Erscheint tikgltch «U Ausnahme der Feiertage. Bezugs-Preis: Durch diePost bezogen und durch deu Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goldmark 1.80 Der Bezugspreis ist im BorauS zu entrichten. Zn Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rück- zahlung des Bezugspreises. »eschäftSzeil 1/28 bis 5 Ahr Sonntags geschloffen. Eerusprech-Anschlutz Nr. 468 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6903 Der Lanöoote Sinsheimer MM 3eitung ?«ss Veaeral-Hnzeiger für das^W^Elsenz-und Lckwarzbacktal Heltelt» und verbreilellle Leitung dUTer Gegend. Fjaupt-Hnjeisen-Blatt VtSaMHtUch« Beilagen : Um* JUnTtrierte » Hns dem Reich der Mode • Ratgeber für y»u»- and CandwirtTcbaft Auzeigen-Preise: Anzeigen: Die 33 mm breit, Millimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen: Die 92 mm breit« Millimeter-Zeile 2V Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- und Textteil ist Petit. 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Marx begab sich gestern vormittag zum Reichspräsidenten und überbrachte ihm die Demission des gesamten Kabinetts. Der Reichspräsident nahm die Demission entgegen, ersuchte aber das Kabinett, bis zum Zusammentreten der neuen Reichsregierung die Geschäfte weiter zu führen. Im Anschluß hieran empfing der Reichspräsident den Abgeordneten Hermann Müller-Franken und erteilte ihm den Auftrag zur Bildung der Regierung. Abgeordneter .Müller-Franken hat diesen Auftrag angenommen. Die koalilionsverhandlmigen Abgeordneter Müller-Franken hat sofort nach seinem Besuch beim Reichspräsidenten, im Reichstag die offiziellen Verhandlungen zur Regierungsbildung ausgenommen. Er hatte im Laufe des -Vormittags Besprechungen mit den Parteiführern v. Guerard (Zentrum), Leicht (B.B.P.) und Koch-Weser (Dem.). In diesen Besprechungen handelte es sich noch nicht um Personenfragen, sondern erst um die Feststellung der grundsätzlichen Bereitwilligkeit der Parteien, sich an der Koalitions- und Regierungsbildung zu beteiligen. Mit der Deutschen Volkspartei haben noch keine Besprechungen stattgefunden. Der Führer der Partei, Abg. Dr. Scholz, war noch nicht im Reichstag erschienen. Auch von der Wirtschaftspartei waren noch keine Mitglieder im Hause anwesend. Die Eröffnungssitzung des Reichstages „Die Wandelhalle" berichtet: Der neue Reichstag tritt bekanntlich am nächsten Mittwoch nachmittags 3 Uhr zu seiner ersten Sitzung zusammen, die vom Alterspräsidenten Bock (Soz.) geleitet werden wird. Der Reichstag wird sich an diesem Tage nur konstituieren und den Aeltestenrat und andere Ausschüsse einsetzckt. Die Wahl des Präsidiums erfolgt am Donnerstag. Die Kommunisten werden auch zu dieser ersten Sitzung des Reichsparlaments wieder ihre Anträge einbringen, die auf völlige Amnestie für die politischen Gefangenen und Befreiung verhafteter Abgeordneter usw. hinauslaufen. Ob das in derselben lärmenden Weise geschehen wird, wie das im Preußischen Landtag der Fall war, steht noch dahin. Jedenfalls wird aber verhindert werden, baß die Beauftragten des Roten Frontkämpferbundes von den Publikumstribünen herab Schmähreden halten, wie es im Landtag geschehen ist. Auch wird die Bestrafung des kommunistischen Landtagsabgeordneten Gvlke, der Tagegelder und Freifahrkarte bis zum Herbst verloren hat, abkühlend auf seine kommunistischen Reichstagskollegen wirken. Mit einigem Interesse sieht man dem Wiederauftauchen der fünf seit Monaten verschwundenen kommunistischen Abgeordneten entgegen, die sich vor dem Reicksgericht wegen Hochverrats verantworten sollten und es vmgezogen hatten, sich bis zur wiedererlangten Immunität im Verborgenen zu halten. Diese fünf Reichstagsabgeordneten, Könen, Remmele, Heckert, Pfeiffer und Urban, haben natürlich am 20.' Mai auch von ihrem Reichstagswahlrecht keinen Gebrauch gemacht, um nicht im letzten Augenblick noch gefaßt zu werden. Ergebnis des ersten Tages. Berlin, 12. Zum. Früher, als viele Optimisten es für möglich hielten, haben schon die ersten Verhandlungen über die Kabinettsbildung ein schleppendes Tempo angenommen, schneller auch als gedacht, hat man sich genötigt gesehen, den alten Weg zu betreten und die gegenseitigen sachlichen Forderungen zu klären, anstatt, wie der Abg. Müller-Franken sich das wohl vorgestellt hatte, die Fraktionschefs in die Regierung als Minister zu berufen und dann mit den fo „gebändigten" Führern die Fraktionen des Reichstags selbst zu zwingen, mit ihm gemeinsame Arbeit zu leisten. Der Weg hat sich als ungangbar erwiesen, da niemand die Katze i>m Sack kaufen wollte, selbst nicht einen Ministersessel, da man nicht weiß was alles dann auf ihm verantwortlich gedeckt werden muß. Die gemeinsame Sitzung der Unterhändler des Zentrums und der Sozialdemokraten, die am Dienstag nachmittag im Reichstag stattfand, und über zwei Stunden dauerte, endete fürs erste mit folgender Mitteilung: „Heute nachmittag fanden Verhandlungen zwischen Drrtrrtern der sozialdemokrattschen Fraktion und der Zenlrum-fraktion statt, dir der Schaffung der sachltchcn Voraussetzungen der Regierungsbildung galten." Es liegt schon zwischen den Zeilen dieser völlig inhaltslosen Kundgebung, daß man nicht sehr wett gekommen ist. Das wird im übrigen in parlamentarischen Kreisen vollauf bestätigt. Wohl hat man sich über einige Punkte geeinigt, Fragen meist nicht sehr wesentlicher Natur, aber dte wichtigsten poliiischen Gebiete, dir }n einer gemeinsamen Regierungsarbeit von Sozialdemokraten und Zentrum jetzt ungefaßt werden müßte«, scheinen noch ««ht bettet« worden zu sein. Man hat daher, nachdem die vielleicht viel zu große Zahl von elf Unterhändlern zwei Stunden lang sich ausgesprochen hatte, die Verhandlungen zunächst vettagt und wist warten, bis in der gemeinsamen Sitzung der Reichstags- und Landtagsfraktion der Deutschen Bolkspartei am Mittwoch die Grundlagen für die etwaige Beteiligung der Deutschen Volkspartei an der Großen Koalition geklärt und bekannt geworden sind. Damit kommt recht deutlich die Rolle zum Ausdruck, die gerade der Deutschen Bolkspattet bei dieser Kabinettsbildung zukomm« kann; sie bildet in der Tat das Zünglein an der Wage insofern, als ihre Beteiligung oder Richtdeteiligung an der Großen Koalition auf andere Parteien bestimmenden Einfluß haben dürfte, um so mehr, als der Stegcrwald'sche Zentrums- flügel —ganz im Gegensatz zu Dr. Wirth, der seinen glühenden Optimismus für die Schaffung der Großen Koalition bereits am Dienstag abend schon gerechtfertigt sah — sich nur verdrossen und unlustig an den Besprechungen über die Große Koalition beteiligt. Ja, wie wir zu wissen glauben, geht man noch weiter und leistet sogar durch allerlei zugespitzte Forderungen und peinliche Wünsche posittoen Widerstand, der auch in dieser gemeinsamen Diens- lagsitzung gegenüber den sozialdemokratischen Verhandlungspartnern teilweise zum Ausdruck gekommen sein soll. Bor Mittwoch abend dürste die Frage der Kabinettsbildung also um kein« Schritt weiter gekommen lein. Bis die deutsche Volkspartei nicht gesprochen hat, ist nichts zu erwarten- so sehr sich auch die glühenden Verehrer der Großen Koalition in ihrer Presse Mühe geben werden, immer wieder von vollendeten Tat- saäMN zu sprechen. Gewiß steht die Deutsche Volkspartei am Mittwoch vor grundsätzlichen und bedeutungsvollen Entscheidung« und es genügt, hier nur wenige Dinge herauszuheben, um die Schwrerigkriten zu zeigen, die noch immer vor dem verschlossenen Tor der Großen Koalition stehen. Der Kanzlerkandidat Müller-Franken hat am Montag bei seiner Unterredung mit dem Rechswehrminister Dr. Grüner die Frage eines Staatssekretärs für das Reichswehrmmisterium angeschnitten. Man weiß, daß der Minister selbst keineswegs ein Freund dieser Neuerung ist. Auch die Deutsche Volkspartei kann das Odium der Politisierung der Reichswehr, die ja doch der Staatssekretär bedeutet nicht auf sich nehmen. Auch in Wirtschaftsfragen, ferner in der Frage des Schulgesetzes und der Rcichsreform wird von der Deutschen Bolkspartei eine klare Stellung gefordert, die sie ihren Berhandlungsgegnern vorlegen muß. Für den Fall, daß sich hier eine gemeinsame Grundlage finden läßt, ist allerdings zu erwarten, daß dann die Bildung des Kabinetts sehr schnell vor sich gehe. Hermann Müller- Franken, der vom Reichspräsidenten mit öer Regierungsbildung beauftragt worden ist. Deutschlands Reparationszahlungen Nach dem Bericht des Reparationsagenten erhielten von der Gesamtsumme an die Mächte im 4. Annuitätsjahr bis zum 31. Mai 1928, bzw. im Mai: Frankreich Großbritannien Italien Belgien Jugoslavien Bereinigte Staaten 611116 731,10 RM. 263 076 972,73 RM. 90209 502,32 RM. 85151 848,59 RM. 11760108,71 RM. 57 239 736,32 RM. 65 320 371,23 RM. 26157 318,68 RM. 10 877 305,26 RM. 10 277 767,09 RM, 5 571915,81 RM. 5 777 456,65 RM. Saldo per 31. Mai: 162 455 704,63 RM. In einem Schlußwort kommt der Reparationsagent zu dem Ergebnis, baß der Reparationsplan das Vertrauen in Teutschlanös Wirtschaft und Deutschlands Wiederaufbau hergestellt habe. Soweit sein Teil in der Sicherstellung öer Reparationszahlungen bestanden habe, habe der Dawesplan somit sein Ziel erreicht. Dieser Erfolg dürfe jedoch nicht verdunkeln, daß die Sachverständigen selbst den Plan nicht als Selbstzweck angesehen hätten, sondern, daß das wichtigste Problem nach wie vor die endgültige Festsetzung der Reparationsverpflichtungen sei und daß es zum besten der Gläubiger Deutschlands und Deutschlands selbst sei, wenn eine endgültige Regelung durch gemeinsames Abkommen sobald als es die Umstände gestatteten, erzielt würde. Vor dem Mordprozeß gegen den pofiravder Sem Coburg, 13. Juni. Das Hauptverfahren gegen den Poft- räuber Hein ist eingeleitet. Die Hauptverhandlung, für die zwei Tage in Aussicht genommen sind, ist auf den 16. Juni festgesetzt. 88. Jahrgang " 1 - - Sie Nachprüfung des Falls Wubowski Neustrelitz, 13. Juni. Der frühere sächsische Staatsminister Dr. Bünger weilt zur Zeit in Mecklenburg zur Ueberprüsung des Falls Jakubowski. Gestern besichtigte er den Ort öer Morötat in Palingen. Die Hauszinsfieuer im Reiche Die Hauszinssteuer ist im Reiche ganz verschieben. Nach der neuesten Aufstellung werden erhoben in Prozenten der Friedensmiete in Preußen 48 (davon werden verbaut 26 54). Bayern 45 (14), Sachsen 45 (25), Württemberg 39% (19 54), Baden 36 (20), Thüringen 40 (15), Hessen 47 % (15,87), Hamburg 42 (22), Mecklenburg-Schwerin 44 (24), Oldenburg 24 (20), Brannschweig 39 (15,6), Anhalt 42 (22), Bremen 20 (20), Lippe-Detmold 35 (15), Lübeck 37,5 (19), Mecklenburg- Strelitz 48 (21 %), Waldeck 40 (20), und Schaumburg-Lippe 40 (17). Ans dieser Aufstellung ergibt sich, daß von den größeren Ländern Preußen den relativ größten Teil der Hauszinssteuer für Neubauten verausgabt, während Bayern die Hauszinssteuer in erster Linie für allgemeine Verwal- tnngszwecke ausnutzt. Die „Jtalia"-Mannschaft in Aot Oslo, 13. Juni. Es steht nunmehr einwandfrei fest, daß die Mannschaft der „Jtalia" bei der Landung in drei Gruppen geteilt worden ist. Es fehlt sowohl an Brennstoff als auch an Proviant. Besonders bemerkbar macht sich der Mangel an Medikamenten. Ob die Schiffbrüchigen über Gewehre und Munition verfügen, ist nicht bekannt. Sie versuchen mit allen Mitteln, zu Fuß Land zu erreichen. Am Dienstagmorgen traf die Mitteilung ein. daß ein Mechaniker bei der versuchten Notlandung verfchwnnde« ist. Wahrscheinlich ist er ertrunken. Nobile weigert sich, die Namen der Verwundeten und Vermißten anzugeben. Dte letzten Meldungen lassen klar erkennen, daß die „Jtalia" sich losgeriffen hat und in unbekannter Gegend vor dem Winde treiben muß. Der größte Teil der Nahrungsmittel unö Ausrüstungsgegenstünde befindet sich auf dem Luftschiff, so daß alle drei Gruppe« auf de« Eise «otleide« müsse«. Lützow-Holm befindet sich jetzt auf seinem Landeplatz an der Mosell-Bay und wartet darauf, daß ihm neues Benzin unö Oel gebracht wird. Von der „Hobby" aus ioll eine Hundeschlitten-Expedition nach der Mosell-Bay geschickt werden. — Wie der Sonderberichterstatter des „Berliner Lokalanzeigers" aus Kingsbay meldet, hat die „Citta di Milano" am Dienstag um 10.30 Uhr von der Mannschaft der „Jtalia" weitere Signale aufgefangen,'die jedoch äußerst schwach waren. Soweit sie gedeutet werden konnten, hat Nobile mit drei seiner Landsleute es «nsgegeben, weiter dnrch das Packeis nach Westen vorzn- dringen und ist nach der Radiostation zurückgekehrt. Die drei anderen Männer aber haben den Marsch fortgesetzt. Dies ist ein ungeheurer Leichtsinn, da die Auffindung dieser Leute so gut wie unmöglich sein wird. In Kingsbay ist man der Ansicht, daß diejenigen Expeditionsteilnehmer, die mit der Luftschiffhülle weitergetrieben sind, nicht mit den anderen in Verbindung stehen. Die Fortgetriebenen sind spurlos verschwunden. Nobile in Lebenslmttelnot Er verläßt seine« Standort. — Auffindung einiger seiner Leute. London, 12. Juni. Nach Meldungen aus der Kingsbay wollen General Nobile und die Pannsckast der „Jtalia" weil die Lage verzweiflungsvoll ist, die Lebensmittelvorräte zuEnde gehen unö die Mannschaft an erfrorenen Händen und Füßen leidet, versuchen, die „Braganza", die 160 Mei- 3n wenigen Worten Mit der Beauftragung des Abgeordn. Müller-Franken zur Regierungsbildung haben die Koalitionsverhandlnngen begonnen. Müller-Franken verhandelte bereits mit den Parteiführern des Zentrums, der Bayerischen Volkspartei, den Demokraten, öer Wirtschaftspartei, sowie mit General Grüner. Abg. Müller-Franken sprach am Dienstagmittag auch mit den Fraktionsführern der Deutschen Bolkspartei. Abg. Dr. Scholz sagte die Bereitwilligkeit seiner Partei zur Großen Koalition zu. * Im Reichstag fanden gestern eine Reihe von Fraktionssitzungen im Zusammenhang mit der Regierungsbildung statt. * In Paris fand am Dienstag ein Kabinettsrat statt, über den amtlicherseits nichts wesentliches verlautet, der sich aber mit der Stabilisierung beschäftigt haben dürste. * Gegen den vielfachen Mörder, den Posträuber Hein, ist auf den 16. Juli die Hauptverhandlung festgesetzt worden. • Zur Nachprüfung des Falles Jakubowski weilt der frühere sächsische Staatsminister Dr. Bünger in Mecklenburg. * Der Hauptangeklagte im Stuttgarter Werkspionigepro- zeß, Karrer, ist aus der Haft entlassen worden. * Vo» amtlicher japanischer Sette wird jetzt Tschangtsolins Tod beftättat. Nr. 136. Jahrgang 1928. Mittwochs den 13. Juni 1928. len entfernt liegt, zu erreichen. Der Weg wirb jedoch burch große Eisblöcke versperrt. General Nobile marschiert trotzdem mit sechs Mann westwärts dem Lande zu. und hofft, die „Vragariza" erreichen zu können. Da da? Eis in Bewegung geraten ist., ist es nahezu unmöglich, darüber hinweg zu kommen. Außerdem fehlen mehreren Mitgliedern der Mannschaft Schneeschuhe, weswegen sie zurückbleiben mußten. Aus seinem Erkundungsflug fand der norwegische Fliegerleutnant Lützow Holm zwei Verletzte der Besatzung der „Italia" in der Vrandybucht. Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Sie italienische Rettunasexpi-iton Landung italienischer Rettungsexpeditionen für Nobile in Amsterdam. Amsterdam, 12. Juni. Die zur Hilfeleistung für Nobile bestimmte „Savoya 58". das Flugzeug, mit dem de Pinedo den Weltflug machte, wird am heutigen Dienstag aus Gens in Amsterdam erwartet. Hier soll das Flugzeug 3500 Liter Benzin ausnehmen, um dann sofort nach Hamburg und Stockholm weiterzufliegen. Aus Pisa soll heute noch eine zweite Rettungsexpedition mit einem Dornier-Wal nach Kopenhagen starten, das ebenfalls zur Aufnahme von Benzin in Amsterdam landen wird. Großes schwedisches Flugzeug unterwegs. Stockholm, 12. Juni. Nachdem beute bei den schwedischen Flugbehörden ein Telegramm der „Citta di Milano" eingegangen war, wonach Rijser Larsen erklärt habe, daß ein großes mehrmotoriges Flugzeug, ähnlich demjenigen, das aus Italien unterwegs ist, der Hilfsexpedition den größten Nutzen bringen würde, hat der schwedische Verteidigungsminister sofort diesbezügliche Unterhandlungen mit den in Frage kommenden Stellen ringeleitet. Diese haben dazu geführt, daß der Aerotransport den dreimotorigen Hydroplan „Uppland", eine der Maschinen, die den Dienst Stockholms—Hclsingfors versehen, für diesen Zweck zur Verfügung stellte. Die Ausrüstung der „Uppland", die den ganzen Nachmittag über fieberhaft betrieben wurde, ist so weit gediehen, daß das Flugzeug bereits morgen Mittwoch früh startbereit ist, um sich nach Spitzbergen begeben zu können, wo es sich der schwedischen Hilfsexpedition anschließcn wird. Außer dem Piloten werden zwei Mechaniker und ein Radiotelegraphist mitfliegen. Die russische Hilssexpedition für Nobile war einige Tage zurückgehalten worden, da inzwischen genauere Nachrichten über den Standort der „Italia" eingingen. Nachdem jetzt die offizielle Bitte der italienischen Regierung um Hilfeleistung hier eingetroffen ist, läuft der Dampfer „Maligin" heute mit Kurs auf Cap Smith von Archangelsk aus. Der Dampfer hat auch ein Funkers-Flugzeug an Bord. Die Hilfsexpedition die unter Leitung von Professor Wiese steht, läßt ferner in zwei oder drei Tagen den größten russischen Eisbrecher „Krassin" aus Leningrad auslaufen, der ein Dornier-Wal-Flugzeug an Bord hat. Der „Krafsin" soll Spitzbergen anlaufen und dann nach Cap Smith Vordringen. Im hiesigen Nobile-Hilfskomitee hofft man, daß die russische Expedition die Besatzung oer „Italia" erreichen wird. Das Schicksal der Nobile-Expedition. Oslo, 11. Juni. Obwohl die norwegische Presse in der Veröffentlichung zweifelhafter Meldungen über das Schicksal der Nobile-Expedition etwas vorsichtiger ist, als es die ausländische Presse zu sein scheint, so zirkulieren hier doch sehr viele unkontrollierbare Gerüchte, und es ist schwierig, genaue Informationen zu bekommen. Die Sachverständigen neigen noch immer dazu, die Lage als ziemlich kritisch zu betrachten. Da das Treibeis nördlich von Spitzberger von Tag zu Tag seine Trift ändert,, so bestehe wenig Hoffnung, daß Nobile und seine Begleiter ohne Hilfe Land erreich«! können. Die norwegischen Sachverständigen sind sich darüber einig, daß Norwegen unter den bestehenden Verhältnissen das Menschenmögliche getan hat: aber sie betonen, daß die großen ausländischen Flugzeuge und Eisbrecher, die zur Hilfe gesandt werden sollen, viel früher an Ort und Stelle sein müßten. Nach den letzten Meldungen aus Kingsday scheint jetzt soviel festzustehen, daß keine verläßlichen Nachrichten über die 7 Mitglieder der „Italia-Mannschast vorliegen, die mit dem Luftschiff abgetrieben sind. Die Witterungsverhältnisse im nördlichen Spitzbergen sind unsicher. Das Dornier-Wal-Flugzeug, das von Italien zur Hilfe gesandt wird, kann Spitzbergen erst Freitag oder Samstag erreichen. Hoovers Nominierung gesichert. Newyork, 12. Juni. Die Erklärung Bares, daß er und 20 Delegierte von Pennsylvania für Hoover stimmen würden, hat nach der Meinung ernsthafter politischer Kreise die Frage nach Der Limdbole * Tinsheirner Zeit»»-. _ dem aussichtsreichsten Kandidaten endgültig geklärt. Me Er- Klärung, die gegen 10 Uhr nachts abgegeben wurde, machte wie ein Lauffeuer die Runde durch alle politischen Quartiere und veranlaßte Mellon, noch spät nachts mehrere Konferenzen einzuberufen, um die Führung wieder an sich zu reißen: doch gab Mellon den Freunden privatim jetzt schon zu, daß Hoovers No- mimerwig gesichert sei. Die Pennsylvania-Delegation dürfte jetzt beschließen, den einzelnen Delegierten Stimmsreiheit zu geben, so daß die große Mehrheit der Pcnnsylvanicr für Hoover stimmen wird. mm Erste Ausnahme des zerstörten Zuges. Das Unglück bei Siegelsövrs ist eines der schwersten, dos die deutsche Reichsbahn betroffen hat. Unsere Aufnahme zeigt den Trümmerhaufen, der ein einziges Chaos von verbogenen Eisenstangen, Holzverkleidungen und Glassplittern bildet. Tie Lokomotive hat sich vollkommen um- gedreht, liegt also mit ihrem Ende in der Fahrtrichtung: außerdem ist sie beim Sturz von der Böschung auf den Rücken zu liegen gekommen. Die mittleren Wagen sind auf die Lokomotive gestürzt: durch den ausströmenden Dampf wurden fast alle Reisenden des darüber liegenden Wagens so schwer verbrüht, daß sie nach wenigen Stunden ihre» Verletzungen erlagen. Unsere Aufnahme läßt erkennen, wie die Wagen, soweit sie nicht völlig zertrümmert wurden, sich durch die Wucht der Fahrt nebeneinander gelegt haben. Aoch keine Klärung der Siegelsdorser Eisendahnkalaffrophe Nürnberg, 13. Juni. Die von der Hauptverwaltung der Reichsbahn an den Schauplatz der Zugkatastrophe bet Nürnberg entsandten Beamten sind Dienstag vormittag nach Berlin zurückgekehrt. Vor allen Dingen soll das abgesprungene vordere Drehgestell der Lokomotive, das einige Meter weit von der Maschine entfernt im Erdreich vergraben liegt, sorgfältig auf etwaige Materialfehler oder sonstige Beschädigungen, aus denen sich der Hergang des Unglücks erklären ließe, untersucht werden. Ebenso sollen noch Feststellungen getroffen werden, ob der Gleisoberbau an der betreffenden Stelle irgendwelche Senkungen aufwies, primo de Rivera tritt zurück Berlin, 13. Juni. Die Abendblätter melden aus Madrid: Primo de Rivera erklärte bet einem Empfang von Pressevertretern, die Annahme, daß die Nationalversammlung demnächst grundlegende Gesetzentwürfe erörtern werde, sei falsch. Man werde sie lediglich in der letzten Periode des Bestehens der Nationalversammlung prüfen, damit das Land ihnen zustimme. Der Weg, den er später gehen werde, sei noch in keiner Weise bestimmt. An eine Einberufung der Stände sei nicht zu denken. Nützlicher erscheine ihm eine nationale Volksabstimmung. „Ich möchte nicht verhehlen". sagte Primo de Rivera, „daß ich daran denke, mich im kommenden Oktober von der Regierung zurückzuziehen, aber nicht, um mich zur Ruhe zu setzen, sondern um an der Festigung der „Unione patriotiea" zu arbeiten, damit sich die Volksabstimmung unter einer anderen Regierung vollzieht." 9er SHachlyprozeß Kowno, 13. Juni. Wir aus Kowno gemeldet wird, wurde in der Montagsprozeßverhandlung der Angeklagte Nuri vernommen. Er bekennt sich dazu, schädliche Arbeit insbesondere in der Grube Nr. 5 verübt zu haben. Von den Organisationen habe er für diesen Zweck 2000 Rubel erhalten. Das Gericht stellte weiter fest, daß das erschossene Dienstmädchen Olga Pogulajewa hieß und von Kolodub erschossen worden sei. Kolodub bestreitet dies. Bekanntlich war das Dienstmädchen Kolodubs vor Gericht erschienen und hatte ausgesagt, daß wohl ein Dienstmädchen mir dem gleichen Rufnamen Olga vor Jahren von einem Ingenieur erschossen worden sei, daß aber der Angeklagte Kolodub mit dieser Angelegenheit nichts zu tun gehabt habe. In Moskau sind Arbeiter aus Leningrad eingetrofsen, um dem Prozeß beizuwohnen. Die Erklärungen Kalinins haben bisher auf den Verlauf des Prozesses keinen Einfluß ausgeübt. Vernichtung -er phosgenbestände Ein Dampfer znr Versenkung der letzten Phosgenvestände in See gegangen. Hamburg. 13. Juni. Die staatliche Pressestelle teilt mit: „Die letzten ln Kesseln befindlichen Phosgenbestänöe sind vorgestern von einem für den Abtransport gecharterten Dampfer nach der Unterelbe gebracht worden, wo auch die bereits in der vorigen Woche mit einem Leichter abtransportierten Phosgenslaschen übernommen wurden. Der Dampfer ist Dienstag mittag in See gegangen. Unter Aufsicht Hamburger Beamten wird das Phosgen an einer 4000 Meter tiefen Stelle des atlantischen Ozeans versenkt werden, wo Schädigungen der Schiffahrt und des Fifchbestandes völlig ausgeschlossen sind." Tschangtsolins Tod bestätigt London, 13. Juni. Das japanische Kriegsministerium hat eine Bestätigung der Nachricht vom Tode Tschangtsolins er- H aUam Vertrauensfrage gegen Ricklin und Raffe Paris, 12. Juni. Der heutige Ministerrat hat beschlossen, am nächsten Donnerstag die Ablehnung des Antrages des Abgeordneten Walter auf Amnestierung und sofortige Hastentlasfung der beiden im Kolmarer Autonomisteyprozeß verurteilten elsäf- sischen Abgeordneten Ricklin und Rosse unter Stellung der Vertrauensfrage zu verlangen. Das Schwurgericht des Oberelsaß hat heute nachmittag fein Urteil gegen die im Autonomistenprozeß angeklagt gewesenen, flüchtigen Autonomisten gefällt, Zur Fällung des Urteils war bestimmungsgemäß kein Spruch der Geschworenen notwendig, da in Abwefenheitsverfahren das Gericht selber ohne weiteres das Urteil aussprcchen kann. Es wurde folgendes Urteil verkündet: Gegen Renee Cefar Ley 20 Jahre Festung, gegen Dr. Roos, zur Zeit in Bafel, Pink, früher Oberpoftsekretär, zur Zeit in Deutschland, Dr. Robert Ernst vom Hilfsbund der Elsaß-Lothringer in Berlin, je 15 Fahre Festung. Der frühere evangelische Pastor Hirtzel, zur Zeit in der Schweiz, Professor Schmidlin, zur Zeit in Münster (Westfalen) und Zadock, früher Kolporteur, erhielten je 10 Jahre Festung. Ferner wurden sämtliche Angeklagte zu je 20 Jahre Aufenthaltsverbot verurteilt. Nur Professor Schmidlin war durch Rechtsanwalt Grimm aus Esten vertreten. Große Betrügereien des polnischen Finanzkontrollenrs. Warschau, 13. Juni. Auf Anordnung des Leiters der Kommission zur Aufdeckung non Betrügereien in Polen ist der Inspektor der staatlichen Finanzkonirclle des Stener- Werners Werbung. Roman von George Manoille FjennZund Carl Ijo Hannes. „Nein, nein, liebes Fräulein, lasten Sie uns erst diesen Weg entlang und dann über die Brücke nach der Schlucht gehen. Sie sind zu aufgeregt, als daß sie sich sttzt vor anderen Menschen sehen lasten dürften. Fassen Lie sich, liebes Fräulein — fassen Sie sich!" Mary ließ sich willenlos von ihr in die einsame, steile Lchlucht führen, wo sie dann matt auf einen moosbewachsenen Felsblock niedersatz und ihrem Gram in heißen Tranen Luft machte. Dreiundsechzigstes Kapitel. Die Verhaftung Es war erst das dritte Mal, daß Glyddyr zu seiner Kräftigung einen kurzen Spaziergang unternahm, und nur mit Widerwillen verließ er das Haus in dem un- »estimmten Gefühl, daß ihm in seiner Abwesenheit Unheil drohte. „Eigentlich dürfte ich nicht ausgehen und sie allein lasten", murmelte er vor sich hin. „Es hat gar keinen Zweck, daß ich so mich selber zu täuschen versuche — ihre ruhige Gelassenheit, die sie so auffällig zur Schau trägt, haben für mich etwas Schlimmes zu bedeuten, und ich bin zanz fest überzeugt, daß die beiden sich heimlich treffen — ich konnte darauf schwören. Sie kann mir nie gerade und offen ins Auge sehen. Ich will lieber nicht lange vom Ählosse fortbleiben. Ich sehe den Menschen seden Tag. Er treibt sich immer hier in der Nähe herum, bloß weil er hofft, sie zu Gesicht zu bekommen. Denkt der Mensch denn, daß ich blind bin? Ich weiß Bescheid! Ich weiß Bescheid!" Er ging hastig den Weg nach dem Steinbruch entlang, aber er hatte seine Kraft überschätzt und halbwegs ließ er sich mit zornigem Zähneknirschen erschöpft auf einen Felsblock sinken und wischte sich die Schweißtropfen von der Stirn. „Diese nichtswürdige Schwäche!" stöhnte er. „Aber ich bin jetzt schon wohler und stärker geworden. Wenn ich nur dann und wann einen Tropfen Kognak bekommen könnte — nicht viel — nur einen Tropfen — so würde ich bald in Ordnung sein. — Ob die beiden einander wohl gesehen und gesprochen haben, während ich so krank und elend war? Er weiß, wie man ungesehen ins Schloß gelangt. Zum Henker mit ihr! Öb sie es wohl wagen würde? — Ich will doch lieber umkehrcn." Er war so schwach, daß er trotz der Kürze des Weges klbon nach wenigen Minuten völlig erschöpft war und dreimal rasten mußte, ehe er sein Ziel erreichte. Auf der Terraffe blieb er dann wieder stehen und blickte sehnsuchtsvoll nach seiner Facht hinunter, die wenig über taufend Fuß vom Ufer entfernt lag. „Ich Narr! Daß ich auch nicht früher daran dachte. Ja, ich bringe sie sofort von hier weg. Sie wird es nicht wagen. „Nein" zu sagen." Selffam wirre Gedanken kreuzten sich in feinem Hirn, während er in die Halle trat, und ingrimmig flüsterte tx vor sich hin: „Das Geld ist freilich mein. Aber was für ein jämmerliches, blsstes, trübseliges Geschöpf ist meine fa. genannte Frau! Wo ist sie? Ich will ihr sagen, daß sie sich sofort fertig macht. Wir wollen morgen absegeln." Er ging in den Salon, fand aber Klara dort nicht, und sofort regte sich wieder fein Argwohn. Wo war sie? Er trat ans Fenster und blickte hinaus, aber Klara war auch im Garten nirgends zu sehen. Dann eilte er noch dem Speisesaal, fand sie dort aber auch nicht. Als er wieder in die Halle hinaustrat, sah er, wie sich eben eine der entfernteren Türen hinter einem Frauenrscl schloß. Er eilte nach — es war nur eins von den Dienstmädchen. „Halt," flüsterte er heiser, denn vor Erregung vermochte er kaum vernehmlich zu sprechen. „Meine Frau? Wo? Oben?" „Nein, hier. In dem Arbeitszimmer des verstorbenen Herrn. Vorhin kam ein Herr, der sie sprechen wollte." „Gut. Nein, halt! Wo ist Fräulein Mary?" „Mit Frau Woodham ausgegangen." Er trat in die Halle zurück, schlug mit einem wahrhaft diabolischen Ausdruck in seinen Gesichtszügen die Tür hinter sich zu und murmelte: „Gewehr — Pistole — nein, nein — das nicht — keinen Mord. Ich weiß eine bessere Rache. Das Geld gehört mir. Ich bin ftei — frei. Mag er sie nehmen — laj ihn — zur Hölle mit dem Schurken. Daß ich doch mein« alte Kraft noch hätte!" In leidenschaftlicher Erregung schlich er hastig und lautlos bis zur Tür des Arbeitsziinmers, und als ergeben vor derselben stand, hörte er ein eigenartiges Geränsch. genau so, wie es nach seiner Erinnerung das drehbare Büchergestell verursachte, wenn es sich vor der Eisentür der Granitkammer schloß. Unheimlich verzerrten sich seine Züge vor Wut und befriedigter Rachsucht; heftig riß er die Tür aus und stürmte ins Zimmer, wo er Klara blaß und verwirrt vor sich erblickte. „Ha!" rief er, mit wildem Triumph ihre Hand packend. „Ich kam zur rechten Zeit zurück!" Und höhnisch lachend deutete er nach der von den Büchergestellen verdeckten Granitkammer. Klara versuchte zu sprechen, vermochte aber kein Wort hervorzubringen. „Du erwartetest mich wohl noch nicht zurück, he?" ries Glyddyr höhnisch. „Erwartetest mich noch nicht zurück!" „Schnell fort von hier! Fort von hier!" keuchte Klara in kaum vernehmlichem Flüstern. „Ja. natürlich," höhnte er, sie noch immer festhaltend. „Fort von hier, damit ich nicht deinen lieben Herrn von Werner störe." Jahrgang 1928. Mittwochs den 13. Juni 1928. Nr. 136. „Honopolamtes, Dombromski. wegen großer Betrüge- xrien verhaftet worden Tombrowski hat aufgrund seiner Amtsstellung sich große Bestechungsgelder auszahlen loffen, sowie aus eigener Machtvollkommenheit unrechtmäßige Steuern eingezogen. Die Höhe der veruntreuten Gelder und der dem Staate entstandene Schaden, werden zur ^eit noch geheimgehalten. Baro« Zorn von Bulach im Gefängnis. Paris. 13. Juni. Wie aus Straßburg gemeldet wird, hat Baron Zorn von Bulach am Montag seine schon mehrfach verschobene Gefängnisstrafe angetreten. Badischer Landtag Einzelberatungen des Staatsvoranschlages des Innenministeriums. Karlsruhe, 12. Juni. Der Badische Landtag setzte in seiner Dienstagsitzung die Einzelberatung des Voranschlages des Innenministeriums fort. Zur Erledigung kamen mehrere Titel, so jener für Verwaltungsbezirke, für Polizei und Gendarmerie, ferner für Soziale Versicherung und Wohlfahrtspflege. Zu einer lebhaften Erwiderung führte die nochmalige Unterstreichung der Kommunisten, die Polizei sei arbeiterfeindlich eingestellt. Der Zentrumsabgeordnete Heurich und der sozialdemokratische Abg. Maier-Heidelberg legten Verwahrung dagegen ein, daß die Kommunisten im Namen der deutschen Arbeiterschaft sprechen wollten. Die Kommunisten, die mit Gewalt den Staat bekämpfen wollten, hätten kein Recht auf Schutz der Polizei. Von allen Seiten des Hauses wurde nochmals eingehend die Frage einer beschleunigten Erledigung der Versahren bei den Versorgungsberichten und den Oberversichcrnngsämtern behandelt. Von Regierungsseite wurde die Berechtigung der Klagen und Beschwerden anerkannt. Bei dem fortdauernden Ruf nach Abbau der Beamten könne cber der Forderung nicht entsprochen werden, da gerade zur Zeit wieder bei diesen Behörden eine Arbeitsflut herrsche. Das Parlament solle die nötigen Mittel zur Verfügung stellen, dann könne eine Beseitigung der Klagen erreicht n erden. — Bei Behandlung der Wohlfahrtspflege, die besonders die Frauen zu Wort kommen ließ, ging Abg. D. Mayrr-Karls- ruhe (D.N.) auf die Bemerkung des Innenministers ein, der betonte, daß seit Aufhebung der Reglementierung der Prostituierten das Straßenbild, besonders in Karlsruhe, tm üblen Sinne sich verändert habe. Ter Redner meinte, daß hier wohl nur eine Uebergangserscheinung auftrete, und daß das neue Gesetz einen Fortschritt gegenüber dem ölten System darstelle. Der sozialdemokratische Abgeordnete Martzloff wünschte sexuelle Aufklärung der Kinder im Schulunterricht, um sie vor den Gefahren der Straße zu bewahren. Zur Annahme gelangte ein HaushaltSanSschutz- antrag, der die für die Wohlfahrtspflege eingesetzte Summe von 6,84 auf 6 Millionen Mark erhöht wissen will. Die Gesamtabstimmung über diesen letzten Titel wird in der Mittwochsttzung erfolgen. • Ei« Gesetzentwurf über die Umschnldungshilsc für die Landwirtschaft. Karlsruhe, 13. Juni. Die badische Regierung hat dem Landtag soeben einen Gesetzentwurf über Umschnldungs- Ulfe für die Landwirtschaft zugehen lassen. In Artikel 1 wird die Regierung ermächtigt, sich neben dem Reich mit zwei Drittel an einer Organisation (Treuhandstelle) zu beteiligen, welche die Aufgabe hat, gemäß den Richtlinien für die Hilfsmaßnahmen des Reiches für Umschuldnngskredite inländische Kreditinstitute bei der Durchführung der Umschuldung brückender landwirtschaftlicher Schulden durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen und dazu erforderlichenfalls Grundstücke in der Zwangsversteigerung unmittelbar oder mittelbar zu erwerben. Der Gesamtbetrag an Umschuldungsdarlehen, für die der Treuhandstelle die bezeichneten Aufgaben obliegen, darf die Summe von acht Millionen Reichsmark oder Golbmark nicht übersteigen. Im Artikel 2 des Gesetzes werden die Minister des Innern und der Finanzen mit der Ausführung dieses Gesetzes beauftragt. Ter nach Artikel l erforderliche Aufwand ist unter den im Staatsvoranschlag für die Förderung der Landwirtschaft vorgesehenen Mitteln zu verrechnen. Aus der Begründung zu dem Gesetzentwurf geht hervor, daß auch in Baden ein Bedürfnis für eine Umfchuldnug der badischen Landwirtschaft nicht bezweifelt wirb. Die Badische Landwirtschaftskammer schätzt die kurzfristigen kleinen Schulden an Geschäftsleute, an rückständigen Steuern usw. auf etwa 26 Millionen Reichsmark. Von diesen Personalkrediten erachtet sie eine Summe von 12—18 Millionen Reichsmark für Umschnldungsbedürftig. Tie Treuhandstelle selbst soll möglichst einfach in Form einer G. m. b. H. gestaltet werden. Aus Nah und Fern. = Sinsheim, 13. Juni. (Neuer Personenzug Heidelberg- Sinsheim.) Einer Eingabe der Handelskammer Heidelberg entsprechend, hat sich die Reichsbahndirektion entschlossen, ab 16. Juni ds. Is. Samstags einen Personenzug von Heidelberg nach Sinsheim zu führen, welcher an sämtlichen Zwischenstationen hält. Der Zug verläßt Heidelberg 13.52 Uhr und trifft in Sinsheim 15.00 Uhr ein. * Sinsheim, 13. Juni. (Das Hinauslchnen aus den Fenstern der Abteile) ist eine üble Angewohnheit, die oft zu erheblichen Schädigungen führen kann. So lehnten sich kürzlich bei Fulda zwei Knaben aus einem Fenster eines fahrenden Schnellzuges und winkten ihren zurückbleibenden Kameraden. In demselben Augenblick kam auf dem zweiten Gleise aus der entgegengesetzten Richtung ein Schnellzug angebraust. Der Windfang der Schnell- zugslokomotive erfaßte die Anne der Knaben und verletzte sie schwer, so daß sie schnellstens ins Krankenhaus gebracht werden "mßten. Mitreisende sollten nicht versäumen, Kinder auf die Gefahren aufmerksam zu machen, und sie von dem Hinauslehnen abzuhasten. * Einshrn», 13. Juni. (Unbezahlte Handwerkerrechnungen.) m Kriege mar es in den Kreise« des Handwerks üblich, die Rechmingen an die Kunden viertel- oder halbjährlich zu versenden. Der Handwerker verfügte damals über ein Permögen das ihm diesen Umstand gestattete, und wenn nicht, so erhielt er jederzeit billigen Kredit. Heute, nach Krieg, Inflation und äußerst schlechten Wirtschaftsjahren liegen die Verhältnisse in _ Der Laadbote * Sinsheim« Zeitung. mancher Hinsicht anders. Einmal ist der Handwerker und Gewerbetreibende gezwungen, seine Lieferanten spätestens nach vier Wochen zu bezahlen, andernfalls wird in den meisten Fällen un- nachsichtlich gegen ihn vorgegangen. Weiterhin fehlt ihm die Substanz, um die außenstehenden Beträge auf längere Zeit zu stunden. Und nicht zuletzt mangelt es ihm an der großen Zahl der Aufträge, die ihm diese Rücksicht gestatten würde. Der Handwerker befindet sich nun in der Zwickmühle. Er will auf der einen Seite nicht durch allzu energisches Anfordern feine Kunden verstimmen und eventuell verlieren. Auf der anderen Seite riskiert er aber, daß sein Lieferant gegen ihn vorgeht, oder zum mindesten Bedenken gegen seine Kreditfähigkeit hegt. Noch dazu hat sich, der Zustand eingebürgert, daß man dem Handwerker nur dann einen Auftrag gibt, wenn man nicht über die nötigen Barmittel verfügt. Ist es denn nötig, dem gewerblichen Mittelstand der heute an sich zu tun hat. seine Existenz zu erhalten, solche Schwierigkeiten in den Weg zu legen und gerade meistens von Seiten solcher Kreise, die es bei einigermaßen gutem Willen anders machen könnten? * Elfenz, 12. Juni. (Liederkranz.) Preisgekrönt hielt am Sonntag abend unser Gesangverein „Liederkranz" seinen Einzug; er beteiligte sich am Preissingen in Baiertal, der Heimat seines Dirigenten, Herrn tzauptlehrer Gefäller und errang sich mit 941/2 Punkten in der Stadtklasse einen 1 a-Preis. Gewiß eine ganz anerkennenswerte Leistung, nachdem unser Landverein mit 35 Sänger einen Stadtverein mit 60 Sänger überflügelt hat. Der Erfolg begeisterte die Liedcrkränzler so sehr, daß sie noch stundenlang am Abend im engeren Kreise „feierten". % Horrenbcrg, 12. Juni. (Sängererfolg.) Bei dem Gesangswettstreit am letzten Sonntag in Baiertal errang der hiesige Gesangverein Harmonie in der Klasse B einen 1 a-Preis mit einem schönen Pokal. Für den jungen Verein ist dies eine Glanzleistung. % Adelshofen, 12. Juni. (Schützenkönig.) Der Kleinkaliber- Schützenverein hielt am Sonntag ein Preisschießen für seine Mitglieder ab. Als bester Schütze ging Wilhelm Strecker hervor. Derselbe hat mit seinen 55 Ringen (je 2 liegend, knieend und stehend freihändig) sich den Titel des Pereinsschützenkönigs für 1928 erworben. % Hockenheim, 12. Juni. (Polizeihunderfolg.) Der in tzocken- heim stationierte staatliche Polizeihund Brando wurde auf die Spur eines Spargeldiebes angesctzt und fand das Fahrrad des Täters, welches in einem Kornacker versteckt lag. Bei der weiteren Suche fand er einen Sack mit 14 Pfund Spargel. Der Täter ist geständig, daß er in den letzten acht Tagen jeden Tag ca. 10 Pfund Spargel „geerntet" hat. x Baiertal, 12. Juni. (Das Männerquartett Baiertal) beging vom 9. bis 12. Juni das Fest der ersten Fahnenweihe, verbunden mit einem großen Gesangswettstrcit. Das Fest wurde eingeleitet am Samstag abend durch einen Fackelzug mit anschließendem Festbankett, in dem Referendar Neuburger die Festrede hielt, die der Würdigung und Verherrlichung des deutschen Liedes galt. Der Festabend wurde verschönt durch Gesangsund Musikvorträge, die den Akt der Fahnenweihe umrahmten. Der neue Fähnrich Wilhelm Treu nahm mit dem Treuschwur die Fahne aus der Hand von Frl. Zahn entgegen. Der Sonntag galt dem Gesangswettstreit, an dem sich 14 Vereine mit ungefähr 600 Sängern beteiligten. Leider ließ das recht unfreundliche Wetter eine gesangsfröhliche Stimmung nicht recht auf- kommen. = Hirschhorn, 12. Juni. (Patenschafisübernahme.) Reichspräsident von Hindcnburg hat die Patenschaft für die nachstehend Neugeborenen übernommen: 1. für das neunte Söhnchen des Eiscnbahnarbeiters Josef Echätzle, sowie das achte Söhnchen des Postschaffners Joses Selzer, cheide aus Hirschhorn. Als Patengeschenk wurden jedem Patenkind 20 RM. übersandt. * Mittelschefflenz, 12. Juni. (50 Jahre Bürgermeister.) Karl Fehr von hier dürfte wohl der älteste Bürgermeister bes Badner Landes sein. Er gedenkt nächstes Jahr sein 50 jähriges Jubiläum als Bürgermeister zu feiern. Trotz seines vorgerückten Alters erfreut er sich noch geistiger und körperlicher Rüstigkeit und versieht sein Amt noch sehr gut. x Schollbrun«, 12. Juni. (100 Mann suchen ein Kalb.) Einem hiesigen Schusterjungen entsprang das freiheitlechzends Kalb seines Meisters auf dem Transport nach Oberdielbach in den Neckargeracher Wald. 50 Mann hatten mit ihrer Suche keinen Erfolg. Erst tags darauf schafften es hundert. * Dossenheim, 12. Juni. (Tätlicher Unfall im Steinbruch.) Heute vormittag 7 Uhr ist der seit ca. 20 Jahren im Dienste des Dosienheimer Porphyrwerkes der Firma Gebr. Leferenz, Heidelberg, angestellte Schießmeister Georg Kcttner aus Dossenheim tödlich verunglückt. Beim Laden eines Schusses lösten sich einige über ihm befindlichen Steine und begruben ihn. Der Bedauernswerte, der Frau und drei Kinder hinterläßt, wurde auf der Stelle gelötet. * Weinheim, 12. Juni. (Historischer Festzug an der Bergstraße.) Der Artillerieverein St. Barbara beschloß am 1. Juli ds. Is. anläßlich seines dreißigjährigen Jubiläums in Weinheim einen historischen Festzug zu veranlassen, der die militärischen Trachten der verschiedenen Jahrhunderte seit Erfindung des Schießpulvers veranschaulichen und der Schutzpatronin der Artillerie gewidmet sein soll. Der Gauoorstand der Militärvereine der Bergstraße, der am 1. Juli vormittags in Weinheim tagt, wird mit 17 Vereinen geschlossen am Festzuge teilnehmen. * Eberbach, 12. Juni. (Die 42. Landesabgeo 1 dnet entagung des Badischen Kriegerbundes) fand am 9., 10. und 11. Juni hier statt. Am Samstag nachmittag versammelten sich die Bundesausschußmitglieder unter dem Vorsitz des Präsidenten des Badischen Kriegerbundes. Herrn General Ullmann zu einer mehrstündigen Vorbesprechung der geschäftlichen Verhandlungen der Hauptversammlung. Am Abend fand in der städt. Turnhalle ein Bankett statt, zu dem sich etwa 80 auswärtige Gäste und die Mitglieder der hiesigen militärischen Vereine eingefunden hatten. Die Festrede hielt der Vorsitzende des Neckargaumilitärverbandes, Ratschreiber Seufert, ihm dankte General Ullmann. Den Gruß der Stadt überbrachte Stadtrat Spohr. Die Tagung am Sonntag vormittag 9 Uhr im Saale der „Krone-Post" war von etwa 180 Personen besucht. Bon 58 badischen Gauen waren 56 vertreten. Nach dem Geschäftsbericht find 21 Vereine wieder, 8 neu dem Badischen Kriegerbund beigetreten. Der Verlag der „Bad. Krie- gerzeitung" soll in eigene Regie genommen werden. Als Tagungsort für 1929 wurde Staufen bestimmt. Am Montag unternahm ein Teil der Gäste «ine Autofahrt nach der Hindenburgfäule mit anschließendem Spaziergang nach Schloß Zwingenberg mit Besichtigung desselben. )( Walldürn, 12. Juni. (Die Wallfahrt) erfreut sich dieses Jahr eines besonders starken Besuches. Nach dem großen Son- derzug von Freiburg, der etwa 1000 Personen brachte, kamen wie alljährlich Sonderzüge aus Schwaben, Eichsfeld, Limburg und Montabaur. Die Kölner Pilger legten wieder, alter Tradition getreu, einen großen Teil der Wallfahrt zu Fuß zurück, geführt' von Josef Müller-Urbach, der dieses Jahr zum 26. Mal sein Amt als Führer der Kölner Wallfahrer ausübte. Besonders feierlich verlief das Fronleichnamsfest, wo bereits in der vierten Morgenstunde von den Türmen der Wallfahrtskirche herrliche Choräle erklangen. ** Mannheim, 13. Juni. tFreiwillig aus dem Leben.) Zum Ableben des Bankvorstandes Fischer wird von der Bank für Grund- und Hausbesitz e. G. m. b. H. mitgeteilt, daß, wie aus Aeußerungen Fischers vor seinem Tode hervorging, Fischer durch seine enge Verbindung mit der Mannheimer Gewerbebank derart zusammengebrochen war, daß sein freiwilliges Ableben hierauf zurückzusühren ist. Die Verhältnisse der Bank für Grund- und Hausbesitz waren ebenfalls mit der Mannheimer Gewerbebank verbunden. ** Mannheim. 13. Juni. (Verbrüht). Vorgestern ist ein V/-jähriges Mädchen in der elterlichen Küche in einen auf dem Boden stehenden Topf mit heißer Wäsche gefallen, und hat sich derart verbrüht, daß Lebensgefahr besteht. ** Ans dem Odenwald, 13. Juni. (Totschlag aus Eifersucht). In Unterschönmattenwaag, wo am Sonntag ein Sängerfest mit anschließendem Tanz stattfand, ereignete sich eine furchtbare Bluttat. Ein Bauernsohn lauerte auf dem Nachhausewege seine Braut ab. weil sie mit einem anderen getanzt hatte und schlug ihr mit einem Prügel mit solcher Wucht auf den Kopf, daß bas Mädchen tot niedersank. Ohne sich um sein Opfer zu kümmern ging der Täter nach Hause, als ob nichts geschehen wäre. Er wurde noch in derselben Nacht von der Gendarmerie aus Waldmichelbach ans dem Bett heraus verhaftet. ** Kroenheinstette« (bei Meßkirch), 13. Juni. (Schwerer Unglücksfall.) Ter Knecht des Bürgermeisters Fecht verunglückte beim Langholzführen dadurch, daß er von einem zurückrollenden Stamm zerdrückt wurde. Die Verletzungen sind schwerer Natur. ** Maulburg bei Schopfheim, 13. Juni. (Unfall.) Der Schmieüemeister R. Meier wollte ein Pferd, das er vor einigen Tagen kaufte, Nachsehen. Dabei schlug das Pferd aus und verletzte Meier so unglücklich, daß er schwere innere Verletzungen davontrug. ** Kreuzungen, 13. Juni. (Mord und Selbstmord.) Einen tragischen Abschluß hat der Kreisturntag in Berg, mit dem zugleich die Weihe der neuen Fahne des Turnvereins Berg verbunden war, gefunden. Der Knecht Rechsteiner unterhielt mit der im „Obstgarten" in Mauren bediensteteu 18jährigen Anna Alberti, die er am Sonntagabend abholte, ein Verhältnis. Als sich um Mitternacht der Dienstherr des Rechsteiner mit seiner Frau auf dem Heimwege befand, stieß er an einen Körper; beim Scheine eines Zündholzes erkannte er in dem Toten seinen Knecht, unweit davon wurde die Leiche der Alberti gefunden. ** Donaneschinge«, 13. Juni. (Grundsteinlegung zum Karlsruher Kindersolbad.) Am kommenden Sonntagmittag 12 Uhr, findet hier die Grundsteinlegung zum Karlsruher Kindersolbad, das in nächster Nähe der Stadt errichtet wird, statt. Zu der Feier werden 25 Damen und Herren auS Karlsruhe sich einfinden. Nachmittags findet ein Blumenkorso der Kinder, veranstaltet vom Kur- und VerkehrS- verein statt. ** Oberuhldingen (bei Ueberlingen), 13. Juni. (Tod auf den Schienen.) Auf dem Bahndamm wurde die Leiche des in Mariahof bediensteten 28jährigen Dienstknechtes Ludwig Horn aufgefunden. Den Umständen nach muß Selbstmord angenommen werden. ** Kaiserslautern, 13. Juni. (Ein Akt der Blutrache.) Seit längerer Zeit leben die Familien Berls und Allein in grimimgster Fehde. Fortdauernde Streitigkeiten waren an der Tagesordnung. Allein hatte im Februar den Bruder des 24jährigen Tagners Berle in der Notwehr durch einen Messerstich tödlich verletzt. Am Samstagabend schoß nun der Friedrich Berle mit einem Terzerol mehrere Male scharf durch das offene Fenster der Wohnung des Jakob Allein und verletzte ihn am rechetn Arm leicht. Der Revolverschütze wurde in Haft genommen. Der Schwarzwaldmörder in die Schweiz geflüchtet? Leopoldshöhe, 13. Juni. Bon der Bah« von Leopoldshöhe—Lörrach sprang am Sonntagnachmittag während der Fahrt ein Mann ab «nd flüchtete »ach der Schweizer Grenze, der im Gesicht erhebliche Kratzwnnden auswies. Man vermutete, daß es sich «m den Mörder der beiden Lehrerinnen ans dem Schwarwald handelt und avisierte sofort die Basler Polizeiorganisatione«, die aber von einem angeblich Berdächtige« keine Spur ausfindig mache« konnte. Ans dem Mannheimer Stadlrat — Beratung des Hanshalt- plans. Mannheim, 13. Juni. Der Bürgerausschuß trat gestern in die Beratung seines Haushaltplanes für das Rechnungsjahr 1928 ein. Der neugewählte Oberbürgermeister Dr. Heinrich leitete damit seine Amtstätigkeit als Vorsitzender des Bürgerausschuffes ein Zu Beginn seiner Ausführungen stellte er fest, daß er in der befriedigenden Lage sei, den noch von seinem Vorgänger Oberbürgermeister Dr. Kutzer ausgestellten Etat voll übernehmen zu können. Nach einem Ueberblick üher die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben stellte der Oberbürgermeister fest, daß zuversichtlich angenommen werden kann, daß die gemeindlichen Grund- «. Gewerbesteuer, die mit 9 532 500 Mark herangezogen werden muß, was gegenüber 1927 eine Steigerung von 700 000 Mk. bedeute, infolge Vermehrung des Betriebsvermögens und Erhöhung des Ertrages der gewerblichen Betriebe nicht erhöht zu werden braucht. Dagegen werde eine nicht erhebliche Erhöhung der Gebüren für die Benützung der Kanäle, der Müllabfuhr- und Straßenreinigungsanstalt eintreten müssen. Angesichts der kurzen Amtsdauer des neuen Oberbürgermeisters wurde gemäß einem Beschluß der Fraktionen von einer Generaldebatte abgesehen und sofort in die Einzelberatung des Voranschlags eingetreten, die nur bei der Position „Förderung der Industrie, des Handels, des Handwerks, der Landwirtschaft, sportliche Veranstaltungen" eine lebhafte Aussprache tm Sinne einer erstrebenswerten Hebung des Wirtschaftslebens hervorrief. Jahresversammlung der Schnlvereinigung deutscher Städte. Freidnrg i. Br„ 13. Juni. Die Schulvereinigung deutscher Städte hielt hier ihre Jahresversammlung ab, die von Oberschulrat Dr. Schmitz-Düffeldorf geleitet wurde, der besonders herzlich die Vertreter aus Memel, Danzig und von der Baar begrüßte. Für die badische Unterrichtsverwaltung war Oberregierungsrat Dr. A r mb ruft er -Karlsruhe erschienen. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß die Vereinigung vom Reichsschulgesetz eine Reihe von Vorschlägen unterbreitete. Ueber die Probleme des Schulausbaues sprach sodann Beigeordneter Dr. Dienert-Köln, der die Raumnot der Schule auf die ungehinderte Bautätigkeit in und nach dem Kriege zurückführte. Baurat Dr. Wagner-Berlin setzte Nr. 136. Jahrgang 1928. Der Landbote * Smsheimer Zeitung. Mittwoch, den 13. 3um 1928. sich für eine .Schulstadt" ein, ohne aber mit seinen Anregungen viel Anklang zu finden. Er forderte einen Aufbau der Spezialklassen und Abbau der Stammklassen. Erster Beigeordneter Meyer-Lülmann-Berlin sprach über die Begrenzung der Kosten durch die gesunde Schulpolitik. Den Städten werde durch die Begrenzung der Ausgaben auf allen Gebieten die Bewilligung der Anforderungen für die Schulen sehr erschwert, wodurch eine Ueberfüllung der höheren Schulen entstehe. In der Aussprache wurde die Schaffung einer Zentralstelle für Schulneubaupläne gefordert und die Bewilligung von Auslandskrediten zu Schulhausbauten. Mit dem Kind in de« Tod. Hamburg, 13 Juni. Als der Zahnarzt August Ehlers am Montagnachmittag sein Gartenhaus aufsuchte, um hier seine Familie zu treffen, fand er nur den Hut und die Handtasche seiner Frau vor. Seine Frau und sein dreijähriger Sohn waren in dem Garten nicht zu entdecken. Dadurch in große Unruhe versetzt, bat er einen in der Nähe befindlichen Polizeibeamten, seine Familie suchen zu helfen. Die Spuren führten zu einem Gebüsch in der Nähe der Erleninsel. Die Vermutung, daß die Säjährige Frau Selbstmord verübt und dabei ihren Sohn mit in den Tod genommen habe, bestätigte sich. Nach kurzer Zeit gelang es, die beiden Leichen zu bergen. Hungersnot in Nord-Brafilie«. lieber 100 Tote. London, 13. Juni. Wie aus Rio de Janeiro gemeldet wird, leidet das nordöstliche Brasilien schon seit längerem unter außerordentlich starker Trockenheit. Große Viehverluste und jeglicher Nahrungsmittelmangel haben bis heute schon über 100 Menschenleben gefordert. Besonders schwer heimgesucht ist die Stadt Savjoao. Die Ueberleben- den dieser Stadt sind zum großen Teil ausgewandert. In der Stadt selbst haben Banditen das Regiment an sich gerissen. Schwerer Hagelschlag in der Umgebung Münchens. München, 13. Juni. In der Umgebung Münchens, vor allem im Isartal, in der Gegend von Deidenhofen, sowie bis in die Gegend des Starnberger Sees und des Würmtals, richtete am Sonntag ein starker Hagelschlag großen Schaden an. Die Schloffen fielen in Größe von Hühnereiern und viele Ausflügler erlitten blutende Kopf- und Handverletzungen. Tausende von Fensterscheiben wurden zertrümmert. Biele Dächer wurden durchschlagen. In den Gemüsegärten richtete das Unwetter besonders gorßen Schaden an. Ans weite Strecken hinaus sind die Bäume entlaubt worden. Der Ozeanflug Mabel Bolls. Rewyork, 13. Juni. Der Eindecker „Columbia" mit Mabel Bolls, einem Flugzeugführer und einem Beobachter an Bord hat um 14 Uhr Parrsboro auf Neuschottland in der Richtung nach Harbour Grace überfloaen. Die Schülcrtragödie in München. Zu der schon kurz gemeldeten Schülertragödie in Nym- phenburg bei München wird weiter gemeldet, daß es sich um den 18jährigen Postsekretärssohn Georg Geitner und den 17jährigen Schneiderssohn Michael Schwarzbauer, die beide die Rupprechtskreisoberrealschule besuchten, handelt. Beide waren gute Durchschnittsschüler. Ihre schulische Führung war durchaus einwandfrei, keiner von ihnen hatte etwa eine Bestrafung zu erwarten und auch sonst liegen vom Standpunkt der Schule aus keine Gründe für die traurige Tat vor. Die hinterlassenen vier Abschiedsbriefe geben keinen Aufschluß über die Beweggründe. Der junge Geitner war eine Zeitlang lungenleidend und seitdem etwas schwermütig und melancholisch. Vielleicht liegt darin der Schlüssel zur Aufklärung der Tragödie, zumal Geitner schon einmal Selbstmordgedanken geäußert haben soll. Vielleicht hat Geitner die Tat in einem Zustand der Schwermut begangen und seinen Freund veranlaßt, mit ihm in den Tod zu gehen. Die Tat ereignete sich in der Wohnung der Familie Geitner und zwar in der Küche. Frau Geitner kam nach Mitternacht mit ihrer 15jährigen Tochter heim und nahm sofort Gasgeruch wahr. Auf dem Divan in der Küche saßen aneinandergelehnt die beiden jungen Menschen, die durch das ausströmende Gas bereits tot waren. Man brachte sie sofort ins Freie, die Wiederbelebungsversuche waren aber ohne Erfolg. Wie schützt man sich gegen Einbrecher? Dieses Problem zu lösen wurde nach gerade zu einer Lebensfrage für Hern Morris V"'>r, der der woblbahende Besitzer einer der größten chemischen Wäschereien und Färbeanstalten in Chicago ist. Die Einbrecher, die bekanntlich in dieser amerikanischen Großstadt ein Paradies gefunden haben und unbehelligt von der Polizei ihren „Beruf" ausüben können,hatten es seit zehn Jahren in ganz besonderer hartnäckiger Weise auf ihn abgesehen. Vergebens suchte er sich gegen ihre Versuche, an seinen Geschäftserfolgen teilzunehmen, durch Inanspruchnahme des Vesten Wächters, der raffeniertesten Geldschrankschlöffer und der kompliziertesten Sicherhcits- und Alarmvorrichtungen zu schützen. Es verging kein Tag, an dem er nicht in dem Geplänkel mit den „unsichtbaren Mächten" Chicagos eine Schlappe erlitt. Bombenattentate zertrümmerten die Schaufenster seiner zahlreichen Filialen, am hellichten Tage verschwanden die Auslagen aus seinen Schaukästen, seine Geschäftsboten wurden überfallen und ausgeplündert und maskierte Räuberbanden drangen in seine Geschästslokale und leerten seine Kassen. Endlich beschloss Mr. Morris Becker, von 2 Nebeln das kleinere zu wählen. Er erließ Anzeigen in den meistgelesenste» Zeitungen der Stadt, daß er mit den Herren Verbreibern kaptieren gewillt bereit sei, einen aus ihrer Zunft als Teilhaber in sein Geschäft auszuuehmen! Er sagt sich vermutlich, daß diese Teilhaberschaft ihn auch nicht teurer zu stehen kommen werde, als die fortwährenden grö- ßeren und kleineren Anzapfungen, denen er bisher ausgesetzt war. Tatsächlich fand sich dann auch eines der prome- nentesten Mitglieder der VerbreHerzunft, ein unter dem Namen „Schwarzer Albert" bekannter Einbrecher, bei ihm ein und wurde mit allen Rechten in die Teilhaberschaft eingesetzt. Seither bleibt Herr Becker, wie er in ganzseitigen Inseraten dem aushorchenden Publikum mitteilt, von der Zunft der Unterirdischen unbehelligt, und er sieht sich sogar in der Lage, seine Preise herabzusetzen, weil er, wie er sagt, die Risikosumme, die er ä Konto Einbrüche sonst auf seiine Lieferungen aufzuschlagen genötigt war, jetzt fallen lassen kann. — — Es sollen bereits verschiedene Chicagoer Kauf- lente diesen Gedanken ernstlich erwägen, Mr. Beckers „Patentverfahren" nachzuahmen! — — Nur die Hälfte! ,Der amerikanische Antiquar Dr. Rosenbach aus Philadelphia ist heute derjenige Buchhändler der Welt, durch dessen Hände die größte Werte gehen,' er vermittelt zum nicht geringen Teil das Hinüberströmen der Bücherschätze aus der alten in die neue Welt. Natürlich bekommt er unendlich viele Angebote, im Jahre mehr als 30 000 Briefe, und darunter befindet sich auch manch kuriose Anfrage. Als er kürzlich ein altes Buch für einige 100000 Mark erworben hatte, erhielt er ein anderes Buch angcboten, und zwar schrieb der schlaue Verkäufer dazu: „Da es nur halb so alt ist, verlange ich auch nur die Hälfte des Preises!" — Herr Harris war sehr verstimmt. So traf ihn sein Freund auf der Straße und fragte nach der Ursache. — „Hält ich da aus einem Wohltätigkeitsbazar", erzählte ihm Herr Harris, „drei Kisten Zigarren gewonnen. Das Zeug war so miserabel, daß ich es in der nächsten Straße an einen Zigarrenhändler für drei Schilling verkaufte." — „Na. da hast du ja noch daran verdient." — „DaS schon, aber nun kommt daS dicke Ende. Meine Frau sah die Kistchen im Schaufenster stehen mit der Bezeichnung „Ge- legenüeitskauf 5 !Schilling" und kaufte das Teufelskraut als Geburtstagsgeschenk für mich!" Radio»Programm für Donnerstag, den 14. Juni 1928. Berlin (483), Königswustrrhansen (1250), 2!.00 Uhr: Arien und Ouvertüren. 22.30 Uhr: Tanzmusik. Breslau (322), 20.30 Uhr: Heiterer Abend mit Maria Ney. Frankfurt (428), 13.30 Uhr: Kassel: Russische Musik. 15.30 Uhr: Zugendstunde. 16.30 Uhr: Nordische Musik. 17.47 Uhr: Die Lefestunde. 20.15 Uhr: Konzert. 21.15 Uhr: Kassel: Der Spielmann. Hamburg (394,, 20.15 Uhr: Flämischer Abend. Darauf: Kabarett. Köln-Lamgenberg (468). 20.05 Uhr: Sonderbericht ü. d. Olym. pische Fußballturnier Amsterdam. 20.15 Uhr: Münster: Bunter Abend. 21.00 Uhr: Ue. a. d. Tonhalle. 22 00 Uhr: Ue. v. Münster: Bunter Abend. Anschl. Sonderbericht ü. d. Olympische Fußballturnier Amsterdam. Darauf: Tanzmusik. Königsberg (393), 20.10 Uhr: Orchesterabend. Leipzig (365), 20.15 Uhr: „Ingeborg". Eine Komödie o. Kurt Götz. 22.00 Uhr: Funkpranger. München (535), 20.00 Uhr: „Die Bühne der seltenen Stunden." 22.25 Uhr: Unterhaltungskonzert. Stuttgart (379), 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 20.15 Uhr: Ansichtskarten. Daventry-Experimrntal (491). 20.00 Uhr: Bunte Stunde. 21.30 Uhr: „Rosalie", Lustspiel. 22.15 Uhr: Militärorchesterkonzert. Daoentry-London (361), 10.15 Uhr: Kurzer Gottesdienst 12.00 Uhr: Leichte Musik. 13.00 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.00 Uhr: Orgelkonzert Frank Newman. 16.30 Uhr: Balladenkonzert. 17.15 Uhr: Kinderstunde. 18.20 Uhr: Musikalisches Zwischenspiel. 19.25 Uhr: Borträge. 19.45 Uhr: Konzert. 21.35 Uhr: Bunte Charlotstunde. 22.35 Uhr: Tanzmusik. Paris (1750), 12.30 Uhr: Konzert. 13.00 Uhr: Kinderstunde. 20.30 Uhr: Abendveranstaltung: „Rembrault" v. Folg. 9Bun (517), 20.05 Uhr: Aus Roseggers Werken. 21.00 Uhr. Ue. d. 2. Serenade v. Zosefsplak. Zürich (588), 20.15 Uhr: Konzert. Prag (348), 20.00 Uhr: Symphonisches Konzert des Radiojournals. E. Schick, Radio-Bertrieb, Sinsheim a. E. Zubehör — Einzeltrile — Reparaturen — BeraMng — Ladestation Radio-Literatur, Programm-Zeitschriften bei 3. Doll, Buchhdlz., Sinsheim. Neueste amtliche Kurse mitgcteilt von der Bereinsbank, e. D. m. d. H. Sinsheim vom 11. Funi 1928. Walcite»: mit ÄuskosMlgsschei« • . ohne Auslosungsscheia . . Bankaktie Bad. Bank .... Darmstädter- und Railonalbanl Deutsche Baut .... Deutsche Bereinsbank . Dresdner Bank .... Mitteldeutsche Kreditbank - . Reichsbank .... Rhein. Credttbank Südd. Dtseonlo Bes. . daiaukf« Aktie» ln »i o 51.30 19.30 ln o/o 16» 279,15 199 109 167 *87,95 275.75 128.75 143 ln o, 0 161 t arpener Bergbau all Wefteregeln . . . — ManneSmannröhrenwerke. 144 Mansselder Bergb. u.Hüllenw 120,50 Oberschl. Msenb. Bedars . . 103 f hünlx Bergbau u.Hüllenbelrleb 97,10 azwerk HeUbronn . . .20* verlelnlgle Königs« Laurahülle >84,75 Aktie» iakaftr. N»t«r»«h»»»»»e»: in 0/0 Allg.Meklr. Stammaktien. . 174 Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad. Maschinen Durlach . 184,75 Cementwerk Heidelberg . Daimler Motoren . Dtsch. Gold- uu Stkberschetd«. Gkektr. Licht und Kraft . Ematll.und Slauzwerk Ullrich. *5 Srltzner Maschinen Durlach Karlsruher Maschinen . . Knorr HeUbronn . . Mainkraftwerke Höchst . , Neckarsulmer Kahrzeugwerke Schmiert «lektr. Nürnberg Seiltndnftrle Wolff. Südd. Zucker Zellstoff Waldhos Stamaktte» . Aktie» deotschee Tr»n»4>erla»stalle»: ln *;• amburg. Amertt. Pakelsahrl 147,50 «Idelberg. Sir aßen-u.Bergbahn — !ordd«ulscher Lloyd . . 1 58,50 142 113, *16 *32 15 974,75 157 155,50 127 *07 71 153 85,50 Stoffen: New-Iork l Dollar London r Psund Holland tB Gulden Schwel, 700 Kranes Wien 100 Schwing Paris 100 Franc Italien 100 Lire Geld 4 1530 20.414 168.75 80.5602 58.82 16.445 21.98 Brie! 4,1 910 20.454 U> 09 80.72% 58,94 1« 485 22.02 Wetterbericht. Wetteruachrichten der Bad. Laubeswetterwarte vom 12. Juni Karlsruhe, 12 Juni. Auf der Rückseite des nach Norden abgezogenen Tiefdruckgebietes strömte auch gestern noch Kaltluft nach dem Festlande ein und brachte weitere Regenfälle. Mit Unterbrechungen heiterte es aus. Die Temperaturen blieben unternormal. Inzwischen ist das Hoch vom Westen weiter herangerückt, so daß wir ganz unter seinem Einfluß stehen Die weitere Zufuhr von Kaltlust hat damit aufgehört. Da das Hoch sich über dem Festland bis zu 770 mm Druck verstärkt hat, werden wir voraussichtlich einige Tage heiteres Wetter behalten. Wetteranssichten für Mittwoch, den 13. Juni 1928: heiter, trocken und wärmer. LandeM für Hass- und Grundbesitz eing»tragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht Zweigstelle Sinsheim a.E. Erledigung aller Bankgeschäfte Wir vergüten bis auf weiteres: für Einlagen in laufender Rechnung 6o/o p. a. „ „ mit monatl. Kündigung 70/o „ „ mit dreimonatl. „ 71/20 io „ „ mitsechsmonatl. „ 8 o/o und darüber, je nach Höhe und Kündigungsfrist des Anlagekapitals. Haftsummen und Reserven 1,5 Millionen Reichsmark i i ^ilutefpsdSKjriü bring! eine ^^Soen.sf'FiSQrx Trinkkur ml! Jemadket 9tvtschqueUe*Sp>tudel JUmstal*$pwdel Vertreter: Franz Metzger, Mineralwasserhdlg. 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