MgUch »A AnSnahm« der Feiertage. Bezngs-Pret»: 4ll»rch diePost bezogen und durch da« Briefträger und unser« Austräger frei ins Lau- monatlich Goldmark 1.80 ch>«r Bezugspreis ist im Dorau« zu entrichten. S« Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Liefer- «Rg der Zeitung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreise-. Geschäftszeit V*8 bis 5 Uhr Sonntag« geschloffen. Weenfprech-Anschlnß Rr. «68 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6808 Der fandbote Smshettner MM 3 eitung ?K§ Deneral-Änzeiger für -as^W^Äsenz-und §ÄuoarzbacktaI Helteft« und verbreitetTte Leitung diel er Gegend. F^aupt-Hnjeigen-BUn Ttöoxorlicb» Qm JUuTtriert« » Ha* dem Reich der Mod» • Ratgeber t9r B»o*- and £*»d-wirtld>«fi .1« ISS. Mittwoch, ben 22. August 1928. Anzeigea-Praise: Auzetaen: Die 33 mm bretS» Millimeter-Zelle 6 Goldpfg. Reklamen: Die 92 mm bretro Millimeter-Zelle 20 Towpfg. Grundschrist im Anzeigen» und Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tarisfeste« Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach nungsdal^m oder bei gerichtliche« Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme biS 6 Ulm vormittags; größere Anzeige» müssen am Tage vorher ««S- gegeben werden. Bank-Konto: Deretnsbauk Sinshet» e. G. m. b. L. 89. Jahrgang Gtreftmann erhält freie Hand. Heute Kabinetisfihung über Varls und Senf. Berlin, 21. Aug. Die große außenpolitische Kabinettsberatung die vor der Abreise des Außenministers nach Paris und Genf vorgesehen war, wird nun am morgigen Bormittag stattfinven. Es handelt sich dabei um die erste außenpolitische Aussprache Dr. Stresemanns mit den Mitgliedern des neuen Reichskabinetts. Denn sowohl während der letzten Phase der Regierungsbildung wie auch während der folgenden Wochen war der Außenminister durch seinen Kuraufenthalt ständig von Berlin fern gehalten. Dieser ersten Besprechung kommt also eine gewisse politische Bedeutung zu. Aber über alle grundsätzlichen Fragen herrscht ja von vornherein zwischen Stresemann und den neuen Ministern vollkommene Uebereinstimmung, so daß irgendwelche Aendemngen nicht zu erwarten sind. Der Außenminister wird dem Kabinett persönlich über die außenpolitische Lage und über seine Reisepläne für Paris und Genf Bericht erstatten, wobei natürlich auch die Ergebnisse der diplomatischen Fühlungnahme zur Erörterung kommen werden, die während der letzten Wochen als Vorbereitung für die Genfer Verhandlungen in Paris und London stattgefunden hat. Eine Beschlußfassung des Reichskabinetts über außenpolitische Fragen, i st für morgen nicht zu erwarten, da man, wie gesagt, über die Grundlinien der in Genf und Paris zu verfolgenden Politik ohnehin einig ist, und oa gerade angesichts gewisser Komplizierungen der internationalen Beziehungen der Außenminister noch mehr als sonst für die Verhandlungen im einzelnen frei« Hand haben muß. Aus dieser Erwägung heraus wird sich voraussichtlich auch die Aufstellung von Richtlinien erübrigen. Fm Anschluß an die außenpolitische Beratung soll in der morgigen Kabinettssitzung eventuell auch über die Verlängerung der Krisenfürsorgc beraten werden, die schon in der vorigen Kabinettssitzung zur Verhandlung kommen sollte, dann aber zurückgestellt wurde. Die Möglichkeit, die erforderlichen Mittel für eine Verlängerung der Krisenfürsorge aufzubringen, ist inzwischen vom Reichsfinanzministerium geprüft worden. Eine Bande von Krebitschwindlem. Änlernatlonole Verbrecher verhafte». Berlin, 21. Aug. Nach wochenlangen Ermittelungen ist die Berliner Kriminalpolizei einer internationalen Fälscherbande auf die Spur gekommen, die in mehreren europäischen Staate» große Banken um beträchtliche Summe« geschädigt hat. Einer der Betrüger wurde in einem italienischen Restaurant in Berlin verhaftet, der zweite kurz darauf im Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. und der Dritte der Bande wurde gestern abend auf Veranlassung deutscher Kriminalbeamter in Marseille sestgenommen. Die Mit-, gliedcr der Gesellschaft, die hauptsächlich mit gefälschten Kreditbriefen arbeitete, sind sämtlich italienischer Herkunft: unter ihnen ist auch der ehemalige Hofjuwelirr des Königs von Fialien, Ugo Marchesini. Am 26. Juli erschien in der Münchener Filiale der Deutschen Bank ein Mann, der einen italienischen Paß auf den Namen Fwa- no Alessi vorzeigte und einen Krrdstbrief einer Bank aus Yokohama vorlegte, auf den er 1000 Pfund abhob. Als er am folgenden Tage bei der Nürnberger Filiale der Deutschen Bank wieder Geld abheben wollt«, schöpfte der Beamte Verdacht und forderte den Mann auf, nach einer Stunde wieder zu kommen, da Kreditbrief und Paß erst geprüft werden müßten. Alessi kam aber nicht wieder und nun wurden sämtliche Kriminalbehörden und Großbanken von dem Auftauchen einer Fälscherbande verständigt. Als jetzt vor einigen Tagen der Leiter der Ausländsabteilung der Deutschen Bank in Berlin in dem italienischen Restaurant Sorrento in der Anhaltstraße saß, erblickte er am Nebentisch einen Mann, der mit dem Paßbild des Alessi Aehnlichkeit^hatte. Nach längerer Beobachtung ließ er ihn durch einen Kriminalbeamten festnehmen und der Mann gestand auch schließlich, die Betrügereien in München und Nürnberg verübt zu haben. Er heißt in Wirklichkeit Milani, stammt aus Rom und ist vorbestraft. Schließlich gelang es auch, einen Komplizen auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. festzunehmen und dieser Komplize entpuppte sich als der ehemalige Hofjuwelier des italienischen Königs, Marchesini. der einstmals am Corfo Umberto in Rom ein großes Geschäft hatte. Marchesini ist bereits 65 Fahre alt und hat schon mehrere Banküberfälle und Einbrüche hinter sich. Schließlich fing die Polizei noch ein Telegramm auf, das aus Marseille stammte, und fand außerdem auf gefälschten Pässen nach Durchleuchtung mit der Quarzlampe wiederholt den Namen Palmen. Nun machten sich sieben Beamte des Berliner Polizeipräsidiums und der Deutschen Bank nach Marseille auf. wo es ihnen gelang, einen Alfredo Palmero als Führer der Bande verhaften zu lassen. Was alles auf das Konto der Fälscher, die mrt «»geheuerem Geschick und Raffinement vorgegangen find, entfällt, läßt sich vorläufig nicht übersehen. Fn den letzten Monaten wurden in Holland, Englanv, in der Tschechoslowakei, in Frankreich und Belgien zahlreiche Banken —. und oas Bezeichnendste ist, daß es gerade immer die größten und angesehensten Bankhäuser sind — um gewaltige Beträge geprellt. Eine Bank in Hamburg hat vor einigen Tagen sogar 100 000 Mark einbüßen müssen. Fn Holland oürfte der Schaden sich auf mehr als eine Million Gulden belaufen. Nebenbei hat offenbar die Bande sich nicht einseitig auf den Kreditbriefschwindel festgelegt, sondern sich auch mit Baak- einbrüchen und Ranböberfällm befaßt. Severingv Verteidigungsrede. Panzerkreuzer und Reichsregierung. Bielefeld, 21. Aug. Fn einer außerordentlich gut besuchten Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Ortsoereins sprach gestern abend Reichsmrnister Seoering über die Frage Panzerkreuzer und Reichsregierung. Er wies einleitend oarauf hin, daß die Panzerkreuzerfmge im Wahlkampf für die Sozialdemokratische Pattei gewiß eine sehr große Rolle gespielt habe, daß aber die Pattei ihren Erfolg am 20. Mai keineswegs lediglich dem Kampfe gegen den Panzerkreuzer zu verdanken habe. Fn feinem Bortrag betonte der Minister besonders, daß durch das Kompromiß mit dem Reichsrat. die Entscheidung über den Panzerkreuzer bis zum 1. September zu fällen, eine sehr schwierige Situation geschaffen worden sei. Zn der fraglichen Sitzung der Reichsregierung sei über den Bau nicht abgestimmt worden, sondern man habe sich lediglich mit dem Beginn einverstanden erklärt, nachdem der Reichswehrminister ans dem Hau^alt der letzten Zähre Reste du Betrage von 41 Millionen zur Verfügung gestellt und «rklätt habe, daß für den gesamten Panzrrkreuzerbau keine neue« Haushrltmittel anzefor- vert werden würden. Die Ablehnung des Panzerkreuzers bestehe wohl in der Sozialdemokratischen Partei als auch bei den sozialdemokratischen Ministern nach wie vor weiter. Es werde alles versucht werden, bei den Abstimmungen über die Raten im Reichstag ein anderes Ergebnis herbeizuführcn. Bor allen Dingen, so erklärte Reichsminister Seoering, denke die Sozialdemokratie nicht daran, als Folge des Panzerkreuzerbeschlusses der Bürgerblockregierung des vergangenen Reichstages weitere Bauten auf sich zu nehmen, da sich dies« schon aus finanziellen Gründen von selbst verbieten würden. Seoering erklärte, oaß die Sozialdemokratie nicht daran gedacht habe, um des Panzerkreuzers willen aus der Regierung herauszugehen, sondern die einmal errungene Machtposition so lange als möglich festzuhalten gedenke, da andere und dringlichere Aufgaben als die Panzerkreuzerfrage, vor allem auf dem Gebiet der Sozialpolitik und der Verwaltung zu lösen seien. Gibt es rin anderes Land... ? London, 21. Aug. Der „Manchester Guardian" schreibt in einem Leitanfsatz über den deutschen Konflikt wegen des Kreuzers: Das kaiserliehe Deutschland war eine große Seemacht und seine prächtige Flotte mar überaus populär. Dem republikanischen Deutschland wird nur eine unbedeutende Flotte erlaubt und wenn seine Regierung versucht, sie auch nur in der von Versailles erlaubten Stärke zu erhalten, entrinnt sie kaum einer Falle. Gibt es irgend ein anderes Land, das die öffentliche Feindseligkeit gegen Rüstungen zur See so stärken würde? „Daily-Telegraph" zum panzerWjffbau London, 21 . Aug. Der Marinemitarbeiter des „Daily Telegraph" befaßt sich in einer langen Abhandlung mit dem Beschluß der deutschen Regierung, den ersten der neuen 10 000-Tonnen-Kreuzer auf Kiel zu legen. Während seines kurzlichen Besuches in Hamburg und Bremen in der vergangenen Woche habe er Gelegenheit gehabt, die Frage der deutschen Kriegsflotte mit führenden Vertretern des deutschen Handels und der Schiffahrt und einem Osfizier der deutschen Flotre zu erörtern. Alle hatten die Auffassung ,u= riickgewtesen, daß der Bau eines neuen sogenannten Flaggschiffes die Rückkehr zur Vorkriegspolitik der Flottenaggre- sivität öarstclle. Abgesehen von der großen und wachsende« Handelsmarine hätte Deutschland wichtige Interessen, seine heimischen Gewässer» zu schützen. Die Schleifung der Marineforts auf Grund des Versailler Vertrages habe die Stütze seiner ausreichenden Verteidigung beraubt. Im Baltikum bestehe keine direkte Landver- binoung mir Ostpreußen und im Falle der Gefahr könne diese Provinz nur von der See her verteidigt werden. Auf der anderen Seite sei Deutschland umgeben von ausländischen Staaten, die sehr beträchtliche Flottenrüstungen ausrecht erhielten. Da das Flottenkommando die Ansicht der britischen Admiralität bezüglich der Ueberlegenheit der schwer bestückten Großkampfschiffe teile, sei es genug, ein Geschwader solcher Schiffe zu bauen, die mit einer Wasserverdrängung von nur 10 000 Tonnen und der im Versailler Vertrag erlaubten Bestückung ohnehin gegenüber den altern und schwächsten Dreadnoughts anderer Flotten unter- leger^ seien. Tatsächlich stellten diese Schiffe nur Küstenmonitore dar. verwendbar i« Baltischen Meere «nd der Nordsee, aber ««brauchbar für de« Dienst anf hoher See. Nach einer technischen Abhandlung über den Wert der Schiffe kommt der Korrespondent zu dem Schluß, daß es am deutschen Volke liege, über den Wert der Kreuzer für Deutschland zu entscheiden. Für die britische öffentliche Meinung bestehe aber ket« Anlaß, sich durch ihren Bau irgendwie zu beunruhigen. Vierzig Millionen Mark Einnahmen durch die neue Angestelltenverfichernng. Berlin, 22. U«g. I», Zusammenhang mit der in der Presse aufgeworfenen Frage über die Gründe für die Erhöhung der Angestelltenverstcherung wird von zuständiger Stelle darauf htngewieseu, daß es sich dabei um eine schon längst spruchreife Angelegenheit handle. Die alte Regierung habe sich mit der Frage der Erhöhung nicht befassen könuen weil der Reichstag aufgelöst worden fei. Nach einem Bericht der Reichsversicherungsanstalt für die Angestellten hätten die Gehälter von nicht weniger als 8 % aller Angestellten die zulässige Höchstgrenze überschritten. Hinzu komme noch, daß zahlreiche Angestelttenverbänoe, darunter auch die führenden Verbände, die Erhöhung gcscr- dert hätten. Darauf'wurden 8400 Mark als Höchstgrenze vorgeschlagen. Das Reich erwartet aus der Erhöhung ekne Mehreinahme von insgesamt vierzig Millionen RM Im • übrigen haben sich auch die Arbeitgeber in positivem Sinne für die Erhöhung ausgesprochen. Der amerikanische Arbeitsminifier m Berlin Berlin, 22. Aug. Ter Arbeitsminisier der -Vereinigten Staaten, Davis, weilt gegenwärtig in Berlin. Am Dienstag vormittag machte er dem Reichskanzler Müller einen Besuch, nachmittags ist er. Gast der KarlSchnrz-Vereinigung. Kirche und Preffe. Oeffentlichr Kundgebung. Köln, 20. Aug. Anläßlich der ersten internationalen christlichen Pressekonferenz fand heute abend in der großen Messehalle auf der „Pressa" eine stark besuchte öffentliche Kundgebung mit dem Thema: „Apostolat der Presse" statt. Der Leiter der Kundgebung, Geheimrat Universitätsprofesfor O. Deißmann-Berlin hieß die Versammlung im Namen der internationalen christlichen Pressekommission der Stockholmer Weltkirchenkonferenz willkommen und erinnerte u. a. daran, daß bereits vor zwei Menschenaltern der geniale Scharfblick eines großen rheinischen Kirchenmannes, des Bischofs von Mainz Frhr. von Ketteler, den Ernst des Problems „Evangelium und Presse" erkannt habe, die sein bekanntes Wort zeige: „Wenn der Apostel Paulus heute auftrete würde er zunächst eine Zeitung gründen!" Der Hauptredner des Abends Erzbischof v. Dr. Söberblom "*"■ -*» aus Upsala, der Primas der schwedischen evangelischen Kirche, und bekannte Vorkämpfer und Führer der internationalen Einigungsbewegung der Kirchen nannte in feinen Ausführungen die Kirche den größten und bedeutendsten Nachrichtendienst der Welt. Sie wurde, führte er u. a. aus, gegründet, um eine Nachricht zu verbreiten eine „gute Nachricht", ein „Evangelium". Gott liebt den Menschen. Darum hat er Jesus Christus geliebt. Die Presse muß eine Erziehung zu dieser „guten Botschaft" haben, um ihre doppelte aber eng zusammenhängende Aufgabe als Spiegel und als Licht zu erfüllen. Sie soll ein Spieget der Geschichte der Geschehnisse, der Wirklichkeit sein. Da hat die Press« eine große Aufgabe, schon bei der Wahl des Stoffes das richtige zu treffen, sich also nicht den schlechten Gewohnheiten und Wünschen des Publikums anzupassen, sondern in edelstem Sinne eine Dienerin der Leser und der Menschheit zu sein, ohne nachteilig und daher unwirksam zu werden Die Vermittlung der Nachrichten darf sich nicht der Halbwahrheit schuldig machen. Das verbietet der Heilige Geist der Presse. Er heißt Wahrheitsliebe. Die Kränkung des Heiligen Geistes gehött zum Weltübel des. Krieges, das wir mit allen Kräften verhindern und vernichten müssen. Es ist daher eine gesegnete Sache eine Kulturaufgabe ersten Ranges, eine Pflicht der Humanität, schleichende erpressende.Gerüchte zu ersticken und die Menschheit zu beruhigen. Darf ich die Presse auffordern, in dieser Hinsicht mit der Kirche zusammen zu arbeiten? Fch meine, daß eine mit tragischem Ernst verbundene positive Weltauffassung hinter der Arbeit der Presse als Grundton liegen soll, um damit der Gottesherrschast in den Herzen uno in den Völkern, in der sozialen Frage und in allen menschlichen Verhältnissen zu dienen. Die G.D.A.-Tagung in Breslau. ZweiterTag. (Wahlen. — Bier Vorträge.) Zu Beginn der Samstag-Verhandlungen wurden zunächst eine Reihe von Ersatzwahlen für die durch Auslosung aus dem Bundesvorstand ausscheidenden Mitgliedern vor- genommen. Einstimmig wtedergewählt wurden die bisherigen Vostandsmitglieder Schneider, Thal, Reif und Meyer. Außerdem wurde Fräulein Hellersberg zum ordentlichen Vorstandsmitglied gewählt. Stark gefeiert wurde Reichstagsabgeordneter Schneider, der zum vierten Mal durch stürmischen Zuruf zum Bundesvorsteher gewählt wurde. Als erster Redner behandelte Vorstandsmitglied F r o m - holz, nachdem verschiedene besonders verdienstvolle Mitglieder geehrt waren, das Thema: „Die technischen Angestellten im sozialen Recht". Der Redner führte u. a. aus: Tie gesetzlichen Bestimmungen über die Stellung des Teck. 3 « wenigen m.'en ^ cv Arbeitsminister der Vereinigt n Staaten, Davis» weilt g genwärtig in Berlin. * Am Montag wurde die 5. Tagung der kommunistischen ^Internationale in Mvökau eröffnet. * In Potsdam ist der erste Todesfall der Typhusepidemie -u verzeichnen. » In der ostpreußischen Kreisstadt Wehlau sind in der letzten Zeit zahlreiche Personen an Typhus erkrankt. » In Breslau konnten mehrere langjährige Bahnveamte als Gepäckdiebe festgenommen werden. * Das vorläufige amtliche griechische Wahlergebnis ergibt- für die Anhänger VeniseloS 228, für die anderen Parteien nur 22 Sitze. m J Nr. 195. Jahrgang 1928. Der Lasdbole * Sinsheim« Jeiwsz. Mittwoch, den 22. August 1928. nikers sind sehr verworren. Wenn bas Reichsministerium ans dem Standpunkt steht, daß diele Mannigfaltigkeit den Vorzug habe, daß die verschiedenen Gesetze sich leichter den Berussersordernissen anpassen lagen, so stirymt dies nur bis zu einem gewissen Grade. Tie Berhältniffe drängen aber zur Schaffung eines allgemeinen Angestelltenrechts, in dem die vielen Ausnahmen, denen die Techniker unterworfen sind, nicht mehr zu finden sein dürfen. Ganz besonders verlangen die Techniker schnellste Regelung der Wettbewerbsabrede, die wir gänzlich abgeschafft sehen mochten. Regelung des Erfinderschutzes u^d Bel astung des geistigen Eigentums *giT ihrer eigenen Verfügung, Regelung einer angemessenen Abgangscntschädigung bei Betriebseinschränkungen und Kündigungen, weil erfahrungsgemäß die berufliche Umstellung des Technikers mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Außerdem fordern die Techniker des Bergbaues alsbaldigen Erlaß eines einheitlichen Rcichsberggcsetzes. Bunöesvorstandsmitglied, Fräulein Hellersberg, sprach über: „Die wirtschaftliche Notwendigkeit der Frauen- crwerbsarbeit". Bon der Entwicklung der Frauenberuss- arbeit ausgehend, kam Rednerin daraus zu sprechen, daß die wichtigste Ursache für die Frauenerwerbsarbeit in Deutschland der Frauenüberschuß ist, der in bstimmten Altersgruppen besonders groß ist. Tie Bedeutung dieses Ueberschusses mutz man klar erkennen. I» Bayern kommen »ach der Zählung von 1825 ans 1888 Männer 1888 Franc», dabei steht Bayern erst an vierter Stelle. In Baden fehlte vor dem Krieg für jede» 58. Mann die Fra«. Dort waren die Frauen also in der Minderheit? jetzt fehlt dagegen nach den ncnesten Statistiken des Reichsamtes in Baden für jede 18. Fra« der Mann. „Den fachlichen Aufbau des G.D.A." behandelte Alexander Vogel, der .ausführte, daß das besondere Merkmal, daS den fachlichen Aufbau des G.D.A. von dem anderer An- gcstelltenverbände unterscheidet und seinen inneren Wert er- hoht, die Erfassung der kaufmännischen, technischen und Büroangestellten männlichen und weiblichen Geschlechts im Rahmen der Einheitsgewerkschaft ist. „Die Bildungsarbeit des G.D.A." behandelte Bunbes- vorstandsmitglied Borchardt. Sie zerfällt in drei große Gruppen: Die berufliche oder Fachausbildung? Unterrichtung der Mitglieder über Volkswirtschaft. Sozialpolitik. Ge- wcrkschastspolitik und Staatsbürgerkunde: Abrundung der Allgemeinbildung, durch Einführung in die Kultur, Kunst und Wissenschaft. 3u Haldarres Tod. Wie bereits kurz gemeldet, ist Lord Richard Burdon tzaldane, der spätere Viscount Haldane of Eloan, im Aster von 72 Jahren gestorben. In Deutschland war der Verewigte kein Unbekannter; hauptsächlich in der Kriegs- und Nachkriegszeit tobte um ihn ein Wettstreit der Meinungen, ob seine bekannten fruchtlosen Berliner Unterhandlungen .mit Deutschland in den Dorkriegsjahren über gegenseitige Flottenbeschränkungen von dem ehrlichen Willen nach Verständigung geleitet waren, ooer ob ihn nur der Wunsch, Deutschland in eine Sackgasse zu bringen, nach Berlin geführt habe, denn er war als englischer Kricgsminister Schöpfer 0 er im An- fang des Krieges bewährten Doppelorganisation von Expeditions- und Territorialheer. Seiner geistigen Einstellung nach war er Anhänger deutscher Philosophie — oeshalb die Zweifel, ob er ein Doppelspiel getrieben — und vertrat öfters den Standpunkt: England bedürfe nach ihrer innersten Ucberzeugung, um nicht intellektuell zu verdorren, einer innigen geistigen Berührung mit Deutschland, einer fortdauernden Auffrischung durch Zuführung deutscher Kultur. Wenn er trotz dieser Einstellung den Krieg gegen Deutschf- land gebilligt und beschlossen hat, wenn er trotzdem einem Kampfe zugestimmt hat, der in der Absicht der Vernichtung des von ihm verehrten Volkes geführt wurde, so ist der Grund wohl darin zu suchen, daß der Verewigte trotz äußerer Deutschfreundlichkeit im Grunde ohne tieferes Verständnis für die Vorkriegszeit Deutschlands war. Nach oem Kriege trat der Verstorbene mit anderen Intellektuellen der Arbeiterpartei bei und gab im Kabinett Macdonald ein kurzes Gastspiel als Lordkanzler. Delbrück gegen Fach. Kannte Dmtsch'and im Jahre 1818 noch dm Krieg gewinnen? Vor einiger Zeit erschien in der „Neuen Freien Presse" in Wien ein Interview, das General Foch dem Pariser Korrespondenten dieses Blattes gewährte und bei dem er. die ihm oorgelegte Frage, ob Deutschland im Frühjahr 1918 noch hätte den Krieg gewinnen können, mit Fa beantwortete. Fn derselben Zeitung erscheint nun eine Erwiderung des bekannten Historikers Prof. Hans Delbrück. Im Gegensatz zu Fach ist Delbrück der Meinung, daß Deutschland nie einen solchen Sieg habe erreichen können, der ihm die Oberherrschaft in der Welt gegeben haben würde, denn die Polkszahl und die Wirtschaftskräfte der Gegner waren siebenmal so groß als die deutschen. Jedoch ist Delbrück oer Meinung, daß Deutschland einen Sieg der Behauptung hätte erringen können, wenn die Kriegsziele nicht falsch gesteckt gewesen wären, wenn Deutschland richtig geführt worden wäre. Interessanter ist die Kritik Delbrücks an der Strategie, die sich gegen den ursprünglichen Schlieffenschen Plan und ebenso gegen seine Abwandlung durch Möltke und Ludendorff richtet. Er weist dabei auf demnächst erscheinende Publikationen von Dr. Walter Elze über Tannenberg und Graf Schlicffcn hin,- daß die Idee, die französischen Armeen in einer großen Operation, zu umfassen und zu vernichten, als über die Kräfte Deutschlands gehend und daher undurchführbar sich erweist. Um so mehr habe eine Ueberspannung Vorgelegen, als kein strategisches Zusammenwirken mit Oesterreich vorgesehen gewesen lei. Der alte Moit- kesche Plan, Defensive im Westen, Offensive im Osten, sei der richtige gewesen. Delbrück glaubt in den Aeußerungen von Foch eine Rechtfertigung des ocutschen Einmarsches in Belgien zu erkennen, wobei er daran erinnert, daß der französische Genemlis- simus General Michel im Jahre 1911 den französischen Durchmarsch durch Belgien plante, verwegen aber von der Regierung verabschiedet wurde. Schließlich behandelt Delbrück das Thema: „Revolution und Fortsetzung des Krieges im Herbst 1918". Er bemerkt dazu, daß es ein großer Unterschied sei, ob die Franzosen das Rheinland mit den Waffen erobert oder vertragsmäßig in Besitz genommen haben. Gelangten die Franzosen im Kampfe bis an den Rhein und nahmen das linke Rheinufer in Besitz, so wäre es sehr schwer gewesen, ihnen das Land wieder zu entreißen. Bitte, entscheidet Euch! Ein ernstes Wort an Ehamberlain u,'d Baldwig. London, 20. Ang. Der „Dailn Herold" schreibt heute als amtliches Organ der Opposition, wenn Deutschlano in der Sep- temberiitzung des Bölkerbundsratcs die Frage der Rheinlandräumung aufrolle, biete sich Gelegenheit, ein schimpfliches Kapitel in der Geschichte nach Sem Kriege zu schließen. Tie Fortsetzung der Besetzung sei nicht nur rin Derbrechm gegen Deutsch'ard, sondern auch gegen den Frieden und die internationale Verständigung, Auf der britischen Regierung laste eine große Berantwortuag. Wenn sie fortfahre, Frankreich in dieser Sache zu unterstützen entweder aktiv oder onrch die Behauptung, das entscheidende Wort müsse bei Frankreich liegen, so mache sie sich eines Verbrechens schuldig. Die britische Regierung ist lange genug hin- und hergeschwankt und ihre Entscheidung, britische Truppen an den gemeinsamen Manövern im besetzten Gebiet teilnehmen zu lassen, sei höchst tadelnswert. In Genf müsse die britische Regierung ihr ganzes Gewicht ans die Seite der Deutschen werfen. Wenn sie das tue, mache sie ihr früheres Versagen und ihren Mangel an Mut zum Teil wieder gut und wenn die wilden Männer in Frankreich und England vor Wut schreien würde», so wäre sie oer Unterstützung der organisierten Arbeiter beider Länder sicher. „Bor kommende» Kriegen.- F. M. Kenworthy, das bekannte englische Unterhausmitglied, früher aktiver Seeoffizier, aus altem Adclsgeschlecht stammend, auf den ein Sitz im Oberhaus wartet, bis 1926 Liberaler feit dem Arbeiterparteiler, hat kürzlich ein Buch herausgegeben, das im Englischen den Titel führt „Wird die Zivilisation zusammenbrechen", und in der deutschen Uebersctzung (Verlag W. Braumüller, Wien) „Bor kommenden Kriegen" heißt. Der Verfasser, der auch den ehemaligen Kriegsgegnern gegenüber von erfreulicher Gerechtigkeit erfüllt ist, untersucht in seinem Werk, aus der Befürchtung heraus, England könne in einen Krieg verwickelt werden, der absolut gegen seine eigenen Interessen sei, alle Möglichkeiten, aus denen sich kriegerische Verwicklungen ergeben könnten, er bespricht weiter die militärische Durchführung aller heute möglichen Kriege und gelangt oabei zwangsläufig zu den beiden Hauptproblemen Englands: dem Verhältnis zu Rußland und Amerika. Man muß das sehr interessante und lesenswerte Buch, das letzten Endes zu dem Vorschlag der Aechtung des Krieges kommt (wovon übrigens H. G. Wells, der die Einleitung geschrieben hat nicht viel hält), werten als eins Art außenpolitischen Glaubensbekenntnisses englischer Linkskreise. Bon deutschem Standpunkte wird man gegen manche Behauptungen Einspruch erheben müssen, so u. a. dagegen, daß Deutschland rachsüchtig sei, daß die deutsche chemische Fndustrie und der deutsche Luftdienst die Grundlage bilden für eine andere Streitmacht, die sehr schnell ausgebaut werden könnte und daß Danzig vom Völkerbund gut verwaltet werde. Diese Dinge wiegen aber nicht schwer gegenüber den Argumenten, die Kennworthy zugunsten Deutschlands in die Wagschale wirft: Revision des Frieoensverirages, Lüge von der Alleinschuld, Korridor, Oberschlesien, Anschluß, Entschädigungen, Kolonialmandate. Als nüchterner Beurteiler der heutigen politischen Lage kommt er zu der Ucberzeugung, daß die Welt zwangsläufig in neue Kriege hineintreibt, wenn nicht alle Voraussetzungen kom , mender Kriege in der Wurzel ausgerottet werden. Sehr scharfe Worte findet er dabei gegen die englischen Rüstungspoljtiber, das schärfste gegen Sir Austen Ehamberlain, den er den altmodischsten aller englischen Politiker nennt. Der größte Teil des Buches ist dem Verhältnis Englands zu Amerika gewidmet. Der Verfasser befürchtet, daß es zwischen den beiden Mächten zum Kriege kommen könnte, und entwirft ein sehr interessantes Bild über den möglichen Verlauf eines solchen Krieges. Typisch für die englische Anschauung ist in diesem Zusammenhang« seine Aeußcrung, daß England aus die Blockade, „seine Lieblingswaffe", me verzichten wird, solange der Krieg gesetzliche Einrichtung bleibt. Meder ein Ozeanflog MW? Das Schicksal der Flieger Hassel «nd Cramer noch Ungewiß. London, 2i. Ang. (Funkspruch.) Nach Meldungen aus Newyork fehlt von den Fliegern Hassel und Cramer jetzt seit 36 Stunden jede Nachricht. Die Befürchtung wächst, daß sie verunglückt sind. Allerdings besteht noch immer die Möglichkeit einer Notlandung, die jedoch, da der Flug über sehr dünn bevölkerte Gebiete führte, mit großen Gefahren verbunden ist. Tie Wetterbedingungen werden als sehr ^günstig bezeichnet. Nach Ansicht der Sachverständigen siebt fest, daß nur Motorschaden die Flieger in eine sehr gcfähr. liche Lage gebracht haben kann. Der dänische Forsche? Bangsted. der auf Grönland die Vorbereitungen für die An. kunft der beiden Flieger getroffen hat, erhielt am Montag, die Nachricht, daß die Radioanla^e auf dem Landungsplatz nicht in Ordnung sei. Der Forscher glaubt hierin eine Erklärung für das Fehlen jeder Nachricht von den beiden Fliegern zu erblicken. Auf der Suche Paris, 22. August. Wie die Pariser Mittagsblätter melden. senden die vorgeschobenen Funkstationen Mittel- und Nordamerikas auf kurzen und langen Wellen Botschaften an die vermißten Ozeanflieger Hassel und Cramer. falls sitz in den nördlichen Eisgebieten gelandet sein sollten. DaA Küstenschiff „Marion", das sich zuletzt in Siöney in Labra^ dor befand, erhielt Weisung, nach den Greater Rockford zu dampfen. Die Regierung der Bereinigten Staaten ersucht^ die Regierung von Ottawa und St. Johns auf Neufund') /and, sich an den Nachforschungen nach den Fliegern zu be- 'teiliaen. Sine englische ZorschungSerpediilon ausgerieben Berlin, 22. Aug. Wie die „Daz" aus London meldet, ist von der englischen Hilfsexpedition, die anfangs dieses Jahres nach Brasilien ausgesanbt worden ist, um die seit dem Jahre 1925 vermißte Expedition des Obersten Fawcelt auf- zusinden, aus dem Innern Brasiliens eine drahtlose Meldung einqelanfen, daß die Fawceltexpedition befindlichen indianischen Stämmen zum Opfer gefallen ist und daß auch die Lage der Hiftsexpeditivn kritisch ist. In der drahtlosen Meldung heißt es, daß diese Meldung die letzte sei, da wegen der wachsenden Schwierigkeiten die Funkstation zurückgclas- sen werden müsse. Die Hilssexpedition hofft, im Oktober Para zu erreichen. Die Fawceltexpedition ist ausgesandt worden, um im Westen Brasiliens eine vorgeschichtliche Stadt anfzufinden, womit der Beweis erbracht werden sollte, baß Südamerika und nicht das Euphrattal die Wiege der Zivili- salion sei. Die Wahlen in Griechenland 228 Sitze Mr Beniselos. — Das vorläufige amtliche Wahlergebnis. London» 22. August. Nach Meldungen aus Athen haben nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis die Anhänger Be- niselos 228, die übrigen Parteien 22 Sitze im griechischen Parlament erhalten. der pelroleumskcmdal ln »umäuien Bukarest, 21. Aug. Tie Bukarester Gerichte haben den Haftbefehl gegen Ue Persönlichkeiten, die in dem Pctrvleum- skandai verwickelt sind, bestätigt. Unter den Verteidigern befinden sich namhafte Persönlichkeiten der NeaicriinaSvar- rer sowie Vizepräsidenten oer Kammer und oes Senats. Verschiedene Abgeordnete haben sich zu einem Block zusammengeschloffen, der die Jntereffen der liberalen Abgeordneten gegenüber dem Justizmintster Popescu mahrnehmen soll. Dieser Block will auch den Verkehrsminister Dimitriu auf- fordern, seinen Rücktritt zu geben, weil dessen Bruder ebenfalls in die Angelegenheit verwickelt und verhaftet werden mußte. * Oi ausMMWS spätes GAm ROMAN vo* J.SCHNEIDER-FOERSTL cono verschwand bald darauf zwischen den Weiden, die den Fluß streckenweise umsäumten. Sie setzte sich auf einen der großen Steine, die wie ein Wall aufgeschichtet lagen. Die Hände im Schoß, sah fie nach den Arbeitern hinüber. Sie hörte Ferdl's Stimme und das Lachen seines jungen Weibes. Auch noch einmal so herzlich lachen können, wie die Zenzl! Aber das würde nie wieder sein! Es würde immer so bleiben, wie es war. So trostlos! So ohne alles Hoffen! Und das Leben war noch so lang und es gab nichts, das ihr darüber hinweghalf. Quer über die Wiesen kam Simmens fünfjähriger Junge gelaufen. Aus dem seinerzeit so blassen, schmächtigen Knaben war ein rotbackiges, gesundes Kind geworden, dem die Milch des Gutshofes vortrefflich anschlug. Das zeigten d,e dicken Bäckchen. ^versuchte mit seinem Taschentuch einen Zitronenfalter einzufanMt- j?lf er Lona Petersen gewahrte, lies er auf sie zu Md gab ihr das freie linke Händchem „Ich kann ihn nicht kriegen!" klagte er ihr. «Er ist immer wieder weg, wenn ich hinkommel" „Laß' ihn fliegen!" sagte sie freundlich. „Sieh, er lebt nur einen ganz kurzen Sommer und möchte doch auch so gerne in der Sonne gaukeln, wie du!" Sie hatte ihn auf ihren Schoß genommen und drückte ihn an sich. Sie fühlte die Wärme seines Körperchens durch ihr Batistkleid und spürte an der Hand, mit der sie ihn hielt, den gleichmäßigen Schlag seines Herzens. — Die junge,Frau im Doktorhause, die würde nun auch bald etwas so süßes. Warmes an sich drücken können und es ihr eigen nennen und war doch kaum ein halbes Jahr älter als sie. Der Junge strebte von ihrem Schoß herunter, lief etwas weiter den Fluß hinauf und kam bald darauf mit einem Büschel Blumen wieder zurück. „Fräulein Petersen, können Sie auszählen?" fragte er und zog eine Sternblume heraus. „Was soll ich denn auszählen, mein Dickerchen?" „Hans, heiße ich," sagte er gekränkt. „Also Hans, was soll ich auszählen?" „Ob Mutter mich lieb hat!" Er kletterte wieder auf ihren Schoß und horchte — Augen und Mäulchen offen — wie sie die einzelnen Blättchen von der Wucherblume riß. „Sie liebt mich von Herzen — mit Schmerzen — über alle Maßen, kann's gar nicht fassen .... ein wenig," sagte das letzte Blättchen. „Nur ein wenig," sprach er betrübt. „Das werde ich aber meiner Mutter sagen!" „Nun zähle ich, Hansel! — Vielleicht habe ich mehr Glück, als du!" „Für wen zählen Sie denn aus, Fräulein Petersen?" frug er kindlich naiv. Es war nur ein Kind, das fragte, aber es trieb ihr doch das Blut in die Wangen. „Auch für Mutter?" forschte er hartnäckig. „Nein, mein Dickerchen, — ich habe ja keine mehr!" Ihre Augen wurden feucht. Verlegen wischte sie sich eine Träne von den Wangen. — Erschrocken sah das Kind sie an. Da begann sie schon auszuzählen. „Er ljebt mich .... Gar nicht!" hieß der Schluß. Sie schluchzte haltlos auf. Obwohl sie sich sofort wieder beherrschte. Das Kind hatte es doch gehört. „Für wen haben Sie denn ausgezählt?" fragte er. Es klang Mitleid aus seiner Stimme. „Für jemand, den ich so lieb habe, wie du dein Mutter^ chen!" sprach sie leise. „Aber sieh, ich bin noch viel ärmer, wie du — er liebt mich gar nicht!" Der Junge ließ sich zu Boden gleiten und lief eilig di» Wiese hinauf. „war nicht!' sagte sie klanglos und sah mit abwesenden Augen nach den Wiesen und blickte dann nach dem Wellenspiel im Flusse. — Dann schrie sie cm! — Hansels Körperchen trieb in der Mitte desselben. — Der Fluß hatte hier eine außerordentliche Strömung, da das Wehr schon sehr nahe war. Ohne Besinnen, sprang sie hinein. In wenigen Augen- blicken kam das Kind auf sie zugetrieben. Sie schwamm darauf hin, faßte es am Äermchen und riß es an sich. Mit beiden Händen klammerte kick der Kleine an ibren Leib. „nicht so fest fasten, Dickerchen," mahnte sie, „sonst müssen wir beide ertrinken!" Aber sein Griff lockerte sich nicht. Das enge Mieder, die hohen, weißen Stiefel und das geraffte Kleid waren ihr ungemein hinderlich. Sie wurde immer mehr in die Mitte hineingetrieben, denn sie hatte nur einen Arm frei, da sie es nicht wagte, das Kind loszulassen, obwohl es sich in seiner Angst immer fester an sie klammerte. Die Mutter Hansels war plötzlich auf fein Fehlen aufmerksam geworden. Sie schrie auf und eilte dem Flusse zu, mit sicherem Instinkte ahnend, daß ihr Kind dort verunglückt sei. Ihr nach liefen die Uebrigen. Sie sah Lona petersen und wie diese mit der Strömung rang. Ein gellen- ler Schrei löste sich aus ihrem Munde! Helbing hörte ihn iis in die Laube. Er bog sich etwas vor, sah die vielen Menschen am Ufer und ahnte sofort, daß es sich um ein Unglück handle. „Herr Pfarrer, ich glaube, es ist etwas passiert! Mit diesen Worten schwang er sich über die Brüstung und sprang in langen Sätzen den Fluß hinauf. ^ „ „ , . m „Sie ertrinken beide! — Mein Kind und Fraulem Peter- sen!" schrie Simmens Frau und warf sich am Ufer auf die Knie, als man sie hinderte, in den Fluß zu springen, da sie so wenig, wie die anderen des Schwimmens kundig war. Helbing sah Lonas blondes Haar und daß sie das Kind im Arme hielt. Er warf den Rock ab. Im nächsten Augenblick teilten feine Arme mit aller Kraft die Wellen nach beiden Seiten. Es waren nur wenige Minuten, aber es dünkte ihm eine Ewigkeit, bis er in ihre Nähe kam. „Mut, Fräulein Petersen! Mut! nef er ihr zu. Nun war er an chrer Seite. . ^ „Nehmen Sie mir das Kind ab! bat sie. das Gesicht über Wasser haltend. Aber der Kleine ließ sie nicht los. „Komm, zu mir, mein Junge!" sagte Helbing befehlend. „Sonst mußt du sterben!" Nun ließ er sich von ihm fasten. „Bringen Sie ihn in Sicherheit!" sfieß Lona hervor. „Es ist Simmens einziges Kind!" Sie fühlte, wie ihre Kräfte schwanden. Das enge Mieder lag, wie ein Panzer an ihrem Leib. „Halten Sie sich an meinem Gürtel!" sprach er, heißer vor Erreguna. . . ... . . . —wywoKi W ii rim wii »n i wwwihw» —" ■■■ i j . Nr. 195. Jahrgang 1928. Königreich Albanien? Tirana, 21. Aug. Wie halbamtlich mitgeteilt wird, fand am Montag vormittag eine große Volksversammlung der Einwohnerschaft statt, in der beschlossen wurde, in Albanien die Monarchie einzusühren und die Krone dem Präsidenten Achmed Zogu in Anerkennung seiner Verdienste um das Vaterland anzubicten. Tem Beispiel der Hauptstadt ist ganz Albanien gefolgt. Auch in anderen Städten fanden gleiche Kundgebungen statt. Kleine Nachrichten Max von Schillings Leiter des Filmmnsikstudiums Berlin, 22. Aug. Die küstlerische Leitung des von der Genoffenschaft deutscher Tonsetzer eingerichteten Fiimmusik- studiums hat — wie die Genoffenschaft deutscher Tonsetzer nunmehr offiziell bekanntgibt. Profeflor Dr. Max von Schillings übernommen. Kemmerich will noch einmal die Strecke Pillau-Zoppot mit Beglcitboot schwimme«. Danzig, 22. Aug. Wie der Schwimmer Otto Kemmerich dem Vertreter der Telegraphen-Union mitteilt, beabffchtigt er nach seinem Schwimmen in den Bädern Borkunx, Norderney und Westerland Ende August noch einmal die Strecke Pillau—Zoppau mit Begleitboot zu durchschwimmen. Kemmerich hat sich aus diesem Grunde an die Badeverwaltung Zoppot mit der Bitte gewandt, ihm ein Motorboot zur Verfügung zu stellen, in dem acht bis zehn einwandfreie Sportzeugen. darunter auch Pressevertreter Platz finden können. Er will um 3 Uhr morgens in Pillau starten und bei einigermaßen günstiger Witterung Zoppot spätestens in 36 Stunden erreichen. I« 18 Stunden von Los Angeles «ach Newyork. Rewyork, 20. Aug. (Funkspruch.) Dem Flieger Arthur Göbel gelang es, die Strecke Los Angeles—Courtissield in ununterbrochenem Fluge in 19 Stunden zwei Minuten zu bewältigen. Der Dank der Großherzogin Hilda. Zn einer Danksagung, die in der Karlsruher Presse vom Hofmarschallamt veröffentlicht wird, spricht Großherzogin Hilda der gesamten Bevölkerung des Landes, vor allem auch der Badischen Regierung, den kirchlichen und städtischen Behörden sowie den Vereinen, den Dank für die herzliche Anteilnahme beim Tode des verstorbenen Großherzogs aus. Großherzogin Hilda dankt auch allen, welche ihrem verstorbenen Gemahl auf der Fahrt durch sein geliebtes Badnerland die letzte Ehre erwiesen haben. Diese herzliche Anteilnahme sei ihr Trost in der schweren Zeit der Trauer. Eine Besichtignngsreise -es Generaldirektors der Deutsche« . Reichsbahn, Dr. Dorpmüller. Billinge«, 22. Aug. Am Montag nachmittag hat der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Tr. Torpmüller nach etwa Jahresfrist badischen Gebietsteilen wieder einen Besuch abgestattet. Soviel bekannt geworden ist. betraf die Fahrt das Gebiet der Schwarzwaldbahn, deren engerer Bereich zwischen Villingen und Hausach zwischen vier und sechs Uhr durchfahren wurde. Die Fahrt hat, wie die badische Presse" meldet, die Besichtigung der Bahnstrecke zum Ziel, um uch über den betrieblichen Stand und die Sicherheit zu informieren. Auf der Schwarzwaldbahn werde» bekanntlich seit etwa drei Jahren Prüfungsarbeiten und Ausbesserungen in den Tunnels, Ersetzung der Brücken durch stärkere, Umbau des Oberbaues usw. vorgenommen. Aufenthalt hat Dr. Torpmüller, der im Sonderzug fuhr und von Konstanz kam, im engeren Bereich der Gebirqsttrecke nicht genommen. Man kann nur wünschen, daß Dr. Torpmüller ffch über die teilweise unzulänglichen und veralteten Bahnhofsanlagen. es sei nur an Trißerg mit seinem starken Fremdenverkehr und seinem zweitstärksten Langholzumschlag im Schwarzwalö und an Hornberg erinnert, deren Bahnhöfe heute noch wie vor 58 Jahren bei der Bahneröffnung stehen und über die just vor der Forderung nach höheren Tarifen eingestellten Arbeiten (Ausgenommen Sommerautunnel) genügend unterrichtet hat und die Bemühungen der Interessenten entsprechend würdigt. Landwirte stürzt eure Getreidestoppeln und sorgt für Herbste und Friihjahrsfntter. scst. Die Getreideernte ist beendet und dank des langersehnten Regens vergangener Woche kann mit dem Stoppelstürzen, sowie Einsaat von Herbst- und Frühjahrsfutter begonnen werden. Die große Hitze und lang anhaltende Trockenheit hat Futtermangel hervorgerufen. Der zweite Schnitt der Wiese ist s ehr gering, ganze Rotkleebestände sind fast vollständig ausgebrannt. Jede andere Arbeit sollte jetzt, wo es auch nur einigermaßen möglich ist, mit Rücksicht auf die Notwendigkeit des Stoppelstürzens zurückgestellt werden. Das flache Schälen der Stoppeln sichert die beste Unkrautbekämpfung »jtb führt den erwünschten garen Zustand des Bodens herbei. Bei der feuchtwarmen Witterung kommen die Unkrautsamen schnell zur Keimung und können später durch die Egge vernichtet werden. Auch hält der geschälte Acker die Bodenfeuchtigkeit besser und trägt somit wesentlich zur Regelung des Wasserhaushalts bei. Als Einsaat für Herbstfutter kommt in Frage. Wicksuttergemenge, Stoppelrüben und Senf. Da. es jedoch schon etwas zu spät ist, ist es notwendig, oen Stoppelsaaten leicht lösliche und schnell wirkende Dünger in Form von 40 Proz. Kalisalz, Superphosphat und Salpeter zur Förderung des Wachstrmis mit auf den Weg zu geben. Als Frühjahrsfutter anstelle des oielsach ausgebrannten Rotklees sät man Zottelwicken im Gemenge mit Wintererbsen und Roggen an. Fe Hektar ungefähr 90 Kilogramm Zottelwicken, 40 Kilogr. Winterrrbsen und 20 Kstogr. Roggen. Auch die Aussaat von Inkarnatklee 30 Kilogr. je Hektar hat sich schon gut bewährt.' Die reine Aussaat von Rotklee ist infolge der schon vorgeschrittenen Jahreszeit etwas unsicher, kann jedoch bei günstiger Hcrbstwitterung noch erfolgreich sein. Sofern die Witterung im Herbst noch günstig ist, kann durch sofortige Aussaat von Herbst- und etwas später auch Frühjahrsfutter dem. Futtermangel gesteuert werden. Die Gefahr ist dann sticht mehr' so groß, die vorhandenen Tiere nicht durchhalten zu können und sie zu niedrigen Preisen verkaufen zu müssen. Aus Rah und Fern. 'W Sinsheim, 21. Aug. (Wieder Postkarten zu 5 Pfg. für den Ortsverkehr.) Postkarten zu 5 Pfg. für den Ortsverkehr fehlen jetzt. Eie sollen künftig wieder hcrgestellt werden. Wo sich ein Bedürfnis dafür gezeigt hat, werden sie an den Schalterstellen zum Verkauf bereit gehalten. Die Wiederherstellung von Orts- postkarten mit Antwort hält die Reichspost nicht für nötig. * Sinsheim, 21. Aug. (Für Fingerquetschung beim Zuschlägen der Wagentür besteht Keine Haftung oer Reichsbahn). In einem rechtskräftig gewordenen Urteil des Landgerichts Erfurt heißt es, daß den Fahrgast, der, obwohl er mit dem Schließen der Tür jederzeit rechnen muß, unter Außerachtlassung jeder Sorgfalt die Hand in die Türspalte legt, in jedem Falle eigenes Derschul- den trifft. Der Lanbdote * Sinsheim» 3eiorag. * Sinsheim, 21. Aug. (Studienfahrt nach Paris und zu den Schlachtfeldern.) Die Schiller-Akademie veranstaltet, auf Grund der guten Erfahrungen mit ihrer ersten Reise, vom 16. bis 23. September eine zweite Studienfahrt nach Paris mit fünftägigem Aufenthalt, der eine Besichtigung der bedeutendsten Kunstschätze und Sehenswürdigkeiten, des Straßenlebens und all dessen vorsieht. was den Zauber von Paris und feiner Jahrhunderte alten Tradition als Weltstadt ausmacht. Anschließend findet ein Ausflug nach Versailles, nach Reims und zu den Schlachtfeldern statt. Diese Fahrt führt mit dem Auto über etwa 280 Kilometer ehemaliges Kriegsgebiet, zu den Champagne-Schlachtfeldern, zur Höhe 108, zur tzindenburglinie, zum Chemin des dames u. a. m. Prospekt zu dieser ebenso interessanten als billigen, allseits unterstützten Fahrt gegen 15 Pfg. Porto durch die Verwaltung der Schiller-Akaoemie, München-Grünwald. * Sinsheim, 21. Aug. (Zwei Fahrten umsonst.) Seit etwa einem Fahr gibt die Reichsbahn in Stuttgart und anderen großen Städten, wie München und Breslau, Fahrscheinhefte mit acht Fahrscheinen bei einer Preisermäßigung von 25 Prozent aus, d. h. also, sie gibt zwei Fahrten umsonst. Die Erfahrungen, die man bis jetzt damit gemacht hat, sind, wie man hört, günstig. Die Scheine sind einen Monat lang gültig für beide Fahrtrichtungen. Durch die Einführung dieser Hefte will man den sogenannten Siedlungsverkehr erleichtern, d. h. den Verkehr zwischen Wohnvor- orten und der Arbeitsstätte in der Großstadt. Zur Zeit werden Entfernungen bis zu 50 Kilometer erfaßt. Vorläufig sind es nur die vier Städte Stuttgart, München, Bremen, Breslau, wo diese Einrichtung besteht. Es ist aber anzunehmen, da das Ergebnis befriedigend ist, daß bald auch andere Städte folgen. * Sinsheim, 21. Aug. (Kostenlose Auskunft über Eisenbahntarife.) Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft hat zur Beratung des verkehrstreibenden Publikums in der Reichsbahn-Auskunftei für Güterverkehr, Berlin SW. 11, Askanischer Platz 5. eine zentrale Auskunstsstelle geschaffen, die in der Lage ist, über alle Angelegenheiten der Güter-, Tier- und Expreßguttarife im Fn- und Auslandsoerkehr zuverlässige Auskunft zu geben. Alle Anfragen werden völlig kostenlos in kürzester Frist beantwortet. Wir können daher unseren Lesern, die sich über die günstigsten Beförderungsmöglichkeiten, über die Höhe der Frachten und Nebengebühren sowie über die im Eisenbahnverkehr zu beachtenden Tarif- vestimmungen unterricht,en wollen, nur empfehlen von dieser Einrichtung Gebrauch zu machen. Die Reichsbahn-Auskunftei für Güterverkehr hat auch sämtliche Eisenbahntarife, an denen die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft beteiligt ist, zum Verkauf vorrätig. 2i Steinsfurt, 21. Aug. (Todesfall.) Am Samstag nachmittag wurde hier der weit über den Amtsbezirk hinaus durch seinen schönen Obstgarten in Obstzüchter- und Händlerkreiscn bekannt gewesene Philipp Zoller unter starker Teilnahme der Mitbewohner zu Grabe getragen. Er war allgemein beliebt und geehrt im Ort. Ein Schlaganfall !m Februar ds. Fs. hat den noch rüstig gewesenen 74-jährigen Mann auf der einen Seite und im Rücken gelähmt, daß er seit einem halben Jahr ans Bett gefesselt war. Der Tod war für den im Leiden Geduldigen die ersehnte Erlösung. & Grombach, 21. Aug. (Erntebericht.) Die gesamte Getreideernte ist. dieses Fahr ohne llnterbrechung rasch und in bestem Zustande unter Dach und Fach gebracht worden. Auch die Hafer- äckcr sind schon bereits abgeerntet. Seit' mehreren Jahren war es wieder das erste Mal, daß die Landwirtschaft unter so günstigen Voraussetzungen das Erntegeschäft erledigen konnte. Der Ertrag der Früchte ist nach Menge und Güte recht zufriedenstellend. Besonders ergiebig ist dieses Jahr auch der Strohertrag. Die lang anhaltende Trockenheit gestattet es aber jetzt nach Aberntung der Aecker nicht, das zur Erhaltung der Bodengare so nötige Schälen der Fruchtäcker durchzuführen. Auch im Hinblick auf die übrigen Feldsrüchte wäre ein Umschlag des Wetters sehr notwendig. 0 Rappenau, 21. Aug. (Das Kurhaus Rappenau) wurde Ende Juli neu eröffnet und war schon nach wenigen Tagen voll besetzt. Das Kurhaus soll auch im Winter geöffnet bleiben. Vom 1. Oktober an wird der Pensionspreis bedeutend ermäßigt. Mit einem der Badeärzte ist auch eine Vereinbarung getroffen, wodurch den Gästen des Hauses Gelegenheit geboten ist, gegen mäßiges Entgelt während der Kurdauer ärztliche Beratung zu genießen. k Eppingen, 21. Aug. (Gautag.) Dem K. K. Schützenverein Eppingen wurde bei der am Sonntag in Adelshofen stattgehabten Gautagung das Ausscheidungsschießen der Landesmeisterschaften für den Bau übertragen und wurde hierfür der 23. September sestgelegt. Gleichzeitig veranstaltet der Verein ein Preisschießen,, an welchem sich auch Nichtmitglieder beteiligen können. » Waibstadt, 21. Aug. (Patrozinium.) Das Patroziniumsfest der hiesigen katholischen Gemeinde wurde unter reger Anteilnahme der Bevölkerung gefeiert. Bei der kirchlichen Feier mit levitiertem Hochamt am Bormittag hielt.Prof. Hochherr die Festrede. Nachmittags wurde eine weltliche Feier abgehalten, in der wiederum Prof. Hochherr-Freiburg den Hauptvortrag übernommen hatte. Darbietungen der Fungfrauenkon- gregation und des Kirchenchors „Cacilia" erhöhten den Reiz der Familienunterhaltung. § Reidenstem, 21. Aug. (Ausflug.) Der Gesangverein „Konkordia" machte gestern einen Ausflug nach Mannheim. Am Vormittag machte man eine Hafenrundfahrt uno besichtigte dann das echloßmuseum. Der Nachmittag war mit einem gemütlichen Beisammensein des befreundeten Gesangvereins „Sängerrunde" ausgefüllt. = Mannheim, 21. Aug. (Gaunertrick mit dem Fahrrad.) Am Samstag erschien bei einem Geschäftsmann in Landau ein angeblicher Schneider aus Edenkoben. um eine Kücheneinrichtung zu kaufen. Der Käufer bemerkte, er würde oas Geld in zwei Stunden mit einem Fahrrao. das er dem Kaufmann mit dem Benierken gab, er hätte noch etwas in Landau gekauft und nicht genügend Geld bei sich. Er brauche 50 Mk. Der Kaufmann übergab ihm diese cumme, Hie der angebliche Schneider bis 7 llhr abends zurückzahlen wollte, was jedoch nicht geschah. Auf der Polizeiwache ttfuhr der Kaufmann, daß das bei ihm deponierte Fahrrad am Nachmittag einem Schutzmann gestohlen worden war. Bei einem zweiten Geschäftsmann hat derselbe Mann auch ein Fahrrao abgegeben und erhielt dafür 24 Mark Darlehen, ohne das Geld zu- ruckzuzahlen. Der Schwindler ist etwa 24 Jahre alt und trägt einen h eilen Anzug. Bor ihm sei gewarnt. Ludwigshafen, 21. Aug. (In oen Schacht gestürzt.) Ein 73 Fahre alter Wächter von hier stürzt« am Freitag abend in einem zur Aufnahme des Kanals gegrabenen Schacht und wurde, als man ihn zu Hause vermißte, von seinen Angehörigen im Kanalschacht tot aufgefunden. Der Verunglückte war am Abend in den in der Nähe seiner Wohnung gelegenen Garten gegangen und muß dann jedenfalls auf dem Rückwege in den Schacht gestürzt sein. = Villingen, 19. August. (Dje heulende Lokomotive.) Ein nicht alltäglicher Unfall begegnete gestern abend einer Lokomotive bei der Durchfahrt durch den Sommcrautunnel. Da in demselben gearbeitet wird, schehit sie Maschine irgendwo gestreift zu sein, so daß sich die Dampfpfeife in Bewegung setzte und laut aufheulte. Und sie war auch nicht mehr zum Verstummen zu bringen. Heulend legte sie die ganze Strecke bis Villingen zurück, wie wenn sie ihrem Schmerz hätte Ausdruck geben wollen. Zu allem Pech hatte sie bei der Station Villingen keine freie Einfahrt und etwa eine Mittwoch, den 22. August 1928. Viertelstunde stand sie draußen und heulte immer weiter. Die Villinger Einwohnerschaft wurde durch das ungewohnte Pfeifen unruhig und glaubte, es sei «in Unglück geschehen. Große Scharen strömten zum Bahnhof. Als man die Ursache der Ruhestörung erfuhr, trat schallende Heiterkeit an die Stelle der Besorgnis. Dem Uebel war dann im Bahnhof bald abgeholfen. Mannheim, 22. Aug. (Beim Fenerlöschen veunglückt. — Ein Kind überfahren.) Beim Versuch,, den in einer Klärast» läge entstandenen Brand in Rheinau zu löschen, erlitt gestern nachmittag ein 24 Jahre alter Taglöhner aus Hockenheim an der linken Körperseite und am rechten Arm Brandwunden. — Auf der Straße zwischen H und I 7 wurde gestern ein 4% Jahre alter Knabe von einem Radfahrer an- gefahren und zu Boden geworfen. Das Kind wurde am Oberschenkel verletzt. ** Mannheim, 22. August. (Steinwurf mit Todesfolge.) Auf dem Sportplatz des Arbeiter-Turn- und Sportvereins Feudenheim, wo seit den Ferien 200 Kinder tagsüber untergebracht sind, ereignete sich beim Spielen ein tödlicher Unfall. Der 15 Jahre alte Josef Vierling warf einen faustgroßen Kieselstein über die Umzäumung mitten in eine Gruppe Kinder und traf dabei einen 9 Jahre alten Schüler so unglücklich am Hinterkopf, daß der Junge zusammenvrach und nach kurzer Zeit verstarb. Eine Kindergärtnerin ver-' folgte den Uebeltäter bis in die Wohnung. Sie wurde von) dem Bengel und seinen Begleitern mit einem Steinhagel! empfangen und gleichfalls verletzt. Trotzdem erzwang sie seine Festnahme. ** Ludwigshafen, 22. August. (Ein Betrügerpaar festgenommen.) In Ulm gelang es jetzt, das Betrügerpaar festzunehmen, das auch Ende Juli hier Betrügereien verübte. Die Frau kaufte meistens in einem Geschäft irgend einen geringfügigen Gegenstand, den sie mit einem 20-Markschein bezahlte. Nach Erhalt des Wechselgeldes tauschte sie den erhaltenen Zehnmarkschein mit einem zu diesem Zweck bereitgehaltenen Fünfmarkschein um und reklamierte dann die angeblich zu wenig erhaltenen 5 Mark, die sie auch meistens erhielt. Ihr Mithelfer stand während der Zeit vor den Geschäften Schmiere. ** Heidelberg, 22, Aug. (Erwischt.) Hier wurden zwei aus der Erziehungsanstalt Schwarzenhof entwichene Für- svrgezöglinge aufgegriffrn und wieder in die Anstalt zurückgebracht. Malsch, bei Ettlingen, 22. Aug. (Unfall) Beim Futtermähen lief der 10jährige Sohn des Landwirts Friedrich Hem- berger seinem Onkel in die Sense und wurde dadurch schwer verletzt. Er mußte in die Klinik nach Heidelberg verbracht werden, wo sofort eine Operation vorgenommen werbe» mußte. ** Renchen, 22. Aug. (Verhängnisvolles Böllerschießen.) Bei der Fahnenweihe des Kriegervereins kam es am Sonntag zu einem schweren Unfall. Beim Völlerschießen wurde dem Totengräber Stefan Dörflinger die eine Hand abge- riffen und außerdem lief ihm ein Auge aus. Schwere Verletzungen erlitt er auch an der Schulter, so daß er in bedenklichem Zustande vom Platze getragen wurde. ** Freibnrg, 22. Aug. (Im Streike erschossen.) Am Montag abend wurde der Mühlenbesitzcr Künze in Waltershof am Tuniberg von seinen beiden erwachsenen Stiefsöhnen mit Revolvern erschaffen. Die Täter wurden verhaftet und in das Freiburger Amtsgefängnis eingeliefert. Dem Drama war ein Wortwechsel vorausgegangen, dessen Ursache di* unaufhörlichen Streitigkeiten zwischen dem erst 28jährig«n Künze und seinen Stiefsöhnen bildete. Künze war der zweite Mann der Mühlenbesitzerin. ** Triberg, 22. Aug. (Vom Auto schwer verletzt.) Am Montag vormittag wurde der 9jährige Sohn Erich des Direktors Hirth auf der Hauptstraße von einem Privatauto erfaßt und überfahren. Der Junge kam so unglücklich unter den Wagen, daß er schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Säckinge«, den 22. Aug. (Leichenländung) Der am 16. August an der hiesigen Rheinbrücke ertrunkene 16 Jahre alte Schüler Frieöolin Rohrer aus Eichen konnte nun bei Schwörstaöt von einem Berufsfischer ans dem Rhein gezogen werden. ** Riedertegernau (bei Schopfheim), 22. Aug. (Tödlicher Unfall.) Der 27 Jahre alte Landwirt Albert Bauer war mit feinem Bruder mit der Abfuhr von Stammholz beschäftigt. Beim Ziehen der Bremse wurde Albert Bauer vom linken Vorderrad erfaßt und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. ** Eberstal bei Künzelsau, 22. Aug. (Von einer Wespe in die Zunge gestochen) wurde eine Frau von hier, so daß sie mit knapper Not dem Erstickungstode entging. ** Donaneschinge«, 20. Ang. Aus Freiburg kommt die Trauernachricht, daß die jüngste Tochter S. D. des Fürsten von Fürstenberg, Frau Gräfin Kevenküller, geborene Prinzessin von Fürstenberg, im Josefskrankenhaus nach längerer Krankheit verschieden ist. Gräfin Kevenhüller wohnte seit einigen Jahren in Donaueschingen. Vier noch unerwachsene Kinder beklagen den Tod ihrer Mutter. Die Stadt Donaueschingen verliert eine Persönlichkeit, die bei allen gesellschaftlichen und wohltätigen Veranstaltungen durch ihr liebenswürdiges und zuvorkommendes Wesen außerordentlich beliebt war. Dem fürstlichen Hause wendet sich allgemeines Beileid zu. ** Germersheim, 22. Aug. (Ein Boot auf dem Rhein gekentert.) Am Sonntag kentert« aus dem Rhein in der Nähe von Germersheim ein mit drei Landauer Herren besetztes Faltboot. Das Boot füllte sich durch einige hohe Sturzwellen, die durch Dampfer verursacht wurden, mit Waffer, schlug um und ging verloren. Zum Glück konnten (ich die drei Jnsaffen schwimmend auf einen Dampfer retten. 86 Stunden in «in« Gletscherspalte. Ein Pforzheim« Lehrer in höchster Gefahr. Pforzheim, 20. Aug. Die „Südd. Sonntagspost" läßt sich aus Innsbruck melden: Ein Lehrer aus Pforzheim unternahm am 14. August noch spät abends eine Wanderung über den Gletscher der Roßkarspitze. Ein Ehepaar, gleichfalls aus Pforzheim, blieb wert zurück und bei Einbruch der Dunkelheit wagte es wegen der zahlreichen Spalten nicht weiter zu gehen, sondern blieb die Nacht über am Rande des Ferners. Als die beiden am nächsten Morgen in der Pforzheimer Hütte ankamcn und den Lehrer nicht vor- fanden, machte sich unter Führung oes zufällig anwesenden zweiten Vorstandes der Sektion Pforzheim. Professor Keller, eine Ret- tungsexpedition auf die Suche, die nach langer vergeblicher Arbeit am zweiten Tag den Lehrer mit gebrochenem Fuß in einer Spalte auffand, in der er 56 Stunden in diesem Zustand zugebracht hatte. Er konnte geborgen und oer Pflege übergeben werden. Durch Selbstentzündung von He« 5 Anwesen eingeäfchert. Eichtling«« bei Meßkirch, 22. Aug. Am Montag vormittag äscherte ein Großfeuer, daS in der Scheune des Landwirts Otto Hensler wohl infolge Selbentzünbung von Heu Nr. 195. Jahrgang 1928. Der Landbste *■ Sinshetmer 3tttaag. letneit Ausgang nahm, in ganz kurzer Zeit fünf Anwesen, darunter das Spritzenhaus und Pfründnerhans, ein. Nur das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Weiterumsichgreifen -es Feuers verhindern. Sämtliche Fahrnisse und Futtervorräte sind vernichtet. Tie Brandgeschädigten sind die Landwirte Otto Hensler sen., Hermann Hensler, Otto Hensler jr. und die Witwe Josef Reichler, -er das Pfründnerhaus gehörte. Diese sind nur teilweise versichert. Der Schaden ist außerordentlich hoch. Diebische Vahnbeamie Breslau, 22. Aug. In den letzten Monaten wurden bei der Neichsbahndirektion Breslau immer wieder aus Gepäckstücken Wertgegenstände und Kleidungsstücke entwendet. Die Feststellungen ergaben, daß langjährige Beamte die Täter waren. Die ungetreuen Beamten öffneten die Koffer im Packwagen mit Nachschlüsseln und verschlossen sie dann wieder ordnungsgemäß. Jeweils arbeiteten immer ein Zugführer und ein Packmeister zusammen. Insgesamt handelt es sich um drei Führer und drei Packmeister Der Typhus in Potsdam Der erste Todesfall. Potsdam, 22. Aug. In den Potsdamer Krankenhäusern ist heute ein Todesfall an Typhus, der erste seit dem Ausbruch der Epidemie, zu verzeichnen. Am Montag und Dienstag sind in den Krankenhäusern weitere Zugänge von Typhuskranken zu verzeichnen, so daß die Zahl der Erkrankten jetzt über 40 beträgt. Möglicherweise sind auch die neuen Fälle nicht allzu schivcrer Natur, so daß die Aerztr hoffen, die Erkrankten am Leben erhalten zu können. Typhus in Wehlau Königsberg, 22. Aug. In der sstpreußischen Stadt Wehlau sind in der letzten Zeit 13 Personen an Typhus erkrankt. Der Krankheitsherd ist in einer Besitzung in Alt- Wehlau festgestellt, wo ein Typhuskranker noch mehrere Tage die Kühe gemolken hat. Es ist inzwischen gelungen, alle Erkrankten oder typhusverdächtigen Personen von der Umgebung';» trennen, so daß ein weiteres Umsichgreifen der Seuche kaum zu befürchten ist. Insgesamt sind im Wehlauer Krankenhaus bzw. in Königsberger Kliniken 31 Ty- phuskranke untergebrocht, außerdem stehen noch einige >Kranke oder Verdächtige unter ärztlicher Aufsicht. Eine Person ist gestorben. Eine andere liegt schwer krank dar- > nieder. Feuer auf der „Großherzogin Msadelh" Hamburg, 22. Aug. tFunkspruch.i Am Dienstag vormittag entstand beim Abbrennen von Nieten in der Segelkammer des im Dock von Vlohm & Voß liegenden Schulschiffes „Großhcrzogin Elisabeth" ein Feuer. Die Feuerwehr ist m»t einer Schlauchleitung tätig, um den Brand zu löschen. Die Feuerwehrleute mußten mit Rauchhelmen und Gasmasken tn den brennenden Raum eindringen. Der Sachschaden dürst» nicht sehr bedeutend geworden sein. Das große Los gewonnen - aber vorher Weiterverkauft. Berllu, 22. Aug. Wie die „B.Z." meldet, hatte ein Des. sauer Prokurist vor Wochen bei einem °^ernburger Kollekteur alle Achtellose der Nr. 35 9 651 der Preußischen Klaffen- lotterie gekauft. Da er plötzlich eine kleine Rechnung zu zahlen, aber nicht ausreichend Bargeld zur Verfügung hatte, verkaufte er die Achtellose an seine besten Freunde. Drei Tage später mußte er erfahren, daß er das ganze große Los gehabt hatte. Die Gewinner haben beschlossen, dem Unglückseligen zum Dank für seine glückliche Hand einen beträchtlichen Teil ihres Geldes zu schenken. v Zug Berlin—München entgleist. Köburg, 21. Aug. In der Station Marktgölitz bei Saatfeld entgleisten in der vergangenen Nacht um halb 2 Uhr von dem Berlin—Münchener D-Zug einige Wage«, wodurch die Gleise gesperrt wurden. Der Zugverkehr war unterbrochen und konnte erst heute morgen gegen 6 Uhr wieder ausgenommen werden. Menschen sollen nicht zu Schaden gekommen sein. Eisftücke bis zu Ivv Gramm. Pisa, 21. Aug. In der Nähe von Sasso Pisano entlud sich ein furchtbares Unwetter mit Hagelschlag von sonst unbekannter Stärke. Es handelte sich nicht um Hagelkörner, sondern um Eisstücke von einem Gewicht bis zu 100 Gramm. In der Nähe von Saraz- zano fielen noch schwerere Eisstücke. Bier Personen erlitten schwere Kopfwunden. Radio «Programm für Mittwoch, den 22. Anglist: Breslau. 20.30 Uhr: Symphoniekonzert. Frankfurt. 6.30 Uhr: Dr. Laven: Gymnastische Uebungen. 15.02 Uhr: Iugendstunde. 16.35 Uhr: Konzert. 20.15 Uhr: Wiener Abend. Hamburg. 20.00 Uhr: Hamburger Komponisten. Anschließend: Konzert aus dem Cafe Wallhof. Köln und Langenberg, 20.15 Uhr: Abendkonzert. 21.00 Uhr: „Der Herr Senator". Darauf bis 24 Uhr: Nachtmusik und Tanz. Königsberg. 20.30 Uhr: Marek Weber (Berlin). 22.30 Uhr bis 24 Uhr: Unterhaltungsmusik. Italienische Weisen. Königswusterhausen. 22.30 Uhr: Nachtmusik. Leipzig. 20.15 Uhr: Irische Bolksgesänge. 21.00 Uhr: Heitere Stunde. 22.15 bis 24.00 Uhr: Tanzmusik. München. 20.00 Uhr: Symphoniekonzert. 22.25 Uhr: Konzert und Tanzmusik. Stuttgart. 12.30 Uhr: Schallplattenkonzett. 15.00 Uhr: Kinderstunde. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 20.15 Uhr: Wiener Abend. (Frankfurt.) London und Daoentry. 20.30 Uhr: Promcnadenkonzert. _ Mittwoch, den 22. August 1928. Wien. 21.05 Uhr: „Der Nachtwächter". Anschl.: Abend-Tanzkonzert. Prag. 20.10 Uhr: Operettenmujik. (Brünn.) Bahnhofstr.23Radio-H8user Heidelberg Telefon»«» Modernste Rundfunk—Anlagen-Versand sämtlicher Zubehörteile nach allen Orte». - Bertrelerbesuch u. Vorführung nnverbindltch. Krtto.£itet«frt. Pr^ramm-Zeilschristeu bei 3 . Doll. Vmhhdlg.. Sinsheim. Marktbericht. Mannheim, 20. Aug. Es waren zugeführt und wurden je 50 Kilo Lebendgewicht gehandelt: 290 Ochsen 28—56; 313 Bullen 30—488; 338 Kühe 14—46; 516 Färsen 34—57; 613 Kälber 46—76; 33 Schafe 42—46; 3252 Schweine 67—81; 14 Zte- gen 11—24 RM. Marktverlauf: mit Großvieh schleppen-, Ueberstand: mit Sckweinen mittelmäßia. aeräumt. Neueste amtliche Kurse mitgeteilt von der Bereinsbank, e. G. m. b. H. Sinsheim. vom 22. August 1928. I»lei|n: ln »/» AblösungSfchuld mit «uslosungSscheln • . 51 JO ohne «uslosungsschriu . . is,z» UmtakHc tn •/» «ad. Bant . . . .169 Darmftädler- und Nattonalbanl — Deutsche Bank . . . i»4 Deutsche vereinSbanl . >02 Dresdner Bant . . . . lbr Mitteldeutsche Lredttbanl < . 19» RetchSbank .... »91,50 Rheln. Lredttbanl . . . >26.25 Südd. DtSconto «es. . . . IS8 Bergwerk«« AN««» tn 0,0 t arpener Bergbau . — alt Weperegel» . . . 251,2 a ManneSmannröhrenwerle. — ManSfelder Bergb. u.tzüttenw >67, «6 Oberschl. Msenb. Bedarf . . — Phönix Bergbau u.Hüttenbetrieb 91,60 Vorwerk Hellbraun . . .195 verlelnigte Königs- Laurahütte Ti Hktiea {«hafte. ttal««e|aai(u: in ®/o SUlg. Llettr. Siammaltten. . >73,50 Bad. «lettrizuät Mannheim - — Bad. Maschinen Durlach . . 1*3,50 Semeutwerk Heidelberg . Daimler Motoren . Dtfch. Bold» uu Dilberscheib«. Llettr. Licht und «rast . Emaill.und Stanzwerk Ullrich, Karbeninduftrie Sritzner Maschinen Durlach . Karlsruher Maschinen . Knorr Heilbronn Mainkraftwerke Höchst . , Reckarfulmer Aahrzengwerk« . Schultert Elettr. Nürnberg . Setltndustrte Wolfs . Südd. Zucker Zellstoff Waldhos Stamattieu. 13« >63 «>7d, 15,25 1(0,95 »8,25 t«8 180 60 >98,26 6« U5 281,50 Aktien deutsche« Lranenortaastaltem: tn “/« amburg. Amert». Paletfahrt >50.50 «idewerg. Strahen-u.Bergbahn 59,50 orddeutscher Lloyd . . ,50,50 Devisen: »elb «riet Rew.A«rk l Dollar «1931 4 , 2.107 London 1 Pfund 90.352 20,352 t olland ioo Gulden 168.14 198 , 4 a chweiz 100 FraneS 80,720, 80.88V, Wen 100 Schilling 59.11 69 28 Paris 100 Franc l8.38 t 18.441 Italien 100 Lire sl, 931 /a » 1 . 96 V« Wetterbericht. Karlsruhe, 21. Aug. Der Randwirbel über England hgt sich zu einem selbständigen Ties entwickelt und besitzt meh. rere Ausläufer, von denen uns der eine, heute an der Ost- sceküste liegende, gestern besonders in den nördlichen Lan- dcsteilen, zeitweise Gewitterregen brachte. Ein weiterer Ausläufer ist über Frankreich erkennbar, sein Vorrücken wird ebenfalls mit Gewitterregen verbunden sein. Trotz der später zu erwartenden Ausbreitung hohen Druckes von Westen her müssen wir jedoch für mvrgen mit zeitweise» Niederschlägen der kleinen Truckstörungen, die sich über dem Festlande erhalten haben, rechnen. PertM Mttdidischer Rkckiiehz«chtliei»>fftiisch»fteii. XVI. Llnterbadischk «Zuchtvieh-Ausstellung Zucht- und MilchviehmarN in Mosbach (Baden) am Donnerstag, den 13 . September 1928 Auftrieb zum Markt ab 8 Uhr. Eröffnung des Marktes 9 Uhr. Schluß des Marktes 1 Uhr (13 Uhr). Beste Gelegenheit zum Einkauf vorzüglicher Zuchttiere der unterbadischen Simmentaler Rasse, F a r r e n, Kühe, Kalbinnen, Rinder, die Eigentum von Ber- bandsmitgliedern und in Zuchtbüchern eingetragen sind. Zum Besuche der Ausstellung laden ein: Der DerbandSprüfldent Der SemrinSerat Ser gez. Landeskomissär Kreisstadt Mosbach Hebting gez. vr. Boulanger. Ernteicbweizerhisela. 20/250/oig 8/10 Pfd. Laib- chen per Pfd. Mk. 0.75 Stangenkäse Ia.20°/oig in Postkolli u. Kisten von 30 Pfd. per Pfd. Mk. 0.55 Pamung frei. Nach». «g. Burgbacher Ueberlingen a. B. 18 Verloren auf dem Marktplatz in Sinsheim eine goldene Armbanduhr Gegen Belohnung abzugeben beim Landdoten. Kausm. Hilfskraft vorübergehend zu Schreibarbeiten gesucht. Offerten unter Rr. 1226 an den Landboten. Zurück Dr. med. A. Bell prakt. Arzt Sprechstunden: 8 —1/2IO Uhr 2 - 1/2 4 Uhr usgenommen Samstag nachm, und Sonntags NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN CANADA Regelmäßige direkte Abfahrten oach Halifax Quebec Montreal Nähere Auskunft über Einreisebedingungen u. Abfahrten erteilt Sinsheim: Georg Eiermann Ww. Eisenbahnstr. 344. Neckarbischofsheitn : Max Jeselsohn, Hauptstraße 4. i Die eeeuen Herbst Nöbel 1928 3 b 2 h Aneust-CaSffMtv. 9-7 BrüderCtT.ßmdes, Mobe/iü Heidelberg. Gesucht Hausangestellte gesetzten Alters für kinderlose Familie. Landhaus Neckargemünd. Hohen Lohn. Angebote unter M. H. 1989 an den Landboten. Übler Mnndgern ch wirst abstoßend. Häßlich gefärbte Zähne entstellen das schönste Antlltz. Beide Schönheitsfehler werden oft schon durch einmaliges Putzen mst der herrlich erfrischenden Zahnpaste Clilorodoiit beseitigt. 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