Erscheint tSglich »U Ausnahme der Feiertag«. Bezug». Preis: Durch die Post bezogen und durch he» Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus Monatlich Goldmark 1.80 cher Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. Au Fällen von höherer Gewalt »«steht kein Anspruch auf Liefer- «ng der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. «efchästSzeiH bis 5 !lhr Sonntags geschloffen. Der iCandbote Sinsheimcr MM Zeitung fsis General-)!Zeiger für bas^y^ klsenz-und bcluvarzbaclital HelteTt» and verbreitetst» Leitung dieser Gegend. yeupt-slnzeigen-Sintl IIUMtUdM Beilagen t Dn)( FNuttrierl» • Ha* ckern Reich der ßßode • Ratgeber für kf»a*- and CandwirtTcbaft Merus pr e ch-Anschluß Nr. 465 Postscheck-Konto Karlsruhe Rr. 6908 Anzeigen.Pretse. Anzeigen: Die ZZ mm drei» Millimeter-Zeile 6 Voldpfg. Reklamen: Die 92 mm breit« Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- und Textteil ist Petit. 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Nach einer Würdigung des französischen Pavillons, der im Geiste des sonnigen, schönen und mächtigen Frankreich atme, betonte Dr. Adenauer, der Besuch des Ministers Herriot, der im Aufträge des französischen Ministerrats käme, der Besuch so hervorragender Vertreter der öffentlichen Meinung Frankreichs hänge nicht zusammen mit den aktuellen Fragen der Politik. Wir haben furchtbares erlebt; Wir haben gesehen, welches Geschick der Menschheit droht, wenn die Mittel einer fortgeschrittenen Technik, wenn die Menschenmassen unserer Zeit, wenn die Organisationsfähigkeit unseres Zeitalters zu Zwecken der Vernichtung gebraucht werden. Das alte Europa liegt in Trümmern. Wir stehen an der Schwelle eines neuen Zeitalters, einer neuen Epoche der Menschheit. Dieses neue Zeitalter kani» Rn besseres werden und muß ein besseres werden, wenn die Gutgesinnten in allen Ländern es wollen und dafür arbeiten: Wollen und Arbeiten mit Ernst, mit Ausdauer, mit Hingabe, unentmu- tigt durch Spott oder Fehlschläge, in der sicheren Ueberzeugung, daß der Gedanke des Friedens und der Verständigung siegen muß, wenn nicht Europa untergehen soll. Die Gedanken der Aechtung des Krieges, der Abrüstung, der Verständigung, der friedlichen Beilegung aller Streitpunkte, der Sammlung aller Völker in einer Gesellschaft gleichberechtigter Mitglieder marschieren: sie marschieren, wenn auch langsam. Der Presse aller Länder wies der Redner die Aufgabe zu, die öffentliche Meinung der Welt dahin zu bilden: „Was im Leben der einzelnen Menschen untereinander unerlaubt ist, das muß auch im Verhältnis der einzelnen Staaten zueinander unerlaubt sein. Wie Recht und Moral für den einzelnen gelten, so müssen auch Recht und'Moral für die Völker und Staaten Geltung haben. Weiter müßte die Presse die Hauptarbeit tun, -um die Wolken von Mißtrauen zu zerstreuen, die über den Völkern Europas liegen. Fch bin der festen Ueberzeugung *-■ mit diesen Worten wandte sich Dr. Adenauer an die Herren aus Frankreich — daß, von einem verschwindend kleinen einflußlosen Bruchteil abgesehen, die überwiegende Mehrheit der Franzosen und Deutschen friedliebend, ehrlich und zuverlässig ist. Lernen wir einander kennen, trauen wir einander, vertrauen einander; das ist der Weg zum Frieden, nicht zu einem Frieden, der auf Waffen und Wehr beruht, und der daher niemals sicher ist, sondern zu einem wahren und dauerhaften, auf Vertrauen, auf Gemeinschaftlichkeit und Herzlichkeit beruhenden Frieden. Frankreich hat die Möglichkeit, das Herz Deutschlands zu gewinnen. Gebe Gott, daß es sie nütze. Mit einem Hoch auf Herriot. der durch Wort und Tat bewiesen habe, daß er ein Freund des Friedens sei, schloß der Oberbürgermeister Kölns. Als Vertreter der Reichsregierung sprach der frühere Minister Külz der Reichskommissar der Pressa. Er zitierte Herriots Wort, das sagt: Für den Frieden kann nur wirken, wer innerlich friedlich gestimmt ist. Ich wünsch aufrichtig, so fuhr Külz fort, daß seine Anwesenheit bei uns ihn überzeugt, daß dieses Wort für uns zutrifft, und daß sich auch die Gesamtheit des französischen Volkes von dieser Ueberzeugung erfüllen lasse» möge. Die spontanen Aeußerungen deutsch» Volkstums und deutschen Kulturwil- lens, wie sie sich auf dem Deutschen Sängerfest in Wien und auf dem Deutfchn Turnerfest in Köln gezeigt haben, haben nich aggressiven Charakter. Im Gegenteil, auch sie stehen genau wie diese Ausstellung im Dienste einer der friedlich» Menscheitsentwicklung dienende« nationale» . Strömung. Die innerste Seele des deutsch» Volkes gehört dem Frieden. Das Europa der Zukunft wird pazifistisch sein, oder es wird nich sein. Ich vermag keinen Grund zu erkennen, warum die beiden großen Völker Frankreich und Deutschland sich künftig 'nicht gemeinsam in den Dienst friedlichr Höherentwicklung der Menschheit stellen könnten. Sie sind geradezu bestimmt, alles zwischn sich hinwegzuräumen, was ihren gemeinsamen Dienst an der Menscheit beeinträchtigen könnte. Diese Entente cordiale zu gemeinsamem Menschheitsdienst wird sich um so sichrer einstelle», je eher und je restloser in den äußeren Daseinsbedingungen und i» den gegenseitigen Beziehungen die Spuren einer schmerzvollen Vergangenheit beseitigt werden. Wer aufrichtig die Verständigung, und die harmonisch Zusammenarbeit unserer beiden großen Nationen wolle, der werde auch um so aufrichiger bereit sein, endgültig den Schlußstrich unter Maßnahmen zu setzen, die aus einer anderen Zeit stammen. Di« best« Sichrhest gegen dm Krieg ist der Wille zum Frieden. Wo dieser Wille fehlen würde, da bleibt auch jeder Locarnopakt und jeder Kriegsächtungspakt ohne Inhalt. Herriot antwortet. In seiner Erwiderung auf die Begrüßungsansprachn des Oberbürgermeisters Dr. Adenauer und des Reichkommissars, Mieter a. D. Külz, begrüßte Herriot die Worte, mit denen der Vertreter der Reichsregierung den Friedenswillen des deutsch» Volkes betonte. Nicht ohne jede Bewegung habe er dessen Erklärung vernommen, daß die Zukunft der Idee gehöre. Auch er sei überzeugt, daß es keine höhere Pflicht gebe als die, geistige Werte zu entwickeln und die ehemaligen Gegensätze durch einen edlen Wetteifer für das Geschick der Menschn zu ersetzen. Frankreich habe immer, soweit es ihm möglich war, den Idealismus hoch gehalten, und man könne sichr sein, daß es seiner eigenen Tradition unverändert -treu bleiben werde, und daß man es zu jeder ehrlichen Verständigung für den Frieden bereit finden werde, der der heißeste Wunsch seines Volkes sei. Nach einer begeisterten Würdigung der Stadt Köln bekannte sich Herriot zu den Worten Adenauers: Für alle wahrhaft Zivilisierten sei die Zeit gekommen, in der die Kräfte, die so lange für die Werke des Todes benutzt worden sind, nun für die Werke des Lebens eingesetzt werden. Es geht nich, so erklärte Herriot weiter ohne ununterbrochnen Feldzug gegen Skeptizismus, gegen Spott und Dummheit, gegen sich erneuernd« Vorstöße der Gewalt, ja, es gibt Gewissen, die noch zögern vor diesen neuen und sicheren Formen der Pflicht, und die man ermutigen muß. Aber je schwerer die auferlegte Pflich ist, desto mehr entsprich sie der Würde einer Elite, um so sichrer bringt sie den urtümlichsten Willen der Massen zur Geltung. Mit Dankbarkeit werden sie die Männer begrüßen, gleichviel welcher Nationalität, die ihnen eni> lich Ruhe bringen, Ruhe in ihrer Arbeit und für das Leben ihrer Kinder. Ihnen, meine Herren, kann ich hier die Versicherung geben, daß das republikanisch Frankreich von der Notwendigkeit einer stabilen Organisation Europas und der Welt durchdrungen ist. Es hat im Laufe der Zeiten selbst zu sehr gelitten, um nicht zu wünschen, daß der beste Wert der Nation sich in friedlichm Eifer auf Wirtschft und Wirtschftsleben konzentrieren möge. Frankreich weiß, wie groß der Anteil Deutschlands auf allen Gebieten von Wisienschft, Kunst und Literatur ist. Wie könnte ich als Minister des öffentlichn Unterrichs die Größe der deutschen Gedanken verkennen? Wie könnte ich vergessen, daß der deutsche und der französisch Genius sich stets wechselseitig beeinflußt haben, seit der Zeit des Mittelalters bis zur neuen Epoch der Romantik? Wie könnte ich mich nicht erinnern, daß ein deutscher Philosoph wie Kant uns die Pflicht unserer Zeit gelehrt hat^ indem er uns die Ehrlichkeit jenes moralisch» Gesetzes lehrte, das von jetzt an das Leben der Völker beherrschen soll, wie es bisher schon das Leben des einzelnen regelt. Für unsere Generation ist es ja das wichtigste Problem, der Gesellschaft, der Nation die Rechtswirtschft zu geben, die heute jeder nationalen Gcmeinschft ihre Sicherheit verleiht. Wie kann man eine so umfassende Mission ohne die Mitarbeit der deutschen und der französischen Gedanken verwirklichen. Die Journalisten aller Länder, Die diese herrlich, glänzende Stadt besuchen, mögen erkennen, welch unendlich große Rolle sie bei dieser materiellen uno moralischen Neuorganisation der Welt zu spielen haben. Die Mittel der Politik haben sich geändert seit der Zeit, wo die Völkerführer nur mit dem nach träglichn Urteil der Geschichte oder höchstens mit der Drohung eines Pamphlets zu rechnen hatten. Sie kann tiefe Srelenbewegungen verursachen, Leidenschaften entfesseln, gefährlich Instinkte ermutigen oder im Gegenteil dev Bernunft der Staatsmänner zur Seite stehen. Der'Stadt Köln muß man danken, daß sie diese Kundgebung veranstaltet hat, um den hervorragendsten Vertretern der Presse zu sagen, daß sie uns helfen, der unglücklichn Menschheit den Frieden zu bringen. Minister Herriot schoß mit einem Vergleich der Arbeit für den Frieden und den Dombau. Noch schwieriger mag es schinen, ein Unternehmen zu Ende zu führen und allen Leidenschften zu trotzen, um jenen Tempel der Menschlichkett zu verwirklichen, den die klarsten und edelsten Geister hervorgefchut haben. Aber schon sind die Grundsteine gelegt. Unser aller ist die Aufgabe, die Frist zu kürzen, um den Hoffnungen der Völker gerech zu werden und das starke geistige Gebäude zu vollenden, in dessen Schutz die Massen aufhören werden, sich zu hassen, um sich endlich kenne» und lieben za lernen. Englisch-französisches FloltenabkouMN Die Vorgeschichte des euglisch-sranzöfischen Flottenabkommens. Paris, 3. August. In Pariser politischen Kreisen ist man auf Grund deffen, was bisher über den Inhalt des englisch- französischen Flottenabkommeus in die Oesfentlichkeit gedrungen ist, der Meinung, daß Frankreich dadurch wieder seinen Platz in der vordersten Reihe der Flottenmächte gefunden habe. Aufschlußreich ist ein Rückblick, den der offi- ziöse »Petit Parisien" über die Vorgeschichte des Abkommens gibt. Das Blatt verweist darauf, daß infolge der ungelösten Flottenfrage alle Verhandlungen zwischen London und Paris seit Kriegsende nahezu ins Stocken geraten seien. Die Auffaffung der britischen Admiralität habe in gewiffen Ausblicken derart von der Auffaffung Frankreichs abgewichen, daß die französischen Unterhändler daran verzweifelte«, die richtige Formel zu finden, obwohl man sich in Paris und London der Wichtigkeit eines Abkommens für Europa und die ganze Welt bewußt gewesen sei. Das Zustandekommen des Flottenabkommens betreffe für England und Frankreich die endgültige Beseitigung des wesentlichsten Streitpunktes. Ten Regierungen in London und Paris sei jetzt die Möglichkeit gegeben, die anderen Fragen in Angriff zu nehmen, an deren Lösung bisher niemand habe denken können. Ter letzte Abschnitt der Verhandlungen,-der nach zweieinhalbmonatiger Dauer am 28. Juli zum Abschluß kam, hätte nach dem Tage begonnen, an dem die englischen Vorschläge, die das militärische mit dem Flottenpro- gramm verknüpften, den obersten französischen Bertetdt- gungsrat zur Auffaffung geführt hätten, daß er auf eine Fortsetzung der Verhandlungen verzichten müffe. In diesem Augenblick habe ein Vorschlag des französischen Marine- winisters, der auf rein technischem Gebiet in enger Verbindung mit dem Quai d'Orsay und den französischen Völkerbundsvertretern gearbeitet habe, die Aufmerksamkeit der englischen Regierung erweckt, die schließlich diesem Gegenvorschlag zustimmte. Die Einigung sei am Vorabend des französischen Nationaltages, am 14. Juli erzielt worden. » Berlin, 3. August. Das zwischen England uqd Frankreich in der Seeabrüstungsfrage erzielte Kompromiß ist der deutschen Regierung noch nicht amtlich zur Kenntnis gekom- men. Eine Stellungnahme Deutschlands zu diesem Kompromiß ist daher vorläufig noch nicht möglich. Trotzdem kann jetzt schon darauf hingewiesen werden, daß Deutschland jedes Uebereinkommen, das eine Wiederaufnahme der Abrüstungsarbeiten gestattet, begrüßen würde. Kellogg wünscht eine Veröffentlichung des Llebereinkommens London, 3. August. Im amerikanischen Staatsdepartement war bis zum Mittwoch abend die Note des britischen Außenministers, in der Einzelheiten über die französisch- englischen Flottenverhandlungen gegeben werden, noch nicht eingetroffen. Staatssekretär Kellogg hat die amerikanische Botschaft in London angewiesen, die englische Regierung um die Zustimmung zu einer Veröffentlichung der Einzelheiten des französisch-englischen Ueberein.ommens zu ersuchen. - Englands Schuld am Weltkrieg Der dritte Band der britischen Dokumente über die Entstehung des Krieges heransgegeven. Berlin, 3. August. Nach einer Meldung der Berliner Blätter aus London ist am Donnerstag der dritte Band der britischen Dokumente über die Entstehung des Krieges herausgegeben worden. Er enthält eine Anzahl von Kommentaren und Notizen, die König Eduard auf den Dokumenten des Auswärtiges Amtes verzeichnet hat. Auch Spanien unlerzeichnel den Kellogg-Patt London» 3. August. (Funkspruch.) Der spanische Ministerpräsident, General Primo de Rivera, kündigt seine Abreise nach Paris zur Unterzeichnung des Kellogg-Paktes für den 25. August an. Primo de Rivera will zwei Tage in Paris bleiben. An Berliner amtlichen Stellen liegt bisher noch keine Nachricht darüber vor, daß auch Spanien zur Unterzeichnung des Kellogg-Paktes eingeladen worden ist. Mit der Möglichkeit einer Unterzeichnung des Paktes auch durch Spanien ist jedoch nach der bereits erfolgten Erweiterung des Kreises der Vertragspartner durchaus zu rechnen. Alarm an der Aord-Sst-Grevze Polnische Truppenbewegungen in de« Grenzgebiete«. Schneidemühl, 3. Aug. (Funkspruch.) Zu den beunruhigenden Meldung über die polnischen Truppenverschiebungen in Pommerellen kann noch folgendes mitgeteilt werden: Eine amtliche Erklärung ist bis jetzt weder von deutscher noch von polnischer Seite erfolgt. Bon polnischer Seite werben nach wie vor die beunruhigenden Nachrichten, die zuerst von der „Weichselzeitung verbreitet wurden, bestritten. In der Bevölkerung Marienwerders und der anderen deutschen Grenzorte herrscht nichtsdestoweniger eine außerordentlich starke Erregung über die angeblichen polnischen Maßnahmen, deren Zweck man noch nicht durchschaue« kan«. Ebensolche Erregung herrscht in der deutschen Bevölkerung in Pommerellen, denn hier wirkt sich die inuerpolitische Kris« noch besonders aus. Ueber den Zweck der Manöver sind folaende Versionen Zn wenigen Worten In Berlin wurde der Privatdiskont am Donnerstag auf Pi» v. H. für beide Sichten ermäßigt. • Der Norddeutsche Lloyd erwartet in der nächsten Zeit das kintrefsen eines Teilbetrages seines Fretgabe-GuthabenS. * In der Skuptschina verlas am Donnerstag Ministerpräsident Korosetsch die Regierungserklärung. * Primo de Rivera hat seine Abreise nach Paris zur Unterzeichnung des Kellogg-Paktes für den 25. August ««• gekündigt. « Der deutsche Dampfer „Columbus" ist Courtney, der 800' Meilen westlich der Azoren mit seinem Flugzeug auf offener See notlanden mußte, zu Hilfe geeilt. * Major Francolm, der mit seinem Flugzeug zum Welt- flug gestartet war, ist nach Huelva zurückgekehrt. Ein .neuer Start soll bevorstehen. * Die Ilebcrschwemmungskatastrophe im Amurgebiet nimmt immer größeren Umfang an. * Aus Brasilien kommen Meldungen über starke Kälte und Schneefälle. * Nunmehr ist auch der letzte Tote des Eisenbahnunglücks von Dinkelscherben erkannt worden. Nr. 180. Jahrgang 1928. Der Landbote * Tinsheimer Zeitung. Freitag, den 3. Juli 1928. möglich: 1. Das Manöver richtet sich gegen Deutschland und Danzig, 2. die Truppen werden verwandt, um Pilsudskis innerpolitische Paktpläne zu verwirklichen, 3. die Manöver richten sich gegen Litauen. Die erste Möglichkeit ist ganz unwahrscheinlich. Es laufen zur Zeit sowohl in Marienburg usw. wie auch an der anderen Seite des Korridors in der Grenzmark Posen, Westpreutzen, Gerüchte um, daß polnische Truppen bereits die Grenze überschritten hätten oder überschreiten würden. Diese Meldungen entbehren jeder Grundlage. Im Gegenteil, soweit man bis jetzt in Erfahrung bringen konnte, scheint es, als ob Polen seine Truppen von der pommerellischen Grenze fortzieht und an der anderen Seite des Korridors zusammenfaßt. Dieser Umstand beute eher darauf hin, daß die Truppen an die litauische Grenze weitergeleitet werden sollen. Den Ausnahmezustand, der aufs neue bestätigt wird, erklärt man damit, daß Polen versuchen wolle, die Truppenbewegungen Deutschland gegenüber zu vertuschen. Befürchtungen, daß Polen Deutschland gegenüber etwas unternimmt, erscheinen aber grundlos. Militärische Besprechungen Polens mit Rumänien Warschau, 3. Aug. (Funkspruch.) Am Mittwoch ist abermals eine Abordnung höherer rumänischer Generalstabsofft- ziere in Warschau eingetroffen. Man nimmt an, daß es sich um Besprechungen zwischen dem polnischen und rumänischen Generalstab handelt, wie sie in der letzten Zeit sowohl in Bukarest wie in Warschau und Paris stattgefunden haben, ohne daß über Inhalt und Zweck dieser Besprechungen Näheres bekannt geworden ist. Masaryk bei Dr. Stresemann Prag, 3. Aug. (Funkspruch.) Amtlich wird bekannt- gegeben, daß Präsident Masaryk am Mittwochmittag Reichs- außenminister Dr. Stresemann in Karlsbad einen Besuch abstattete. Masaryk ist noch am Mittwochabend von Karlsbad nach Lana abgereist. Sotschasler v.Soesch bei Sriand Paris, 3. August. (Funkspruch.) Der deutsche Botschafter v. Hoesch hatte am Mittwoch mit dem Generalsekretär des französischen Außenministeriums, Berthelot, und am Donnerstag mit Briand längere Unterhaltungen, die verschiedene zwischen Deutschland und Frankreich und auf dem Gebiet der internationalen Politik schwebende Fragen zum Gegenstand hatten. Bon französischer Seite verlautet, daß Briand und v. Hoesch sich über den Zwischenfall in Landau und über die Pariser Reise Stresemanns unterhielten. Schwedische Flottenmanöver Stockholm, 3. Aug. Mittwoch begannen unter dem Oberbefehl des Königs Gustaf vierzehntägige Kriegsübungen der gesamten schwedischen Flotte. Die Manöver erfolgen in dem als Kriegszone erklärten Gebiete von Stockholm bis Karlskrona, einschließlich der Inseln Gotland und Oeland. Zum ersten Male wird bei den Uebungen eine Zusammenarbeit zwischen der Kriegs- und Handelsflotte unter Ausnutzung der Erfahrungen des Weltkrieges angeorönet werden. Gleichzeitig soll die Luftflotte eine lebhafte Tätigkeit entfalten. Gescheiterte Ozeanfliige Hilfe für Lonxtney Rotlandung Conrtneys ans hoher See. Remyork, 3. August. (Funkspruch.) Nach einem Funkspruch des Dampfers „Berengaria" ist das Flugzeug Court- neys 500 Meilen westlich der Azoren auf See niedergegangen. Die Gründe für die Unterbrechung des Fluges sind nicht bekannt. Ein- Gefahr für Flieger und Maschine soll angeblich nicht bestehen. „Colnmbus" kommt Courtney z« Hilfe. Remyork, 3. Aug. (Funkspruch.) Ein Funkspruch aus Chatham besagt, daß der deutsche Dampfer „Columbus" Courtney, der bekanntlich 500' Meilen westlich der Azoren auf See niedergehen mutzte, zu Hilfe geeilt ist. Londo», 3. Aug. (Funkspruch.) Die drei Ozeandampfer „Ceöric", „Keltic" und „Präsident Hayes" befanden sich Donnerstagabend in der Nähe der Stelle, an der Kapitän Courtney 500 Meilen von den Azoren entfernt niedergehen mußte. Eine Gefahr für das Flugzeug und seine Insassen besteht nicht. Wie es scheint, ist das Flugboot Courtneys in einen Sturm geraten und befand sich bereits wieder aut dem I Rückflug nach den Azoren, als es zum Niedergehen gezwungen wurde. Durch die sehr schlechte Sicht infolge starken Nebels wird die Auffindung der Flieger erschwert. Wie aus Newyork gemeldet wird, hat der amerikanische Dampfer „Präsident Hayes" die Stelle erreicht, an der Courtney niebergegangen sein soll, hat aber von Maschine und Flieger keine Spur entdecken können. Auf drahtlose Anrufe erhielt das Schiff keine Antwort. Major Franco ««gekehrt. Paris, 3. August. (Funkspruch.) Wie die Mittagblätter aus Madrid melden, ist Major Franco, der mit seinem Flugzeug zum Weltflug gestartet war, nach Huelva zurückgekehrt. Man glaubt, daß er am Donnerstag einen neuen Start versuchen wird. Wie aus Liffabon ergänzend gemeldet wird, soll das Flugzeug zu schwer belastet gewesen sein. Zwei tödliche Flugzeugabstürze i« Italic«. Rom, 3. August. In Italien ereigneten sich am Mittwoch zwei Fltegerunfälle, einer bei Bersenzano und einer auf dem Flugplatz von Ghigi, bei denen die beiden. Piloten der Flugzeuge tödlich verunglückten. „Zn Aebel und Sturm niedergegangen" Eine Flaschenpost Hinchcliffes gefunden? London, 3. Aug. Bei Flint, einem Hafen an der Küste von Nordwales, wurde eine Flaschenpost der im März d. I. bei einem Ueberseeflug ums Leben gekommenen Flieger, Kapitän Hinchcliffe und Elfte Mackay aufgefischt. Die Mitteilung lautet: „Lebt wohl, Elfte Mackay und Kapitän Hinchcliffe. Niedergegangen in Nebel und Sturm." Die Mitteilung ist zunächst mit aller Vorsicht behandelt worden, doch glaubt man nunmehr, baß es sich tatsächlich um den letzten Gruß Hinchcliffes und Elfte Mackaus bandelt. Erster deutscher Leichtathletik-Sieg Weltrekordzeit! Amsterdam, 3. Aug. (Funkspruch.) Der erste deutsche Leichtathletik-Sieg, nicht nur der olympischen Spiele in Am- berdam, sondern der modernen olympischen Spiele überhaupt, gelang am Donnerstag Frau Radke, indem sie de« 8t>v-Meter-La«f der Damen in der ganz hervorragenden nenen Weltrekordzeit 2:16,8 vor der Japanerin Hitomi ae^^n«. Die beiden anderen deutschen Teilnehmerinnen konnten sich nicht plazieren. Vorher hatte der 1500-Meter-Endlauf eine Enttäuschung für Deutschland gebracht, denn keiner der drei deutschen Teilnehmer, Wichmann, Krause und Bücher, konnte sich plazieren. Sieger wurde der Finne Larva in der Zeit 8,53,2. Den Dreisprung gewann der Japaner Oda mit 15,21 Metern. Deutsche Teilnehmer nahmen an dieser Konkurrenz nicht teil. In den 400-Meter-Vorläufen, die wenig Kampf brachten, da mehrfach nur zwei Läufer starteten, gewannen die vier deutschen Läufer ihre Borläufe. In de» Einer-Vorläufen der olympischen Ruderregatta verlor der deutsche Meister Flinsch feinen Vorlaus knapp gegen de« Australier Pearce. Deutschland erfolgreichste Ration im olympische« Knnsttnrnier. Helene Mayer gewinnt das Florett-Tnrnier. Amsterdam, 3. August. Das olympische Kunstturnier, der Wettbewerb im Rahmen der olympischen Spiele, der nicht auf dem Gebiet des Körpersports, sondern auf dem Gebiete der Kunst ausgetragen wurde, endete mit einem glänzenden Erfolge Deutschlands, bas allein sieben Preise einheimste. Als nächstbeste Nationen folgen Holland und Frankreich mit je vier.Preisen vor Dänemark, drei, England, Schweiz und Polen je zwei, und Oesterreich, Italien, Luxemburg und Ungarn je einen Preis. Das olympische Florett-Turnier der Damen wurde von der Fianksurterin Helene Mayer gewonnen. Im Speerwerfen belegte Schlogkat-Jnst«rburg einen guten fünften Platz vor dem finnischen Weltrekordmann Penttilä. Segen die Unterstellung deutscher Beamten .unter fremdes Alilitarrecht Köln, 3. August. Ter geschäftsführende Vorstand Landesverbandes Rheinland des Deutschen Beamtenbundes EW &*£ ROMAN vo* 3.SCHNEIDER-F0ERSTL „Dem preffiert's," lachte Hermann, ihm nachsehend. Das Gesinde hatte bereits gegessen, als Ferdl in die Stube trat. Er grüßte und nahm seinen gewohnten Platz ein. Hanna trug ihm die warmgestellte Suppe zu und legte ihm Brot und Messer daneben. Er aß mit sichtbarem Appetit, während die anderen lachend und plaudernd die Stube verließen. „Zenzl," sagte die Köchin, „schmalzen Sie dem Ferdl den Schmarrn noch etwas auf; ich muß noch die Handtücher für die nächste Woche in die Kammern legen." Ein großes Stück Schmalz flog in die Reine. Die Zenzl verrührte es, um den ganzen Schmarrn von dem Fett profitieren zu lassen. Daß der Ferdl so schweigsam war, das ärgerte sie. Als sie ihm den gefüllten Teller vorstellte, sagte sie unfreundlich: „Könnt'st auch kommen, wie die andern, nackcher hält' ma not extra 's 'Gscherr mit dir!" Er blickte sie ruhig an. „Meinetweg'n brauchst dich nöt verunkommodier'n." Gelasien legte er den Löffel weg. schob den Stuhl zurück und verließ mit schweren Schritten die Stube. Ganz niedergeschmettert starrte sie ihm nach und sah dann auf den Teller mit Schmarrn, den er stehen gelassen hatte. Vielleicht kam er wieder. Aber gleich darauf hörte sie feinen festen Schritt oben in der Kammer. Das Herz hämmerte ihr gewaltig. Nach zehn Minuten kam er die Stiege herab, im Sonntagsgewand, den grauen Hut mit dem Gamsbart auf dem Kopf. Die Zenzl hatte es so eingerichtet, daß sie gerade mit dem Spülschaff nach dem Schwanktrog im Hofe ging. Sie war sprachlos, als er unter die Haustüre trat. Wo wollte er hin? Etwa auf und davon? Wegen der einzigen, unlieben Rede, die sie ihm vorhin gegeben? Er sah gar nicht zu ihr herüber, sondern ging geraden Weges nach dem Tor, das auf die Straße führte; nur mit der Dogge, die freudig an ihm emvorfvrana. sprach er ein vaar freundliche Worte uruj klopfte ihr den Hals. Schon am Tor holte ihn dt« Zenzl ein. „Wohin willst geh'n?" fragte sie kurz, aber er hörte ganz deutlich die Angst heraus. Er wendete langsam den Kopf und sagte gleichmütig: „Dir aus'm Weg! Vielleicht krieg ich wo anders a biff'l was z'esien, ohne daß i a unguats Wört'l dabei hör'n muß! Und wenn koa Mensch mehr a Bröck'l für mich hat, und i an jed'n so im Weg bin, wie dir, nacha lauft ja 's Wasser drunt. A Sprung und alles is gar, der ganze Jammer und die ganze Komödie." Schneeblaß bis in die Lippen starrte sie ihm nach, wie er die Straße hinabging. Sie mußte sich an den Torpfeiler lehnen, so war der Schrecken ihr in die Füße gefahren. Alles fing an, sich vor ihren Augen zu drehen. Um einen Halt zu finden, klammerte sie sich an einen der Gitterstäbe. Dann ging sie mit schleppenden Schritten nach dem Brunnen, ergriff den Spüleimer der übervoll gelaufen war, leerte ihn und ging damit ins Haus Durch die offenen Fenster der Stube warf die scheidende Sonne ein breites, glutfarbenes Band. Das braunrote Haar der jungen Magd leuchtete sprühend auf, als sie in die Lichtlinie trat. Aus ihrem schmalgeschnittenen, hübschen Gesicht sahen die braunen Augen glanzlos in das brennende Abendrot. Schwer wie Blei waren die sonst so geschmeidigen Glieder. — Sie hatte ihn gereizt! Warum hatte sie sich auch nicht besier zurückgehalten! Er konnte vielleicht gar nichts dafür, daß er zu spät gekommen war! So quälte sie sich mit den bittersten Selbst- vorwürfen. Nun ging er, wer weih wohin und sie hatte alles verscherzt. Alles! Sie meinte, ihn noch nie so lieb gehabt zu haben, wie in dieser Stunde! So wie er, war ja doch keiner mehr: so brav, so sauber, so sparsam, so fleißig, und seit jenem Abend wußte sie es mit Gewißheit, daß er sie gern hatte. Aber jetzt würde er nimmer reden — nie mehr. Die hellen Tränen liefen ihr über die Wangen und fielen auf die Hände in ihren Schoß. Und dann griff es wie eine eiskalte Hand an ihr Herz. Wenn er wirklich aus Zorn und Gram in den Fluß ging? Wenn sie ihn heimbrächten, tot, mit starrem Gesicht und einem blassen Mund, der sich nie wieder auftat? Und sie? Sie war schuld daran. Dann war sie allein mit ihrer großen Liebe und kein Rufen würde ihn mehr wecken und kein Bitten und kein« Träne. Nicht» brachte ihn mehr zurück. Me hat sich mit der Verhaftung zweier Reichsbqnkbeamten und eines deutschen Polizeibeamten in Maximiliansau und Zweibrücken befaßt und einstimmig beschlossen, die Reichsregierung zu bitten, den Vorgängen ihre besondere Aufmerksamkeit zu schenken und durch Verhandlungen dahin zu wirken, daß die deutschen Beamten im besetzten Gebiet sämtlich von der Unterstellung ujiter fremdes Militärrecht befreit werden, damit sich derartige unverständliche Vorgänge, wie in Maxi- miltansau und Zweibrücken nicht wiederholen können. Erneuter ttebergrisf eines Besatzung-, angehörigen «aiferslantern, 3. August. Am Dienstag nachmittag fuhr ein französisches Pferdefuhrwerk in schnellem Tempo durch die Caritasstraße. Eine in entgegengesetzter Richtung kommende Radfahrerin stieg, als sie sich gefährdet glaubte, ab und ging mit ihrem Rade auf dem Gehweg. Als das Fuhrwerk herangekommen war, sprang ein französischer Soldat hinter diesem hervor und versuchte dem Fräulein das Rad zu entreißen. Dies gelang ihm nicht und er versetzte der Radfahrerin einen Faustschlag und einen Fußtritt, worauf er sich wieder auf das Fuhrwerk setzte und in schneller Fahrt davonfuhr. Bei der nächsten Straßenkreuzung stieß das Fuhrwerk mit einem Personenkraftwagen zusammen, wodurch dieser beschädigt wurde und sein Führer verletzt. daher» gegen die Angriffe -erpresse München, 3. Aug. Die bayerische amtliche Pressestelle wendet sich in einer amtlichen Auslassung gegen die Angriffe, die anläßlich des Eisenbahnunglücks von Dinkelscherben in einem Teil der Presse gegen den bayerischen Staat gerichtet worden sind. Diese Angriffe gingen von der angeblichen Aeußerung des Generaldirektors der Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, über ein bayerisches Reservatrecht aus, das an dem Unglück die Schuld tragen solle. Die Aenßernnge« Dr. Dorpmüllers seien aber unrichtig miedergegebem morde«. Er habe von einem bayerischen Reservatrecht überhaupt nicht gesprochen. Der Staatsvertrag enthalte auch keine Bestimmungen, die sich auf den Bahnbetrieb selbst bezögen. Es könne daher von einem bayerischen Reservatrecht gar nicht gesprochen werden. Wenn jetzt hier und da versucht werde, aus dem beklagenswerten Eisenbahnunglück politisches Kapital gegen Bayern zu schlagen, so müsse diese Verirrung des politischen Kampfes nachdrücklich zurückgewtesen werden. Die bayerischen Eisenbahn-Katastrophen - ein innerpolitisches Problem München, 3. Aug. Einen besonders scharfen Vorstoß gegen die Reichsbahn unternimmt in seiner Donnerstag- Ausgabe unter der Ueberschrift „Verwaltungskatastrophe" der „Bayerische Kurier". Er erklärt, daß jetzt der letzte Zweifel darüber zerstreut sei, daß die letzten großen Verkehrskatastrophen in grundlegenden Fehlern, Mängeln und Versäumnissen der Verkehrsverwaltung ihre Wurzeln haben. Die rücksichtslose Aufdeckung dieser Mängel sei das einzige Mittel, Klarheit darüber zu schaffen, warum gerade Bayern in der letzten Zeit so oft der Schauplatz entsetzlicher Eisenbahnkatastrophen gewesen sei. Kein Ereignis der nachrevolutionären Zeit habe die Massenseele so aufgewühlt und erschüttert wie die letzte Eisenbahnkatastrophe. Diese Maffen- aufregung drohe nicht nur jedes moralische Vertrauensverhältnis der Bevölkerung zur Eisenbahnverwaltung zu zerstören, sie sei auch der Boden, auf dem die politische Verhetzung durch den Radikalismus erfolgen könne. Die Frage der Eisenbahnkatastrophen sei damit zu einer hochpolitischen Frage, ja zu einem innerpolitischen Problem geworden und die Reichsregierung habe die unabweisbare Pflicht, rücksichtslose Klarstellung der Ursachen der Katastrophe herbeizuführen. der letzte Tote ein Württemberger. Stuttgart, 3. Aug. Nunmehr sind die Personalien des letzten noch unbekannten Toten bei dem Eisenbahnunglück in Dinkelscherben festgestellt. Der Tote ist Pfarrer Oskar Löhrl aus Westheim, Oberamt Hall. Todesahnung der Frau Oberlehrer Schenk Weinheim, 3. August. Eine erschütternde Episode aus dem Eisenbahnunglück von Dinkelscherben berichten die warf beide Arme über den Tisch und schluchzte! Ein herzzerbrechendes Weinen durchschüttelte ihren Körper; wie ein Schüttelfrost rann es in ihrem Innern. Sie hatte den Schritt auf dem Hofe nicht gehört und nicht, daß die Türe ging. Wortlos sah Ferdl auf die Weinende. Die Tränen galten ihm! Sein Herz tat einen raschen Schlag. „So viel gern hat's mich!" dachte er gerührt. „Armes Hascherl! Hat g'meint, i komm' nimmer, a so a Dummerl a dappig's!" Als er den Stuhl rückte, fuhr sie auf. Er tat, als sähe er nicht» daß sie geweint hatte. „Hungern tät mi!" sagte er freundlich. Sie erhob sich sofort und ging nach dem Herd, um ihm das im Rohr warmgeftellte Essen an den Tisch zu bringen. „G'seg'n dir's Gott." „Was zum Trink'n hast nöt, gel na?" fragte er bittend. „Na, aber i bring dir glei a Bier. Is so noch an die fünf bis sechs Flaschen im Keller!" Er sah ihr schmunzelnd nach. „Hascherl, arm'sl Aber g'fchad't hab'ns nichts, die Angst'n. Is schon recht a so!" Sie war im Nu wieder zurück und füllte die Flasche in einen Steinkrug, den sie vor ihn hinstellte. „Magst nöt antrink'n Zenz'l?" Sie nippte nur. Ihr war vorhin aller Hunger und Durst vergangen. Ferdl hatte inzwischen seinen Teller geleert und stellte ihn beiseite. „Hast g'nug kriegt, Ferdl?" fragte sie, während sie den Teller an den Herd trug. „Na," sagte er, „scho gar nöt a!" Sie sah ihn sprachlos an. „Ja, was gib i dir denn nachher noch?" wandte sie kleinlaut ein. „A Buss'l gibst mir, nachher könnt i am End' noch ganz g'nug fat wer'n." „Du!" — Ihre Braunaugen sprühten ihn an. „Da muht schon zu wem andern geb'n. A solche bin i net! Ich mein, das könnt'st wiss'n!" „I möcht's aber do amal probiern," lachte er. „Probierst es halt!" Beide Hände auf die Tischplatte gestützt, sah sie ihn an. Ein Flimmern, ein Blitzen war in ihren Augen, kampfbereit stand sie da. Wag es, an mir findest du deinen Mann, sprach jeder Zug ihres Gesichtes. Er lachte! „Is scho recht a so!" dachte er. „Ganz recht Ui' Nr. 180. Jahrgang 1928. Augsburger Neuesten Nachrichten". Äie Frau eines der im Zusmarshausener Krankenhaus verstorbenen Schwerverletzten, Frau Oberlehrer Schenk aus Weinheim, scheint eine seltsame Ahnung von dem Unheil gefühlt zu haben. Wenige Sekunden vor dem Zusammenprall fragte sie ihren Mann noch: „Glaubst du, daß wir unser Ziel noch erreichen?" Der Mann konnte aber nicht mehr erwidern. Ein Splittern und Krachen gab auf die bange Frage der Frau eine nur allzu schreckliche Antwort. Schützend stellte sich der Mann vor seine Frau und empfing daver 5te tot- bringenden Wunden. Die Frau selbst ist nicht allzu schwer verletzt und wird davonkommen. Baden. Synode des Kirchenbezirkes Heidelberg. Heidelberg, 2. August. Am 25. Juli tagte im Lutherhaus dahier die evangelische Bezirkssynode. Sie währte von 8 bis 18 Uhr mit einer zweistündigen Mittagspause. Man beschäftigte sich eingehend mit den don der Oberkirchenbekörde bestimmten Hauptgegenstänöen, nämlich mit dem Geburtenrückgang und der liturgischen Bereicherung der Gottesdienste. Bei der Erörterung des Geburtenrückgangs kam man auch auf die Wohnungsfrage zu sprechen. In ihr kommt nicht nur der Mangel an Wohnung als sittliche und gesundheitliche Gefährdung in Betracht, sondern auch d er unzulässige Zustand der benützten Unterkünfte. Die Synode beschloß, beim Stadtrat und beim Landtag vorstellig zu werden, damit in der Heidelberger Altstadt die Hinterhäuser, die in Höfe und Gärten hineingesetzt wurden, möglichst bald verschwinden und so wieder Luft und Licht für die Vorderhäuser freigeben. Auch wurde die Erwägung angeregt, ob die evangelische Gemeinde nicht — wie in Karlsruhe — selbst eine Sieölungs- genossenschaft gründen könne. — Betreffs der gottesdienstlichen Neuerungen wurden vor allem die weltlichen Synodalen um Meinungsäußerungen gebeten. Das Schmücken des Altarraumes wurde als schön und stimmungsfördernd bezeichnet: man erkannte auch den Wert eines tätigen Mitwirkens der Gemeinde in liturgischen Gesängen. Andererseits wünschte man ein Festhalten am Althergebrachten: Kerzen, das Singen von Fremdworten und darstellende Handlungen des Geistlichen am Altar wurden als unevangelisch abgelehnt. Alle liturgischen Neuerungen sollen dem Empfinden der Gemeindeglieder entsprechen und vom Kirchengemeinderat gebilligt werden. Aus dem Bericht über das kirchliche Leben ist zu ersehen, daß Heidelberg unter den Städten Mannheim, Karlsruhe, Pforzheim und Heidelberg im Kirchenbesuch an zweiter Stelle steht. Die zunehmende Opferwilltgkeit zeigt ein wachsendes Verständnis für die kirchlichen Bestrebungen. — Aus der kirchlichen Bautätigkeit des Bezirks ist zu erwähnen, daß Neuenheim ein Gemeindehaus zu errichten gedenkt, daß man noch im laufenden Jahr das dringend nötige Heim für evangelische Kinder zu beschaffen hofft. Ueber die verschiedenen kirchlichen Organisationen und über die Entwicklung und Aufgaben des Evgl. Jugend- und Wohlfahrtsdienstes wurden Berichte erstattet. Ge gendenrückfichtslofenKraftwage «verkehr pa Das gesetzwidrige und rücksichtslose Verhalten vieler Kraftfahrer innerhalb bewohnter Stadt- und Gemeindeteile löst bei der Bevölkerung des Landes in steigendem Maße starke Verbitterung aus. Diese Verbitterung fand unlängst auch im Landtag starken Ausdruck. Infolge angespanntester Kontrolltätig- keit der staatlichen Polizei und der Gendarmerie ist die Zahl der Strafverfügungen sehr stark gewachsen. Die Bezirksämter sind kaum noch in der Lage, mit dem normalen Prrsonalstand die Strafverfügungen rechtzeitig auszufertigen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß sich die Polizei in den Landgemeinden an der Berkehrskontrolle kaum beteiligt, was die Kraftfahrer auch wissen. Um die Vorschriften der einzuhaltenden Fahrtgeschwindigkeit kümmern sich infolgedessen hier viele Kraftfahrer nicht. Im Ministerium des Innern wird z. Zt. an einer gesetzlichen Grundlage dafür gearbeitet, daß Stmfverfügungen wegen zu schnellen Fahrens von der Polizei und Gendarmerie an Ort und Stelle vollzogen werden, wie man das in der Schweiz und seit einiger Zeit auch in Bayern beobachten kann. Um die Gemeinden ohne Staatspolizei an dieser Aufgabe stärker zu interessieren, soll ein Teil der Einnahmen aus Strafverfüglmgen den Gemeiude- kasfen zufließen. Diese Anordnung richtet sich keineswegs gegen den Automobil- und Krastradverkehr an und für sich, sondern nur gegen jene Elemente, die, wenn sie selbst Opfer der Schnell- raserci in den Straßen sein müßten, am lautesten hiergegen schreien würden: die aber, wenn sie auf dem Fahrzeug sitzen, glauben, die Straßen seien nur für sie da. Freilich darf man von den Fußgängern auch mehr Straßendisziplin verlangen. Was man in dieser Richtung oft beobachten kann, ist kein Ruhmesblatt ftir den allgemeinen Verkehr. Der hier in Frage stehenden Erziehung des Publikums zur Beachtung der allgemeinen Verkehrsvorschriften voran steht aber die Erzwingung der Beachtung gesetzlicher Fahrtvorschriften bei jenen Kraftfahrern, die in rücksichtsloser Weise das Leben ihrer Mitbürger dauernd in Gefahr bringen. Wem innerhalb der Ortschaften eine Geschwindigkeit von 30 Kilometer zu gering ist und wer da glaubt, er könne sich eine solche von 50 und 60 Kilometer erlauben, gegen den kann es nur schärfstes Einschreiten geben. Aus Nah und Fern. * Sinsheim, 3. Aug. (Lohnsteuersenkung.) Durch Rund- erlaß des Reichsfinanzministers werden die Präsidenten der Landesfinanzämter darauf hingewiesen, daß in Verfolg der von der Reichsregierung vor Jahresfrist zugesagten und jetzt gesetzlichen Lohnsteuersenkung ab 1. Oktober ds. Is. die veranlagte Einkommenssteuer um 25 Prozent ermäßigt wird, höchstens jedoch um 36 Mark., wenn das Einkommen den Betrag von 15 000 Mark nicht übersteigt. Diese Ermäßigung ist bei den Vorauszahlungen zu berücksichtigen, die nach dem 30. September d. Is. auf Grund des Steuerbescheids für 1927/28 zu leisten find. Für Einkommen, das nach Abzug des steuerfreien Einkommensteils und der Familienermäßigungen 1430 bis 8000 Mark betrögt, ist die zehnprozentige Steuer für die Vorauszahlungen um 36 Mark zu kürzen. Bei Einkommen von 8000 bis 15 000 Mark findet bei der Veranlagung eine Kürzung des Steuerbetrages nicht statt. Auch hier ist im Steuerbescheid für 1927/28 das Voraus- Sahlungssoll um 36 Mk. zu ermäßigen. *, Einsheim, 3. Aug. (Schulgeldbefreiung an den höheren schulen.) Wie von zuständiger Seit« milgeteilt wird, müssen von «efem Schuljahr an zum erstenmal die Schulgeldbesreiungen an r*® staatlichen höheren Schulen Badens nicht unbedeutend einge- f^änkt werden, da infolge der gespanntesten Finanzlage unseres Landes auch dem Ministerium des Kultus und Unterrichts ge- nngere Mittel als bisher für Schulgrlobefreiungen zur Verfügung stehen. Demnach können nur noch diejenigen bedürftigen Schüler beim Schulgeldimchlaß berücksichtigt werden, die sich — abgesehen von ihrer wirtschaftlichen Lage — durch ihre Befähigung, ihr Betragen. ihren Fleiß und ihre Leistungen vor ihren Mitschülern auszeichnen. D« Landbote * Sinsheim» Zeitung. * Sinsheim, 3. Aug. (Sonntagsfahrkarten am Berfasfungs- tag) zum 11. August (Bersassungstag) werden auf den in Baden gelegenen Stationen sinr Reichsbahndirektionen Karlsruhe und Mainz Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. In dem Bezirk der Reichsbahndirektion Ludwigshafen und denen der übrigen benachbarten Reichsbahndirektionen werden Sonntagsrückfahrkatten nicht verausgabt, dagegen die in Baden zum 11. August verkauften Sonntagsrückfahrkarten als gültig anerkannt. — Zum 15. August (Mariä Himmelfahrt) werden in den Bezirken der Reichsbahndirektion Ludwigshafen und der übrigen benachbarten Reichsbahndirektionen Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. A Sinsheim. 3. Aug. (Wann darf im Zuge geraucht werden?) Die deutschen Eisenbahnzüge sind in Raucher- und Nichtraucher, sowie Frauenabteile eingeleilt, damit Nichtraucher, und passionierte Raucher zu ihrem Recht kommen, ohne daß eine gegenseitige Be- lästtgung erfolgt. Wer auf der Fahrt rauchen will, der suche ein Raucherabteil auf. In den Seitengängen der D-Zugwagen, dis für die Raucher bestimmt sind, ist das Rauchen gestattet, dagegen darf in den Seitengängen der Wagen, die für Nichtraucher bestimmt sind, oder die Raucher- und Nichtraucherabteile zusammen enthalten, nicht geraucht werden. Besondere Bestimmungen bestehen noch für Züge mit nur zwei Abteilen der Polsterklasse, die nicht durch eine Zwischenwand vollständig getrennt sind. In diesen Abteilen ist das Rauchen — wie auch in solchen Fällen durch ein Schild angekündigt wird, — nur mit Zusttmmung aller in beiden Abteilen reisenden Personen gestattet. Wer im Nichtraucherabteil rauchend angetroffen wird, macht sich strafbar. Das Eisenbahnpersonal ist berechtigt, in diesem Fall 2 RMK. einzuziehen und wer diesen Betrag nicht, sofott gezahlt, kann in eine Bahnpolizeistrafe genommen werden. O Sinsheim. 3. Aug. (Kraftfahrzeugsteuervergünstigung für Kriegsbeschädigte.) Durch Paragraph 39 der Ausführungsbestimmungen vom 19. Juli 1928 zum Kraftfahrzeugsteuergesetz sind die Präsidenten der Landesfinanzämter ermächtigt, auf Grund des Par. 108 Abs. 1 Satz 2 der Reichsabgabeordnung Kriegsbe- 5chav«gten, die infolge ihrer Kriegsbeschädigung in der Gehfähigkeit beschränkt und auf die Benutzung eines Fahrzeugs angewiesen sind, auf Antrag die Kraftfahrzeugsteuer ganz oder teilweise zu erlassen. Me Ermächtigung gilt für Krafträder, für Personenkraftwagen mit Antrieb durch Verbrennungsmaschine bis zu 2100 Kubikzentimeter Hubraum und für elektrisch angetriebene Personenkraftwagen. Bei der Prüfung, ob uns in welcher Höhe dem Antrag stattzugeben ist, sind, wie der Reichsbund der Kriegsbeschädigten uns mitteilt, Sie wirtschaftlichen Verhältnisse des Kriegsbeschädigten und die Schwere der Kriegsbeschädigung zu berücksichtigen. Dient das Fahrzeug nicht ausschließlich der Beförderung des Kriegsbeschädigten, so kann der Erlaß ganz oder zum Teil versagt werden. Der Steuerlaß ist auf die Zeitdauer zu beschränken, für die das Fahrzeug für den Kriegsbeschädigten zugelassen ist und von ihm benutzt wird. Er kann nur für ein Kraftfahrzeug des Antragstellers gewährt werden. Mr jederzeitigö Widerruf ist vorzubehalten. Mr ermäßigte Iahresfteuerbetrag ist bei der Steuerfestsetzung anzugeben: von ihm ausgehend ist gegebenenfalls der Steuerbetrag für eine kurzfristige Steuerkarte zu berechnen. 5 Sinsheim, 3. Aug. (Bauernregeln vom August.) Wenn's im August stark tauen tut, bleibt das Wetter meistens gut. — Ist's in der ersten Augustwoche heiß, so bleibt der Winter lange weiß. — Gibt's im August rechten Sonnenschein, so wird die Ernte besser sein. — August ohne Feuer, macht das Brot teuer. — 2m August viel Regen, ist dem Wein kein Segen. — Bläst im August der Nord, so dauert gutes Wetter fort. — Stellen sich Anfang August Gewitter ein, so wird «s bis zu Ende sein. — Der August muß Hitze haben, sonst wird der Früchte Zahl und Güte begraben. — Je dichter der Regen im August, je dünner wird der Must. — 4. August, Viel Hitze im Dominikus, ein strenger Winter kommen muß. — 6. August. Zu Oswald, wachsen die Rüben bald. — Wenn's an Oswald regnet, wird teuer das Getreid', und wären alle Berge aus Mehl bereit. — 10. August. An St. Laurenti Sonnenschein, bedeutet «in gutes Jahr für den Wein. — Laurentius heiter und gut, einen schönen Herbst verheißen tut. — An Laurentius man pflügen muß. — Ist's hell an dem Laurentiustag, man Früchte sich viel versprechen mag. — Lorenz und Barthel (24. August) schön, wird der Herbst auch gut ausgchn. — Freundlicher Barthel und Lorenz, machen den Herbst zum Lenz. — Lorenz muß rein fein, soll guter Wein sein. — Ist Lorenz ohne Feuer, gibt schlechten Wein es heuer. — 15. August. Mariens Himmelfahrt Sonnenschein, bringt viel- Obst und guten Wein. — Hat unsere Frau gut Wetter, wenn sie zum Himmel fährt, gewiß sie dann uns allen viel guten Wein beschert. — 24. August. Gewitter an Bartholomä, bringen Regen und Schnee. — Bartholomä, Bauer sä'! — Wie sich Bartholomäus hält, ist der ganze Herbst bestellt. — 28. August. Um die Zeit von Augustin zieh'n Die warmen Tage hin. ' 4 - Steinsfurt, 3. Aug. (Sanitätsübung). Am nächsten Sonntag nachmittags findet in Steinsfurt gemeinsam mit der Freiw. Sanitätskolonne Waibstadt eine Sanitätsübung statt. Bei günfttger Witterung ist nach Schluß der Uebung auf dem bekannten schönen Festplatz gemütliches Beisammensein unter Mitwirkung der Musikkapelle Steinsfurt. Alle Interessenten und Freunde wer- , den hierzu freundlichist eingeladen. x Aus bm Amtsbezirk, 3. Aug. (Erlebnisse, die zur Warnung dienen.) Ein deutscher Arbeiter, der vor kurzer Zeit von Werbern an der deutsch-holländischen Grenze angeworben und nach Belgien gebracht worden war, ist von seiner dortigen Arbeitsstelle geflohen. Er hatte oie ganze Reise zu Fuß gemacht und schilderte seinen Aufenthalt in Belgien, der gar nicht so verlockend gewesen sei, wie ihm oie Agenten vvrgeschwindelt hätten. Bei ihrer Anwerbung wurde den Leuten ein Lohn von täglich 40 Franken versprochen, außerdem freie Fahrt und freie Verpflegung für die ersten drei Tage. An ihrem Bestimmungsort, Zeche Zwartpcrk bei Gent, wurden sie in Flachbauten, sogenannten Menagen untergebracht. Die Verpflegung wurde mit 18 Franken je Tag berechnet, sei aber sehr knapp gewesen. Es habe dagegen sehr schwer gearbeitet werden müssen. Durch die hohen Temperaturen, die in dem dortigen Bergwerk herrschten, seien selbst erfahrene Hauer nach zwei Stunden schm so erschöpft gewesen, daß sie sich kaum noch fortbewegen konnten. Als die Leute nun hofften, am Lohntag ihr sauer verdientes Geld zu erhalten, wurde ihnen eine Aufrechnung ausgehändigt, worin ihnen die Reisekosten mit 106.50 Franken, ein Aufenthaltsaus- weis, den sie noch nicht einmal erhalten hatten, mit 150 Franken, Gerätschaften mit 96 Franken und die Verpflegung für 11 Tage vom ersten Tag an gerechnet mit 198 Franken berechnet wurden, also eine Schuld von 550 Franken, der ein Lohn von 10 Tagen im günstigster Fall von insgesamt 380 Franken gegenüberstand. Geld bekamen sie nicht, und so wurde es ihnen zur Unmöglichkeit gemacht, in ihre Heimat zurückzukehren. $ Elseuz, 2. Aug. (Drei Unglücksfälle) ereigneten sich hier innerhalb einer Woche. Ein junger Mann vurunglückte dadurch, daß beim Anbringen des Wiesbaumes dieser brach und dem jungen Mann dadurch der rechte Fuß gebrochen wurde; der linke Fuß erlitt eine Verstauchung. — Am Montag stieß ein 2-Sitzer- Personenauto am schrankenlosen Uebergang beim Bahnhof mit dem Lokalzug zusammen. Das Auto wurde schwer beschädigt. Freitag, den 3. Juli 19£8. verletzt wurde niemand. Gestern hat eine in den 60er Jahren stehende Frau beim Maschinendreschen den Fuß gebrochen. % Wirsloch, 31. Juli. (Straßenreinigung.) Die Stadtverwaltung plant, die Straßenreinigung in eigene Regie zu übernehmen. So wird einmal die Straßenreinigung, di« hie und da zu wünschen übrig ließ, einheitlich und zuverlässig in bestimmten Zeitabschnitten geregelt, zum andemmal ein Teil der Arbeitslosen unserer Stadt auf diese Weise beschäftigt werden. Die Stadtgemeinde wird sich mit den einzelnen Grund- und Hauseigentümern einigen müssen. Man darf erwarten, daß sich die meisten Stadtbewohner, namentlich in den belebten Straßen, dieser Vermittlung durch die Stadtgemeinde bedienen werden. ----- Heidelberg, 2. Aug. (Tödlicher Eisenbahnunfall.) Geftern Vormittag 34 io Uhr ist der 47 jährige verheiratete Eisenbahninspektor Ludwig Klein auf einem Dienstgang beim Uebergang in der Nähe vom Karlstor tödlich verunglückt. Nach Aussage« von Augenzeugen soll er zwischen beiden bezw. neben den Gleisen gegangen sein, als ein Güterzug aus Richtung Heidelberg und kurz darauf ein Personenzug aus Richtung Neckargemünd ihn passierte. Klein wurde von letzterem erfaßt, zu Boden geschleudert und erlitt Schädel- und ^llippenbruch Auf dem Transport in die Heidelberger Klinik ist er seinen schweren Verletzungen erlegen. ! j! ** Heidelberg, 3. August. (Gäste zum Verfassungstag.) Zum 11. August trifft hier ein Sonderzug mit 1000 Retchs- bannerleuten von München ein. Am Montag, den 13. August, vormittags, trifft ein Sonderzug von Frankfurt kommend mit 500 Leipziger Reichsbannerleuten ein. ** Grotzsachsen (bei Weinheim), 2. Aug. Auseinander- geriffener Schnellzug.) Am Mitwochnachmittag 4 Uhr riß bei dem durchfahrenden D-Zug zwischen hier und Ladenburg plötzlich die Kuppelung,' so daß der Zug in zwei Teile zer- riffen wurde und auf offener Strecke halten mußte. Die Fahrgäste wurden tüchtig durchetnandergeschüttelt. Glücklicherweise ereignete sich dabei kein Unfall. --- Schwetzingen, 2. Aug. (Bier Stunden ohne Wasser.) Am Montag abend wurde plötzlich die Wasserzufuhr aus der städtischen Leitung unterbrochen und zwar infolge einer Betriebsstörung im Pumpwerk, die erst nach längerem Arbeiten durch das Kraftwerk Rhema» durch Einsetzen eines neuen Transformators behoben werden konnte. Schwetzingen war von 6.30 bis 10.30 Uhr ohne Wasser. = Mannheim, 2. August. (Tödlicher Unfall.) Gestern nachmittag ist in Käfertal ein 17 Jahre altes Mädchen, das eine zum Trockenboden führende bewegliche Stufenleiter benützte, mit dieser ausgerutscht und hat sich einen Bruch der Wirbelsäule zugezogen, so daß der Tod alsbald eintrat. % Mosbach, 3. Aug. (Unwetterschäden in Nordbaden.) Im badischen Frankenlande und im Baulande haben die letzten Gewitter stellenweise schweren Schaden angerichtet. So wird aus Großeicholzheim gemeldet, daß dort durch Hagelschlag die Hoffnungen auf eine gute Ernte beträchtlich vermindert wurde«. Besonders Gerste und Hafer haben schwer gelitten. In der Gemarkung Hardheim wurden etwa 500 Hektar Getreide, Kartoffeln und Rüben vollständig vernichtet. Auch aus andere« Orten liegen erhebliche Schadenmeldungen vor. — Aus dem Odenwald, 3. August. (Me Heidelbeerernte) ist immer noch, nicht ganz abgeschlossen. Es find noch zahlreiche grüne Beeren vorhanden. Ein kleiner Regen würde rwch eine ganz nette Nachernte hervorlocken. Me Preise steigen dauernd. Anfangs kostete ein Pfund Heidelbeeren 30 Pfennig, dann 35, jpäter 40 und jetzt 45 Pfg. Karlsruhe, 3. August. (Karlsruher Schöffengerichts In der vorgestrigen Miitagssttzung des Schöffengerichts Karlsruhe (Vorsitzender Amtsgerichtsdirektor Straub) wurde der 29jührige Former Jakob Eberle aus Jöhlingen wegen versuchten Nvtzuchtverbrechens zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt. Gegen den 43jährigen Bahnarbeiter Heinrich Walz aus Grötzingen wurde wegen Sittlichkeitsverbrechens eine zehnmonatige Gesängnisstrafe ausgesprochen. Triberg, 3. August. (Verhaftete Einbrechers In der Nacht zum 12. Juli waren bei Bürgermeister Haas in Nußbach Einbrüche verübt worden, ohne daß die Täter zunächst festgestellt werden konnten. Es ist jetzt gelungen, die Täter in Geisingen in der Person zweier junger Burschen festzunehmen, nachdem sie auch dort mehrere Einbrüche verübt hatten. Es handelt sich um den 18jährigen Zimmermann Josef Fnnk von Hofherrenweiler bei Aalen und den 20jäh- rtgen Küfer Erich Kläser aus Köln. Beide haben die Einbrüche in Nußbach zugegeben. Triberg, 3. August. (Der stark besuchte Schwarzwald.) Als einer der am meisten besuchten Plätze des Jnnen- schwarzwalöes verzeichnet Triberg für das erste Halbjahr bis 1. Juli 1928 rund 5850 Fremde gegen 4850 im gleichen Halbjahr des letzten Jahres. Das bedeutet einen Zugang von rund 20 Proz. Auch in den Zahlen der Uebernachtun- gcn ist ein erheblicher Zuwachs in gleicher Höhe festzustellen mit ebenfalls 20 Prozent. ** Titisee, 3. Aug. (Vom Zuge überfahren.) Auf dem hiesigen Bahnhof wurde der Bahnarbeiter Emil Hug von einem Güterzug überfahren und sofort getötet. Der Verunglückte hatte erst vor einer Woche seine Frau durch den Tod verloren: feine Kinder sind nun mit einem Schlag Vollwaise geworden. ** Dillendorf bet Walöshut, 3. Aug. (Ein Bauernhof niedergebrannt.) In dem Anwesen des Landwirts Josef Kaiser brach Feuer aus. dem in kurzer Zeit die Oekonomie- gebäude und auch das Wohnhaus vollständig zum Opfer fielen. Mit den Heu- und Strohvorräten find auch die Landw. Fahrnisse und das Mobiliar verbrannt. Das Vieh konnte mit Mühe und Not gerettet werden. Der Brandgeschädigte ist nwj schwach versichert, Eytstehunasursache unbekannt ' ** Freiburg, 2. August. (Todesfall bei der Polizei.) Die Freiburger Polizei wurde vo« einem herben Verlust betroffen. Im Alter vo» 61 Jahren ist Polizeikommiffar Max Enz an den Folgen einer Gallenoperation gestorben. Der Verblichene trat vor 24 Jahren in Mannheim in den Polizeidienst, im Februar 1905 wurde er nach Freiburg versetzt, fett Jahren gehörte er hier der Fahndungsabteilung an. Sauder«, 3. August. Bei dem am Donnerstag früh niedergehenden Gewitter schlug.der Blitz in Tannenkirch in das Anwesen des Landwirts K. Weiß-Höferlin und zündete. Im Nu stand die Scheuer samt den großen Vorräten in Flammen und brannte vollständig nieder. Das von den Flammen schon ergriffene Wohngebäude konnte gerettet werden. — In der Nähe von Steinen-Stadt traf der Blitz fahrendes Volk, welches sich auf der Landstraße fortbewegte. Der Händler Meinrad wurde von dem Blitzstrahl betäubt und ein Pferd wurde getötet ** Bad. Rheinfelde«, 8. Aug. (Bieder ein Opfer deS Rheins.) Am Dienstagabend ist der 18jährige Traktor- führer Belzner beim Baden im Rhein ertrunken. Er ist von Freiburg gebürtig. Nr. 180. Jahrgang 1928. ** Reichenau, 3. Aug. (Seltener Fund.) Auf dem Bahndamm wurde von einem Bahnwärter eine Schildkröte gefunden. ** Kaiserslautern, 3. August. (Mord und Selbstmord.) Der Schneidermeister Friedrich Braun hat in seiner Wohnung seiner Ehefrau die Schädelüecke eingeschlagen, seinem Kinde eine schwere Verletzung beigebracht und sich selbst im gleichen Raume erhängt. ** Sulz a. Neckar (Württbg.), 2. Aug. (Sägewerkbrand.) Mittwoch früh ist das Sägewerk Bertrand & Co. ein Raub der Flammen geworden. Die gesamte Gemeindeernte mit der Dreschmaschine verbrannt. Heßheim b. Frankenthal» 2. Aug. Gestern abend entstand gegen halb 6 Uhr in den auf freiem Feld aufgestapeltcn Getreidehaufen der gesamten Gemcindeangehörigen auf noch unaufgo- kläret Weise Feuer, das die gesamte Ernte und auch die Dreschmaschine, in der diese Vorräte gedroschen werden sollten, vernichtete. Wie Augenzeugen berichten, soll das Feuer an zwei Stellen angegangen sein, so daß mal* Brandstiftung vermutet. Die riesige Feuerlohe, die entstand, war bis gegen Worms sichtbar und der Brand erst nach 2 Stunden gelöscht. Die Maschine war nicht versichert, wie weit es die Vorräte waren, konnte nicht festgestellt werden. Selbstmord eines Aeichswehroberleuinanls Berlin, 3. Aug. Am Mittwochnachmittag wurde im nördlichen Müggelsee bei Frieörichshafen die Leiche des 29 Jahre alten Reichswehroberleutnants Tr. Fresenius aus Kassel geborgen. Wie aus einem hinterlassencn Abschiedsbrief hervorgeht, liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. Fresenius, der seit dem 28. Juli vermißt wird, diente beim Infanterieregiment Nr. 18 in Kassel. Mit dem Auto in de« Fluh Bier Tote. Malmö, 3. Aug. In der Nacht vom Dienstag auf Mitt- woch fürh fuhr bei Malmö ein Kraftwagen gegen ein Brük- kengeländer und stürzte von der 8 Meter hohen Brücke in den Fluß. Die Insassen, zwei Ehepaare, konnten nur als Leichen geborgen werden. ' Nenn Arbeiter bei einem Hochofennnglück verbrannt. Kowno, 3. August. (Funkspruch.) Wie aus Moskau gemeldet wird, strömte aus einem vorübergehend stillgelegten Hochofen in Petrowsk am Dnjepr aus bisher unbekannten Gründen heiße Luft aus und verbrannte neun Arbeiter, von denen bisher zwei ihren Verletzungen erlegen sind. Erschlagen «nd in de« Main geworfen. Frankfurt a. M., 2. Aug. An der Straßburger Werft am Main gerieten in der Nacht zum Mittwoch drei Arbeiter in Streit. Hierbei wurde der Arbeiter Ludwig Gritz von zwei Gegnern niedergeschlagen und in den Main geworfen. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Schweres Antomobilnnglück. Gardelege«, 3. Aug. Auf der Fahrt von Hannover nach Klötze geriet das Auto des Großkaufmanns und Ratsherren Adolf Fettig in der Nähe der Kreisstadt Gifhorn ins Schleudern. Die Insassen stürzten kopfüber auf die Straße. WähD« Laadbote ♦ Smsheimer j3citrog. Freitag, den 3. Juli 1928. rend drei Personen mit leichten Verletzungen davonkamen, fand Adolf Fettig durch Schädelbruch auf der Stelle den Tod. Zuüentgletsung in Frankreich Fünf Tote. Berlin, 3. Aug. Die „B. Z." meldet aus Paris: Auf dem Bahnhof Le Mans ist Donnerstagvormittag ein von Paris kommender Sonderzug, in dem sich Schüler auf dem Wege zur See befanden, entgleist. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wurden fünf Postbeamte getötet, die sich im Gepäckwagen, befanden. Die Zahl der Verletzten steht noch nicht fest. M'enisches Dorf niedergebrannt 31 Personen dabei ums Leben gekommen. Mailand, 3. August. (Funkspruch.) Das Dorf Conturella (in Süditalien) wurde durch eine Feuersbrunst schwer heim- gesucht. Etwa 100 Häuser sind völlig niedergebrannt und mehrere hundert Personen obdachlos. Soweit bisher sest- steht, sind 31 Personen in den Flammen uwgekommen. Die Zahl der Verletzten ist sehr groß. Den Feuerwehren aus den umliegenden Ortschaften gelang es nach mehrstündiger Tätigkeit, ein weiteres Umsichgreifen des Feuers zu verhindern. Das Feuer ist, wie man vermutet, durch Funkenent- zünbung infolge der gegenwärtigen Hitzewelle entstanden. Schweres Vergwerksunglück in Südafrika London» 3. August. (Funkspruch.) Auf der City Doep- Grube in den Witwatersrand-Feldern in Südafrika wurden nach Berichten aus Johannisburg durch niedergehende Gesteinsmassen 13 Bergleute, zwei Europäer und 11 Eingeborene getötet. Ein Europäer und sieben Eingeborene werden noch vermißt. Es besteht jedoch keine Hoffnung, sie noch lebend zu bergen. 16 Todesopfer eines Einsturzungiüas London, 3. Aug. (Funkspruch.) Nach Meldungen sind bei dem Einsturzunglück beim Bau des Welland-Kanals in Ontario 16 Arbeiter ums Leben gekommen. Marktberichte. Mannheim, 2. August. Kleinviehmarkt. Es waren zu- geführt und wurden die 80 Kilogr. Lebendgewicht je nach Klaffe gehandelt: 93 Kälber 64—82, 18 Schafe 46-80. 242 Schweine 73-77, 649 Ferkel und Läufer. Ferkel bis vier Wochen 10—14, über vier Wochen 18—20, Läufer 22—27 RM. Marktverlauf: Mit Kälbern lebhaft, ausverkauft mit Schweinen mittelmäßig, geräumt, mit Ferkeln und Läu. fern mittelmäßig. Brettener Biehmarkt vom 1. Angnst. Ausfuhr: 33 Rinde, und Kalbvrnen, 74 Kühe, 32 Kälber. Preise: Jungstiere 16l bis 240 Milchkühe 430—600, Rinder und Kalbinnsn 400 bis 830 M.. Kälber 70-73 Pfg. pro Pfund Lebendgewicht. Radolfzeller Vieh- «nd Schweinemarkt vom 1. Angnst Ausfuhr: 31 Ochsen, 28 Kühe. 22 Kalbinnen, 33 Jungrinder 6 Läufer und 245 Ferkel. Die Preise blieben daher nieder wie (eitßer. Der Handel verlief ziemlich ruhig. Auf den Schweinemarkt war auch ein kleiner Preisrückgang zu verzeichnen. Ferkel kosteten 30—40 M. Mannheimer Börse. Mannheim, 2. August. Bei freundlicher Tendenz notierten: Deutsche Linoleum 380, Mannheimer Versicherung 151, Mannheimer Gummi 3, Westeregeln 288, I. G. Farben 282, Badische Assekuranz 230, Gebr. Fahr 38, C. H. Knorr 147, Pfälzische Nähmaschinen 52, Rheinelektra 152. Rheinische Mühlen 142. Vereinigte Freiburger Ziegel 26. Mannheimer Produktenbörse. Angeregt durch die besseren Nachrichten vom Ausland verkehrte die Börse iw stetiger Haltung. Futtermittel liegen unverändert fest. Man nannte im nichtoffiziellen Verkehr gegen 1234 Uhr: Weizen inl. 2534, ausl. 2654-2954, Roggen inl. 2454-2454 Hafer inl. 27 -2734, ausl. 2634-2714, Braugerste inl. 27—28t Futtergerste 2354—24. Mais m. S. 2454, südd. Weizenmehl Spezial Null 3434 bis 3434, südd. Roggenmehl 3454—36, Kleie 1454, Biertreber m. S. 1854—1954 Rm., alles pr^lvv Kilo waggonfrei Mannheim. Neueste amtliche Kurse miigrteilt von der Bereinsbank, e. G. m. b. H. Sinsheim vom 3. August 1928. ««leihe» r in »Io AblöfunaSschuld mit Auslosungsschci» ' . 51 ohne Auslosungsfchrtn . . 17,ZS «»»kaktt, t» >K> Bad. Bank . . . .167 Darnlpiidter- und NaNonalbanl 26« Xcutfme Bank . . . . i«t Deutsche Bereinsbank . ic»,i 0 Dresdner Bank .... 164,50 Mitteldeutsche Kreditbank ■ .199 Retchsbank .... 967,25 Rhein. Kreditbank . . . 127 Südd. Dtsconto Klef. . . . iss Ber»»«rh»« Aktie» in 0,0 Harpener Bergbau . . — «alt Westeregeln . . . 259 WanneSmannröhrenwerke. >36,25 Mansfelder Bergb. u.tzüttenw tlo, 2 S Oberfchl. «isenb. Bedars . . - Phönix Bergbau u.HMenbetrieb 92,40 Eazwerk Hetlbronn . . . iss Berleinigte Königs- Laurahütt« — Aktie» i»h»str. N»trr»eh«»»g,»: in °/o Allg. Slektr. Stammaktien. .173 Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad. Maschinen Durlach . . — Kementwerk Heidelberg . . 138,50 Daimler Motoren . . . io* Dtsch. Gotd- nn Silberscheid«. 205 Elektr. Licht «nd Kraft . . 2 i 8 Ematll.und Stanzwerk Ullrich . U Farbenininrstrte . . . 963,25 Gritzner Maschinen Durlach . >99 Karlsruher Maschinen . . — Knorr Hetlbronn . . . >47 Mainkraftwerke Höchst . , 11 « Reckarsulmer Fahrzeugwerke , 55,95 Schuckert Kiekst. Nürnberg . — SeUtndustrie Wolfs ... 65 Südd. Zucker . . . . 148,S0 Zellstoff Waldhos Stamaktteu . «92 Aktie» de»tsche« Dra»»z>orta»staU»»: in °,o Hamburg. Amertl. Paketsahrt ist,75 Heidelberg. Stratzen-u.Bergbahu — Norddeutscher Lloyd . .156 Devise»: Seid «rief New.Aorl t Dollar 4 1870 4,1950 London t Pfund 90.369 20,679 t olland >00 Gulden 188.31 188,65 chwei, 100 Franes 80,63 80 r» Wien 100 Schilling 59.08 69 20 Paris 100 Franc 16.387 18 427 Italien 100 Lire 21,93 91.97 Wetterbericht. Karlsruhe, 2. August. Im südlichen und wärmeren Bo reiche der über dem Festland liegenden Tiefdruckrinne Halter wir gestern vielfach heiteres Wetter. Die Temperaturer stiegen in der Ebene bis zu 31 Grad. Inzwischen ist die Tiefdruckrinne nach Ost-Südosten weiter gezogen, so daß wi» heute morgen auf der Rückseite in den Bereich kühlerer Lnß gelangten. Mit der Kaltluft, die uns wiederum Regenschauei und stellenweise Gewitter brachte, wandert eine kräftige Hochdruckwelle heran, so daß Aufheiterung und damit neu« Erwärmung bevorsteüt. Durch rechtskräftigen Strafbefehl des hiesigen Amtsgerichts vom 17. Juli 1928, wurde die Ehefrau des Johann Bender Juliane Elifabetha geb. Stöcker in Hoffenheim, wegen Milchfälschung mit einer Gefängnisstrafe von 2 Wochen und einer Geldstrafe von 50.—RM., im Unbeibringlichkeitsfalle eine Gefängnisstrafe von 10 Tagen bestraft. Sinsheim, den 30. Juli 1928. Amtsgericht. MH«HW-Verfteisemg. Auf Antrag der Erben der verstorbenen Johannes Hassel Wwe. wird das Hausanwesen Lgb. Nr. 77 — 3 a 90 qm Hofraite mit zweistöckigem Wahnhaus, Balkenkeller, Oekonomiegebäude, Magazin, Schöpfen und Waschküche an der Hauptstraße Nr. 524 am Samstag, den 4. August 1928, vormittags u Uhr im Rathaus (Grundbuchamt) öffentlich versteigert. Die Bersteigerungsbedingungen liegen während der Dienststunden zur Einsicht van Eteigerungslied- habern im Rathaus auf. Einsheim, den 25. Juli 1928. Bürgermeisteramt: Eidler. Brauchen Sie einen neuen Schirm? dana denken Sie an meine große Atunrahl in Damen- n. Herr ei- ■chirae. Nur der Fachmann gibt Ihnen die Gewähr, wirklich Qualitäts-Schirme, sowie Spazierstöcke zu billigen Preisen anzubieten. 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