidigt habe?" und dabei seufzte er tief auf. „In letzter Zeit ist sie gar nicht mehr freundlich gegen mich." Dann dachte er einige Minuten lang stumm nach und rief dann auf den Tisch schlagend: „Gartram hatte die einundvierzigtaufend Pfund. Seine Bücher ergeben es klar und er war darin so peinlich genau wie ein Bankbuchhalter. Irgendjemand wußte um das Geheimnis dieser Granitkammer und tat einen Griff in ihre Schätze. Ja, ich möchte k«hl dahinter kommen." Neunundvierzigstes Kapitel. Wimble findet ei«e Spur. Am folgenden Morgen kam ein kleines nettes Dieust- mädchen in Wimbles Laden und brachte mit Frau Saisons Empfehlungen ein Paket und einen Brief. Wimble nahm beides mit zitternden Händen, und sobald er wieder allein war, murmelte er mit glückselig klopfendem Herzen vor sich hin: „Endlich, endlich, hat sie meine Liebe erkannt und mir ein Zeichen der Erhörung gesandt." Einige Sekunden lang zögerte er unschlüssig, was er zuerst öffnen sollte, den Brief oder das Paket — dann entschloß er sich für das letztere und fand nach Entfernung der Hülle eine kräftige Kartonschachtel, und jetzt brauchte er nur noch den Deckel abzunehmen. Aber nun, um seine Freude länger auszukosten. öffnete er erst den Brief und las: „Frau Sarson würde Herrn Wimble sehr verpflichtet sein, wenn er die beiliegende Sendung sofort in Angriff nehmen und binnen einer Woche gut aufgearbeitet wieder zurückschicken wollte." „Aufarbeiten — sofort in Angriff nehmen — binnen einer Woche!" murmelte Wimble enttäuscht, riß dann heftig den Deckel der Schachtel ab und starrte wie vernichtet auf den Inhalt derselben. „So oft habe ich sie nun schon in der Nähe gesehen und nie etwas davon gemerkt", stöhnte er, wie vermäßet den Kopf auf beide Arme stützend. „O, dieses falsche Weib! Falsch wie alle Weiber! Voll inniger Liebe hingen meine Augen hunderte von Malen an ihr — aber die Liebe ist blind und — ja", stöhnte er dann, den Gegenstand sorg- fAtig herausnehmend und auf seine geballte linke Faust stülpenv, um ihn genauer zu betrachten. „Ich hatte keine Ahnung davon, daß sie eine Perücke trägt! O, diese Eitelkeit der Werber — aber heute kann ich noch nicht daran arbeiten — es würde mir das Herz zerschneiden — ich muß mich erst an den Gedanken gewöhnen." 'siiiK h. t*! Nr. 114. Jahrgang 1928. Der Landbote * Smsheimer Zeitung. Dienstag, den 15. Mai 1928. der in sachlicher und ruhiger Form die Veyanvtung emes Elsiiffers schilderte, der es oorzog während des Krieges m Frankreich zu bleiben und zwar auf Grund eines Ausrufs Poincarös an die Elsaß-Lothringer, ruhig im Lande zu bleiben. man werde sie wie die Franzosen behandeln und sie nicht zwingen, gegen die deutschen Armeen zu W • Trotzdem habe man ihm seinen Beruf unmöglich gemacht, so daß er nach und nach sein 'Vermögen verloren Wt «l* er sich später unter Berufung auf den Aufruf Poincarsv geweigert habe, in die französische Armee emzutreten, habe man ihn interniert und ihm eine ^Eba^e Behandlung »uteil werden lassen. Im werteren Verhör erklärte Reisacker auf Befragen des Vorsitzenden, daß er über die Liga der Heimattreuen Elsaß-Lothringer zum H-«»»««- gekommen fei. Er habe ernmal in der „Zukunft über ferne Leiden in französischen Internierungslagern «»«» «««« Wrtittf rtefAriefcen Aus Empörung über die Behand- Urngswesie^Zorn von Bulachs habe er sich der Wahrheit genähert und hier eine Reihe von Artikeln geschrieben ohne tedoch Sterz« auch nur einen Pfennig Honorar zu beziehen. Er sei Befürworter einer allgemeinen Volksabstimmung, selbstverständlich, wie er auf eine Zwischenfrage von Rechtsanwalt Jägles feststellt, in durchaus loyalem Rahmen. Am eine Frage des Vorsitzenden erklärt Reisacher noch, daß ferne Mitarbeit in der „Wahrheit" ohne jede Verbindung und ohne Auftrag der Leute um Schall erfolgt sei. Bei der ««« folgenden Vernehmung des Angeklagte« Bauman«. der seinerzeit wegen Spionageverdachts verhas- tet »ar, kam es z« einem Zwischenfall, als der Generalstaatsanwalt mitteilt. daß sich die Staatsanwaltschaft ge- zwrrrrgen geseHert Hüde, öie »ageversahrens gegen Köhler und Banmann ans dem Aktenmaterial des Komplottverfahrens zu entfernen, da die Angelegenheit Köhler—Bauman« in engstem Zusammenhang mit einem außerordentlich schwerwiegenden und weittragenden Tpionagefall z« stehen scheine, der in der letzten Ze» in einem Grenzbezirk ansgedeckt worden sei. Ehe über diese Angelegenheit nicht völlige Klarheit geschaffen sei. wäre es für die Generalstaatsanwaltschaft unklug. Ehre Karten auf- zudecken nnd die Aktenstücke bekanntzngebe«. In Verfolg dieser Mitteilung setzte eine erregte Auseinandersetzung zwischen der Verteidigung und dem Stcmts- anwalt ein. Der Wortführer der Verteidigung, Rechtsanwalt Berthon. stellt fest, daß der Generalstaatsanwalt als höchster Gerichtsbeamter nicht die Befugnis habe, im Laufe einer Gerichtsverhandlung zu erklären, ob der Angeklagte schuldig sei oder nicht. Auch habe er nicht das Recht. Aktenmaterial. das im Zusammenhang mit dem im Gang befindlichen Prozeß stehe, dem Gerichtshof und der Verteidigung vorzuenthalten. Sämtliche Verteidiger erheben dann beim Gerichtshof offiziell gegen das Verhalten des Generalstaats- anwalts Einspruch und fordern sofortige Vorlegung des geiamten Aktenmatertals gegen Baumann. — Die Hinter- oründe dieses Verhaltens des Generalftaatsanwaltes sind zur Zeit noch in keiner Weise zu übersehen, jedoch besteht allgemein der Eindruck. d«ß «an vor der entscheidenden Wendnng des Prozeffes steht. Es fragt sich nämlich, wie sich jetzt der Generalstaatsanwalt die Erledigung des Verfahrens gegen alle Angeklagten wegen Komplottes vorstellt. Kolmar 13. Mai. Im Kolmarer Prozeß brachte gestern nachmittag die Verteidigung einen einstimmig gefaßten Antrag an den Gerichtshof ein. nach dem dieser einerseits von der Aeußerung des Generalstaatsanwalts, die noch nicht verurteilten Angeklagten wären gefährliche Spione, als von einer rechtswidrigen Beeinflußung des Prozesses Kenntnis nehmen soll. Andererseits soll sich der Gerichtshof die vom Generalstaatsanwalt erwähnten Akten des neuen Spionageverfahrens gegen Köhler und Baumann sofort vvrlegen laßen. Das völlig unerwartete rechtswidrige Eingreifen des Generalstaatsanwaltes in die Verbanölun- gen, gegen das die Verteidigung entschieden protestieren müße, bedeute einen Rechtsbruch. Der Generalstaatsan- wali erwiderte darauf, daß er das von ihm angedeutete Spionageverfahren nicht vor die Oeffentlikeit bringen könne. Es habe aber nichts mit den in der Nähe von Bel- fort anfangs April verhafteten beiden elsäffischen Spionen zu tun. Die Verteidigung stellte damit fest, daß nunmehr ein drittes Spicnageverfahren im Gange sein müße. Der Angeklagte Bauman«, den plötzlich die Nerve« verließe« schrie in de« Saal, er sei kein Spion. Das Berhal- te« des Generalftaatsanwaltes sei die größte Ungerechtigkeit Man wolle scheinbar mit ihm ei« Jnstizoerbreche« begehe«. Baden. Dr. Schnrman« wird Ehrenbürger von Heidelberg. Heidelberg, lö. Mai. Wie man hört, hat der Stadrrat von Heidelberg beschlossen, den Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin, Dr. Schurmann, für seine Verdienste um Heidelberg und die Heidelberger Universität zum Ehrenbürger zu ernennen. Die Ueberreichung der Urkunde, die voraussichtlich noch durch Oberbürgermeister Dr. Walz vor- genommer» wird, dürfte etwa Mitte Juli i« Heidelberg ftattfinden. Bergleichsvorfchlag der Mannheimer Beamtenbank. Mannheim, 15. Mai. Die Mannheimer Beamtenbank, e. G. m. b. H., unterbreitet ihren Gläubigern ein Vergleichsverfahren. Der betgelegte Status weist einen Fehlbetrag von 910160 Mark auf, also um 300 000 Mark höher als in der in der Mitgliederversammlung vom 4. Mai vorgelegten Bilanz. Das rührt von einer Abschreibung der Forderungen an Mitglieder her. Der Fehlbetrag insgesamt macht etwa 50 Prozent der gesamten Schuld der Bank aus. Beffernng der Lage des Arbeitsmarktes. Die Arbeitsmarktlage hat sich nach Mitteilung des Lan- 0e&ar6etteümtö Südwestdeutschland trotz des Abflauens des Beschäftigungsgrads in einigen Berufszweigen langsam weiter gebessert. Dadurch konnte sich auch die Arbeitlosen- -tsser wieder senken; sie ging bei einer Abnahme der Zahl der Unterstützungsfälle von 1775 in der Berichtszeii vom 3. ms 9. Mai nur unerheblich stärker zurück als in der unmittelbar vorangegangenev Berichtszeit, in der sie 1640 betra- llen harte. Am 9. Mai wurde im Landes-Arbeitsamtsbezirk tm ganzen nur noch 31991 Unterstützungsempfänger gezählt. ach Gebieten getrennt entfielen hiervon 6354 (6903« auf ^"^tbmberg und Hohenzollern, hingegen immer noch 25 637 o ou f Baden Nach Unterstützungszweigen wurden am ' . i Württemberg 4621 Arbeitslosen- und 1733 Krisen- ^.^"6sempfänger, in Baden 20385 Arbeitslosen- und 452 Krisenunterstützungsempfänger gezählt. Bor der Beendigung der Mnrgtalbah«. Jorbach, 15. Mai. Die Fertigstellung der Neubaustrecke von Klosterreichenbach nach Raumünzach rückt ihrem Ende näher. Der Brennpunkt der Arbeit ist zur Zeit noch der Bahnhof Schönmünzach. Auch die von der Gemeinde Schwarzenberg herzustellende Wafferversorgung für den Ort Schön- münzach, an die die Bahnleitung angeschloflen wird, ist im Bau. Die Jnnenarbeiten an den Stationshochbauten sind in vollem Gange. Tagung des Berbandes badischer Gemeinde«. Baden-Baden, 15. Mai 1928. Die Hauptversammlung des Verbandes badischer Gemeinden ivurde am Sonntagoormittag von dem Vorsitzenden des Verbandes, Bürgermeister M e n g e s - Gernsbach eröffnet. Er begrüßte zunächst die Vertreter der Regierung der Stadt Baden-Baden, des badischen Städteverbandes, sowie anderer interessierter Vereine und Verbände. Der Vorsitzende ging in einem Vortrag, dem 700 —800 Anwesende mit größter Aufmerksamkeit folgten, auf die wichtigsten Ge- meindeprobleme und auf die umfangreiche Verbandstätigkeit ein, wobei bemerkt wurde, daß die Städte und Gemeinden in den Parlamenten immer noch nicht genügend vertreten seien. Sodann behandelte er die Frage der Gemeindefinanzen. Ganz ungeheuerlich belastet seien die Gemeinden mit den hohen Land- und Kreisstraßenkostenbeiträgen, so daß der Verbanösvorsitzende schon im Jahre 1925 eine entsprechende Aenderung beantragt habe. Weiter sei in der Frage bis jetzt kaum etwas geschehen. Der Vorsitzende wolle nochmals bet dem Landtag vorstellig werden und zugleich auch eine Beteiligung der Gemeinden an dem Ertrag der Kraftfahrzeugsteuer beantragen. Auf dem Gebiete des Wohnungswesens feien die Ber- hältniffe auf dem Lande, wie der Vorsitzende weiter ausführte, nicht bester wie in den Städten. Nicht gerechtfertigt sei es, daß die großen Städte den aus dem Lande kommenden Landesanteil in der Gebäudesonöersteuer ganz für sich beanspruchen, weil zwei Drittel aller Arbeiter zwar in den Städten arbeiten und dort Steuerwerte schaffen, aber auf dem Lande wohnen und hier Aufwendungen an Wvhnungs- bauten. Schulen. Fürsorge, Straßen usw. verursachen. Der Berbandsvorsitzende habe deshalb Vorstellung beim Landtag erhoben und rechnet bestimmt damit, daß die berechtigten Wünsche der mittleren und kleineren Gemeinde» berücksichtigt werden. Das Fürsorgewcsen verursache den Gemeinden so hohe Ausgaben, daß es bei der sonstigen gewaltigen Belastung von den Gemeinden nicht mehr getragen werden könnte. Die so oft geforderte Rückgabe der allgemeinen Für- sorgetätigkcit an die Gemeinden laste sich nicht mehr umgehen, zumal der Staat statt ein Drittel nur noch ein Viertel des Aufwandes ersetzen will. Sodann sei die Kreditnoi der mittleren und kleineren Gemeinden außerordentlich groß. Es sei eine dankenswerte Ausgabe, daß die Girozentrale den Gemeinden hierbei helfen will. Aus dem Gebiete des Sparkassenwesens müßten die kleineren Gemeinden bestrebt sein, den leistungsfähigen Verbands- oder Be- zirksfparkasfen angefchlosten zu werden. Endlich behandelte der Vorsitzende noch andere wichtige Gemeindefragen, insbesondere die Berwaltungsresorm. die in den Gemeinden selbst keine groben Ersparnisse mehr zeitigen könne, weil diese schon immer an eine bescheidene und einfache Verwaltung gewöhnt seien. Die Verwaltungsreform im Staatsbetriebe könne unmöglich in der Weife vor sich gehen, daß weitere Staatsbehörden in den Bezirken abgebaut würden. Die sodann zur Verlesung kommenden Entschließungen, die die vom Vorsitzenden dargelegten Punkte enthalten, wurden von der Hauptversammlung einstimmig angenommen. Auch hier wurde Rechenschaftsbericht für 1927 und Voranschlag 1928 genehmigt. — Die Beiträge zum Verband badischer Gemeinden wurden wie im vorigen Jahre festgesetzt. — Endlich fand noch die Neuwahl des Vorstandes statt, die die Wiederwahl des ersten Vorsitzenden Bürgermeister Menges-Gernsbach brachte. Zweiter Vorsitzender ist Bürgermeister Dorr-Knielingen. Gegen 2 Uhr nachmittags konnte die Tagung vom Vorsitzenden geschloffen werden. Aus Nah und Fern. * Sinsheim, 15. Mai. (Sommerfahrplan). Der heutigen Nummer liegt der Sommerfahrplan bei, der diesmal verschiedene kleinere Verschiebungen in den Fahrzeiten der Züge auch auf den El- senztalstrecken aufweist, die zumtejl auf die Bemühungen des Berkehrsoerbands für den Elsenzgau zurückzuführen sind. Der bis Iagstfeld durchgehende letzte Abendzug ist etwas später gelegt. Der vorigen Sommer nachmittags vom Rheinland nach Stuttgart geführte, hier 16.16 Uhr abgehende beschleunigte Personenzug ist in den Fahrplan wieder ausgenommen worden. Der erfreulichste Erfolg aber ist die Einführung eines beschleunigten Personenzuges in umgekehrter Richtung von Stuttgart nach Wiesbaden, der in Heidelberg an den von Freiburg i. B. nach Eleve geführten Zug Anschluß hat. Er geht in Stuttgart ab 11.45 Uhr passiert Sinsheim 13.57 und trifft schon 17.00 Uhr in Wiesbaden ein. Leider sollen diese so beliebten Züge auch dieses Fahr nur im Sommer geführt werden, weil die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft der Meinung ist, der schwächere Verkehr der Wintermonate lasse eine Einschränkung dieses Zugverkehrs nicht umgehen. Wir glauben aber, daß diese Befürchtung gerade auf dies« beiden Durchgangszüge nicht zutrifft. Denn der am Bormittag auch über Winter geführte beschleunigte Personenzug von Heilbronn nach Mannheim war immer gut besetzt, wie auch die andern Züge. Und die Rheinlandlzüge würden es sicher nicht weniger sein. Es wäre zu wünschen, daß im nächsten Winter einmal eine Probe mit diesen beiden Zügen gemacht würde. Wir sind überzeugt, daß sie so ausfallen würde, daß ihre ständige Beibehaltung möglich wäre. * Einshenn, 15. Mai. (Der Fahrplan im FD—Zugabteil eine Neuerung.) Mit Beginn des Sommersahrplans am 15. Mai wird die Deutsche Reichsbahn eine praktische Neuerung einführei^. In den Fernschnellzügen (FD—Zügen) werden in den Abteilen kleine Fahrplan-Faltblätter kostenlos an die Fahrgäste verteilt. Diese Blätter erhalten die Berkehrszeiten des Zuges und seine wichtigsten Anschlußzüge in übersichtlicher Weise. Der Reisend« braucht daher nicht mehr nach den Ankunftszeiten herumzufragen und auch nicht auf der Fahrt sein Kursbuch zu durchblättern: das kleine Fahrplanfaltblatt sagt ihm sofort wann er auf der nächsten Station eintreffen wird. * Sinsheim, 15. Mai (Der „Biitz"-Fahrplan für Baden.) Am 15. Mai tritt auf den deutschen Reichsbahnen und damit auch auf den Bahnlinien unseres badischen Heimatlandes de« neue Sommerfahrplan in Kraft, der in Anpassung an die Berkehrsbedürfnisse mancherlei Aenderungen bringt. Als bestes Fahrplanbuch, das neben den vollständigen Perkehrszeiten auf den badischen Linien auch die Anschlüsse in die Nachbarländer, die Bodensee-Dampferkurse und die Kraftpostlinicn enthält, sowie auch die rascheste Orientierung infolge seines eigenartigen Registerschnittes ermöglicht, hat sich noch stets in den langen Jahren seines Erscheinens der „Blitz-Fahrplan für Baden" bewährt, der auch diesmal rechtzeitig für den Sommerdienst erschien und in allen bekannten Verkaufsstellen (Buchhandlungen usw.) zum Preis von 50 Pfg. zu haben ist. -4- Sinsheim, 16. Mai. (Allgemeine Ortskrankenkasse). Die Zahl der Mitglieder unserer Kasse betrug am 1. 5. 28. 6494 (6456) und zwar männlich 3931 (3902). weiblich 2563 (2554). Hiervon waren versichert als versicherungspflichtig 5584 (5564) und zwar männl. 3453 (3442). weibl. 2131 (2122), als freiwillig 910 (892) und zwar männl. 478 (460). weibl. 432 (432). Am Stichtag (1. 5. 28.) betrug die Zahl der arbeitsunfähigen Kranken 198 (197) und zwar männl. 98 (100). weibl. 100 (97). Hiervon warm, als pflichtversichert gemeldet 175 und zwar männl. 93, weibl. 82, als freiwillig 23 und zwar männl. 5, weibl. 18. Wöchnerinnen wurden gezählt als pflichtversichert 26 (22), als freiwwil versichert 1. Die in Klammern angegebenen Zahlen bedeuten jeweils das Ergebnis vom 1. des Vormonats. % Neckarbifchofshenn. 14. Mai. (109er Zusammenkunft). Am gestrigen Sonntag fand hier eine Zusammenkunft ehem. badischer Leibgrenadiere statt. Herr Oberpostsekretär Krawutschki-Karls- ruhe hielt einen Portrag über den Zweck des Zusammenschlusses, Es wurde eine Bezirksgruppe gegründet, der 48 ehemalige Leibgrenadiere aus dem Bezirk Neckarbischofsheim beitralen. § Kirchardt, 14. Mai. (Verschiedenes). Am nächsten Mittwoch versammeln sich hier die Bürgermeister und Ratschreiber des Bezirks. Die Verhandlungen, die unter der Leitung des Herrn Landrat Strack stehen, finden im Schulhaus statt. An den offiziellen Teil schließt sich ein gemeinsames Mittegefsen im Gasthaus „zum Löwen" an. — Der Gemischte Chor unternimmt gemeinschaftlich mit dem Gemischten Chor Ittlingen am kommenden Donnerstag (Himmelfahrtstag) einen Ausflug nach Maulbronn. = Ehrstädt, 14. Mai. (Bestandene Prüfung.) In diesen Tagen hat der Sohn des hiesigen Schmied und Gemeinderat Philipp Reimbold, namens Friedrich R. als einer der Jüngsten nach einer 4 monatlichen Teilnahme am Lehrgang .der staatlichen Hufbeschlagschule in Karlsruhe die Prüfung zum' Nachweis der Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlagsgewerbes mit der Note gut bestanden. Unsere besten Glückwünsche dem strebsamen, fortschrittlichen Schmied! t Obergimpern, 14. Mai. (Gustav-Adolf-Fest). Am Himmelfahrtstage findet dahier das Bezirksmiffions- und Gustao- Adolf-Fest für den Kirchkreis Neckarbischofsheim statt. % Obergimpern, 14. Mai. (Familienfeste.) Am Sonntag feiert hier Schreinermeister Friedrich Gabel inmitten seiner elf Kinder (9 Söhne und 2 Töchter) seinen 75. Geburtstag. Die Pfarr- gemeinde nimmt an dem Jubelfeste des tüchtigen Meisters besonders freudigen Anteil, da derselbe bald 40 Jahre lang zugleich den Mesnerdienst mit stets gleichbleibendem Eifer und mit Pünktlichkeit versehen hat. Möge der Segen Gottes auch fernerhin den Weg des Jubilars begleiten, ihm und seiner noch recht rüstigen Ehefrau einen gesunden Lebensabend bereiten. — Am gleichen Tage begeht der Schneidermeister Leopold Hofmann mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit. Auch dieser Jubilar sei hier in Ehren gedacht und ihnen die besten Segenswünsche ausgesprochen. * Eppmgen, 14. Mai. (Auszeichnung — Wahlversammlungen.) Unsere einheimische Maschinenfabrik I. Dieffenbacher Söhne wurde auf der ersten süddeutschen Gastwirtsmesse verbunden mit großer Fachausstellung in Darmstadt mit einem wertvollen Ehrenpreis sowie der goldenen Medaille ausgezeichnet. Die Firma hatte moderne Keltereimaschinen dort ausgestelll. — Auf gestern, nachmittag hatte die Deutfchnationale Volkspartei und der Landbund ihre Wähler gemeinsam zu einer Wahlversammlung ins Gasthaus zur „Eisenbahn" eingeladen. Als Redner sprach Rechtsanwalt Schmidt-Breiten über die Frage „Warum wählt man die Liste 2". Der Besuch der Versammlung war ziemlich gut. Einen ebensolchen Besuch hatte die Sozialdemokratische Partei bei ihrer Wähleroersammlung im „Schwanen" um dieselbe Zeit. Profes'or Schick aus Heidelberg referierte hierbei über die kommende Reichstagswahl. $ Siebbach. 14. Mai (Konzert.) Ein außergewöhnlicher Genuß für die Gemeinde Siebbach war das Geistliche Konzert, das der lyr. Tenor, Herr Konzertsänger Gust. Neuner und seine Gemahlin, die Organistin Frau Paula.Neuner-Stenzel aus Stuttgart am Sonntag Nachmittag in der Kirche ausführten. Herr Neuner verfügt über eine gute, weiche und klangvolle Stimme, die besonders in den hohen Lagen gut zum Ausdruck kam. Er fang mit guter Einfühlung in den Inhalt u. a. Lieder von Bach, Händel, Mendelssohn und Beethoven. Frau Paula Neuner-Stenzel besitzt eine gute technische Schulung auf der Orgel und begleitete ihren Mann mit gutem Verständnis. Den zahlreich erschienenen Zuhörern wird das Konzert in guter Erinnerung bleiben. * Elsenz, 14. Mai (Kälteschaden). Me Hoffnungen ans einen guten 1928er sind nun auch wieder zunichte geworden, nachdem die Kälte in den Nächten des 11. und 12. Mai fast den ganzen Rebstand vernichtet hat. Besonders die Weinberge in niederen Lagen haben sehr gelitten, während die in höheren Lagen verschont blieben. Es ist dies nun schon das dritte Jahr, daß durch die Kälte die Arbeit der chiejsigen Weinbergbesitzer umsonst gewesen ist. Der verursachte Schaden dürfte sich auf etwa 50 000 Mark belaufen. * Eberbach, 14. Mai. (Originelle Wahlpropaganda.) Am vergangenen Samstag Nachmittag hatte die hiesige Einwohnerschaft Gelegenheit, Reichsauhenminjster Stresemann durch den Lautsprecher zur Reichstagswahl sprechen zu hören. Nach einem flotten Marsch ergriff der Minister Dr. Stresemann das Wort. Das Auto mit dem Lautsprecher hielt am neuen Marktplatz, am Lin- denplatz, am Rathaus, sowie auch am Bahnhofplatz, um dann seine Reise nach Pleutersbach — Schönbrunn usw. forizusetzen. * Iagstfeld, 14. Mai. (Brand.) In der Saline gab es einen kleineren Brand,- zwei Befpechütien fielen dem Feuer- zum Opfer. Der Schaden ist nicht besonders groß. x Baiertal, 14. Mai. (Bon der Wasserleitung.) Das günstige Wetter der letzten Wochen hat die Wasserleitungsarbeiten in hohem Maße gefördert. So ist die Fernleitung von der Quelle bis in die Ortschaft bereits gelegt und die Straße Baiertal-Schatl- hausen wieder befahrbar. Auch der Hauptstrang des Ortsnetzes ist zum größten Teil im Boden. Gegenwärtig ist man gerade mit dem Aufgraben der Steige der Wieslocherstraße beschäftigt, von wo aus die Leitung bis zu dem auf der sogen. Ebene zu zu erstellenden Wasserreservoir die Leitung weitergeführt wird. * Heidelberg, 14. Mai. (Mit einem seldstgezimmerten Paddelboot) verunglückten in der Nähe der Alten Brücke am Samstag nachmittag ein junger Mann von 18 Fahren und ein Junge don 8 Jahren. Es gab einen großen Menschenauflauf. Die Paddler konnten von der Bootsverleihanstalt Mangelsdorf nur mit Mühe an Land gebracht werden. Mannheim, 13. Mai. (Aus dem fünften Stock gestürzt.) Am Freitag vormittag ist eine in der Neckarstadt wohnhafte 23 Jahre alte Frau wegen einer Geringfügigkeit mit ihrer Mutter in Streit geraten. Plötzlich sprang die junge Frau über einen Stuhl zum Fenster des fünften Stockes hinaus auf die Straße. Mit zerschmetterten Gliedern wurde sie in das Allgemeine Krankenhaus eingeliefert, woselbst sie bald starb. » Mannheim, 13. Mai. (Tödlicher Betriebsunfall.) Am Freitag vormittag kurz vor 12 Uhr ist der 58 Jahre alte verheiratete Arbeiter Tobias Ehret von hier im Städtischen Gaswerk Luzen- berg von einer Betriebslokomotive überfahren und auf der Stelle getötet worden. Der Verunglückte wollte mit einem Schubkarren die Gleisanlage überqueren und hat offenbar die in Gang |! Hl : I Nr. 114. Jah rgang 1928. befindliche Maschine nicht beachtet. Untersuchung des Falles ist eingeleitet. ** Schwetzingen. 15 Mai. lUnterbadischer Artilleristentag.» Bei außerordentlich starker Beteiligung fand am letzten Samstag und Sonntag der erste unterbadische Artilleristentag statt, der mit dem Gautag des badischen Kriegerbundes und mit dem 30jährigen Stiftungsfest des Artilleriebundes Schwetzingen verbunden war. Im Verlauf der Veranstaltung fand eine Ehrung der Gefallenen auf dem Kriegerfriedhof statt. Am Sonntag vormittag wurden die geschäftlichen Verhandlungen erledigt. In einem Festzug, der sich nachmittags durch die Stadt bewegte, wurden in verschiedenen Gruppen die Geschichte und die Entwicklung der Artillerie gezeigt. ** Michelstadi »Odenwalds, 15. Mat. »Großseuers. Tie Fabrik L und K Arzt ist durch Feuer fast vollständig vernichtet worden. Das Feuer wurde erst im Kesselhaus bemerkt und griff rasch auf daß Hauptwerk über, das nicht zu retten war. Dagegen konnte im Berbindungsbau noch den Wohnhäusern das Feuer gelöscht werden, so daß ein Uebergreifen auf die Wohngebäude verhindert wurde. Die derzeitigen Inhaber, Wahl u Großkopf, übernahmen das Werk vor etwa Jahresfrist. Bluttat eines geisteskranken Arztes. Mülhausen i. E.. 15. Mai. In dem Sundgauörtchen Pftrt hat sich am SamStag eine schreckliche Bluttat abgespielt. Der 71jährige Blechschmied Tietlin begab sich nach dem etwa 10 Meter von seinem Hause entfernt liegenden Briefkasten, um einen Brief einzuwersen. Als er wieder in sein Haus etn- treten wollte, wurde er von dem 46jährigev Arzt Dr. Victor Vogelwetd kurzer Hand durch zwei Gemehrschüffe nieder- gestreckt und sofort getötet. Da zwischen dem Arzt und dem Getöteten keinerlei Zwist bestand, nimmt man an. daß die Tat in einem Zustand von Geistesstörung verübt wurde. ^°°Radio > Programm ^ für Mittwoch, den 16. Mai 1928. Berlin <483), Komgswusterhausen <1239). 20.10 Uhr: „Me Schützenlicscl", Operette v. E. Eysler. 22.30 Uhr: Mein Heimatland. Breslau <322) Uebertragung aus dem Stadttheater: 20.00 Uhr: „Iofua", Oratorium v. G. F. Händel. Frankfurt <428). 11.30 Uhr: Kassel: Im Rahmen der „Grünen Maiwoche", „Pferd und Pferdesport". 13.30 Uhr: Kassel: Schallplattenkonzert. 15.30 Uhr: Jugendstunde. 16.30 Uhr: Konzert, Charakterstücke. 17.47 Bücherstunde. 18.30 Uhr: Kassel: Frauenstunde. 19.17 Borträge. 20.15 Uhr: Abschieösabned Fritz Odemar „Hamlet" v. Shakespeare. Hamburg <394), 20.00 Uhr: Eine Stunde Lewandowski. 21.00 Uhr: Moderner Tanz auf zwei Klavieren. Darauf: Ue. des Konzerts a. d. Restaurant Ostermann. Köln <283, Lrogenberg <468), 20.15 Uhr: Abendkonzert. 22.30 Uhr: Der fröhliche Mozart. 24.00 Uhr: Tanzmusik. Leipzig <365), 20.15 Uhr: Ue. d. Frühjahrskonzerts des Ar- Der Landbote 4- Sinsheim« Zeitung. _ beiter-Sängerbundes Halle a. d. Saale. 21.15 Uhr: Dresden: Aus der Weltliteratur: „Savitri". 22.30 Uhr: Funkbrettl. Maien-Reigen. Münch« <535), 19.30 Uhr: „Neugierige Frauen". Mufikalische Komödie v. E. Wolf-Ferrari. 22.30 Uhr: Ue. o. Leipzig. Stuttsart <379). 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 17.50 Uhr: Borträge. 20.15 Uhr: Ue. v. Frankfurt. Daoentry-Experimental <491), 20.00 Uhr: Bunte Stunde. 21.00 Uhr: Konzert. 22.15 Uhr: Tanzmusik. Duoentry-London <361), 10.15 Uhr: Kurzer Gottesdienst. 12.15 Uhr: Tanzmusik. 13.00 Uhr: Orchesterkonzert. 14.00 Uhr: Leichtes klastisches Konzert. 17.15 Uhr: Kindcrstunde. 19.15 Uhr: Brahms Sonaten. 19.45 Uhr: „Manon Lcscaut". Oper v. Puccini. 22.15 Uhr: Konzert. Paris <1759), 12.30 Uhr: Klassische Quartette und Gesangssoli. 15.45 Uhr: Konzert. 20.30 Uhr: Eine Viertelstunde für die Kleinen. Anschl. Konzert. Wien <517), 20.30 Uhr: „Der arme Narr", Schauspiel v. Hermann Bahr. Anschl. Heitere Abendmusik. E. Schick, Radio-Vertrieb, Sinsheim a. E. Zubehör — Einzelteile — Reparaturen — Beratung — Ladeftation Radio-Literatur, Programm-Zeitschriften bei 3. Doll, V uchhdl g., Sinsheim. M———1————— Spielplan des Städtischen Theaters Heidelberg. Dienstag, den 15. Mai Ans. 20 Uhr. Ende 221/2 Uhr. 87 verleintgte Königs- Laurahütte si>a VMte« inbttflt. tMeenetMuagea: In 0/0 illlg. Glektr. Stammaktien. . 171V* Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad. Maschinen Durlach . 15 » Wetterbericht. Karlsruhe, 14 Mai. Seit Samstag hat sich der Hoch- öruckrücken über dem Festland vergrößert, während das Tief über der Ostsee nach Norden ausgewichen ist. Infolgedessen traten gestern bei uns noch leichte Niederschläge und leichte Bewölkung ein. Heute morgen herrscht größtenteils wolkenloses Wetter. Die Zufuhr von Warmluft durch westliche Winde brachte bereits am Samstagnachmitiag leichter Temperaturanstieg von 3—4 Grad. Ein von Sübwesten folgender Wirbel gewinnt Verbindung mit dem noch über Skandinavien liegenden Tief, so daß der Kältepertode der letzten Tage vorerst keine Wiederholung folgen wird. □ □ | Geschäftsempfehlung. § □ Der verehrten Einwohnerschaft von Sins- □ heim und Umgebung teile ich ergebenst mit, g daßich in derBahnhofS traße □ Nr. 442 heute Dienstag meine Tätig- □ keit als □ □ □ □ □ □ n □ □ □ □ □ □ a □ Reise - Photograph aufnehmen werde. Für geschmackvolle preiswerte Ausführung werde ich bestens besorgt sein. 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