«tretet täglich M» Ausnahme der Feiertag«. Bezugs-Preis: Durch diePost bezogen und durch tat Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goldmark 1.6V Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. Kn Fällen von höherer Gewalt gesteht kein Anspruch auf Liefer- ang der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit 1/28 bis 5 Uhr Sonntags geschloffen. Gernsprech-Anschlutz Rr. 466 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6SV6 Dev Landbote Änskeimer Deneral-Anzelger für das Zeitung Äsenz-unö 5ckwarzbacktal Heltesl» >m«1 verbreitetst« Leitung clieker Gegenct. k)aupt-)4n)eigen-8iLtt HULedeutUck,» Sei lagen: Neu« Illustriere» » Nu» Sem Reich der (ßodt » Ratgeber für ks»u»- und Landvirtlehoft Anzeigen-Preise. Anzeigen: Die 33 mm t>re*ts Millimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen: Die 92 mm breite Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- unt Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffester Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rech- nungsdalttm oder bei gerichtlicher Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 0 Uhr vormittags; größere Anzeige» müssen am Tage vorher ««*■ gegeben werden. Bank-Konto: Vereinsbank Sinsheim «. G. m. b. L. M 174. Freitag, den 27. Juli 1928. 89. Jahrgang Die Wage der Besatzung. Das französische Auslieferungsverlangen von deutscher Seite bestätigt Berlin, 27. Juli. Wie die „T.-U." von unterrichteter Stelle erfährt, trifft es zu, daß die französische Besatzungsbehörde an die deutsche Negierung das Verlangen gestellt hat, die am 11. Juli d. I. vom französischen Kriegsgericht in Landau unter der Anschuldigung, die französische Fahne von dem Offizierskasino in Zweibrücken herabgerisien zu haben, in Anwesenheit zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilten drei deutschen Staatsangehörigen Weiß, Schimmel nnd Lntz, ferner den wegen des sogenannten Maximilians««» Zwischenfalls z« zwei Jahren Gefängnis »nd 200 Franken Geldstrafe verurteilten Arbeiter Merz ansznliefern. Nach Artikel 112 Absatz 3 der Reichsverfaffung darf an sich kein deutscher Staatsangehöriger an eine fremde Regierung ausgeliefert werden, aber der Artikel 1 des Rheinlandabkommens hebt diese Bestimmung auf, so daß die deutsche Regierung, wenn sich die Forderung der Besatzungsbehörde als gerechtfertigt erweist, zur Auslieferung der deutschen Staatsangehörigen verpflichtet wäre. Eine Entscheidung der deutschen Regierung ist aber noch nicht gefallen. Es finden vielmehr noch Besprechungen innerhalb der beteiligten Reichsressorts und der Länderregierungen statt, in denen geprüft wird, ob die Voraussetzungen für die geforderte Auslieferung gegeben sind. Zu dem Auslieferungsbegehren der französischen Militärbehörden wird erklärt, daß Deutschland diesem Begehren Folge leisten wird. Deutschland habe sich an die vertraglichen Bedingungen zu halten, die ihm auferlegt worden seien. * Bedauerlicherweise kann die deutsche Regierung auf das französische Auslieferungsbegehren keine andere Antwort geben, solange die unterschriebenen Verträge zu Recht bestehen. Es war daher zu erwarten, daß die obige Antwort erteilt wurde. Trotzdem muß darauf hingewiesen werden» daß die Auslieferung in Deutschland größte Empörung hervorruft. umsomehr als von französischer Seite immer wie- der erklärt wird. daß die Besatzung nur eine „Touristenarmee" sei und keinerlei Drangsalierung der Bevölkerung. Tie drei Fälle, in denen die Besatzungsbehörden die Auslieferung der Deutschen verlangen, beweisen, daß das Gegenteil der Fall ist. Sie zeigen auf das kraffeste, daß die Besatzungsbehörde immer wieder unerträgliche Zwischenfälle im Besatzungsgebiet schafft, die aus die Dauer unerträglich ist. Es ist daher an der Zeit, daß sich Frankreich endlich auf seine europäischen Pflichten besinnt und dafür Sorge trägt, daß die zur ständigen Störung der deutsch- französischen Beziehungen beitragende Besatzungsbehörde verschwindet. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß trotzdem wlitische Differenzen zwischen den Behörden nicht bestehen, mdererseits die gesamte deutsche Bevölkerung doch durch »»artige Zwischenfälle immer wieder gegen Frankreich eingestellt wird und damit die Ueberzeugung erhält, daß die ranzösische Verständigungspolitik nicht ernsthaft gemeint sein iönne, und daß die französische Unterschrift unter den Kel- logg-Bertrag nur formale Bedeutung besitzt. Gin „Ansporn" zur Räumung Berlin. 27. Juli. Die „Boffische Zeitung" bezeichnet daS französische Auslieferungsverlangen im Zweibrückener Flaggenzwischenfall als einen „Ansporn zur Räumung". Mit diesem Auslieferungsbegehren könne die ganze Arbeit französischer Verständigungspolitiker lahmgelegt werden. Es sei nicht möglich, daß auf die Dauer Millionen deutscher Staatsbürger unter einem Ausnahmegesetz, wie es doch das Rhetnlandabkommen sei, leben. Dieses Abkommen sei vor Loearno geschloffen worden und paffe nicht mehr in die heutige Zeit. Die Rheinlandbesetzung selbst habe keine Daseinsberechtigung. Das habe erst recht wieder bas Auslie- ferungsbegehren gezeigt. Die Räumung sei ein zwingen, des Gebot. Rur ein Weg: Räumung. Das ftanzöfifchr Avslirferimgsbegehren. Die Meldung, daß die französische Besatzungsbehörde an die deutsche Regierung das Verlangen gestellt hat, die drei deutschen Staatsangehörigen auszuliefern, die in Abwesenheit zu fünf Jahren Zuchthaus von dem französischen Kriegsgericht in Landau wegen angeblichen Herunterreißens der französischen Flagge von dem Offizierkasino in Zweibrllcken verurteilt worden sind, wird nunmehr von den Berliner Blättern bestätigt. Zn den Kommentaren der Presse zu dem französischen Verlangen wird dam«? hingewiesen, daß deutlicher als alle anderen Vorgänge der letzten Zeit dieser neue Besatzungszwischenfall die Unmöglichkeit und Unhaltbarkeit der ganzen Rheinlandbesetzung beweise. Die „Kreuzzeitung" fragt: Was nützen Deutschland die Locarnoverträge? Was nützt Deutschland der Beitritt zum Völkerbund, wenn immer erneut gegen Sinn und Geist dieser Abmachungen verstoßen wird. Aehnlich äußert sich die „Deutsche Tageszeitung": Die fremde Besatzung hat schon längst kein moralisches Recht mehr, am'Rhein zu stehen. Ihre bloße Anwesenheit ist eine glatte Verleugnung der Zdee von Locarno. Die neuen! Forderungen aber zeigen, daß die französische Besatzungsbehörde im Rheinland sich nicht einmal scheut, auch die Ehre des deutschen Volkes in leichtfertigster Weise anzugreisen. Zn der „Bos- sischen Zeitung" heißt es: Rach dem Wortlaut des Rheinlandabkommens haben formal die französischen Behörden das Recht, die Auslieferung der Verurteilten zu verlangen, obgleich natürlich jedes Gefühl sich dagegen sträubt, nur daran zu denken, daß deutsche Behörden deutsche Staatsbürger wegen eines ausgesprochenen: Dummenjungenstreiches für-fünf Jahre in ein französisches Zuchthaus ausliefern sollen. Man stelle sich, nur einmal vor, zu was für innerpolitischen Kämpfen die Durchführung des französischen Auslieferungsbegehrens in Deutschland führen müßte. Um solche Unmöglichkeiten ein- für allemal auszuschallen, gibt es nur einen Weg: Räumung! Schwere Ausschreitungen von Franzosen. Ludwigshafen a. Rh., 26. Zuli. Wie die zuständigen deutschen Stellen erst jetzt mitteilen, wurde am 22. Zuli, abends gegen 8 Uhr, in der Nähe des Stadtparkes ein 14 jähriges Mädchen von einem französischen Soldaten ohne jeden Grund angepackt und am Halse so gewürgt, daß die Spuren sichtbar waren. Der Täter befand sich in Begleitung von drei weiteren französischen Soldaten, welche kurz vorauf einen daher kommenden Deutschen anrempelten unv zu Booen warfen. Einigen weiteren Einwohnern wurde die gleiche Behandlung zuteil. Ergebnislose Berhastungem, Landau» 27. Juli. In der Angelegenheit der Schöffe auf den französischen Wachtposten an der ehemaligen Zwölfer- Artillerie-Kaserne war von der französischen Polizei eine Frau verhaftet worden, die mit dem angeschossenen Soldaten ein Verhältnis gehabt und deren Mann aus Eifersucht au* den Posten geschossen haben soll. Die Gegenüberstellung ergab die Haltlosigkeit dieser Vermutung, so daß die Verhaftete freigelassen werden mußte. Auch ein verdächtiger Radfahrer konnte sein Alibi Nachweisen und wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Begegnung poincare-Siresemann in Paris Am 27. August Unterzeichnung des Kellogg-Paktes. Paris, 27. Juil. (Funkspruch.) Amtlich wird nunmehr bestätigt, daß die Unterzeichnung des Kriegsverzichtspaktes am Montag, de« 27. August, in Paris erfolgen wird. Eine Verschiebung der Feierlichkeit auf de« 28. August käme nur i« Frage, falls der Ozeandampfer mit dem amerikanische« Staatssekretär Kellogg an Bord mit Verspät«»« in dem französische« Hase« eintrefsen würde. * - - -c- Berlin, 27. Juli. (Funkspruch.) Zu dem Pariser Gerücht über die voraussichtliche Unterzeichnung des Kriegsverzichtvertrages in Paris hat sich der deutsche Reichsauhen- minister Dr. Stresemann — wie die Telegraphen-Union erfährt — bcreiterklärt, einer solchen Einladung nach Paris Folge zu leiste«, falls sein Gesundheitszustand das gestattet. Deutscherseits wird es außerordentlich begrüßt, daß die Unterzeichnung in Paris erfolgt, da die Anwesenheit so zahlreicher Staatsmänner in Paris zweifellos den Anlaß dazu geben kann, daß bei dieser Gelegenheit auch andere mit dem Kriegsverzichtpakt nicht zusammenhängende Fragen besprochen werden. Er dürfte sich hierbei ». a. naturgemäß auch um das deutschfranzösische Problem handeln, das sicher durch eine direkte - Aussprache zwischen dem deutschen Reichsaußenminister Dr. Stresemann und dem französischen Ministerpräsidenten Poin- carö außerordentlich gefördert werde« würde. In einer derartigen Unterredung zwischen den führenden Staatsmännern Deutschlands und Frankreichs würde eine neue Grundlage für die Fortführung der europäischen Politik zu finden sein, die nunmehr aufgrund der neuen, durch den Krieasverzichtvertraa geschaffenen Laae zu inauaurieren wäre. Russische Anschuldigung gegen Polen. Moskau, 26. Zuli. Die Zswestija bringen einen Leitartikel über den polnisch-litauischen Konflikt und sagen, daß keinerlei Meinungsaustausch zwischen den Locarno-Mächten nnd der Sowjetunion über die etwaigen Folgen der Verschärfung der polnisch-litauischen Streitfrage stattgefunden haben, weder durch Vermittlung der Berliner Regierung, noch auf anderem Wege. Der Artikel der Zswestija erwartet von der Plenarsitzung der polnischlitauischen Kommission, die Lttauen für Mitte August in Königsberg vorschlägt, eine wrttere Verschärfung der Lage, da man dort nur die Unmöglichkeit einer Verständigung feststellen könne. Das Blatt hebt weiter hervor, daß einflußreiche polnische Kreise geschürt von einem Teil« der französischen nnd englischen Press«, die Zeit für gekommen erachten, eine gewaltsame Lösung des Konfliktes herbeizuführen. Die polnischen Manöver und der angekün- digte Besuch Pilsudskis in Wilna gerade zur Zett der Königsberger «chlußkonferenz sprächen eine beredte Sprache. Im übrigen zeig» das Verhalten der Hauptmächte, daß man Polen nach der Septembersitzung freie Hand, oder auch Sanktionen oes Völkerbundes zum Vorgehen gegen Litauen geben wolle. Die Sowjetunion solidarisiert sich keineswegs mit der litauischen Haltung und halte diese für schädlich im Sinne der litauischen Interessen. Aber Moskau lasse sich nicht von der absurden Behauptung irreführen, daß das kleine Litauen den territorialen Bestund Polens bedrohe. und daß Polen gezwungen sei, sich mit der Waffe kl der Hand zu verteidigen. Der polnischlitauische Konflikt existiere seit 7 Fahren und habe niemals den Frieden bedroht und werde ihn auch jetzt nicht bedrohen, wenn man die aggressiven Elemente zügele, die historische Probleme mit dem Schwert entscheiden wollen. Eine Gewaltanwendung, auch wenn sie vom Völkerbund sanktioniert werde, könne nur die Grundlage nener Konflikte und neuer Erschütterungen werden. Die Nachrichten deutscher Blätter über eiiW deutsche Demarche in Kowno nehmen die Zswestija zweifelnd auf, da sich Deutschlands Wunsch zur Friedrnserhaltung im Osten wohl auf andere Weise zeigen könne und da es an der Erhaltung der litauischen Unabhängigkeit und einer gerechten Regelung des polnisch-litauischen! Konfliktes interessiert sei. Sank siir die Hilfeleistung des „Srafifn" Kowno 27. Juli. (Funkspruch.) Wie aus Moskau gemeldet wird, teilte der Eisbrecher „Krassin" mit, der Kapitän des deutschen Schiffes „Monte Cervantes" habe dem „Krasstn" seinen Dank für die Hilfeleistung ausgesprochen, woraus der Kommandant des „Krassin", Egge, erwidert h be daß es her Stolz eines Seemannes sei, den in Not Befindlichen Hilft zu leisten, ___ _ Nobile m Narvik Die Citta di Milano in Narvik eingetrofse«. Oslo, 27. Juli. Wie hier bekannt wird, soll die Citta bi Milano, mit Nobile und seinen Begleitern an Bord, in den frühen Morgenstunden des Donnerstag in Narvik eingetrof- fen sein. Angeblich soll Nobile erst am Donnerstag abend seine Reise fortsetzen, während seine Begleiter bereits den Morgenzug benutzen. Stockholm, 27. Juli. Wie aus Narvik gemeldet wird, hat kein Vertreter der norwegischen Behörden an dem Empfang der „Citta di Milano" teilgenommen. Die Stimmung gegenüber den Italienern war derart ablehnend, daß auch kein norwegischer Hafenarbeiter beim Anlegen des Schiffes behilflich sein wollte. Die „Citta dt Milano" mußte einen eigenen Matrosen an Land setzen, um, das Schiff zu vertäuen. Nobile und seine Begleiter sind bis zum Abgang des Zuges am heutigen Abend in'ihren Kajüten geblieben. Der Salonwagen war verhängt und verschlossen und wurde in einem Bogen um Narvik herumgeleitet. Wie verlautet, haben auch die Mitglieder der schwedischen Expedition zu ihrer Heimkehr den gleichen Zug benutzt. Als die „Citta di Milano" in Narvik einlief, hatte sie Halbmast geflaggt. Alle Versuche der Journaisten, an Bord zu kommen, wurden abgelehnt. Als einzige haben der italienische Konsul und ein italienischer Berichterstatter das Fahrzeug betreten dürfen, Die „Bremen" wird abgeyon Rewyork, 27. Juli. Nach einer Meldung aus Quebec ist ein kanadischer Dampfer unterwegs, um das Flugzeug „Bremen" nach Quebec zu bringen, wo es einige Tage ausgestellt werden soll, bevor es nach Deutschland gebracht wirb. Aeuer Ozeanstug London, 27. Juli. (Funkspruch.) Wie aus Rewyork gemeldet wird, ist der Flieger Bert Haffel am Donnerstag morgen um 4.80 Uhr zu seinem seit langem beabsichtigten Fluge über den Atlantik nach Schweden gestartet. Gescheitert. Rewyork, 27. Juli. (Funkspruch.) Wie aus Rockford (Illinois) gemeldet wird, war der Flieger Bert Halft! in Begleitung des Navigators Parker Cramer am Donnerstag früh nach Mount Evans (Green Island) gestartet, von wo er nach Auffüllung seines Benzinvorrates nach Stockholm weiterfliegen wollte. Fünf Meilen von Rocksord entfernt stürzte die Maschine jedoch ab und wurde vollständig zertrümmert. Haffel nnd sein Begleiter sollen jedoch unverletzi geblieben sein. Deutschland gewinut de« Preis von Frankreich für Segelflieger? Stuttgart, 27. Juli. Ter württembergische Luftfahrver- band erhielt ein Telegramm, nach dem das von Hirth gesteuerte Segelflugzeug „Württemberg" mit einem 20 Kilometer-Flug nach Kap Cattaret einen neuen Streckenrekord aufgestellt hat und damit bei dem Wettbewerb um den Preis von Frankreich für Segelflieger in allen vier Wettbewerbsgruppen an der Spitze steht. Es ist damit begründete Aus- sicht vorhanden, daß Hirth den Preis von Frankreich erhält. Zn wenigen Worten Der Kellogg.Pakt wirb am 27. August in Poris wntet« ■ »eichnet werden. Dr. Stresemann wird zur Unterzeichnung des Paktes nach Paris fahren, wobei mit einer Begegnung «tt Potncare gerechnet wird. 4- Die amerikanische Regierung hat der Nanking-Regierung die de facto-Anerkennung in Aussicht gestellt. * Der amerikanische Flieger Bert Haffel, der am Donnerstag früh zur amerikanischen Küste fliegen wollte, um von dort nach Schweben zu starten, ist nach kurzem Flug abgestürzt. Er und sein Begleiter sollen jedoch unverletzt sein. Auf Litauen ist kein deutscher Druck im Wilnakonflikt »usgeübt worden. Auch ruffischerseits wird ein solcher Druck abgestritten. ^ Das Ozeanflugzeug „Bremen" wird von einem kanadischen Dampfer von Grennly-Jsland abgeholt. : i ; !'i : ! ! l! t n;; Ü* v\i ü ■' Deutsches Schiff in Aot Tie „Monte Cervantes" leicht beschädigt. «eine Gefahr für die Passagiere. Hamburg, 27. Juli. Wie die Telegraphen-Union von der -anburg-Amerika-Tampfschiffahrtsgesellschaft aus Ansrage erfährt, bestätigt es sich, daß die „Monte Cervantes" Funknotruse ausgesandt hat. Das Schiss, das sich auf einer Nord- iandreise befindet, ist in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch bei Belsund (Spitzbergen» durch einen Eisberg beschädigt worden. Auf die ausgesandten Hilferufe hin, ist der russische Eisbrecher „Krassin" bei dem Schiff angekommen, um den Schaden festzustellen. Die „Monte Cervantes" weist ein kleines Leck auf. Man hofft, den Schaden in Kürze an Ort und Stelle zu beheben. Für Schiff und Passagiere besteht keinerlei Gefahr. Irgendein Grund zur Beunruhigung ist nicht vorhanden. Hierzu wird folgendes gemeldet: Wie die Hamburg-Südamerikanische Tampsschiffahrtsgesellschaft zu der Havarie des Motorschiffes „Monte Cervantes" mitteilt, hat sie Mittwoch nachmittag drahtlose Meldungen von dem Kapitän des Schiffes erhalten, daß sich im vorderen Laderaum Wasser befinde. Borsichtshalber hat das Schiff die Glockenbncht an der Südwestküste Spitzbergens angelaufen und ist dort vor Anker gegangen. Der Kapitän hat drahtlos den in der Nähe befindlichen Eisbrecher „Krassin" gebeten, ihm einen Taucher zur Verfügung zu stellen, um den Schaden feststellen zu können. Der Eisbrecher „Krassin" ist daraufhin nach 12 Uhr bei der „Monte Cervantes" eingetrosfen. Donnerstag morgen waren Taucber mit der Untersuchung des SLikkes beschäftigt. Der Schaden der „Monte Cervantes" in »wei bis drei Taaev behoben. Hamburg, 27. Juli. Nach einem Telegramm, oas ln den Nachmittagsstunden vom Kapitän des Motorschiffes „Monte Cervantes" bei der Hamburg-Südamerikanischen Damps- schtftahrtsgesellschaft eingcgangen ist, wird die Beschädigung des Schiffes, die es durch Treibeis erlitten hat, voraussichtlich in zwei bis drei Tagen an Ort und Stelle behoben sein, worauf die unterbrochene Nordlandreise fortgesetzt wird. Auf eine'' Werft wäre die Reparatur in einem Tag erledigt worden. Wegen Mangel an Werkzeu---« dauert die Reparatur aus hchcr See längere Zeit. Ungarische Aefflichkeilen am Valalon-(platten-)See ckpb. Ein Fest von seltenem Interesse und in großem Maßstabe wird am 5. August in Ungarn am Balaton-See stattfindcn. Dieser wundervolle See ist noch immer nicht genug bekannt, obwohl er einer der schönsten und interessantesten Orte der Welt ist. Seine Ausdehnung erreicht nahezu 700 Quadratkilometer. Im See lebt der schmackhafteste weiße Fisch der Welt: der „Fvgasch", der sonst nirgends vor- kommt. An den Gestaden des Sees, am Hange erloschener Vulkane, wächst ein Wein von weltberühmtem Feuer und das edelste Obst: weiter hinauf breiten sich romantisch schöne, uralte Wälder aus. Auf sechs Stunden Entfernung von Wien und drei Stunden von Budapest liegt das den anspruchsvollsten Kulturbedürfnissen entsprechende Weltbad Balatonsüred, wo die einzigartige Feier im Beisein des Reichsverwesers Horthy und unter Teilnahme der vornehmsten Gesellschaft, unter Mitwirkung von mehreren hundert Segeljachten, 700 Sängern und Sängerinnen, 1000 Tänzern and Tänzerinnen, die in der malerischen ungarischen Volkstracht austreten, 21 000 Turnern und Pfadfindern, mit originellen Sport- und anderen Sehenswürdigkeiten veranstaltet wird. Eine fabelhafte Illumination, 634 Freudenfeuer und ein weiteres grandioses Feuerwerk werden der Landschaft eine Feenhastigkeit verleihen. Bis jetzt sind 12 Son- »erzüge zum Hintransport der Gäste gesichert, so daß letztere noch am selben Tage in die Hauptstadt zurückkehren können, ivo in modernen Luxushotels Unterkunft für die ausländischen Gäste gesichert ist. Für letztere werden übrigens bedeutende Vergünstigungen gewährt, einschließlich der kostenlosen Führung mit Erklärungen in acht Sprachen. — Es sind Billethefte für 80 und 60 Pengö (ungefähr 60 und 45 Markj In jedem Reisebüro zu haben. Für diesen Preis wird für dreitägige Unterkunft in erstklassigen Hotels, inklusive Verpflegung, sowie Hin- und Rückreise zum Plattensee gesorgt. ! Anbestaligte Mrdgeracyie aus Aegypten Berlin, 27. Kult. jFunkspruch.i Wie das ägyptische K^.-r- sulat zu den Gerüchten von der Ermordung des ägyptischen Ministerpräsidenten Mohamet Pascha Mahmud mitteilt, entbehren diese jeder Grundlage. Bereits am Montag war aus Jerusalem eine ähnliche Nachricht verbreitet worden, die sich später als falsch herausstellte. Amanullah gegen die Vielwewerei London, 27. Juli. Wie aus Peschawar gemeldet wird, hat KönigAmanullah vor einer Versammlung erklärt, in Kürz« werde ein Rat von Vertretern der Nation zusammentreten. Der König betonte, die Vielweiberi solle abgeschaft werden. Es solle jeder Regierungsbeamte, der sich eine zweite Frau nehme, entlassen werden. Ueber diejenigen Beamten, die bereits eine zweite Frau hätten, werde nach der Ratsversammlung entschieden werden. Weiterhin empfahl der König den Beamten, sich nicht der Trunksucht hinzugeben, sondern Svort zu betreiben, um die Gesundheit zu fördern. Deutsche Firmen erhallen Austrage sür Vahnbauten in Persien Die Persische Negierung hat mit einem Konsortium, bestehend aus den deutschen Baufirmen Julius Berger, Tief- bauunternehmung in Berlin, A.G., Philipp Holzmann A.G. in Frankfurt a. M., Siemens-Bauunion G.m.b.H. in Berlin und der amerikanischen Baufirma Ulen u. Co. einen Vertrag abgeschlossen, der die Ausführung von Vorarbeiten und den Bau zweier Probestrecken für einen Bahnbau vom Kaspischen Meer bis zum Persischen Golf umsaßt. Die Bahnlinie soll im Norden in Bender'gez am Kaspischen Meer beginnen und das Elbrusgebirge in einer Paßhöhe von rund 2200 Meter unweit Firusku überschreiten. Die Linie führt in westlicher Richtung weiter über Teheran nach Hamadan, von hier südlich über Khoromabad. Disful, Ah- was nach Chormusa am Persischen Golf. Tie gesamte Länge der Bahnlinie wird auf etwa 1600 Kilometer geschätzt. Die Vorarbeiten für die nördliche Hälfte der Linie werden von den obigen deutschen Firmen ausgesührt, während die süd- Uche Hälfte von den Amerikanern bearbeitet wird. Die zur Ausführung vorgesehenen Probestrecken von 150 Kilometern beginnen an den beiden Endpunkten der geplanten Bahnstrecke. Die deutschen Firmen beabsichtigen die Vorarbeiten für ihre Strecken derart zu beschleunigen, daß noch in diesem Jahre mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werben kann. Der Gesamtkostenauswand für diesen Bahnbau wird auf etwa 400 Millionen Mark geschätzt: es ist. eine Bauzeit von 12 Jahren vorgesehen. Veiriebssicherheil der Reichsbahn Besprechungen zwischen dem Reichsverkehrsminister «nd dem Generaldirektor der Reichsbahn. Berlin, 26. Juli. Amtlich wird mitgetetlt: Heute fand zwischen dem Reichsverkehrsminister und dem Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft anläßlich der letzten bedauerlichen Unfälle eine Besprechung über die Betriebssicherheit der Reichsbahn statt. Bet dem Uebergang der Staatsbahnen in die Hände des Reiches waren die Bahnanlagen und Sicherheitseinrichtungen auf den einzelnen Bahnnctzen verschiedenartig entwickelt. An manche« Stellen waren sie infolge ungünstiger finanzieller Verhältnisse noch nicht bis zu demselben Grade fortgeschritten, wie in dem übrigen Deutschland. Die ungünstige Wirtschaft in der Nachkriegszeit ließ einen weiteren Ausbau nur langsam zu. Dies gilt auch für die Zentralisierung der Sicherungsanlagen auf einigen Bahnhöfen in Bayern, u. a. auch in München. Zu dem Münchener Unfall wurde festgestellt, baß bei genauer Befolgung der gegebenen Borschrifte« die auf dem Bahnhof bestehenden Einrichtungen sür die Sicherheit des Zugverkehrs ausreiche». Nur das unglückselige Zusammentreffen einer Reihe.von jufällen und Versehen konnte das Unglück herbeiführen, lm in Zukunft auch solche Gefahrenmomente nach Möglich- ett auszufchalten, bestand Uebereinstimmung zu folgendem Zorgehen: - Die bestehenden Blockeinrichtungen werden sofort durch wischenzeitliche Verbesierungen ergänzt, die durch die Grup- «enoerwaltung Bayern bereits vorbereitet sind. Die im Sange befindliche endgültige Zentralisierung der Sicher- »eitsanlagen des Hauptbahnhofes München sollen mit allen Ritteln und ohne Rücksicht auf die Kosten beschleunigt und n derselben Weise durchgeführt werden, wie dies sür die seiden Flügelbahnhöfe des Münchener Hauptbahnhoses Dtarnberger- und Holzktrchener Bahnhof» bereits geschehen st. Ueberhaupt sollen die wenigen noch nicht mit zentrau- rerten Zeichen und Signalen versehenen Bahnhöfe sofort daraufhin nachgeprüst werden, ob der Verkehr eine besonders beschleunigte Durchführung der Zentralisierung erfordert. Konferenz der westdeutschen Handelskammern Wiesbabe«. 27. Juli. Im Anschluß an eine Tagung der Wirtschaftszentrale dos Westdeutschen Handwerks traten die 13 westdeutschen Handelskammern in Wiesbaden zu wichtigen Beratungen über Fragen der Berufsstands-, Sozial- und Wirtschaftspolitik zusammen. Im Vordergrund der Beratungen stand der Entwurf über die allgemeinen Ver- tragsbedingungen für die Ausführung von Lieferungen und Leistungen. Der Entwurf wurde von der Konferenz abgelehnt. Die Handelskammern werden in Gemeinsamkeit mit den Verufsämtern bezw. Arbeitsämtern Maßnahmen zur Ueberbrückung der Schwierigkeiten, die sich bei dem kommen, den Facharbeitermangel ergeben können, ergreifen. Dem durch einen Initiativantrag im preußischen Landtag einge- brachten Gesetzentwurf über die Beschränkung der privat- wirtschaftlichen Betätigung der Gemeinden und Gemeindeverbände wurde in seinen Grundzügen zugestimmt. Segeisterler Empfang der badischen Turner Köln, 27. Juli. Auf der Rheinfahrt in den Sonderschif- ! sen, voran die RHeindampfer „Hindenburg" und „Goethe", wurden die 3 400 badischen Turner überall freudig begrüßt. An Köln war der Willkommen besonders herzlich. Die Anlegestellen für die Dampfer waren von einer unübersehbaren Menschenmenge dicht besetzt. Mittwoch abends nach 7 Uhr trafen die badischen Turner ein. Ein Vertreter des Deutschen Turnfestausschusses und der badische Turnpresfewart Dr. Fischer, der im Schnellzug vorausgefahren war, richteten an die badischen Turner und Turnerinnen herzliche Willkommworte. Die Ausbootung vollzog sich ziemlich rasch, trotzdem an diesem Nachmittag 43 Sonderschiffe angekommen waren. Der Transport der badischen Turner zählte dabei zu den größten. Nach der Ausbootung erfolgte die Einweisung in die Standquartiere. Zu dem Besuch der badischen Turner am Niederwald-; denkmal ist noch nachzutragen, daß hier Kreisgelöwart Gil- lardon Grüße an die rheinischen Turner sprach und Krets- prefsewart Dr. Fischer in einer Ansprache Deutschlands Einheit und Jahn feierte. Die kurze aber eindrucksvolle Feier am Niederwalböenkmal wurde mit dem Liede „Ein Ruf ist erklungen" geschloffen. Wilder Streik der Hamburger Fischer. Hamburg, 26. Juli. Der wilde Streik der Hamburger Fisch- dampfermannschaften hat sich heute weiter ausgedehnt. In guj*, haven schließen sich die meisten Besatzungen der dort liegenden Fischdampfer dem Streik an. Die Vertrauensleute der Strei- kenven verlangen Zusicherungen über Lohnerhöhungen, die von ven Reedereien unter Berufung auf die bestehenden Abmachungen strikte abgelehnt werden. Im Altonaer Fischhafen liegen 45 Fisch- ,Kampfer: in langer Reihe. Zu irgendwelchen Zusammenstößen .ist es bisher nicht gekommen. Auch Amnestie für Schmelzer Vater und Sohn Berlin, 27. Juli. In der Preffe in verschiedentlich die ßrage erörtert worden, ob der Amnestieerlaß auch auf den l itel besprochenen Fall Schmelzer Vater und Sohn Anwen- »ung findet. Wie wir hören, ist dahin entschieden morden, »aß der 'Amnestieerlaß auch auf diesen Fall anzuwrnden ist »nd der zuständige Staatsanwalt in Frankfurt an der Oder ist angewiesen, sofort das Nötige zu veranlassen. Kooperation Europas ki« Auszug aus einer wiffenschastlichen Betrachtung über I England» Europa «nd die Welt. Bon Professor Erich Obst. Was uns mit dem heute so viel zitierten europäischen Virtschaftsbund vorschwebt, ist alles andere als eine Jmi- terung der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Wirt- chaftsblock Europa ist zunächst lediglich eine durch die welt- virtschaftliche Entwicklung notwendig gewordene Defenstv- ^rganisation. Er dient in erster Linie der wirtschaftlichen Selbstbehauptung des Abendlandes und besitzt keinerlei Einer der Arbeiter bahnte sich durch die Gruppe ven Weg zu ihm. „Ich lüge nicht, Herr Doktor. Ich - habe es mit meinen eigenen Augen gesehen, wie Herr Helbing vor seinem Schreibtisch stehend, den Revolver an die Schläfe hielt! Da das Fenster offen war, hätten Sie es gerade so gut beobachten können, wie ich, wenn Sie dabei gestanden wären!" Karsten wechselte jäh die Farbe. Also so tief war es ihm gegangen? Welch' guter Geist mochte ihn davor bewahrt. hab»n, die Waffe loszudrücken? , 3 verlautet," sagte der Werkmeister, „daß der Herr Kommerzienrat den Herrn Direktor ohne allen Grund entlassen hat. ölnd der Sturz mit dem Pferde, das ist ein Schwindel! Erschossen hat sich der Herr Direktor dort unten am Fluß, nur, daß er eben nicht gleich tot war! — Aber, wenn er stirbt!" Drohend ballte sich seine Faust, „dann stecken wir noch in der gleichen Stunde die ganze Fabrik in Brand!" Karsten begriff jäh, was auf dem Spiele stand. Nur die Wahrheit konnte hier weiteres Unheil verhüten, so sagte er trotz des Aufruhrs in seinem Innern, scheinbar ganz ruhig: „Sie irren sich, Herr Werkmeister, es handelt sich um ein Mißverständnis zwischen meinem Freunde und Herrn Petersen. Erschossen hat sich mein Freund nicht! Der Sturz mit dem Pferde entspricht der Wahrheit. Es war sogar mein eigener Gaul, der ihn abwarf. Sollten die schweren Verletzungen, die er dabei davontrug, wirklich seinen Tod zur Folge haben, so möchte ich Sie bitten, nicht unüberlegt zu handeln. Wenn Sre sich an Petersens Eigen- -tum vergreifen, so besudeln Sie dadurch nur das Andenken eines Mannes, der uns allen teuer war!" Er nickte den Arbeitern zu und lief, so rasch er konnte, nach der Villa. Die Schwester atmete erleichtert auf, als er eintrat. Er legte eilig Mantel und Zylinder ab und erneuerte Verband und Wickel. Gleich darauf erschien Lono im Zimmer fragend, mit brennenden Augen sah sie ihm m, Gesicht. Die Aufregung in seinem Innern ließ ihn all, Selbstbeherrschung vergessen. Mit einem zornigen Blitzer in den Augen und einer tiefen Furche auf der Stirne tra> er auf sie zu und sagte schroff: „Erinnern Sie sich noch an unsere Unterredung damali auf der Bank im Wald und wie Sie sagten, Sie hätten nicht,' für ihn übrig? Gar nichts! Und nun kommt alles zu spät Ibre Reue — wie Ihre Liebe!" _ ^ Ihr Haupt sank tief herab: stumm nahm sie seine Anklage entgegen und wandte sich zum Gehen. Da bereute er seine Heftigkeit. Wenn je ein Mensch für seine Schuld bitter bestraft wurde, dann war es Lona Petersen. Er wußte, sie litt namenlos, selbst die Schuld an seinem Stürze maß sie sich bei. Ein Gefühl des Erbarmens stieg in seinem Herzen auf. „Wenn es Ihnen eine Beruhigung ist, hier zu sein, so bleiben Sie Fräulein Petersen! Ich habe nichts dagegen," sagte er in ziemlich freundlichem Tone. Sie sah ihn dankbar an und kauerte sich wieder an ihren Platz an der Kopfseite des Bettes. In der Freitagnacht trat die Krisis ein. Lona hatte den Kopf auf beide Arme gelegt, die sich auf die Seitenlehne des Stuhles stützten. Sie war keines klaren Gedankens mehr fähig. Sie sah Helbing tot, mit demselben starren Gesichte, und dem gleichen glückseligen Lächeln wie Ellermann, erschrocken fuhr sie auf, als eine Hand sich auf ihren Arm legte. Karsten stand vor ihr mir einem Lächeln auf den Lippen. „Gehen Sie zu Bett, Fräulein Lona! Er wird nicht sterben, er schläft seit einer Stunde ohne Fieber!" Groß, unheimlich starr, sah sie ihn an, als begreife sie nicht, dann stürzten die erlösenden Tränen aus ihren Augen. Ehe Karsten es wehren konnte, hatte sie seine Hände ergriffen, und drückte ihre Lippen darauf. Er strich über ihr blondes Haar und seine Stimme klang weich und liebevoll, wie man zu einem Kinde spricht. „Nun, war es doch Leid, das die Hülle Ihres Herzens sprengen mußte! Das Glück hätte es nicht so schmerzvoll gemacht, aber vielleicht auch nicht so gründlich besorgt!" * * * Der 1. Oktober war längst vorüber. In den Blättern rauschte der Herbstwind. Im Park lqg das Laub in dichten Lagen auf Rasen und Wegen. Eine mattgoldene Sonne mühte sich, 'Wärme zu spenden und man fühlte doch, daß es vergebliches Mühen war. Im großen Erkerzimmer der Villa herrschte behagliche Wärme. Behrens warf ein mächtiges Buchenscheit in den hohen, weißen Marmorkamin, denn Petersen liebte in allen Zimmern ein knisterndes Feuer. Dampfheizung war ihm verhaßt. Sie gab trockene Wärme und es fehlte ihr der flackernde, trauliche Lichtschein, der im Dämmer so heimlich über Wände und Decken huschte und sich so traulich um die Gesichter stahl. Vor Helbings Bett war ein ganzer Stapel von Büchern aufgetürmt. Man hatte fein Lager so gerichtet, daß sein Blick in den Park gi"g und da saß er nun aufrecht in den Kissen und sah und verfolgte mit ernstem Schauen, wie Blatt um Blatt sich von den Bäumen löste und zur Erde fiel und dann wieder eines und wieder, immer weniger wurden derer, die im Winde schaukelten. „Haben Sie nicht irgendeinen Wunsch, Herr Direktor?" fragte Behrens, an sein Bett tretend. „Ich? — Rein, danke, Behrens, es ist ganz gut so!" Die Stimme klang müde, apathisch und die Augen irrten wieder in den Park und verfolgten von Neuem das Spiel, das der Wind mit den Blättern trieb. Dann ging die Türe auf! Karsten trat rasch ein und brachte einen Strom von Kälte und frischer Luft mit. Er gab Behrens Hut und Mantel und trat an Helbings Bett. Als dieser ihm die Hand entgegenstreckte, wehrte er lustig ab. „Nimm' dich in acht, Hans, ich bin kalt! Schrecklich kalt!" Er trat an den Kamin und rieb sich die Hände und kam dann wieder an das Bett und rollte sich einen der bequemen Stühle herbei, in den er sich niederließ! „Höre, mein Alter!" sagte er herzlich, „heute darfst du heraus. So weit wären wir gotllob wieder!" „Wohin darf ich denn, Rolf?" „Du brauchst nur zu bestimmen," lachte Karsten. Wie weit meinst du denn, daß ich komme?" „O, zum mindesten auf das Sopha dort. — Vielleicht auch nicht so weit." „Mach' nur nicht gleich solch' entsetztes Gesicht, Hans! Aller Anfang ist schwer! Wollen roirs gleich probieren? Behrens macht dir dann das Bett zurecht, bis wir von „rifei-m A»-Üluae wieder rück sind!" Nr. 174. Jahrgang 1928. _ SpttzHeder gegen Amerika noch gegen andere Grotzwtrt- chaftsreiche. Das Ziel ist auch im Wirtschaftsleben der Menschheit Frieden, nicht Krieg,' was wir von der Zukunft irwarten, ist ein ehrlicher und gesunder Wettstreit leidlich rbenbürtiger Partner, nicht die Vergewaltigung des einen furch den andern. Sollte sich in noch weiterer Zukunft die virtfchaftliche Kooperation zu einer allgemeinen p o l t t i - chen auswachsen, so werden im Grunde die „Vereinigten Ltaaten von Europa" »och immer nichts, gar nichts mit den vereinigten Staaten von Amerika gemeinsam haben. Dort handelt es sich um einen ethnisch zwar auch nicht hemogene», tber doch nationalen Großverbanö, bei uns wird davon nie He Rede sein und soll auch nicht die Rede sein. Wir wollen kein mischfarbenes, graugräuliches Europäertum, sondern vir erstreben eine Synthese zwischen national und inter- »ational. Was in Sowjetrußlanü doch wohl hauptsächlich »ls Mittel zum Zweck durchgeführt wurde, das wollen wir in den „Vereinigten Staaten von Europa" aus ethischer lleberzeugung Gestalt gewinnen lassen: Staatseinheit in Wirtschafts- und Außen-Politik, im Innern dagegen nationale Differenzierung und Erhaltung der ihrer Eigenart jroh bewußten Gliedstaaten. Wie viele Probleme könnten mühelos einer Lösung entgegengeführt werden, wenn Europa auch in politischer Beziehung den Weg zur Einheit finden würde.' Ein stärket Hort des Friedens, der Wecker und Förderer wahrhafter Gerechtigkeit im zwischenstaatlichen Leben! Noch ist Europa nicht reif dafür, ganz gewiß nicht. Aber wem der Glaube an die Zukunft mangelt, der scheidet »ls Baumeister der kommenden Weltgestaltung aus, ver- , zrämt sein Leben mit ausschließlichen Träumen von der Vergangenheit, der „guten alten Zeit". Wollen heißt Können! Wir müssen daran arbeiten, den Haß zu überwinden and auch im zwischenstaatlichen Leben Europas das soziale Verantwortungsbewußtsein über egoistische Triebe siegen zu lassen. Mag sein, daß wir selbst nur verlacht und verhöhnt werden und Enttäuschung auf Enttäuschung erleben. Wir müssen trotz alledem für unsere Ueberzeugung weiterkämpfen, denn unser eigenes Leben wertet nichts gegenüber der Zukunft der Geschlechter, die nach uns kommen und denen wir uns verantwortlich fühlen. Wenn England und der Kontinent zu einer wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit geführt werden, wird auch die europäische Kultur daraus den größten Nutzen ziehen. Ein Zusammenschluß der Völker und Staaten mutz die gegenseitige Kenntnis und das gegenseitige achtungsvolle Verständnis machtvoll fördern, muß ein reges wechselseitiges Geben und Nehmen erzeugen, ohne welches nationale Kulturen auf die Dauer nicht gedeihen können. Hat man aber erst einmal erkannt, daß Zusammenschluß keineswegs Gleichwerden heißt, daß Europa als Ganzes einen um so bedeutenderen Kultnrfaktor darstellt, je stärker sich die vielen national-kulturellen Individualitäten im Dienste der Menschheitskultur ausprägen, dann ist ein weiterer wichtiger Schritt getan. Wir alle überwinden dann jenen fast mit dem Anspruch einer Heilswahrheit vorgetragenen Pessi- mismus vom „Untergang des Abendlandes": wir glauben wieder an unsere Zukunft und an eine neue Blüte der abendländischen Kultur, deren Träger, mit menschheits- geschichtltchem Matzstab gemessen, ja noch so unsagbar jung sind. Die Erneuerung der Kultur, die wir von einem harmonischen Zusammenwirken aller abendländischen Völker und Staaten erwarten dürfen, muß aber naturnotwendig Ihrerseits auf die Politik zurückwirken. Je höher die Wertschätzung wahrhafter Kultur steigt, um so mehr muß die Volksgemeinschaft über die gewöhnlich nur durch Hauspolitik der Fürsten zustandegekommene Staatsgemeinschaft obstegen. Das Ergebnis wird in der endgültigen Ueberwin- dung der territorialpolitischen innereuropäischen Staatsgrenzen und ihrem Ersatz durch Volkstumsgrenzen bestehen. Nur in einem wirtschaftlich und volitisch geeinten Europa kann sich der Trauni von einer innigen Gemeinschaft aller Menschen qleicher Kultur erfüllen und wird den unglückseligen irredentistischen Bewegungen ein für allemal Halt geboten werden können. Baden. Der Reichskanzler kn Badeuweiler. '** Freibnrg, 27. Juli. Reichskanzler Hermann Müller hat gestern Mittag Freiburg verlassen und ist in Badenveiler eingetroffen. Sein Erholungsausenthalt in Baden- Veilen ist für zwei Wochen vorgesehen. Heidelberger Ehrung für Gerhart Hauptmann. Heidelberg, 27. Juli. Zu Ehren des anläßlich der Heidelberger Schloßfestspiele seit mehreren Tagen hier weilenden Dichters Gerhart Hauptmann gab die Stadt Heidelberg am Donnerstagabend ein Bankett, dem auch Statsprüsidenr Dr. kemmele und mehrere andere Mitglieder der badischen Re- jierung anwohnten. Bei dieser Gelegenheit gab Oberbürgermeister Dr. Walz bekannt, baß die Stadt Heidelberg beschlossen hat. eine neue Straße im Stadtteil Neuenheim u der Nähe der Friedrich-Ebert-Straße und der neuen Ernst-Walz-Brücke nach Gerhart Hauptmann zu benennen. — Am Freitagmittag wird Gerhart Hauptmann mit seiner Familie wieder nach Berlin zurückkehren. Dr. Altfelix, Ehrenbürger von Lahr. Lahr, 27. Juli. Ter Stadtrat hat beschlossen, den in den Ruhestand getretenen Oberbürgermeister Dr. Altfelix in Würdigung seiner Verdienste während seiner 30jährigen Amtszeit als Oberbürgermeister der Stadt Lahr zum Ehrenbürger der Stadt Lahr zu ernennen und die verlängerte Altvaterstraße nach seinem Namen zu benenne». Aus Nah und Fern. * Sinsheim, 27. Juli. (Bürgerausschuß.) In seiner gestrigen nicht öffentlichen Sitzung befaßte sich der Bürgerausschuß mit den Schulhausfragen. Der starke Besuch der einzelnen Schulen drängt nach Erweiterungen, aber die große Inanspruchnahme der Gemeinde für soziale und andere Erfordernisse und die im Verhältnis zum Gemeindevermögen ziemlich hohen Schulden erfordern eine reifliche Erwägung und Zurückhaltung gegenüber großen Ausgaben und neuen Schulden. Zwei Projekte waren in Betracht gezogen, nämlich die Erbauung eines neuen Schulhauses auf dem Platze der Siedlung mit einem Kostenaufwand von rund einer halben Million Mark oder der Umbau des Elsenz- Werkes mit einem Kostenaufwand von etwa 110000 Mark nach dem hierfür aufgestellten Voranschlag. Wenn auch das letztere von den beiden Projekten nicht sympathisch anmutet und geteilte Meinungen fand, so herrschte doch darüber kein Zweifel, daß ein Neubau, so erwünscht er wäre, bei der heutigen Wirtschaftslage nicht mehr in Frage kommen kann. Es herrschte Einigkeit darüber, daß eine Aenderung erfolgen muß und diese auf dem raschesten und billigsten Weg anzustreben sei. Die einzelnen Fraktionen werden in den nächsten Tagen schon die Pläne und die Kosten nach den zur Verfügung gestellten Ausstellungen durchprüfen und nach erfolgter Prüfung aller einschlägigen Fragen Der Landbote * Etnsheimer Zeitung. wird der Bürgerausschuß in seiner nächsten Sitzung wohl in der Lage sein, einen Beschluß hierüber zu fassen. * Sinsheim, 27. Juli. (Ernennung.) Durch Erlaß des Ministeriums für Wasser- und Straßenbau wurden die Herren Obergeometer Adolf Bollack und Philipp Isele zu Vermessungsräteu ernannt. * Sinsheim, 27. Juli. (Welche Steuern gibt es in Deutschland?) Zunächst direkte Steuern: Reichseinkommensteuer, Kapitalertragssteuer. Körperschaftssteuer, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer. Sodann an indirekten Steuern: Umsatzsteuer. Kapitalverkehrssteuer (Gesellschaftssteuer Wertpapiersteuer, Börsenumsatzsteuer). Wechselsteuer. Grunderwerbssteuer, Wertzuwachssteuer, Tabaksteuer. Leuchtmittelsteuer. Zündwarensteuer, Salzsteuer, Zuckersteuer. Schaumweinsteuer. Biersteuer, Spielkartensteuer, Kraftsahrzeugsteuer, Rennwett- und Lotteriesteuer, Versicherungssteuer, Beförderungssteuer und das Branntweinmonopol. Landes- und Gemeindesteuern sind: Gewerbesteuer, Hauszinssteuer, Grundvermögenssteuer. In Bayern erhebt man Grund- und Haussteuer. Aufgehoben sind die Weinsteuer, die Aufsichtsratssteuer und die Börsensteuer. Im übrigen gibt es im deutschen Vaterlande außer Luft- und Sonne (die steuerlich aber in den Sommerfrischen auch schon erfaßt sind) nichts, was unbesteuert wäre. Die einzige Steuer, der sich der Deutsche entziehen kann, ist die Kirchensteuer. Was die .Steuern" nicht erfassen, wird durch ihren Zwillingsbruder, den „Zoll" ersaßt. * Sinsheim, 27. Juli. (Verkehr mit Süßstoff.) Ueber den Verkehr mit Süßstoff haben die Reichsministerien des Innern und für Ernährung und Landwirtschaft mit Zustimmung des Reichsrates verordnet, daß ab 1. September 1928 Benzösäure!- sulfinid für den Verbrauch im Inland nur in den für den Inlandabsatz bestimmten, von der Reichsregierung genehmigten Fabrikpackungen abgegeben oder zur gewerblichen Verwendung oder Wciterveräußerung bezogen werden darf. Die Packungen müssen eine für den Käufer leicht erkennbare Aufschrift tragen, die in deutscher Sprache die Angabe des Inhalts nach deutschem Gewichte, bei Tabletten nach der Stückzahl, ferner welche Mengen Zucker der Inhalt der Packung entspricht, sowie die Angabe „von der Reichsregierung genehmigte Inlandspackung" enthält. ’2£ Steinsfurt, 27. Juli. (Musikfest.) Wie bereits mitgeteilt, veranstaltet die Feucrwehrkapelle Steinsfurt am kommenden Sonntag ein großes Musikfest, zu dem bereits eine große Anzahl hervorragender Musikkapellen ihr Erscheinen zugesagt haben. Die Kapelle will durch Vortrag von alten und neuen Volksliedern, von Märschen und Tänzen, ähnlich wie die Gesangvereine, deutschem Brauch Ausdruck verleihen. Da das Programm einen sehr reichhaltigen Inhalt aufweist, dürfte man mit einem gewaltigen Besuch rechnen. Hoffentlich hat auch das Wetter Einsicht, daß die Veranstaltung, die in großem Stile angesetzt ist, sich auch durchsetzen kann. % Weiler, 26. Juli. (St. Annafest.) Nächsten Sonntag, den 29. Juli, feiert man hier in herkömmlicher Weise das Fest der hl. Mutter Anna in der Kapelle auf dem Steinsberg. Um 9 Uhr vormittags zieht bei günstiger Witterung die Prozession von der neuen Kirche mit den Reliquien der Heiligen auf den Berg, wo in der Kapelle der Festgottesdienst stattfindet. Beichtgelegenheit ist am Samsatg nachm. 1 Uhr in Weiler, 5 Uhr in Hilsbach, Sonntag von halb 6 Uhr «an in Hilsbach: die hl. Kommunion wird ausgeteilt in Hilsbach um halb 7 Uhr, in Weiler um halb SUhn % Richen, 26. Juli. (Turnerbund.) Am kommenden Sonntag veranstaltet der Turnerbund Richen ein Werbe- und Wettschwimmen in der Elsenz. Das Schwimmen ist nach dem Alter in verschiedenen Klassen eingeteilt uno soll in der Hauptsache dazu bienen, den gesunden und vor allem auch nützlichen Schwimmsport innerhalb des Vereins und überhaupt in der deutschen Turnerschaft zu fördern und zu pflegen. Wir sind heute erfreulicherweise auf dem besten Wege, wo sich das Schwimmen zum allgemeinen Volkssport ausbreitet. Freunde und Gönner des Schwimmsports und der Turnsache sowie die Einwohnerschaft von Richen und Umgebung sind zu dieser Veranstaltung freundlichst eingeladen. * Elsenz, 26. Juli. (60. Geburtstag.) Kreisrat Philipp Sta- ther, der seit 26 Jahren Vorstand des Bauernvereins Elsenz ist, seit 20 Jahren das Amt eines Bezirksvorstandes der Organisation des badischen Bauernvereins versieht, feierte heute in geistiger und körperlicher Frisch« seinen 60. Geburtstag. Stather ist im Ausschuß für Pflanzenbau und Vorsitzender des Arbeitgeber- und -nehmerverbandes, Mitglied ves Kreisrates Karlsruhe und Vorsitzender der Spar- und Kreditkasse sowie des Zuckerrüben- und Zichorienverbandes. % Rauenberg, 26. Juli. (Bürgermeisterwahl.) Am nächsten Sonntag findet hier die Bürgermeisterwahl statt. Sie wird mit großer Spannung verfolgt, da hier nicht weniger als 7 bis 8 Kandidaten auftreten werden. Erfreulicherweise verhält sich die hiesige Einwohnerschaft sehr zurückhaltend. Was der nächste Sonntag uns bringt, wird aller Voraussicht nach ohne Resultat bleiben. Die aussichtsreichsten Kandidaten werden in den Herren Philipp Rößler, Landwirt, und Robert Menges, Ratschreiber, genannt. = Meckesheim, 26. Juli. (Zusammenkunft ehern. 109 er.) Eine 'Zusammenkunft ehem. Leibgrenadiere der Gegend findet anläßlich des Hierseins des Lellrgrenadiervereins Heidelberg am kommenden Sonntag, 29. Juli, in den Räumen des Gasthauses „zum Ochsen" statt. * Mühlhausen, 26. Juli. (Bon der Volksbank.) Mit der Errichtung der hiesigen Bolksbank für das Angelbachtal konnte eine Segensreiche Einrichtung geschaffen werden. Obwohl die Genossenschaft erst im vorigen Jahre gegründet wurde, wesst sie jetzt schon eine nach mehreren Hunderten zählende Mitgliedev- zahl auf und einen Jahresumsatz von über 6 Millionen. Die Einlagen betragen über 200 000 Mark. Die Hast- und Garantiesummen, sowie Reserven, betragen rund 300 000 Mark. * Odenheim, 26. Juli. (Radfahrerfest.) Bei dem Gründungsfest des Radfahrervereins „Wanderlust" wurde im Korsofahren folgendes Ergebnis erzielt: Außer Gau: A-Klafse: 1. Hilsbach 23,8 Punkte. 1 a-Preis, 2. Landshausen 23,7 Punkte, 2 a-Preis, 3. Waldangelloch 22,5 Punkte 2 a-Preis. 4. Walldorf 21,8 Punkte, 3 a-Preis, 5. Sickingen 21,1 Punkte, 4 a-Preis: B- Klasse: Mühlhausen 17 Punkte, 1 b-Preis, 2. Untergrombach 16,6 Punkte, 2 b-Preis, 3. Heidelsheim 114 Punkte, 3 b-Preis. — Im Bund: A-Klasse: 1. Stettfeld 91,2 Punkte. 1 a-Preis, 2. Hambrücken 84,4 Punkte 2 a-Preis: B-Klasse: I. Zeutern 70 Punkte. I b-Preis, 2. Weiher 66,4 Punkte. 2 b-Preis, 3. Oberacker 64,8 Punkte. 3 b-Preis. * Molschenberg, 26. Juli. (Die Wassernot) hat in der letzten Zeit in unserer Gemeinde die Einwohner genötigt, durch eigenes Stoßenlasfen von Brunnen sich wieder Wasser zu beschaffen. Während jedoch im nordöstlichen Teile des Dorfes, im sog. Brunnenberg, in einer Tiefe von 8—10 Metern reichlich Wasser vorhanden ist. gelingt das Bohren im südlichen Dvrfteile umso schwerer. Bor einigen Jahren schon hatte man hier den Versuch gemacht, einen Brunnen zu bohren: aber leider kam man zu keinem Resultat, da selbst bei einer Tiefe von zirka 30 Metern das Wasser fehlte. Einer Ubstadter Firma ist es schließlich gelungen, im höchsten Punkte des Tories in 30 Meter Tiefe Wasser zu finden, das für G nußzirocke orauchbar ist. Da aber dieser. Brunnen nicht ausreicht, so wäre es sehr wünschenswert, wenn in diesem Teile des Dorfes vielleicht doch noch einige Brunnen gegraben werden könnten. Freitag, den 27. Juli 1928. % Sulzfeld, 26. Juli. (Iagdverpachtuyg.) Die Gemeinde verpachtete die Gemeindejagd der hiesigen Gemarkung in zwei Bezirken: Jagdbezirk 1, umfassend 620 Hektar, darunter etwa 64 Hektar Wald, an Karl Feeser, Privatier in Eppingen und Metzgermeister und Kronenwirt Robert Guggolz in Sulzfeld für 700 RM. pro Jahr; Jagdbezirk 2, umfassend 560 Hektar Felo, an Heinrich Thomä, Wirt, Johannes Peter, Kaufmann und Karl Feeser, Privatier, alle von Eppingen, für 570 RM. pro Jahr. Die Pachtzeit dauert vom 1. Februar 1929 bis 31. Januar 1938, also neun Jahre. Trotz weitester Verbreitung der Anzeige über oie Iagdverpachtung fehlte es an Bietenden und war daher der Gang der Verpachtung schleppend. Der Rest der Gesamtgemarkung, die 1875 Hektar groß ist, stellt Jagdbezirk 3 dar, über den mit den Grundherren von Göler eine Vereinbarung getroffen wurde, die die beiderseitigen Interessen wahrt. Bezirk 3 gilt daher als Eigenjagd der Grundherren gegen entsprechende Entschädigung zugunsten der Gemeindekasse. t Schönau, 26. Juli. (Schwerer Motorradunfall.) Gestern abend stieß ein Motorradfahrer aus Mannheim mit dem Pferdefuhrwerk eines Metzgermeisters kurz vor Heiligkreuzsteinach so unglücklich zusammen, daß der Metzgermeister und der Motorradfahrer nebst seinem Begleiter schwer verletzt wurden. Das Pferd allein rannte unverletzt mit Wagenteilen davon. Den Verunglückten wurde sofort ärztliche Hilfe zuteil. f Erbach, 26. Juli. (Flugtag.) Köhl und von Hünefeld haben durch Einsatz ihres Lebens im Vollbringen ihres großen Fluges der deutschen Luftfahrt Weltgeltung geschaffen. In kaum zwei Jahren hat das Flugzeug seine Wirtschaftlichkeit errungen. Bon den kleinsten Sprüngen in der Luft bis zu dem großen Flug von Ost nach West. Der Flugtag in Erbach im Odw. am 29.Juli: 1928, nachmittags 2 Uhr, auf den Gelände» der unteren Setz- wiesen will Allen, auch den noch Fernstehenden zur Fliegers zeigen, wie sicher und zuverlässig das Fliegen ist, in der Ausführung von Loopings, Rollings und Segelflügen. Insbesondere wird das Klemm-Daimler Leichtflugzeug, der Partner zum Volksauto, vor Augen führen, daß jedermann heute fliegen kann. Frl. Hedy Rensch wird zeigen, daß man sicher und beruhigt denk Fallschirm in Gefahr sich anvertrauen kann, gleich wie denk Rettungsring auf dem Meere. In Anbetracht der großen Mühe und Aufwendung, um die Veranstaltung zustande zu bringen, die Flugveranstaltung zu besuchen und dadurch den Flugsport! zu fördern, würdig den Männern Köhl und von Hünefeld. * Waldhausen, Amt Buchen, 26. Juli. (Eine 200 Jahr« alte Eiche), die eine Höhe von 50 Metern hatte, die sog. „Mutter- sichte" beim Roßhof mußte gefällt werden, nachdem sie bereits im vorigen Jahr vom Blitz getroffen worden war. Der Baumstamm hat einen Rauminhalt von etwa 31 Kubikmetern. ** Appenweier, 27.' Juli. (Schwerer Motorradunfall). Mittwochvormittag wollte Lehrer Kämmerer von hier mit seinem Motorrad eine kurze Ferientour machen und stürzte auf offener Straße zwischen hier und Renchen so unglücklich vom Rade, daß er einen schweren Schädelbruch (Basisbruch) davontrug. Wahrscheinlich ist er von einem Schwindelanfall befallen worden, da er sonst als sicherer Fahrer galt. Er wurde ins Offenburger Krankenhaus gebracht, wo er be-j wußtloS darniederliegt. ** Lsfenburg, 27. Juli. (Tödlicher Ausgang eines Un- falls). Im Alter von 68 Jahren ist Fabrikant Otto Btl- finger gestorben. Vor einige» Tagen hatte er sich bei der Aufstellung einer landwirtschaftlichen Maschine infolge Sturzes Verletzungen zugezogen, die nun seinen Tod herbeiführ- tcn, ** Kollnan, bei Freiburg, 27. Juli. (Das Totenglöckletn wird läuten.) Zu dem an der Fabrikarbeiterin Karoline Lohneisen verübten Mord wird der „Freiburger Zeitung" noch gemeldet, daß das Mädchen in der'letzten Woche ein anonymes Schreiben erhielt, in dem angeführt war, daß nächste Woche sein Totenglöcklein läuten werde. Ohne Zweifel hat der Mörder dieses Schreiben an sein Opfer gerichtet und damit kundgetan, daß er seine schreckliche Tat von langer Hand vorbereitet hat. ** Nenenbnrg, 27. Juli. Emil Straub war damit beschäftigt bei einem Landwirt auf seinem Heustock Heu hinauf zu geben. Plötzlich glitt er aus und stürzte ab. Er fiel dabei so unglüklich auf die Futterschnetdmaschine. daß er die Wirbelsäule brach. Der Verunglückte ist gleich darauf gestorben. ** Tannenkirch, bei Kanbern, 27. Juli. (Schwerer Unfall». Der Landwirt E. Hagin sen. hatte einen Wagen mit Gerste beladen und wollte gerade vom Wagen heruntersteigen. als plötzlich die Zugtiere durchgingen und den hochbe. ladenen Wagen umwarsen. Hagin kam unter denselben zu liegen, wodurch er sich sehr schwere Verletzungen dabei zu- zog ** Rheinselden, 27. Juli. iBlitzschlag in eine Lokomo, tive». Bei der Einfahrt des 7-Uhrzuges auf der Station Lchweizerisch-Rheinfelden schlug der Blitz in die elektrische j Lokomotive und zerstörte die Isolierung und der Zug blieb • nit einem mächtigen Knall stehen. Nach einer halben Stun- ie etwa konnte der Schaden wieder gehoben werden, so daß ier Zug seinen Weg fortsetzen konnte. Ausschreitungen von Studeute« vor Gericht. Freiburg, 27. Juli. In einer außerordentlichen Sitzung ies Amtsgerichtes wurde über die am 19. Juni sich aufspielenden Exzesse, begangen von Angehörigen zweier hiesiger Studentenverbindungen, verhandelt. Der Ruhestörung, des groben Unfugs und der Sachbeschädigung waren neun Studenten angeklagt. Es wurde mit vereinten Kräften eine Sitzbank aus dem Boden gerissen und über die Böschung in eine Wiese geschlendert, von einem Hydranten der eiserne Verschlußdeckel gewaltsam entfernt, drei Orientierungstafeln abgerissen, ein ausgeschichteter Heuhaufen über die Straße verstreut. Einem Bewohner der Kreuzkopfstraße, der gegen den von Lärm begleiteten Skandal aufmuckte, bewarf man ! das Dach seines Hauses mit Steinen. Die Studenten er-: hielten Geldstrafen zwischen 240 und 180 Mark. j kchon zehn Tage Feuer aus dem Herrensitz des Freiherrn von Zwierlei«. Geisenheim, 27. Juli. Das Großfeuer, das am 15. Juli tuf dem Herrensitz des Frciherrn von Zwierlein entstand, ist immer noch nicht vollständig gelöscht. Abermals mußte )ie Feuerwehr alarmiert werden. Die Gebäude sind bis ruf die Steinmauern und die Seitenflügel total niedergeirannt, nur das Erdgeschoß im Mittelbau steht noch. Um :ine weitere Gefahr der Glut zu bannen, werden wohl die »och stehenden Mauerreste ntedergelegt werden müssen. Die Ermittlungen über die Entstehungsursache des Feuers konnten noch nicht abgeschlossen werden. Belastende Momente zegen den Schloßherrn und seine Gattin, die vorübergehend in Haft genommen waren, liegen nicht vor. Flugzeugunglück bei Bingeu. Bingen. 26. Juli. Auf freiem Felde zwischen Büdesheim und Dietersheim wollte heute in der Mittagsstunde das Flugzeug D. 1106 der südwestdeutschen Luftverkehrs A.-G. Frankfurt a. M. * Nr. 174. Jahrgang 1928. wegen einer Motorpanne eine Notlandung vornehmen. .Beim Niedergehen mußte der aus der Richtung Kreuznach kommende Apparat unter den Telegraphendrähten hindurchfliegen und wäre beim Aufrollen auf die Landstraße gekommen. Der Flieger sah sich deshalb genötigt, den Apparat heruhzureihen und fuhr dabei gegen den Damm der Eisenbahnstrecke. Der Begleitmann wurde bei dem Anprall aus dem Flugzeug geschleudert und erlitt eine Brustquetschung. Der Flugzeugführer selbst kam unverletzt davon. Zwei Millionen Zigaretten werden vernichtet. j Saarbrücken, 27. Juli. Im Saarbrückener Güterbahnhof werden zur Zeit von der französischen Zollbehörde unter Aufsicht eines höheren Beamten täglich große Posten Ziga- retten verbrannt. Die Zollbehörde bewahrt größtes Stillschweigen über die Gründe der Maßnahmen. Im Rausch sein Haus in die L«ft esprengt. Oslo, 27. Juli. (Funkspruch.) In Eidskog hat ein Arbeiter im Rausch sein Haus in die Luft gesprengt. Augenscheinlich wollte er sich und seine Familie töten. Zum Glück hatte seine Frau rechteitig bemerkt, daß ihr von Seiten des Mannes Gefahr drohe und das Haus mit ihren Kindern verlassen. Trotz der furchtbaren Explosion wurde der Arbeiter wie durch ein Wunder nur leicht verletzt. Freiherr Karl von Cetto gestorben. München, 27. Juli. Im Alter von 88 Jahren ist Freiherr Karl von Cetto, der jahrelang erster Präsident des Bayerischen Landwirtschaftsrates und erster stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Landwirtschaftsrates var, gestorben. Sein Hauptwerk ist die Schaffung der bayerischen Landwirtschaftsbank. Bier Personen ans dem Genfer See ertrunken Genf, 27 Juli. Wie aus Vevey gemeldet wird, sind am Mittwoch auf dem Genfer See vier junge Leute im Alter zwischen 18 und 20 Jahren bei einer Bootsfahrt verunglückt. Die Leichen der vier jungen Leute konnten bisher noch nicht geborgen werden. Ueverfall aus ein litauisches Zollamt. Berlin, 27. Juli. Nach einer Warschauer Meldung eines Berliner Abendblattes wurde in der Nacht zum Donnerstag das litauische Zollamt in Kalvaria von Schmugglern überfallen und beraubt. Bei einem Feuergefecht zwischen jerbeieilenden litauischem Militär und den Schmugglern wurden zwei Schmuggler und ein Soldat getötet. Tie anderen Schmuggler konnten entfliehen. Schwere Bluttat eines Eifersüchtigen. Wie«, 27. Juli. lFunkspruch.) Nach einer Meldung des „Tag" aus Graz hat sich in der Ortschaft Stubenberg am Mittwoch ein Eifersuchtsdrama abgespielt. In dem dortigen Gasthof ötete der 28jährige stellenlose Mechaniker Karl Böttcher aus Wien seine Braut, die 26jährige Buchhalterin Luise Mollner, die er mit dem sächsischen Sänger Karl Ben- ker, einem Klempnermeister aus Zeitz, antraf, durch mehrere Schüsse. Benker, der einen schweren Kopfschuß erhielt, starb wenige Stunden später im Krankenhaus. Böttcher jagte sich schließlich, als die Polizei ihn verhaften wollte, eine Kugel in den Kopf. Brückeneinsturz in Tirol. Meran, 27. Juli. lFunkspruch.) Am Dienstag abend ging über der Gegend von Partschins ein schweres Gewitter nieder, was ein starkes Anschwellen der Bäche zur Folge hatte. Auf einem Steg über den Töllbach standen ungefähr zwanzig Personen, um das Steigen des Wassers zu beobachten, als plötzlich infolge der zu starken Belastung die Brücke mit den auf ihr stehenden Personen einstürzte. Dabei wurden fünf Personen schwer verletzt. Frl. Gleiße versucht die Dnrchschwimmnng des Lord-Kanals. London, 27. Juli. Frl. Gleitze ist Donnerstag morgen um 2.50 Uhr von Tonaghadse aus zu ihrem Versuch der Durchschwimmung des Lord-Kanals nach Port Patrick gestartet. 'I- r ; ■' : Wir liegen zu viel im Bett! Diese Feststellung hat der greise Edison, der berühmte amerikanische Erfinder, kürzlich einigen Berichterstattern gegenüber gemacht. Er führt, wie er sagt, seine tatsächlich für sein hohes Alter überraschende geistige und körperliche Frische und Leistungsfähigkeit darauf zurück, daß er sich in seinem ganzen Leben niemals dem verweichlichenden Luxus hingegeben habe, länger als unbedingt nötig im Bett zu liegen. Ueber diesen Grad der Notwendigkeit freilich wird man nicht immer mit dem Erfinder einer Meinung sein. Als Norm der notwendigen Nachtruhe für den Erwachsenen gelten nämlich im allgemeinen 7—8 Stunden. Edison dagegen behauptet, dieser sieben- bis achtstündige Schlaf sei nichts weiter als ein Nachklang aus jenen Zeiten unserer Urväter, da man noch kein künstliches Licht kannte und also bei Anbruch der Dunkelheit nichts weiter tun konnte, als sich aufs Ohr zu legen. Diese zeitvergeudende Angewohnheit sei im Lause der zahllosen Menschenalter, da man sie wobl Der Laadbote * Sinsheim« Zeitung. oder übel bcibehaltcn müßte, so unausrottbar eingewurzelt, daß noch heute die Mehrzahl der Menschen mit abergläubischer Zähigkeit an ihr festzuhalten pflege, obgleich der eigentliche Anlaß hierzu, der aus Mangel an Beleuchtung aufgezwungene Müßiggang, längst aus der Welt geschafft sei. Nach Edisvns Theorie, die er selbst befolgt, sind zwei bis drei Stunden Schlaf innerhalb eines Zeitraumes von 21 Stunden für einen erwachsenen, gesunden Menschen vollkommen ausreichend. Was darüber ist, so sagt Edison, das ist vom Uebel und macht die Menschen dumm und faul. Allerdings macht Edison bei seinen Schlafvorschriften noch eine Einschränkung. Er sagt nämlich, daß wir uns. wie in den meisten anderen unserer Lebensgewohnheiten, auch hier allzu weit vom Natürlichen und Naturgewollten entfernt haben, als daß man die These von den drei Stunden Schlaf für alle aufrechterhalten könne. Es müssen nämlich die Stunden vor Mitternacht sein, die wir dazu verwenden. Wer gewohnt ist. die Nacht zum Tage zu machen, der wirb nach Edison mindestens fünf Stunden brauchen, um die Folgen seiner naturwidrigen Lebensiveise durch vermehrten Schlaf auszugleichen. Uebrigens hat Edison festgestellt, daß wir während des Schlafes an Körpergewicht verlieren, den Verlust aber bereits in der ersten Stunde des Wachseins wieder ausgeglichen haben. Vielleicht ließe sich auf dieser Ent- deckuna eine neue Methode zum Schlankwerden aufbauen? , Ultra-Violette Schmink-Revolut »n i Nach den Feststellungen des Produktionsschefs der Metro- Goldwyn-Mayer, Direktor Louis B. Mayer, hat die neueste ultraviolette Schminke in Hollywood eine förmliche Revolu, tion hervorgerufen. Es wurde beobachtet, daß das Material dieser Schminke sehr empfindlich aus die ultravioletten Strahlen der neuen Atelierbeleuchtungen reagiert. Ueberdies hat man festgestellt, daß Schauspieler, die unter diesem Licht arbeiteten, von Krankheitserscheinungen, wie Husten, Schnupfen und dergleichen bald befreit waren. Die modernen Reflektoren sind nach einem ähnlichen System konstruiert wie die von den Aerzten für Heilzwecke angewandte Höhensonne Pola Negri als Rachel In ihrem neuesten Film, „Die Liebschaften einer Schauspielerin", filmt Pola Negrin das Leben der berühmten französischen Tragödin der Fünfziger Jahre, der Rachel. — Pola benützte ihren kürzlichen Aufenthalt in Frankreich dazu, Bilder der großen Kollegin in den Theaterarchiven und bei den Behörden auszustöbern, um deren Kleider und Kostüme kopieren lassen zu können. Schwäbische, bayerische Madel», juchhe . . .! Trachtenfest in Friedrichshase». In Friedrichshafcn am Bodensee fand ein Trachtenfest statt, bei dem jung und alt, Männe: und Frauen, in der alten heimatlichen Tracht erschien, die rund um den Bodensee noch viel getragen wird. Das farbenfreudige Bild zeigte Trachten aus Bayern, Schwaben, Baden, Tirol, die in so reichem Maße vertreten waren, daß die fröhliche Buntheit des Festzuges wohl kaum zu überbieten sein wird. Unsere Aufnahme zeigt schwäbische Trachten, dahinter eine bayerische Gruppe. Freitag, den 27. Juli 1928. Turnen. Sport und Spiel. Der Sportverein Sinsheim empfängt am kommenden Sonntag zum Rückspiel die Ersatz-Ligamannschast des B. f. B. Sontheim. Im Borspiel mußte bekanntlich oie Sinsheimer Mannschaft eine hohe Niederlage hinnehmen, zum gewinnen wird es auch auf eigenem Platz nicht reichen, da Sontheim «ine technisch Zut zusammenspielende Elf ins Feld stellt. Spielbeginn 3 Uhr. Das Sportprogramm des Sonntags. Einer der sportltch bedeutendsten, wenn nicht der bedeu- endste Sonntag überhaupt steht uns bevor. Die eigentliche» Olympischen Spiele in Amsterdam rehrnen mit der Athletik ihren Beginn, nachdem diese wich- j ügste Olympische Woche am Samstag vorher mit dem Aufmarsch der Nationen ihre offizielle Eröffnung findet. Bereits am SamStag abend ieginnt das Gewichtheben, das sich auch über den Sonntag :rstreckt, an dem neben dem Fechten die ersten leichtathletischen Kämpfe beginnen. lv Nationen haben ihre Besten entsandt. Am Sonntag steilen die Vorkämpfe und Vorentscheidungen im 400-Meter» hürdenlaufen, 100-Meter-Vor- u. Zwischenläufe, 800-Meter- Borkämpfe und die Entscheidungen im Speerwersen, Hoch- prung und 10 000-Meter-Laufen. Am Montag folgen die l00-Meter-Damen-Vorkämpfe und Vorentscheidungen, die M-Meter-Vorentscheidung und die Entscheidungen 100 Meter Hürden. Hammerwerfen und die 100 Meter für Herren, nachdem vorher die Vorentscheidungen gefallen sind. — Wie man sieht, werden in einigen der geschätztesten Disziplinen der Leichtathletik bereits in diesen beiden Tagen die Würfel fallen. — Wenn unsere Gedanken wie die der ganzen Welt in diesen Tagen in Amsterdam weilen, so wird die deutsche Sport- zemeinde doch am Sonntag nachmittag um die fünfte Stunde ruch einem weiteren ganz großen Ereignis im eigenen Lande lhr Interesse zuwenden. Die Deutsche Fußballmeisterschaft wird in Altona ausgetragen. Das Endspiel vereinigt da- Paar Hamburger Sportverein — Hertha Berliner SC. Dem in Süüöeutschland und auch außerhalb, iestens bekannten Nürnberger Schiedsrichter Maul ist die Leitung des Kampfes anvertraut. Seit Jahren ist zum! irsten Male kein süddeutscher Vertreter im Endspiel. Ueber die beiden Mannschaften haben wir bereits Näheres berichtet. Einen Tip auf den Sieger wollen wir nicht wagen. Wie die Würfel auch fallen mögen: Jeder der beiden Vereine ist des ehrenvollen Titels würdig. — Das Deutsche Turnfest in Köln steht an Bedeutung kaum den vorher behandelten Ereignissen nach. Eine gewaltige Kundgebung der Jünger Jahns, die mit 200 000 Turnern und Turnerinnen zu den Tnrnmeister- schafte« in Köln aufmarschieren werden, steht uns bevor. Die am Donnerstag begonnenen Wettkämpfe werden am Samstag u. a. mit dem Krcisturnen, Säbelfechten, Volksturnen und Schwimmen und den verschiedenen Spielen fort- zesetzt. Am Sonntag steigt der riesenhafte Festzug und anschließend das Schauturnen aus der Jahnwiese Den Abschluß gibt nach den Freiübungen der 10 000 die Siegerehrung. Montags folgen dann nach alter Tradition die Turnfahrten durch die prächtigen Gaue des Rheines. Schon letzt kann man sagen, daß dieses Deutsche Turnfest alle vorhergehenden weit in den Schatten stellt. Marktberichte. Mannheimer Kleinviehmarkt. Dem Kleinviehmarkt am Donnerstag waren zugeführt: 79 Kälber 3 Schafe, 108 Schweine, 432 Ferkel und Läufer. Bezahlt wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in R.-M.: Kälber 72—75, 66 bis 72, 60—64, 50- 56: Schafe 44—48: Schweine — , 70—71, 72 bis 73, 67— 69, 65— 66; Ferkel und Läufer 8—25 R.-M. pro Stück Marktoerlauf: mit Kälbern ruhig, Ueberstand^: mit Schweinen ruhig, ausverkauft: mit Ferkeln und Läufern ruhig. Mannheim, 26. Juli. lProduktenbörfe.) Auf verstärktes Auslandsangebot gingen die Getreide- und Mehlpreise an der heutigen Produktenbörse weiter zurück. Man verlangte für die 100 Kilo waggonfrei ohne Sack ab Mannheim: Weizen inl. 23,50, ausl. 27,25—30,25, Roggen inl. 25—25,25, Hafer inl. 27—28, Futtergerste 23,25—24, Mais mit Sack 21,50, südd. Weizenmehl Spezial Null 35—35,50, südd. Roggenmehl ie nach Ausmahlung 35,75—36,75. Kleie 14 RM._ Wetterbericht. Karlsruhe, 26. Juli. Das gestern südöstlich Island oor- gestoßene Tief hat die norwegische Küste erreicht. Gleichzeitig ist aber auch das atlantische Hoch nach dem Festland über» gegangen, wodurch sich die Wetteraussichten für uns gebessert haben. Bei schwacher Luftbewegung und heiterem Wetter werden die Temperaturen steigen. Bauplatz «mlegnng im Gewann Attauchwtefen in Eschelbach. Der Gemeinderai Eschelbach hat die Neueinteilung der Grundstücke im Gewann „Attauchwiesen" Gemarkung Eschelbach zu Baugrundstücken beantragt. Abstimmungstagfahrt wird auf Somerstag, den S. Augsst 1028, sormittagr 7,45 llht auf das Rathaus in Eschelbach angesetzt. Zu dieser Abstimmung werden die Beteiligten hiermit geladen. Bei der Abstimmung werden Nichterschienene und Richtabstimmende als stimmend gezählt. Die von einzelnen Ergentümtkü gegen den Plan über die Reueinteilung und die Wettausgleichung oder gegen die Abtretung von Grundstücken erhobenen Einwendungen und die Anmeldung etwa hieraus abgeleiteter Entschädigungsansprüche sind alsbald beim Bürgermeisteramt oder beim Bezirksamt anzubringen. Die nicht bis spätestens in der Tagfahrt angemeldtten Ansprüche dieser Att gelten als ausgeschlossen, insbesondere findet eine nachträgliche Geltendmachung derselben im Wege der Klage gemäß § 17 des Ottsstra- ßengefetzes nicht statt. Sinsheim, Ven 26. Juli 1928. e.G.m.b.h. Eine außerordentliche Generalversammlung findet am Samstag, den 4. August, abends 8*/2 Uhr im Nebenzimmer des Gasthauses z. Löwen ,'tt Sinsheim mit folgender Tagesordnung statt: „Beschlußfassung über die Freigabe der bis jetzt verkauften Hausgrundstücke zur unbeschränkten Verfügung der Besitzer und darüber, daß das Wiederkaufsrecht der gemeinn. Baugenossenschaft an dem Hausgrundstück der Martin Bauer Eheleute in Sinsheim nicht ausgeübt wird." wozu die Mitglieder hiermit ringeladen werden. Die Antragsteller find auf Grund des 8 45 Abf. 3 des Genossenfchaftsgefetzes von dem Amtsgettcht Sinsheim unterm 19. 7. 28. Akten z. T. H. 368/28 zur Einberufung der außerordentlichen Generalversammlung ermächttgt worden. Einsheim, den 26. Juli 1928. Der Beauftragte: Martin Bauer Badisches Bezirksamt. Bekanntmachung. Die Evang. Pstege Schöuau in Heidelberg ergibt das Führen von 154 < ow Stücksteinen von en Steinbrüchen in Weiler nach der Abt. II. 11 des Valddistnkts „Linsenstein" aus die Lose 2—5. Angebote pro ebw sind bis Samstag, den 28- 3uli d 3s. mittags 12 Uhr n die Verwaltung einzureichen. Brauehen Sie einen neuen Schirm? dank« Sie an meine große Auswahl in Damen- n. Herrenschirme. Nur der Fachmann gibt Ihnen die Gewähr, wirklich Qualit&ts-Schirme, sowie Spazierstftcke za billigen Preisen anxabieten. MlKtcfflapr, Heideibiri Plöck 11 Oegrörolet 1» Bitte beichten Sie die Preise im Fenster. Eine schwere mit Mutterkalb zu verkaufen. Foh. Hildenbrand Eteinhauer, Weiler. 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