m Gefcheftn IM-Kitz ■wtt Ausnahme der Aeierlage. Bezugs-Preis: Wnech diePost bezogen und durch tz«, Briefträger und unsere Austräger frei inS Laus »onatlich Soldmark 1.S0 A«r Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. An Fällen von höherer Gewalt Gesteht kein Anspruch auf Liefer- der Zeitung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreise«. Geschäftszeit i/»8 biS 5 llhr Sonntags geschloffen. Der Lanöbote Werufprech-Anschlutz Nr. 48S Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6801 JU 194. Slnsheimer Deneral-Anzeiger füc bas 6«an 839 Zeitung f senz-unö Lckwarzbaclital Heltefte and verbreitetTt» Lelrong diel er Gegend. Fjaupt-Hnjeigen-Blatt UMMtUdM Gei lag«,! Dni Jlloltrtrrt» • Ha* dem Reich der Mode » Ratgeber für yaua- and Candwirtlcbaft Dienstag, den 21. August 1928. Anzetgen-Pretfe: Anzeigen: Die ZZ mm bretto Millimeter-Zelle 6 Doldpfg. Reklamen- Die 92 mm breit» Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- und Textteil ist Petit. Bii Wiederholungen tariffest»» Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rech- uungsda^tm oder bei gerichtlich« Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme dis 8 !1h» vormittags; größere Anzeig«» müssen am Tage vorher «ts- gegeben werden. Bank-Konto: Drrrinsbank Sinsheim e. G. m. b. L. 89. Jahrgang Ausschreitungen belgischer Nationalisten. Brüssel, 20. Aüg. Zm Kursaal von Ostende ereigneten sich gestern Skandalszenen, wie man es in diesem feudalen Lokal noch nie erlebt hat. Abends fand im Kursaal ein Konzett Schalja- pins statt, zu dem sich alles, was Glanz und Namen hatte, eingefunden hatte. Auch mehrere Minister, darunter der Ministerpräsident Zaspar, waren gekommen, ferner Hymans. der frühere sozialistische Minister für Kunst und Wissenschaften. Als Prinzessin Clementine im Saal erschien, wurde sie. wie üblich, mit der belgischen Nationalhymne, der Brabanconne, empfangen. Hymanns hatte in diesem Augenblick gerade mit seiner Tochter gesprochen, war aber sofort wie alle Versammelten ausgestanden. Jemand neben ihm machte eine laute Bemerkung, daß Hymans nicht gleich aufftand. Nun setzte ein derattiger Lärm der Zuhörer ein, daß die Musik abgebrochen werden mußte. Da das Schreien und Krakeelen weiter ging, versuchte das Orchester, durch nochmaliges lautes Spielen der Brabanconne den König von Mussolinis Gnaden. Albanien verlangt Achmed Ävgu als Monarchen. Tirana, 20. Aug. Das albanische Pressebüro hat heute an die großen Zeitungen und Nachrichtenagenturen im Auslande folgendes gendes Telegramm gesandt: „Heute morgen hat eine große Versammlung stattgefunden, in der sie gesamte Bevölkerung von Tirana und Umgegend mit großem Enthusiasmus den Wunsch zu erkennen gab, das monarchistische Regime in Albanien einzuführen und de« Präsidenten Achjmetz Zog« die Krone anzubieten als Zeichen der Anerkennung für die hohen Dienste, die er dem Lande erwiesen habe. Dieses von der Hauptstavt gegebene Beispiel ist vom ganzen Lande befolgt worden, und in ganz Albanien haben ähnliche Kundge- gebungen flattgefunden und sind in völliger Ruhe verlaufen." Dr. Seipel wird m Genf Beschwerde führen, Genf, 21. Aug. Wie seinerzeit gemeldet wurde, begibt sich Bundeskanzler Dr. Seipel selbst zur neunten Tagung des Völkerbundes nach Genf. Er wird darüber ernste Beschwerde führen, daß die Rückstellung dre Pfandrechte aus den Notstandskredite» fortwährend verzögen worden ist. Dr. Seipet wird den Vertretern der Großmächte mitteilen., daß Oesterreich in eine außerordentlich schwierige innerpolitische Lage dadurch gebracht worden ist, daß die Staaten, die im Londoner Relieskomitee vertreten sind, die österreichischen ^ Vertreter, die wiederholt in London geweilt haben, unnötig lange auf ihre Entscheidung haben warten lassen. Die Vorbereitungen für Gens Wiederflottmachnng der Abrüstnngsverhandluuge«? Berlin, 21. Aug. Am Mittwoch wird sich das Reichska- i binett, wie berichtet, mit den auf der Völkerbundstagung in ! Genf zur Behandlung stehenden Fragen befassen. Die > deutsche Delegation wird wie üblich, zusammengesetzt sein und unter Führung von Staatssekretär Schubert und Ministerialdirektor Gauß in Genf selbst mit dem von Paris kommenden Reichsaußenminister zusammentrefsen. Als parlamentarische Delegierte sind die Herren Breitscheid für die Sozialdemokraten, Prälat Kaas für das Zentrum und Graf Bernstorff für die Demokraten vorgesehen, die Namen stehen jedoch noch nicht endgültig fest. Der Name des Grafen Bernstorff jedoch dürfte darauf hindeuten, daß sich Deutschland neben den Rheinlandfragen auch für eine Wiederflottmachnng der Abrüstungssragen in Gens bereithalten wird. Es wird sich dabei um die Frage handeln, ob und wann die Weltabrüstungskonferenz einbe- rusen werden soll, selbst wenn zunächst wenigstens nur einige Teilergebniste erzielt werben könnten. Turcb dre Tatsache des englisch-französischen Flotten - Kompromißes, das be. kannttich in Amerika als eine nicht gewollte Folge des Kel. logg-Paktes aber auch in Italien auf ernste Besorgniffe ge. stoßen ist, scheint allerdings das Abrüstungsproblem erneut stark belastet worden zu sein. Aus diesem Punkte hält^mari es nicht für unwahrscheinlich, daß von amerikanischer Seite die Initiative ergriffen wird, um mit den fünf großen Seemächten diese Frage zu bereinigen, da vorher eine Weiterführung der Abrüstungsverbandlungen wenig Zweck haben . würde. Flagaenzwisthenfall m Buren Die italienische Hetze gegen den Südtiroler Klerus. Innsbruck, 2t. August. Nach Meldungen aus Brixen »nrde dort in der Nacht vom 16. auf den 17. August zwischen den beiden Türmen des Domes eine große Fahne in den tu Südtirol verbotenen Farben rot-weiß aufgezogen- Jn den Morgenstunden wurde die Fahne sofort von Militär heruntergeholr. Noch in den Vormittagsstunden begannen Verhöre und Haussuchungen. Dabei wurde zuerst der Meßner des Domes nach einem peinlichen Verhör in Gewahrsam genommen, worauf auch der Stellvertreter des auf Urlaub befindlichen Dompfarrers, Benedikt Pertramer, verhaftet wurde. Außerdem wurden der Domkapellmeister P. Goller sowie die Wirtschafterin des abwesenden Dompfarrers verhört. Schließlich beschlagnahmten die Behörden noch die Schlüflel des Domes. Im Laufe des 17. August begab sich eine Abordnung des Klerus unter Führung des bischöflichen Kanzlers, Prälaten Mutschlechner, zum Präfektur- kommiffar und verlangte die Herausgabe der Tomschlüsiel mit der Erklärung, daß sie sonst für nichts garantieren können. Ferner forderte die Abordnung die Freilassung des verhafteten Domgeistlichen. Wenn man diesen in Hast behalte. dann würden die übrigen Geistlichen ihre eigene Festnahme fordern. Die italienischen Behörden gaben zwar die Domschlüssel heraus, erklärten jedoch, daß wegen der Enthaftung Pertrammers erst eine Weisung aus Bozen vorliegen müsie. j Die Vorfälle haben in Brixen eine ungeheure Erregung kusgelöst. Wie der „Tiroler Anzeiger" berichtet, ist man in Brixen einhellig der Meinung, daß der Fahnenzwischenfall von den Faschisten selbst inszeniert worden sei. Man verweist darauf, daß gerade in der letzten Zeit eine Hetze gegen den deutschen Klerus eingeleitet wurde, der als das letzte Bollwerk des Deutschtums in Sndtirol bezeichnet wird Aoiruf der Tiroler Bauernschaft Innsbruck» 21. Aug. Der Tiroler Bauernbund erläßt einen Notruf wegen der katastrophalen Lager der Tiroler Landwirtschaft, die hauptsächlich durch die schrankenlose Einfuhr ausländischer Erzeugnisse hervorgerufen word.n sei. Dies müsie im Verein mit den großen Wetterschäden dieses Jahres, wenn nicht ausreichend und rasch geholfen werde, zu einer großen Katastrophe führen. Es werden folgende Forderungen aufgestellt: Völlige Trosietung der Einfuhr, Förderung des Absatzes heimischer landwirtschaftlicher Er- zeugnisie durch Prämiengewährung, Notstandsmaßnahmen und Steuerherabsetzungen. Vertreter des Bauernbundes werden diese Forderungen der Wiener Regierung überreichen. Die Lohnforderungen im obersKlefischen Verahau Kattowitz, 21. August. In einer Prcffeveröffcntlichung, gibt der polnische Demobilmachungskomminar in Ostober- fchlesten bekannt, daß der polnische Bergbau nicht in der Lage sei, die von den Bergarbeitern geforderten Löhne zu bewilligen. weil die Lage deS Bergbaues äußerst kritisch sei. Es könne nur eine Lohnerhöhung von Vi o. H. in Frage kommen. Zu dieser Erklärung des Demobilmachungskom- misiärs haben nun die Gewerkschaften Stellung genommen und die parteiische Einste».ung des Temobilmachungskom- missärs einmütig verurteilt. In einer Erklärung wurde festgestellt, daß der Demobtlmachungskomminär jegliches Vertrauen bei der Arbeiterschaft verloren habe. Man lebnt es ab, mit ibm überhaupt noch irgendwelche Lohnsragen zu behandeln Diese Erklärung der Gewerkschaften dürfte die baldige Abberufung des Demobilmachungskommisiärs zur Folge haben. Vier Todesurteile wegen ukraimsch-separa- Wischer Bewegung Kowuo. 21. August. Wie aus Moskau gemeldet wird, i die separanstische Bewegung in der Ukraine in einer G« rlchtoverhandtnng in Kiew erneut zum Ausdruck gekommei «wurden vier Führer einer ukrainischen Bande, d iä-, Personen bestand, vom Gouvernementsgericht wege Widerttandes gegen die GPU und Auslösung ukrainisä «eparatistiicher Bewegung in den Dörfern zum Tode dur> Erichreßeu verurteilt. Die Führer gaben zu. daß sie Ka lenbeitande staatlicher Einrichtungen geplündert hätten, ui die Bewegung unterstützen zu können. 13 andere Person-» wurden zu Zwangsarbeiten verurteilt. Volksschule in Kiew ^ August. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat bie GPU in Kiew zahlreich« Verhaftungen unter den Leh- fc 1 Volksschulen vorgenommen, die in unerlaubten Beziehungen zu den minderjährigen Schülerinnen gestanden haben. Diese Beziehungen waren schon längere Zeit an der Tagesordnung. Erst der Zustand der Schülerinnen machte die Oeffentlichkeit darauf aufmerksam. Eine eingehende Untersuchung gegen die Lehrer ist eingcleitet worden. Es wurde sestgestellt. 79 v. H. der Schülerinnen mit den Lehrern zumeist durch Nötigung tn Beziehungen gestanden haben. Die Wahlen in Griechenland Sieg der Beniselisten. Paris, 21. Aug. Nach den bis zur Mittgasstunde aus Athen hier vorliegenden Wahlergebnissen erhielten die Be- niselisten besonders in Athen, Piräus, Saloniki. Epirus. in Thrazien und ans. Kreta 80 Prozent der abgegebenen StimRadau zu übertönen. Endlich kam Schaljapin zum Singen. Als dann nochmals die Hymne gespielt wurde, ging der Krakeel von neuem los und wuchs sich ganz offensichtlich zu einer regelrechten Kundgebung gegen den ftühercn sozialistischen Minister aus, der in wüster Weise beschimpft wurde. Man ries ihm .zu „Nach Moskau, nach Berlin!", und cs fielen schwere Beleidigungen. Der Bürgermeister schickte nach der Polizei, um Hymanns und seine Begleiter befreien und aus dem Saal geleiten zu lassen. Während nun der Exminister mit seinen Damen den Ausgang suchte, ließen sich einige der mit äußerster Eleganz gekleideten Zuhörer zu schweren Ausschreitungen hinreitzen. Sie schlugen einer der Damen ins Gesicht, und die Tochter Hymans wurde sogar mit einem Stuhlbein geschlagen. Nur mit Mühe gelang es der Polizei, Hymans und seine Begleitung zu einem Auto zu bringen. men. Der Sohn Veniselos wurde gewählt. Die Partei Pangalos und die Fortschrittspartei erlitten eine bedeutende Niederlage. Die Wahlergebnisse vom Peloponnes sind noch nicht bekannt, aber selbst unter der Annahme, daß die Royalisten dort die Mehrheit haben, würde sich die allgemein« Lage nicht ändern und der Sieg Veniselos sicher bleiben. Die Unterzeichner des Kelloga-vattes Paris, 21. August. Bon zuständiger französischer Seite, wurde Sonnabend in später Abendstunde die Liste derjenigen bevollmächtigten Staatsmänner bekannt gegeben, die am 27. August in Paris den Kellogg-Pakt unterzeichnen werden. Es werden unterzeichnen: für Deutschland Außenminister Dr. Streseman» für die Bereinigten Staaten: Kellogg, für Belgien: Außenminister Hymans, für Frankreich- Außenminister Briand, für Großbritannien und Indien: Lord Cushendu», für Australien: Maclan, V für Südafrika: Smith. % für Kanada: Mackenzie King, ' für Neu-Seeland: Sir Parr, ^ für Irland: Gilligan, für Japan: Ushida, für die Tschechoslowakei: Außenminister Dr. Benesch. | Bon Polen und Italien liegen die Antworten noch nicht ! vor, doch erwartet man den polnischen Außenminister Za- leski und den italienischen Unterstaatssekretär Granbi. Am 26. wird Staatssekretär Kellogg ein Diner für 'die bevollmächtigten Minister geben. Am 27. wird die Unter» . zeichnung des Kellogg-Paktes im Laufe des Nachmittags am Quai d'Orsay stattfinden. Außenminister Briand gibt dann abends ein Diner, an dem sich ein diplomatischer Empfang anschltetzt. Am 28. vormittags empfängt Präsident Doumer- gue auf seine Schloß Rambouillet, das 50 km von Part- entfernt liegt. Für den Nachmittag ist ein Empfang de- Stadt Paris im Stadthaus vorgesehen. »Liebet einander- — aber ... Eine politische Predigt des Bischofs von Straßburg. Paris, 20. Aug. In dem elsäffifchen Dorfe iWifches wurde gestern in Anwesenheit des Bischofs Ruch von Straßburg, des früheren französischen Armeebischofs, «ine Gedenkfeier für die am 13., 14. und 15. August 1914 bei den dortigen Kämpfen gefallenen französischen Soldaten veranstaltet. Der Pfarrer von Wisches hatte erklärt, daß er aus diesem Anlaß keine religiöse Trier abhalten werde uno hat infolgedessen auch heute die Kirche nicht mit der Tricolore beflaggt. Wegen dieser Haltung des Pfarrers hatte der Bischof von Straßburg selbst oie Zelebrierung der Messe übernommen. Nach der religiösen Feier hielt oer Bischof — wie die Agence Harms berichtet — eine patriotische Ansprache, in der er u. a. erklärte: Wenn Christus gesagt hat: „Liebet einander", so hat er auch gesagt, daß man zunächst seine Familie, stine Eltern und sein Land lieben muß. Weil Eure Väter, so fügte der Bischof, zu den Zuhörern gewandt, hinzu, im Jahre 1871 Frankreich aufgefordert haben, nichts zu vergessen, feiern wir heute das Gedächtnis derjenigen, die, ohne Euch zu kennen, auf dieser elsässischen Erde gefallen sind, um den Wunsch Eurer Väter zu erfüllen. Aordameritanische Truppen in Honduras Madrid. 21. August Wie das Blatt „El Sol" erfährt, hat die Regierung von Honduras nordamerikanischen Trup-, pen gestattet, das Gebier der Republik zu betreten, um dort, oie Anhänger des Freiheitskämpfers tn Nicaragua, des Ge-, nerals Sandino. abzufangen, die zum Teil auf das Gebiet, von Honduras geflüchtet waren. Die mittelamerikantsche! Presie bezeichnet die Regierung von Honduras als Verräter, die ihr Land »nd die Sache Lateinamerikas an Washington i verkauft haben. _ Gegen Spekulation mir der spanischen^ Wahrung Paris, 21. Aug. Die spanische Regierung beabsichtigt, un-ff abhängig vo» der gegenwärtigen Goldreserve, einen neue« Goldrejerveschatz von 150 Millionen Peseten in Pfund- und" Tollarwährung zu schaffen, der von dem Staatsschatz kon-' Zn wenigen Motten Präsident Loebe hat den Aettestenrot deS Reichstage- für Montag, den 27. August, um 11 Uhr. eiygeladen. In, der Sitzung soll über den kommunistischer Antrag aus Einberufung des Reichstages entschieden werden. * Bundeskanzler Dr. Seipel begibt sich selbst zur neunten s Tagung des Völkerbundes nach Genf. Er wird Beschwerde« führen über die Verzögerung der Rückstellung der Pfand-' rechte aus den Notstondskrediten. * Der am Sonntag im Bukower Dreieckrennen oerun-, glückte bekannte Rennfahrer Heußer ist seinen schweren Verletzungen erlegen. * Das Ergebnis der Wahlen in Griechenland hat girren, Sieg der Venizelisten gebracht, die 80 Prozent aller Stirn» > men für sich buchen konnten. » Die spanische Regierung will einen neuen Goldreserve-« fond schaffen, um Spekulationen mit der spanischen Wäh-I rung zu verhindern. ^ Der Riesenwaldbrand im Gebiete des Baikalsees in Ruß-l !land hat sich zu einer Feuerfront von IW Kilometern Breites ausgedehnt. Nr. 19 4. Jahrgang 1928. trvlliert werden soll. Tie englischen und amerikanischen Kredite zusammen mit der neuen Goldreserve werden ausreichen. neue Spekulationen in der Pesetenwährung zu verhindern. Der dc«W.chinesis»e MeiAdesüiistiMg«. veriraa veröffentlicht Peking. 21. Aug. Ter deutsch-chinesische Meistbegünstig., ungsvertrag ist Montag mittag veröfsentlicht worden. In hiesigen diplomatischen Kreisen wirb der Standpunkt vertreten, daß der Vertrag ein reiner Wirtschaftsvertrag sei und keine Spitze gegen die sogen. Vertragsmächte habe. Daher ist auch die öffentliche Meinung Japans, die anläßlich des amerikanisch-chinesischen Abkommens aufbrauste, nicht weiter aufgeregt. Für das Chinageschäft bedeutet das Abkommen eine beruhigende Konsolidierung. China, betrachtet' den Vertragsabschluß ebenfalls als zufriedenstellend, besonders. da die chinesische Ausfuhr nach Deutschland die Einfuhr um das Doppelte übertrttft. Ser Aeltefiemai des Reichstages einberufen Berlin, 21. Aug. Präsident Lobe hat den Aeltestenrat des Reichstages für Montag, den 27. August, vormittags 11 Uh, einberufen, um über den kommunistischen Antrag auf Einberufung des Reichstages wegen des Panzerkrcuzerbaues zu entscheiden. Ein weiterer sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter Berlin, 21. August. Nach dem ..Vorwärts"" hat der Reichs- Wahlausschuß in einer Sitzung am Montag früh ein Additionsversehen richtiggestellt, das bei der Zusammenstellung des Resultats vom 20. Mai zur Reichstagswahl im Wahlkreis Ostpreußen unterlaufen ist. Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes. Albert Falkenberg, gilt somit als gewählt. Die Zahl der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten beträgt jetzt 153. Warneüe und die Amnestie Berlin, 21. August. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, entspreche die von einigen Blättern gebrachte Nachricht, wonach der deutsche Konsul in Guatemala den Leut- int Warnecke aus Anfrage dahin beschieden haben soll, baß -ne Beteiligung an der Fememordsache Pannier unter das kmnestiegesetz falle, dann aber nach der Abreise des War- necke durch das Auswärtige Amt seine Festnahme in Amsterdam veranlaßt haben soll, nicht den Tatsachen. Warnecke sei vielmehr am 15. Februar 1928 von Guatemala nach Amsterdam abgereist. Da das Amnestiegesetz erst am 11. Juli 1928 erlaßen worden sei, könne die deutsche Vertretung in Guatemala ihm nicht vor seiner Abreise erklärt haben, daß eine Straftat unter die Bestimmung des damals noch nicht existierenden Amnestiegesetzes falle. Die Auslieferung des Warnecke ser ferner bei der niederländischen Regierung nicht wegen seiner Beteiligung an der Fememordsache Pannier. sondern wegen der ihm in Hamburg zur Last gelegten Der- brechen gegen das Sprengstosfgesetz beantragt worden. Die Auslieferung sei übrigens von der niederländische» Regierung abgelehnt worden. Tie GTA-Tagnng in Breslau Der ». Bunbestaq des Gewcrkschaftsbunöes der Ange- „dlten, der vom 16. bis 19. August in Breslau tagt, wurde am Donerstag abend durch einen Begrüßungsabeud der Ortsgruppe Breslau im reichgeschmückten großen Konzerthaussaal ciugeleitet. Die Beteiligung war so stark, dast mehrere Hundert Personen heimkehren mußten, da sie wegen Ueberfülluug keinen Zutuitt mehr erhalten konnten. Einleitend begrüßte der Vorsitzende des Aussichtsrates Sommer die Erschienenen mit einem bekannten Schiller- Zitat und feierte den Bundestag als einen Familientag der deutschen Angestellten. Sehr wertvolle Ausführungen machte Oberregierungsrat Donau als Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes, der zunächst die vielfachen guten Beziehungen, die sich im Lauf der letzten Jahre zwischen dem Gewerkschaftsbund der Angestellten und dem Internationalen Arbeitsamt entwik- kelt haben, pries. Erfreulich wäre es, daß auch in Deutschland in den letzten Jahren die Ratifizierung der durch d,e Internationalen Arbeitskonferenzen beschlossenen Ueberein- kommen gewisse Fortschritte gezeichnet hätten. Allerdings müsse festgestellt werden, daß von 25 Uebereinkommen von Deutschland bisher erst 9 ratifiziert wurden. Inzwischen hat allerdings das Reichskabinett dem Reichstag die Ratifizierung von drei weiteren Uebereinkommen vorgeschlagen. Den Forderungen der Angestellten wird dadurch mehr Rechnung getragen werden, daß beim Internationalen Arbeitsamt schon in nächster Zeit eine besondere Abteilung für LuaeSelltenkraaen errichtet wird. Der gagfcbptt * Sinsheim er 3eitaag. Mitte I-Wien feiert den groß-deutschen Gedanken. Reichstagsabgeordneter Schneider als Bundesvorsteher des GDA behandelte das erste Referat «Tie standespolitische Arbeit des GDA". Ter stellvertretende Vorsteher des GDA, Otto D e b a l d. sprach über interne Organisationsaufgaben des GDA, über Erweiterung und Ausbau durch besondere Maßnahmen. Als dritter Redner behandelte Bundesvorstandsmitglied Thal die Entwicklung des Bundes. Er konnte darauf Hinweisen, daß die Leistungen des Bundes und der Krankenkasse sich auf rd. 93 Millionen Mark belaufen. Stellen wurden in den Jahren 1924-27 rö. 56 000 vermittelt. Die Altershklfe weist eine Jahresleistung von einer Viertel Million Mark auf. Die „Heimat AG" hat für 1928 2 000 Wohnungen im Bau. Außerdem ist der GDA in starkem Maße an der Gag- fah beteiligt. Die Lebensversicherung des Bundes kann eine Versicherungssumme von rd. 38 Millionen Mark verbuchen. Verlag und Druckerei sind in guter Entwicklung. — Nach internen Angelegenheiten, die den Nachmittag auv- füllten, würden die Abgeordneten Freitag abend durch den Magistrat Breslau empfangen. Christliches Ethos und Presse. Deutscher Evangelischer Pressetag. Köln, 19. Aug. Zum erstenmal seit vielen Zähren ist gestern in Köln der Deutsche Evangelische Pressetag unter oem Borsitz von Unterstaatssekretär Dr. Conze zusammengetreten. Als die Dachorganisation des gesamten evangelischen Schrifttums auf oeut- schem Boden umfaßt der Pressetag die gesamte evangelische Fach- und Vereinspresse und die-evangelischen Presseoerbände. Die Tagung ist aus allen Ländern überaus stark besucht. Etwa 800 evangelische Schriftleiter und Schriftsteller, Verbandsführer kulturpolitischer Verbände, zahlreiche Mitglieder der kirchlichen Behörden, Vertreter der theologischen Fakultäten sowie der zeitungswissenschaftlichen Arbeit sind anwesend. Im Mittelpunkt der gestrigen Verhandlungen stand ein Bortrag von Professor Dr. Kapp-Freiburg, dem Leiter des Seminars für Publizistik und Zeitungswesen an der Universität Freiburg, über das Thema „Christliches Ethos und Presse". Der Redner schilderte die mannigfaltigen Spannungen, die sich zwischen dem Wesen der modernen Tageszeitung und der christlichen Geisteswelt austun. Die Lösung dieser Spannungen sei oberstes Gebot einer evangelischen Pressearbeit, die hier als Mittlerin zwischen beiden Parteien auftrete. Die Tagespresse werde ihrerseits, wenn sie ihre kulturelle Sendung richtig erfasse, in der Fülle der geistigen Bewegungen auch das christliche Lebensgut des Volkes feiner geschichtlichen Bedeutung entsprechend berücksichtigen und Stimme des christlichen Gewissens in dem Gewirr der Tagesmeinungen ein lautes Echo verschaffen müssen. So könne die Zeitung die Kanzel des gedruckten Wortes werden und eine den einzelnen unmittelbar bezwingende christlich-sittliche Massenmeinung entstehen, eine öffentliche Meinung, die dem schwankenden, unsicheren und an den alten sittlichen Lebensgewonheiten irre gewordenen, modernen Dssenscheu einen Halt zu geben vermag. Deutschland und Solivien Eine Unterredung mit dem bolivianische« Gesandte« in Berlin. Der neue Gesandte Boliviens bei der Deutschen Reichsregierung» Minister Tr. Carlos Anze-Soria, empfing ihren diplomatischen H.R.F.-Mitarbeirer als sersten Journalisten nach seiner Ankunst in Deutschland, um ihm seine Ansicht über die deutsch-bolivranifchen Beziehungen und seine Eindrücke von Deutschland und seiner Hauptstadt mit- zuteilen. Minister Anze-Soria ist eine jugeudfrische gewandte Erscheinung, dem der Ruf eines hochbefähigten und einflußreichen Politikers im heutigen Bolivien vorausgeht. Er war mehrmals Abgeordneter der Kammer und Delegierter seines Landes aus internationalen Konferenzen. Zuletzt war er Gesandter in Paraguay. Der 41jährige ist ein Mann, von dem man viel für die Förderung und Pflege der deutschbolivianischen Beziehungen erwarten kann. lieber die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Lage Boliviens äußert sich der Minister sehr befriedigt. Bolivien ist erst im Jahre 1920 nach vielen inneren Kämpfen zur politischen Konsolidierung gekommen, ober unter der staats- männischen Leitung des jetzigen Präsidenten, der eine von der Sympathie des gesamten Volkes getragene Persönlichkeit ist, ist es gelungen, alle wesentlichen politischen Gegensätze auszugleichen. „Um die besonderen Verhältnisse Boliviens und das» was auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete in diesem Lande geleistet worden ist, in vollem Maße würdigen zu können, darf man nicht übersehen, daß in Bolivien, mehr als in den anderen süd- und mittelamerikanischen Republiken, eine große Menge von Eingeborenen lebt", erklärt der Gesandte. „Diese Leute sind allerdings durchaus kulturfähig. Sie haben sich mit den EinDienstag, den 21. August 1928. I wanoerern immer enger verbunoen, ihre Sitten und ihre Lebensauffassung angenommen. Ein schönes Beispiel dafür zibt der Präsident Santa-Cruz, der einer alten Eingebore- nenfamilie entstammte. Tie eingeborene Bevölkerung treibt meistens Landwirtschaft und Viehzucht, und in dem Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in diesen agrarischen Erwerbszweigen hat die Verknüpfung der europäischen mit der südamerikanischen Lebensauffassung eine glückliche Lösung gefunden. Es gibt in Bolivien sozusagen kein sozialpolitisches Problem. Wenn man das seit altersher zeltende Gewohnheitsrecht genau betrachtet, ist der landwirtschaftliche Arbeiter in Bolivien Teilhaber an der Unternehmung seines Arbeitgebers. Durch ein kleines Beispiel kann das klar vor Augen geführt werden: In Bolivien gibt es > ausgedehnte Großgrundbesitze, die sich neben bebautem Acker- ' land im engeren Umkreis des Gutshofes über weite noch s völlig br.ch liegende Ländereien erstrecken. Der Unterneh- ! mer gibt nun Teile dieses Landes seinen Arbeitern zur Urbarmachung und beteiligt sie dann mit der Hälfte an dem aus diesen Landstrichen erzielten Gewinn. — Während also im landwirtschaftlichen Gewerbe ein althergebrachtes Gewohnheitsrecht herrscht, das beinahe die kühnsten Forderungen der modernen sozialistischen Wirtschaft übertrifft, ist in der industriellen unternehmungsweisen Produktion das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch nach europäischem Muster geschaffene Arbeitsgesetzgebung geregelt. in der die Arbeitszeitordnung, das Tariswesen und die Fnvalidenfürsorge rechtlich-staatliche Anerkennung finden. In der industriellen Entwicklung Boliviens sind sehr viele Schwierigkeiten zu überwinden gewesen. Ganz besonders die für das Land sehr wichtige Kautschuk-Industrie hat vorübergehend eingebüßt, aber es steht die Investierung aus- ländischeen Kapitals bevor, die zur Entwicklung in hohem Maße beitragen dürfte. Hierzu möchte ich bemerken, daß das ausländische Kapital vom bolivianischen Staate in gleicher Weise geschützt wird wie das einheimische: die Regierung läßt dem Schutz des ausländischen Kapitals sogar ihre ganz besondere Sorgfalt angedeihen." „Wie sind Ihrer Ansicht nach die deutsch-bolivianischen Beziehungen seit dem Kriegsende?" wende ich mich an den Minister. „Die deutsch-bolivianischen Handelsbeziehungen haben sich nach dem Kriege von selbst wieder hergestellt", sagt Dr. Anze-Soria. „Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, - daß das bolivianische Volk sehr große Sympathien für das von ihm bewunderte große deutsche Volk hat. Der seinerzeit erfolgte Abbruch der diplomatischen Beziehungen war nur die Tat einer einzelnen, zur Zeit sehr mächtigen Fraktion nicht des Volkes. Der vor kurzem abgeschlossene deutsch bolivianische Handelsvertrag ist eine natürliche Folge de Wiederherstellung der guten Beziehungen und dafür >• die durch den Krieg verursachte Störung niemals von Dauer gewesen ist und sein konnte." „Wie kann Ihrer Ansicht nach Bolivien den deutschen wirtschaftlichen Interessen nützlich fein?" frage ich den Ge-» sandten. „Bolivien ist in der Lage, alle Arten von Rohstoffen zu liefern", entgegnet der Minister. „Insbesondere in der Zinnproduktion steht Bolivien an der Spitze aller Produk- tionsländcr der Erde. Auch als Petroleumproduzent könnte es sicherlich selbst Mexiko übertresfen. wenn seine Petroleumquellen richtig ausgenützt werden könnten. Es ist dabei ganz besonders beachtenswert, daß das bolivianische Petroleum erheblich reiner ist, als das anderer Länder. Ich habe Gelegenheit gehabt, mich mit einem deutschen Chefingenieur in Südamerika, der ein anerkannter Petroleumfachmann ist, über das bolivianische Petroleum zu unterhalten, und aus seinem Munde die erfreuliche Bestätigung von der unübertrefflichen Reinheit der bolivianischen Produktion gehört. Für den so notwendigen deutschen Export kommt Bolivien in erster Linie als Absatzgebiet für Maschinen aller Art und für Metallwaren in Frage. Die deutschen Fabrikate erfreuen sich wegen ihrer hervorragenden Qualität, die ich auf die in der ganzen Welt bekannte deutsche Gründlichkeit zurückführen möchte, in Bolivien allgemeiner Beliebtheit." Auf meine Frage, wie der Gesandte seinerseits zur Förderung der deutsch-bolivianischen Beziehungen beizutragen gedenkt, antwortet Dr. Anze-Soria mit der Klarheit eines Politikers, der seinen Weg genau kennt: „Ich werde als aufrichtiger Freund und Bewunderer Deutschlands auf meinem Berliner Posten tätig sein. Um die beiden Nationen einander näher zu bringe», habe ich mir folgende Aufgaben gesetzt: 1. will ich die deutsche Oef- fcntlichieit, insbesondere die deutsche Industrie, aus die großem Möglichkeiten aufmerksam machen, die Bolivien für die spätes VluM ROMAN vos J. SCH N E I DER - FOERSTL Er nahm sie spielend aus und trug sie mit dem Stuhl nach dem weiten Rasenplatz, der noch in hellster Sonne lag. Karsten und Billmann hatten es mit angesehen. „Behalte ihn noch vierzehn Tage auf Extraurlaub," sprach Billmann, „mein Kind geht mir allem anderen vor!" Der Doktor stieß einen Iubelrnf aus und drückte seinem Schwiegervater derart die Hand, daß dieser sich entsetzt frei machte, und lachend die Finger spreizte, damit sie wieder gelenkig wurden. „Achtzehn Tage darfst du noch bleiben, Hans!" rief Karsten auf Helbing und Elisabech zueilend, „vier Tage noch regelrechter Urlaub und vierzehn Tage Extra-Gratifikation!" „Das kann ich unmöglich annehmen!" wehrte Helbing ab. „Ich beziehe ein derart hohes Gehalt, daß ich moralisch ver- pflichtet bin. ein möglichst großes Maß von Arbeit dafür zu leisten!"' „Das tun Sie ja ohnedies, lieber Direktor!" warf Billmann ein, „wenn Sie sich meinem Schwiegersohn und meiner Tochter widmen. — Sprechen wir also nicht mehr weiter davon!" Am andern Nachmittag fuhr Billmann in seinem Wagen wieder ab. Er hatte gesehen» daß sein Kind so glücklich war, »ls ein Mensch es nur immer siücklich zu machen vermochte. Vom Trittbrett des Autos herab, reichte er Helbing noch einmal die Hand. „Auf Wiedersehen, mein lieber Direktors Lassen Sie sich von meinen Kindern nicht zu sehr ausnützen — und in Uebrigen habe ich Ihr Wort. — Nicht wahr?" „Ja!" sagte Helbing fest und erwiderte den Druck seinei Hand. Er hob Elisabeth hinein, Karsten sprang nach. Ei hatte seinen Chauffeur beauftragt, ihn bis fünf Uhr im Ludwigsthaler Hüttenwerk abzuholen. Bis dorchin wollte da« junge Paar den Vater begleiten. Als der Wagen um die Ecke boa. arüßte Billmann nock einmal zu Helbing zurua. Dann verfchwano er um vn Kurve. Helbing ging langsam nach dem Hause. Er sah, wie Lene den Tisch räumte und der Chauffeur vor der Autogarage den Wagen blank rieb. Er ging auf sein Zimmer und ver- tauschte seinen Cutaway mit einem bequemen Hausrock, um noch ein bißchen im Garten" zu promenieren. Als er her« abkam, hörte er» wie der Chauffeur mit sich selbst wetterte. Er ging auf ihn zu. „Ist etwas nicht in Ordnung?" „Es fehlt im Kugellager des Vorderrades, Herr Direktor. Ich muß es auseinander nehyien! Dabei verliere ich eine Masse Zeit. In einer halben Stunde soll ich schon im Hüttenwerk sein. Wenn ich nicht rechtzeitig komme, setzt es einen Krach ab. Ich kann mich ja gewiß nicht beklagen über den Herrn Doktor, aber wenn ich nicht pünktlich bin, läßt er mir's immer ein paar Tage merken. Er kommt eben auch fast immer auf die Minute, wenn er mich irgendwo hin- bestellt." Helbing zog den Rock aus, legte ihn in den Fond und begann die Schraube am Vorderrade abzudrehen. „Machen Sie rasch!" sagte er. „Wenn wir zusammen, helfen, können Sie vielleicht noch zurecht kommen!" Dem Chauffeur war ein Stein vom Herzen. Als sie beide gerade in der größten Arbeit waren» und Helbing die Hände voll Schmutz und Oel hatte, rief Pfarrer Schmidt über den Zaun. „Was tun's denn da machen, Herr Direktor? Möchten's Ihren Beruf wechseln?" „Nein, Herr Pfarrer! In meinen Jahren geht das nicht mehr gut! Ich bleibe schon bei meinem alten," lachte Helbing. „Ich übe mich nur ein bißchen, damit ich während meines Urlaubs mein Geschäft nicht verlerne!" Schmitt trat durch das offene Tor ünd machte einen aufmerksamen Zuschauer. Der Chauffeur war ins Haus geeilt, um eine Decke und Karstens Mantel zu holen. Einige Minuten später kurbelte Helbing bereits den Wagen an. „Sie haben noch Zeit!" sagte er, nach der Uhr sehend. „Fahren Sie also vorsichtig!" Der Chauffeur dankte hocherfreut, als er um die Ecke fuhr, legte er nochmals grüßend die Hand an die Mütze. „Wollens nicht ein bisserl, 'rüberkommen zu mir, Herr Direktor?" fragte der Pfarrhsrr. „Bon Herzen gerne! Ich säubere mich nur noch rasch ein wenig. Er wollte nach seinem Rock greifen, „den habe ich ja in den Fond gelegt," dachte er, und nun war der Chauffeur damit weggefahren. Da hatte Rolf wenigstens wieder etwas zu lachen. Er eilte ins Haus und ging wenige Minuten später mit dem Pfarrherrn nach dessen Garten. Als sie noch der Laube kamen, trat eben der neue Kooperator heraus. Groß, schlank, schwarzes, dichtes Haar, wie Ellermann. Nur dessen Augen fehlten. Man begrüßte sich, wechselte ein paar höfliche Worte, dann setzte sich Schmitt mit seinem Gast auf die ovale weiße Bank. „Recht gut tu' ich mich versteh'» mit meinem neuen Herrn Kooperator," sagte er. „Ich möchte wissen, Herr Pfarrer, mit wem Sie sich nicht verstehen." „Es ist gar nicht so schlimm mit mir, Herr Direktor! Gewiß nicht! Ich habe auch meine Schwächen! Aber schon oft hat's mich g'reut, daß ich nicht strenger gewesen bin mit dem Ludwig! und ihm alles Hab hingehn lass n. Wenn er mich halt bitt' hat, daß ich ihn fortgehnlaff n soll zum Ver- seh'n oder Krankenbesuchen, dann Hab ich halt nicht „nein" sagen können, wenn er mich so ang'schaut hat. Und ich weiß jetzt ganz gut, wo er sich seinen Tod geholt hat. Damals, in jener Gewitternacht, wo er von Maxhof kommen ist. — Wenn ich halt selber gangen wär. tät er heut' noch leb'n. Tun Sie sich's merken, Herr Direktor, die große Lieb', dis t ar nichts versag'n kann, die stiftet allemal den größten ichaden." . Helbing sah schweigend in den Sommertag. Von den Wiesen her kamen die Stimmen der Leute vom Gutshof, die dort heuten. Wetter oben am Flusse leuchtete ein helles Kleid. Das war Lona Peterfen. „Würde das immer so bleiben, daß sein Herz einen Takt rascher schlug, wenn er sie sah, oder auch nur ihrer gedachte? Würde er denn bis an den Rest seines Lebens nie mehr zur Ruhe kommen ihretwegen?" Er wandte den Kopf nach der entgegengesetzten Richtung» um das helle Kleid nicht mehr zu sehen. Rr. 194. Jahrgang 1928. deutsche Produktion und das deutsche Kapital bietet. 2. habe ich die Aufgabe aller bolivianischen Gesandten in Europa, den europäischen Auswanderungsstroin nach Bolivien zu ziehen. Ter deutsche Ansiedler ist für Bolivien schon aus Grund der ihm eigenen Ausdauer und Arbeitsamkeit in jeder Beziehung der vorteilhafteste. 3. will ich die kulturellen Bindungen zwischen Deutschland und Bolivien nach Kräften fördern und pflegen. Dazu möchte ich besonders den Austausch von Studenten propagieren, Studienreisen unterstützen und so die akademische bolivianische Jugend an dem geistigen Schaffen der deutschen Nation Anteil nehmen lasten. Unsere führenden Wirtschaftler und angesehcndsten Mediziner haben ihre Studien in Deutschland vervollständigt. auch die Tochter unseres Präsidenten ist in Deutschland erzogen worden, wie auch meine beiden Söhne, die ge- genivärtig Abiturienten sind, ihr Studium in Deutschland absolvieren sollen, selbst dann, wenn ich während ihrer Studentenzeit von meinem Berliner Posten wieder abberufer werden sollte. Ich habe bei meiner Ankunft in Berlin uni während meines ja noch recht kurzen Aufenthalts in Deutschland nur die besten Eindrücke dieser lebendigen und schöner Stadt und des regsamen und gastfreundlichen Volkes empfangen. Man nennt den Deutschen im Auslände sehr häufig verschlossen und unzugänglich für die Umwelt. Man hört auch da und dort von den Deutschen erzählen, daß sie wenig.anteilsfähig sein sollen. In der — wie gesagt — kurzen Zeit meines hiesigen Aufenthalts habe ich das keineswegs feststellen können. Ich glaube, daß ein Volk, welches so innig die Natur liebt und mit solchem erlesenen Geichmack ihre Schönheiten selbst im hastenden Getriebe der Weltstadt zu entfalten versteht, herzlich auch dem Wesen anderer Nationen gegenüberstehen muß. Ich sehe in diesem zu größter Tatkraft und höchster Leistung auf allen Gebieten menschlichen Schaffens fähigen deutschen Volke eine edle Nation, die. in allem zu erfassen, mir Herzensbedürfnis und größte Ehre sein wird. Ich habe es nicht für möglich gehalten, daß man heute, nachdem noch nicht ein Jahrzehnt vergangen ist, seitdem Deutschland den an Entbehrungen und Not so überreichlichen 4^-jährigen Krieg verloren hat und die staatliche Umwälzung und die Inflation über das Land Hereingebrochcn sind, bei der Ankunft in der Reichshauptstadt nicht das Geringste von all den überstandenen Schrecken md inneren Kämpfen wahrnehmen kann. Auch hier hat das deutsche Volk mit der ihm eigenen Gründlichkeit Hervorragendes geleistot. Ich hoffe, daß ich in der nächsten Zeit die deutsche Sprache soweit erlernt haben werde, daß ich mich mit den Deutschen, die mir alle so überaus herzlich entgc- qengctretcn, in ihrer Muttersprache unterhalten kann. Ich bin mit meiner Familie bereits eifrig dabei, das Deutsche zu er'ernen. Tann werde ich sicherlich bald in der L">" rin, das deutsche Wesen noch genauer und gründlicher ken- ' ten zu lernen und seine Werte meinem Volke zu vermit» t'x' Baden. 38. Stiftungsfest der 113cr. ** Karlsruhe, 21. Aug. Aus Anlaß des 33jährigen Bestehens des Vereins ehemaliger 113er Karlsruhe fand am Samstag und Sonntag das Stiftungsfest statt. Es wurde eingeleitet durch einen Begrüßungsabend am Samstag, wobei die verschiedenen Delegierten der anderen badischen Ortsgruppen ihre Glückwünsche überbrachten. Der Sonntag brachte zunächst eine Bertrcterversammlung mit einer anschließenden Gefallenengedächtnisfeier. Es folgte hierauf die Weihe der zweiten Fahne der Ortsgruppe Karlsruhe, die sich in feierlicher Weise, von Musik- und Gesangsvorträgen umrahmt, vollzog. Die Weiherede hielt Rechtsanwalt Schneider-Karlsruhe. Schon am Samstag waren zahlreiche Glückwunschtelegramme eingelausen, an die sich diejenigen des Vertreters des Badischen Kriegerbundes anschlosien. Am Nachmittag war ein gemütliches Beisammensein, an das sich ein Festball anschloß. Aus Nah und Fern. * Sinsheim, 21. Aug. (Das neu« Waffengesetz.) Vom 1. Oktober ds. Is. an, dem Tag« des Inkrafttretens des neuen Waffengesetzes, müssen auch die Mitglieder von Schützenvereinen Waffenscheine besitzen, vorausgesetzt, daß sie die auf den Schieß- ständen benutzten Waffen in ihrer Wohnung aufbewahren. Ob für die auf oen Schietzständen aufbewahrten Waffen ein Waffenschein erforderlich ist. dürfte zweifelhaft sein, va nach dem neuen Gesetz nicht mehr der Waffenbesitz einen Waffenschein erfordert, sondern nur das Waffentragen. Gegenwärtig ist auch der Besitz einer Schußwaffe in der Wohnung, wenn kein Waffenschein vorhanden ist, strafbar und kann nicht nur zur Bestrafung, sondern auch zur Beschlagnahme der Waffe führen. * Sinsheim, 21. Aug. (Falfthc Reichsbanknoten über 2g Mk.) Eine neue Fälschung einer Reichsbanknote über 20 Reichsmark, Ausgabe vom 11. 10. 24, ist in den Verkehr gekommen und ist an nachstehenden Merkmalen leicht zu erkennen. Das Papier ist in der Stärke ähnlich, in der Durchsicht Heller als das echte; es besteht aus zwei zusammengefügten Blättchen und ist meist geknittert. Die Pflanzenfasern sind durch bräunliche Strichaufdrucke vorgetäuscht. Das Wasserzeichen ist durch «inen Aufdruck nachgeahmt und in der Durchsicht fälschlich „Reichsmark" anstelle von „Reichsbank" zu lesen. Das Druckbild der Vorderseite ist auf den meisten Nachbildungen verwaschen wiedergegeben. % Neckarbischofsheim. 20. Aug. (Bürgerausschuß.) In seiner Sitzung am Samstag abegd genehmigte der Bürgerausschuß den Gemeindeooranschlag per 1928/29. Derselbe sieht in Ausgabe 112 722 Mark und in Einnahme 69582 Mk. vor. Der ungedeckte Aufwand wird in folgender Weise aufgebracht: 1.20 Mk. für Grundvermögen. 40 Pfg. für Betriebsvermögen und 7.50 Mk. für Gewerbeerlrag pro 100 Mk. Steuerkapital. Weiter wurde der Antrag auf Genehmigung eines außerordentlichen tzolzhiebes für 300 Festmeter gutgehejßen. % Untergimpern, 20. Aug. (Denkmalsweihe.) Am gestrigen Sonntag fand die Einweihung des Gefallenen-Denkmals, das der hiesige Kriegerverein erstellen ließ, statt. Von der ganzen Umgebung wohnten die Militärvereine oiesem feierlichen Akte bei. Das Denkmal ist an der Westseite des Schulhauses angebracht. Es ist eine dreiteilige Tafel aus dem heimischen weißen Sandstein, umgeben mit einigen Ornamenten, das dem ganzen einen recht gefälligen Ausdruck verleiht. Die Ausführung wurde von Handwerksmeistern der hiesigen Steinhauindustrie übernommen. Den Weiheakt vollzog nach kurzen Begrüßungsworten des Vorstandes des hiesigen Kriegervereins, Herrn Jul. Wohlgemuth, Herr Bürgermeister Spiegel-Waibstadt, der in zu Herzen gehenden Worten d,e Treue der Gefallenen vor Augen zu stellen wußte. Aus dem Denkmal befinden sich die Namen von 54 Gefallenen, das sind genau 10 Prozent der Gesamtbevölkerung, das ist «ine Zahl, die von keinem anderen Orte erreicht wurde. Während die Hülle fiel, läuteten die Glocken, die Fahnen senkten sich und Böllerschüsse trugen dieses Ereignis weit hinaus in den unbegrenzten Raum. Frl. Berta Hochwarth trug «in Gedicht vor, das dem Gedenken der Gefallenen gewidmet war. Namens der Gemeinde übernahm Herr Ratschreiber Betz das Denkmal j Da Lavddote * Einsheimer Jetwng. in deren Obhut. Der Festzug zeigte eine stattliche Zahl von Festteilnehmern und die Sonne meinte es fast zu gut und sandte warme Strahlen hernieder, oie auf den fast von Bäumen entblößten Festplatz sehr empfindlich herniederbrannten. t Untergimpern. 20. Aug. (Bürgermeistcrwahl.) Der Bezirksrat hat die angefochtene Bürgermeisterwahl für ungültig erklärt. Der Grund besteht darin, daß einige Personen gewählt haben, die oas Wahlrecht nicht besaßen. --- Ittlingen, 20. Aug. (Turnfest.) Am gestrigen Sonntag war in Bonfeld ein offenes Turnfest, an dem sich auch einige Mitglieder vom hiesigen Turnverein beteiligten. Trotz großer Konkurrenz des Kreises Schwaben konnte Karl Graf im volkstümlichen 3-Kampf als 4. Sieger und Wilhelm Sommer als 9. Sieger in der Oberstufe heroorgehen. Im Steinstoßcn konnte Wilhelm Sommer den 1. Platz belegen. Es wurde auch hier wieder bewiesen, daß Ittlingen auch im Turnen sich zu den Besten zählen darf. * Eppingrn, 20. Aug. (Der Männergesangverein Eintracht) veranstaltet, einer Anregung aus Mitgliederkreisen folgend, von nun an alle Monat einmal ein gemütliches Beisammensein für alle feine Mitglieder. Die erste derartige Zusammenkunft fand am gestrigen Abend in der Bahnhofwirtschaft statt. Sie durfte sich eines guten Besuches sowohl seitens der Aktiven uno Passiven, als auch der Ehrenmitglieder mit ihren Angehörigen erfreuen und hat gezeigt, daß der Verein auf dem richtigen Wege ist, um die Geselligkeit innerhalb des Vereins zu pflegen. £ Adelshofen, 20. Aug. (Preisschießen.) Das gestern hier stattgehabte Preissch'eßen des Kleinkaliberschützenvereins „Freischütz'* verbunden mit Gauschießen nahm bei guter Beteiligung einen schönen Verlauf. Näherer Bericht folgt noch. £ Elsenz, 20. Aug. (Gauschießen.) Bei dem gestern in Adelshofen abgehaltenen 2. Gauschießen des Elfenzgaues für Klein- Kaliber-Schießen konnte sich der hiesige Schützcnverein 4 erste Preise erringen. Es ist dies ein Zeichen, oaß der hiesige Verein, der auf sein 5-jähriges Bestehen zurückblicken kann, sich durch jahrelange Uebung einporgearbeiter hat. Herr Gauleiter Albert Gern-Eppingen sprach dem Verein bei oer Preisverteilung feine Anerkennung aus und ermahnte die Elfenzer Schützen, auch weiterhin nicht zu ermüden, um an diesen Erfolg noch weitere reihen zu können. Der hiesige Verein errang bekanntlich auch beim 1. Gauschießcn den 1. Männschaftspreis. = Langrnbrücken, 20. Aug. (Um die Wasserleitung.) Fn einer Versammlung der Hausbesitzer wurde zu der Frage der Erstellung einer Wasserleitung Stellung genommen; 90 Prozent der Hausbesitzer haben sich hierbei für den Bau einer Wasserleitung erklärt, deren Projekt bereits vorliegt und die im Spätjahr begonnen werden dürften. Die vorgenommenen Bohrungen haben sowohl für die Ergiebigkeit als auch für die Qualität des Wassers befriedigende Resultate erbracht. Zu prüfen wäre lediglich noch die Frage, ob nicht zusammen mit Mingolsheim, das ebenfalls den Bau einer Wasserleitung anstrebt, eine gemeinsame Wasserversorgung den finanziellen Interessen beider Orte mehr entgegenkäme als gesondertes Vorgehen. Die Bildung einer Interessengemeinschaft beider Orte sollte unter den gegebenen Umständen nicht allzuschwer fallen. = Heidelberg, 20. Aug. (Autounfall). In oer vergangenen Nacht etwa um halb 11 Uhr fuhr ein Personenwagen auf der Wieblinger Landstraße in der Nähe der Gärtnerei Lang gegen einen Mast der Straßenbahn. Durch den Anprall wurde der Wagen so stark demoliert, daß er durch die Feuerwehr abgeschleppt werden mußte. Me Ursache des Unfalles scheint in der Trunkenheit des Lenkers zu liegen, eines hier wohnhaften Reisevertreters einer rheinischen Firma, der der Wagen gehört. Der Fahrer und eine mitfahrenoe Frau erlitten nicht unerhebliche, jedoch kaum lebensgefährliche Kopfverletzungen. Sie mußten ins Akademische Krankenhaus gebracht werden, aus dem der Lenker des Autos heute früh wieder entlassen werden konnte. = Mannheim, 20. Aug. (Max und Moritz an der Arbeit.) Zwei Knirpse hatten lange Weile — was verhängnisvoll werden kann, in diesem Falle aber zu einem harmlosen Streich führte. Me Bürschchen nahmen eine leere Zigarrenkiste und füllten sie mit Sand und Gras, schlugen einen sauberen Bogen Papier herum, kunstgerecht wurde oer Bindfaden herumgeschnürt und auch ein kleiner Handgriff, wie ihn manche Geschäfte zugeben angebracht. Dieses Paketchen legten die Bürschchen heimlich still und leise in einer verkehrsreichen Straße auf'die Erde, just so. als ob jemand vas Paket verloren hätte. Und wenige Meter davon standen sie und beobachteten. Da kamen einige Herren des Wegs, eifrig erzählend und gestikulierend über Stammtischangelegenheiten — die sahen nichts. Es kam ein Herr angestürzt mit Mappe, der es sicher eilig zum Dienst hatte. Der stieß mit oem rechten Fuß an das Päckchen, saß es ein halbes Meter weiterrutschte, knurrte „Schweinerei!" und war verschwunoen. Jetzt kam ein Knirps, der sah das Paket und bückte sich.. aber da hatten ihn Max und Moritz auch schon gepackt, in die Ecke gezogen und verdroschen. Als die Bengels wieder hochsahen, bemerkten sie noch rechtzeitig, wie jemand einen Schirm fallen ließ, beim Aufheben das Paket mitergriff uno — als wenn nichts gewesen wäre — davon stolzierte. Die Fungens kamen um ihre Freude, das Gesicht der „ehrlichen Finderin beim Ocffnen des Pakets zu sehen. --- Adelsh«im, 20. Aug. (Vergiftung durch Stickstoff.) Der Arbeiter Karl Eberbach auf dem Gutshof Damberg war mit dem Umladen von Kalkstickstoff beschäftigt. Nach verrichteter Arbeit trank er ein Glas Most; kurze Zeit darauf brach er bewußtlos zusammen und mußte mittels Auto nach Hause gebracht weroen woselbst er einen ganzen Tag bewußtlos lag. Anscheinend laä eine Vergiftung durch Stickstoff vor. Mannheim, 21. August. (Eisenbahndiebstähle) Bei einer von der Kriminalpolizei durchgeführten Haussuchung einer hiesigen Familie deren Söhne im Verdacht standen, bei einem Einbruchdiebstahl in Herne beteiligt gewesen zu sein, wurde eine ganze Anzahl von Gegenständen zu Tage gefördert, die, nach festgestellten Ermittlungen, sich als Gut aus Eisenbahndiebstählen herausstellte. Nicht weniger als 84 Eisenbahnberaubungen besonders auf offener Strecke haltenden Güterzügen haben damit ihre Ausklärung ge. fnnden. Drei von den Dieben sind bereits verhaftet. ** Lndwigshafe« a. Rh., 21. Aug. (Von der Straßenbahn totgefahren.) Am Sonntag nachmittag wurde in der Rohrlachstraße ein Radfahrer von einem Straßenbahnwagen überfahren und so schwer verletzt, daß er nach seiner Ein- lieseruug ins Krankenhaus starb. Der Verunglückte, ein lediger 22jähriger Fuhrmann aus Mannheim, war stark angetrunken und geriet durch eigenes Verschulden unter die Straßenbahn. ** Ludwigshafen «. Rh., 21. Aug. (Sittlichkeitsverbre- chen.) Am Samstag vormittag wurde in einem Hause in der Bismarckstraße an einem 5jährigen Mädchen ein Sittlichkeitsverbrechen verübt. Ter Täter entkam unerkannt. Eberbach. «. R„ 21. Aug. Tod ans der Wanderschaft. Bei Eberbach wurde eine männliche Leich« aus dem Neckar geborgen. die nur mit einer Badehose bekleidet war. Nach den später aufgefundenen Papieren handelt es sich um den 27 Jahre alten Arbeiter Heinrich Schiller aus Oberweiz bei Bamberg, der, auf der Wanderschaft begriffen, jedenfalls ein Bad im Neckar nehmen wollte «nd aus bisher unbekannter Ursache ertrank. Zimmer« (bet Tauberbischossheim), 21. Ang. (Schrecklicher Unglücksfall) Herr Bruno Menf. Einleger an ber Dienstag, den 21/August 1928. Dreschmaschine in Zimmern, kam am Dvnersrag mir oem. linken Bein in die Oeffnung der Maschine, in die das Getreide geworfen wird. Das Bein wurde bis zur Hälfte gräßlich zerstümmelt. ** Wölchinge« b. Tauberbischofsheim. 21. Aug. (Ein Kind vom Zuge überfahren.) In einem unbewachten Augenblick war das zweijährige Kind eines Bahnbediensteten auf . den Bahnsteig und auf die Schienen geraten. Es wurde von der Maschine eines heranfahrenden Zuges umgeworfen und blieb zwischen dem Geleise liegen. Drei bis vier Wagen gingen über das Kind hinweg, ohne daß es eine Verletzung davontrug. Als sich das Kind aus seiner gefährlichen Lage befreien wollte, geriet es mit seinem rechten Aermchen unter die Räder, so daß ihm dieses abgefahren wurde. Man hofft, das Kind am Leben erhalten zu können. ** Karlsruhe, 21. August. (Kleiner Zugsunfall.) Vorgestern abend 20 Uhr fuhr am Uebergang Bahnhof Kirchenhausen ein Auto in die geschlossene Wegschranke. Der Kraftwagenführer trug eine leichte Verletzung am Kopfe davon. Der gerade einfahrenöe Personenzug 1757 Jmmenöingen— Waldshut konnte durch Zurücknahme des Einfahrtsignals noch rechtzeitig zum Halten gebracht werden. Durmersheim, 20. Aug. Gestern nachmittag gegen %3 Uhr hallt Feueralarm durch unseren Ort In dem Anwesen des Herrn David Haitz, Landwirt, brach in dem Oekonomie-' gebäude auf bis jetzt unaufgeklärte Weise ein Brand aus, welcher rasch um sich griff und schon nach wenigen Minuten auf das angebaute Wohnhaus Übergriff Unsere Wehr war in kurzer Zeit auf der Brandstelle und mußte bei dem herrschenden starken Winde das Hauptaugenmerk auf die angrenzenden Häuser richten, da die Gefahr des Uebergreifens des Feuers auf diese bestand. Mit 4 Schlauchleitungen wurden diese beschützt, während mit zwei Schlauchleitungen das Feuer bekämpft wurde. Das Vieh konnte mit knapper Not gerettet werden. Dem schneidigen Zufassen der hiesigen' Wehr und vor allen Dingen der Wasserleitung, welche sich glänzend bewährte, ist es zu danken, daß der Brandherd nach kurzer Zeit eingedämmt werden konnte. Der Sachschaden ist ebdeutend, da sämtliche Futtervorräte und landwirtschaft- lichen Geräte ein Raub der Flammen wurden. Bietigheim, 20. August. (Brand.) Heute morgen gegen 7 Uhr brach in dem Anwesen des Bäckermeisters Karl Schmidt aus bisher unbekannter Ursache Feuer aus, dem die Oekonomiegebäude, Bäckerei, Stallung und Schopf zum Opfer fielen. Ein Uebergreifen auf das Wohnhaus konnte vereitelt werden. Der Schaden beträgt 6—8000 RM. Ottenheim (bei Lahr), 21. Aug. (Vom Schuppen in de» Hof gestürzt) Ein schweres Unglück ereignete sich dieser Tage dadurch, daß der 60jährige verheiratete Landwirt Karl Heimburger vom Tabakschuppen in beträchtlicher Höhe mit dem Kopf auf den mit Steine gepflasterten Boden fiel und sich derartige Verletzungen zuzog. daß er kurze Zeit daranf starb. ** Rieder-Tegernas Sei Schopfheim, 21. Aug. (Beim Holzfahrcn tödlich verunglückt.) Der 27jährige Albert Bauer fuhr mit einer Ladung Holz, als er durch einen unglückliche» Umstand dabei den linken Arm in das Vorderrad des Wagens brachte. Bauer wurde erfaßt, zu Boden geschleudert, wobei der Tod auf der Stelle eintrat. Singe«, 21. Aug. (Ein reicher Armer). Ein in Schaffhausen wohnender 70jähriger Mann, der als Geizhals galt, sich kaum das Esten gönnte, und in dürftigen Räumen wohnte, hinterließ 75 000 Franken. Entfernte Verwandte sind die lachenden Erben. Billinge», 21. August. (Seltsamer Motorradunfall). Der mit seinem Motorrad auf der Straße Billingen—Marbach befindliche Mechaniker Ernst Haß aus Mönchweiler fuhr mrt dem Vorderrad in einen großen Nagel, worauf sofort lie ganze Luft aus dem Schlauch entwich. Durch den breitgedrückten Schlauch wurde die Steuerung behindert und das Rad stürzte über einen Sandhaufen in den Straßengraben. Dabei erlitt der Fahrer eine schwere Brustguetschung und eine erhebliche Knieverletzung und mußte ins Billinger Krankenhaus gebracht werden. Die auf dem Sozius sitzende Braut des Fahrers kam mit dem Schrecken davon. ** Lörrach» 21. August. (Tödlicher Unfall.) Sonntag mittag versuchte im Ortsteil Stetten an einer Straßenbahnhaltestelle eine 77 Jahre alte, in Basel wohnhafte Frau, den noch in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen zu ver- laffen. Hierbei wurde die Frau ans die Straße geschleudert und so schwer verletzt, daß sie schon nach wenigen Minuten verstarb. ** Lörrach, 21. Aug. (Ballonfahrt.) Der schweizerische Aeroklub veranstaltete am Sonntag eine Vierer-Ballonfahrt um die Austragung des Meßner-Pokals für die Zurücklegung der weitesten Strecke. Als Sieger ging der Ballon „Helvetia" unter Führung von Dr. Bachmann mit vier Personen hervor, der am Sonntag auf einer Waldlichtung bei Tuttlingen mit großem Geschick landete. Das Seil des Ballons schleifte in den hohen Tannen. Ein zweiter Ballon» nämlich der „Uto", geführt von Direktor Leder in Krotzin- gen, landete auch im Badischen Gebiete. Der Führer des Ballons „Zürich", Oberleutnant Oertli, der in Bollweiler im Elsaß landete, wurde von den französischen Behörden festgehalten, weil er beim Ueberfliegen von Belfort eine Ansichtskarte abwarf. ** Rhina bei Waldshut, 21. Aug. (Fabrikbrand.) Am Samstag abend brach in den Ferro-Werken Feuer aus, besten aber die Feuerwehren der umliegenden Gemeinden und des Ortes in kurzer Zeit Herr werden konnten. Das Feuer hatte den Tachstuhl des Maschinenhauses vernichtet. Der Schaden beträgt 6000 Mark. Der Fabrikbetrieb wurde nicht unterbrochen. Wieder zwei Fremdenlegionskandidaten angehakten. Zweibrücke«, 20. Aug. Am hiesige» Bahnhof wurde ein 28 Jahre alter Dreher aus Göppingen festgenommen, als er durch das Saargebiet nach Frankreich reifen wollte, ohne die nötigen Papiere zu haben. Er wollte wieder zur Fremdenlegion. in der er bereits fünf Jahre gedient hat. — In Riedelberg wurde ein noch nicht 16 Jahre alter Mechanikerlehrling aus München angehalten, der sein Elternhaus wegen überaus trauriger Verhältnisse verließ und sich in Bietsch zur Fremdenlegion meldete. Wegen feines jugendlichen Alters wurde er aber abgewiesen. Er wurde zunächst, weil er keine Papiere hatte, in Untersuchungshaft genommen. Beim Krabbensang verunglückt. Berlin, 21. Aug. Nach einer Meldung aus Oslo lief et mir drei jungen Männern und drei jungen Mädchen besetz tes Motorboot, das sich auf dem Krabbenfang befand, nak dem Flekkefjord auf einen Felsen und sank. Einer de jungen Männer konnte gerottet werden. Die anderen fün Jnsasten des Bootes ertranken. Eine 100 Kilometer Feuersrout Kowno. 21. August. Wie aus Moskau gemeldet wird, hc Ich der Riesenbrand im Gebiet des Baikalsees in Ostsib: len zu einer Feuerfront von 100 Kilometer ausgedehnt n der Bekämpfung der Flammen beteiligten sich mehren ausend Einwohner. Nr. 194. Jahrgang 1928. Der gandtote * Sinsheim« Zeitung. Dienstag, den 21. August 1928. Rennfahrer Heußer gestorven Berlin. 21. August. Der am Sonntag im Buckower Drei- rckrennen verunglückte bekannte Rennfahrer Heußer-Klein- schmalkhalden ist heute Vormittag gegen 11.30 Uhr seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus zu Müncheberg er- ! legen. Seit Jahren ist der Name Heutzer mit fast allen großen Autosportveranstaltungen verbunden. Auf den klassische« : Rennstrecken der Eifel, im Sauerland und aus der Solitude usw. holte sich sein Rennwagen manchen Siegespreis. Als Mensch und Hportsm.-mn ist Heutzers Tod außerordentlich bedauerlich. Rock immer Ansdehnnng der Tqphnssällc in und «m Potsdam. Berlin, 21. August. Trotz der Bemühungen der Sani- iLtsbehöröen konnte der Ausbreitung der Typhus ln Potsdam und der weiteren Umgebung noch nicht endgültig Halt geboten werden. Im Laufe des Samstag abend und des zestrigen Sonntages sind sechs bis sieben neue Fälle darun- :er zwei in Potsdam hinzugekommen, sodaß im Stadt. Krankenhaus und im Josefsspital jetzt 31 Kranke liegen, ks Handel sich dabei ausnahmslos um Fälle, die durch Bazillenträger hervorgerufen sind, da nach Ansicht der Medizinalbehörden der Herd der Erkrankungen in Beelitz endgültig abgegrenzt ist. Immerhin rechnet man jedoch mit der Möglichkeit einer weiteren geringeren Ausdehnung, ehe die Krankheitsausdehnung ihren Höhepunkt überschritten hat. Massenerkrankunge« in Remscheid. Berlin, 21. Aug. Einer Blättermeldung aus Remscheid zufolge ist dort eine schwere Scharlach- und Diphtherieepidemie ausgebrochen, an der bisher schon mehr als vierzig Personen erkrankt sind. Da die Krankenhäuser überfüllt sind, mutzte ein Teil der Kranken provisorisch im Freien untergebracht werden. Die Epidemie hat schon mehrere Todes- vpser gefordert, doch wird die genaue Zahl noch nicht bekanntgegeben. Neuestes aus Amerika: der Einkausskorso. Amerika hat bekanntlich den „Dienst am Kunden" erfunden, d. h. man pflegt dort dem Käufer bzw. der Käuferin die Erledigung der Besorgungen und Einkäufe so leicht und angenehm wie nur möglich zu machen in der richtigen Erkenntnis, daß dies von gutem Einslutz auf die Kauflust des Kunden sein wird. Die amerikanischen Kaufleute überbie- tcn sich also mit ihren Einrichtungen zum Besten des Kunden, die ihm Zeit und Müh? ersparen sollen. Den Vogel in dieser Hinsicht haben wohl augenblicklich die Inhaber eines großen Warenhauses in Louisville abgeschossen, die ihrem Neubau einen Autokorso für ihre Kundinnen anfügten. Im Erdgeschoß des Warenhauses befindet sich z. B. die Lebeusmittelabteilung. An den Ständen vorbei führt eine regelrechte Autostraße, die aber gleichzeitig immer nur von einem Gefährt und in einer Richtung befahren werden kann. Die amerikanische Hausfrau, die nun also in ihrem Wagen diese Stände passiert und irgendetwas sieht, was sie mitnehmen möchte, braucht deshalb nicht etwa auszusteigen. Nach dem System des amerikanischen „Schnellrestaurants" sind alle Waren in verschiedenen Mengen und Preislagen fertig verpackt vorrätig, und sie kann sich an jenem Stande selber bedienen, da die Packungen auf Tischen in gleicher Höhe mit dem Auto und in Griffnähe aufgestapelt sind. Aehnlich ist es mit Waren, die in den übrigen Stockwerken feilgehaltev. werden, aber ebenfalls an den Auslagen des Autokorso zu haben sind, wenigstens soweit es sich um Fertigwaren oder solche handelt, die nicht etwa einer Anprobe bedürfen. Hat so die Dame ihre Rundfahrt durch das Wa- renhaus beendet, so präsentiert sie am Ausgange die den Paketen anhängcnden Berkausszettel und begleicht ihre Rechnung durch einen Scheck worauf sie, ohne ihren Wagen verlassen zu haben und ohne Zeitverlust ihre Einkaufspflichten als erledigt buchen kann. Radio - Program« für Mevstag, den 21. August. Breslau. 20.20 Uhr: Cellokonzert. 21.10 Uhr: Unterhaltungskonzert aus Gleiwitz. Frankfurt. 6.30 Uhr: Dr. Laven: Gymnastische Uebungen. 12.30 Uhr: Mittagskonzert aus Kassel. 16.35 Uhr: Operetten. 20.15 Uhr: Symphonie-Konzert. Anschließend: Schallplattenmusik (Blasmusik.) Hamburg. 20.00 Uhr: „Der saturnische Liebhaber." Tragikomödie. Anschl.: Kabarett. Köln und Langenberg. 20.15 Uhr: Geschichten aus den Bergen. Leipzig. 20.15 Uhr: Musik für zwei Geigen. 22.30 bis 24.00 Uhr: Nachtmusik aus Dresden. Königsberg. 20.05 Uhr: „Unter der blühenden Linde." 22.30 bis 23.30 Uhr: Tanzmusik. Königswusterhausen. 20.30 Uhr: Ouvertüren-Abend. MünchM. 20.00 Uhr: Im steirischen Waldland. Peter Roseggers. 22.25 Uhr: «Schallplattenkonzert. Stuttgart. 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 20.00 Uhr: Populäres Orchesterkonzert. Anschl.: Der Kuckuck. Eine Plauderei. .Daventry Experimental. 20.00 Uhr: Promcnaden-Konzert. Wien. 20.05 Uhr: Porträge der ungarischen Zigeuner-Kapelle 21.00 Uhr: Lieder und Arien. 22.00 Uhr: Tanz-Konzert. Prag. 20.00 Uhr: Gollweils heiterer Abend. Bahnhofstr.23 Radio-Häuser Heidelberg Telefon4!09 Modernste Rundfunk—Anlage»-Versand sämtlicher Zubehörteile nach allen Orten. - Vertreterbesuch u. Vorführung unverbindlich. Radio-Literatur, Programm-Zeitschristen bei S. Soll. Bnchhdlg.. Sinsheim. Turnen, Sport und Spiel. Sport-Brrein Sinsheim, Jugend. — „Phönix". Steiasfurt Jugend 0 :2. Hport-Derein Sinshrim A. H. — Turn- und Sportverein Feudenheim Liga-Res. 4 :7. Sportverein Sinsheim 1 — „B. f. L." Heidelberg 11:4. Jm Lager des Sportvereins war am Sonntag Hochbetrieb, maßen sich doch 3 Mannschaften im sriedl. Wettkampfe auf grünem Rasen. Die Jugend erösfnete den Reigen und unterlag der Jugend von Steiasfurt mit 0 :2, was auch die notwendig gewordene Umstellungen infolge Herausnahme mehrerer Jugendlichen zu aktiven Mannschaften zurückzuführen ist. Es folgten nun die erstmals auf den Plan tretenden A. H. des Sportvereins, die sich die Res.-Mannfchaft von Feuoenheim verpflichtet hatten. Leider konnte Sinsheim nicht wie vorgesehen antreten, sondern mußte auf dem linken Flügel eine junge Kraft einstellen. Bis zur Pause hielten sich die „Allen" recht wacker gegen die spielstarken Feuden- heimer, was auch aus dem 4 :4 Stande bei Halbzeit zu ersehen ist. Rach Halbzeit machte sich die Hitze und das Alter mit der drum und dranhängenden Gewichtszunahme stark bemerkbar, so daß trotz den Anstrengungen keine Erfolge mehr gebucht werden konnten. Daß die „Alten" auch noch schießen können, beweisen die 4 Erfolge der I. Halbzeit. Zu erwähnen ist der Torwart, der spielte wie einst im Mai und manchen sogenannten totsicheren unschädlich machte. Um »/i4 Uhr betrat die 1. Elf den Platz, um gegen B. f. L. Heidelberg oas fällige Rückspiel auszutragen, das Vorspiel endete bekanntlich, unentschieden. Es fetzte sofort ein flottes Tempo ein. Nach ausgeglichenem Feldspiel hieß es es bei Halbzeit 1:0 für Heidelberg. Leider wurde Sincheims Mittelstürmer kurz vor Halbzeit erheblich verletzt und schied kurze Zeit aus, um nach Halbzeit nur noch als Statist mitzuwirken. Es fehlte dadurch dem Sturm die treibende Kraft. Die Hintermannschaft wurde überlastet und mußte noch 3 Treffer in Kauf nehmen, während Sinsheim ourch Halbrechts nur das Ehrentor buchen konnte. B. f. L. stellte eine flinke, ausgeglichene Mannschaft ins Feld die den «Sieg verdiente, doch wäre ohne die erwähnte Verletzung durch die Sinsheim in Nachteil kam. das Resultat anders ausgefallen. Wie aus dem vorstehenden Bericht zu ersehen ist, war dem Sinsheimer sportliebenden Publikum ein abwechslungsreicher Sportbetrieb beschieden, ooch gehört es auch zum sportlichen Anstand den Veranstalter zu unterstützen und nicht nur so von der Feme zuzusehen. Marktberichte. Karlsruher Schlachtviehmarkt vom 20. August. Ausfuhr: 52 Ochsen, 55 Bullen, 41 Kühe, 162 Färsen, 75 Kälber, 1569 Schweine. Preise: Ochsen: 53—56, 51 bis 53, 50—51, 48-50, 46-48, 45-46,- Bullen:.48-49, 45 bis 46, 44—45, 42—44,- Kühe: 22—32, 12 — 22 : Färsen: 50—56, 50: Kälber: 70—76, 55-70,, 51-55, 43—51: Schweine: 66-70, 76 bis 72, 78—76, 76—80, 70—72, 66—70, 58—66, 80-84. Ten- betts : Bei Großvieh und Schweinen sehr langsam, großer Ueberstand, bei Kälbern langsam, geräumt. Mannheimer Produktenbörse. Beeinflußt durch das große Angebot in Auslands- und Jvlandsgetreide v-«-kehrte der Markt in ruhiger Haltung. Die Preise sidn durchweg etwas ermäßigt. Wetzen, inländischen 25—25,50 RM., ausländischen 25,75 bis 28,75 RM., Roggen, inländischen 2350—23,75 RM., Hafer, inländischen 22,25—23 RM., Braugerste, badische, hessische und württembergische 26,50—28 RM. Pfälzische Gerste 27,50—28,50 RM., Futtergerste 23—2350 RM., Mais mit Sack 23 RM., süddeutsches Weizenmehl Spezial Null 34,25 RM., süddeutsches Roqgenmehl 32,75 bis 33,75 RM. Wcizenkleie 14 RM., Biertreber mit Sack 1850-19 RM., alles per 100 Kilo, waggonsrei Mannheim. Reveste amtliche Kurse mitgetetlt von der Berelnsbanir, e. ®. m. b. H. Sinsheim. vom 21 . August 1928. HaUifetx: mU AuS?ofmigSschetn ohne SuSlosungsfchetn ln ° o 51. IO 167/s SudMUtc tn »I» Bad. Bank . . . .170 Darmpädter- und Nattonalbanl 265 Deutsch« Bank .... 165.75 Deutsche Bereinsbank . 102 Dresdner Bank . . . . 166 Mitteldeutsche «reditbank • . >»»,»» Reichsöank .... »»»,50 Rhetu. SredUbank . . . 127,25 Südd. DiSconto «es. . . . lSS Eemeritwerk Heidelberg . 136 Daimler Motoren . >6» Dtfch. Bold- an Silberschetde. 208 Elektr. Licht und straft . . »18 Emailt.und Stanzwerk Ullrich . l5,»5 Farbentnduftrte ...»»« Grttzner Maschinen Durlach . t>»,60 starlSruher Maschinen . . — stnorr Hetlbronn . . . I«7,5V Matnlraftwerke Höchst . , t»0 Neckarsmmer Fahr^ugwerl« . 58,25 Schuckert Stektr. Nürnberg . 20»,26 S-ilindustrte Wolfs . . . «« Südd. Zucker . . . l»r Zellstoff Waldhos StamaMen . »»» «MU» deutsche« «ee,»eeA»» «MU« tn oi 0 varpener Bergbau . — Sali Westeregän . . . 25» ManneSmannröhrenwerke. '. 13s ManSfelder Bergb. u.Hütteuw 167,58 Oberschl. Etsenb. Bedarf . — Phönix Bergbau u.HstUenbetrieb 91 Sazwerk Hetlbronn . . .195 «erletnigte stönigS- Laurahütte 7e,»0 Aktie» i»d»str. U»trr»rh«»»ge»: ln O/o Allg. EteNr. Stammaktien. .171,75 Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad Maschinen Durlach . . 166 ScaaMUCtaKftaltea: ln °/o Hamburg. Ameri». Paletfahrt — Leidelbera.Stratzea-u.«eradatza W,5® Norddeutscher Lloyd 1 59 Sceifm »eld ■öcief New-Jork l Dollar 4 1918 4,(99» London t Pfund 90J89 20,379 Holland rvo Gulden 168.18 148,44 Schweiz 100 Kranes so,72 80 88 Wien 100 Schilling 59.10 69 2* Parts 100 Franc l «377 16.417 Italien 100 Lire »1.961/* Herrn. K. Ritter Charakterbeurteilung, Fähigkeiten, Neigungen, T alente, Krankheiten. Berufs« ahletc, nach der Handschrift Psychographologe-KirUruht, Atademiestrme 51 III 200 ccm . Bis jetzt waren nur die Kleinkraft-Mfotorräder Steuer- uni führerscheinfrei. Wir Sieten Ihnen aher ein trollwertiges Motorrad , das Sie unbedingt befriedigt. Sie können sofort zu zweien fahren und brauchen sich nidit um die Steuer oder um den Führerschein zu kümmern. Damit erfüllen wir den Wunsch von Abert ausenden jMotorrad-Liebhabern. 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