Ratgeber für Haus- und Landwirtschaft Beilage zum Landboten (Ginsheimer Zeitung) Aeldbau Wann das Korn reif znm Schnitt ist. Alle Körner entwickeln sich in den Aehren in gleicher .Leise, dennoch kommen sie nicht gleichzeitig zum Abschluß: ne reifen je nach ihrer Größe und Stellung in den Aehren früher oder später. Daher ist auch der Zeitpunkt für den Schnitt des Korns nicht ohne weiteres zu bestimmen. Es bedarf erst zur Feststellung des geeigneten Zeitpunktes einer näheren Untersuchung des Reifezustandes der Körner :n verschiedenen Aehren. Ohne viel zu suchen, wählen wir eine kräftige Aehre, biegen sie in der Mitte zusammen und entnehmen ihr das stärkste Korn. L-r schneiden nun dieses Probekorn mit einem scharfen ^Vermesser quer durch und betrachten uns die Schnittfläche genau. Zeigt sich nirgends mehr unter der Schale und in der Nähe der Längsfurche auch nur eine Spur des grünen Blattfarbstoffes, dann hat das Korn die Gelbreife erreicht. Diese Probe machen wir noch an zwei oder drei anderen Aehren, die wir an verschiedenen Stellen des Ackers entnehmen. Zeigt unsere Untersuchüng überall bas gleiche Ergebnis, dann ist der rechte Zeitpunkt für den Schnitt gekommen. Außer bei Roggen läßt sich auch bei Weizen und Gerste dieselbe Probe machen. Sie kann auch bei dem Hafer angewandt werden, jedoch mit dem Unterschiede, daß hier das zu prüfende Korn von der Spitze der Rispe zu nehmen ist. Bei dem Roggen können wir auch statt der Schnittprobe, die sogenannte „Nagelprobe" machen, die darin besteht, daß man das Körn über den Nagel des Daumens bricht. Geht dieses Brechen leicht und bestimmt von statten, dann ist das Korn gelbreif. Der Inhalt, der sog. Mehlkörper des gelbreifen Kornes, ist weder wäfferig wie bei der Milchreife, noch fest und hart wie bei der Vollreife, sondern läßt sich wie Wachs kneten. Eine Beurteilung der Gelbreife nach dem Aussehen des Strohes, dessen Halme und Blätter bereits gelb find, ist weniger sicher und zuverlö^- als die Kornprobe. Wenn die Körner der kräftigsten Aebren die G-lbreife erreicht haben, dann ist der geeignetste und zweckmäßigste Zeitpunkt zur Ernte des Getreides gekommen. Auch das zur Saat bestimmte Getreide kann ohne Bedenken geschnitten werden: denn die Ernährung der Körner in den stärksten Aehren hat um diese Zeit bereits aufqehört und ihr Reifezustand ist schon soweit vorgeschritten, daß sie eitie größere Vollkommenheit nicht mehr erreichen können. Keineswegs sollte man mit der Ernte so lange warten, bis die Körner auch der kleineren Aehren vollreif geworden sind. Man würde wohl im günstigsten Falle ein besieres Hinterkorn gewinnen, dafür aber einen erbeblichen Teil des Vorderkorns durch Ausfall auf dem Felde verlieren. Es kann nicht genug betont werden, daß sich der Landmann bedeutend schadet, wenn er schon in der Milchreife des Kornes, also zu einer Zeit, da die Entwicklung noch nicht abgeschloffen ist, mit der Ernte beginnt, oder das Getreide bis zur Totreife stehen läßt. Der zweckmäßigste Zeitpunkt zum Schnitt wird durch die Gelbreife, die zwischen der Milch- und Totreife liegt, nur allein bestimmt. Je mehr die Sense die normale Mähreife trifft, desto größer ist der Gewinn, je weiter vorher oder nachher der Schnitt erfolgt, desto größer ist der Verlust." Das Schälen der Stoppeläcker. Das rechtzeitige Schälen der Stoppelfelder hat den Zweck, der neu zu bestellenden Frucht die günstigen Bedingungen für ihre Entwicklung zu schaffen. Dadurch gewinnt diese wichtige Arbeit an Bedeutung und sollte daher alsbald nach der Ernte ausgeführt und nicht bis zum Herbste verschoben werden. Vor allem muß der vom Regen zugeschlagene Boden sofort nach der Ernte gelockert werden, wenn man nicht Gefahr laufen will, daß das Erdreich unter der Sonnenglut des Sommers völlig austrocknet. Es herrscht immer noch die irrige Ansicht, daß die stark verkrustete Oberfläche den Boden vor jeglichem Wafferverlust schütze. Allerdings trocknet die gelockerte obere Schicht vollständig aus. Da sie aber mit dem darunter liegenden geschlossenen Boden in keinerlei Fühlung steht, so vermag das Waffer nicht bis zur Oberfläche zu steigen. Es wird durch die lockere, schützende Decke vor jeglicher Verdunstung bewahrt. Von besonderer Wichtigkeit wird ferner die Lockerung, daß es der Luft ermöglicht wird, in den Boden einzudringen. Durch ihren Sauerstoffgehalt und ihre Wärme bleiben die kleinen pilzigen Lebewesen, die Bodenbakterien, in ihrem Gedeihen gesichert und ihre wichtige Tätigkeit, die in der Zubereitung verdaulicher Nährstoffe für die Nutzpflanzen besteht, wird nicht unterbrochen. Ist der Zutritt nur mangelhaft und schwindet der Wassergehalt des Bodens mehr und mehr, so sind auch seine physikalischen Eigenschaften höchst ungünstig. Auch die im Boden sich befindlichen Rohnahrungsstoffe werden nicht in den Zustand umgewandelt, der den Pflanzen am meisten zusagt und auf ihr Wachstum am günstigsten einwirkt. Durch die Auflockerung bleibt dem Boden die Federkraft und Mürbigkeit und vor allen Dingen die unter der abgeernteten Frucht erlangte Gare erhalten, alles Vorteile, die den neu anzubauenden Nutzpflanzen zugute kommen, ihnen eine gesunde, zusagende Wohnstätte zu bereiten und günstige Lebensbedingungen schaffen. Ferner wird durch das Schälen der Stoppelfelder eine Unmenge tierischer und pflanzlicher Schädlinge unserer Nutzpflanzen unschädlich gemacht, ein Vorteil, der nicht hoch genug emzuschätzen ist. Besonders werden hiervon die Heffenfliegen, Fritfliegen u. v. a.. die oft erheblichen Schaden an unseren Getreidepslanzen anrichten, betroffen. Ihre Eier und Puppen werden durch das Umpflügen in ungünstige Lebensbedingungen gebracht und dadurch größtenteils vernichtet. Von gleicher Wichtigkeit ist die Vertilgung des Unkrautes durch das Schälen. Wenn auch die ausdauernden Wurzelunkräuter große Schwierigkeiten bet ihrer Ausrottung bieten, so gelingt es doch der Schälfurche, einen erheblichen Teil ihrer unterirdischen Bestandteile an die Oberfläche zu bringen, wo sie im trockenen Nachsommer nach sorgfältigen Eggen verdorren. Dagegen werden keimungslustige Samen der einjährigen Unkräuter durch den Umbruch am leichtesten angeregt, alsbald aufzugehen, und in kurzer Zeit überzieht sich der Acker mit neuem, freudigen Grün. Die nicht winterfesten Unkräuter fallen dem ersten Frost zum Opfer, die andern werden durch das spatere Tiefpflügen in die Erde gebracht. Wer auf diese Tatsachen kein Gewicht legt, darf sich nicht darüber wundern, wenn im nächsten Jahre die Unkräuter oft in großer Masse auf seinem Acker erscheinen. Unsere Darlegungen zeigen zur Genüge, daß das Schälen des Stoppelfädes wegen seiner außerordentlichen günstigen Einwirkung auf den Boden von großem Nutzen ist und daß sein alter Brauch langjährigen Erfahrungen beruht. Den lässigen Landwirten rufen wir darum zu: „Vergeht nicht den Pflug an den Erntewagen zu hängen!" Obst- und Gartenbau Gcmüseraupen in Sicht! Jetzt gilt es, öfters die Kohlpflanzen einer genaueren Durchsicht nach den gefürchteten Gemüseraupen zu unterziehen. Wie oft haben wir schon ihre Verwüstungen auf den Feldern gesehen. Traurig stehen die Blattrippen ganzer Kohlfelder, ihrer Blattflächen gänzlich beraubt, wie Besenreiser auf den Aeckern, ein Opfer der Raupen des großen Kohlweißlings infolge der Nachlässigkeit ihres Besitzers. Es ist töricht, mit der Bekämpfung dieser Raupen zu warten, bis sie sich erst in großen Mengen über die ganzen . Kohlköpfe verbreitet haben. Dann ist das Ablesen ! Raupen eine äußerst mühsame und zeitraubende Arbeit, die zudem gar nicht gründlich genug ausgeführt werden kann; denn immer wieder erscheinen neue Raupen aus ihrem Versteck und freffen die kärglichen Reste der Blattmassen gänzlich ab. Was soll indeffen anders geschehen? Die Raupen erscheinen fast plötzlich auf dem Plan, so daß sie doch nicht schon gut vorher bekämpft werden können. Dennoch ist dies möglich. Um dem Raupenfraß vorzubeugen, muß man sich mit dem Leben des Kohlweißlings einigermaßen vertraut machen. Die überlebenden Gemüseraupen verpuppen sich im Herbste an irgend einer geschützten Stelle, z. B. an einer Laube, Mauer oder Hauswand. Hier überwintert die Puppe und im Frühjahr verläßt der Schmetterling die Hülle. Das ist die erste Generation, die nach der Paarung ihre Eier an verschiedene Pflanzen legt. Tie aus ihnen schlüpfenden Raupen werden nur wenig oder gar nicht beachtet und können sich daher ungehindert entwickeln und verpuppen. Aus ihnen entsteht dann die ziveite Generation Schmetterlinge, die oft maffenhaft im Juli, August bis in den Oktober hinein auftritt und nun ihre Eier in kleine Häufchen auf der Unterseite der bereits stark entwickelten Blätter der Kohlpslanzen ablegt. Schon nach wenigen Tagen schlüpfen die Raupen, die anfangs noch beieinander sitzen und alsbald ihr Zerstörungswerk beginnen. Gerade diese Raupen der zweiten Generation verursachen im Sommer und frühen Herbst oftmals großen Schaden. Diese Puppen sind während des Winters zu vernichten. Jedoch sind die bräunlichen Puppen zu schonen, da sie von den Larven der Schlupfwespen, die ihren Inhalt teilweise auffreffen, also sie zerstören, bewohnt sind. Dasselbe gilt von den gelben, eiförmigen Gespinsten, die sich häufig neben oder auf den Raupen und Puppen finden (s. Äbb.). Sie werden fälschlich für die Eier der Raupen angesehen und daher oft vernichtet. Damit wird jedoch ein großer Fehler begangen; denn diese Gespinste enthalten die Larven der Schlupfwespen, die uns im Kampfe gegen die Raupen unterstützen. Sie sticht nämlich die Raupen an und legt ihre Eier in ihren Körper. Die aus ihnen entstehenden Larven leben im Innern derselben, bis sie ausgewachsen sind, verlaßen dann die Raupen oder die Puppe und spinnen sich sofort ein. Die befallenen Raupen und Puppen gehen zu Grunde. Die Bekämpfung des Schädlings sollte zunächst mit dem Wegfangen und Töten der Schmetterlinge in der Hauptflugzeit einsetzen, da dadurch eine große Zahl Raupen im Keime erstickt werden. Dies geschieht am besten durch Kinder, denen man dafür Fangprämien gewährt. Sodann ist es ratsam, die Unterseite der Kohlblätter nach oem getven Eierspiegel abzusuchen. Mit einem Griff kann mann auf diese Weise das Auskriechen zahlreicher Raupen verhindern, weil man die Eierchen vernichtet. Auch die erst ausgeschlüpften Raupen kann man leicht, weil sie noch zusammensitzen, in großer Menge von den Blättern beseitigen. Wer diesen Zeitpunkt versäumt hat, dem bleibt nichts anders übrig, als die Raupen einzeln abzulesen und zu vernichten, wenn er seinen Kohl vor dem Untergang retten will. Diese Arbeit muß in kurzen Zeiträumen wiederholt werden, weil sich immer wieder noch einige Raupen einfinden. Angenehmer ist schon die Bekämpfung mit chemischen Mitteln, z. B. das Bestäuben der Raupen mit Thomasmehl. Kainit, oder Aetzkalk. Besser ist es noch, die Raupen mit Urania-Grün zu bespritzen. Bewährt hat sich auch eine Spritzbrühe, die auf 100 Liter Wasser 2 Kilogramm Kalk und 3 Kilogramm Kochsalz enthält. Des Kleingärtners Tagewerk im Juli. (Nachdruck verboten.) Das ist die üppige Sommerzeit, Wo alles so schweigend blüht und glüht Des Juli stolzierende Herrlichkeit Langsam das schimmernde Land durchzieht. Im.Obstgarten ist jetzt im allgemeinen wenig zu tun. Frischgepflanzte und umgesetzte Bäume und Sträucher sind immer noch zur Anregung der Wurzelbildung alle fünf Tage gründlich zu bewässern und bei Trockenheit zu bespritzen. Die Baumscheiben belege man zur Erhaltung der Feuchtigkeit mit kurzem Mist oder Rasenboden. Wurzelschößlinge und Wasserreiser sind zu beseitigen. Vollbeladene Obstbäume sind ebenfalls durchdringend zu be- wäffern. Wird dem Gießwasser etwas Jauche oder Nitro- phoska (30 Gr. auf 10 Liter Waffer) zugesetzt, dann bilden die Bäume die Früchte bedeutend besser aus und entwickeln auch eine größere Zahl Blütenknospen für das nächste Jahr. Besonders wafferbedürftig sind die Spalierbäume und Weinstöcke an Mauern und Häusern, da das vorspringende Dach in der Regel nur wenig Regenwaffer an rhre Wurzeln kommen läßt. Fallobst ist jetzt schon regelmäßig zu sammeln und zu vernichten. Beerensträucher sind nach der Ernte zu schneiden, der Boden zu lockern und mit Jauche zu düngen. Von Stachelbeeren kann man jetzt oder im August Stecklinge schneiden. Sie sind sofort zu stecken und gehen bester an als im Frühjahr. Bei den Himbeeren sind nur 4—6 kräftige Triebe zu lasten, alle andern sind zu entfernen. Die Erdbeerbeete sind nach der Ernte zu lockern, von Unkraut zu reinigen und zu entranken. Für eine Neuanlage werden kräftige, junge Pflanzen in ein Mistbeet oder auf ein geschütztes Beet verschickt, gut angegossen, beschattet und öfters überspritzt. Man erhält auf diese Weise einen gut ausgebildeten Wurzelballen, der das spätere Verpflanzen erleichtert und das Anwachsen beschleunigt. Das Veredlen der Rosen und Obstwildlinge kann bei feuchtem Wetter beginnen. Bei Trockenheit warte man damit lieber bis zum August. Zuerst werden Kirschen, dann Birnen, Zwetschgen. Pflaumen und im August die Aepfel veredelt. Von Rosen und Gehölzen können auch Stecklinge gemacht werden, die man in flache Kasten mit sandiger Erde, der man etwas Torfmull beimengt, steckt, gut feucht hält, öfters auch bespritzt und vor allem beschattet. Ziersträucher sind nach dem Verblühen zu beschneiden. Im Gemüsegarten müssen die abgeernteten Beete sofort umgegraben, neu bepflanzt oder besät werden. Man warte damit unter keinen Umständen, bis der Rest der darauf stehenden Gemüse vollkommen ausgebildet ist. Jeder Tag, der durch die Beseitigung der paar Gemüse- pflanzen gewonnen wird, kommt der neuen Pflanzung zugute. Zur Aussaat gelangen jetzt noch: Mangold, Spinat. Schwarzwurzeln, Endivien, Kohlrabis, Buschbohnen, Ka. rotten, Kerbelrüben, Speiserüben, Herbst- und Teltower- rüben, Witerrettiche und Feldsalat. Im Blumengarten muß ebenfalls der Boden öfters gelockert, gegoffen und gedüngt werden. Die Stauden sind aufzubinden, alles Unkraut, dürre Stengel und Blätter zu entfernen. Aussaaten von zweijährigen Blumen, wie Vergißmeinnicht, Stiefmütterchen, Silenen, Glockenblu- nien, Reseda, Levkojen, Primula chinesis und obconica, Calceolarien und Einerarien werden jetzt ausgeführt. Stecklinge von Fuchsien, Pelagronien, Myrten, Efeu. Oleander. Lorbeer, Verbenen bewurzeln sich jetzt sehr gut. Auch Nelkensenker geraten im Juli am besten. Calla, Alpenfeilchen, Azaleen sind, wenn notwendig, umzupflanzen, ebenso Stecklingspflanzen von Fuchsien und Pelargonien. Die Topf- und Zimmerpflanzen sind immer reinzuhal- ten, die Erde zu lockern. Ferner sind sie fleißig zu gießen, öfters zu überspritzen, mit Blumendünger (1 Gr. Harnstoff auf 10 Liter Waffer) zu düngen, wenn nötig aufzubinden und zu beschatten. Nun hat die Sonne ihre größte Kraft erreicht. In der Sonnenglut gehen die Früchte ihrer Vollendung und Reife entgegen, sammeln Zucker und Würze in ihrem Fleische, die beide uns das Obst so wertvoll und genußreich machen. Schon liegt ein melancholischer Ton auf der Flur, der besonders durch die fahlgelben Kornfelder und das dunkelgrüne Laubwerk der Bäume bestimmt wird, bereits eine leise Mahnung an den kommenden Herbst. Dafür erfreut uns der Garten in seiner sommerlichen Blumenpracht umso mehr, wobei Rosen und Lilien mit so vielen andern reizenden Kindern Floras wetteifern. Glücklich ist zu schätzen, wer ein solches kleines Paradies sei eigen nennen kann. Nr. 151. Jahrgang 1928. D«S Klavier nnS Aluminium. Natürlich ist es eine Erfindung der praktischen Amerikaner: Ein Ingenieur und Radiowissenschaftler namens John Hays Hammond aus Chicago hat es erfunden, aber es wird nicht in seiner Heimat zum erstenmal der überraschten und höchlich interessierten Kunstwelt vorgeführt werden, sondern in Paris. Mr. Hammond erklärt, daß dem Klaviere in seiner bisherigen Form, die sich, was Bauart und Material anbetrifft, seit 1704 nicht nennenswert geändert habe, drei Hauptfehler anhafteten: Erstens, es war zu schwer beweglich,- zweitens, es war zu empfindlich gegen Witterungseinflüffe und Temperaturunterschiede, und drittens und hauptsächlich, es war trotz aller Vervollkommnung in der Technik des Klavierbaues bisher nicht möglich, ein Instrument so zu konstruieren, daß der Spieler auf demselben den Ton „aufbauen", L. h. an- und abschwellend regulieren und aushalten konnte, wie dies bei anderen Saiteninstrumenten, z. B. der Geige und dem Cello, möglich ist. Immer war daher, so erklärt der Erfinder, selbst das vollendetste Klavierspiel mehr eine Sache der Mechanik, und die feinsten und subtilsten Absichten des ausübenden Künstlers konnte nicht verwirklicht werden. Die Frage der leichteren Beweglichkeiten und der größeren Widerstandsfähigkeit will Hammond dadurch befriedigend lösen, daß er sein Klavier aus Flugzeugmaterial baut, in der Hauptsache Aluminium. Nur im Inneren wird eine außerordentlich leichte und doch harte ausländische Holzart verwendet, wie sie gleichfalls beim Flugzeugbau in Gebrauch ist. Die Tonbildung aber gibt der Erbauer dieses neuartigen Klaviers an, durch eine ganz besondere Erfindung verbessert zu haben. Er hat im Inneren seines Instruments einen schalldichten Ton-Aufnahmeraum eingebaut, in den die Lurch den Tasten-Anschlag erzeugten Töne zunächst geleitet werden. Durch ein vom Spieler zu bedienendes Ton-Neslek- torensystem werden die Töne aus diesem sozusagen „Spet- cherraum" je nach Bedarf langsamer oder schneller, stärker oder schwächer oder kürzer erklingen gelassen, und es ist, wie einer der bekanntesten amerikanischen Pianisten, Mr. Danahne, der dem Erfinder.bei seinen Vorführungen zur Sette steht, erklärt, tatsächlich ein Genuß, auf diesem Klaviere zu _ Da Laad dote * Sinsheim« Zeitung._ spielen, das die feinsten Nuancierungen herauszubringen ge- stattet. Der Erfinder wird bereits überlaufen von den Abgesandten führender großer Klavierbaufirmen, die das neue Verfahren zu erwerben trachten. Er will aber selber eine Fabrik errichten und seine eigenen Klaviere bauen. Die Sochschule der Junggeselle«. Ein neuer Klub mit durchaus zeitgemäßen Zielen ist fetz in Newyork gegründet worden. Er nennt sich der Klub de Hunderttausend und hat ein solch rapides Anwachsen seine Mitgliederzahl zu verzeichnen, daß sein Name bald nicht nu ei» Programm, sondern eine Tatsache sein wird. — Di Newyorker Junggesellen haben, wie auch ihre Leiöensge führten in anderen Städten, sehr darüber zu klagen, daß e z B. einem Durchschnittsangestellten mit leidlich auskömui ltchem, aber keineswegs üppigem Gehalt schlechterdings uv möglich sei, sich außer dem Hause gesundheitsgemäß zu er nähren und noch weniger, sich zu erschwinglichen Preise wirklich satt zu essen. Auch der Versuch, sich im eigenen Heir mit Hilfe einer Wirtschafterin selber zu beköstigen, wird al ein nur sehr selten befriedigend endigendes Experiment be zeichnet. Der einzige Ausweg aus diesen Nöten wäre viel leicht der „Sprung in die Ehe", aber dieser ist in Amerik zwar sehr leicht auszuführen, aber vielleicht noch folgev schwerer als anderswo, und das Wagnis will daher reiflii überlegt sein. Die amerikanischen Durchschnittsehefrauen bk künden nämlich eine ziemlich tiefgehende Abneigung gege die Verrichtung niedriger Arbeiten, zu denen sie auch die Be reitung der Mahlzeiten rechnen, und wenn sie sich diese Pflichten doch unterziehen, so, wird wenigstens behaupte sind die Resultate ihres Wirkens selten erfreulich. — Be zeichnend ist in diesem Zusammenhänge, daß die weitau größte Zahl der Mitglieder des „Klubs der Hunderttausend aus — Ehemännern besteht, sbgleich diese nur als Gastmit glieder ausgenommen werden und weder Sitz noch Stimm bei den Beratungen des Vereins haben. Und was ist nui das Arbeitsgebiet des Klubs? Seine Mitgliedern lernei kochen, und sie tunt es mit Begeisterung! Wir müssen ar beiten, sagen sie, und um arbeiten zu können, müssen wir gu und billig essen! Das ermöglicht uns unsere Fähigkeit, Sei Kochlöffel selber zu schwingen, eine Kunst, die uns erst wahr hast unabhängig macht! Wie man Nebt, ma-üt öle Smanrt .Samstag, den 30. Juni 1928. patton des Mannes rapide Fortschritte, und bald wird dle Zeit komme», da er sich auch selber die Kleidung und Wüsche in Ordnung halten und Herstellen lernt Vielleicht wird dies daS Programm der nächsten Klubgründung sein! t Amerikas „Haus der Arbeit" in Paris. Ein großes Gebäude, das eine Dauerausstellung amerikanischer Produkte und Fabrikate beherbergen wirb, soll noch in diesem Jahre i« Paris errichtet werden. Es soll ein Gegenstück bilden zu einem ähnliche« Institute, das Frankreich im Vorjahre in New York errichtet hat und das vor einigen Wochen eröffnet wurde. Der Bauplatz für das Haus kostet allein vier Millionen Dollar, und in dem umfangreichen Gebäudekomplex werden ungeheure Werte vereinigt sein. Es sollen nicht nur alle Rohstoffe und Fertigware« gezeigt werben, sondern ein Stab mehrsprachig geschulter Erklärer wirb ständig Führungen veranstalten, Erläuterungen geben und Fragen beantworten. Ein besonderes Interesse werden sicher die Werkfilme finden, die ständig die Produktion und Arbeitsweise der prominentesten amerikanischen Großbetriebe, z. B. Ford, Generam Motors, scwie verschiedener Fleifchkonserven-Fabriken, großer Farmbetriebe usw. nach der Wirklichkeit wiedergegeben werden. In dem Gebäude wird sich außerdem ein Post- und Telegraphenamt, ein Bankgeschäft und — ein Barbierladen befinden, die original-amerikanisch eingerichtet sind und amerikanisch betrieben werden. Die einzige „Konzession" an das Ausland (oder wohl mehr noch an sich selber! werde« die Amerikaner machen, indem sie im Erdgeschoß neben den Konferenzsälen eine — Bar einrichten. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 1. Juki. ValO Uhr: Gottesdienst, Dekan Eisen. 1 / 2 1 1 Uhr: Christenlehre, Dekan Eisen. 1 Uhr: Kindergottesdienst, Vikar Becher. Evangelisches Veremshaus. Sonntag, den 1 . 3uli, abends 81/4 Uhr Versammlung. Montag, 2. Juli, abends 8 V 2 Uhr Männer- u. Iünglingsverein. Mittwoch,, 4. Juli, abends 8 H 2 Uhr Bibel- u. Gebetstunde. BaHurOeiienDeroeGiuuj. Zur Dachinstandsetzung u. Aenderung der Ein- gangslllren an der kath. Pfarrkirche in Sinsheim sind nach den bei den Erzbischöflichen Bauämtern geltenden und daselbst einzusehenden Vorschriften zu vergeben: Maurerarbeiten Verputzarbeiten bezw. Gerüststellung Zimmerarbeiten Schreinerarbeiten Schlosserarbeiten Blechnerarbeitcn Tüncherarbeiten Dachdeckerarbeiten (Ziegel u. Schiefer) Zeichnungen, Bedingungen und Arbeitsbeschriebe liegen im kathol. Pfarrhause zur Einsicht auf. Woselbst auch die Angebotsvordrucke gegen Ersatz der Selbstkosten abgegeben werden. Angebote sind verschlossen, postsrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis längstens den S.Iuli l. Zs. vormittags 10 Uhr bei dem katholischen Stift- ungsrat in Sinsheim einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Heidelberg, den 27. Juni 1928. Erzbischöfliches Bauamt. Außenstelle. 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