M» Ausnahme der Feiertage. V«rug«»Prri»: D«ch diePost bezogen und durch Briesträaer und unsere Austräger frei ms Laus «auarlich Goldmard 1.80 Aer Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. Fällen von höherer Gewalt „^eht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit i/*8 bis 5 Uhr Sonntags geschloffen. O eens p rech-Anschluß Rr. 4»» Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 680S m m Der Lanöbote Sinshetmer keaeral-Knzerg er für das <0C0tl Zeitung? Äjenz-unö Lckuoarzdacktal Heltell» lmct verbreitetst» Leittmg «tieler Segencl. h»upt-)Inzeigen-SlLtt gdUjMt Dm JUoftriert» • Kn» dem Rttd> d«r ffiode » Ratgeber tfrr Qeu- und Cendvirttdeh Montag, den 27. August 1928. Anzeigen-Peeise: Anzeigen: Di« 33 mm or ei » Millimeter-Zeile 6 Doldpfg. Reklamen: Die S2 mm dren» Millimeter-Zeile 20 Soldpfg. Grundschrift im Anzeigen- und Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffeste» Rabatt, der bei NichtzahlunG innerhalb 8 Tagen nach Rech- nungsdal^m oder bei gerichtliche, Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme biS 8 lih, vormittags; größere Anzeige» müssen am Tage vorher ämf* gegeben werden. Bank-Konto: Vereinsbank Sinsheim e. G. m. b. L. 89. Jahrgang KlülstHhe üllf -er MMker llMMMah«. Bis jetzt 22 Tote, mehrere hundert Verletzte. — Entgleist und i« Brand geraten — Wilde Panik. Störung des gesamte« Untergrnudbahuverkehrs. Newyork, 26. Aug. Eines der schrecklichsten Untergrund- bahnunglückx ereignete sich Freitag abend auf der Station Tirnes-Square in der Newyvrker City, wo ein überfüllter Down-Town-Expreßzug südlich der Station entgleiste und die letzten vier Wagen gegen die Pfeiler und die Mauern rannten. Bis 0 Uhr abends wurden 22 Tote gezählt. Die Zahl -er Verwundeten mutz auf 160—200 geschätzt werden. Das Unglück passierte gerade um die Zeit, wo die Büros schließen und die Züge unmenschlich überfüllt sind. Um 5 Uhr bereits hatte ein Streckenarbeiter entdeckt, daß eine Weiche südlich der Station Ttmes-Tquare, die von den Expreßgleisen zu den Lokalgleisen führt, schadhaft geworden war. Anstatt aber die Strecke sofort zu sperren, glaubte der Streckenarbeiter, erst Meldung zu machen muffen. Währenddessen verging einige Zeit. Der nächste Zug sauste über die schadhafte Stelle hinweg, ohne daß etwas passierte. Der zweite Zug aber sprang von dem Expretzgleise auf das Lokalgleise. Die ersten sechs Wagen bogen ab, während der siebte Wagen über die Weiche lief, sprang diese wieder um und brachte den Wagen zur Entgleisung. Der Wagen wurde gegen einen Pfeiler geschleudert und glatt durchschnitten. Die drei folgend^ - Wagen prallten gegen die Mauer. Ihre Außenwände wu.oen glatt abrasiert. Der zehnte Wagen lief außerdem auf den Trümmerhaufen auf. Im gleichen Augenblick fing der Trümmerhaufen Feuer, und da gleichzeitig in dem Tunnel und in den Wagen das Licht erlosch, entstand eine wilde Panik. Die Feuerwehr, die kurz nach den ersten Polizeimannschaften eintraf, konnte zunächst nichts weiter tun, als bas Feuer zu löschen. Sanitäter hatten inzwischen auf der Station Times-Sguare die erste Hilfe eingerichtet, wo den Verwundeten zu Dutzenden von den hertzeigeeilten Aerzten die ersten Verbände angelegt und Notoperationen vorgenommen wurden Bis alle Toten und Verwundeten aus dem Tnnel geschafft waren, vergingen mehrere Stunden. Die sofort eingeleitete Untersuchung durch de» Bürger, meister von Newyork, Walker, der die Rettungsarbeiten persönlich leitete, haben noch kein anderes Ergebnis s!L bsr oben geschilderte über die Ursache gebracht. Nach einer Version sollen Streckenarbeiter bereits beschäftigt gewesen sein, die schadhafte Welche zu reparieren. Sie sollen die Reparatur zu oberflächlich vorgenommen und dem in Times- Sguare wartenden Zug zu früh das Signal zum Losfahren gegeben haben. Das Unglück hatte zur Folge, daß die ganze Westseite ' des Untergrundbahnsystems in Unordnung geriet. Die > Züge mußten teilweise stundenlang auf der Strecke liegen bleiben, was zu mancherlei Unruhen führte. Was die Augenzeugen erzählen. Die Beschreibungen von Augenzeugen bestätigen, daß die Szenen, die sich nach dem Unglück abspielten, die schrecklichsten waren, die man sich oorstellen kann. Der Begleitmann des Zuges erzählte, daß von dem Ruck sämtliche Pas- . sagtere seines Wagens, die so dicht standen daß keine Steck- nadel zur Erde hätte fallen können, durcheinander gewirbelt j und durch die ganze Länge des Wagens geschleudert wur- i den. Einzelne Handgriffe, an denen die Stehenden sich fest- J hielten, wurden einfach losgerifferr, während den meisten j Fahrgästen die Arme entweder gebrochen oder ausgerenkt wurde». Die Bremsung war von Stichflammen begleitet, die durch Kurzschluß in der Stromleitung Hervorgerufe» wurden. Erst diese Flammen und das gleichzeitige Einsetzen wilder Todesschreie der Paffagiere der Hinteren Wagen belehrten die Fahrgäste, daß die Bremsung nicht absichtlich, sondern als Folge eines Unglücks erfolgte. Die in den vorderen Wagen einsetzende Panik konnte durch besonnene Männer verhältnismäßig schnell überwunden werden, die die Türen und Fenster besetzten, die Glasfenster einschln- zen und den Passagieren beim AuSsteigen behilflich waren. Die Szenen an der Unglücksstätte selbst spotten jeder Beschreibung. Die ersten Toten, die der Begleitmann fand, waren zwei kleine Kinder, denen die Köpfe abgeriffen waren,' einem Kind fehlte außerdem der Arm, der später bei der ebenfalls toten Mutter gefunden wurde. Die Toten > lagen in unglaubliche Stellungen verkrümmt und waren i teilweise durch die Räder zermalmt. Der Anblick sei gräßlich gewesen. Stresemann in Paris. Paris, 26. August. Pünktlich um 15 Uhr lief der Berliner Zug mit dem Salonwagen des Reichsaußeuministers Dr. Stresemann im Nordbahnhof ein. Auf dem Bahnsteig hatten sich Vertreter der deutsche« Botschaft unter Führung des Botschaftsrats Rieth, im Aufträge Briands der Chef des Protokolls Fouqueres, sowie Polizeipräfekt Chiappe für die städtischen Behörden eingefunden. Von dem Pariser Botschafter von Hoesch gefolgt, der de» Reichsaußenmintstcr bis zur französischen Grenze entgegen gefahren war, entstieg Reichsautzenminister Dr. Stresemann dem Salonwagen. Er machte trotz der langen Reise einen verhältnismäßig frischen Eindruck und hat die Reise, wie er versicherte, gut überstanöen. Auf dem Vorplatz des Nordbahnhofs Hatten sich etwa 2000 Menschen angesammelt, die den deutschen Reichsaußenminister mit Hochrufen empfingen. Unter Voranfahrt des Kraftwagens mit dem Pariser Polizeipräfekten Chiappe fetzte sich der kleine Zug in Bewegung. Zunächst ging die Fahrt unerwarteter Weise nach dem Elysee zum Palast des Staatspräsidenten Doumergue. Da von der Absicht des Außenministers, seinen Pariser Besuch mit einem Antrittsbesuch bei Doumergue einzuleiten, nichts bekannt war, verlief die Fahrt von der Oeffentlichkeit unbemerkt. Im Elysee trug sich Dr. Stresemann in die Besucherliste ein, um dann bei der amerikanischen Botschaft kurz oorzusprechen. Da der amerikanische Staatssekretär Kellogg nicht anwesend war, begab sich Tr. Stresemann nach dem deutschen Botschaftsgebäude, aus dem die Reichsflagge gehißt war. Bor der Botschaft hatten sich Paffauten und Mftglieder der deutschen Kolonie eingefunöen, die Dr. Stresemann lebhaft begrüßten. Sowohl vor dem Bahnhof wie vor dem Botschaftsgebäude war der polizeiliche Sicherheitsdienst nur gering. Stresemann an die französische preffe Paris, 26. August. Nach seiner Ankunft in Parts richtete Dr. Stresemann au die französische Presse folgende Begrüßungsworte: --Ich bedauere aufrichtig, daß ich mich infolge der Tyrannei meiner Aerzte gezwungen sehe, zu den Vertretern der ftanzosischen Preffe nur auf diesem Wege und nicht, wie ich es gewünscht hätte, persönlich zu sprechen. Der Zweck meiner »eise ist bekanntlich die Unterzeichnung des Kellogp.ktes, »es internationalen Vertrages, der den Zweck hat. den Krieg rls Mittel nationaler Politik zu beseitigen. Man braucht nefen elementaren Grundsatz des Vertrages nur auszn- prechen, um sich der außerordentlichen Tragweite des bevor- tehenöen internationalen Paktes bewußt zu werden. Die Skeptischen Stimmen, die wir heute noch hören, erklären sich vielleicht daraus, daß wir dem Ereignis zu nahe stehen. Jedenfalls glaube ich, daß ihn die Geschichte tu seiner großen Bedeutung würdigen wird. Es ist uns allen klar, daß mit dem Vollziehen des beoorstehendeR Paktes das Ztet, öie endgültige Begründung des Weltfriedens noch nicht ei« für allemal erreicht ist. 8^ bin jedoch der Ueberzeugung, daß wir in dem Pakt eine neue Grundlage besitzen, mit dem guten Willen aller Nationen eine Gestaltung der Welt herbeizuführen, in der eine der schreckttchsten Geiseln der Menschheit, der Krieg, nicht mehr existiert. An der Verwirklichung dieses Ideals energisch und tatkräftig mitzuarbeiten, ist der feste Wille des deutschen Volkes. Die vielen französischen Journalisten, die in den letzten Jahren mein Land mit ihrem Besuch beehrten, haben sich davon überzeugen können, wie tief dieser Wunsch im deutschen Volke wurzelt. Es ist mir aber ein Bedürfnis, das bei dieser Gelegenheit hier in Paris meinerseits noch einmal mit aller Eindringlichkeit zu verkünden und hinzuzufügen, daß öie Politik der deutschen Regierung in dieser Haltung des Volkes ihr festestes Fundament hat. Es ist eine bedeutende Tatsache, daß es gerade der Abschluß eines solchen Paktes ist, der den deutschen Außenminister zum ersten Mal nach langer Zeit in die Hauptstadt Frankreichs fühlt. Oft genug hat man gesagt, daß in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern im gewiffen Sinne der Schlüffel zu dem europäischen Friedensproblem liegt. Wir wiffen alle, daß dem Ausbau dieser Beziehungen auch nach Locarno noch immer manche Schwierigkeiten im Wege stehen, aber wir wiffen auch, daß diese Schwierigkeiten nicht derart sind, daß die Politik der verantwortlichen Staaten vor ihnen halt machen müßte. Sie können beseitigt werde», und deshalb muffen sie beseitigt werden. Ich wäre glücklich, wenn die Unterzeichnung des neuen Frtedenspaktes in Paris neue Fortschritte in dieser Richtung bringen würde." Stresemann bei Vriand „Vive l'^llemaxne, vive Stresemann". Paris, 27. August. Alsbald nach seiner Ankunft in der deutschen Botschaft stattete Reichsaußenminister Dr. Stresemann im Quai d'Orsay dem französischen Außenminister Briand einen Besuch ab. Vor dem französischen Autzenamt hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, öie den deutschen Außenminister mit den Rufen „Bive lÄllemagne", Bive la paix", Bive Stresemann" begrüßte. Dr. Stresemann wurde sofort in das Arbeitszimmer Briands geführt. Die Unterhaltung der beiden Staatsmänner dauerte bis 18.35 Uhr. Briand begrüßte den deutschen Außenminister aufs herzlichste und gab seinem tiefen Bedauern Ausdruck, daß Stresemann an der Genfer Beratung nicht teilnehmen wird. Er freue sich aber, Reichskanzler Müller in Genf kennen zu lernen. Ueber den weiteren Verlauf der Unterhaltung verlautet bis zur Stunde noch nichts, doch war sie im wesentlichen politische» Fragen gewidmet. Briand betzleitete seinen Besucher bis in das Vorzimmer, wo er sich herzlich von ihm verabschiedete. Als die anwesenden französischen Journalisten Dr. Stresemann baten, ein Wort zu sagen, erklärte er scherzend: „Tr. Condek verbietet mir, mehr als 20 Minuten zu sprechen. Ich habe 33 Minuten mit Herrn Briand gesprochen, und so verbleibt mir nur noch eine Minute, um der Preffe „Guten Tag" zu sagen." Damit zog Dr. Stresemann den Hut und verließ den Ouai d'Orsay, wo er erneut von der Menschenmenge sympathisch begrüßt wurde. Darauf unternahm Stresemann in Begleitung des deutschen Botschafters und Prof. Condek eine Spazierfahrt durch den Bois de Boulogne. Amerika und der Völkerdunö Paris» 27. August. Ein Mitarbeiter des „Exelsior" stellte dem amerikanischen Staatssekretär Kellogg die Frage, ob er glaube, daß die Unterzeichnung des Kriegsverzichtpaktes eine engere Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staa-: ten und dem Völkerbund eine Art Annäherung zwischen Washington und Gens herbeiführen werde. Staatssekretär Kellogg erwiderte darauf, die Stellung der Vereinigten Staaten bleibe unverändert. Die Vereinigten Staaten hätten keine hinreichend wichtigen Interessen an den in Genf behandelten Fragen, um Mitglied des Völkerbundes zu werden Nichtdestoweniger könnte die moralische Wirkung des Paktes die Vereinigten Staaten zu einer größeren Sympathie gegenüber dem Völkerbund führen. Das Ideal der Vereinigten Staaten sei jedoch, ohne Vermittlung eines. internationalen Organismus mit de:: anderen Nationen der Welt zu verhandeln. Kein Veilritt Spaniens zum Kellogg-patt Paris, 27. August. In gut unterrichteten diplomatischen französischen Kreisen hält man es für sicher, daß Spanien dem Kellogg-Patt nicht beitreten wird, nachdem es entgegen seinem Wünschen und demjenigen Frankreichs nicht zu den vorhergehenden Verhandlungen und als Erstunterzeichner zugelaffen wurde. Was die Haltung der Sowjet-Regierung anlange, s» herrscht die Auffaffung vor, daß Moskau seine Bereitwilligkeit zur Unterzeichnung des Paktes erklären würde unter der Voraussetzung, daß neue Verhandlungen gepflogen j werden. Auf diese Bedingung werden aber, wie jetzt schon ; feststeht, die anderen Mächte nicht eingehen. Sicher dagegen j dürfte der spätere Beitritt Rumäniens, Jugoslaviens, Bul-§ gartens und Griechenlands zu dem Kellogg-Pakt sei». Kellogg über den Anttkrieaspatt Paris, 27. August. Ein Vertreter des „Matin" hatte eine Unterredung mit Staatssekretär Kellogg, bei der Kellogg, ; auf eine Frage des Journalisten antwortend, erklärte, er j habe in Le Havre absichtlich den Ausdruck gebraucht, -daß der Antikriegspakl dazu bestimmt sei, den Ausbruch eiues Krieges schwieriger zu ge st alten." Diese Wendung enthalte eine Hoffnung, die jeder hegen könne, und von der man auch nicht behaupten könne, daß ste. sich nicht verwirklichen könne. Man dürfe aber niemals mehr versprechen, als man halten könne. Er habe die aufrichtige Ueberzeugung, daß durch die Unterzeichnung des Paktes alle moralischen Kräfte, die in der Welt gegen den Krieg arbeiten, gesammelt und gestärkt werden würben. Auf eine weitere Frage des Journalisten, der es bedauerte, daß mehrere Länder, darunter ein mit Frankreich benachbartes Land, das an der Spitze der Zivilisation stehe, nicht zu den Erstunterzeichnern gehören, schloß sich Kellogg diesem Bebauern an, wies aber darauf hin, daß Erforüer- «iffe praktischer Art empfohlen hätten, die Zahl der Erstunterzeichner zu beschränken. Man hätte öie neuen Unter- ; zeichner nicht des Rechtes berauben können, ihrerseits über den Entwurf zu verhandeln und Einwendungen zu erhebe«. Wohin aber hätte es geführt, wenn man mit 32 Ländern > hätte verhandeln wollen. Es schien daher am besten, zuerst mit denen zu unterzeichnen, die sich völlig einig waren, uud ! dann öie anderen aufzufordern. Er hoffe, daß die anderen l ihre Unterschrift geben werden. Seine Freude an seinem j Werke würde nicht vollständig sein, wenn die Unterschrift ! eines groben zivilisierten Landes fehlen würde. ! Die nächsten Tage werhen, ob es nun den Herren im Elysee; oder am Quai d'Orsay recht ist oder nicht, di« Aussprache Über das Problem der Rheinlandräumung wieder lebhafter gestalten. Die Welt wird so anläßlich der Unterzeichnung des Kelloggpaktes, derben Frieden sichern oder, wie Kellogg sich bedeutend vorsichtiger ausgedrückt hat, den Ausbruch des Krieges erschweren soll, daraus hingewiesen, daß zehn Fahre nach Abschluß des gewaltigste» aller Bölkerringen immer noch fremde Truppen Gebiete des Deutschen Reiches besetzt halten. Warum? Etwa aus „Gründen der Sicherheit". Behauptet wird es, aber es stimmt nicht, denn Frankreichs leitender Staatsmann weiß, wie wir alle, daß die Besetzung des Rheinlandes militärisch Sinn und Wett verloren hat, aber er will ein Geschäft machen und braucht ein Pfand ähnlich dem, das er sich seinerzeit an der Ruhr geholt hat. Glaubt man nun etwa im Ernst, daß diesem do ut des-Poli- tiker die Aussprache über die Räumung, wie die amtlichen Veröffentlichungen glauben machen möchten, so schr unerwünscht wäre. ? Rein, denn gerade so «in Feldzug für die sofottige Räumung macht das Pfand in der Hand des Herrn im Haufe am Louvre, der dort die Finanzen Frankreichs leitet, viel wettvoller. Poincare ist auf dem Gebiet« der Politik keinerlei Gefühlsregungen unterworfen, ihn kümmert wenig die Stimmung der Welt, er will ein Geschäft machen. Und als einem geriebenen Geschäftsmann liegt ihm, der einen äußerst günstigen Abschluß erzielen will, scheinbar nicht so sehr an einem solchen, um seinem Gegenkontrahenten einen möglichst hohen Preis abzupressen. Für uns Deutsche besteht nun kein Grund, einer solchen Taktik zu folgen: denn die Zeit arbeitet für uns; sie läßt von Tag zu Tag den Wert des Pfands in der Hand des alten Lothringers schwinden. Die Franzosen wollen im fünften Akt des Theaterstücks ein Billett zum vollen Eintrittspreise verkaufen. Gut, das machen wir aber nicht mit uno warten lieber auf unser Recht, das sich durchsetzen wird. Es wirkt grotesk, in den Tagen vor der Unterzeichnung eines Fricdenspaktes schreiben zu müssen: Wir warten auf den Frieden! Aber wo ist dieser Friede heute iw Europa, wenn an allen Grenzen Flammenzeichen leuchten! 1 m Nr. 199. Jahrgang 1928. Der Lmcklwte * Sinshei»« Ieittmg. Montag, den 27. August 1928. Die Deutschen werden Alliierte fin den. Eine worncnde Stimme. London, 24. Aug. Zn einem Leitartikel behandelt der „Manchester Guardian" noch einmal die neue englisch-französische Entente, die das Flottenabkommen gebracht habe und die eine Benetzung des Locarnogeistes dnrstelle. Die Annäherung Englands an Frankreich werde immer enger geknüpft. Eines Tages werde England entdecken, daß die Engländer die Seeleute Frank- reicks, die Franzosen die Soldaten Englands seien. Seitdem England die deutsch-französisch- Grenze zugunsten Frankreichs gegen Deutschland und zu ungunsten Deutschlands gegen Frankr tch garantiert habe, könne der Weltfrieden nur gesichert werden, wenn die notwendige englisch-französische Freundschaft ergänzt werde durch eine ebenso enge englisch-deutsche Freundschaft. Sobald das Schwergewicht der freundschaftlichen Beziehungen Englands sich nach Berlin oder nach Paris verschiebe, gerate England in eine schwierige Lage gegenüber demjenigen Land, mit dem cs weniger befreundet sei. England könne dies Gleichgewicht in seinen Beziehungen zu Deutschland und Frankreich nur aufrecht erhalten, wenn es ausschließlich mit diesen Mächten in Genf zusammenarbeite. Die kürzesten Wege nach Paris und Berlin führten über Genf. Frankreich sei heute unnachgiebiger denn je gegenüber Deutschland und entschlossener denn je, seine Truppen, trotz Locarno und Kellogg-Pakt auf deutschem Boden zu belassen. Undenkbar sei es, daß Deutschland und die anderen unterlegenen Mächte sich für immer einem bewaffneten Frieden unterwerfen würden, der sie dauernd mit einer überwältigenden militärischen Aktion bedrohe. Nur ein ,Ergebnis sei möglich: Die Deutschen werden Alliierte finden, sie werden suchen, die feindliche Koalition zu brechen und werden selbst von neuem die Waffen ergreifen. Wildwest in polen Ei« Personenzug ansgeplündert. Warschau, 26. Aug. In der letzten Nacht ist in der Nähe von Kielce von einer bewaffneten Verbrecherbande ein Personenzug angehalten und vollständig ausgeplündert worden. Der Ueberfall ereignete sich auf der Strecke zwischen Badom und Miechowa, wo die Banditen den Zug mit Signalen zum Halten brachten. Aus der Dunkelheit sprangen plötzlich mehrere vermummte Gestalten mit vorgehaltenen Revolvern auf die Lokomotive und überwältigten in wenigen Minuten den Maschinenführer und das übrige Zugpersonal. Sie plünderten in kürzester Zeit die völlig überraschten Passagiere aus, die vollständig sprachlos waren und keinen Widerstand zu leisten wagten. Der gande Ueberfall bauerte nicht länger als etwa 20 Minuten, wonach die Räuber unter Mitnahme einer ungeheuren Beute an Geld und Juwelen in der Dunkelheit verschwanden. Der Frau eines Bankdirektors aus Radom wurde ein Vrillantschmuck im Werte von mehreren hundcrttauscnden Zloty geraubt. Die Polizei,'die ein großes Fahndungskommando in Bewegung gesetzt hat, konnte jedoch nicht die geringste Spur feststellen. Der verunglückte Amerikastart. Poris, 25 . Aug. Der mißlungene Start der französischen Flieger Eoudouret uno de Mailly hat die tragische Geschichte der französischen Versuche, den Ozean zu überqueren, um «im neues verunglücktes Experiment vermerk. Wie durch ein Wunver sind die beiden Piloten und ihre Begleiter einer furchtbaren Katastrophe entronnen, und wenn das Abenteuer verhältnismäßig glimpflich abgelaufen ist, so ist dies in erster Linie der Geschicklichkeit des am Steuer sitzenden Eoudouret zu danken, dessen ungewöhnlicher. Kaltblütigkeit es gelang, den schwer havarierten Apparat ohne .Schaden für seine Passagiere wieoer auf den Boden zu bringen. Die Nachricht, daß die „France" heute früh starten würde, hatte in der Nacht zahlreiche Neugierige nach dem Flugplatz von Le Bourget gelockt, wo sie mit gespanntem Interesse die letzten Vorbereitungen zum Flug verfolgten. Kurz nach 5 Uhr war alles bereit. Eine leichte Brise, die oem Start wenig günstig, war, vcranlaßte Eoudouret jeovch zu warten, in der Hoffnung, daß der Wind sich legen würde. Vergebens. Die Brise nahm im Gegenteil noch an Stärke zu. Trotzdem entschloß sich Eouvouret, um 6 Uhr das Zeichen zur Abfahrt zu geben. Der Motor wurde angeworfen und der Apparat fegte mit rasch zunehmender Geschwindigkeit über. den Rasen, ohne vom Boden loszukommen. Erst wenige Meter vor dem Flüßchen Moree, das den Flugplatz begrenzt, gelang es Eoudouret, den Apparat hochzureißen, leider nicht hoch genug, um die Baumreihe zu vermeiden, die jenseits «es Flüßchens das Gelände durchschneidet. Der Apparat, der die Baumkronen streifte, geriet stark ins Schwanken. Trotzdem gelang es Eoudouret, «ine dahinterliegende Hochspannungsleitung durch «Mg spätes {pltiCB ROMAN von 3.SCHNEIDER-FOERSTL Elisabeth goß ihrem Mann den Kaffee in die feln- zeränderte Porzellantasse, strich ihm das Brot und fragte liebenden «Seid ihr denn gestern so spät zu Bett gegangen? „So früh, mußt du sagen!" neckte Helbing. „Wir haben poch Wein getrunken, und dabei eines deiner schönen Kelchgläser zerbrochen, Elisabeth! — Aber ich habe keine Schuld l Rolf hat es zuletzt in der Hand gehabt!" Obwohl er dabei an Karsten vorübersah, konnte er doch das Zucken um seine Mundwinkel nicht meistern. Elisabeth sah lachend von einem zum andern. „Ich werde es hernach wegräumen," tröstete sie. „Die Lene würde zanken, wenn sie es sähe!" „Ja, bitte Elisabeth!" Dafür streiche ich dir jetzt das dickste Butterbrot, selbst wenn Rolf zankt und während er seine armen Patienten quält, machen wir beide einen Spaziergang, in den Wald. Auf der Bank in der Lichtung halten wir Rast und ich lese dir aus Hamlet vor!" Karsten war vollkommen beruhigt. Der Freund hielt Wort. Es war alles, wie immer!" Am Nachmittag fuhren sie p dreien nach der Ludwigstaler Glashütte. Elisabeth hatte den Betrieb noch nicht gesehen und der Direktor des Hüttenwerkes hatte sich erboten, ihr alles zu zeigen und zu erklären Helbing kam nicht mit. Karsten begriff. Er fürchtete das „Ich gehe zu Fuß über die Wiesen nach Hause,^ sagte er. dann bin ich ungefähr gegen fünf Uhr m Wylten. „Ja! So gegen sechs sind wir auch dort. Ich habe mich nämlich mit Peterfen bei Pfarrer Schmitt zusammenbestellt wegen des Kirchenbaues. Ich bin Eemeinderat geworden, fügte er hinzu, „und hoffe, daß du mich in Zukunft dementsprechend respektvoll behandelst." „Ich werde es nicht daran fehlen lassen," lachte Helbing» küßte Elisabeth die Hand und ging rasch nach den Wieien. Unterfliegen zu vermeiden. Eine Telegraphenleitung sollte jedoch wenige hundert Meter später dem Flugzeug zum Verhängnis werden. Alle Versuche, sie zu überfliegen, blieben erfolqlvs und der Apparat fuhr mit voller Wucht gegen eine Telegraphenstange. Eoudouret hatte die Geistesgegenwart, sofort sämtliche Ventile zu entleeren, den Benzinbehälter zu öffnen und es gelang ihm dadurch, den stark entlasteten Apparat hochzubringen und ihn im Glcitflug nach dem Fluggelänöe zurückzuführen, wo die Landung ohne weitere Unfälle erfolgte. Die Tariferhöhung kommt. Vor dem Urteil des Reichsbahngerichts — Am . 1 . Oktober Iwei-Klaflen-System und neue Fahrpreise. Berlin, 25 . Aug. Die Reichsbahn und bas Reichsverkehrsministerium hatten nach der Ablehnung der beantragten Tariferhöhung durch das Reichskabinett die Entscheidung des Reichs- bahngcrichts in Leipzig angerufen. Das Reichsbahngericht hat jetzt, wie wir schon meldeten, die Notwendigkeit einer Tariferhöhung anerkannt in dem ungefähren Ausmaß des von der Rrichsbahngesellschast gestellten Antrages, an dem nur einige Aen- derungen vorgenommen werden. Das schriftliche Urteil und die Begründung werden den beteiligten Parteien in den nächsten Tagen zugestellt werden. Die Reichsbahn hatte seinerzeit ihren Geldbedarf auf 250. Millionen beziffert. In welcher Höhe das Reichsbahngericht das Borliegen eines Geldbedarfes anerkennen wird, steht noch nicht fest, doch wird erklärt, daß die kommende Tariferhöhung ungefähr dem ursprünglichen Plan der Reichsbahngesell^chaft entsprechen dürfte. Von der Reichsbahngesellschaft sind die Vorbereitungen für die Durchführung des Urteils bereits seit längerer Zeit getroffen worden, so daß der Plan für die Tariferhöhung bereits vorliegt und lediglich die entsprechenden Anweisungen und die erforderlichen Fahrplanänderungen erteilt werden müssen. Infolgedessen wird ein Monat Nach der Verkündung des Urteils aus- reichen, um die Tariferhöhung in Kraft zu fetzen. Ab 1. Oktober sind also erhöhte Güter- und Personentarife zu erwarten. Im Güterverkehr soll nach den ursprünglichen Plänen der Reichsbahngesellschast eine Erhöhung von 10 bis 11 Prozent eintreten, wobei allerdings die bisher ermäßigten Tarife für Lebensmittel usw. auch weiterhin beibehalten werden. Im Personenverkehr soll eine Tariferhöhung, wenn irgend möglich, mit der Einführung des Zwei-Klassen-Systems, d. h. des Uebergangs zu einer Polster- un6 einer, Holzklasse, verbunden werden. Daraus ergibt sich dann die Notwendigkeit, den Fahrplan zu ändern, well das System der Sil- und beschleunigten Personmzüge ein« starke Einschränkung erfahren soll. Der Ausschlußantrag gegen Dr.Sugenberg abgelehnt Bielefeld» 26. Aug. Der deutfchnativnale Landesverband Westfalen-Ost teilt mit: Die gestrige Tagung des Landvs- vorstandes Westfalen-Ost der Deutschnationalen Bolkspar- tci beschäftigte sich mit dem Antrag des Parteimitgliedes Sprute-Detmold auf Einleitung eines Ausschlußverfahrens gegen das Parteimitglied Abg. Dr. Hugenberg. Das Er-, gebnis der Tagung war folgendes: Da dem Anträge des' Herrn Sprute-Detmold auf Einleitung eines Ausschluß- Verfahrens gegen den Abg. Dr. Hugenberg weder die angerufene Ortsgruppe Detmold noch der Landesverband Lippe (Kreisvercin) beigetreten sind, hat der Vorstand des zuständigen Landesverbandes Westfalen-Ost satzungsgemätz keine Möglichkeit und keine Veranlaffung, sich mit dem Antrag des Herrn Sprute zu befassen. Da aber nach Ziffer 18 der Satzung der Dentschnationalen Volkspartei der Vorstand eines Landesverbandes Westfalen-Ost wegen der Bedeutung, die die Oeffentlichkeit der Angelegenheit beigelegt hat, von sich aus in eine Erörterung der dem Antrag Sprut: beigegebenen Begründung einzutreten. Die Erörterung ergab: Die Begründung gibt nicht den geringsten Anlaß, das Ausschlußverfahren gegen den Abg. Dr. Hugenberg einzuleiten. Sie wird vielmehr vom gesamten Landesvorstand in allen Einzelheiten sür völlig abwegig erklärt. Die Einleitung des Ausschlußverfahrens wird einstimmig mit 58 Stimmen abgelehnt. Der Landesvorstand versichert ebenso einstimmig seinem Abg. Dr. Hugenberg nach wie vor seines vollen Vertrauens und ist mit ihm der Ueberzeugung, daß cs für die Dcutschnationale Volkspartei mehr als je nötig ist, fest bei >bren Grundsätzen zu verharren. aocr vie ein icyinutgeirerener DNtzweg nacy Vl. LLkstten führte. Die hohen Gräser streiften seine Füße. Er pflückte eine Sternblume, die schönste, die er fand, und begann währendes Weiterschreitens auszuzählen. „Mit Schmerzen," hieß das letzte Blättchen. „Das stimmt," dachte er. „Arme, kleine Lona!" Ein Rufen schreckte ihn aus seinem Träumen. Hinter ihm kam der Chauffeur gelaufen und schwenkte etwas Weißes in der Hand. Es war ein Telegramm» das für ihn im Doktorhaus eingetroffen war. Lene hatte eg durch einen Boten sofort nach Ludwigsthal nachgeschickt und Karsten den Chauffeur beauftragt, ihn einzuholen. Es war von Billmann. Helbings Anwesenheit in der Fabrik war für den Augenblick dringend notwendig geworden. Er zog seine Uhr. Den Schnellzug noch p erreichen, war unmöglich. Er mußte den Personenzug, der abends gegen elf in Degeubach ankam, benützen. Er beschleunigte den Schritt. Als er am Doktorhause ankam, bog Karstens Wagen in die Einfahrt. „Was ist los?" rief ihm der Doktor zu. „Ich werde im Geschäft dringend benötigt, Rolf." Elisabeth schoflen die Tränen in die Augen. „Bleib noch bis morgen, Hans!" „Ich bliebe so gerne, aber es geht nicht, Elisabeth!" „Also gut, du sollst heute noch in Degenbach landen, du Dickkopf," schalt Karsten. „Aber erst wird p abend gegessen, ganz gemütlich, das bitte ich mir aus. Dann fahre ich dich hinüber." „Um keinen Preis!" „Du hast nichts zu saaen. Basta.. Elisabeth, sei so lieft und gib uns zu essen." „ Helbing mochte dawider reden, was er wollte, Karsten hörte es nicht. „Es hat ganz den Anschein, als ob du dich mir nicht an- vertranen wolltest," sagte er. „Ich bin ein ganz sicherer Fahrer, das weißt du doch!" Nun schwieg Helbing und machte keinerlei Einwände mehr. Elisabeth hing sich an seinen Arm und bat rührend: „Nimm mich mit, Rolf!" „Wo denkst du hin," sagte er erschrocken. „Es ist zu kup für dich bei Nacht und ich kann auch nicht sagen, wann ich Herbsttage im Badnerland. t>v Aus Strandbadzauber, Sommertoiletten und Blütcnbuft gleitet man allmählich in die herbstliche Stimmung. Für die Pessimisten des Lebens flt wieder die Zeit gekommen, sich tiefsinnigen Betrachtungen über die Vergänglichkeit alles Irdischen hinzu-- geben. Sie werfen um sich die Hülle der Melancholie und der Weltmüdigkeit und ziehen unter die lächelnden Sommererlebnisse einen dicken Strich. Wenn sich die Zugvögel zu ihrer großen Reise in die wärmeren Zonen rüsten und das lebensfrohe Konzert in Dur in der Natur verklingt, dann leiten allmählich die Motive der Herbstsymphonie zu gedämpften Akkorden über. Verschieden wie die Menschen, ist auch das Erlebe« des Herbstes. Für den einen ist es ein Flüchten in die Einsamkeit und Nachhängen den schweren Abschiedsgedanken. Der andere findet in ihm eine willkommene Loslösung von brütender Sommerglut und ein Hineingleiten in unbeengte Gefühle des Frohsinns und Lebensgenusses. Wenn auch die Sonne früher sinkt und sich um die Dämmerung die leichten Abenonebcl legen, wenn auch die blütenschwere Pracht der Reife allmählich Stück um Stück an Schönheit verliert, so wohnt doch dem Herbst ein eigenartiger Zauber inne. Ueber dem Lande liegen mittlere Wärmelagen, die bei günstigen Temperaturen und heiterem Herbstwetter neue Vorzüge und Schönheiten der Landschaft hervortretcn lassen. In ungebundener Ausdehnung zeigt sich das Land in satter und buntfarbiger Herbstpracht. Für Erholung und Ausspannung sind zunächst jene Gebiete bevorzugt, die zu allen Jahreszeiten ihr Antlitz ändern und immer wieder neue Schönheiten enthüllen. Frühling und Sommer in Baden sino längst bekannt. Auch der Winter in der Bergwelt des Schwarzwaldes mit ihren zahlreichen Winterfreuden genießt seit Jahrzehnten überall Sympathie in der deutschen Sportwelt. Und auch oas herbstliche Badnerland hot sich, seit langem eine besondere Stellung geschaffen. Es ist nicht so wie sonst, daß mit dem Sommer auch alles stirbt, was den Frohsinn zu steigern vermag. Ob im Unterland oie Wanderungen durch das verträumte Gebiet des Odenwaldcs und des Neckartales führen, wo saubere Städtchen und mittelalterliche Stätten zum Verweilen einladen, oder ob der Gast auf den tzöhenwegen das vielgestaltige Mittelgebirge des Schwarzwaldes durchstreift und über den Tälern die Fernsicht genießt — ein einzigartiger Gewinn liegt in dem badischen Herbst! Immer noch flutet der Verkehr in die Erholungs- und Kurorte, in denen die Häuser aller Klassen ihre Pforte geöffnet halten und bei billiger Staffelung oer Pensionspreise und sonstigen Annehmlichkeiten die Herbstdesucher erwarten. Die frischen Luftströmungen' in den Höhenlagen der Gebirgswclt mit ihrer ständigen Zufuhr oer lebenswichtigen Bestandteile beeinflussen den menschlichen Organismus in wirksamer Weise. Die Heilwirksamkeit des herbstlichen Schwarzwaloes beruht in der reinen Atmosphäre. Ihrer darf sich der kleine Kurort auf entlegener Höhe ebenso erfreuen wie das große Weltbao in der unteren Höhenlage, wo Traubenkuren das Tagesprogramm oes Kurgastes vergnüglich ausfüllen. Die Bauern fühtcn die letzte Ernte heim. Ueber der Einsamkeit der Berge wölbt sich der wolkenlose strahlende Himmel. Von den sonnenbeschienenen Bergeshängen ertönt der Gesang der Winzer und süßer Mostruch nimmt die Sinne gefangen. Unschätzbare Lebenswerte schlummern in der badische« Herbstlandschaft, sie sind ein kostbares Geschenk der Natur, die sich hier in immerwährender Erneuerung darbietet und sich zum Segen der Menschheit verschwendet. Aus Nah und Sern. X Sinsheim, 26. Aug. (Turnerfilm des 10. bad. Turnkreises.) Um die erhebenden Tage anläßlich des 14. deutschen. Turnfeste in Cöln für die badischen Turner zu einer bleibenden Erinnerung zu machen, wurde auf Veranlassung ver Kreisleitung durch oen Reklameverlag Martin Sachs, Mannheim ein Film hergestellt, der im Rahmen einer großen Veranstaltung besonoers die Teilnehmer oer badischen Turner am Feste zeigen soll. Alle Momente landsmannschaftlicher Art sino im Film festgchaiten, von der Abfahrt oer Vereine nach der Domstadt bis zu ihrer Ankunft in der Heimat. Der Film steht den verschiedenen Orts-» vereinen gegen eine Gebühr von 50 Reichsmark zur Vorführung und als gleichzeitiges Werbemittel zur Verfügung. In dem Film sollen nach neuerer Mitteilung außerdem Bilder des badischen Landes eingeführt werden von Orten, deren Vereine außer der Gebühr noch einen Sonderbeitrag leisten. Schon jetzt kann gesagt werden, daß der Film bei der badischen Turnerschast und Bevölkerung im ganzen Lande warmes Verständnis und Interesse finden wird. Er wird in den nächsten Tagen zur Vorführung bereit sein. V3F Sinsheim, 26. Aug. (Bestrafte -Schwarzhörer.) In den } Monaten April—Juni 1928 sind wegen nicht genehmigter Er- lcy sogar erst morgen prackromme. Es rann sein, vay früh zur Sprechstunde zurück bin." Helbing ging noch für einen Sprung ins Pfarrhaus, sich ju verabschieden. Die junge Frau aber schlang die Arme lm den Gatten. ' . _ ,, „Rolf, wenn dir etwas zustößt, so allein bei Nacht aus dem Rückweg, werde ich sterben daran!" Er küßte sie leidenschaftlich. „Deswegen wolltest du mit, mein Lieb?" Sie nickte, daß er ihre feuchten Augen nicht sehen sollte, hatte sie ihr Gesicht gegen seinen Hals gedrückt. „Bin ich so großer Liebe wert?" dachte Karsten und preßte sie fest an sich. Kurz vor acht Uhr fuhr Karsten mit Helbing ab. Einige Minuten nach elf Uhr hörte Elisabeth bereits sein Hupensignal wieder durch die Nachtstille klingen. Ein eisiger Schrecken lähmte ihr die Glieder. Er mutzte eine rasende Fahrt hinter sich haben. Sie stand im Garten, als er durchs Tor kam, das der Chauffeur gechsnet hatte. „Sieh mal, kleine Frau, nun hast du mich wieder, lachte er. „Der Wagen läuft tadellos." , . . nr Sie fand kein Work der Begrüßung, aber ms er den Arm um sie legte, um mit ihr ins Haus zu gehen, fühlte er, wre ^„Mache^käne^solche Fahrt mehr. Rolf," bat sie. Er hörte, wie ihre Stimme schwankte. „Nein, Liebste! Nie wieder! Von Petersen sich P verabschieden, war Helbmg nicht mehr möglich gewesen. . _ „ . _ So schrieb er ein paar Zeilen der Entschuldigung. Lona weinte des Nachts ein stilles, lautloses Weinen in ihre Vielleicht hätte er doch kommen können, nur für ein paar kurze Minuten. Aber er hatte jedenfalls ein Zusammen- treffen mit ihr vermeiden wollen. Warum hatte er damals, als er sein Leben für das ihre einsetzte, so voll Todesangst ihren Namen gerufen? Nur weil er für einen Augenblick die Schmach vergessen hatte, die sie ihm angetan. Und d«ln» als die Erregung vorüber'war. stand die Vergangenheit wieder vor ihm und machte sein Herz hart und verschloß ihm die Lippen. Nr. 199. Jahrgang 1928. richtung oder nicht genehmigten Betriebs von Fmrkanlagen 331 Personen rechtskräftig verurteilt worden gegenüber 1003 im gleichen Zeitraum des Vorjahres und 551 in den Monaten Januar— März 1928. Abgesehen von der Einziehung des Vorgefundenen Funkgeräts ist z. T. auf recht empfindliche Strafen (Geldstrafe bis 300 RM.. in einem Falle 10 Tage Gefängnis) erkannt worden. Unter den Verurteilten befinden sich 12, die wegen Beihilfe oder Mittäterschaft verurteilt wurden. * Sinsheim. 26. Aug. (Achtung Falschgeld!) Bon verschiedenen Orten des Neckartals kommen Nachrichten, über den Umlauf falscher Zweimarkstüche, die kaum von den echten zu unterscheiden sind. Da die Falschstücke aber aus Blei oder Zink hergeftellt sind, erkennt man sie sofort am Klang. Es werden auch häufig alte Markstücke in Zahlung gegeben. * Sinsheim. 25. Aug. (Der Kündigungsschutz bei langjährigen Angestellten.) Hinsiästlich der Kündigungsbestimmungen sind durch Gesetz vom 9. Juli 1926 für langjährige Angestellte gewisse Schutzmaßnahmen getroffen worden. Danach können Angestellte, die im selben Betrieb länger als fünf Fahre beschäftigt sind, nur nach dreimonatiger Kindigungsfrist, bei wenigstens achtjähriger Tätigkeit in einem Betriebe mit viermonatiger Kindigungsfrist, bei zehnjähriger Beschäftigung mit fünfmonatiger Kündigungsfrist, bei zwölfjähriger Beschäftigung mit sechsmonatiger Frist gekündigt werden, aber immer nur zum Quartalsschluß. Aus diese Bestimmungen finden aber nur — was sehr wesentlich ist — die Dienstjahre nach vollendetem 25. Lebensjahre Berücksichtigung. Somit fallen nur Angestellte im Alter von mindestens 30 Fahren unter diese Schutzbestimmungen. A Bad Rappenau, 26. Aug. (Renooierungsardeiten am Rathaus.) Gegenwärtig wird unser Rathaus unter sachkundiger Aufficht durch Regierungsbaumeister Huber - Sinsheim einer gründlichen Renovation unterzogen. Aus den Steinblöcken der alten Brücke wurde ein hübscher Wandbrunnen mit figürlicher Bildhauerei gefertigt und an der Außenseite angebracht, der nicht nur zum Schmucke dienen soll, sondern als Ersatz für die durch die Errichtung der Wafferlei- tung weggefallenen Pumpbrunnen gedacht ist. Das Bidwerk stellt einen Landwirt dar, der bei aufsteigendem Gewitter sein Pferd fest am Zügel hält! Was das Bild ausweist, sagte die angebrachte Schrift. Ruhe ist'des Bürgerspflicht! Humorvollist auch die Beckenumschrist I Im Wein liegt Wahrheit! Im Wasser Klarheit! Eppingen, 25. August. (Todesfall.) Vorgestern abend starb hier der Jubelpriester Stadtpfarrer a. D. Josef Engelhardt von Obergrombach. Der Verstorbene war erst vor vier Wochen hierher in seine Heimat gekommen, um mit feinen beiden Schwestern seinen Lebensabend zu verbringen. % Sulzfeld, 26. Aug. (Um ein Schwimmbad.) In der jüngsten Bürgerausschußsitzung wurde durch die Burgerpartei der Antrag auf Errichtung eines Schwimm- und Sonnenbades gestellt. Wer die hiesigen Badeverhältnisse kennt, die keineswegs dazu geeignet sind, bei einer Bevölkerung von 2500 Einwohnern den hygienischen Anforderungen zu genügen, der wird dem Antrag Verständnis abgewinnen. Ob nun von den beiden genannte-n Projekten das oberhalb des Ortes mit Speisung durch den Bach oder das unterhalb des Ortes mit Speisung durch die Wasserleitung zur Ausführung kommt, ist mehr oder weniger von der Kostenfrage abhängig. Es wäre erfreulich, wenn sobald als möglich das Projekt in greifbare Wirklichkeit gerückt würde, da dieser heiße Sommer mit aller Deutlichkeit gezeigt hat, daß die jetzige Badeanstalt kaum für die Jugend Fassungsraum hat, für die Erwachsenen aber kaum zu benützen ist. Was der Rachbargemcinde Mühlbach möglich war, sollte auch hier möglich sein. P Meckesheim, 26. Aug. (Generalversammlung.) Am gestrigen Sonntag fand im Bürgersaale hier die Generaloersammlung des ländlichen Kreditvereins statt. x Aus dem Amtsbezirk, 26. Aug. (Notlage der badischen Steinindustrie.) Auf einer Versammlung der badischen Steinbruchbesitzer, die vor kurzem in Offenburg stattfano, kam die sehr ungünstige wirtschaftliche Lage, in der sich die badisch« Steinindustrie zurzeit befindet, zur Sprache. Der gesamte Industriezweig arbeitet heute eingeschränkt. Im Durchschnitt haben die Schotterwerke 20 Prozent der normalen Belegschaft entlassen. Die Pflastersteinbetriebe haben drei Monate still gelegen und beschäftigen jetzt Der Landdvte * Tinsheimer 3eitnng. knapp 35 Prozent ihrer Belegschaft. Die Werksteinbetriebe hätten mindestens unter der gleichen Einschränkung zu leiden, wenn nicht die größte Firma mit einem Auslandsauftrag beschäftigt wäre. Die Versammlung erhole Protest dagegen, daß demgegenüber die badischen Staatsbetriebe voll beschäftigt find und forderte, daß zunächst die steucrzahlende Privatwirtschaft ausreichende Beschäftigung findet. Die Versammlung besästoß daher einstimmig, zunächst bei der Badischen Wasser- und Straßenbaudirektion in Karlsruhe vorstellig zu werden. 1 Aus dem Drnhrain, 26. Aug. (Beginn der Hopfenernte^ Die Hopfenernte in den wärmeren Lagen o«s Bruhrains hat vor einigen Tagen begonnen und ist gegenwärtig in vollem Gange. Bei einem Gang durch oie Dörfer des Bruhrains sieht man allent- .Mlben die Hopfenbüroen längs den Straßen vor den Häusern ausgebreitet. Die nach den letzten Regentagen wieder eingetretene wärmere sonnige Witterung ist dem Hopfenbauer willkommen; er kann die weithin duftenden flockenförmigen Früchte besser trocknen. Wenn auch bis jetzt kaum Preise genannt werden, so geht man nicht fehl in der Annahme, daß die Durchschnittspreise über 150 Mark liegen, mindestens diese aber im Bruhrain erreicht werden. In feuchteren Lagen wird der Ausfall ein rechlicher fein und schönere Ware zeitigen. Eine Preisspanne von 100 Mark zwischen der besten und minderwertigen Qualität wird sich in diesem Jahre wohl kaum vermeiden lassen. Angebote wurden bis jetzt kaum gemacht, wiewohl die Hopfen schon auf den Hürden liegen. — Aus dem Odenwald, 25. Aug. (Herbftaussichlen.) D«r badische Odenwald, welcher jedes Jahr ein sehr großes Quantum Mostobst in die Großstädte lieferte, fällt dieses Jahr ganz aus, da die Kernobsternte ganz gering ist. Durch die Trockenheit fällt das wenige Obst noch herunter. Die Zwetschenbäume, die voll hingen, sind bald leer. Diese Trockenheit im Sandsteinboden wirkt sich auch schlimm in den Feldgewächsen aus. Die Kartoffeln stehen ab, die Rüben wachsen nur langsam und das Grünfutter geht zur Neige. Der jetzt einsetzende »Regen hilft der Kleeeinsaat, aber für die Grünherbstfütterung kommt er zu spät. Die Landwirte sind daher gezwungen, Heu zu füttern. Das gibt vom September bis Mai einen sehr langen Winter. Das Schlachtvieh ist im Preise schon gesunken, da manche Landwirte aus Futtermangel schon Vieh abstoßen. So ist der Jahrgang 1928 für den Odenwälder Bauer kein guter. = Aus dem Bauland, 28. Aug. (Der Grünkern.) Nachdem die Grünkernernte allerorts beendigt ist und der Handel mit diesem hervorragenden Erzeugnis des Baulandes eingesetzt hat, dürste es von Interesse sein, auch etwas über die Geschichte der Grünkernzubereitung zu erfahren. Der Anfang der Zubereitung des Grünkerns liegt im Dunkeln, daran hat sich auch darüber schon eine sagenhafte Erzählung gebildet. Falsch ist jedenfalls der Bericht, daß in dem Hungerjahr 1817, in dem der Spelz (Dinkel) nicht reif wurde, die grünen Aehren gedörrt worden seien und so habe damals die Zubereitung des Grünkerns ihren Anfang genommen. Tatsache dagegen ist, daß Grünkern bereits im Handel ivar. Somit darf man annehmen, daß die Herstellung schon um 1780 oder früher im Bauland bekannt war. Wicsldch» 25. August. (Voranschlag.) Im Voranschlag 1928/29 wird die vorjährige Umlage nicht überschritten. De« erhöhten Ausgaben stehen erhöhte Einnahmen gegenüber. Für die Kapitalschuld von 224 332 RM. müssen 19174 RM. Zins und 12 800 RM. Tilgung aufgebracht werden. Vorgesehen sind die Errichtung eines Schulhauses und eines Schwimm- und Sonnenbades. Wastdors (bei Wiesloch), 25. August. (Angenommener Voranschlag.) In der letzten Bürgerausschußsitzung wurde mit allen gegen zwei Stimmen der Voranschlag für 1928/29 angenommen. In den Voranschlag wurden 50000 RM. als Ueberschuß von den Einnahmerückständen in Höhe von 110 000 RM. eingestellt. Von diesen 50 000 RM. sind bereits 40 000 RM. eingeaangen. Mannheim» 25. August. (Der Dampfer „Bismarck" beschädigt.) Als der Paffagierdampfer „Bismarck" gestern abend von Speyer nach Mannheim zurückfahren wollte^ stieß er bei der Ausfahrt aus dem alten Hafen an die LandMontag, den 27. August 1928. spitze, wodurch das Steuer brach. Tie Fahrt konnte nicht fortgesetzt werden, und die Paffagiere mußten mit der Bahn die Heimfahrt antreten. Mannheim, 25. August. (In eine Säge gelaufen.) Ein fünfjähriger Knabe lief auf der Rieöfelöstraße beim Spielen gegen einen vorüberfahrenden Radfahrer, der eine Säge mit sich führte, und wurde durch die Säge im Gesicht verletzt. Lndwigshafe«, 25. August. (Eine Kindsleiche gefunden.) Unterhalb des Winterhafens wurde eine von einer Frühgeburt stammende Kindsleiche im Alter von 4—5 Monaten geborgen. Die näheren Umstände sind noch völlig unbekannt, doch kann auf ein Verbrechen der Kindsmutter geschloffen werden. Weinheim, 25. August. (Seinen Verletzungen erlegen) ist in der letzten Nacht im hiesigen Krankenhaus das dreijährige Kind aus Rimbach, welches anläßlich eines Besuchs mit seiner Mutter in Oberlaudenbach in einen mit heißem Waffer gefüllten Ständer gefallen war. Neckarhanse«, 25. August. (Ehrung.) Auf einstimmigen Beschluß der Generalversammlung wurde der frühere Kommandant der freiwilligen Feuerwehr Neckarhausen, Rohlederer, aus Grund seiner Verdienste zum Ehrenkommandanten ernannt. Herbolzheim, 25. August. (Bürgerausschuß.) Bei der am Freitag stattgefundenen Bürgerausschußsitzung ergab sich für den diesjährigen Voranschlag ein Fehlbetrag von 79 957 RM. Zur Deckung wird erhoben: auf Liegenschaften 80 Pfg., auf Betriebsvermögen 32 Pfg. und vom Gewerbe- ertrag 6 RM. **Ettli«gen, 25. August. (Selbstmord., In einem Anfall von geistiger Umnachtung hat heute früh die Schlossermeister- ehefrau Röser ihrem Leben ein Ende gemacht. Steißlingen, 25. August. (Schwerer Unfall.) Der 28- jährige Sohn des Landwirts Max Biedermann wollte einen zweijährigen Ochsen auf den Radolfzeller Viehmarkt zum Verkauf bringen. Unterwegs wurde das Tier plötzlich wild, warf seinen Führer zu Boden und gab ihm einen Tritt in die Magengegend, so daß Biedermann bewußtlos liegen blieb. Die Verletzungen sind glücklicherweise nicht lebensgefährlich. ** Lörrach, 25. August. (Lebensmüder Greis.) Auf der Landstraße nach Adelhausen wurde ein etwa 70 Jahre alter Mann im Walde ganz verwahrlost aufgefunden. Er hatte sich in selbstmörderischer Absicht noch einige Schnittwunden beigebracht, die jedoch nicht lebensgefährlich waren. Der Unglückliche wurde ins Krankenhaus gebracht, er weigerte fich aber, feinen Namen zu nennen. **Haltinge« bei Lörrach, 25. August. (Schwerer Unfall.) Vor deip Ortseingang verunglückte am Donnerstag abend der Maurerpolier Mötsch aus Oellingen, indem er vom Rade stürzte. Er trug eine schwere Kopfverletzung davon und mußte in das Lörracher Krankenhaus gebracht werden. ** Stanfe«, 25. August. Die hie« geplante Obst- und Gartenbauausstellung mußte auf unbestimmte Zeit verschoben werden, weil infolge der langen Trockenheit das Erträgnis von Garten und Feld so minimal und gering ist, daß es zur Beschickung einer Ausstellung nicht genügt. Eine Autofahrt mit üblem Ansgang. Manlbnrg bei Schopfheim, 25. Aug. Drei hiesige Frauen unternahmen mit einem Auto eine Ausflugsfahrt. In der Abzweigung der Straße nach Eschbach bei Freiburg war der Führer genötigt, stark zu bremsen. Der Wagen kam auf der Straße ins Schleudern und stürzte die Böschung hinunter. Während der Führer mit leichteren Verletzungen davonkam, wurden die drei Frauen schwer verletzt, so daß sie in die Freiburger Klinik verbracht werden mußten. Blüte« französischer Militärgerichtsbarkeit. Mainz, 25. August. Vor dem französischen Militärpolizet- gericht stand der Schäfer Adolf Schmidt aus Worms, der des unberechtigten Betretens militärischen Gebietes beschul- j'NbmoW noch immer öie größte Schlankheit Trumpf ist, zeigen -och -ie neuen herbst- u. Wintermv-elle Linien un- Formen, -ie auch für. oo llichlanke 'Figuren durchaus günstig find. OieAufteilung -erZlächen durch Biesen un- be» tonte Nähte, schräge vo- lantansätze un- -ie Verlängerung -es Rocksaumes Lurch Zipfel, alles -irs läßt nicht, stärker erscheinen,leitet-as Auge fanft auch über einige Fülle fort un- ist für -ie beneiSenswertSchlankea ein Reiz mehr, -ie Cadrl» lostgkeit ihres Körper» zur Geltung zu bringen. Man liebl viel einfarbig glaüeGewebe un-bevorzugt solche, bei denen fich eine »ezente Wirkung -urch zweiseitige Verarbeitung, durch Zusammenstellung von blank un» stumpf, erzielen läßt. Oie Auswahl in diesen zweiseitigen Geweben ist groß: Crepe sann, Crepe Rava rette, velouttne reverfible, Rips fatin. Oie neuen Farben sind wrich un- zart» ohne fahl zu sein. Linker Len grünen Conen gibt es ein neues .Binsengrün', ein .Absgnch'» un- .Bene- -ikttnergrün'. Sehr schöne Halbtöne zwilchen dem bereits traditionellen Beigeros- un- einem schönen Biberbraun nennen fich Echil-paü», Astrachan-, Feh- oöer Blaufuchsbraun. Oiechier sezeigtG». Modell» finden soeben erschienenen Herbst- und Winter» Mo-e-Alben -esverlages Hackebeil A.-G., Berlin Elv - 8 , Linden straße 26 , entnommen, -ie eine Fülle von Vorlagen für »rokttlche Berufs-, vor» miNags-, Nachmittags- on» Abendkleider enthalten, meist farbig gedruckt. W-Ä MW 9C.-S ATeueR '3TROVIO i BCfUJN ^ 020 ^ 6 ^ \20b65 G20b63 G 20^62 'G20b66 mm <5 S046S. elegantes Nach» mittagskletd aus absgnthfar- bener Eharmelaine. Einander aufgesteppte Zormblendrn ergänzen das Leibchen. Der ! Gürtel ist linksseitig durch einen Einschnitt gezogen, rechtsseitig greift er unter die Blenden. glockig geschnittenen Roch zwei gegeneinander gerichtete ) Halten mit angeschnittenen Zipfeln. Enge, eingesetzte Aermel mit Biesenabschlust. Anstechblume aus Velour» chiffvn und Georgette. Hacke, beil Lindaschnitt Gr. I u. II. G 20465. Nachmittagskleid au» Crtp» Naoareve. Das Material ist zweiseitig verarbeitet und-war so,-atz der in Gürtel» .> ! höhe oo« einer Diese durch» -ogrne eingesetzte Teil und die eingesetzte Zipfelbahn im Roch au» der stumpfen, alle übrigen Teile aus der blanken Sette des Stoffes gearbeitet sind. Das Leibchen, das auf Achsel» Höhe Diese» har, ist linksseitig lose. Rechtsseitig spangen» artige Dlendengarnitur. Hacke» beil Lindaschnitt Gr. 11 u. 111. 0 20463. Kleid tn Koller Form aus schiidpaübraunem Satin» krepp. Oer rechte Vorderteil des Leibchens greift über den Unken, ebenso der recht» Rückenteil über den linken, vorder» und Rückenteil stnü durch schräglaufende Liesen geteilt.' Lieber den an einen Futtertest gesetzten unteren Volant sollt ein Glvchrnoolant mit angeschnittenem Zipfel. Die «gen» eingesetzten Äermet haben ebenfalls einen Volant. Einsatz und Futter des Zipfel» teils aus Eh ma krepp. Hache» bell Lindaschnitt Gr. 1! o. III. G 20466. Elegantes Nachmittagskleid aus schwarzem. i zweiseitig verarbeitetem Ertpe satin. Das, oberhalb de» auf der tzüst» fest anliegenden Roches, leicht überfallend» Leibchen hat »in» breite Ab» kchluhblend» au» der stumpfen Sette des Materials. Dem leicht glschlgen Rock ist ein Gisch enteil angeschnitten. Eine Schmuckschnalde deckt de« ebt* rtn Ansatz. Enge, eingesetzte Aermel. Hackebeil Lrndasthnitt für <5r6§* 11 und Grobe Ui. B G 20464. Kleid in glatter $etm [ aus blnfengrüne« Sarin ms» l rvcaln. Dem durchgehend ge» schnitte« en Kleide find Form. blende« ausgesteppt, die in Quetschfalten übergehen. Um de« Kleide grobem Ivette zu geben, sind fr recht»- und link»- fettig gegeneinandergerichtete Zöllen eingelegt. Oe» hochgeschlossenen Kragen kann auch ein heller Garniturkragen ein- geheftet werden. Krawalle und Taschentuch au» gemusterter Seid». Hackebeil Lindaschnitt- mvster für Große H and ! I. . ... l lll digt war. Die Beweisaufnahme ergab, daß Schmidt die Berechtigung, seine Herbe a«f einem für Truppenübungen bestimmten Gelände in der Nähe von Worms zu weiden, drei Jahre lang mit 1200 RM. jährlich erkaufen mußte. Dann wurde ihm erklärt, daß die französischen Truppen die Weide selbst benötigten, jedoch von dem zuständigen Adjutanten bescheinigt, daß er den schlechten Teil des Geländes weiter benutzen könne. Dafür mußte er so RM. bezahlen. Im Laufe des Jahres wurde der Adjutant versetzt, und der Schäfer erhielt den Befehl, das Gelände zu räumen. Als er sich beim Kommandanten beschwerte und seine schriftliche Genehmigung vorzeigte, wurde sie ihm weggenommen und zerrissen. Bevor der Schäfer von der Stadt Worms einen neuen Weideplatz erhielt, vergingen einige Tage. Sie genügten, um ihm eine Anklage cinzubringen. Das Gericht verurteilte ihn zu 50 RM. Geldsterafe oder 3 Tagen Gefängnis. . _ Kröten als Haustiere. Die Kröte, die bei uns und namentlich von der Weiblichkeit mit dem größten Widerwillen angesehen «oird, spielt im Haushalt der Natur eine wichtige Rolle und leistet dem Landwirt oder dem Gärtner große Dienste. Sie ist nämlich der geschworene Feind der Schnecken, Raupen, Käfer und sonstigen Schädlinge, die infolge ihrer fabelhaften Gefräßigkeit wahre Verheerungen auf dem Felde und 4 m Gemüsegarten aurichten können. Die Kröten, die ebenfalls mit einem starken Appetit gesegnet sind, nehmen den Kampf mit diesem Ungeziefer siegreich auf und fressen in der Nacht so viele davon, daß ein von Schädlingen befallenes Feld oder Gartenstück bald gesäubert ist, wenn man diese vierbeinigen Polizisten nur ungestört gewähren läßt. Die englischen Landwirte haben sich diese Eigenschaften der Kröten längst zunutze gemacht und pflegen eine ganze Anzahl dieser fleißigen Helfer in Kellern zu überwintern, um sie im Sommer auf ihre Plantagen auszusetzen. Aehnlich macht man es in Frankreich, wo man in den Departements, in denen vorwiegend Landwirtschaft, Weinbau und Gartenkultur vorherrscht, überall zahlreiche Kröten als Nutztiere antrifft. Ja, in jedem größeren Flecken gibt es sogar regelrechte Krötenhändler, die ihre lebende Ware in großen Fässern seilhalten. Tie Kröten werden im Dutzend verkauft, und wir, die wir noch nicht das freundschaftliche Verhältnis zu diesen nützlichen Tieren haben, sehen nicht ohne Schauder, wie der Händler mit dem bloßen Arm in das feuchtkalte Gewimmel hineingreift, um die gewünschte Anzahl hcrauszufischen. — In den Tropen gehört die Kröte zu den schlechterdings unentbehrlichen Haustieren, da es dort bekanntlich von Ungeziefer aller Art, namentlich geflügeltem, wimmelt. Käte Ols- hausen-Schönberger, die bekannte Karrikaturenzeichnerin und Tiermalerin, erzählt in einem Büchlein mit exotischen Tiergeschichten aus den Erinnerungen ihrer Tropenjahre, wie die Kröten tagsüber stumpf und unbeweglich im Garten unter Steinen hockten, gegen Abend aber lebendig wurden und bann mit ihrem eigentümlich-platschenden Schritt, wie der Froschkönig im Märchen, die Behausungen der Menschen aufzusuchen pflegten. Dort machten sie es sich mit Vorliebe auf den seidenen Kissen der Ruhebetten und Sofas bequem, und nicht selten mußten Besucher erst einige Kröten verscheuchen, ehe sie sich niederlassen konnten. Daran nahm aber niemand Anstoß, weil man dort gewöhnt ist, die Kröten oft als zur Familie gehörig zu betrachten, wie wir etwa die Lieblingskatze oder den Skbobbund Entwicklung üer Voüenerträsr Deutsehlnn-S Durchschnittserlrag Je Heklarin üz. 8,4 1880 84 «ozaen Lossen 11 5 1880 11- 16/2 19 148,5 411,7 1357 Kartoffeln Lin Vergleich der durchschnittlichen Ernteerträge des Getreide- und Hackfruchtbaues in Deutschland zeigt für die Vorkriegsjahre eine ständig steigende Vermehrung derselben. Die Nachkriegsernteergebnisse weisen dagegen einen wesentlichen Rückgang der Durchschnittserträge auf; während diese für Brotgetreide beispielsweise in den Jahren 1911-13 19.4 Dovvel^entner je Hektar betrugen, waren sie in den Jahren 1925-27 um 4 Doppelzentner je pektar, d. h. um. 2 Zentner je Morgen geringer. Trotz erhöhter Aufwendungen an Düngemitteln ist es bisher nicht gelungen, die früheren« Ernteerträge zu erreichen, da die starke Ausnutzung des deutschen Booens in der Kriegs- und Nachkriegszeit noch nicht wieder völlig ausgeglichen ist. Turnen, Sport und Spiel. Das leichtathletisch: Turnfest des Neckar-Elfenzgaues fand unter großer Beteiligung gestern in Obergimpern statt und war für den Gau ein außerordentlicher Erfolg. Die Leistungen in den einzelnen Konkurrenzen waren ganz hervorragend. Besonders zu erwähnen sind die Leistungen der Altersturner, so ein tzochsprung des 48 jährigen Wilhelm Geiß-Sinsheim von 1.55 Meter dem sich ein ebensolcher der 37 bezw. 35 jährigen. von Reith und Brenneisen Sinsheim (1.55) Hoffmann-Sinsheim (1.60) anschloß. Steinstoßen (30 Pfd.) von 7,46 Mir. von Eommev- Ittlingen, Weithochsprung von 2,60 X 1,75 Mir. von Heinzmann-Hirschhorn und Lerz-Richen. Näheres folgt. Das Deutsche Tnrnseft 1933 in Stuttgart? " Der Gemeinderat der Stadt Stuttgart hat die Ausschreibung eines Wettbewerbes zur Ausgestaltung der beiden Neckarufer, insbesondere des Cannstatter Wasens beschlossen. Auf dem Wasen sind neben einigen Lösch-, Lade- und Anlegeplätzen für Schiffe Plätze für das Volksfest und landwirt- schaftliches Hauptfest Ausstellungsflächen und feste Gebäude (Ausstellungshallen) mit zusammen 500 000 qm vorgesehen. Außerdem sollen eine größere Tagungshalle (Versetzung der Stadthalle?) und ein größeres Ausstellungsrestaurant dort Platz finden. Ferner k n Einrichtungen für den Schwimmend Wassersport in Verbindung mit größeren Anlagen für Leibesübungen (Stadion), weiterhtn Grünflächen und Grünoerbindungen vorgesehen werden. Im Zusammenhang mit dem schon bestehenden Schwimmstadion bei Untertürkheim sollen so die Grundlagen für die Durchführung eines Deutschen Turnfestes geschaffen werden. Der in Betracht kommende Platz ist etwa doppelt so groß wie der Festplatz in Köln, ist aber ganz von Eisen- und Straßenbahnen umsponnen, die eine viel bessere und raschere Beförderung der Massen gewährleisten als in Köln. Darum wird die Stuttgarter Turnerschaft mit der Stadtverwaltung alles daran setzen, daß das nächste Deutsche Turnfest 1933 nach Stuttgart, kommt. > Fußball-Ergebnifse aus Süddeutschland. Perbandsspiel«. Gruppe Württemberg: Stuttgarter Kickers — Union Bückingen 3 :1. BfR. Heilbronn — Sportfreunde Stuttgart 5 :2. Germania Brötzingen — VfB. Stuttgart 3 :1. Stuttgarter SC. — FC. Birkenfeld 4 :3. Gruppe Nordbayern: BfR. Fürth-ASB. Nürnberg (Sa.) 1 :2. Bayern Hof — 1. F.V. Bayreuth 1:1: ( FV- Würzburg 04 — Franken Nürnberg 6 :0. Gruppe Südbayern: Wacker München — DSV. München (Sa.) 1 :2. Bayern München — Schwaben Ulm 10 :0. SV. 1860 München — Teutonia München 1:2. Jahn Regensburg — Schwaben Augsburg I :3. Gruppe Baden: Sp-Vg. Freiburg — FB. Rastatt 04 1 :0. r , FV. Offenburg — Freiburger F.C. 0:2. , Phönix Karlsruhe — Freiburger SC. 5 :2. Gruppe Rhein: VfR. Mannheim — Mannheim 08 1 :0. SV- Waldhof — Pfalz Ludwigshafen 5 :0. Sp.Bg. Sandhofen — Sp.Vg. Mundenheim 3:4. Phönix Ludwigshafen — Ludwigshafen «3 2:2. Gruppe Saar: VfR. Pirmasens — Kreuznach 02 6 :3. 1. FC. Fdar — Sportfreunde Saarbrücken 3 :0. SV. 05 Saarbrücken — FC. Pirmasens 1 :2. Gruppe Main: Sp.Vg. 60,94 Hanau — Viktoria Aschaffenburg 2 :0. 1. FC- Hanau 93 — Offenbacher Kickers 3 :3. Germania Bieber — FPg. Fechenheim 03 1 :3. FSV. Frankfurt — SC. Rotweiß Fstn. (Sa.) 0 :1. Union Niederras — Eintracht Frankfurt 4 :2. Gruppe Hessen: 1. FC. Langen 03 — SV. Wiesbaden 1:1. FSV. Mainz 05 — Sp.Vg. Acheilgen 2 :0. Wormatia Worms — VfL- Neu-Isenburg 5 :1. Hassia Bingen — Alemannia Worms 0 :3. Gesellschaftsspiel«. FSB. Frankfurt — Hamburger SB. 2 :2. Sp.Bg. Fürth — I. FC. Nürnberg 5 :2. Süddeutsche Mannschaften auf Reise». Sp.V. Mörs — FV. Kaiserslautem (Sa.) 5 :2. Union Krefeld — FV. Kaiserslautem 9 :4. Red Star Straßburg — FB. Saarbrücken (Sa.) 3 :4. C. A. Messina Metz — FB. Saarbrückm 4 :6. Old Boys Basel — Saar 05 S<»rbrücken 3 :1. Termin der Fußballrückrunde. 21. Oktober: Kickers —Birkenfeld; Brötzingen gegen Sportfreunde; Stuttgarter- Sportklub gegen Böckingm; Heilbvonn — V.f.B. 28. Oktober: Bückingen — Kickers; Sportfreunde — Heilbronn; V.f.B. — Brötzingen: Birkenfeld — Stuttgarter Sportklub. 4. November: Stuttgarter Sportklub — B-f.V.; Heilbronn — Birkenfeld. 11. November: Birkenfeld — Sportfreunde; V.f.B. — Bök- kingm; Kickers —Brötzingen. 18. November: Stuttgarter Sportklub — Kickers; Böckingm — Heilbronn; Brötzingen — Birkmfeld. 25. November: Kickers — V.f. B.; Heilbronn — Stuttgarter Sportklub; Brötzingm — Bückingen. 2. Dezember: Sportfreunde — V.f.B.; Brötzingm — Heilbronn: Bückingen —Birkenfeld. 9. Dezember: Heilbronn — Kickers; Sportklub — Brötzingm; Sportfreunde — Böckingm. 16. Dezember: Kickers — Sportfreunde; V.f.B. —Birkenfeld. 23. Dezember: Sportfreunde — Sportklub. Wacker-Müncheu nach Nordamerika eingelade«. Der FC. Wacker-München hat von seinem Namensvetter in Milwaukee (USA.) eine Einladung erhalten, im Fe» bruar 1929 sechs Spiele gegen deutsche Fußball-Mannschaften in den Vereinigten Staaten auszutragen. Es werdeir freie Reise und Aufenthaltskosten für eine 20 Mann starke Expedition zugebilligt. Wacker-München hat seine prinzipielle Zusage bereits gegeben und wird sofort unter Einreichung der entsprechenden Unterlagen die Genehmigung des Deutschen Fußball-Bundes beantragen. Die Länderspiele der Schweiz. Das jetzt endgültig festgesetzte Programm für die Länderspiele der Schweiz in der kommenden Saison weist folgende Treffen auf: 14. Oktober in Zürich oder Bern gegen Italien, 28. Oktober in Wien gegen Oesterreich, am 1. No- vember in Budapest gegen Ungarn, am 17. Februar tu Düsseldorf gegen Deutschland, am 17. März in Amsterdam gegen Holland, am 7. April in der Schweiz ge- gen Ungarn und am 12. Mai regen die Tschechoslowakei iu der Schweiz. ^ Radio»Programm ^ Für Montag, 27. August. Breslau. 20.30 Uhr: Militärkonzert. Frankfurt. 6.30 Uh: Dr. Lavm: Gymnastische Uebungen. 16.35 Uhr: Opernmusik. 19.30 Uhr: „Tosco". Oper in 3 Akten. Uebertragung aus dem Opernhaus. Anschließend: Schallplattenkonzert. i Hamburg. 20 Uhr: Kammergesänge für Sopran. (Hannover») 21.10 Uhr: Der Kreis der Zwölf. Köln und Langmberg. 18 Uhr: Vesperkonzert. 20.15 Uhr: Bergmanns-Abend (Münster). 21.35 Uhr: Aus Ser Steiermark (Dortmund). Darauf bis 24 Uhr: Konzert aus dem Kaffee Cors in Dortmund. Königsberg. 21 Uhr: Bunte Stunde. 22.30—23.30 Uhr: Fnr Marsch- und Walzer-RythMus. Königswufierhausen. 21 Uhr: Zur Unterhaltung. Leipzig. 20.15 Uhr: Der Dichter in Schuberts Liebem: „Schiller". 21 Uhr: Bunter Abend. 22.15 Uhr: Nachtmusik aus Dressen. München. 20.30 Uhr: Abendkonzert. 22.25 Uhr: Schachfunk. (Nürnberg.) Stuttgart. 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 20 Uhr: „Handwerker". Darauf: Tanzmusik aus dem Kaffee Wilhelmshaven. Davrntry Experimental. 20 Uhr: Konzert. 21 Uhr: fSunter Abend. 22.15 Uhr: Tanzmusik. Toulouse. 20.30 Uhr: Fnstrumentalsoli. 21.30 Uhr: Opernarien. Wien. 20 Uhr: Kammermusikabend. 20.45 Uhr: Manüolinen- Orchesterkonzert. 22 Uhr: Schallplatten-Kabarett. Barcelona. 22 Uhr: Glockenspiel von der Kathedrale. 22,20 Uhr: Lieder. 22.45 Uhr: Orchesterkonzert. Prag. 21 Uhr: Konzert. Budapest. 17.45 Uhr: Ungarische Volkslieder. 21.45 Uhr: Schrammelmusik. Bahnhofstr.23 Radio-Häuser Heidelberg Telefon 4109 Modernste Rundfunk—Anlagen-Versand sämtlicher Zubehörteile nach allen Orten. - Berlreterbesuch u. Vorführung unverbindlich. Radio-LiterMr, Prsgramm-Zettschriften -ei 3. Doll, vuchhdlg., Sinsheim Wetterbericht. storansstchtliches Wetter vom 25. Angnst bis 1. September. Schneller noch als erwartet, begannen schon am Ende der »origen Woche die Kaltluftmaflen zusammenzustnken, wo- ' furch uns wieder einige heitere und tagsüber warme Tage • ieschieden waren; hingegen waren die Nächte infolge der tarken Ausstrahlung schon merklich kühl, wobei in der Ebene Liefsttemperaturen von etwa 7, im Gebirge von nur 3 Grad \ »eobachtet wurden. Neue Störungen griffen, vom Ozean kommend, schon am konntag auf das Festland über und führten zu zeitweiliger vewölkungszunahme und strichweise — besonders in Nord- faden — auch zu mäßigen Niederschlägen. Das gegenwärtig iber den Azoren lagernde Hochdruckgebiet dürfte für das Wochenende noch bestimmend sein und damit den feucht- nildcn, etwas wechselvollen Witterungscharakter erhalten. Dann ist jedoch mit einem Kaltlufteinbruch zu rechnen, )ei dem es wieder zu stellenweise recht kräftigem Gewitterregen kommen kann. Im Anschluß daran ziemlich kühl, mit chwacher Bodenfrostgefahr im Hochgebirge, Erst die letzte» Monatstage wieder in der Mittagszeit wärmer. Aussichten. Flachland und Mittelgebirge: Zunächst noch kurze Zeit »ielfach wolkiges, feuchtmtldes Westwetter; dann nach Ge- vitterregen Abkühlung. Später wieder aufheiternd und zn- rehmende Tagestemperature». Hochgebirge: Anfangs bei mildem Westwind wolkig, dann cach Gewitterregen Abkühlung mit nächtlicher Bodensrost- lefahr, unter vorübergehender Stärkezuuahwe, Drehen des - Windes auf Nord. Der Zwangsversteigerungstermin gegen Heinrich Schick in Einsheim am Freitag, den S1. Angnst 1928 findet nicht statt. Sinsheim, den 25. August 1928. Bad. Notariat: Käse ist nahrhaft und billig! Versende z. Zt. Allgäuer Stangenkäse in Postkolli v. 9 Pfd. p. Nachnahme, das Pfund zu 35 Pfg. ab hier. Heinrich Hörtrich / Molkereiprodulite Mivdelheim (Mgöv.) Auto! Gelegenheilskäule 1 Opel 4 Sitzer ..... Mk, 1OOO-— 1 Malhl» 2 Sitzer. . . . 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Tanzlehrer, Mitglied des L.V.B.T. und det A.D.T.V. TumiertSnzer in Baden-Baden.