«esch-btt ttlgltch M* Ausnahme der Feiertage. Bezugs-Preis: Durch diePvst bezogen und durch dam Briefträger und unsere Aus- träger frei ins Laus Monatlich Goldmark 1.60 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichte». >» Fällen von höherer Gewalt »«steht kein Anspruch auf Liefer- uug der Zeitung oder auf Rück- zahlung des Bezugspreises. DeschästSzeit i/r8 bis 5 Uhr Sonntags geschloffen. Werusprech. Anschluß Nr. 460 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6VOS Der Lanöbote Änsfteimer Deneral-^lnzeiger ftr bas Zeitung?i§? Elsenz-und §äiwarzbaclrtal Geltest» onö Leitung ctieser Gegen ck. k^supt-Knzeigen-Mstt «iSe—nrtia»» BdU^n! Neu» Illustriere» • Hm dem Reich der (Code • Ratseher für Hau»- and Candxeirtlchan Snzeigen-Prets«: Anzeigen: Die ZZ mm bretr» Millimeter-Zelle 6 Goldpfg. Nrklamen: Die 92 mm drei« Millimerer-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrifi im Anzeigen- und Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffeste» Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rech- nungsdal^m oder bei gerichtlich« Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme biS 8 ilhr vormittags; größere Anzeig« müssen am Tage vorher auh gegeben werden. Bank-Konto: Prrrinsbank Sinshei« e. G. m. b. L. M 189. Mittwoch, den 15. August 1928. 89. Jahrgang Wieder Waffenbrüdecfchast! England begrüßt die gemeinsamen Manöver am Rhein. London, 14. Aug. Der Pariser Berichterstatter des Manchester Guardian gibt auf Grund seiner engen 'Beziehungen zu Painleve folgende Darstellung der Vorgeschichte der Teilnahme englischer Truppen an den großm französischen Manövern im Rheinlande. f Der Oberkommandeur im Rheinland habe sich an das Kriegsministerium in Paris gewandt mit der Anfrage, ob Bedenken gegen die Einladung an ein englisches Regiment vorhanden feien. Das Kriegsministerium habe geglaubt, die Verantwortung für die politische Entscheidung nicht selbst übernehmen zu können und habe sich um ein Gutachten an das französische Außenministerium gewandt. Der Quai d'Orsay habe beim Londoner Foreign Office angefragt, ob Englano eine solche Einladung erwünscht sei, was von London aus freudig bejaht wurde. Fn Ergänzung dieser Mitteilung des Manchester Guardian wird die Annahme gerechtfertigt, daß Eushendun und Lindsay die französische Anfrage begrüßt haben als eine Gelegenheit, symbolisch die Waffenbrüderschaft des Marinepakles vor aller Welt zu demonstrieren. Minister für den Frieden? Paris, 14. Aug. Nach den Berichten der Pariser Presse soll der französische Kriegsminister am letzten Sonntag auf dem Kongreß der ehemaligen Kriegsteilnehmer in Bourges den Wunsch ausgesprochen haben, das ominöse Wort Kriegsminister eines Tages durch die Bezeichnung Minister für den Friede« ersetzt zu sehen. Das war entschieden zu viel des Pazifismus nicht nur für die nationalistische Presse, die Painleve darum auf das heftigste angegriffen hat, sondern offenbar auch für diesen selbst. Er erklärt in einem an den Temps gerichteten Telegramm, daß er in Bourges lediglich von einem in Vorbereitung befindlichen Projekt gesprochen habe, wonach die Bezeichnung Kriegsministe,lum künftig in Armeeministerium umgewandelt werden soll. Äst London gegen Luftangriffe geschützt? Englische Vresse über die Lustmanöver. — Rur Propaganda für Luftflotte! London, 14. Aug. Die Luftmanöver über London, die gestern abend 6 Uhr begonnen haben, und wahrend der ganzen Woche täglich von 6 Uhr abends bis 9 Uhr morgens fortgesetzt werden und durch Propellergeräusch und Sirenengeheul die Nachtruhe der Bevölkerung völlig illusorisch machen, wachsen sich zu einer großen politischen Propagandaangelegenheit aus. ' Die beiden Abendblätter, die der Regierung nahestehen. Eve- ning News und Evening Standard, versuchen, das Ergebnis der ersten Nacht als einen großen Erfolg der russischen Angreifer, die von einer skandinavischen Basis aus operierten, darzustellen. Der größte Teil von London liege auf dem Papier „in Trümmern" und Millionen von Einwohnern seien getötet, weil die Luftabwehr durch Mangel an mobilen Streitkräften zu schwach sei. Evenig News hat die Erlaubnis erhalten, bereits nach dem ersten Manövertag. obgleich die lustmilitärische Lage noch keineswegs geklärt ist, die einzelnen Piloten der Angriffsflugzeuge auszufragen. Das Blatt erscheint mit der großen Ueberschrift: „Wie wir London mit Bomben belegt haben." Evening Standard kann gleichfalls das Gesamtergebnis der Manöver nicht ab- warten und hat einen Sonderberichterstatter nach Berlin geschielt, der dort aus anonymer Quelle erfahren haben will, daß London gegen eine« Luftangriff völlig nngeaügeud geschützt sti und nach Meinung der deutschen Sachverständigen schutzlos einer Luftflotte von der Qualität der französischen Luftstreib Kräfte im Ernstfälle ausgeliefert sei. Der liberale und pazifistische Star nimmt die ri'stongs- steundlich« Propaganda der konservativen Presse auf, indem er feststellt, daß von 70 gestern abend aufgestiegenen feindlichen Flugzeugen 30 abgeschossen worden seien und daß von den Flugzeugen, die bis in die äußersten Wohnbezirke von "Groß-London gedrungen sind, nur 18 Bomben zu je 100 Kilogramm einwandfrei „abgeworfcn" worden seien. Dieses Blatt versieht seinen „Kriegsbericht" mit folgender Ueberschrift: „Wie London vor der Zerstörung geschützt wurde. Die Angreifer bereits am äußersten Ranoe Groß-Londons zurückgeschlagen." Schweden mb die russische Spionage Stockholm. 15. Aug. Die russische Spionageangclegenhcit. die auch in dem Wahlkampf für die Reichstagswahlen im September eine Rolle spielt, wird hier lebhaft erörtert. In den Kreisen der bürgerlichen Parteien nimmt man an, daß im nächsten Reichstag ein Antrag auf Aufhebung der Sow. jethandelsdelegation in Stockholm, die die Svionagetätigkeii leitet, eingebracht werden wird. „Stockholms Tidingen" schreibt, die rusiische Spionage, tätigkeit sei in letzter Zeit in ganz Europa sehr stark, trotz, dem niemand beabsichtige die Sowjetunion anzugrenc». Gewaltige Summen würden ausgegebcn, um Verrat anzustiften und die Disziplin in den europäischen Heeren zu untergraben. - ----- uMm Mißglücke SnMrmig eines Hnltschiner Dentschenführers. Ratibor, 15. August. In Ratibor wurde ein tschechischer Agent gefaßt, der den Vorsitzenden des Reichsverbandes hn- matliebender Hultschiner, Lehrer Janosch, über die deutschtschechische Grenze bringen sollte. Dem Agenten war, wie" bei der Vernehmung eingestand, eine Belohnung von 30 0 >iu tschechischen Kronen versprochen worden Die Festnahme gelang durch eine falsche Telephonverbindung. Der Agent hatte Janosch anrufen wollen, war aber ganz zufällig mit der Kriminalpolizei verbunden worden, die sich sofort nach dem Ort begab, wohin der Agent Janosch bestellen wollte. Kammerinlerpellalion über die Anschlußstage Paris» 15. August. Der Kammerabgeorönete Bonnefous hat Außenminister Briand mitgeteilt, daß er die Absicht habe, zu Beginn der Herbsttagung der Kammer eine Interpellation über die Anschlutzfrage einzubringen. Darin werde er den französischen Außenminister um eine amtliche Stellungnahme zu den Folgen ersuchen, die nach seiner Auffaffung die Kundgebung vom 11.-August im Deutschen Reichstag in Gegenwart des Reichspräsidenten haben könnte. Er behauptet, die Kundgebung hätte den Zweck gehabt, die Bereinigorng Oesterreichs und Deutschlands unter Verletzung des Versailler Vertrages vorzubereiten. Anschlag aus einen rroaMen zuyrer Wien. 15. Aug. Wie die „Neue Freie Presse" aus Neusatz meldet, fand der Chefredakteur des „Obzor", Jewdjcwitsch, ein Führer der Vereinigiten Bäuerlich Demokratischen Partei, vor der Tür seiner Redaktion drei Pakete mit Exrastt, die genügt hätten, das ganze Gebäude in die Luft zu pren- gen. Man nimmt an. daß es sich um einen Attentatsvcrsuch gegen Jcwdjewitsch handelt. Die Polizei hat eine eingehende Untersuchung eingeleitet. Zwei wettere Vesthwerden des Deutschen Volksbundes Kattowitz, 15. Aug. Außer der Beschwerde des Deutschen Bolksbundes wegen Schließung von Minderheitenschulen wird sich der Völkerbund aus seiner nächsten Tagung mit zwei weiteren Eingaben des Deutschen Volksbundes zn beschäftigen haben. Eine davon befaßt sich mit den Anmeldungen zu de« Mindcrheitenschnle« für das am 1. Dezember beginnende Schuljahr. DaS Haager Urteil und die allgemeinen Genfer Minderheitsbestimmungen sind bei den letzten Schulanmeldungen von polnischer Seite wieder nicht beachtet worden. Das Haager Urteil wurde von den polnischen Behörde« überhaupt völlig im polnischen Sinne ausgelcgt. In der Beschwerdeschrist wird u. a. eine unterschiedliche Behandlung der deutschen Minderheit durch Vorlegung des Schulanmeldetermins kür die polnischen Schulen gesehen. Weiter wird beanstandet, daß nach Ansicht der polnische» Behörden eine Versäumnis des Anmeldetermins einen Ausschluß von der Minderheitenschule bewirke» soll. Des weiteren werden die eingesetzten Anmeldekommissionen, die fast ausschließlich in polnischem Sinne arbeiten, als Aus» nahmebestimmung für die Minderheit betrachtet. Verlangt wird ferner eine neue endgültige Auslegung des Haager Urteils bezüglich der Sprachenerklärung, da von polnischer Seite bei der Anmeldung eine Erklärung verlangt wird, daß das Kind nur die deutsche Sprache spricht, eine Erklärung, die bei einer gemischtsprachigen Bevölkerung völlig unmöglich ist. Ter Deutsche Bolksbund verlangt daher, daß der Erziehungsberechtigte lediglich eine Erklärung unter Ver- antwortung gegen sich selbst abgibt, daß die Sprache des Kindes die deutsche ist. Schließlich befaßt sich die Beschwerde mit dem unberechtigtem Zwang zum persönlichen Erscheinen bei den Anmeldungen zur Minderhettöschule. Die dritte Beschwerde behandelt die zahlreichen Terrorakte gegen die dentsche Minderheit. Die beigefügte Einzelliste umfaßt insgesamt 15 Fälle. ES wird darauf hingewiesen, daß die Straftaten gegen die Deutschen in den meisten Fällen ungeahndet bleibön oder nur milde bestraft werden, während die notwehrhandelnden Deutschen zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Der Deutsche sei daher in Oftoberschlesien schutzlos. Der Volksbund ersucht den Völkerbund, seine Aufmerksamkeit auf die Lage der deutschen Minderheit in Ostoberschlesien zu richten, damit diese auch tatsächlich in den Genuß der Garantien des Genfer Abkommens kommt. Meder et» tzmdeaastentat in polnifch-Sdech-leflea Kattowitz, 15. Aug. In Radzionkau wurde in der Nacht zum Montag ein neues Bombenattentat auf ein Haus, in dem Deutsche und Polen wohnen, verübt. Durch die Sprengwirkung sind sämtliche Scheiben des Hauses zerstört worben. Eine Untersuchungskommission ist nach Rabzionkau berufen worden, um die Untersuchung einzuleiten. Zur jugoflavischen Krise Belgrad, 15 Aug. Nach den Eindrücken, die unser Berichterstatter am Dienstag in den Wandelgängen der Skup- schtina gewonnen hat, wirb in Belgrader politischen Krei- sen der scharfe Ton der Agramer Trauerreden nicht allzu tragisch genommen. Man glaubt vielmehr, daß sich die kroatische Einheitsfront angesichts der heute bestehenden inneren Gegensätze nicht lange halten wird. Damit ist aber nicht gesagt, daß man tn Belgrad untätig bleiben will. Man beabsichtigt vielmehr, etwa Ende September von selbst an die kroatische Frag« heranzntreten und .eine geeignete Grundlage für eine 8 *»« fassung zu suchen. Die vom Jmmunitätsansschuß befürwortete Auslieferung der beiden Abgeordneten Toma Po- povitsch und Lupu Javanowitsch 'ist gestern vor der Skup- schtina endgültig beschlossen worden. Ferner hat die Skup- schtina in ihrer letzten Sitzung noch eine Reihe von Ge- setzentwürien, darunter den Konsularvertrag mit Polen, die Berner Konvention und den Handelsvertrag mit Griechenland, erledigt. Darauf vertagte sich das Haus. Die neue Tagung wird zwischen dem 17. und 20. September beginnen. Die Zukunft Südslawieus. Wien, 13. Aug. Die „Neue Freie Presse" veröffentlicht «ine Unterredung ihres Agramer Sonderberichterstatters mit Pribitsche- witsch; dieser erklärte u. a.: Ich muß ausdrücklich fesfftellen, daß alle unsere Bestrebungen sich im Rahmen des südslawischen Staates halten. Raditsch selbst war ein Freund und Verfechter des südslawischen Gedankens. Auch wir wollen keine Sprengung des südslawischen Staates, sondern eine Umbildung seiner inneren Form auf der Grundlos völliger Gleichberechtigung als einer weitestgehenden föderativen Ausgestaltung unserer Verfassung. Wenn hierbei von einer Personalunion zwischen Serbien und Kroatien gesprochen wird, so scheint mir das schon weitgehend zu sein. Unser Ziel ist ein Föderalismus, in dem jedes südslawische Volk alles was nicht die Sicherheit und das Leben des Gesamtstaates unbedingt erfordert, in völliger Autonomie als seinen eigenen Wirkungskreis selbst verwaltet. Als Bedingungen für die Rückkehr Kroatiens in das Belgrader Parlament nannte Pribitschewitsch die Einsetzung einer neutralen Regierung, die Ausschreibung von Neuwahlen und ihre unbeeinflußte Durchführung. Zum Schluß versicherte Pribitschewitsch, daß die Kroaten weder die Nettunoverträge, noch irgend einen anderen Beschluß des Belgrader Rumpfparlaments anerkennen würden. Abweichend von Pribitschewitsch äußerte sich Dr. Watschek: Das Attentat vom 20. Juni hat alles zerstört, was der südslawische Gedanke aufgerichtet hatte. Durch den Tod Raditschs hat stch die Lage noch mehr zugespitzt. Fn Kroatien herrscht die Meinung vor, daß «in weiteres Zusammengehen zwischen Kroatien und Serble« nicht mehr möglich ist. Wir haben uns getäuscht und diejenigen, die diesen Staat schufen, haben sich die Sache zu einfach vorgestellt, wenn sie glaubten, daß eine Nation schon die Folge einer gemeinsamen Sprache sei. Die Länder im Bereiche der einstigen österreichischungarischen Monarchie haben durch Jahrhunderte eine westliche und die Bewohner Altserbiens eine byzantinische Kultur genossen. Die weitere Entwicklung der Dinge hängt von Belgrad ab. Wir wollen rin selbständiges Kroatien. Wir sind aber aus außenpolitischen Gründen gegen eine Lostrennung. Der südslawische Staat repräsentiert für uns keinen Bolksgedanken, sondern nur einen Staatsgedanken, dem alle südslawischen Völker, die Bulgaren mit eingeschlossen, angehören sollen. Die Gemeinsamkeit der Grenzen, der auswärtigen Vertretung und des Zollgebietes ist notwendig. Ob ein gemeinsames Heer notwendig sein wird, darüber läßt sich streiten. Für die Durchsetzung der kroatischen Forderungen hat man das Mittel der Steuervcrweigerung oder andere Mittel. Ich hoffe aber, daß sich alles auf friedlichem Wege wird lösen lassen. Zum Vau des Panzerschiffes i» Eine halbamtliche Erklärung. Berlin, 15. August. Halbamtlich wird mitgeteilt: In einem Teil der Presse wird der Beschluß des Reichskabinetls hinsichtlich des Panzerschiffes A dahin interpretiert, daß sich nunmehr sämtliche Kabinettsmitglieder — insbesondere diejenigen der sozialdemokratischen Fraktion — von der Not-, mendigkeir des Kriegsschiffbaues überzeugt hätten, und daß der Auftrag zum Bau des Panzerschiffes A selbstverständlich auch die Bereitschaft zum Bau des Schiffes 8, C und D in sich schließe. Diese beiden Schlutzsolgerungen find falsch. Richtig ist folgendes: Die Frage des Baues oder Nichtbaues des Panzerschiffes A war bereits mit der Verabschiedung des Reichshaushalts 1928 durch Reichstag und Rcichsrat vollständig erledigt. Der Reichsrat hätte es durchaus in der Hand gehabt, einen positiven Beschluß zu verhindern. Hätte er nämlich Einspruch eingelegt, so wäre die zum Bau erforderlich gewordene qualifizierte Mehrheit im Reichstag mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht erzielt worden. Einen solchen Einspruch hat aber bekanntlich der Reichsrat nicht eingelegt, sondern ledig- M wenigen Worten Z« dem Bau des Panzerkreuzers A wirb eine halbamtliche Erklärung veröffentlicht, in der darauf hingewiesen wird, daß der Bau des Panzerschiffes A der Entscheidung über die weiteren Ersatzbauten nicht vorgretfe. «- Der Berliner Börsenvorstaud hat am Dienstag die Abschaffung des Mediotermins beschlossen. \ * Die Botschafterkonferenz hat die Entscheidung über den Erweiterungsbau des Rüflelsheimer Bahnhofes vorläufig aufgeschoben. * ' ; In Polnisch-Oberschlesten ist ein neues Bombenattentat auf ein Haus, in dem Deutsche und Polen wohnen, verübt worden. » Der deuffche Meisterschwimmer Kemmerich ist am Dienstag morgen von Pillau nach Zoppot gestartet. Nr. 189. Jahrgang 1928. Der Landbote * Sinsheimer Zeiwag. lich eine von Preußen vorgeschlagene Entschließung angenommen, die die Billigung des Reichswehrministers gefunden hatte. Diese Entschließung erstrebte lediglich eine nochmalige finanzielle Nachprüfung der Möglichkeit des Baues und sah ferner vor, daß bis nach Abschluß dieser Prüfung — jedenfalls bis zum 1. September d. Js. — der Bau nicht in Angriff genommen werden solle. Auch sollten keine Liefe- rungsverträge abgeschloffen werden, um zu verhindern, daß infolge einer etwa notwendig werdenden Einschränkung der Ausgaben der Weiterbau vorläufig eingestellt würde. Dagegen sah die Entschließung ausdrücklich vor, daß die reinen Konstruktionsarbeiten weitergeführt werden sollten. Es handelte sich in den letzten Wochen für die Reichsrefforts und das Kabinett also lediglich um die Ausführung dieser Entschließung. Die finanziellen Möglichkeiten find ans das sorgfältigste uachgeprnft worden. Die Nachprüfung hat ergeben, daß Schwierigkeiten für das laufende Etatsjahr 1927/1928 durch die erste Baurate für das Panzerschiff nicht entstehen. Bezüglich der künftigen Jahre ist auf Grund der Prüfungen und auf eigenen Vorschlag des Reichswehrministers im Kabinett festgelegt worden, daß Ersatzbautcn der Reichsmarine unter alle« Umstände» nnr innerhalb der Höhe des jetzigen Marineetats ansgeführt werde« dürfe«! Es ist also erreicht worden, daß in Durchführung des Weiterbaues des Panzerschiffes A die weiteren Bauraten eventuell bei den Ansätzen für andere Ersatzbauten in Abzug gebracht werden müssen. Dann aber ist schließlich — woraus ganz besonders Wert zu legen ist — ausdrücklich festgelegt worden, daß der Beginn des Baues des Panzerschiffes A in keiner Weise de« Entscheidungen über die Panzerschiss« 8, C und D vorgreift. Im Gegenteil hat das Kabinett mit dem Reichsivehrminister einstimmig die Ausfaffung vertreten, daß diese Frage selbst- Zrritändltck wie olle anderen Kragen bezüglich des RetchS- etats ihre ordnungsmäßige parlamentarische Erledigung finden müffe. Nach alledem kann also gar keine Rede davon sein, daß irgendein Kabinettsmitglied in die Notwendigkeit versetzt worden sei, seinen materiellen Standpunkt in der Panzerschiffrage aufzugeben. Soweit wir unterrichtet sind, dürfte von einem solchen Aufgeben seiner persönlichen Stellungnahme auch bei keinem einzigen Mitglied des Reichskabinetts die Rede sein. Neuregelung der KrisenlinlerMung Berlin, 15. Aug. Auf Grund der im Juli ds. Js. vom Reichstag angenommenen Entschließung über die Verbefle- rung der Krisenunterstützung hat — wie amtlich mitgeteilt wird — der Reichsarbeitsminister eine Reihe von Anordnungen erlassen. Danach tritt in den Kreis der Personen, die zur Krisen- Unterstützung zugelaffen sind, auch noch die Glasindustrie, sowie das Bühnenpersonal der Theater- und Ltchtspielunter- nehmungen hinzu. Für un- und halbgelernte Fabrikarbeiter bedarf die Zulaffung zur Krisenunterstützung in Zukunft einer besonderen Zulaffung durch das Landesarbeitsamt. Ferner wird die Befugnis der Vorsitzenden der Lan- bcsarbeitsämter die Krisenunterstützung weiteren Berufsgruppen zukommen zu laffen, erweitert. Wichtig ist besonders, baß auch Angehörige des Spinnstoffgewerbes zur Krisenunterstützung zugelaffeu werden können. Die Krisenunterstützung darf ferner auf weitere Berufsgruppen für Gemeinden mit nicht mehr als 25 09« Einwohnern ausgedehnt werden, wenn irgend ein schwerer Notstand auf dem Arbeitsmarkt besteht. Für größere Gemeinden behält sich der Reichsarbeitsmtnister vor. entsprechende Maßnahmen selbst zu treffen. Die Höchstbezugsdauer der Krisenunter, stützung wird für Arbeitslose, die das 49. Lebensjahr überschritten haben, auf 52 Wochen verlängert. Der Verlänge- rung der Unterstützung von 26 auf 39 Wochen bet den Arbeitslosen unter 49 Jahren hat das Reichskabinett grund- sätzlich zugestimmt. Ueber den Zeitpunkt der Inkraftsetzung ist aber im Kabinett noch keine Entscheidung gefallen. Gegenüber einer Entschließung der Arbeitnehmergruppe im Verwaltungsrat der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung wird darauf hingewiefen, daß die Neuregelung das Recht auf Krisenunterstützung für eine beträchtliche Anzahl von Fällen erweitert. Die Neuregelung tritt am 29. August in Kraft. Der berliner Vörsenvorstand befthließi Abschaffung der Mdioliquidation Berlin. 15. Aug. Der Vorstand der Berliner Wertpapier. I oorie yrerr am Dienstag oie augerunsigte Sitzung av, tn der über die Frage der Abschaffung oder Beibehaltung der Medio-Liquidation beschloffen werden sollte. Wie der DHD. meldet, ist die Entscheidung dahin gefallen, daß die Medio- liquiöation abgeschafft werden soll. Dieser Beschluß ist noch den vorgefetzten Aufsichtsorganen zu unterbreiten, die eventuell ein Vetorecht hiergegen haben, doch nimmt man nicht an, daß diese von ihrem Einspruchsrecht Gebrauch mache» werden. Wie dazu weiter verlautet, wird im Monat Sep. tember die Medio-Liquidation stattfinden. Vom 1. Oktober ab dürfte sie sodann in Fortfall kommen, so daß Ende Oktober zum erstenmal seit Wiedereinführung des Börsenter- minhandels nach dem Kriege eine Mvnatsliquiüation statt- finden wird. Der Etat für 1929. Mehr Ausgaben, weniger Einnahmen. — 890 Millionen Mark ungedeckt. Berlin, 13. Aug. Im Reichsfinanzministerium haben jetzt die Vorarbeiten für den nächsten Etat begonnen. Die Aufstellung des Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1926 macht, wie die „Boff. Ztg." erfährt, deshalb besondere Schwierigketten, weil man zwangsläufig mit einer Steigerung der Reparationsverpflicht- ungen und gleichzeitig mit einer Verringerung der Einnahmen rechnen muß. Vorausgesetzt, daß es bis dahin nicht zu einer Neuregelung der Reparationen kommt, wird das Haushaltsjahr 1929 das erste fein, in dem die „normalen" Reparationsleistungen von 2,55 Milliarden Mark aufzubringen find. Das Reich hat davon unmittelbar 1549 Millionen Mark gegenüber 1247 Millionen Mark im laufenden Haushaltsjahr zu zahlen. Es ergibt sich also eine Mehrausgabe von rund 309 Millionen Mark. Daneben aber sollen zwei wichtige Einnahmeposten fort. Aus den Ueberfchüfsen des Jahres 1927 sind im laufenden Etat 125 Millionen Mark eingestellt, weitere 175 Millionen sollen sich im Jahre 1927 aus der Prägung von Reichsmünzen ergeben. Diese einmaligen Einnahmen sind für das nächste Etatjahr nicht zu erwarten. Im ganzen ist für 699 Millionm neue Deckung zu beschaffen, wenn es nicht gelingt, die Ausgaben im stärkeren Maße herabzusetzen. Die Frage der Deckung soll in Angriff genommen werden, sobald die einzelnen Ressorts den Voranschlag ihrer Einzeletats fertig gestellt haben, was etwa am 15. September zu erwarten ist. Notruf der Landwirtschaft Hannover, 15. August. Die Landwirtschaftskammer Han- nover hat an den Reichsernährungsminister und den Reichsverkehrsminister das folgende Telegramm gesandt: „Die ständig fallenden Roggenpretfe rufen große Beunruhigung in der Landwirtschaft hervor. Es besteht Gefahr, daß Landwirte aus Not Getreide in großen Mengen auf den Markt bringen, was weiteres Fallen zur Folge haben und die Notlage der Landwirtschaft noch verschärfen würde. Es ist dringend notwendig, Schritte zu unternehmen, damit Lombardierung des Getreides möglich ist." Amnestierung von Silo Vraun und Olga Venario Leipzig, 15. Aug. Der Ferienstraffenat des Reichsgerichts hat auf Grund des Amnestiegesetzes das wegen versuchten Hochverrats eingeleitete Strafverfahren gegen den kommunistischen Abgeordneten Braun und die Stenotypistin Olga Benario aufgehoben. Diese Amnestierung bezieht sich aber nicht auf die in Berlin-Moabit dur Olga Benario bewirkte Befreiung des Otto Braun aus der Untersuchungshaft. Das wegen Befreiung eMgeleitete Str afverfahren nimmt seinen F orlaaug, ^' ^yww Wünsche des Hausbefitzes- Tagung deutscher Hans- und Grundbesitzers«^»«. Berlin, 13. Aug. Der 49. ordentliche Zentralverbandstag deutscher Haus- und Grundbesitzervereine hielt seine Hauptversammlung, zu der etwa 1890 Delegierte aus allen Teilen des Reiches und zahlreiche Vertreter von Ministerien und Behörden, der politischen Parteien von Handel und Industrie, von Handwerkskammer, sowie Hausbesitzerorganisationen des In- und Auslandes erschienen waren. Glückwunschtelegramme waren u. a. eingegangen vom Vorstand des d rutschen Städtetages, vom Reichsarbeitsminifter Wissell, vom Reichsinnenminister Severing und vom Reichswirtschasts- minister Dr. Eurtius. Auch zahlreiche auswärtige Hausbesitzer- organisationen hatten telegraphisch ihre Glückwünsche übermittelt. Vom Reichsbund der Hausbesitzer Oesterreichs nahmen Vizepräsident Schratt und Hofrat Eister und vom Deutschen Hausbesitzerverband der Tschechoslowakei Dr. Maresch an der Tagung teil. Universitätsprofessor Ivan Iljn-Berlin hielt «inen Vortrag RQMAK vo» J.SCHNEIDER 'OERSTL Karsten zog grüßend den Hut. „Verzeihen Sie mein Uebersehen, Herr Pfarrer! Aber ich fürchte, daß ich Sie in Bälde noch oft um Entschuldigung bitten muß. Oder glauben Sie, sagte er, während der Schalk ihm um Mund und Augen flitzte, daß es Sie nicht stört, wenn zwischen Ihr Breoiergebet ein Kinderweinen klingt?" Schmitt drohte ihm lächelnd mit dem Finger. „So tutts stehen, Herr Doktor? — Da gratuliere ich halt! — Ist nur grad' schad', daß ich's nimmer erleb'» wenn das Dutzend herüber nach dem Pfarrhof wandert!" Karten markierte ein gutgespieltes Erschrecken. „Ein Dutzend darf's nicht werden, Herr Pfarrer! Für keinen Fall! — Die Lene hat gesagt, es reiche nur für zehn!" Schmitt lachte über das ganze Gesicht, während Karsten, den Hut lüftend, mit flinken Füßen den Weg ins Dorf hinunter ging. Als der Pfarrherr hinter sich blickte, sah er Lona Petersen -an der Flurtüre stehen. Sie mochte wohl alles gehört haben, denn ein schmerzliches Zucken lief um ihren Mund. Ihr „Guten Morgen!" klang, wie von Weinen durchzittert. „Tu nur Geduld hab'n," sagte er, ihre Hand in der seinen haltend. „Zu jedem Menschen kommt das Glück einmal. Und wenn's nur alle hundert Jahre einmal eintrifft — aber kommen tut's!" Sie schüttelte den Kopf. , „Bei mir hat das Glück zuerst angeklopft. Herr Pfarrer, aber ich habe es mit Fäusten geschlagen. Und zu solchen Menschen kommt es ein zweites Mal nicht wieder! Sie hatte ihm einen Auftrag ihres Vaters wegen des Kirchenanbaues zu überbringen. Petersen wollte den ihm gehörigen und zu diesem Zweck benötigten Platz, ohne Entgelt abtreten. _ „ . Auf dem Heimweg ging sie durch den Gmshsf. Ais sie in die Tenne trat, sah sie, wie der Ferdl eben fein ttinses Weib küßte. Sie waren seit acht Wochen verheiratet. Mit eiligem Schritt zog sie sich wieder zurück. Ueberall lachendes, blühendes Glück und sie stand, von ferne zusehend, und fror durch eigene Schuld. Und Helbings Liebe wäre wohl die größte gewesen von allen. Eine Sonne, die an Wärme alle anderen überstrahlte. Aber sie selbst hatte ihr Licht gelöscht. Als Karsten am Mittag nach Hause kam, schlang Elisabeth schon im Flur beide Arme um seinen Hals. Aber fein Gewissen war noch nicht ganz zur Ruhe gekommen. Er schämte sich unsagbar. Sanft löste er ihre Arme von seinem Nacken. „Wie geht es dir, mein Kind? Ich bin heute gesprungen, um so rasch, als möglich.wieder heimzukommen zu dir!" „Ich fühle mich sehr wohl. Liebster!" Zweifelnd sah er sie an. So blaß waren ihre Wangen, so tief lagen die lieben Augen. Wie eine eisige Faust fuhr der Schrecken ihm ins Genick und zwang sein Herz zwischen seine Riesenhände. Dann strafften sich seine Muskeln, sie sah, wie er sich förmlich einen Ruck gab. „Was ist dir, Rolf?" fragte sie besorgt. „Nichts, mein Kind!" Nach Tisch bettete er sie auf das bequeme Sofa in seinem Studierzimmer. „Versuche ein wenig zu schlafen," bat er. ' Eie nickte und schloß gehorsam die Augen. Wenige Minu- ten später schlief sie schon friedlich mit einem feinen Rot aus den Wangen. Karsten beugte sich über sie und betrachtete sie lange. „Ber- gib mir, mein geliebtes Weib!" stammelte er leise. Dann setzte er sich an seinen Schreibtisch und schrieb an Hans Helbing. Seite um Seite füllte sich. Es war ein einziges reuiges Bekenntnis, daß er seiner vergessen hatte in den Tagen des Glückes, das ihn eingehüllt hatte, wie ein Rausch. Nur von dem. was er gestern Elisabeth gestanden hatte, schrieb er nichts. Er brachte es nicht fertig. Dieses Geständnis war nur von Angesicht zu Angesicht möglich. Vielleicht fand er einmal den Mut hierzu. Heute noch nicht! „Wenn Du einen Menschen, wie mich, noch zum Freunde haben magst," schloß er sein Schreiben, „dann komm, Hans! Meine Frau braucht Ablenkung Ich bin so viel fort von zu Hause. Sie ist immer allein. Vielleicht kannst du Urlaub bekommen. Ich wäre dir so unendlich dankbar, wenn du dich ein wenia um Elffabetb annebmen würdest. — Sie ist Mittwoch, den 15. August 1928. über das Thema „Die Enteignung in Rußland und ihre Bedeutung für die Welt", der bei der Versammlung so starken Beifall fand, daß sie die Drucklegung des Vortrags Iljn verlangten. Darauf sprach der Vorsitzende, Stadtrat Human-München über die Forderungen des deutschen Hausbesitzerstandes an den neuen Reichstag, die folgende fünf Punkte enthalten: Aufhebung aller Gesetze, mit denen die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen verbunden ist, Ablehnung des Bodenreformgesetzentwurfes lWohn- und Heimstatt mgefetz), Ablehnung von Aenderungen des Bürgerlichen Gesetzbuches zur Schaffung eines gesetzlichen Mietsrechtes Senkung der Realsten«», keine Reuaufrollung der Aufwertungs- ftage. Der erste Vorsitzende des Kartells des Reichsausschusses der deutschen Mittelschichten und Vorsitzender des Kartells für geistiges Eigentum, Dr. Eoerling, behandelte das Thema „Die Senkung der deutschen Mittelschicht". Der Vertreter der österreichischen Hausbesitzerorganisation Schratt, gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß die österreichische und deutsche Hausbesitzerorganisation noch nicht zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen sind. Die nächste Tagung findet im Jahr 1929 in München statt. Das verbotene Deutschland-Lieb Saarbrücken, 15. Aug. Beim Empfang der Student.'« und Studentinnen der Deutschen Hochschule für Leibesübungen ereignete sich ein peinlicher Zwischenfall. Vor dem Hauptbahnhof waren die Abordnungen der hiesigen Turn- und Sportvereine mit Fahnen aufmarschiert und eine tausendköpfige Menschenmenge erwartete die Ankommenden. Beim Erscheinen der Studenten, die ihre Fahnen voraustrugen, sang die erwartungsfrohe Menge begeistert das Deutschlandlied Dies gab dem Oberinspektor ber hiesigen Bahnpolizei, Stalinski. Veranlassung, an den Ordnungsdienst die Aufforderung zu richten, der Musik das Weiter-' spielen des Liedes zu untersagen. Aber weder die Musiker noch die Zuschauer kehrten sich im geringsten an diese Aufforderung. Unter Vorantritt ber Musikkapelle und unter Hochrufen der die Straße umsäumenden Tausenden von Zuschauern ging der Zug ins Innere der Stadt. Dienstag vormittag wurde die Hochschule für Leibesübungen auf dem Rathaus durch die Stadtverwaltung begrüßt. Am Nachmittag erfolgten Vorführungen im Ludwigspark. Am Abend wird die Bürgerschaft Gelegenheit haben, im Saalbau die Darbietungen der Hochschule kennen zu lernen. Beschimpfung der Kirche vor dm Augen der Polizei. Anläßlich einer Tagung der proletarischen Freidenker in Bad Frankenhausen hielten — wie wir dem „Arterner Anzeiger" entnehmen — die aus der Kirche Ausgetretenen einen Demonstrationszug gegen die Pfaffenwirtschaft und die Verdummung des Volkes durch die Kirche. Voran marschierten vier „Geistliche" im Ornat, der eine mit der Bibel in der Hand. Im Zuge wurde eine Kanone geführt, dazu Soldaten als Karikaturen mit dem Bilde Hindenburgs und einer Schmähschrift. Am Kriegerdenkmal erhob ein „Pastor" segnend die Hände mit den Worten.: „Ich segne euch, ihr dummen Schafe". Die Ortspolizei, die den Zug ourch drei Schutzleute begleiten ließ, sah sich zu einem Einschreiten gegen diese schandbare Demonstration nicht veranlaßt. Bekanntlich ist nach Paragraph 166 des Strafgesetzbuches strafbar, wer öffentlich eine der christlichen Kirchen oder ihre Einrichtungen oder ihre Gebräuche beschimpft. Dazu kommt in dem vorliegenden Fall die schmähliche, gewollte Verletzung der „Empfindungen Andersdenkender", d. h. der Bevölkerungsmehrheit. Es ist eine Unbegreiflichkeit, die festgenagelt verdient, daß die Polizei diesen Zug passieren ließ. Unter den Einwohnern und Kurgästen in Bad Frankenhausen herrscht über den Vorgang und insbesondere über die Untätigkeit der Polizei starke Erregung. Baden. Justizminister Trunk znm Tode des Grobherzogs. Karlsruhe, 15. August. Justizmintster Dr. Trunk htzlt bei der Verfaffungsfeter und Grundsteinlegung zum Gefallenendenkmal in Durmersheim (Amt RastatU die Festansprache. Er gedachte dabei auch des verstorbenen früheren Landesherrn, wobei er u. a. sagte: „Als ausgesprochener Pflichtmensch lebte er der Ver- faffung und wollte nicht mehr, als gesetzmäßig, verfaffnngs- mäßig dem badischen Volke dienen. Der Verstorbene war der erste, der den Zusamnienbruch 1918 als eine durch den Kriegsausgang geschaffene Tatsache erkannte und es als seine Pflicht erachtete, angesichts ber heranrückenden Stunde dte Geschicke des Badener Landes in die Hände des badischen Volkes zu legen. Bis zu seinem Tode führte ihn in nicht ganz wohl! — Du wirst mich verstehen! — Meine Kinder werden einmal einen Vater haben, der so weißes Haar hat, wie ein Urahne." Elisabeth rieb sich lächelnd die Augen. „Ich habe herrlich geschlafenl" sagte sie. „Und so wundervoll geträumt!" „Was denn, mein Lieb?" fragte er weich. „Es war ein Junge!" sprach sie errötend. „Und er hatte deine Augen und deinen Mund!" „Aber hoffentlich meine grauen Haare nicht!" unterbrach er sie lächelnd. „Nein, die hatte er nicht! — Er hatte nämlich gar keine," fügte sie schalkhaft hinzu. m ^ „ Drei Tage später traf von Helbing Nachricht em. Er würde Urlaub nehmen und ihn im Doktorhaufe verbringen, wenn er keinen Schatten in ihr Glück werfe. „Als ob er eine Ahnung hätte, wie schlecht ich von dir und ihm dachte," sagte Karsten, als er den Brief seiner Frau reichte. „Sprich nicht mehr davon!" bat sie. „Wenn man vergibt, muß man auch vergessen, sonst ist das Verzeihen wertlos!" Ende der Woche kam Helbing — etwas blaß, etwas überarbeitet, noch ein wenig ernster, als sonst, aber im Uebrigen der gleiche. Er widmete sich fast ausschließlich der jungen Frau, saß mit ihr im Garten, las ihr vor. Er führte sie auf die lauschigsten Plätzchen im Walde, auf die Bank in der Lichtung über dem Wehr. Es kam sogar des öfteren vor, daß sie noch gar nicht zu Hause waren, wenn Karsten von seinen Krankenbesuchen heimkam. Dann schalt der junge Ehemann. „Wollt Ihr rechtzeitig zu Tisch kommen, ihr Faulenzer? Ihr laßt euch kurieren von mir, wenn ihr krank seid und im Uebrigen kümmert ihr euch nicht um mich!" Helbing machte ein Armensundergesicht und versprach für den nächsten Tag pünktlichstes Erscheinen. Als sie am andern Vormittage wieder nach der Bank in der Lichtung gingen, saß Lona Petersen auf derselben. Die junge Frau sah, wie Helbings Fuß stockte. Lona wandte eben ihr Gesicht, da bemerkte sie auch deren Erröten und Erblaßen. War zwischen den beiden einmal etwas gewesen? Sie mußte am Abend, wenn sie mit Rolf allein war, ihn darum fragen. Man begrüßte sich und saß zu dreien aus bej Bank. Nr. 189. Jahrgang 1928. seinem Herzen die Liebe zum badischen Volke. Als guter, vorzüglicher, verehrungswerter Mitbürger lebte er als Badener unter uns Badenern, als Deutscher unter uns Deutschen. Ehre gebühre ihm, der nun dort oben auf der Bahre liegt und in wenigen Tagen in Karlsruhe seiner achtungsgebietenden Ahnenreihe beigesetzt wird/ Zur U «Verführung des verstorbenen Großherzogs. Frcibnrg i. Br^ 15. August. Die irdische Hülle des Groß- herzogs Friedrich wird am Mittwoch abend im Kraftwagen in Freiburg eintreffen. In den Durchfahrtsstraßen werden die hiesigen militärischen Vereine Aufstellung nehmen, um dem verstorbenen Landesherrn die letzte Ehre zu erweisen. Dev Wagen begleiten Prinz Berthold und General von Pfeil Da die Fahrtdauer Freiburg—Karlsruhe etwa 3 bis 4 Stunden beträgt, dürfte der Wagen mit der Leiche des Großherzogs um die Mitternachtsstunde in Karlsruhe ein- tresseu. Aus Nah und Fern. Mariä Himmelfahrt.' Unter den Marienfesten der katholischen Kirche nimm» Mariä Himmelfahrt den ersten Rang ein. Sein Urspruni geht auf eine Verordnung des byzantinischen Kaisers Mau ritius im 6. Jahrhundert zurück, der befahl, daß in der grie chischen Kirche der 15. August alljährlich dem Tod der heili gen Jungfrau geweiht werden müsse. Daraufhin feierte an gleichen Tage auch die römische Kirche das Fest. Das du Todesfeier ergänzende Fest der Himmelfahrt wurde erst 831 eingesetzt; cs dauerte aber noch lange Jahrzehnte, bis es allgemein und regelmäßig abgehalten wurde. Im Bolksmuni führt es auch die Namen unserer liebe Frauen Würzweihe Kräutertag oder Mariä Kräuterweihe nach der Sitte, an Himmelfahrtstag frischgepflückte Heilkräuter aller Art weihen zu lasten, worauf dann die ,^Vürzmeste" folgt. Diese geweihten Kräuter sollen eine besondere Heilkraft haben unk auch vor Wetterschaden schützen. Ta man auch in vorchristlichen Zeiten Heilkräuter an einem auch in den August fallenden Tag der Göttin Athene oder Minerva weiht, die man gleichzeitig um Beistand für die im Laufe des Sommers auf. tretenden Krankheiten anrief, so kann man vermuten, daß sich Mariä Kräuterweihe auf einen vorchristlichen Brauch zurückführen läßt. Vom späten Mittelalter an fanden am Himmelsahrtstag in manchen größeren Städten, darunter i besonders in Antwerpen .große Prozestionen statt, bei denen aber schließlich soviel Unfug getrieben wurde, daß unter der Regierung der Kaiserin Maria Theresia strenge Maßregeln j dagegen ergriffen werden mutzten. Die Prozestion hat fick aber hier zu Lande erhalten. In Elsatz-Lothrinqen ist Mario Himmelfahrt auf Grund der Verordnung vom 29. Germinal , . X. staatlich anerkannter Feiertag, vielleicht weil der erste Konsul Bonaparte am 15. August seinen Geburtstag feierte l. woher das Fest auch im Volksmunb da und dort Napolons» f tag heißt. Im Deutschen Reich wird der Tag ähnlich wie l Mariä Geburt meist nur kirchlich begangen, während bas ; bürgerliche Leben seinen Weg weiter geht. Die Bauernregel verlangt für Mariä Himmelfahrt klaren Sonnenschein, weil Jbt die Sonne an diesem Tage den Wein süß macht. Regnet es. so wird der Wein sauer. * Sinsheim, 14. Aug. (Von der Handelsschule.) Handrls- lehrer Emil Obergfell an der hiesigen Handelsschule wurde zum Studienrat ernannt. @ Sinsheim, 15. Aug. (Allgemeine Ortskrankenkasse.) Die Zahl der Mitglieder unserer Kaste betrug am 1. August 1928 6180 (6321) und zwar männlich 3645 (3722), weiblich 2535 (2599) Hiervon waren versichert als oersicherungspflichtig 5207 (5355) und zwar männlich 3140 (3212), weiblich 2067 (2143) als freiwillig 973 (966) und zwar männlich 505 (510), weiblich 468 (456) Am Stichtag 1.8.28. betrug die Zahl der arbeitsunfähigen Kranken 142 (138) und zwar männlich 73 (73), weiblich 69 (65) Hiervon waren als pflichtversichert gemeldet 132 (125) und zwar männlich 70 (70). weiblich 62 (55) als freiwillig 10 (13) und zwar männlich 3 (3), weiblich 7 (10) Wöchnerinnen wurden gezählt als pflichtversichert 16 (>6), als freiwillig versichert 4 (2). Die in Klammern angegebenen Zahlen bedeuten jeweils das Ergebnis vom 1. des Vormonats. A Sinsheim, 14. Aug. (Zusammenschluß Badenwerk und Württ. Landes-Elektrizitäts-A.G.) Nach Fertigstellung der 80 Kilometer langen 100000 Boltleitung, die von dem Schalthaus Karlsruhe des Badenwerks nach Obertürkheim bei Stuttgart führt, hat das Badenwerk in den letzten Tagen seine Anlagen mit denen der Württ. Landes-Elektrizitäts-A.G. zusammengeschlossen und auf Grund eines mit den Neckarwerken A.-G. Eßlingen und der Stadt Stuttgart abgeschlossenen Vertrages seine Stwm- lieferung nach Württemberg aufgenoinmen. Die 100000 Bolt- Anlagen der drei süddeutschen Länder Baden, Württemberg und Bayern sind nunmehr miteinander verbunden. 4- Steinsfurt, 14. Aug. (Feuerwehrauszeichnung.) Am Ber- fassungstag konnte für 40 jährige Dienstzeit bei der Freiw. Feuerwehr von dem Vertreter des Bezirksamts Sinsheim, Herrn Reg.- Rat Galt unter Anwesenheit des Gemeinderats das Ehrenzeichen nedft Anerkennungsschreiben überreicht werden den Herren Johann Karolus und Adam Huxel alt. Mit dem Ehrenzeichen für 25- jährige Dienstzeit wurden ausgezeichnet Fohann Gilbert und Karl Weiß. □ Hilsbach, 14. Aug. (Vom Postauto.) Fn diesen Tagen ist wiederum in einem Gesuch an die Oberpostdirektion Karlsruhe- herangetreten worden zwecks Beschaffung eines größeren Wagens, da die gegenwärtig lausenden den Verkehr nicht mehr zu bewältigen vermögen. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß die Verwaltung noch in diesem Monat dem Wunsche der Gemeinden Hilsbach und Weiler nachkommt. - Reckurbbischofsheim, 14. Aug. (Eine noble Sparkasse.) Die hiesige Spar- und Waisenkasse, die unter Bürgschaft der Stadt- *4 gemeinde steht, überschreibt von jetzt ab alle Papiermark-Auf- wertungsguthaben, selbst die höchsten Beträge, in Reichsmark- Sparbücher. Die persönlichen Verhältnisse werden dabei berücksichtigt und deshalb auch ft^berschreibungen bei Minderbemittelten und bei Leuten vorgenommen, die nicht viel verdienen und auch nur geringfügige Beträge neu «inlegen können. Bedürftige Sparer, denen das Recht zusteht, ohnehin diese Gelder von der Sparkasse zu verlangen, erhalten Reichsmark-Sparbücher auch ohne Bar- Einzahlung. »st Meckrshrim, 14. Aug. (Postalisches.) Nachdem die Aemter Neckargemünd und Sinsheim zu Selbstanschlußämtern umgewandelt sind, wird wohl auch Meckesheim in abschbarer Zeit nach folgen. Wir hätten bei dieser Gelegenheit wie schon früher den dringenden Wunsch, daß die Oberpostdirektion das Meckesheimer Amt, in Anbetracht der zentralen Lage des Ortes und der hier vertretenen Industrie, als Art Zentralamt einrichtet mit direkter Leitung nach Heidelberg. Dies würde den wirklichen Verhältnissen am beiten Rechnung tragen. Keineswegs könnten andere bereits besprochene Pläne gerechtfertigt werden, wonach sämtliche Fernsprechverkehr über Sinsheim geleitet würde. Diese Lösung wäre umständlich und unwirtschaftlich und stünde im Gegensatz zu der so oft betonten '.ind begrüßenswerten Sparpolitik der Postoerwaltung. = Rauenberg, 14. Aug. (Der Sparkassen- und Darlehensverein) der auf rin 30 -ährices Jubiläum zurückblicken kann, weist gegenwärtig einen Mstgliederstand von 237 auf. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bttrug der Umsatz 73 000 Mark, aus denen Der Laudvote * Smsheimer Zeuuag. ein Reingewinn von 1039 Mark erzielt wurde. Die Ausgaben von Darlehen überstieg oi« Einlagen um 11000 Mark, die von auswärtigen Kreditanstalten ausgenommen wurden. = Odenheim. 14. Aug. (Hohe Sterblichkeit.) In der ersten Jahreshälfte weist das Standesamt bereits 30 Einträge an Todesfällen auf. Gegenüber dem Vorjahre mit 14 Todesfällen also eine erhebliche Steigerung. --- Mrslöch, 14. Aug. (Motorradunfall.) Am Samstag stieß in der Nähe der Zähringerstraße ein Motorradfahrer mit einem Radfahrer zusammen. Während der Fahrer des Motorrades mit heiler Haut davon kam, wurde die auf dem Soziussitz befindliche Dame vom Rade geschleudert. Sie erlitt derartige Verletzungen, daß sie ins Heidelberger Krankenhaus eingeliefert werden mußte. — Wallborf, 14. Aug. (Ein moderner Pranger.) Auf der hiesigen Gemarkung nehmen die Entwendungen von Feldfrüchten in diesem Sommer derart zu, daß die Bürgerschaft und die Gemeindeverwaltung zu einem sicherlich wirksamen Mittel greifen mußte. Zukünftig wird gegen die Feldfrevler derart vorgegangen werden, daß neben einer erheblichen Geldstrafe die Namen solcher Diebe an der Rathaustafel öffentlich angeschlagen werden. Es ist zu erwarten, daß durch dieses Radikalmittel die zu einer wahren Plage werdenden Feldfrevel etwas eingedämmt werden. Sicherlich wird dieses System Schule machen. Mannheim, iS. August. (Unfall im Hafen.) Vorgestern nachmittag wollte ein 26jähriger Steuermann auf einem Schleppdampfer im Hafen den Schleppdraht aufhole». Dabei wickelte sich der Draht um sein linkes Bein und zog es gegen das Dampfspill, wodurch der Steuermann einen komplizierten Unterschenkelbruch erlitt. Psorzhefm, 15. August. (Lebensmüde.) Am Hansacker- weg, der zwischen hier und Birkenfels am rechten Ufer der Enz entlangführt, wurde gestern nachmittag die Leiche eines etwa 23 Jahre alten Mädchens aufgefunden. Die Todesursache ist noch nicht geklärt. Die Tote wurde ins Leichenhaus nach Brötzingen überführt. Wilferdingen (bei Pforzheim), 15. August. (Schwerer Sturz.) Ein 21 Jahre alter Hilfsarbeiter stürzte gestern abend vor dem „Rößle" so unglücklich von seinem Motorrad, baß er mit schweren Verletzungen in bas Städtische Krankenhaus nach Pforzheim verbracht werden mußte. ** Oberachern, 15. August. Am Freitagnachmmag ereignete sich an der Straßenkreuzung Kappelrodeck—Mösbach dadurch ein tödlicher Autounfall, daß ein Obstlieferauto aus der Schweiz, das die Straßenkreuzung überfuhr, den 13jährigen Sohn einer Kriegerwitwe aus Kappelrobeck, der zu gleicher Zeit mit seinem Fahrrad die Straßenkreuzung passieren wollte, überfuhr. Der Bedauernswerte ist innerhalb 10 Minuten gestorben. Der Chauffeur wurde verhaftet. ** Freiburg, 15. Aug. (Der Tschako bei der Polizei.) Der Vcrfassungstag hat der gesamten Freiburger Polizeimannschaft. einschließlich der Bereitschaftspolizei, als Kopfbedeckung den Tschako anstelle des Helms gebracht. Auf der Stirnseite ist die neue Hauptzier mit dem badischen Wappen geschmückt darüber treten im Oval die badischen Landesfarben hervor. Die Schutzleute sind mit der Neuerung allenthalben einverstanden; nicht allein deshalb, weil der Tschako im Straßen- und Verkehrsbienst die passendere und angenehmere Kopfbedeckung ist. Man bevorzugt ihn auch des geringen Gewichts wegen, welches durchweg 120—150 Gramm weniger als dasjenige des Helms beträgt. In verschiedenen badischen Städten ist der Tschako bet der Polizei schon längst eingeführt. Hausen-Raitbach (bei Schopfheim), 15. August. (Brand.) Vorgestern abend gegen Kg Uhr brannte das Wohnhaus des Gemeinderechners Prior samt Scheune vollständig nieder. Es konnte nur noch das Vieh in Sicherheit gebracht werden Es wird Kurzschluß vermutet. Kappel (bei Villtngen», 15. August. (Mit dem Rad in eine Wafferablaufrinne geraten.« Einen schweren Unfall erlitt der Briefträger Johann Merkte von hier. Als er auf >em Heimwege von Villtngen die steile Straße beim Stummen mit seinem Rade herabfuhr, geriet er in eine Waster- aklaufrinne und kam derart zu Fall, daß er schwere Verletzungen im Gesicht und vermutlich auch einen Schädelbruch erlitt. Bewußtlos wurde er ins Villinger Krankenhaus überführt. Donaueschingeu, 15. August. (Tödlich verunglückt.) Am Sonntag nachmittag verunglückte auf der Rückfahrt aus seiner Heimat in Ktrnach bet Ravensburg der 26 Jahre alte Datnenfriseur Gustav Hagenauer-Mengen mit seinem Motorrad. Auf dem Transport nach dem Krankenhause ist er an den Folgen des Sturzes gestorben. Der Friseur stand in Donaneschingen in Arbeit. Hinfinge« (bei Jmmendingen), 15. August. (Vor den Augen seines Kindes ertrunken.) Letzten Sonntag abend begab sich der Hallenarbeiter Otto Schnetz vom Stationsamt Jmmendingen in Begleitung seines Söhnchens zum Baden in die Donau. In der Nähe der Eisenbahnbrücke Hinsingen geriet er an eine tiefe Stelle und ertrank vor den Augen seines mitbadenden Kindes. Trotz rasch herbeigeholter Hilfe waren die Wiederbelebungsversuche ohne Erfolg. Fünf unmündige Kinder trauern mit ihrer Mutter um den Ernährer. --- ■ - • Urnott (bei Ueberlingen), 15. August. (Zwei gefüllte Scheunen ntedergebrannt.) Im benachbarten Firmetswetler brannten dieser Tage zwei gefüllte Scheunen, die die ganze Ernte bargen, nieder. Außer etwa 12 000 Garben Frucht sind noch zwei Stück Vieh und ein Pferd mttverbrannt. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. Sttihlinge« (bet Waldshut), 15. August. (Unfall mit Tobessolge.) Vorgestern verunglückte zwischen Slühlingen und Ebersingen beim Nehmen einer Kurve ein aus Frankfurt gebürtiger Heizer namens Herrmann, der seine Tochter besuchen wollte. Während die Frau, die sich auf dem Soziussitz befand, mit leichteren Verletzungen davonkam, erlitt der Mann so schwere Verletzungen, daß er noch gestern starb. ** Friedrichshasen, 15. Aug. (Im Waschzuber quer über den Bodensee.) Was wir in der Jugend vielleicht beim Baden oder bei gelegentlichem Hochwasser als willkommene Abwechslung betrachteten, hat der in Wafferfport'rrisen bekannte Friseur Brugger-Friedrichshafen zu einer anerkennenswerten sportlichen Leistung gestaltet. Nachdem er bereits früher in sehr günstiger Zeit den Bodensee im Paddelboot überquert hatte, benutzte er den Sonntag dazu, den damaligen Paddelboot-Versuch originell zu wiederholen. Brugger überquerte in einem gewöhnlichen Waschzuber (1,20 Meter lang, 55 Zentimeter tief und 75 Zentimeter breit) den Bodensee vom Landungssteg in Rorschach bis zum Gondelhafen in Friedrichshafen. Tie Fahrt, die 8.20 Uhr vormittags begann, fand nachmittag 4.45 Uhr — also nach etwa achteinhalb Stunden — in Friedrichshafen ihr Ziel. Die zurückgelegte Strecke beträgt 12—14 Kilometer. Als Begleiter fungierten im Paddelboot Rudolf Kainz-Schwäbisch Gmünd und Karl Merkle-Friedrichshafen. Die Leistung, die in lbrer Oriainalität einzig dasteht, verdient um so mehr Beachtung, als Brugger die Fahrt bei sengender Sonnenhitze und auf der Endstrecke bei widrigem Wellengang durchführte. ganz abgesehen davon, daß ein „Paddeln im Waschzuber" auf eine solche Entfernung auch außerordentliches Können und sportliche Zähigkeit voraussetzt. Nach Hunderten zählende Zuschauer begrüßten den Paddler bei seiner Ankunft in Friedrichshafen. Saarbrücken, 14. Aug. (Geschrei rettet zwei Kinder.) Iik Völklingen hängte ein Arbeiter aus unbekannten Motiven seine vier und sechs Jahre alten Kinder mit Bindfaden an der Wand auf, um sie auf diese Weise zu töten. Durch das furchtbare Geschrei der Kinder eilten Nachbarn herbei, und konnten die Kinder im letzten Augenblick vor dem Tode retten. Sade-ttnWe Mannheim, 15. August. (Beim Baden im Rhein ertrunken.) In Groß-Rohrheim in Hessen wurde am 7. d. M. der 24 jährige Student Karl Richter ans Bensheim a. d B. (Sohn eines Mannheimer Geschäftsmannes) beim Baden im Rhein von einem Strudel erfaßt und in die Tiefe gerissen Seine Leiche konnte am nächsten Tage geborgen werden. Ketsch, 15. August. (Im Rhein ertrunken.) Beim Baden an der Altrhcinmündung ertrank der 32 jährige verheiratete Fabrikarbeiter Valentin Leiser aus Oftersheim. Er war des Schwimmens nicht kundig und geriet in einen tiefen Strudel. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Malsch bei Wiesloch, 15. August. (Beim Baden im Neckar ertrunken.) Beim Baden im Neckar ertrank der 19 jährige Zimmermann Wittmann von hier dadurch, daß ihm ein Mttschwimmer, während er den Neckar bei Heidel-^ berg durchschwamm, mit dem Fuß in die Rippen stieß, so daß« Wittmann die Luft ausging und er einen Schwächeanfall er-j litt. Er sank sofort unter, ebenso der Mitschwimmer. Es ge-^ lang, diesen zu retten, Wittmann konnte erst später als Leiche« geborgen werden. Oberhauseu (bei Bruchsal), 15. August. (Ertrunken.)! Am Verfassungstag nachmittags gegen 5 Uhr ertrank beim! Baden im Neurhein bei der Waldbrücke oberhalb der Spey- erer Fähre der 20jährige Fabrikarbeiter Leo Becker. Die Leiche wurde gestern vormittag unterhalb der Speyerer! Fähre gelandet. Rheinsheim (bei Bruchsal), 15. August. (Sein Leben eingesetzt.) Eine Landauerin badete im Rhein bet der Ger- mersheimer Schiffsbrücke. Plötzlich verschwand sie in dem Wellen. Ein ihr zu Hilfe eilender junger Mann wurde von der Ertrinkenden unter das Wasser gezogen und ertrank. Die Frau wurde durch den Bruder des Ertrunkenen gerettet, ohne daß dieser beobachtet hatte, daß sein Bruder sich in' Lebensgefahr befand. Donaneschingen, 15. August. (Zwei Personen vom Tode des Ertrinkens gerettet.) Am Nachmittag des Berfaffungs- tages rettete der Student der Handelswissenschaften Rudolf Duffing von hier im städtischen Strandbad unter eigener Lebensgefahr zwei Schwenninger Arbeiter vom Tode des Ertrinkens. Brennendes Motorboot anf dem Bodensee. Meersbnrg, 15. August. Auf dem Bodensee in der Nähe von Meersburg geriet ein mit 75 Personen besetztes großes Motorboot in Brand. Unter den Fahrgästen entstand eine Panik. Auf der hinteren Boolshälfte kam es zu einem derartigen Gedränge, baß mehrere Personen ins Wasser stürzten. Es gelang jedoch, sie zu retten. Das Boot konnte die Fahrt bis Meersburg fortsetzen. Venzinexplofion in einer Drogerie Halbetstabt, 15. August. In einer hiesigen Drogerie ereignete sich eine schwere Benzinexplosion. Ein Drogistengehilfe war mit dem Laufburschen im Keller mit dem Abfüllen von Benzin beschäftigt. Nach dieser Arbeit zündete der Gehilfe ein Streichholz an. Der Laufbursche, die Gefahr der Gasentwicklung erkennend, lief mit der Benzinflasche fort, kam jedoch zu Fall und übergoß sich. Die Gase entzündeten sich sofort. Der Laufbursche erlitt schwere Brandwunden, denen er kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus erlag. Der Gehilfe kam mit leichten Brand- wunden davon. Die sich aus der Explosion entwickelnden Stichflammen verursachten einen Brand, der jedoch nach kurzer Zeit gelöscht werden konnte. Das Aiesenserier in Wtthelmsburg gelöscht Harburg-Wilhelmsburg, 15. Aug. Wie zu der riesigen Feuersbrnnst in Wilhelms bürg am Dienstag morgen gemeldet wird, ist der Brand im Laufe der Nacht in der Hauptsache gelöscht worden, doch dürften die Nachlöscharbei- ten, mit denen die Feuerwehr zur Zeit beschäftigt ist, noch, den ganzen Tag über andauern. Eine genaue Feststellung des durch Feuer und Master angerichteten Schadens war noch nicht möglich. Die Entstehungsursache des Feuers konnte ebenfalls noch nicht festgestellt werden, doch verstärkt sich der Verdacht einer vorsätzlichen Brandstiftung. Die Kriminalpolizei hat sofort umfangreiche Ermittlungen angestellt. - • . • —^ ‘ Die Stadtverwaltung Harburg-Wilhelmsburg teilt mit: Durch die deutsche Preffe sind gestern über den Brand im Stadtteil Harburg-Wilhelmsburg auf dem Grundstück der Konrroll- und Lagerhausgesellschast durchaus unrichtige Darstellungen gebracht worden. Ungeachtet der Gefährlichkeit des Brandes kam die Notwendigkeit zur Herbeirufung der Hamburger Feuerwehr nicht in Frage, weil die vorhandenen Löschkräfte voll und ganz ausreichten, und das Feuer von Anfang an jederzeit in der Gewalt der Feuerwehr war. Der Leiter der Berufsfeuerwehr, Branddirektor Westphal, war sich der Verantwortung durchaus bewußt. Eine Herabminderung des Schadens wäre auch bet Heranziehung weiterer Löschkräste aus Hamburg nicht möglich gewesen, da die in Mttleidenschaft gezogenen Gebäude von Anfang an in vollen Flammen standen. Uevrigens ist von den staatlichen und städtischen Behörden und den geschädigten Firmen selbst der Leitung der Löschmannschaften und der Tätigkeit der Feuerwehr volle Anerkennung gezollt morden. Großfeuer im Obereisatz. Düppigheim (bei Molsheim», 15. August. Bei einem über die Gegend ziehenden Gewitter schlug der Blitz am Sonntag abend in das Anwesen der Witwe Borel und zündete. Das Feuer griff mit rasender Geschwindigkeit um sich, und in kürzester Zeit standen drei Nachbarhäuser in Flammen. Um 11 Uhr waren sieben Wohnhäuser und II Scheunen mit Stallungen eingeäschert. Ter Schaden beläuft sich auf eine Million Franken und ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. — Ein weiteres Großfeuer vernichtete in Kogen- heim vier Scheunen. Tie Wohnhäuser konnten gerettet werde». Einiges Großvieh ist verbrannt. , Nr. 189. Jahrgang 1928. D« Lauddote * Stnshetmer deitnag. Mittwoch, den 15. August 1928. Rillt. Der „Kladderadatsch" im besetzten Gebiet verboten. Berlin, 15. Aug. Einer Blättermeldung zufolge hat die Rheinlandkommission den „Kladderadatsch", die bekannte satyrisch-politische Zeitschrift, auf unbestimmte Zeit verboten. Ei« nener Spritschwindel. Frankfurt, 15 August. Die Frankfurter Zollfahndungsstelle hat in Arheiligen bei Darmstaöt eine Spritschiebung ausgedeckt, durch die der Staat um rund 24 000 Reichsmark betrogen worden ist Dort hatte der 45 jährige Paul Zimmer, der aus Russisch-Polen stammt, unter der Firma „Zimbo G. m. b. H," eine Brennerei aufgemacht und dadurch, daß er die Steuerplomben in geschickter Weisp zu lockern verstand, erhebliche Mengen unversteuerten Sprits in den Handel gebracht. Die Zollbehörde wurde dadurch auf ihn aufmerksam, daß sie das Vorhandensein großer Mengen billigen Sprits im Handel seststellte. Zimmer wurde verhaftet und ins . Untersuchungsgefängnis in Darmstadt gebracht. Eine mit Salzsäure gefüllte Zisterne geplatzt. Vier Arbeiter schwer verletzt. Wnlfen, 15. Aug. In der Sulfo-Salzsäure-Abteilüng der Farbenfabrik der J.G. Farbenindustrie Wulfen ist am Dien Stagvormittag bei der Vornahme von Schneidearbeiten eine teilweise mit 32prozentiger Salzsäure angefüllt« Zisterne auf bisher noch nicht geklärte Weise explodiert. Vier Arbeiter wurden dabei schwer verletzt, so daß sie dem Krankenhaus zugeführt werden mutzten. Soldatenselbstmorde in Fez. Paris, 15. Aug. Wie aus Casablanca gemeldet wird, verübten in der Garnison Fez an einem Tage nicht weni. ger als drei Soldaten Selbstmord. Flugzengtrümmer östlich Nensundlands gesichtet. London. 15. Aug. Wie aus St. Föhns auf Neufundland berichtet wird, hat der Dampfer „Seavool" die Trümmer eines Flugzeuges etwa 94 Meilen östlich von der Insel Belle Jsle gesichtet. Ei« schweres Gewitter über Dänemark. Zehn Gehöfte niedergebrannt. Kopenhagen, 15. Aug. Das in der Nacht von Sonntag aus Montag hier niedergegangene Gewitter hat in ganz Dänemark, besonders in Nordjütland, schweren Schaden angerichtet. Von allen Seiten werden Haus- und Iehöft- brände sowie Schäden an Telephon- und Lichtleitungen gemeldet. Allein in der Gegend von Hjörring sind zehn Gehöfte durch Blitzschlag entzündet und niedergebrannt. Viek . Vieh ist umgekommen. Amerikanische Bankräuber. Rewyork, 15. Aug. Nach einer Meldung aus Chicago sind fünf bewaffnete Banditen in einer kleinen Stadt bei Chicago in eine Bank eingedrungen und haben 15 000 Dollar geraubt. Geheimnisvolles Verschwinde« eines kühnen Bergsteigers. Der englische Forschungsreisende, Kapitän Morden, ist bei dem Versuche, den argentinischen Vulkan Aconcagua, den mehr als 7000 Meter hohen höchsten Berg Amerikas, allein auf Schneeschuhen zu besteigen, auf geheimnisvolle Weise umgekommen. Der Bergsteiger verließ die Stadt Mendoza am 15. Juli und blieb seitdem verschollen. Eine Rettungsexpedition fand sein Lager, Reste seiner Vorräte und einen Brief an seine Frau in einer Höhe von mehr als 4000 Metern, von ihm selbst aber keine Spur. Man nimmt an, daß er in eine Gletscherspalte gefallen oder von einem Erdrutsch begraben worden ist. Bei seinem Aufbruch hinterließ Morden in seinem Hotel einen Brief, der jetzt geöffnet worden ist und der beweist, daß er mit einem unglücklichen Ausgang seines Unternehmens sehr stark rechnete. In dem Briefe heißt es: „Für den Fall, daß ich verunglücken sollte, erkläre ich daß ich allein die Verantwortung trag«. Ich unternehme den Aufstieg allein und gebe kein bestimmtes Datum für meine Rückkehr an. Man hat mir viele Freundlichkeiten erwiesen, für die ich danke. Es bedarf keiner Rettungsexpedition, falls ich vermißt werden sollte." Me argentinischen Behörden wollen dig Suche nach dem kühnen Forscher fortsetzen, doch besteht wenig Hoffnung auf Erfolg. Bernard Shaw als Filmschanspieler. Der berühmte Ire hat, wie jedermann weiß, eine auS- gesprochene Scheu davor, sich im Lichte der Oeffenilichkeii zu zeigen, und alle Versuche, ihn zu einer „Schaustellung". wk er es nennt, zu bewegen, scheiterten bisher mehr oder weni- ger gründlich an seiner mit bissigem Spott gepaarten Ab- lchnung. Namentlich gegen öffentliche Vorträge und Vor. leiunacn bat er ein Vorurteil, und es aebört schon ein fehl starker Impuls dazu, ihn dieses überwinden zu lassen. Um so größeres Aufsehen macht der Shaw-Film, den man zur Zeit in Amerika bewundern kann und in dem sich der Dichter hat bewegen lassen, nicht nur stummer, sondern sogar redender Hauptakteur zu sein. Es handelt sich nämlich um einen der zahlreichen Tonbilbfilme, wie sie seit kurzem auch bei uns gezeigt werden, und zwar soll bei diesem die Wiedergabe der Stimme und Erscheinen des berühmten Schriftstellers so naturwahr sein, daß man glaubt, ihm in natura gegenüber zu stehen. Bernard Shaw plaudert in dem Film etwa 25 Minuten lang geistreiche und liebenswürdige Belanglosigkeiten und kopiert unter anderem mit feinem Spott Mussolinis „Cäsarenstirnrunzeln". Alles, was er sagt und tut, ist so vorzüglich gelungen und eindrucksvoll in -Tonfall und Geste, daß man den Eindruck gewinnt, Shaw habe eigentlich seinen Beruf verfehlt und hätte Schauspieler werden müssen. Das Theater, in dem der Shaw-Film zur Zeit in Newyork läuft, ist denn auch bet jeder Vorstellung fast lebensgefährlich überfüllt. Turnen. Sport und Spiel. Handball. Neckarsulm 1. — Sinsheim 1. 8:3. Am Sonntag, den 12. August weilte oie 1. Handballmannschaft des Turnvereins in Neckarsulm, um oas rückständige Freundschaftsspiel auszutragen. Von Anfang an entwickelte sich ein schnelles und faires Spiel. Sinsheim konnte sich trotz aller Anstrengung nicht zusammenfinden und mußte in der 1. Halbzeit 5 Tore hinnehmen. Nach Halbzeit war das Spiel ausgeglichen und Sinsheims Mittelstürmer konnte 3 Tore einsenden, mußten auch noch 3 Tore einstecken, sodaß beim Schlußpfiff das Spiel 8:3 für Neckarsulm stand. Der Schiedsrichter aus Heilbronn war korrekt. Nach dem Spiel verlebten beide Mannschaften bis Abfahrt des Zuges noch fröhliche Stunden. Spielker chte. O Wiederholt konnte man feststellen, daß nach angekündigten , Spielen oder sonstigen sportl. Veranstaltungen Montags keine Berichte hierüber erscheinen, oder daß ein Bericht überhaupt nicht erscheint. Geht man der Sache auf den Grund und schürft etwas tiefer, so kann man die Wahrnehmung machen, daß in den meisten Fällen das Spiel entweder verloren ging oder keine besonderen! Resultate bei der sportl. Veranstaltung herauskamen. Nun fühle ich mich im Namen all derer, welch« die Spiel- und Spielnachrjchi- ten im Landboten regelmäßig verfolgen, verpflichtet, hiergegen zu protestieren, denn so wie jeder rechte Turner und Sportsmann eine Niederlage vertragen kann, so können auch wir Anhänger der Turn- und Sportbewegung es vertragen, wenn unsere einheimischen Mannschaften einmal nicht als Sieger eines Kampfes hervor- gchen. Man erwartet also Berichte in jedem Falle, soll das Interesse an der Sache nickst erlahmen. Ein Anhänger der Turn- und Sportsache. F.C. Mutterstadt 1. — Sp.B. Sinsheim 1. 5:4. Der A-Meist«r des Pfalz-Gaues weilte am vergangenen Sonntag als Gast beim hiesigen Sportverein. Vorweg gesagt hatte Sinsheim' hierbei einen guten Griff getan. Die Gäste zeigten ein flüssiges combinat. Spiel und entpuppten sich als eine spielstarke, faire Mannschaft. Durch einen Fernschuß ging M. in Führung. Alsbald gleicht der Halblinke von S. aus'. Mutterstadt kann dis Halbzeit noch ein Tor vorlegen, so daß mit 2:1 die Plätze gewechselt wurden. Nach der Pause legt S. mächtig los und kann auch durch Halbrechts und Mitte in Führung gehen. Doch sollte die Freude nicht lange dauern. Durch einige Mißverständnisse kommt M. zu 3 billigen Erfolgen und man glaubte schon, das Resultat mit 5:3 für «ntgültig, als kurz vor Schluß Sinsheim durch einen schön getretenen Strafstoß das Torverhältnis auf 5:4 stellen konnte. Wie schon anfangs erwähnt, konnte oie Gäste-Mannschast restlos befriedigen und war auch den Einheimischen an Technik und rationell. Spielweise voraus. Die verjüngte Sinsh. Mannschaft glich dies durch eifriges Spiel aus und dürfte, wenn sie noch einige Zeit zusammenspielt, und die jungen Kräfte an schwere Spiele gewohnt sind, an Spiclstärke zunehmen. Der Schiedsrichter, Herr Sorg aus Meckes- heim, konnte gefallen, wurde sedoch durch die faire Spielweise vor keine schwere Aufgabe gestellt. Reihen, 14. Aug. (Fußdallwettspiel.) Reihen Jugend — Sinsheim Jugend 2:0 (0:0) Am Sonntag trafen sich obige Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel in Reihen. In der ersten Halbzeit, spielten beide Mannschaften gleich in der zweiten Halbzeit kam Reihen stark aus und erzielte durch ihren Halblinks, Herr Alfred Rößler, ein besonders guter Spieler, in kurzen Zwischenräumen 2 Tore. Für Reihen, das zum erstenmal spielte, ist das ein Beweis von besonders großer Tüchtigkeit und wenn die Mannschaft (beste) bestrebt ist. fußballtechnisch weiter-» zukommen, so darf ruhig gesagt werden, daß sie einmal ein gefürchteter Gegner werden wird. ^ Radio - Programm für Mittwoch den 15. August. Stuttgart: 20.00 Einakterabend. Frankfurt: 20.15 Konzert. Langenberg: 20.15 Uebertragung Unter dem Schnürboden. Breslau: 20.15 Mädi. Berlin: 21.00 Hermann Löns, 22.30 Aus klassischen Operetten'. Hamburg: 20.00 Rund um die Alster. Königsberg: 20.10 Kastor und Poll. München: 20.00 Unterhaltungskonzert. Ausland. Daventry: 18.00 Tanzmusik, 19.30 Ma Mie Rosette. Paris: 20.30 Tanz- und Operettenlieder, Tanzmusik. Wien: 21.10 Lottchens Geburtstag, darauf Alt- und Neu-Wietz in Lied und Tanz. Prag: 19.00 Uebertragung Die geschiedene Frau, 21.15 Konzert'. Bahnhofstr.23Radro-H8user Heidelberg Telefon 4l09 Modernste Rundfunk—Anlagen—Versand sämtlicher Zubehörteile nach allen Orten. - Bertreterbesuch u. Vorführung unverbindltch. Marktberichte. Schweinemarkt in Bruchsal vom 14. August 1928. Angefahren wurden: Milchschweine 70. Läufer 23. Verkauft wurden: Milchschweine 65, Läufer 21. Höchster Preis für Milchschweine Paar 35.—, für Läufer 68 — RM. Häufigster „ „ „ „ 30.-. „ „ 58.- „ Webrigfter „ „ n 24_ 50_ , Karlsruher Fleischgrotzmarkt v. 13. August" Der Fleisch, großmarkt in der neuen Fleischgroßmarkthalle des Städt. Schlachthofes war beschickt mit 104 Rinöervierteln, 1 Schwein und 1 Kalb, 2 Hammeln. Preise für 1 Pfund in Pfennigen: Kuhfleisch 50—60, Rindfleisch 80—90, Farrenfleisch 70—85, Schweinefleisch 90-92, Kalbfleisch 100-110, Hammelfleisch 90—92. Markt: langsam. Mannheim, 13. August. (Viehmarkt.) Beim heutigen Grobviehmarkt waren ausgetrieben: 277 Ochsen, 243 Bullen, 387 Kühe, 644 Pferde, 667 Kälber, 36 Schafe. 3439 Schweine, 146 Arbeitspferde. Es kosteten je 50 Kilo Lebendgewichtr Ochsen 28—56. Bullen 32—48. Kühe 14-46, Pferde'36—56, Kälber 46—72, Schate 42—46, Schweine 66—79. Arbeitspferde 850-1700, Schlachtpferd. 60-150 RM. Verlauf: Mit Großvieh ruhig. Ueberstanü: mit Kälbern ruhig, geräumt: mit Schweinen mittelmäßig, geräumt: Arbeitspferde ruhig: Schlachtpferde mittelmäßig. j Mannheim, 13. August. jProduktenbörse.) Bei großem Angebot verkehrte der Markt in ruhiger Haltung. Die Preise für alle Getreide sind etwas herabgesetzt. Man verlangte für die 100 Kilo frei Waggon ab Mannheim: Weizen inl. 25 bis 28, ausl. 26 —29: Roggen inl. 24, ausl. nicht notiert: Hafer inl. 22.50—23.60 ausl. 26-27: Braugerste 27-27.25: Mats mit Sack 24.25—24.50: südd. Weizenmehl 34,' südd. Roggen» mehl 33.50-34.50: Weizenkleie 14.25 RM._ Neueste amtliche Kurse vom 15. August 1928. »»Uw««: aid In o/o 50’/s 17,20 ln 9/9 |71 mit «usiofmigSschein • ohne »uSlosungSfchein . Bankaktie Bad. Bank . . . DarmstSdier- und Nationalbank — Deutsche Bau! .... 165,ko Deutsche VereinSbaul . . 102 Dresdner Bank . . . . IS7 Mitteldeutsche Sredttbank < . I»d Reichs dank . . . . rs» Rhein. SredUbank . . . 127,15 Südd. Disconto «es. . . . ISS B«»e»«rka» »teil«« IN 0, 0 t arpener Bergbau — alt Westeregeln . . . 262,50 ManneSmunnrShrenwerle. 13* ,<0 Mansselder Bergb.u.Hüttenn> ili Oberschi. Eisenb. Bedars . . — t hönix Bergbau u.HüU«nb«trieb »4 azwerl HeUbeon» . . .1*5 «erleinigte «SnigS- Laurahütte — •Mie» lmkatzr. Unter»«st»»»»»»»: In "/» Lllg. Eleltr. Stammaktien. .101,50 Bad. Eleklrizuät Mannheim . — Bad Maklblnen Durlach . .114 Eemeuiwerl Heidelberg . . 136 Daimler Rotoren . . 1 1 1 ,7fr Dtsch. Bold- un Silberscheide. 200,50 Eleltr. Licht und «rast . . 218 Emaill.und Sianzrverk Ullrich. 15 t arbenindustrie . . »7 IN» ritzner Maschinen Durlach . 1,0,5» Karlsruher Maschinen . . — «norr Heilbronn . . .147 Mainkrastwerke Höchst , 120 Relkarsulmer Aahr>engwerle . 03,5» Schultert Eleltr. Nürnberg . 2V» SeUinduftrie Woiss ... «0 Südd. Zucker . . . >49«, Zellstost Waldhos Stamattien . 191 Hkiit» »e ntscher Tr»»»»»ri a»ftali «»: IN »,4 Hamburg. Amerid. Paleifahrt — «Idelberg. slrahen>u.Bergbahn 59,50 llorddeuts her Lloyd Drrilsr»: Geld New-Hort 1 Dollar 4I9S8 London i Psund 10.356 t olland 100 (Bulben 168./6 chwei, 100 Franes 80,75 Wien 100 Schilling 5».is Parts 100 Franc Italien 100 Lire 21 , 9 * 1 , 155,50 Brie- 4,201» 20,390 168,50 80 91 69 25 16 4H/1 21.971/1 Wetterbericht. Karlsruhe, 14. August Der Kern des Sturmwirbels hat Schottland heute erreicht und beherrscht noch unsere Wille- rnng. Der inzwischen erfolgte Trmperalurausgleich deutet jedoch auf starken Energieverlnst und Auffüllung des Wirbels ohne wesentliche Weiterbewcgung hin. Der hierbei aus dem Festland erfolgende Temperaturrückgang wirb noch weitere Gewitterregen bringen. Es besteht jedoch Aussicht auf Besserung der Wetterlage Karl Srba, Heidelberg Spezialgeschäft für Waffen Munition und Jagdgeräte Eigene Büchsenmacherei Haupstr. 78 Fernsprecher 1198 Katalog zu Diensten. ÄutOu.Motorrad Gelegenheilskäufe 1 Opel 2 Sitzer ..... Mk. 1200.- 1 Peugeot 2 Sitzer . . . Mk. 800.— 1 MalhlS 2 Sitzer . . . Mk. 900.- 1 Opel 4 Sitzer.Mk. 1OOO. — 1 Opel 4 Sitzer.Mk. 2000.- 1 Emst Mag Motorrad 750 ccm obengesteuert . . . Mk. 1 uw. 1 DKW Motorrad Steuerfrei und Führerscheinfrei . . Mk. ZOO .— Hairs-Derkairf Zweistöckiges Bauernhaus mit 2 Stallungen, Scheune, Schuppen und Remise an der Hauptstraße in Sinsheim gelegen za verkaufe«. Nähere Auskunft erteilt Otto Bräunling, Metzgermeister. Creme Leodor Vier wichtige Verwendungsmöglichkeiten: Bel Sonnenbrand ist Creme Leodor ein wundervoll whlendes Mittel gegen schmnzhastes Brennen der Haut. Bei Insektenstichen verhindert Creme Leodor, dick ausgesttichea, schmerzhafte« Anschwelle» und Juckreiz. Als Pndertmterlage leistet Creme Leodor Mil ihrem dezenten Blüiengeruch vorzügllch« Dienste. Be! roten Händen und unschöner Hautfarbe verleiht die schneeig-weiß« Creme Leodor den Händen und dem Gesicht jenen matten Teint, wie er der vornehmen Dame erwünscht ist. Tube 80 Pf. nnd 1.— DL, die dazugehörige Leodor» SeifeStück so Pfg. In allen Chlorodont-Verkaufsstellen zu haben. Bei direkter Einsendung dieses Inserates als Drucksache (Umschlag nicht zulleben) mü genauer "ub, deutlich geschriebener Absenderadresse aus dem Umschlag erhallen Sie eine steine Probesendung losten- Ijs durch Leo-Wer!e A.-D., Dresden-N. 6 Morgen Donnerstag Schlachttest bei Wilhelm östietz Gasthaus „zur Rose.- 'VflM I fllUf» Vorgenannte Wagen und Motorräder sind einwandfrei fahrfertig. Haussmann, g. m b. Heidelberg RohrbacherstraBe 83. Telefon Nr. 2508. Drucksachen aller Art liefet t schnell und gut die 6. Beeker’tche Buchdnickerei Sinsheim. Kaim- Cantator mit seiner für den Klarierten hochbedeutsamen Erfindung. Klangwirfanngen von bisher unerreichter Schönheit! Das wahrhaft singende Piano! Das Ergebnis einer 109jähr. Erfahrung Alleinige Niederlage bei Hugo Reiher Heidelberg Brückenstraße 8. NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN CANADA Regelmäßige direkte Abfahrten i»* Halifax uebec [ontreal Nähere Auskunft über Einreisebedingungen u. Abfahrten erteilt Sinsheim: Georg Eiermann Ww. Eisenbahnstr. 344. Neckarbischofsheim: Max Jeselsohn, Hauptstraße 4. ■ Vertreter gesucht welche Lokale Nachweisen, zum Aufftellen von Bajazzo-Automaten bei sehr hoher Provision. Automatenoertrieb Haumüller Mannheim D 2. 11. jf sparen Geld wenn Sie jetzt einen /«—Xi üuien Trunk Herstellen mit Zopfs Most- aafatz Seit über 50 Jahren bewährt u. in taufenden Familien das tägliche Getränk. Rur was wirklich gut ist, behauptet sich solange und beherrscht den Markt, Für 100 Liter nur 4 RM., mit Heidel- beer 5 RM. Verlangen Sie Werbeschrift bei Ihrem Kaufmann oder vom Hersteller der Rährmittelfabrik A- Zapf, Zell/Harmersbach (Baden) Ses.aeseft. Schriftletturig: tz Becker: Druck und Verlag: D. Beckersche Buchdruckerei in Sinsheim. .m- 'I W 'j ..I l u. i'll ' ] .. n ' l/ ' ffl f lffl -