Erscheint tSglich «M Autnahme der Feiertag«. Bezugs-Preis: D»rch die Post bezogen und durch L« Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goldmark 1.80 Ger Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. L» Fällen von höherer Gewalt besieht kein Anspruch auf Liefer- «»g der Zeitung oder auf Rück- »ahlung deS Bezugspreises. Geschäftszeit i/r8 bis 5 Uhr Sonntags geschloffen. W—nsprech-Anfchluß Nr. 485 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 8908 Der Lanöboie 5 lnsüeimer MM Zeitung fus General-Äkyeiger für §ckwarzbaclita1 Hellestg unct veiPreitetsts Leitung ckieler Gegenit. !)LUpt-Kn)eigen-8lLtt «Sck»e»lU«d» veUageu i N»o, INaktrlert, » No» «len, Reich der Diode « Ratgeber für yao»- and CandwirtTcbaft Anzeigen-Preisr: Anzeigen: Die 33 mm breit»' Millimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen: Die 92 mm breite Millimeier-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- und Textteil ist Petit. 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Die „Deutsche Tageszeitung" nimmt ausführlich zu dem Spruch Stellung und schreibt u. a.: Wir sind der Meinung gewesen, daß die Tendenz der Anregungen Lambachs alle! andere als parteifeindlich war, da sie den Ausdruck einer tatsächlich vorhandenen B eweg ung in nicht eben kleiner Kreisen darstellt, und daß man sich unmöglich mit ihr aus- eiuandersetzen kann, indem man sie einfach durch formalistische Kraftsprüche zu erschlagen sucht. Das letztere ts! aber erfolgt und wir können die Feststellung nicht unter drücken, daß er offensichtlich unter Anwendung durchaus subalterner Maßstäbe zustandegekommen ist." Das Blatt vermag weder darin noch in dem darauf folgenden Versuch eine sachliche Auseinandersetzung über LaMachs Anregun gen für alle Zukunst durch einen einfachen Spruch unmög lich zu machen, einen besonderen Beweis der inneren Stärk der Teutschnationalen Partei zu erblicken und nimmt an daß das Parteigericht zu einer gründlichen Revision de! Urteils des Landesverbandsvorstandes kommen werde. Wem das Parteigericht nicht wie der Landesverbandsvorstand ai den entwicklungsgeschichtlichen Hintergründen der Auge legenheit Vorbeigehen werde, so werde er finden, daß i« Grunde genommen der Abgeordnete Lambach mit feine: Forderung, auch Republikanern die Zugehörigkeit zur Par tei zu ermöglichen, nichts anderes gewollt habe, als dt« Sicherung des Nachwuchses der Partei. Die „Deutsche Zeitung" dagegen hält den Beschluß de« Lanöesvorstandes für gerechtfertigt. — Das „Berliner Tage blatt" meint, daß zunächst Hugenberg innerhalb der Deutsch nationalen Partei eine Schlacht gewonnen habe, daß de; Kampf aber erst jetzt in vollen Gana kommen werde. Dieser Ansicht Mießt sich auch der „Vorwäris" an, de, dann aber schreibt, daß es der Berufungsinstanz kaum no«t möalick sein werde, bei ihrer Entscheidung auch formale» Nesichtspunkten auszuweichen, da die durch den Ausschluß Lambachs heraufbeschworene Parteikrise nicht mehr so ein- uch sich werde beilegen lassen. Nach Ansicht der „Germania" kann dieser „rein formelle ««politische Parteispruch" den Anfang vom Ende der Orga- risation bedeuten. Letzten Endes handele es sich um die ;roße entscheidende im Hintergrund stehende Frage ob der Neist der Deutschnationalen Partei nicht nur staatsrechtlich, ondern vielmehr vom Standpunkt der sozialen und wirtschaftlichen Umgestaltung für die neue Zeit reif sei." „Er ist es nicht — schreibt das Blatt — denn Sieger ist hugenberg geblieben und damit der Finanzmann und Plu- okrat gegen den Gewerkschaftler und Volkskonservativen." Weitere Folgen des Ausschluffes steichstagsaögeordnetcr Lejenne-Jnng legt den Vorsitz der Ortsgruppe Halensee nieder. Berlin, 26. Juli. Ter deutschnationale Reichstagsabge- ?rdnete Lejeune-Jung hat an den Vorsitzenden des Landesverbandes Potsdam II der Teutschnationalen Volkspartei 'olgenden Brief gerichtet: „Tie Deutschnationale Fraktion hat den bekannten Aufsatz des Herrn Abg. Lambach nach Form und Inhalt gebilligt. Diesem Beschluß habe ich zugestimmt. Tie Deutsch- rationale Reichstagsfratkion hat jedoch in Ansehung der Bedeutung dieser Auseinandersetzung auf die Aushebung der Fraktionsgemeinschaft verzichtet. Ter Landesvorstand des Landesverbandes Potsdam n, dem auf Grund des zufälligen Wohnsitzes des auf der Reichsliste gewählten Herrn Abg. Lambach gemäß der Parteisitzung die Jurisdiktion zusteht, hat auf Ausschluß des Herrn Abg. Lambach aus der Partei erkannt. Infolge dieser Divergenz zwischen den Auffassungen der Deutschnationalen Reichstagsfraktion und des Lan- öesvorstandes des Landesverbandes Potsdam ll lege ich hiermit mein Parteiamt innerhalb des Landesverbandes Potsdam II als Vorsitzender der Ortsgruppe nieder." Unerhörte französische Forderungen. Landau, 26. Juli. Auf Gruno ves Arnrers 4 oes moe«n- landabkommens und der Ordonnanz H hat die französische Besatzungsbehörde an die deutsche Regierung das Verlangen gestellt, die am 11. Juli ds. Js. vom französischen Kriegsgericht in Landau unter der Anschuldigung, die französische Fahne von dem Offizierskasino in Zweibrücken herabgerissen z« haben, in Abivesenheit zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilten drei deutschen Staatsangehörigen, Weiß, Schimmel und Lutz, auszuliefern. Die drei Angeschuldigten hatten sich der ihnen drohenden Verhaftung dadurch entzogen, daß sie sich aus unbesetztes Gebiet begaben. Weiterhin ist von der französischen Besatzungsbehörde die Auslieferung des vom französischen Kriegsgericht in Landau am 16. Juli ebenfalls im Abwesenheitsversahren wegen des sogenannten Maximiliansauer Zwischenfalls am 3. Juni unter der Anklage der Gewalttätigkeit gegenüber einem französischen Offizier zu zwei Jahren Gefängnis und 200 Francs Geldstrafe verurteilten Arbeiter Merz aus Neu- pfotz verlangt morden. Nach Artikel 4 des Rheinlandabkommens haben die deutsche» Behörden auf Verlangen eines hierzu ermächtigten Offiziers der Besatzungstruppen jede Person, die eines Verbrechens oder Vergehens gegen Angehörige oder das Eigentum der bewaffneten Strettkräfte der Alliierten angeklagt und der Gerichtsbarkeit der alliierten Truppen unterstellt ist, zu verhaften und dem nächsten Bekeblsbaber der alliierten Armeen zu übergeben. Gegen Liese Bestimmung Hai sie deutsche rtvoronung schon nach Abschluß des Rheiulandabkommens bei Len Alliierte« EinmeuLungen erhoben, die aber von den Besatzungsbehörden abgelehnt wurden. Somit muffen also nach der Auslegung des Rheinlandabkommens die vier angeschulbigten Deutschen, deren Aburteilung in Abwesenheit erfolgte, ausgeliefert werden. Ihre Verurteilung erfolgte ohne genügende Beweismittel Lutz und Weiß bestreiten nach wie vor jede Schuld. Es wäre von katastrophaler Wirkung für die Bevölkerung des besetzten Gebietes, wenn dem Auslieferungsverlangeu der französische» Besatzungsbehörden stattgegeben würde. An maßgebender Berliner Stelle ist von einem derartige« französischen Ansinnen noch nichts bekannt. Die englische« Truppe« am Rhei«. Was verdient England durch ihre Zurückziehung,, London, 25. Zuli. Zn Beantwortung einer Frage des Arbeitenführers Wedgewood erklärte Ehamberlaia im Unterhaus: Die ge" samten Zahreskosten des britischen Besatzungsheeres in Deutschland betragen 1299 700 Pfund Sterling und der Betrag, den England zur Begleichung dieser Kosten aus der Dawesannuität erhält, beläuft sich auf 950000 Pfund Sterling. Wenn die britischen Truppen zurückgezogen würden, so werde England diese 950 000 Pfund Sterling nicht wett« erhalle». Hierauf ersuchte Wedgewood den Staatssekretär des Aeußeren festzustellen, was England in bar profitieren würde, falls er seine Truppen zurückziehe. Chamberlain erwiderte: Wenn man von der Annahme ausgeht, daß die durch eine Zurückziehung der brstischen Truppen verursachte Verminderung der von Deutschland zu zahlenden Besatzungskosten nicht von anderer Seite durch eine dementsprechende Verstärkung des Besatzungsheeres ausgeglichen würde, so könnte England 22 v. H. des Betrages, den es zurzeit an Besatzungskosten erhält, für Entschädigungsrechnung beanspruchen. Es ist jedoch keineswegs sicher und es ist vielleicht sogar unwahrscheinlich, daß die Truppen, die England ohne Vereinbarung zurückziehen würde, nicht durch Truppen einer anderen Macht ersetzt würden. Zn diesem Falle würde England durch die Zurückziehung seiner Truppen ttichts profitieren. Bifchofswechfel in Stratzburg? Paris, 25. Zuli. Wie der Rumeur zu berichten weiß, soll der Straßburger Bischof Ruch versetzt und zum Erzbischof von Toulouse ernannt werden. Das Blatt, dem natürlich die volle Verantwortung für feine Meldung überlasten werden muß, will in der Entfernung des Bischofs Ruch von Straßburg einen neuen Beweis für die Unterstützung der autonomistischen Bewegung im Elsaß durch den Datikan erblicken. Ruch, der zwar Elsässer von Geburt sei, habe bisher immer einen unbeugsamen Patriotismus bewiesen und habe oen autonomistischen Umtrieben mit aller Kraft Widerstand geleistet. Mit dieser Haltung habe er sich die tödliche Feindschaft des Abbe Haegy zugezogen, in dem man den eigentlichen Inspirator der Autonomisten zu sehen habe. Belohnung der Kolmarer Richter Paris, 26. Juli. (Funkspruch.) Gerichtsrat Mazoyrr, der im Kolmarer Antonomistenprozetz den Vorsitz führte, «st nun mit der gleichen Ehrung bedacht worden, die bereits vor einiger Zei. der Staatsanwaltschaft des Prozeßes, Ober- staatsanwa'.t Fache», erhielt, nämlich eine Brv.izestatue, ü? die Pflichterfüllung darsteüt- Grotze Sympathieknndgebuug für Dr. Rickliu. Stratzbnrg i. Cr., 26. Juli. Nach seiner Freilassung aus dem Cvlmarer Gefängnis begab sich Dr. Ricklin zu Fuß nach der Redaktion des „Elsäffer Kurier", wo ihm ein freudiger Empfang bereitet wurde. Bald wurde die Freilasiung Dr. Ricklins bekannt und es sammelte sich vor den Räumen des ^Kurier" eine größere Menschenmenge an, die bis zur Abfahrt Dr. Ricklins ausharrte und wiederholt Hochrufe ausbrachte. Es wurden aus allen Stadtteilen Blumenspenden für Herrn Ricklin auf die Redaktion gebracht, wo sie dem Gefeierten von Damen in Elsäffer Tracht überbracht wurden. Als Tr. Ricklin den „Kurier" verließ, wurde er von der Volksmenge mit brausenden Hochrufen begrüßt, auf die Schultern genomrnen und zuin Auto getragen, in dem er dann über Mülhausen und Altkirch nach Hause fuhr. In acht weiteren Autos mit rot-iveißen Fähnchen geschmückt, gab eine Anzahl Mh^re Freunde Tr. Ricklin das Geleite. Der lange Autozug e.regte überall Aussehen und als beim Passieren der^vielen Ortschaften die Leute Dr. Ricklin erkannten, brachten sie ihm Ovationen dar. So gestaltete sich die Heimfahrt Ricklins und seiner Freunde zt einem ivahren Triumphzuge. In vielen Dörfern, die der Autozug passierte, hatte die Bevölkerung in elsässischen Fahnen geflaggt. Be- fonoers gewaltig war die Begeisterung in Dammerkirch, wo die Autes kaum durch die Menschenmenge htnourchkamen» Rickftn wurde zum Auto herausgehoben und vom Rathans- platz nach seinem Hause getragen. Er mutzte von der Treppe seines^Hauses herab eine Ansprache halten. Tür Anschluß und Rückgabe Togos. Paris, "25. Zuli. Zn der „Victoire" setzt sich am Mittwoch Gustave Herve mit der französischen Rechten auseinander, die seine Versöhnungspolitik mit Deutschland mit dem Hinweis auf die Wiener Veranstaltungen bekämpft. Es sei gewiß, so führt Herve u. a. aus, daß ein wahrer deutschfffmnzösischer Friede von Frankreich nach der Räumung der besetzten deutschen Gebiete noch! andere Opfer verlangen werbe, oarunter in erster Linie die Zustimmung Frankreichs zum Anschluß von sieben Millionen Deutsch-, Oesterreichern an Deutschlano. Dieser Anschluß sei heute tatsächlich vollzogen, zur Vermeidung diplomatischer Zwischenfälle mit den Alliierten aber noch nicht amtlich angekündigt. Sofern die Außenminister von Frankreich, Italien, Polen und England keine schlechten Außenminister seien, müßten auch sie erkennen, daß Deutschland sich aus dem eigentlichen Deutschland mit 64 Millionen und einem Oesterreich-Deutschland mit sieben Millionen Einwohnern zusammensetze. Der offizielle Anschluß Oesterreichs werde für das republikanische Deutschland eine große Befriedigung der Eigenliebe und des Stolzes fein, ohne an der Wirklichkeit der Dinge etwas zu ändern. Diese Genugtuung müsse Frankreich ohne Zögern an dem Tage geben, an dem das neue Deutschland sie von Frankreich als Unterpfand eines wahren deutschfranzösischen Friedens verlange. Frankreich müsse sich, höchstens mit Italien und der Tschechoslowakei einigen, bevor es Za sage und verlangen, daß das angeschlossene Oesterreich auf ewige Zeiten ebenso entmilitarisiert werde, wie das Rheinland. Zum Schluß setzte sich Herve für die Rückgabe von Togo und Kamerun an Deutschland ein. da das französische Kolonialreich groß genug sei, um diese ritterliche Geste zu gestatten. «Rrrr durch einen Krieg-. Eine tschechische Stimme zur Anschlußftage. Prag, 25. Zuli. Das Wiener Sängerfest als gewaltige Anschlußkundgebung hat in tschechischen politischen Kreisen einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Teilnahme Seoerings und Lö» bes wird in Prag besonders unterstrichen. Die „Rarodni Polttiea" schreibt in einem bemerkenswerten Artikel zur AnschlußfragS so wie die Italiener und die Westslawen ihre nationale Einigung hätten auf oem Schlachtfeld erringen müssen, so werde Oesterreichs Anschluß an das Reich nur durch einm Krieg möglich sein. Die deutschen Sozialdemokraten irrte« sich, wenn sie annehmen, der schloß werde gratis geliefert »»erden. Die früheren Verbündet«» in Europa. 125 Millionen Menschen, seien gegen die den Anschluß bejahenden Reichsdeutschen, Deutsch-Oesterreicher und Ungarn. Was eine solche Zahlendifferenz für einen Krieg zu bedeuten habe, habe Deutschland im Weltkrieg wohl am besten erfahren. Die „Lidove Noviny" sieht in den Wiener Festteilnehmern die deutschen Kleinbürger, das „Kanonenfutter der Hohenzollern". Die Arbeiterschaft hätte sich oen Kundgebungen ferngehalten. Grazer Söngerlage Gründung der steirischen Ortsgruppe des Oesterreichisch» -entsche» Bolksbnudes. , Graz, 26. Juli. Der Sängerbesuch hat in den beides letzten Tagen eine wesentliche Verstärkung erfahren. In der Stadt weilen zur Zeit 6000 deutsche Sänger, die von ihren steirischen Sangesbrüdern durch Graz und in die nähere und weitere Umgebung der Stadt geführt werden. Am Dienstagabend wurden die Neuangekommenen Gäste durch Landeshauptmann Dr. Trintelen und Bürgermeister, stellvertreter Pizia begrüßt. Gleichzeitig erfolgte im Rat- Haus die Gründung der steirischen Ortsgruppe des österreichisch-deutschen Volksbundes. Hierbei fand nach einer Rede des Reichstagspräsidenten Loebe eine spontane Kund- gebung für den Anschluß Oesterreichs an Deutschland statt. Eine große Feier auf dem Freiheitsplatz bildete den Abschluß der Grazer Sängertage. ZN wenigen Motten Zn.n 15. August werden die polnischen Gütertarife wieder um 20 Prozent erhöht. * In Graz wurde eine Ortsgruppe des Oesterreichisch-de«t- schrn Volksbundes gegründet. * Ehamberlain bedauerte aus der Londoner Internationalen Geographentagung die Abwesenheit deutscher Vertreter. * Der Flugzeugabsturz im Rotterdamer Hafen forderte ein Todesopfer. * Bei einem Straßenbahnunglück in Aachen wurden dreizehn Personen verletzt. • Bet dem Absturz eines Frachtflugzeuges auf dem Flug- platz Fürth erlitt der Pilot tödliche Verletzungen. » Ein 'ussisches Kriegsschiff begibt sich nach dem Franz Joseph Land zur Suche nach Amundsen. * I t Ouebee wurde ein angeblich kommunistischer Funksender ent- eckt. E Kellogg hat von Briand eine Einladung nach Paris zur Unterzeichnung des Kriegsverzichtpaktes erhallen. Bei einein Teckeneinsturz im Hanpttelephonamt Weimar wurden 24 Televbonistinnen verletzt. Eine derselben wurde aeiötet. i n H :! . f ^ l I Hl ll- 5 i !: , sk i! |; 11 i. . r Nr. 173. Jahrgang 1928. Daä holländische Außenministerium gepfändet! Haag, 26. Ju'i. iFu.ikspruch.) Ein Beamter der holländischen Gesanütschak^ in Tokio hatte den Staat auf Zahlung einer Schadenersatzsninme verklagt. Da er trotz eines obsiegenden Urteils keine Befriedigung erlangen konnte, hatte er einen-Gerichtsvvllzteher beauftragt, zu pfänden, was auch prompt geschah. Seit vorgestern sind die Gebäude des Auswärtigen Amts und des Königlichen Archivs im Haag gepfändet. Freigabe deutschen Eigenlums durch Portugal Lissabon. 26. Juli. (Funksprnch) Tie portugiestische Regierung hat be'chlossen, die deutschen Besitzungen auf den Kap Berdischcn Inseln und in Pvrtugiesisch-Guinea freizu- gebrn, nachdem bereits früher nrch längeren Verhandlung;» der deutsche Azvrenbesitz freigegeben wurde. Völkerbundsanleihe für Bulgarien Regelung der deutsch-bulgarischen Finanzfragen. Sofia, 25. Juli. Nach Auskünften von unterrichteter Seite hat der Präsident des Finanzkomitees des Völkerbundes, Sir Otto Niemeyer, dem bulgarischen Finanzminister Moloff in London versprochen, die bulgarische Anleihe im September «nter Dach und Fach z« bringen, selbst, wenn zwischen Bulgarien und der Diskontogesellschaft zu diesem Zeitpunkt noch keine Einigung zustande gekommen sein sollte Auf jeden Fall würde das Finanzkomitee des Völkerbundes gegenüber dem Völkerbundsrat die Ansicht vertreten, daß die von der Diskontogesellschaft Bulgarien gewährten Vorschüsse durch andere Einnahmen als die Einfuhrzölle genügend gedeckt sind, insbesondere durch die Einnahmen der Gruben in Pernik und durch die bulgarischen Eisenbahneinnahmen Das Finanzkomitee bildet für die bulgarische Anleihe und ihre sofortige Finanzierung kein Hindernis mehr. Von den 5 Millionen Pfund Sterling wurden 3 Millionen 750 000 Pfund in England und den Vereinigten Staaten und eine Million 250 000 Pfund in Frankreich ausgegeben werden. Zur Regelung dieser Frage will die bulgarische Regierung der Diskontogesellschaft ein Abkommen vorschlagen, das sowohl die von der Diskontogesellschaft 1911—15 an Bulgarien gewährten Vorschüsse, als auch die seitens der bulgarischen Nationalbank während der Kriegszeit bei der Reichsbank hinterlegten Summen einschließen soll. Gleichzeitig damit sollen die • Forderungen der bulgarischen Regierung an die deutsche * Regierung und die Forderung der Diskontogesellschaft a« Bulgarien getegelt werden. Wenn die Diskontogesellschaft sich weigern sollte, ihre Ansprüche mit denen der bulgarischen Regierung an die deutsche Regierung, die öffentlicher Art sind, zusammenzuwerfen, dann würde die bulgarische Regierung Vorschlägen^ den Völkerbundsrat um Einsetzung eines Schiedsgerichtes zu ersuchen. — Zur selben Zeit würden jedoch die nach Gens gehenden bulgarischen Vertreter, voraussichtlich der Außenminister und der Finanzminister, eine Begegnung mit D? Stresemann suchen, da sie mit ihm über die Angelegenheit der Diskvntogesellschast verhandeln möchten. Falls Dr. Stresemann den bulgarischen Vorschlägen günstig gegenüberstehen sollte, so würde die bulgarische Regierung aus Vermittlung der Reichsregierung nocb <>inmal direkt mit de, Diskontogesellschaft verhandeln. Aussprache über die Arbeitslosigkeit im Unterhaus Der Mißtrauensantrag der Arbeiterpartei abgelehnt. London, 26. Juli. In der Dienstagsitzung des Untw Hauses wurde am Schluß der Aussprache über die Frage öei Arbeitslosigkeit, der von der Arbeiterpartei gegen die Re gierung eingebrachte'Mißtrauensantrag mit 331 gegen 15. Stimmen abgelehnt. In der Aussprache erklärte Ministerpräsident Baldwii im Verlauf einer Rede noch u. a., daß der Unterstaatssekre tär im Kolonialministerium demnächst eine Reise nach Kana da unternehmen soll, um die von Kolonialminister Amer gepflogenen Besprechungen über die Möglichkeit einer Ein Wanderung fortzuführen. Weiter kommt Baldwin auf di Vorschläge der Regierung über Erleichterungen für die Kohlenindustrte - - - » Der Laadbote * Stnshrimer Zeitung. zu sprechen. Er betonte dabei, daß die Herabsetzung der Be förderungskosten einen Bestandteil der Regierungsvor schlüge bilden und kündigt das Inkrafttreten dieser Erleich terungen statt für Okto^r nächsten Jahres, bereits für bei Dezember d. I. an. Hchatzkanzter Churchill, der hierau das Wort ergriff, betonte, daß die Regierung eine günstig Wirkung dieser Erleichterung aus die Arbeitslosigkeit er hoffe. Schwedische Verwunderung über Mussolini Stockholm, 20. Juli lFunkspruch ) „Stockholm Stiduin- ßen" äußert am Mittwoch sein lebhaftes Bedauern über Mussolinis Antwort auf die schwelst che Forderung nach unparteilicher Untersuchung der Jtalia - Katastrophe. Man könne kaum glauben, daß Mussolinis hochmütige Worte Ausdruck der allgenieinen Meinung Italiens seien. Durch die italienische Untersuchung hätten weder Nobile noch seine mutigen Begleiter Gelegenheit, sich von den gegen sie ausgesprochenen Verdächtigungen zu reinigen. Weitere Suche nach Amundsen Oslo, 26. Juli. Wie aus Tromsö gemeldet wird, haben die beiden Sachverständigen, Direktor Krugnäs und Devold eine genaue Berechnung angestellt, wo sich die „Latham" jetzt befinden müßte, wenn sie in der Nähe der Bäreninsel notgelandet wäre. Auf Grund dieser Berechnung wird Te- vold sich nach Grönland begeben, um an der Ostseite der Mygge-Bucht sämtliche Depots abzusuchen. „Kraffin" soll weiter nach der Ballongruppe suchen. Kowno, 26. Juli. Wie gemeldet wird, hat sich die italienische Regierung an den russischen Hilfsansschuß mit der Bitte gewandt, daß der „Krasiin" nach Herstellung der Ausbesserungsarbeiten. die Suche nach der Ballongruppe fortsetzen soll. Die Regierung wird dem Eisbrecher zwei Flugzeuge zur Verfügung stellen. Tschuchnowski bleibt bei feinem Bericht. Moskau, 25. Juli. Das „Italia"-Hilfskomitee in Moskau erhielt einen ausführlichen Bericht Tschuchnowskis über die Auffindung der Malmgreen-Gruppe. Von besonderem Interesse ist, daß Tschuchnowski selbst wie seine Begleiter deutlich außer Mariano und Zappi eine dritte Figur gesehen haben. Die Sicht war zwar durch einen Bodennebel etwas unklar, aber die Flughöhe betrug bei der Umkreisung der Malmgreen-Gruppe nur 50 Meter. Man habe außer einem liegenden und einem stehend winkenden Manne in einiger Entfernung von ihnen ein« dritte Silhouette gesehen, die einem liegenden Manne mit ausgestreckten Annen glich. Diese Angaben des Tschuchmowskis-Berichtes werden wahrscheinlich erhärtet durch eine Flugaufnahm«, die von seinem Flugzeug aus während der Umkreisung der aufgefundenen Gruppe gemacht wurde. Die italienische Regierung hat nunmehr offiziell gebeten, die Suche nach der Alessandri-Gruppe durch den „Krassin" fortzusetzen. Sie stellte für oen „Krassin" Kohlen und Proviant bereit. Außerdem dürsten zwei italienische Flugzeuge zur Zusammenarbeit mit dem „Krassin" kommandiert werden. Nunmehr ist endgültig bestimmt, daß der „Krassin" seine Reparatur und Neuausrüstung in Göteborg vornimmt. Rungessers „Weißer Dogel- gefunden? Kopenhagen, 25. Juli. Ein dänischer Axzt, Dr. Wirring in Egtved hat, wie die Rationaltidende mitteilt, am 11. Full an der jütländischen Westküste zwischen Bejrs- und Bloavand ein von einem Flugzeug herrührendes Wrack gefunden. Da es sich um eine silberbronzierte, leinwandbezogene Maschine mit Empfängereinrichtung für drahtlose Telegraphie handeln soll, besteht die Vermutung, daß es ein Teil des Wracks des Flugzeuges sein könnte, mit dem Nungesser und Coli im vorigen Sommer von Paris starteten, um nach Rewyork zu fliegen. Die französische Gesandtschaft hat zwei Photographien des Wrackstückes an den Aeronautischen Dienst in Paris gesandt. Der dänische Meteorologe Speerschneider erklärt, die Möglichkeit sei vorhanden, daß Rungessers „Weißer Vogel", wenn das Flugzeug in den Kanal gestürzt sei, an der Nordküste von Holland entlang nach der jütländischen Küste getrieben worden wäre. Der Klepperbootfahrer Kapitän Römer n«r noch ca. 600 Seemeilen vor Mittelamerika. Der Dampfer „Epidaurs" sandte am 21. Juli folgendes kelegramm: „Verproviantierten Römer 18. Juli 28X Rordlänge, 5SVz Westbreite. Römer und Klepperboot alles wotllani." vow O.SCHNEIDER-FOERSTL „Wie geht es Herrn Helbing?" fragte Ellermann. „Immer das gleiche!" sagte Karsten, dessen Temperatur messend. Er nickte. Vierzig Grad! Das Unausbleibliche würde kommen. Was Menschenkraft vermochte, wollte er tun» hier, wie drüben. Seine Sehnen spannten sich. Der Kranke stöhnte leise auf. während der Doktor mit einem sicheren Griff das Kissen bequemer richtete. Mit einem Lächeln, das nicht das Mindeste von der Sorge, die ihn erfüllte, verriet, reichte er dem Geistlichen die Hand. „Gott befohlen, Herr Kooperator. Wenn Sie hübsch folgsam sind, setzen wir uns über acht Tage wieder in die Laube." Aber Sie müssen recht viel guten Willen haben!" setzte er in bittendem Tone bei. Unten im Hausflur stand Pfarrer Schmitt und wartete, bis Karsten herabkam. „Herr Doktor, tun's mir nichts verschweigen!" bat er, als er in dessen ernstes Gesicht blickte. „Es würde nichts nützen!" sprach Karsten, „wenn ich Ihnen die Wahrheit vorenthielte. Eine schwere Lungenentzündung ist im Anzug. Das Fieber steigt rapid. Ich schicke Ihnen die Schwester, die bei Helbing ist. Wir können dann wechseln. Ich gebe ihr alle Anordnungen. In einer Stunde komme ich wieder herüber und bleibe, wenn nötig, da." Schmitt nickte schweigend und fuhr mit zitternden Fingern über die Augen. Und das Unglück lief und der Tod fletschte die Zähne und sah unschlüssig vom Herrenhaus zum Pfarr- Hof und überlegte kaltblütig, welches Opfer er als erstes wählen sollte. v _ . Am Nachmittag wußte Karsten, daß es schlecht stand. Sern Hoffen sank auf den Nullpunkt. Als er Pfarrer Schmltt eine Andeutung von dem Ernst der Lage machte, sah ihn dieser mit starrem Blicke an. Kein Wort — kein Ton — kein Laut des Schmerzes — nichts! Karsten wandte sich schweigend ab, er konnte diesen Blick nicht mehr ertragen. „Bleiben Sie hier, Schwester," bat er. „Die Nacht über löse ich Sie ab, damit der Herr Pfarrer nicht allein ist mit dem Kranken!" Gegen sieben Uhr, als die Sonne ein breites Goldband durch das Zimmer wob, lag im Pfarrhof ein blasses Antlitz in den Kissen, mit einem Kinderlächeln um den Mund. Kooperator Ellermann war tot. Pfarrer Schmitt kniete vor dem Bett und hielt die erkaltenden Hände seines Lieblings umklammert. „Ludwig!, was hast mir angetan? — Was hast mir angetan?" jammerte er. Tropfen um Tropfen rann auf die erstarrenden Finger des Toten. Dann stand er auf und strich mit zitternden Händen über das geliebte Antlitz. „Tu nur schlafen I Ich tu dich nimmer wecken! An meiner Lieb' hast sterben müssen. Man soll sein Herz nicht so heiß an was Irdisches hängen, darum hat dich mir unser Herrgott g'nommen und mich laßt er leb'n zur Straf! — O, Ludwig!, mein Ludwig!, tu mir's halt verzeihn' daß ich dich so viel gern g'habt Hab'!" Karsten war auf das Tiefste erschüttert, als er kam. Schweigend stand er am Bett des Toten und sah in dessen friedliches Antlitz. Dann brach ein Stöhnen aus seinem Munde. „Ein Stümper bin ich! Nichts als ein elender Stümper!" Er barg wie in tiefster Scham das Gesicht in beide Hände. Pfarrer Schmitt legte in liebevollem Mitleid die Rechte auf seinen Arm. „Herr Doktor, das dürfen's nicht sagen. Unser Herrgott hat's Leb'n in der Hand. Kackn kein's einen Tag dazutun, soll keins eine Stunde wegnehmen. — Alles Wissen ist Stückwerk und jede Macht hat ihre Grenzen. Bloß nicht verzweifeln dürfen wir. Und der Ludwig! der hat heute einen Sonntag wie er noch keinen g'habt hat in seinem ganzen Leben. Ich tu's ihm gönnen die Ruh' und den Frieden, die er sich eingetauscht hat gegen das arme Leben an meiner Seite!" Dabei strich er zärtlich, als lebte der Tote noch über dessen dichtes, dunkles Haar. Karsten biß die Zähne zusammen: „O, du große, heilige Macht der Liebe," dachte er auf's tiefste erschüttert. Die ganze Nacht kniete Schmitt betend am Sterbelager seines Toten. Am Morgen schnitt er alle Blumen, die der Donnerstag, den 26. Juli 1928. Römer begann seine Ozeanüberqnerung bekanntlich am 28. März in Lissabon, mußte jedoch wegen schwerer Küsten- itürme nach seinem ersten Start an der Südspitze von Portugal notlanden. Am 17. April startete er abermals ab Eap Lt. Vincent (Südspitze Portugal) und erreichte in schwerer lltägiger Sturmfahrt am 27. April glücklich die Kanarischen Kriseln. Las Palmas auf den Kanarischen Inseln verließ er am !. Juni und hat nunmehr bis zu seinem Zusammentreffen mit dem Dampfer „Epiüanro" ca. 3000 Seemeilen auf offenem Meere zurückgelegt, eine Leistung, die auch in See- nannskreisen für ganz unmöglich gehalten wurde. Ein starres Holzboot hätte nie durchgehalten, während das kleine zerlegbare Kleppperboot mit seinem elastischen Eschenholz, gerippe und seiner unvergleichlichen Walrvßhaut, allen Bedenken zum Trotz, den GewaAen des Meeres standhielt. Nur wer den kühnen Seemann persönlich kannte, konnte im das Gelingen des tollkühnen Planes glauben. Seine Tat ist ein neuer Beweis deutschen Sportgeistes und hin- sichtlich des Fahrzeuges auch deutscher Wertarbeit. Römer asird nun unter Ausnützung des seiner Fahrt günstigen Golfstromes voraussichtlich Cuba oder Florida anlaufen, um dann an der Ostküste der Vereinigten Staaten entlang sein Endziel Rewyork zu erreichen. Ein deutscher Paddler im Aermelkanal ansgesischt. Paris, 26. Juli. Der Deutsche Gerhard Günther, der von dem englischen Seehafen Hythe ans den Aermelkanal mit einem Faltboot überqueren wollte, wurde nach 3 Stunden, acht Meilen von Kap Griz Rez entfernt bei starkem Sturm, von einem Motorboot an Bord genommen. Vorläufig keine Fortsetzung des französischen Amerikasluges Paris, 26. Juli. Der Amerikaflug des französischen Flte- gerleutnants Paris hat sein vorläufiges Ende gefunden. — Die Untersuchung hat ergeben, daß der Motor ersetzt werden muß. Dadurch wird ein längerer Aufenthalt««»? den Azoren nötig. Obregons Mörder soll nicht -ingerichtet werden Neuyork, 26. Juli. Wie aus Mexiko gemeldet wird, soll der Mörder Obregons jetzt starke Reue über seine Tat zeigen. Er bezeichnet einen gewissen Trejo als den Urheber des Mordes. Die Anhänger Obregons sollen geneigt sein, auf die Todesstrafe zu verzichten, da sie die Ansicht vertreten, daß der Mörder nur das Werkzeug einer Verschwörergesell, schüft gewesen sei. * Attentat in Mexiko? Berlin, 26. Juli. Die „Börsenzeitung" meldet aus Neuyork: „Wie Me Blätter aus Mexiko berichten, erhält sich dort hartnäckig das Gerücht, daß auf den zurückgetretenen Arbeitsminister Morones ein Attentat verübt worden se^ bei dem er durch einen Revolverschub verletzt wurde. Dr. Stresemann laßt sich bei Msaryl anmelden Karlsbad, 26. Juli. Keichsaußenminister Dr. Strese- , mann ließ am Dienstag seine Karte bei Präsident Masaryk abaeben. Durchkührungsbeüimmungen zur Zndustriebelastung Berlin, 26. Juli. In einer 13. Durchführungsverordnung zum Jndustriebelastungsgesetz hat die Reichsregierung weitere Turchsühruugsmaßnahmen getroffen, um ein möglichst' reibungsloses Arbeiten auf diesem' schwierigen Gebiet zu sichern. Zunächst werden Bestimmungen über die Eintragung der öfftenUchen Last derart getroffen, daß die Höhe der Last auch bei Aenderung im Grundbuch klar zu ersehen ist. Die Bank für deutsche Jndustrteobligationen hat nach 8 21 der zweiten Durchführungsverordnung zum Jndustriebelastungsgesetz dafür zu sorgen, daß die Eintragungen auf dem Laufenden bleiben, und daß namentlich bei Erlöschen der Last auch die Grundbuchetntragung gelöscht wird. Weiter wird bestimmt, daß die Abgabe der zur Durchführung der Jndustriebe'astvrig notwendigen Erklärungen nach §202 der Reichsabgabcnordnung erzwungen werden kann. Wer falsche Erklärungen abgibt, macht sich strafbar. In Fällen der Zwangsversteigerung und Bankverwaltung inländischer Grundstücke gilt die Bank als beteiligt. Diese Bestimmung»-! sind aetronen worden, um der Bank die Verfolgung ihrer Garten trug und hüllte ihn damit ein. Als er an der Laube vorbeikam quoll der Schmerz wieder übermächtig in ihm empor. „Ludwig!, was hast mir angetan?" stöhnte er leise. Als die Glocken den jungen Kooperator zu orrave muteten, trug der Morgenwind die Klänge herüber nach der Billa, in der die Fenster von Helbings Zimmer weit offenstanden. Aber der Direktor hörte nichts. In wilden Fieberträumen rief er nach Rolf und Behrens und fragte immer wieder. „Lona, warum soll ich sterben? Was habe ich dir getan?" Lona, die nirgends Ruhe fand, .wenn sie einmal eine halbe Stunde nicht wußte, wie es dem Kranken erging, trat ein. Sie war noch in Trauerkleidern, die ihr Gesicht noch schmäler und bleicher erscheinen ließen, als es war. „Wenn doch Doktor Karsten kommen wollte! sagte, die sonst so tapfere Schwester. „Wenn es mit dem Herrn Direktor so weiter geht, dann stehen Sie m zwei .lagen wieder vor einem offenen Grabe, Fräulein Petersen! Lona krampfte die Hände ineinander. Lei je trat sie ans Bett und sah lange in das fieberglühende Gesicht Helbmgs. „Lona!" flüsterte der Kranke und tastete über die Seide r Decke. Sie griff mit ihren kühlen Händen nach seinen fieber- ißen Fingern. „Sei ruhig. Liebster! Wir gehen zummen. Du mußt nicht allein sterben! sagte sie trostend. Karsten hatte nach der Beerdigung noch nach Lene sehen, als Pe - ftns Kraftwagen vor seinem Garten hielt, e Schwester . e um sein Kommen gebeten. Er nahm h nicht einmal Zeit, Mantel und Zylinder abzulegen und rang eilig in das Auto. Was würde noch alles kommen? !s der Wagen vor dem Tore des Parkes hielt, trat eine oße Gruppe von Arbeitern auf ihn zu. „Wie geht es Herrn Helbing?" fragte Werkmeister Haller. Karsten zuckte die Achsel. „Ich danke Ihnen im Namen eines Freundes für Ihre Teilnahme," sagte er und wollte sch an den Arbeitern vorbeieilen, aber Haller vertrat ihm n Weg und fragte: „Können Sie uns vielleicht sagen, Herr Doktor, warum der >rr Direktor sich erschießen wollte?" Auf Karstens Stirn? schwollen die Adern an, seine Hand illte sich. »Wer sagt das?" rief er. „Das ist eine ganz meine, erbärmliche Lüge!" _ . _ Nr. 173. Jahrgang 1928. E- r E Der Landbote * Sinsheim» Zeitnog. Rechte aus 8 46 des Jndustriebelastungsgesetzes zu erleichtern und den Ersteigerer davor zu schützen, daß er nachtrckg- lich von der öffentlichen Last erfährt, die durch den Zuicklaa nicht er"scht. Das Iiinchener Eisenbahnunglück Ministerpräsident Held zur Schuldsrage. München, 26. Juli. Im Bayerischen Landtag wurde am Mittwoch nachmittag die Interpellation über das Ersenbahnunglück im Münchner Hauptbahnhof beraten. Schon bei Eröffnung der Sitzung hatte der Präsident Dr. Königbauer der Trauer des Landtages Ausdruck gegeben und hinzugefügt, die bayerische Volksvertretung müsse ver- laugen, daß die Ursachen der vielen Eisenbahnunfalle rück- haltlos aufgeklärt und die Sicherheit des Reiseverkehrs aus bayerischem Boden mit allen nur möglichen Mitteln gewährleistet werde. Die Interpellation der Bayerischen Volkspartei wurde von dem Abgeordneten Breitenbach be- zründet, der sich namentlich gegen die Personaleinsparnngs- wlitik der Reichsbahngesellschaft wandte und forderte, daß gegenüber der Sicherstellung des Ver s alle andere« Rücksichten znrückstehe« müche«, ruch die Reparationsverpflichtungen. — Ministerpräsident &elö antwortete, die bayerische Regierung werde dahin wirken, daß nicht nur die Schuldfrage des Einzelfalles geklärt werde, sondern daß darüber hinaus eine umfassende Untersuchung und Aufklärung stattfinde, die sich auf alle Verhältnisse erstrecke, durch die die Unfälle hervorgerufen worden lein könnten und daß aufgrund dieser Untersuchung alle Maßnahmen erörtert und durchgesührt werden, die Unfälle, soweit es überhaupt im menschlichen Vermögen liege, in Zukunft vermeiden lassen. Es herrsche stark die Meinung vor, daß es die Deutsche Reichsbahn an einer umfassenden Klarstellung habe fehlen lassen. Tie Bayerische Staatsregierung gehe mit allen Anträgen des Landtages einig, die daraus abzielen, daß eine weitgehende Untersuchung und Klarstellung stattfindet. Untersucht müsse vor allem auch die Frage werden, ob in der Nachkriegszeit Verbesserungen, Erneuerungen, Um- und Neubauten in einem Umfange erfolgt seien, daß nicht nur die großen Schäden der Kriegszeit wiedergutgemacht, sondern auch dem gesteigerten Verkehr, den Erfordernissen der modernen Zeit und der fortgeschittenen Technik Genüge getan worden seien. Es werde auch an der Frage nicht vorübergegangen werden können, ob die größeren Reparations- lasten, die der Reichsbahn aufgebürdet seien, es nicht erschwert Hütten, daß notwendige Bauten, wie der Um- und Neubau des Münchener Hauptbahuhofes ansgeführt werde« könnte«. Es sei auch der Zweifel berechtigt, ob nicht die straffe Zentralisation des gesamten Eisenbahnwesens, wie sie in der Hauptverwaltung einerseits und dem Reichsverkehrsmini- stertum anknrerseits durchgeführt sei, zu einer Schwächung und Vernachlässigung der entlegeneren Teile des Reichs- bahnvetzes führe. Je nach dem Ergebnis des Reichsver-' kehrsministcriums werde sich die bayerische Regierung ihre tveitere Stellungnahme und die weiteren Schritte Vorbehalten. Me badischen Turner in Köln Gute Ankunft. Köln, 26. Juli. Gestern spät nachmittag sind die an dem deutschen Turnfest teilnehmenden 40llü badischen Turner rnd Turnerinnen in Köln eingetroffen. Die Turner mach- ieu am Nicderwalddenkmal bei Rüdesheim kurze Rast, und legten dann auf fünf Rheinöampfern die Schlußstrecke nach Köln zurück. Ueber die Teilnahme der badischen Turner an dem Kölner Turnfest ist folgendes zu sagen: Am Donnerstagmittag werden 827 Turner und 55 Turnerinnen, die sich aus den Tausenden badischen Turnern und Turnerinnen als die besten herausgestellt haben, mit sechs anderen deutschen Turnkreisen als Kreisgruppe je zwei in den Gerätekämpfen, im Bolksturnen. Schwimmen und Fechten um den Siegerkranz ringen. Am Donnerstagabend findet ein badischer Abend in den Palmensälen der Flora statt. Am Freitag und am Samstag zeigen 1200 badische Turner und 400 Turnerinnen aus zusammen 240 badischen Vereinen ihre Freiübungen, Barren- und Pferdübungen, sowie die Turnerinnen Volkstänze. Im Handball ist die Polizei Heidelberg-Rastatt beteiligt. Bei den Kämpfen der Alten über 50 Jahre wird Baden mehr als 100 Turner stellen, darunter solche, die das 70. Lebensjahr längst überschritten haben. An dem großen Festzug der Deutschen Tin »-' schüft am Sonntagvormittag nehmen 4000 badische Turner und Turnerinnen teil. ...... Me Nordamerika sich den Welthandel verschafft Deutschland der größte Abnehmer amerikanischer Produkte. Von Adolf Himmelsbach. (Schluß.) Früher ivar es für die Vereinigten Staaten ein allgemeines Jagen von Angestellten einzelner amerikanischer Firmen, sich im Ausland für ihre Waren und Produkte Abnehmer zu schaffen, heute aber hat die amerikanische Handelstätigkeit sich einer Revolution unterzogen, die alle früheren Verwicklungen und Ungewißheiten aus dem Wege räumte und der Veremigten-Staaten-Jndustrte ein festes, stabiles Gedeihen verlieh und somit den Wohlstand und die Wohlfahrt des Landes wesentlich förderte. Was die Lage des Welthandels und die Ausfuhrmärkte betrifft, so mutz natürlich die private Lage der Vereinigten Staaten in Rechnung gezogen werden. Eine Anzahl neuer Gründungen wuchsen in diesem Gebiete zu Weltfirmen größten Umfangs empor, wie auch überall in den Vereinigten Staaten Handel nnd Berkehr enorm gesteigert-wurden. Die Fabrikanten der Vereinigten Staaten legen immer mehr großen Wert auf gut ausgeglichenen Verkauf. Sie schenken ihr« vermehrte Aufmerksamkeit den verschiedenen fremden Ländern, die Handelszentrale in Washington wird ihre rechte Hand, ihr Herz für Handel und Verkehr,' dieses trifft in großem Maße den kleineren Industriellen, selbst den Landwirt und den Kaufmann aller Branchen. Tausende von Berichte laufen täglich ein, tausende Berichte gehen täglich aus, was der eine sucht, ist beim anderen gefunden, ein Ausgleich brachte sofort Geschäft, viele Geschäfte dieser Art Ovaren früher verloren gegangen. — Den Dienst -es Büros in Washington, und seiner Filialen, mit Gesandten im Anstande, das Personal in den verschiedenen Aemtern nennt man in Amerika „den Hun- öert-Dollar-Tienst". Dieser Dienst weist darauf hin, daß er sich mehr und mehr von der Theorie freimacht und dafür den praktischen Weg einschlägt, der das eine Ziel hat, den amerikanischen Minen, Farmen, Fabriken, Handelshäusern Geschäfte zu vermitteln. Im wirklichen Sinne bedeutet dieses Büro Geschäftsordnung, Geschäftszentralisierung, neue Verbindungen, genaue Kenntnisse, Materialersparniffe, und wenn nötig geivandte und tatkräftige Hilfe für solche im Notfälle. Sekretär Hoover und seine Vertreter haben den Dienst sehr praktisch ausgelegt. Eine seiner Ideen war die Einrichtung getrennter Abteilungen für die.verschiedenen Warengattungen. Es wird z. B. ein Mann von der Textilindustrie als Leiter der Textilabteilung gewählt, also ein Mann von der Praxis ist in Berührung mit der Textilindustrie und ist imstande, den Handelsagenten tm Auslände genau zu sagen, was die Industrie wirklich braucht und benötigt. Solch ein Mann kennt die schwebenden Probleme der . Industrie und ist daher von großem Nutzen. Und so fallen alle anderen Industrie-Abteilungen nur fachkundigen Männern zu. Bei neuen Verwendungen sendet das Büro mehr spezialisierte Berichte aus und Nese Berichte sind von großer Nutzbarkeit. Berichte davon, wie Geschäfte zwischen dem Ausland und amerikanischen Firmen durch die Erkundigungen und die Tätigkeit der Handelsagenten vermittelt werden, sind unzählig und sehr interessant und geben zu vielfältigen neuen Geschäftsaufnahmen Anlaß. Verträge werden auf Grund dieser Handelsorganisation abgeschlossen, die sonst nie hätten erlanat werden können, dieser Organisation, die allen anderen Ländern ein Vorbild sein sollte, ist es zu verdanken, daß sich der amerikanische Export täglich mehr und mehr verbreitet. Nachstehende Tabelle bestätige die ungeheuren Summen amerikanischen Exportes im Jahre 1927 ausschließlich der Produkte, die in außeramerikanischen Ländern von amerikanischen Firmen verfertigt werden. (Bericht aus „The New- york Times", Newyork April 20., 1928.) 4. 6 . 1. Petroleum und Produkte daraus 2. Automobile 3. Maschinen Ackerbauliche Bergwerk und Pumpe« ■ Metallverarbeitung Druckerei Textil Nähmaschinen Lokomotiven Schriftsetzmaschinen Papiermaschinen Schuhe Fleisch und Produkte daraus Metalle (außer En und Stahls Kupfer Blei Zink Aluminium 6. Stahl 7. Tabak 8. Chemikalien Medizinische Präparate Farben und Färbmittel Toilette-Präparate 9. Elektrische Apparate 10. Gummi 11. Büro-Einrichtungen Schreibmaschinen Rechenmaschinen Registerkassen Filme Photoapparate und Zubehör Sicherheitsrasierapparate 12 . 13. 14. 556000 000 $ 320000 000 „ 280 000 000 „ 86 000 000 a 38000 000 a 19 000 000 „ 11000 000 „ 10 000 000 „ 11 000 000 „ 6 000 000 „ : 4 000 000 „ 4 000 000 „ 1000000 „ '227 000 000 „ 200 000 000 „ 121000 000 „ 13 000000 „ , 13 000 000 „ 9 000 000 „ 174 000 000 „ 157 000000 „ 105 000 000 „ =£0 000000 „ *19000 000 „ 17 000 000 „ 84 000 000 „ 59 000000 „ ' 36 000 000 „ , 19 000 000 „ 9 000 000 „ 6 000 000 „ ±16 000 000 „ 10 000 000 „ 10 000 000 „ Aus Nah und Fern. * Sinsheim, 26. Juli. (Die Hundstage.) Die Hundstage begannen mit dem 23. 3uli und endigen am 23. August. In diese Zeit fallen in der Regel die großen Schul- und Gerichtsferien. Auch wird während der Hundstage die Ernte eingebracht. Die Hundstage haben ihren Namen nach dem Fixstern Sirius im Sternbild des großen Hundes, der in der altägyptischen Religion eine große RolL spielte. Sogenannte Hundstage mit großer Hitze haben wir dieses Fahr schon mehr gehabt als im sonstigen Durchschnitt der Jahre. ^ Sinsheim, 26. Juli. (Was muß man von dem Päckchmoer- kehr wissen?) Das Reichspostministerium hat den Päckchenver- kehr ausgebaut. Obwohl die Neuerung bereits am 8. Juni dieses Jahres bekanntgemacht wurde, erschein! es doch notwendig, noch einmal darauf hinzuweisen. Als Briefpäckchen werden offene und geschlossene Sendungen im Gewicht bis zu 1 Kilo zugelassen. Die Sendungen dürfen 25 Zentimeter lang, 25 Zentimeter breit und 10 Zentimeter hoch oder auch 30 Zentimeter lang, 20 Zentimeter breit und 5 Zentimeter hoch sein. In Rollenform dürfen sie 30 Zentimeter in der Länge und 15 Zentimeter im Durchmesser nicht überschreiten. Die Aufschrift muß den Vermerk „Briefpäckchen" tragen. Die Gebühr beträgt für alle Entfernungen 60 Reichspsennige. Als Päckchen werden offene und geschlossene Sendungen im Gewicht bis zu 2 Kilo zugslassen. Die Sendungen dürfen 40 Zentimeter lang, 25 Zentimeter breit und 10 Zentimeter hoch oder 50 Zentimeter lang, 20 Zentimeter breit und 10 Zentimeter hoch sein. In Rollenform dürfen sie 75 Zentimeter in der Länge und 10 Zentimeter im Durchmesser nicht überschreiten. Die Aufschrift muß den Vermerk „Päckchen" tragen. Die Beförderung erfolgt durch die Paketpost und die Zustellung durch die Paketzusteller. Daher ist die Gebühr auch niedriger als für Briefpäckchen, sie beträgt 40 Reichspfennige. Bei diesen Päckchen sind Einschreiben, Nachnahme und auf Verlangen auch Rückschein zugelassen, nicht dagegen Wertangabe. — Bei beiden Arten von Päckchen sind Ueberschreitungen der Ausdehnungsmaße bis zu einem Zentimeter zugelassen. Die Sendungen dürfen briefliche Mitteilungen enthalten. Die Aufschrift kann auf der Umhüllung stehen oder aufgeklebt oder befestigt sein. Für Verlust oder Beschädigung wird kein Ersatz geleistet. * Waibstadt, 25. Juli. (Verschiedenes.) Am verfl. Sonntag konnten August Stumpf Bahnarbeiter a. D. und dessen Ehefrau Stephanie Stumpf geb. Wittmann ihr goldenes Ehejubiläum begehen. Am Bormittag fand eine erhebende kirchliche Feier statt, wobei Herrn Stadtpfarrrr Kreuzer eine schöne, allen Teilnehmern tief zu Herzen gehende Ansprache hielt. Er erteilt« dem Jubelpaar den erzbischöflichen Segen, verlas ein Glückwunschschreiben des Herrn Erzbischofs von Freiburg und überreichte ein schönes Erbauungsbuch. Die Iubilare erfreuen sich bester Gesundheit und ist Herr Stumpf 77 Jahre und seine Ehefrau 71 Jahre alt. Die Einwohnerschaft nahm herzl. Anteil an dem seltenen Fest. — Am kommenden Sonntag veranstaltet der hiesige Musikverein bei günstiger Witterung im Mühlbergwald ein Waldfest. Das Fest findet wie früher in der ■•W i Donnerstag, den 26. Juli 1928. Nähe des Schützenhauses statt. Für Unterhaltungen aller Art für Speise und Trank ist Fürsorge getroffen. t Neckarbischofsheim, 25. Juli. (Turnverein.) Bom hiesigen Turnverein nehmen 6 Personen am Deutschen Turnfest in Köln teil. Dieselben sind gestern abend hier weggefahren und benützen heute den Sonderzug des 10. Turnkreises ab Heidelberg bis Rüdesheim. Bon da ab erfolgt die Weiterfahrt auf dem Rhein mit einem Dampfer. t Neckarbischofsheim, 25. Juli. (Verhaftet) wurden in Waibstadt zwei von auswärts zugereiste Stoffhändler, weil sie in einem dortigen Hotel unter falschem Namen gewohnt und ohne Genehmigung den Hausierhandel betrieben haben. Hierunter befindet sich der beim hiesigen Mufikfest bekannt gewordene angebliche Saxo-Borusso — Baron von Schieving — wie er sich nannte. Seine Begleitperson wird von verschiedenen Behörden' wegen verschiedener Vergehen gesucht. % Helmhof, 22. Juli. (Wasserleitung.) Die Frage der Wasserversorgung vom Helmhof, soweit der Hess. Helmhof in Betracht kommt, hat die Stadtgemeinde Wimpfen schon seit langer Zeit beschäftigt. Wenn die Angelegenheit seither noch nicht ins Stadium der Verwirklichung getreten ist, so lag dies meistens an dem Umstand, daß die Lösung der Quellenfrage keine einfache war. Der Hess, und bad. Helmhof hat nun zusammen 2 Projekte ausarbeiten lassen und zwar: Quellenversorgung von Unterbiegelhof aus, Wasserversorgung durch eine Tiefbrunnenanlage. Pläne und Kostenvoranschläge liegen bereits vor. Die Stadtgemeinde Wimpfen beabsichtigt zunächst den badischen Hclmhof bezw. die Stadtgemeinde Neckarbischofsheim zu einer grundsätzlichen Zustimmung zum gemeinschaftlichen Bau der Wasserleitung zu gewinnen und hat zu diesem Zwecke die Projekte zur Beschlußfassung dem Gemeinderat Neckarbischofsheim zur Vorlage gebracht. Der Gemeinderat Neckarbischofsheim hat also jetzt das Wort zu der Wasserversorgung, dessen Entschließung hoffentlich nicht noch länger hinausgeschoben wird. t Bad Rappenau, 25. Juli. (Verschiedenes.) Das Kurfesh findet am Sonntag, den 19. August unter den Linden statt. Das Fest wird auch in diesem Jahre wieder insonderheit ein Fest der Jugend werden. Mit einem Brillant-Feuerwerk am Abend werden die Veranstaltungen dieses Tages ihren Abschluß finden. — Am verflossenen Sonntag besuchte der Posaunenchor aus Helmstadt seinen Gründer und Dirigenten Kaufmann Karl Brenner hier. Bei diesem Anlaß brachte der Chor den Kindern des Stuttgarter Kinderheims ein wohlgelungenes Ständchen. Jung und Alt erfreute sich an den accordreichen Choralmelodien und alten Volksweisen. Gegen 11 Uhr fand sich der Chor vor dem Sanatorium ein und erfreute auch dort Jung und Alt. Um 2 Uhr ging dis Reise weiter ins Neckartal. Es wäre nur zu begrüßen, wenn auch weitere Chöre dem schönen Beispiel folgen würden. . * Eppingen, 25. Juli. (Turnverein.) Heute nacht 1 Uhr haben die hiesigen Turner und Turnfreunde — im Ganzen 29 Personen — die Reise zum 14. Deutschen Turnfest in Köln angetreten. Ein Postauto und 3 Privatautos brachten die Teilnehmer nach Breiten, von wo aus die Festbesucher des Oberen Kraichturngaues gemeinsam im Sonderzug bis Rüdesheim fahren. Nach Besichtigung des Niederwalddenkmals geht die Fahrt gemeinsam mit den badischen Turnern auf einem Dampfer nach Köln weiter. x Adelshofen, 25. Juli. (40 jähriges Dienstjubiläum.) Am vergangenen Sonntag feierte Die hiesige Gemeinde ein schönes Fest zur Ehrung der Hebamme, Frau Marie Seitz anläßlich ihres 40 jährigen Dienstjubiläums. An der Feier beteiligten sich der Gemeinderat, die Hebammen des Bezirksvereins Sinsheim und eine große Anzahl Frauen hiesiger Gemeinde. Die Vorsteherin des Hebammenverbandes, Frau Brecht-Huttenheim, gedachte zuerst der, Jubilarin und verwies auf den schweren und verantwortungsvollen Beruf der Hebamme. Sie heftete der Jubilarin eine vom Hebammenverband gestiftete goldene Medaille an die Brust in Anerkennung ihres langen und segensreichen Wirkens. Herr Bürgermeister Hettler dankte der Jubilarin für die treue Pflichterfüllung ihres schweren Berufes und gab an Hano eines Auszuges aus den Geburtsregistern vom Jahre 1886 bis heute bekannt, oaß die Jubilarin während dieser Zeit bei 756 Geburten zuglegen war und durch ihre Tüchtigkeit und Ausdauer jederzeit glückliche Hand hatte. Er überreichte der Zubilarin ein vom Gemeinderat bewilligtes Geschenk. A Reckargemünd, 25. Juli. (Der Senior der hiesigen freiwilligen Feuerwehr), Maurermeister Gustav Illenberger, ist vorgestern abend gestorben. Er erreichte ein Alter von 72Va Fahren und war wohl der älteste aktive Feuerwehrmann des Feuerwehrkreises Heidelberg, der selten bei einem Feuerwehrfest fehlte. Fm März 1875 eingetreten, gehörte er ihr 53 Jahre ununterbrochen an. Er war Inhaber des Ehrenzeichens für 25- und 40 jährige Dienstzeit unü erhielt am 27. Juni 1926 bei dem Feuerwehrfest in Waibstadt das Ehrenkreuz für 50 jährige treu» Dienstzeit. Das hiesige Fsuerwehrkorps wirs ihn mit allen Ehren bestatten. % Mönchzell, 25. Juli. (Bom Wagen geschleift.) Dieser Tage kam der Sohn des Landwirts Josef Harth unter den mit Erbsenstroh beladenen Heuwagen, sodaß er mit dem Rad fortgeschleift wurde unü dadurch am Kopf erhebliche Verletzungen erlitten hat. £ Heidelberg, 25. Juli. (Unfall mit Todesfolge.) Der Vorarbeiter Wilh. Schäffler, wohnhaft Rohrbacher Straße 64, hier, wurde am 24. 7. 28 bei Vornahme von elektrischen Arbeiten auf einem Mast der Starkstromleitung Ecke Zeppelin- unü Husarenstraße vom elektr. Strom getötet. Er wurüe von der herbeigerufenen Berussfeuerwehr vom Mast entfernt. Angestellte Wiederbelebungsversuche der Sanitätswache waren erfolglos. Me Ursache des Unfalls dürfte darin zu suchen sein, daß vor Beginn der Arbeiten der Starkstrom durch den Getöteten nicht völlig abgestellt wurde. % % Heidelberg, 25. Juli. (Lebensrettung.) Der Polizeibericht meldet: Der verh. Maschinenschlosser Johann Kugler, wohnhaft Rohrbacher Straße 75 hier hier, hat am 22. 7. 28 gegen 19.30 Uhr am rechten Neckarufer, unterhalb der Friedrichsbrucke, bei der ehcm. Schwemme, ein 7 Jahre altes Mädchen und einen 12 Jahre alten Jungen vom Tode des Ertrinkens gerettet. * Leimen, 25. Juli. (Unglücksfälle.) Der Leiter ser großen Transformatorenstation, Isemann, wollte nach einer gemeloeten Störung in Ser Stromzufuhr Nachsehen, wobei ihm die elektrischen Flammen schwere Brandwunden zufügten. — Der Sohn des Pflästerermeisters Schrumpf verlor die Herrschaft über sein Motorrad, stürzte und zog sich einen doppelten Schädelbruch zu. An seinem Aufkommen wird gezweiselt. t Münzesheim. 25. Juli. (Ein Brand.) In dem Doppel- wohnha»ls des Emil Burkhardt und des Johann Gabriel brach auf noch nicht aufgeklärte Weise Feuer aus, das das Anwesen in Asche legte. Der Schaden ist erheblich, doch durch Versicherung größtenteils gedeckt. ** Heidelberg, 26. Juli. (Tob an der Starkstromleitung.) Lei der Vornahme von Arbeiten auf einem Mast der Starkstromleitung wurde der 36jährige unverheiratete Vorarbeiter Wilhelm Schüffer durch den elektrischen Strom getötet. An dem Unglück soll Schaffer selbst schuld sein, da er den Starkstrom nicht völlig abstellte. ** Uissigheim, bet Tauberbischofsheim. 26. Juli. (Feuer). Das landwirtschaftliche Anwesen des Johann Zipprich ist einem Brand völlig zum Opfer gefallen. Nur ein Teil des Nr. 173. Jahrgang 1928. D» Laudbote ♦ Sinsheim er Seitmrg. Donnerstag, den 26. Juli 1928. lebenden Inventars konnte gerettet weroen. Der scyaoen Ist umso bedeutender, da das vernichtete Anwesen erst durchrepariert und vergrößert worden war. Tie Entstehungs- Ursache ist noch nicht geklärt. ** Boxbcg, 26. Juli. (Ein Taubstummer vom Schnellzug getötet.) Ter 'taubstumme Maurer Oskar Greulich von Epp- ling enarbeitete am Umbau der Eisenbahnbrücke bei Ger- lachsheim. Anscheinend infolge seines Gebrechens wurde er auf das Signal des Wachtpostens nicht aufmerksam,- er wollte über das Geleise springen, als gerade der Schnellzug von Würzburg daherbrauste. Greulich wurde von der Maschine erfaßt und etwa 20 Meter weit auf das Brückengerüst geschleudert. wo er tot liegen blieb. ** Oberharmersbach bei Offenburg, 26. Juli. lUnfälle bei der Holzarbeit.) Als eine Abteilung Waldarbeiter mit Hilfe eines Drahtseiles Stammholz aus dem Hochwald an den Weg schaffen wollte, stiirzte der 29jährige Waldarbeiter Schnaiter so unglücklich auf eine Axt, daß er eine tiefe Wunde am Oberschenkel öavontrug. Schlimmer war ein Unglücks- sall am Nachmittag. Ein Stamm kam ins Gleiten und der verheiratete Wilhelm Spitzmüller wurde von dem Seilende durch einen heftigen Schlag zu Boden geworfen. Aus einer tiefen Wunde hinter der linken Stirngegend floß in Strömen das Blut. Der Schwerverletzte wurde ins städtische. Lronkenbau« Olienbura übertübrt. ** Gcngeubach, 26. Juli. (Brand im Oberrheinischen Sägewerk.) Dienstag abend war im Oberrheinischen Sägewerk hier Feuer ausgebrochen, das sehr schnell das Dachgeschoß des Maschinenhauses in Flammen hüllte. Während bas Maschinenhaus selbst aus Beton und Steinen ausgeführt ist, war der Dachstuhl aus einer Holzkonstruktion, und er bot deshalb mit dem darin lagernden, zur Heizung des Dampfkessels dienenden Sägemehl dem Brande reiche Nahrung. Die anfänglich drohende Gefahr einer Keffelexplosion wurde durch rechtzeitige Ventilöffnung vermieden. Durch das schnelle Eingreifen einer Reihe von Feuerwehren konnte das Feuer auf das Maschinenhaus lokalisiert werden. ** Reuenburg, 26. Juli. (Schlechte Heidelbeerernte)^ Die Heiöelbeerernte im Elsaß ist dieses Jahr so gut wie gar nichts. Der Frühjahrsfrost hat die Heidelbeeren in den Wäldern und auf den Höhen fast vollkommen zerstört. ** Vom Bodeusee, 26. Juli. Den Bodensee durchschwommen .hat auf der Strecke. Langenargen—Arbon am Sonntag der junge Schwimmer Arnold Berchtold in Frasnacht, Mitglied des Schwimmklubs Arbon. Er startete in Langenargen vormittags 6.46 Uhr und erreichte Arbon um 11.(0 Uhr. Er brauchte somit für die 12 Kilometer in der Luftlinie messende Strecke 4M Stunden. Der Schwimmer verzeichnete einen Gewichtsverlust von rund 6 Pfund. — Ein deutscher Schwimmer, Kroser von Ravensburg, durchquerte den Bodensee auf der Strecke Friedrtchshafen—Romanshorn. Der Schwimmer verließ Friedrichshafen um 9.50 Uhr und kam in Romanshorn um 15.15 Uhr an. Ein dritter Schwimmer, ein- Schafshausener, steckte sich sogar das Ziel, die Strecke Romanshorn— Friedrichshafcn und zurück ohne Pause zu schwimmen. Ter kühne Mann, der Yai Uhr morgens beim Jnseli in Rvmanshorn startete, legte indeß bloß 2 Kilometer zurück und gab dann auf. ** München, 26. Juli. (Frevelhafter Bahnanschlag). Die lieichsbahndirekiion teilt mit: Der von München zum Aüs- >efserungswerk Freimann fahrende mit 40 Arbeitern besetzte Zermittlungszug 4025 fuhr am Montag bei der Einfahrt in >en Bahnhof Freimann etwa 180 Meter vom Betriebsge- ände entfernt, auf einen von fremder Hand in frevelhafter Leise auf den linken Schiencnstrang gelegten Bremsschuh, ier von der Lokomotive auf die Seite geschleudert wurde, kchaden ist nicht entstanden. Ter küujtige Spiclplan der Festspiele. " Heidelberg, 26. Juli. Die Festspiele im Heidelberger Schloß sollen auch in den kommenden Jahren durchgesührt werben, wobei man auch aus eine staatliche Unterstützung hofft. Für das Goethejahr 1932 ist die Aufführung des ganzen Faust in Aussicht genommen. Ferner ist für die nächsten Jahre auch au eine Opernaufführung gedacht und zwar sind dafür Webers Freischütz und Mozarts Don Juan in Aussicht genommen. Ende des Kollnauer Liebesdramas Freiburg, 26. Juli. Ueber die Flucht des Mörders der Ka- wline Lohneisen und sein Selbstmord wird uns noch berich- et: Vögtle, der nach der Ermordung der kaum 18jährigen laroline Lohneisen alsbald aus Kollnau verschwand, tauchte im Dienstag gegen Mittag in Freiburg auf: zwei Bewoh- rer aus Kollnau, die seiner ansichtig wurden, benachrichtigen die Polizei, die unverweilt seine Verfolgung aufnahm. Lin Auto benützend, flüchtete Vögtle über die Straßen des Stadtteils Stühlinger nach dem Exerzierplatz und Moos- vald. Schutzleute zu Fuß, zu Pferd und im Kraftwagen, die hm auf den Fersen waren, kreisten ihn ein. Bon der Ahnung erffüllt, daß es für ihn kein Entrinnen mehr gab, kehrte der Flüchtling im Walde, den er auf eine kurze Strecke betreten hatte, wieder um, eilte aus die Lichtung, zielt sich einen Revolver an die Stirne und drückte los. Tie stugel führte seinen augenblicklichen Tod herbei. Die von Lögile in Kollnau getötete Karoline Lohneisen wohnte bei ihrem Schwager, der an dem verhängnisvollen Tage frühzeitig mit seiner Frau zur Arbeit ging, die Schwägerin Ko- roline sollte die Arbeit erst eine Stunde später aufnehmen. Nach dem Weggang des Schwagers überraschte Vögtle das illein in der Wohnung in ihrem Zimmer zurückgebliebene Mädchen, von dem der aufdringliche Liebhaber vermutlich bittere und abweisende Worte zu hören bekam. Möglicherweise hat Vögtle dem unglücklichen Mädchen den tödlichen Kopfschuß und den Stich auch ohne vorausgegangene Aus- einanderseüuna beiaebracht. In die Jauchegrube gestürzt und ertruukc.». Rhina, 26. Juli. Am Dienstagabend ist das dreijährige töchterchen des Gasthofbesitzers „Zum Bischof" der Familie kchlageter in die Jauchegrube gestürzt und ertrunken. Raubüberfall in der Städtischen Sparkasse. Chemnitz, 26. Juli. Am Dienstagnachmittag betrat daS Kassenzimmer der Zweigstelle der Städtischen Sparkasse in der Hainstraße ein unbekannter Mann, der mit einem Revolver hie beiden anwesenden Kassenbeamten bedrohte. ES gelang ihm, aus einem Kassenschrank ungefähr 5000 Mark Mr erbeuten und unerkannt zu entkommen. Bei lebendigem Leibe geröstet. Prag, 26. Juli. In der Gasanstalt in Hotzenplotz ereignete sich ein tragischer Unglücksfall. Ein Arbeiter, der nachts allein bei einem noch in Glut befindlichen Kokshaufen arbeitete, wurde anscheinend von einer Ohnmacht befall len, so baß er auf den glühenden Haufen siel. Da niemand da war, der ihm Hilfe bringen konnte, wurde er bei lebendigem Leibe geröstet. Man fand seine zum Teil verkohlte, furchtbar verstümmelte Leiche erst in den frühen Morgenstunden Die Arlbergstrecke wieder fahrbar Innsbruck, 26. Juli. Vorgestern wurde auf der durch einen Dammrutsch unterbrochen gewesenen Arlbergstcecke der Personenverkehr in völlem Umfang wieder ausgenommen. Die Gleise der Bahnstrecke wurden gegen den Berg hang zu verlegt. Es war insgesamt eine Erdbewegung voi 5000 Kubikmeter erforderlich. Folgenschwere AMsfM Ei« Reichswehranto verunglückt. Elf Soldaten verletzt. Halle a. S, 26. Juli. In der Nähe von Stadt Ilm verunglückte auf der Nndolstädter-Straße ein mit 11 Soldaten besetztes Auto der Reichswehr. Der Kraftwagen ging mit ziemlicher Geschwindiak«it in die Kurve, die dem Fahrer anscheinend nicht bekannt war, und ttberschlug sich. Zwei Mann wurden schwer und neun leicht verletzt. Tie beiden Schwerverletzten wurden in das Arnstädter Krankenhaus gebracht. Deckeneinstnrz im Hanptsernsprechamt Weimar. Weimar, 26. Juli. Mittwochvormittag stürzte die Decke ies Fernsprechsaales im Hauptpostamt Weimar ein, als ;wei Maler auf dem darüber befindlichen Oberboden arbei- t-t-n fiem Saal waren 25 Televbonistinnen tätig, die unter den Trümmern begraben wurden. Ter aufstchtfüh^ rende Obersekretär Wolf war sofort tot. Mehrere Tele- ihonistinnen wurden verletzt, oder erlitten Nervenchocs. Sie mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Feuerwehr und Statsanwaltschaft waren umgehend zur Stelle. Großes Straßeubahnunglück in Aachen. Zwei Schwer- nnd elf Leichtverletzte. Aachen. 26. Juli, i Funkspruch.) Mittwoch vorMfTtag, kurz nach 8 Uhr, ere'anete sich in Aachen-Rothe Erde ein schweres Straßenvahnunglück. Ein Straßenbahnwagen der Linie 18 mit zivei Anhängern geriet am Ausgang der abschüssigen Straße, wo die Ersenbahnunterführung am Ende in einer scharfen Linkskurve weiter läuft, aus dem GleiS und fuhr gegen ein Haus in der Rvttstraße. Der mit 22 .Personen besetzte Wagen stürzte um und wurde stark beschädigt. Sämtliche Scheiben sowohl im Triebwagen wie in den Anhängern sind zertrümmert. Die sofort alarmierte Feuerwehr holte aus dem gestürzten Wagen die Fahrgäste heraus und brachte dreizehn Verletzte, darunter zwei Schwer, vexletzte, in die Krankenhäuser. Absturz eines Frachtslugzenges. Nürnberg, 26. Juli. Mittwochmittag gegen halb 12 Uh» ist auf dem Flugplatz Fürth ein Flugzeug der Luft-Frako Berlin (Internationales Luftfracht- und Maklerkontor) mit dem Flugzeugführer Walter Rotte abgestürzt. Das Flugzeug wurde schwer beschädigt. Der schwerverletzte Flugzeugführer ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Das Flugzeug hatte nur Fracht an Bord und war vom Flugplatz Fürth nach Berlin gestartet. eDr Flugzeugführer versuchte ,«scheinend wegen Motordefektes den Flugplatz in einer Linkskurve wieder zu erreichen, wobei das Flugzeug über den Flügel abrutschte. Schweinemarkt in Bruchsal vom 25. Juli 1928. Angefahren wurden: Milchschweine 76, Läufer 22. Verkauft wurden: Milchschweine 60, Läufer 14. Höchster Preis für Milchschweine Paar 34.—, für Läufer 60 — NM Häufigster n n ii n 26. , „ „ 54. „ Niedrigster „ „ „ „ 22- „ „ 48.- „ Neueste amtliche Kurse mitgeteilt von der Pereinsbank, e. <5. m. b. H. Sinsheim vom 26. Juli 1928. ««leihe»: AblSfungSfchuld mit Auslosungsschein ' ohne Auslosungsscheln . in oio 51,30 17»/» va»»a»ti« »n Bad. Bank . .... 165Vt Darmstödter- und Natlonalbanl 269 Deutsche Bank . . . , i»l Deutsche BereinSbank . . 103 Dresdner Bank .... 162 »/* Mitteldeutsche Eredttbank > . 1880s Reichsbank .... r«5>/, Rhein. Sredttbank . . . >27 Südd. DiSconto Ges. . . . ISS Cementwerk Heidelberg . . >35 Daimler Motoren . . .101 Dtfch. Gold» un Silberscheide. Alt Elektr. Licht und Kraft . .■ — Emaill.und Stanzwerk Ullrich . lio, Farbenindustrie . . . >5? Gritzner Maschinen Durlach . 130 Karlsruher Maschinen . . — Knorr Hellbronn . . .14» Mainkrastwerke Höchst . , H6 Neckarsulmer Fahrzeuawerke . 57 Schubert Elektr. Nürnberg . 19z Setltnduprte Wolfs ... »5 Südd. Zucker . . .150 Zellstoff Waldhof Stamaktten . 882 Aktien deutsch«»' Berg« erd». Aktie» In Old t arpener Bergbau . . — alt Wefteregeln . . . — MauueSmannröhrenwerke. . 12s ManSseldcr Bergb. u.Hüttenw loei/s vberfchl. Eis-nb. Bedarf . . - Phönix Bergbau u.Hüttenbetrieb Si»/t «azwerk Hellbronn . . .19» verleinigte Königs« Laurahütte — Aktie» i»d»ftr. U»ter»eh«>«»ge»: in a/o Allg. Elektr. Stammaktien. . 169 Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad. Maschinen Durlach . . 170 Draneuertaust alten: amburg. Amertt. Paketsahrt stdelberg. Straßen-u.Bergbahn Norddeutscher Lloyd . . in a,» 162,25 62 I5i-/4 Deoifen: Geld New.Dork l Dollar 4 185 6 London 1 Pfund 80.3 t t olland 100 Gulden 168.39 chweiz 100 Kranes 80,585 Wie» 100 Schilling 5» 04 Paris 100 Franc 16.37« Italien 100 Lire s 1,906 Brief 4.1,36 20,38 108,73 80 745 5» 1« 16 416 21.945 Wetterbericht. 'Karlsruhe, 25. Juli. Das Uebergreifen der Randwellen der finnischen Zyklone auf unser Gebiet hat in den Norö- westteilen heute morgen Bewölkung und strichweise Regen gebracht. Das neue zwischen Island und England vorsto- ßenöe Tiefdruckgebiet wird in der nächsten Zeit voraussichtlich einen Einfluß auf unsere Witterung gewinnen, wobei weiterhin wolkiges, aber zunächst noch vorwiegend trockenes Wetter zu erwarten ist. Wö einst Vater und Mutter kauft heute auch das junge Paar die gediegene Wohneinrichtüng. Unsere berühmte Leistungsfähigkeit wird bestätigt durch die täglichen Massenverkäufe nach allen Orten. Unser Teilzahlungssystem ist bekannt großzügig und anerkannt günstig. Besichtigen Sie unsere vorbildliche Sonderschau! Sie werden Ober Preis und Auswahl erstaunt sein! Wir b»Ingen heute neue Beweise: 1 Klelderechrank mit Kristallspiegeltüre, mit Planoband, geschweiftes Kopfstück mit Perlstab u. Schnitzerei, mit Schubkasten, Hutfach u. Messingstange, schwarz. 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