Erscheint täglich Mit Ausnahme der Feiertage Bezugs-Preis: Durch diePost bezogen und durch den Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goldmark 1.60 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. Zn Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Liefer- ' ung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit t /28 bis 5 Ahr Sonntags geschloffen. Fernsprech-Anschluß Nr. 488 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 8908 Der Lanöbote ZinsReimer H Zeitung fsss General-Anzeiger für klfenz-und Schuxugbachtol Kettelte und verbreitetste Leitung dieser Gegend. I)»upt-K»yeigen-8iLtt MSch««tl. Seilag«« : 8i« Mick» in cki« Welt » Die Sremnenttob« » Aas ck«n» »eich cker lvcxi« » R*tg«b«r für y»o» «. r»»«lvi»Uch»kt Anzeig en-Preife: Anzeigen: Die 33 mm breite .tuiimeter-ocüc v.ov .0 g. Reklamen: Die 92 min breite Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundicbritt im Anzeigen- und Textteu ist Petit. Bei Wiederholungen tariffester Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rechnungsdatum oder bei gerichtlicher Betreibung erlischt. Anzeigen-Annahme bis 8 Ahr vormittags; größere Anzeigen müssen am Tag« vorher aus- gegeben werden. Bank-Konto DereinsbaaL Sinsheim r. G.». b. L. M 214. Reformen Reichsjuftizminifter Koch-Weser Salzburg, 13. September. Der Beginn des hier stattfin- denden Deutschen Juristentages gewann besondere Bedeutung durch eine Rede des Reichsjustizministers Koch-Weser, der seine Freude darüber ausörückte, daß er vor dem Juristenparlament «der beiden deutschen Reiche" sprechen dürre. Er gedachte dabei der besonderen Verdienste, die der österreichische Stamm um die Entwicklung des deutschen Rechtes habe. Besonders habe sich der frühere österreichische Justiz- minister Dr. Dinghofer um die Rechtsgleichheit Oesterreichs und Deutschlands verdient gemacht. Mit der Verteidigung des Bestehenden — so fuhr der Minister fort — sei es nicht getan. Die erste Aufgabe sei die, das deutsche Rechtsleben zn vereinfachen und übersichtlicher zu gestalten. Veraltete Gesetze müßten beseitigt werden. Aber auch eine Sammlung des bestehenden Rechtes sei notwendig. In der Organisation der Rechtspflege müffe rationalisiert werden. Er — der Minister _ trete für eine klare und auch dem Rechtsuchenden verständlichere Organisation und des Jnstanzenwesens ein. inwieweit das Eideswesen abgebaut werden könne, müffe Donnerstag, den 13. September 1928. der Justiz. auf dem Salzburgs«' Zurlftentag. geprüft werden. Das wichtigste an der Rechtspflege sei die Persönlichbeit des Richters. Die Wahrnehmung des Richteramtes dürfe nur durch gereifte und erprobte Persönlichkeiten geschehen. Es müsse mehr der Oualitätsbeamte in den Vordergrund treten. Auf die Ausbildung des richterlichen Nachwuchses auf dem Gebiete der Strafrechtspflege werde der i größte Wert zu legen sein. Er hoffe, daß es gelingen möge, die Fonds für die Fortbildung der Richter in einer Weise zu ergänzen, die nicht nur wenigen Auserlesenen weitgehende Studientätigkeit, sondern auch einer großen Anzahl eine Erhebung aus der Enge des Alltags ermöglichen werde. Es gebe kaum ein wichtigeres Staatsgeschäft als die Pflege des Rechts. Durch positive Maßnahmen könnte die sogen. „Krise des Rechts" eher überwunden werden als durch negative Maßnahmen, wie z. B. die Aufhebung der Unabsetzbarkeit des Richters. Andererseits dürften die Richter aber l nicht überempfindlich gegen Kritik sein. Das Jnterefle des Volkes am Recht gehe leider zurück. Es gelte deshalb, das I Recht mit Volksgeist zu erfüllen. 89. Jahrgang scher Staatsangehöriger, die vom französischen Kriegsgerichi in Landau und dem Militärpolizeigericht gegen deutsche Beamte und Zivilpersonen im Zum, Juli und August ergangenen Urteile das Auslieferungsbegehren gegen die vier im Zweibrücker und Maximiliansauer Zwischenfall im Abwesenheitsverfahren verurteilten Deutschen und nicht zuletzt die Aufdeckung des großen Zndustriespionagefalles der französischen Sürete in der 3. G. Farbenindustri«. Die Meinlandmanöver beendet Paris, 13. September. Am Dienstag gingen die Rhein- lanümanöver zu Ende. General Gnillaumat, der Oberkommandierende der Rheinlandtruppen, machte vor Pressevertretern recht intereffante Ausführungen, die die Mentalität der französischen Besatzungsbehörde ins rechte Licht stellen. Er erklärte u. a.: Schon vier Jahre arbeite er hier mit der Presse zusammen. Er zweifle nicht daran, daß man sich auch im nächsten Jahre wieder hier treffen werde. Während der Manövertage hätten die Besatzungstruppen der Bevölkerung bewiesen, baß es noch eine französische Armee gebe und daß es eine französische Armee geben werde, mit der man rechnen müsse, wenn die divlomatischen Verhandlungen nicht genügten. Große Luftmanöver über Paris. Paris, 13. September. Am 14. und 15. September werde« «ach dem Beispiel von London auch über Parjs große Luft- manöver stattfinden. Verhaftung hoher Offiziere in Rußland. London, 13. September. Die Sowjetregierung hat, wie aus Moskau berichtet wird, eine Anzahl hoher Offiziere der Roten Armee in Odessa und Kiew unter der Beschuldigung verhaften lasten, bolschewtstenfetndliche Stellen in der Armer gebildet zu haben. Gleichzeitig sollen zahlreiche Verhaftungen führender Persönlichkeiten in Moskau. Leningrad und Charkow erfolgt sein. Me Brünne? Katastrophe Rücktritt des Eisenbahnministers verlangt Prag, 13. April. In der Dienstagsitzung des sozialpolitischen Ausschusses widmete der Vorsitzende den Opfern dei Saitzer Eisenbahnkatastrophe wärmste Anteilnahme. Er erklärte, das ungeheure Eisenbahnunglück habe die ganze Ocf> fentlichkeit erscküttert. Die Nachrickten über die große Zahl oo» Toten und Verwundeten hätten in der Oeffentlichkeit -inen niederschmetternden Eindruck gemacht. Den verantwortlichen Stellen aber rufe er zu, daß sie für den sicheren Betrieb auf den Bahnen sorgen und die Ursachen aller bisherigen Unfälle prüfen müßten. Von sozialdemokratischer Lette wurde der Rücktritt des Eisenbahnmrnisters verlangt. Unglaubliches Verhalten der tschechische» Amtsstelle» nach der v-Zng-Katastrophe. Prag, 11. Sept. Die Aufräumungsarbeiten an der Uu- zlücksstätte von Saitz werden noch immer fortgesetzt. Der durch das Eisenbahnunglück entstandene Sachschaden wird ruf drei Millionen Kronen geschätzt. Am Dienstag weilte der Eisenbahnminister eine Stunde lang an der Unglücks- - statte. Die Pressephotographen wurden am Photographieren verhindert. Die Art und Weise, wie sich die Behörden zu dem Unglück stellen, muß überall Entrüstung und Erbitterung Hervorrufen. Die Bahnverwaltung hat sich in der Hilfe in keiner Weise hervorgetan. In der Station Saitz gab es kein Verbandszeug. Der erste Hilfszug brachte nur Arbeiter, aber keine Aerzte. Die Brünner Freiwillige Rettungsgesellschaft, eine alte schlagfertige, allerdings deutsche Einrichtung, wurde ; nicht zu Hilfe gerufen, sonder» nur der tschechische Rettungsdienst. Die Deutsche Rettungsgesellschaft erfuhr erst durch eine private Mitteilung von dem Unglück und konnte in- folgedeffen nur mit großer Verspätung an der Unglücksstelle erscheinen. Als der erste deutsche Hilfszug Verwundete nach Brünn brachte, hinderten die ohne Wagen am Babnbok weilenden Mitglieder des tschechischen Hilfsdienstes Zn wenigen Worten „Giornlae d'Jtalia" äußert sich in einem Artikel mit großer Genugtuung über die Rede Briands. * Der französische Haushaltsplan für 1929 weist eine Aus-, Wabenerhöhung von nahezu drei Milliarden Franken gegenüber einer Einnahmeerhöhung von fast der gleichen Summe auf. * In Belgrad fanden Demonstrationen gegen den jugo-, slavischen Arbeitsminister statt. * In der Steuerabteilung des Warschauer Magistrats wurden große Betrügereien aufgedeckt. * Hugo Stinnes junior hat wegen der gegen ihn schweben- »en Untersuchung seine gesamten Aemter in Vorständen und Auffichtsräten in- und ausländischer Gesellschaften zur Verfügung gestellt * König Alfons von-Spanien traf in der Nacht zum Mittwoch an Bord eines spanischen Kreuzers in Kiel ein. * Freiherr v. Hünefeld plant in Gemeinschaft mit dem schwedischen Flieger Lindner einen Ostastenflug, der unter i Umständen über den Pazific nach Amerika ausgedehnt wer-, den soll. ^ Der Droschkenkutscher Gustav Hartmann traf am Mitt- woch von seiner Droschkenfahrt Berlin—Paris—Berlin wie- der in der Reichshauptstadt ein. Rheinlandbesprechungen der Großmächte. Der amtliche Berich». Gens, 18. Sept. (Funkspruch.) Ueber den Verlauf der Dienstag-Besprechung der Mächte der Botschafterkonferenz mit Deutschland ist sowohl von der englischen, wie vor deutscher Seite eine offizielle Mitteilung ausgegeben worden. D.« deutsche Mitteilung hat folgenden Wortlaut: „Heute «achmittag fand über die Rheinlandräumung ein Meinungsaustausch statt, der Donnerstag um 10 Uhr seine Fortsetzung findet." Ueber de» Inhalt der Besprechung wird von seiten der englischen Delegation etwas Näheres ausgegeben. Die englische Delegation veröffentlicht folgende Mitteilung: »Der tu Aussicht genommene Meinungsaustausch hat heute statt- gesunden. Die Diskussion wird am Donnerstag fortgesetzt werden. Man hat noch keinen endgültigen Plan festgesetzt. Es fand zunächst mehr ein allgemeiner Meinungsaustausch statt. Die Aussprache war ziemlich umständlich, da man die Verhandlungen in drei Sprachen übersetze» mußte. Die Aussprache ist aber vollständig gewesen. Man hat bet dieser ersten Sitzung noch keine Einzelheiten festlegen können, man hat aber die Hauptsache umriflen, um eine Grundlage für die Ansfprache zu schaffen, die am Donnerstag fortgesetzt wird." Der deutsche StaudpuE Berlin, 13. Sept. Wie inzwischen in Berlin bekannt geworden ist, ist in der Fünfmächtebesprechung über die Rhein- kandräumung von seiten des Reichskanzlers Müller der deutsche Standpunkt in aller Form dargelegt worden, daß nämlich Deutschland den moralischen und rechtlichen Anspruch auf Räumung der Rheinlande habe, daß aber di« Räumung nicht erkauft werden könne. Gleichzeitig sind jedoch parallele Verhandlungen in der Reparationsfrage, falls die Besatzungsmächte hierauf bestehen sollten, angeregt worden. Im übrigen wird in Berlin nochmals auf den von Reichswirtschaftsminister Curtius auf der Kölner Bankiertagung dargelegten deutschen Standpunkt verwiesen. In den gestrigen Verhandlungen hat sich — wie in unterrichteten Kreisen verlautet — eine Brücke für die lleberwindung der beidersettigen Gegensätze noch nicht finden lassen. Tie einzelnen Delegationen werden de« heutigen Tag dazu benutzen, um mit ihren Regierungen in Verbindung zu trete» und nötigenfalls zusätzliche Instruktionen einzuholen. Da in Berlin für heute keine Kabinettssitzung vorgesehen Ist, Ist anzunehmen, daß die Möglichkeiten, die sich aus den gestrigen Besprechungen mit den Mächten sür «ine Einigung in der Ränmungsfrage ergeben, noch innerhalb der vom deutschen Gesamtkabinett gegebenen Verhandlungsvollmach- 4rn liegen. Daß in der Frage der Rheinlandrärnmylg, wie 4» Pariser- und anderen Meldungen gelegentlich der gestrige» Besprechungen ausführlich erörtert wurde, irgendwelche deutschen Zugeständnisse gemacht werden könnten, darf als ganz ausgeschlossen gelten. VermitHungsvorWag des Reichskanzlers Paris» 13. Sept. Das Urteil der Genfer Berichterstatter ster Pariser Presse über die Bedeutung der Fünf-Mächte- -Lonferenz, bi« sich am Dienstag mit der Rheinlanöfrage beschäftigte, geht ziemlich auseinander. Ein Teil der Blätter will in der Zusammenkunft nur eine erste Fühlungnahme sehen, die nichts mit einer amtlichen Verhandlungs- erdffnung zu tun haben, während Blätter wie beispielsweise der offiziöse „Pettt Paristen" erklären, es habe sich nicht nnr um eine allgemeine vorläufige Aussprache gehandelt, sondern man habe bereits prakttsche Seiten des Problems ins Ange gefaßt und die Bedingungen für eine vorzeitige Rheinlandräumung besprochen. Reichskanzler Müller habe die deutsche These erklärt» «ach der die sofortige Räumung für da» Reich ei« ««bestreitbares Recht sei» sich aus der loyalen und vollständigen Erfüllung der Vertragsklauseln in Uebereinstimmung mit Artikel 431 ergebe. Die Gegenseite habe die These vertreten, die Besetzung fei et» politisches und finanzielles Pfand und die Alliierten hatten vom doppelten Standpunkt der Sicherheit und der Repa rationen Ans pruch auf Gege nleistungen. Außerdem yave man von den Vorschlägen Stresemanns in Thoiry gse sprächen. Schließlich habe man über einen Vermittlungsvorschlag des Reichskanzlers gesprochen, der aber von keinem der Delegierten für richtig erachtet worden sei. Da er aber immerhin den Beginn einer positiven Besprechung ermöglichte, so hätten die Delegierten den Reichskanzler gebeten, von neuem die Lage zu prüfen und man sei übereingekommen, daß am Donnerstagvormittag eine neue Unterhaltung ftattfinbe. Bon dieser neuen Unterhaltung kurz vor der Abreise Briands nach Paris werde die spätere Fortsetzung der Besprechungen abhängen. Die vom Reichskanzler Müller angenommene Haltung beweise auf jeden Fall, daß die Rede Briands und die Erläuterungen zur r-ckte« Zeit gekommen seien. (I) Die „Hauptschwierigkeiten" Genf, 13. September. Zu der Dienstagbesprechung der Mächte der Botschafterkonferenz mit dem deutschen Reichskanzler erklärte Marcel Ray, die Hauptschwierigkeit bilde gegenwärtig die Auffassung Deutschlands, daß die Räumungsfrage und die vorzeitige Zahlung der Reparationen wohl parallel behandelt, jedoch in keinen, direkten Zusammenhang gebracht werden könnten. Stresemann habe dagegen in Thoiry keineswegs einen Widerstand gegen eine gemeinsame Behandlung der Räumungs- und der Rapara- tiosfrage gezeigt. Dennoch sei es ohne Zweifel nicht ausgeschlossen, eine Formulierung für die weiteren Verhandlungen zu finden, die den Gedanken Deutschlands Rechnung trage, jedoch unter der Bedingung, daß Deutschland sich zn .gewissen „Arrangements" bereit erkläre. Für diese Ber- fhandlungen auf weite Sicht sei das Terrain durch die Rede ^Briands bereinigt und vorbereitet worden. ( 1 ) Die sehr merkwürdige These, Briand habe das Verhanö- lungsverrain „bereinigt", ist eine Behauptung, die die allerschärfste Zurückweisung verdient. Marcel Ray, das Genfer Sprachrohr Briands, scheint wenig offene Ohren für das Eche der Briand-Rede in Deutschland zu haben. Vriarrbs Rede in ttaliem'scher Beleuchtung Rom, 13. Sept. (Fnnkspruch.) Die ttaliensche Presse berichtet ausführlich über die Genfer Besprechungen in der Frage der Rheinlandräumung. Journal d'Jtalia" schreibt unter dem Titel: Frankreich glaubt nicht an Deutschlands Abrüstung und Friedensliebe mit Genugtuung, daß die Ausführungen Briands in Deutschland schlimme Ueberraschung berettet hätten. Briand hätte den deutschen Sozialisten klar-, gemacht, daß Frankreich sich nicht in Parteipolitik zersplittere und keine Parteipolitik, wie sie Deutschland betreibe, anerkenne, sondern nur geschloffene Regierungspolitik und Nationalpolitik. Der Artikel schließt mit dem Hinweis, daß Frankreich seine Augen öffne und das wahre Deutschland auch hinter den sozialistischen Kulissen sehe. Ter Bau des neuen Kreuzers zeige, daß Deutschland auch unter dem sozia- ststischen Regime zu rüsten beginne. Briand habe Frankreichs Abkehr von der Kompromißpolitik angekündigt und bewiesen, daß Frankreich selbst nicht an Abrüstung denke. Die „unsichtbare- Besatzung. Die starke Häufung der Ausschreitungen französischer Be- satzungsangchörigen gegen friedliche Einwohner in der Pfalz nach den Reichstagswahlen im Mai zeigte eine Zusammenstellung der Zwischenfälle vom 1. März bis Ende August ds. -3s. uns ein Vergleich der Zahl der Ausschreitungen und Zwischenfälle vor und nach den Reichstagswahlen und seit Beginn der Räumungsdebatte. Während die Zahl der Ausschreitungen im März und April ds. 3s. „nur" mit zwei Notzuchtverbrrchen, zwei Mißhandlungen, zwei Fällen groben Unfugs im März und mit einer Belästigung, einer Mißhandlung, einem Ueberfall (Freiheitsberaubung) im April „normal" war. hat sich im Wahlmonat Mai keine Ausschreitung ereignet. Fm Juni dagegen ist die Zahl der Ausschreitungen mit acht über die „Normalziffer" gestiegen und hat im Juli noch eine weitere Steigerung erfahren. Auch im August wurden sieben Ausschreitungen und Zwischenfälle zur Anzeige gebracht. Nicht mitgerechnet sind dabei der Fall Polizeioberkommissars Bauer, die anderen Verhaftungen deut- Nr. 214. Jahrgang 1928. Der Landdote * Sinshetmer 3ettm»g. Donnerstag, den 13. September 1928. die deutschen Mannschaften daran, „ihre» Verwundeten ins Krankenhaus zu bringen. Alle diese Vorfälle,die in der ganzen gesitteten Welt kaum ihresgleichen finden werden- dürften jedenfalls noch ein Nachspiel haben. Durch die Aussagen mehrerer Aerzte, die sogleich nach dem Unglück zur Stelle waren, aber kein Verbandsmaterial vorfanden, scheint es erwiesen, daß durch die verhängnisvolle Verspätung der Hilfeleistung viel versäumt wurde . Allen diesen Vorfällen setzt die amtliche Berichterstattung die Krone auf. Neun Stunden nach dem Unglück wollte der amtliche Bericht nicht mehr als fünf Schwer- und einige Leichtverletzte zugeben. Als die amtliche Berichterstattung die Sprache wtederfanö, beeilte sie sich festzustellen, daß die beiden schuldigen Angestellten natürlich Deutsche seien. Aufdeckung einer Verschwörung S Zu den Verhaftungen in Spanien, ipflnto de Riv« ra nach Madrid zurück. Paris, 13. September. General Primo de Rivera hat sich bet seiner Ankunft in Madrid sofort ins Kriegsministerium begeben und dort eine längere Besprechung mit dem Innen-- ninister, dem Justizminister und dem Direktor für öffentliche Arbeiten gehabt. Die Besprechungen werden, nach Matrider Berichten, von verschiedenen Setten mit den Verhaf- «ngen in Verbindung gebracht, die in Zusammenhang mit :iner gegen den Diktator gerichteten Verschwörung in ganz Spanten erfolgt sein sollen. Die Zahl der verhafteten Personen schwankt in den Berichten zwischen 300 und 1000. Vollkommene Ruhe im Spanien? Paris, 13. September. Nach einer Meldung des „Excelsior" herrscht in Spanien völlige Ruhe. Während des ganzen vorgestrigen Abends habe sich der Telephonverkehr zwischen Paris und Spanien normal abgewickelt. Sommerfrische für den Papst. Der Papst außerhalb Roms? Rom, II. Sept. Leo XIH. sagte, Rom heiße die ewige Stadt, weil es ewig dauere, bis irgend eine Frage entschieden sek. Das gilt aber in erster Linie von den vatikanischen Problemen selber. Heute steht wieder eines auf der Tagesordnung, das man unter Umgehung grundsätzlich-politischer Momente praktisch lösen möchten Die Sommerfrische für den Papst. Zwei Tatsachen haben zusammengcwirkt, um für 1929 eine solche Lösung in Aussicht zu nehmen. Der Sommer 1928 war in Rom mörderisch heiß. 38 bis 40 Grad im Schotten durch 1 % Monate hindurch. Demgegenüber der Papst Pius Xl„ den wir aus seinen alpinen Schriften als den Priester Achille Ratti kennen, der Matterhorn und Monte Rosa bezwungen hat. Man stelle sich die Wirkung des römischen Sommers und der vatikanischen Gefangenschaft auf diesen Mann der Bewegung und der frischen Luft vor. , Die Lösung ist überdies nicht einmal besonders schwierig. Das italienische Garantiegesetz vom 13. Mai 1871 weist der Kurie als exterritoriales Nutznießungsobjekt außer Vatikan uno Lateran sie päpstliche Sommervilla in Castelgandolfo in den Albanerbergen zu, die hochgelegen in frischer Luft bietet, was der Papst sucht. Gewiß, er müßte, um sie zu erreichen, italienisches Gebiet durchgueren, aber mit Ausnahme der alten traditionalisti- schen Kardinale und Prälaten ist man auch im Vatikan der Ansicht, daß sich hierzu die Gegensätze genügend abgeschliffen haben. Man weiß heute offiziell, daß Benedikt XV. eines Abends im einfachen schwarzen Priestergewand den Vatikan verließ, um in die Wohnung seines sterbenden Bruders, des Admirals Marchese della Ehiesa, zu eilen. Und das wußte die Regierung nicht. Wie viel leichter wird es sein, zweimal in einem Sommer in der Morgenfrühe die Hin- und Rückreise des Papstes zwischen Rom und Castelgandolfo zu organisieren. Damit wäre ein schwieriges Problem tatsächlich gelöst: Diese Lösung muß allerdings im Lauf der nächsten Monate erfolgen. Die Billa, seit Jahrzehnten einem weiblichen Orden überlassen, entbehrt jedes neuzeitlichen Komforts. Nur eine Wohnung, in der Merry del Dal als Staatssekretär den Sommer zuzubringen pflegte, wurde instandgesetzt. Es müßten also umfassende Arbeiten stattfinden, um die Billa für Pius XI. bewohnbar zu machen. Deshalb wiro die Entscheidung nicht lange auf sich warten lassen können. Bon Mussolini scheinen keinerlei Schwierigkeiten zu erwarten. Sin Mest-Off-Flug vüneselds Königsberg, 13. September. Wie die „Königsberger Allgemeine Zeitung" zu den neuen Flugplänen des Freiherr» von Hünefeld aus zuverlässiger Quelle hört, soll der neue Flug des Ozeanfliegers mit einem Junkersflugzeug nach dem Fernen Osten und von dort aus über den Pazifik nchh Amerika gehen. Ueberraschenderweife wird das Flug- zp»g diesmal nicht von Hauptmann Köhl, sondern von dem schwedischen Flieger Lindner gesteuert werden. Wie die Telegraphen-Union hierzu erfährt, trifft es zu, daß Freiherr von Hünefeld mit dem von ihm erworbenen Junkersflugzeug „Europa" einen Flug nach dem Fernen Osten plant. Ein genaues Ziel ist noch nicht ins Auge gefaßt. Ebenso steht über den Start zum Weiterflug noch nichts fest. Daß diesesmal nicht Hauptmann Köhl das Flugzeug steuern wird, hat keinerlei persönliche Gründe, sondern liegt einfach daran, daß Hauptmann Köhl sich zur- zeit anderen Aufgaben widmet. Anlunst der „Eisernen Gustav" in Serstn Berlin, 13. September. Der Droschkenkutscher Gustav Hartmann aus Berlin-Wannsee traf am Mittwoch von feiner Drofchkenfahrt Berlin—Paris—Berlin wieder in der Reichshauptstabt ein. An der Heerstraße wurde der „Eiserne Gustav" von der Arbeitsgemeinschaft Berliner Kraftdroschkenverbände empfangen und bis zum Funkturmrestaurant geleitet. Hier fand die Uebergabe der Hartmann-Stiftung durch den Obermeister der Arbeitsgemeinschaft, Kuhneke, statt. Diese Stiftung hat den Zweck, den verdienten und in Not geratenen Angehörigen des Berliner Troschkengewer- bes zu helfen. Anschließend daran folgte die Begrüßung im Funkturm-Restaurant, wo verschiedene Anjprachen gehalten wurden. Der Weg von der Heerstraße bis zum Funkturm war mit Menschen dicht besät. Unzählige Kraftwagen folgten der Droschke Gustav Hartmanns. Aeuer Herbstflugplan Am 3. September trat ein neuer Herbstflugplan in Kraft, deffen Zeiten auf die abnehmende Tagesspanne Rücksicht nehmen. Die Schwarzwaldlinie gewährleistet auch im September mit ihren veränderten Zeiten Anschlüsse von Karlsruhe nach dem Rheinland, Paris- Brüssel, London, Amsterdam, Nordseeinseln, Hansastädten, Berlin und Dänemark. Die Ostwestverbindung, deren Teilstrecke Karlsruhe—Saarbrücken leider immer noch nicht in Betrieb genommen werden konnte, schafft günstige Verbindungen über Stuttgart nach Zürich, Erfurt, Halle-Leipzig, Berlin und Breslau, über München nach Wien, Budapest, Vogtland und Dresden. Die Rheinlandverbindung Karlsruhe—Köln bringt Schnellverbindungen Frankfurt- Berlin mit Anschlüssen nach Danzig und Ostpreußen, Schweden, Schleswig-Holstein, sowie die bisherigen Verbindungen nach Belaien. Holland und England. 3m Faltboot über den Ozean. Rewyork, II. September. Wie „'Associated Preß" aus San Juan (Portorico) meldet, ist der Deutsche Franz Römer in einem Faltboot, in dem er den Atlantischen Ozean überquert hat. von St. Thomas hier eingetroffen und noch heute in Richtung auf Florida weitergefahren. Die Abfahrt vollzog sich unter begeisterten Zurufen einer großen Menschenmenge, die sich eingefunden hatte. Bekanntlich hatte Römer im Mai dieses Jahres von Spanien aus seine Ozeanreise angetreten. Elf Tage brauchte er von dort bis zu den Kanarischen Inseln. Am 2. Juni startete er von dort und hat dann mit seinem nur 6,5 Meter langen und 95 Zentimeter breiten Klepperboot in 58 Tagen den Ozean auf einer Strecke von 5300 Kilometern durchquert. Tagelange Stürme, Haifischschwärme und sonstige Unbilden schienen der einsamen Fahrt des kühnen Mannes, der von eingemachtem Obst und täglich von einem abgemessenen Liter Wasser lebte, verschiedentlich ein vorzeitiges Ende zu bereiten. Bei St. Thomas auf HaithKuba erreichte er die neue Welt. Jetzt besucht er, der Küste entlang fahrend, die großen Hafenstädte Nordamerikas. Einführung des Irveiklafferr-Systems am 7. Oktober. In der Hauptversammlung der Deutschen Reichsbahngeftlf- schaft sind die Vorbereitungen für die Einführung des mit der Tariferhöhung verbunoenen Zwei-Klafsenfystems fo gut wie abgeschlossen. Mit oem Inkrafttreten des Wintcrfahrplans am 7. Oktober wird die Reichsbahn nunmehr zwei Personen-Klafsen führen. In den D-Zügen werden die Abteile l. Klasse für den inneren Berkehr den Fahrgästen 2. Klasse zur Verfügung gestellt, ohne daß an ihrer Ausstattung etwas geänvert wird. Nur für den internationalen Verkehr bleibt sie 1 .Klaffe bestehen. Die Wagen 4. Klasse erhalten zunächst eine äußere Bezeichnung als Wagen 3. Klasse und werden dann allmählich der Ausstattung der dritten Klasse angeglichen. Man rechnet bei der Deutschen Reichsbahn mit einer beträchtlichen Umstellung oes Personenverkehrs und mit einer Abwanderung aus den Personen- auf die Schnell- und Eilzüge. Insbesondere wird eine große Verstärkung des D-Zug-Berkehrs erwartet. Wagenmaterial zur Verwendung bei D-Zügen ist bereit gestellt. Die beschleunigten Personenzüge fallen als Gattung weg. 30 Prozent von ihnen werden zuschlagspflichtige Eilzüge und 70 Prozent ohne Zuschlagspflicht gewöhnliche Personenzüge mit verminderter Stationenzahl und größerer Fahrtgeschwindigkejt. Fraulein Vikar! Vor dem Inkrafttreten des Bikarinnsagefetzes. Wie bekannt, hat die Gcneralfynode der evangelischen Kirche der altpreußischen Union auf ihrer letzten Tagung im Frühjahr 1927 ein Kirchengesetz über „Vorbildung und Anstellung der Bikarinnen" verabschiedet. Nach diesem Gesetz ist die weibliche Theologin befugt zur kirchlichen Wortverkündigung im Kinder- gottesüienst, ferner vor allem für Frauen und Mädchen in Bibelstunden und dergleichen, unter Ausschluß jedoch von der pfarramtlichen Gemeinoepredigt und von der Verwaltung der Sakramente, zur Lehrtätigkeit im kirchlichen Unterricht und an den Berufsschulen, zum 2e«lsorgeoienst in der Gemeinde, insbesondere an der weiblichen Jugend und in den Frauenabteilungen der Krankenhäuser uno Gefangenenanstalten. Die Vorbildung der Vikarin umfaßt ein ordnungsmäßiges Universitätsstudium von mindestens acht Semestern, das mit einer wissenschaftlichen Prüfung abschließt, und sodann eine praktische Vorbereitungszeit von mindestens zwei Jahren in der Gemcindearbeit, in der christlichen Liebestätigkeit, an einer pädagogischen Anstalt, in der Wohlfahrtspflege, an deren Ende eine praktische Prüfung steht. Der Kirchensenat hat nun in seiner jüngsten Sitzung die von der kirchlichen Oeffentlichkeit mit Interesse erwarteten Ausführ- ungsbcstimmungen zu diesem Gesetz beschlossen und das Inkrafttreten des Gesetzes auf den 1. Oktober 1928 festgesetzt. Die! Ausführungsbestimmungen enthalten die nähere Regelung der gesamten wissenschaftlichen und praktischen Vorbildung sowie der Anstellung der für den Kirchendicnst akademisch-theologisch ror- gebildeten Frauen. Hugo Stinnes jun. legi sämtliche Aemter nieder Berli«, 13. Sept. Die Hugo Stinnes Co., die Spitzengesellschaft des Stinneskonzern, teilt mit: Herr Hugo Sttn- nes jun. hat wegen der gegen ihn schwebenden Untersuchungen seine gesamten Aemter in Auffichtsräten und ausländischen Gesellschaften zur Verfügung gestellt. Im Einvernehmen zwischen den deutschen und amerikanischen Aufsichtsratsmitgliedern der Spitzengesellschaft des Stinneskonzerus der Hugo Stinnes Co., werden die Geschäfte der Gesellschaft und Untergefellschaften von den bisherigen Leitern der Gesellschaften nach Anweisung durch den Aufsichtsrat weitergeführt. Gleichzeitig wird vom Aufsichtsrat der Hugo Stinnes Co. folgende Erklärung abgegeben: Die Hugo Stinnes Co. und die von ihr kontrollierten und ihr angegliederten Gesellschaften haben zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form mit den Geschäften zu tun gehabt, die zur Zeit Herrn Hugo Stinnes jun. zur Last gelegt werden Allgemeiner Deutscher Vankieriag in Köln Die Vorträge des Dienstag galten in der Hauptsache der Lage der Landwirtschaft und ihrer Bedeutung für das Bankwesen. Zwei seien nochmals ausgeführt: Als erster Redner sprach hierzu, wie bereits kurz mit- geteilt, Dr. Georg Solmasen, Geschäftsinhaber der Dis. jontogesellschaft. Er führte u. a. aus: Die Probleme der deutschen Landwirtschaft haben begonnen, eine Entwicklung auzunehmen, die über das Sonderinteresse der Landwirt- schast als solcher weit hinausreicht und die Fundamente unserer gesamten Wirtschaft berührt. Die Verschuldung der Landwirtschaft erreicht bereits den Wert ihrer Brutto-Produktio». Das Schlimmste ist, baß wir in dauernd zunehmendem Umfange das Geld im Auslande borgen mußten, das zur Bezahlung des Einfuhrüberschusses gebraucht wurde.. Ebenso bedenklich ist. daß sich die Zusammensetzung der landwirtschaftlichen Einfuhr nach der Richtung verschlechtert hat, daß die Einfuhr von Fertigprodukten auf Kosten derjenigen von Rohstoffen größer geworden ist. Tie Landwirtschaft uimmt innerhalb der übrigen Volkswirtschaft eine Sonder» iehlost RÖRAN von WOLFGANG HARKEN Der ölte Meister Johann Memel in der ehemals Tessing- fchen Spinnerei schrieb gerade einen Lohnzettel, als ein junger Mann aus dem Kontor erhitzt in den Saal stürzte. . „Er ist abgefahren, Herr Meinet." Der alte Meister dankte dem jungen Manne mit einem freundlichen Winken der linken Hand. Dann stellte er mit einem Ruck den elektrischen Strom ab. Alle Maschinen standen. Erstaunt sahen sich die Arbeiter und Arbeiterinnen an. Roch größer wurde ihre Verwunderung, als der alte Werkmeister das Wort an sie richtete: „Hört mal her. Leute. Unser alter Chef. Herr Robert Tessing, verläßt heute mit seinem Sohne, dem Hanno, Elden- berg. Ich brauch' euch nicht zu sagen, was uns Herr Tessing war. Keiner wird unter euch sein, der ihn nicht hochachtet. Also kurz: Herr Tessing fährt in ein paar Minuten mit seinem Auto hier vorbei, und ich, der alte Meine!, der über fünfzig Jahre bei ihm und mit ihm gearbeitet hat will ihm eine Lebewohl sagen. Ich geh' vor die Tür — und ein Lump ist der, der nicht mit mir kommt." Sehr ernst hatte der Alte gesprochen, und dann war er mit seinen Arbeitern und Arbeiterinnen vor das Tor gezogen. Die Werkmeister und Arbeiter in den anderen Sälen erfuhren von dem Vorgehen des Alten, und so kam es. daß achthundert Arbeiter und Arbeiterinnen vor dem Betrieb standen, um ihrem alten, geliebten Chef Lebewohl zu sagen. Als der Wagen angesurrt kam, riefen achthundert Menschen: „Herr Tessing! Herr Tessing!" Hanno biß die Zähne zusammen, so erschütterte ihn das Ereignis. Das Steuer zitterte in seinen Händen. Der Wagen fuhr ganz langsam. Er war bald von Menschen eingekeilt. Hanno ließ den Wagen halten. Er wagte nicht, nach dem Vater umzublicken Er fühlte, daß dieses Zeichen der Liebe, das die Arbeiter ihrem früheren Chef brachten, alles in seinem Vater aufwüblte. Der alte Meine! war an den Wagen getreten. Er sah, wie es in Robert Tessings Antlitz arbeitete, fühlte den Schmerz des Mannes, dem er so lange gedient hatte, mit. „Wir wollten Ihnen nur Lebewohl sägen, Herr Tessing." sagte er wie schuldbewußt, und die .alte, welke Hand, die er in den Wagen streckte, zitterte. Tessing nickte. Er mühte sich, ein heiteres Gesicht zu machen. Alles hatte er erwartet, aber niemals, daß alle, denen er einst Chef war. ihm heute ein letztes Lebewohl sagen würden. „Ich . . . danke Ihnen, mein lieber Meine!. Ich dank« Ihnen." brachte er mühsam heraus und drückte die Hand de« Alten. Und die anderen, die in der Nähe des Wagen; standen, faßten seine Hand und sprachen einfache, gut« Worte. Wie im Traum hörte der alte Tessing, sah ihre Gesichter wie durch einen Schleier. Hanno fühlte den Kampf, den sein Vater in diesem kösb lichen und doch so bitteren Augenblick durchkämpfte. „Du mußt ihm jetzt helfen!" sprach eine Stimme in ihm. „Freunde!" sagte er mit lauter, bewegter Stimme: „Si< haben meinem Vater und uns eine unvergeßliche Freude be- reitet. Mein Vater ist tieferschüttert, und er wird immer gern seiner Mitarbeiter in Eldenberg gedenken. Haben Si» Dank für das letzte Lebewohl, haben Sie taufend Dank meine Freunde. Leben Sie wohl!" Der Motor surrte an. Die Arbeiter standen Spalier, uni ganz langsam setzte das Auto seine Fahrt fort. „Auf Wiedersehen, Herr Tessing. Biel Glück! Viel Glück!' schrien die Arbeiter den Scheidenden nach. Als sie dann Eldenberg hinter sich hatten und das Aut« die Landstraße geradeaus raste, da konnte sich Robert Tessin; nicht mehr halten. Er schlug beide Hände vor das Gesicht und weinte bitte» sich. Der Herbststurm nahm die abgerissenen Töne de, Schluchzens mit sich und trug sie zurück nach Eldenberg. Hanno aber sah starr gerade aus. Rur ein Wille war in ihm. Vorwärts! Schaffen für de« geliebten Vater, damit er in den letzten Dezennien feines Lebens ein glücklicher Mensch werde. Und der Mann an seiner Seite dachte nicht anders Iar Peter Hollem! Kampf und Rot hatte die beiden junger Menschen zusammengefchweißt, und. das Band sollte Halter bis zum Tode. Jan Peter Hollem! Weltenbummler! Glücksritter. hei matlos und elternlos. Nie hatte er mst Hanno über Heimal und Eltern gesprochen. Er war allein, bis er Hanno kennenlernte. Und doch immer fröhlich und heiter, immer guter Dinge, nie verzagt, von unerschöpflicher Lebenskraft. Sie waren in Altenecken, dem Dorf, das Schloß Korff am nächsten lag, angekommen. Robert Tessing, der an der Grippe erkrankt war. kstieb in Altenecken im Gasthof „Zum Bären" mit Hanno und Jan. die ihn treulich pflegten. Als es dem alten Tessing besser zu werden begann, fuhren sie eines Tages mit dem Auto nach Schloß Korff. Als Führer diente ihnen der Kastellan Hofer, den sie im „Bären" eines Tages getroffen hatten. Das ganze Wirtshaus mit Kind und Kegel sah ihnen nach, als der grüne Wagen auf der weißen Landstraße gleichmäßig seinen Strich durch den weichen Schnee zog. Nach wenigen hundert Metern mündete die Straße in den winterlichen Wald, und dreiv>ertel Stunde ging es bergauf. Die Bäume ächzten unter der Schneelast. Hanno und Jan genossen die prachtvolle Landschaft. Es war ein schönes Fleckchen Erde, das sich einstmals der Erbauer von Schloß Korff ausgesucht hatte. „Eine schöne, glatte Straße," sagte Hanno zum Kastellan. „Wie weit haben wir noch?" „Nur noch etwa zehn Minuten, Herr Tessing. Die nächste Kreuzung müssen Sie links einbiegen. Da wird die Straße schlechter. Aber Ihr Auto ist gut. das schafft es bequem bi; Schloß Korff." Die Kreuzung kam. Hanno bog ein und merkte sogleich, daß die Straße wesentlich schlechter war. Aber der Wagen ging mühelos seinen Strich. Die Straße ssieg ständig an. „Kommt hier bald die große Steigung. Herr Hofer?" „Noch etwa eintausend Meter, dann wird Ihr Wagen zu würgen haben." Rr. 214. Jahrgang 1928. D« Landbote * Sinsheim« Zeitung. Donnerstag, den 13. SeptemRr 1928. Wellung ein. Um der sich daraus ergebenden Schwierigkeiten einigermaßen Herr zu werden, muß versucht werden, dem landwirtschaftlichen Problem von der Absatzseite ans u«herzukomme». Es muffen die Erzeugnisse zusammenge- fatzt und die Betriebe zum Zwecke dieser Zusammenfaffung zu geordnetem Handeln verbunden werden. Damit der für den Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugniffe ausreichend ausgerüstete Handel seine Aufgabe zweckentsprechend erfüllen kann, muß die Produktion sich auf die Bedürfnisse eines nach modernen Grundsätzen arbeitenden Handels einstellen. Nach dieser Richtung ist zweierlei erforderlich. Die Landwirtschaft muß sich, genau so wie die Industrie, dazu bequemen, ihre Produktion zu rationalisiere«, d. h. die Zahl der Produktionsformen desselben Erzeugnisses soweit wie möglich herabzudrücken. Sie muß des weiteren diese zahlenmäßig beschränkte Erzeugungsformen durch autoritative Standardisierung ans handelsmäßig einheitliche Nenner bringen. Das erfolgreiche Beispiel einer Reihe von Ländern, insbesondere der Vereinigten Staaten, zeigt den Weg, der gegangen werden muß. Standardisierung ohne Kontrolle der erzeugten Produkte auf ihre Qualität wäre zwecklos. Daher bildet die Inspektion der Produkte ihr not wendiges Korrelat. Zwecks Mobilisierung des landwirtschaftlichen Kredits muß neben den durch Hypotheken gedeckten Kredit des Grundbesitzes der durch das landwirtschaftliche Erzeugnis gedeckte Warenkredit treten. Die zweckentsprechende Lagerung verringert die Schäden, die sich aus der zeitweise» Ueberfüllung der Märkte ergeben, ermöglicht die Verteilung des Absatzes über eine längere Zeitspanne und erleichtert in Verbindung mit der Standardisierung das die Preisschwankungen ausgleichende Termingeschäft. Auehrdem wirb eine solche, mit den erforderlichen Kautelen ausgestattete Lagerung zur Grundlage für die Finanzierung des Warenkredits. An der Pforte der beginnenden neuen Zeit steht die Frage Staatshilfe oder Selbsthilfe. Auch die deutsche Landwirtschaft mutz ihr Heil in der Selbsthilfe suchen. Dr. E. von Eichhorn, Breslau, führte weiter aus: Daß ein so außergewöhnlicher hoher Prozentsatz eines ganzen Wirtschaftszweiges mit Verlust arbeitet, kann nur durch eine organische Erkrankung dieses Wirtschaftszweiges erklärt werden. Die primäre Ursache der Notlage der Landwirtschaft ist eine durch eine Rentabilitätskrise verschärfte Kapitalkrise, die als Folgeerscheinung erst die schwere Kreditkrise geschaffen hat. Die schon während des Krieges einsetzende Entkapitalisierung der Landwirtschaft durch die zwangsweise Ablieferung von Vieh und Bodenfrüchten führte eine Umwandlung von landwirtschaftlichem Betriebskapital zurückverwandelt werden konnte. Die sich anschließende Geldentwertungsperiode hob die gleichzeitig hierdurch entstehenden Vorteile hinsichtlich der Entschuldung der Landwirtschaft von Realkrediten und Personalkrediten um so mehr auf, als diese Entschuldung durch Rentenbankbelastungen und Aufwertung früherer Hypotheken usw. zum Teil wieder wettgemacht wurde. Prüft man die Möglichkeiten zur Behebung der zur weiteren Verschuldung führenden mangelhaften Rentabilität, so mutz in erster Linie gefordert werden, daß die abzugsfähigen landwirtschaftlichen Stenern nicht von fiktive» Wer» ten erhoben werden, sondern kn Relation zum Er» trage stehen. Am übrigen mutz die Landwirtschaft versuchen, ihre Ve- triebsdefizite zu beseitigen, entweder durch Ersparnisse in Ausgaben beeinflußbarer Natur oder durch Erhöhung der Einnahmen. Die Einkommenserhöhung ist denkbar durch Erhöhung der Ernten und Leistungen oder durch Verbeffe- dung der Preise. Die auf schnelle Steigerung der Quantenerträge gerichteten Bemühungen haben aber zu Fehlschlägen geführt und sind Mitursache der Verschuldung. Auf die Erhöhung der Preise kann die Landwirtschaft mangels einer Organisation der Märkte und einer sicheren Kalkül«^ tion der Selbstkosten nicht einwirken. Während die Industrie im voraus kalkulieren und in verhältnismäßig kurzen Zeitintervallen vorausdisponieren kann, weiß die Landwirtschaft, die im großen ganzen nur einmal im Jahre umschlägt, bei Aufstellung ihres Vetriebsprogrammes nichts Aber die Quantität «nd die Qualität der Ernte und die erzielbare« Preise. Hierzu kommt, daß die Landwirtschaft auch bei ungünstiger Preisgestaltung durch die mehr oder weniger zwangsläufige Fruchtfolgenotwendigkeit zur Erzeugung gewiffer Produkte genötigt ist. Die in anderen Ländern ausgebildeten Berkanfsorganisatione« erscheinen nachahmenswert, doch ist ihre Schaffung bei den etwa 5 Millionen landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland viel schwieriger und es wäre zu wünschen, daß die Spitzenorga- ntsationen (der Deutsche Landwirtschastsrat u. die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) im Interesse der Einheitlichkeit der Ausgestaltung diesen Organisationsausbau in die Hand nähmen. Eine Rede des Reichsbankprafidenien Dr. Schacht auf dem Kölner Bankiertag. Köln» 13. Sept. Auf dem hier tagenden Bankiertag nahm am Dienstag u. a. Reichsbankpräsident Dr. Schacht das Wort, um sich insbesondere in Ergänzung der Ausführungen des Berichterstatters Dr. Solmßen mit landwirtschaftlichen Kreditfragen zu beschäftigen. Er betonte dabei, der in dem Referat des Berichterstatters angedeutete Vorwurf gegen die landwirtschaftliche Kre- ditgebahrung der Reichsbank sei wohl dahin richtigzustellen, daß die Landwirtschaft einfach gar keine andere Möglichkeit habe» als sich durch Wechsel zu finanzieren. Es zeige sich hier, daß man die Schuld nicht allein ans Seiten der Reichs- bauk zu suchen habe, sondern daß sie in unserer gesetzgeberischen Organisation auf diesem Gebiete liege. Das Beispiel der Vereinigten Staaten habe gezeigt, daß es auch auf dem Gebiete des landwirtschaftlichen Verkehrs Mittel und Wege gebe, die Absatzschwierigkeiten z« verringern. Nun würde es aber verfehlt sein, ohne weiteres die Anwendbarkeit amerikanischer Methoden auf die Verhältniffe in der deutschen Landwirtschaft anzunehmen. Die Standardisierung sei in der deutschen Landwirtschaft nicht so leicht herbeizuführen wie in der auf breiten Flächen aufgebauten Agrarwirtschaft der Vereinigten Staaten. Es ; müsse eine gesetzgeberische Basis für eine neue Kreditnnterlage der Landwirtschaft ■ geschaffen werde, die es ermögliche, daß das neue Kredit- 'ustrument auch der Reichsbank als Darlehensunterlagc dienen könne. Der Redner glaubt für die Reichsbank er- klaren zu können, daß sie bereit sei, auf diesem Wege in nach- m°ücklicher Weise mttzuarbeiten. Es komme dabei letzten Endes nur auf den guten Willen zur Tat an. Die äußeren Ereignisse der letzten Tage — so schloß der Redner — sollen uns immer wieder in den Kopf hämmern, daß wir uns aip uchsere eigene Kraft verlassen müssen. Tie Hoffnung au ausländische Hilfe ist ein Faktum, das ich mit einer einzl gen Mark in meine Bilanz einsetzen möchte. Dagegen if das Vertrauen in die eigene Kraft ein Faktum, das 100- prozentig gewertet werden muß. Mischer Landtag Gedächtnisakt für den vormaligen Großherzog. Das Schlnchfeewerk. trarrvruye, io. September. Der Badische Landtag nahm am Mittwoch nachmittag 4 Uhr seine Herbstarbeit wieder auf. Der Sitzung ging ein Gedächtnisakt für den vormaligen Großherzog Friedrich II. voraus. Landtagspräsident Dr. Baumgartner widmete dem Verstorbenen einen Nachruf, in dem er u. a. ausführte: „Das badische Volk und seine Vertretung haben begründeten Anlaß, in aller Oeffentlich- keit zu zeigen, daß sie dem einstigen Träger der Staatsgewalt im Lande Baden die Ehre und Wertschätzung bekunden, die ihm nach seiner einstigen Stellung im Staate als dem obersten Staatsorgan und Landesherr« nach der damals geltenden Staatsverfassung zukam. Darüber hinaus aber erscheint es mir innerste Pflicht, auch der Dankbarkeit Ausdruck zu geben für den Heimgegangenen selbst, wie für das Fürstenhaus der Zähringer für all das, was sie für den Auf- und Ausbau unseres Staates und für das Wohl unseres Landes und Volkes getan haben. Wir haben auch heute allen Anlaß, es dankbar anzuerkennen, daß der verstorbene einstige Landesherr bei der staatlichen Umwälzung im November 1918 Ruhe und Frieden im Lande und damit das wahre Wohl des Landes und Volkes höher einschätzte, als seine bis dahin innegehabten Thronrechte. Der nunmehr Verewigte hatte im November 1918 seinen Thronverzicht mit den Worten geschlossen: „Mein und meiner Vorfahren Leitstern war die Wohlfahrt des badischen Landes." Diese Gesinnung und diese hohe Auffassung von seiner Pflicht ist das leuchtende Merkmal seiner Persönlichkeit gewesen. So wollen wir also den Sproß des Zähringer Fürstenhauses, den einstigen Träger der Staatsgewalt, aber auch den edlen, schlichten, pflichtgetreuen Menschen in dem Heimgegangenen vormaligen Großherzog Friedrich ehren und sein Andenken auch in der badischen Volksregierung treu bewahren." Der Lanötagsprästöent gab am Schluffe seines Nachrufes ein Telegramm der Grotzherzogin-Witwe bekannt, worin für die vom Badischen Landtag übermittelte warme Anteilnahme gedankt wird. Dem Geöächtnisakt wohnten die Lanötagsabgeordneten stehend bei. Die sozialdemokratische Fraktion und die kommunistische Gruppe blieben in corpore fern. Präsident Dr. Baumgartner brachte sodann die Neueingänge dem Hause zur Kenntnis. Darunter befand sich auch ein kommunistischer Antrag zur Panzerkreuzerfrage. Es gelangte sodann ein Schreiben des Kultusministers Dr. Leers zur Verlesung, wonach in den Verwaltungsrat des Badischen Landestheaters sieben stimmberechtigte Mitglieder von Staat und Stadt berufen werden sollen. An Stelle der bisherigen staatlichen Vertreter (Finanzminister, Kultusminister und drei Referenten) soller^neben -den beiden Ministern fünf Abgeordnete gewählt werden, und zwar aus allen Fraktionen mit Ausnahme der kommunistischen und der Wirtschaftspartei. Darauf folgte eine kurze Berichterstatung des Abg. E g g l e r lZtr.) über die Behandlung der Denkschrift des Finanzministers über Das Schluchseewerk im Haushaltsausschuß, der beantragt, der Landtag wolle von der Denkschrift der Regierung Kenntnis nehmen und den in der Denkschrift für den Ausbau des Schluchseewerkes enthaltenen Richtlinien die Zustimmung erteilen. Das Gesuch der Gemeinde Schluchsee vom September 1928 soll der Regierung zur Kenntnisnahme überwiesen werden. An die Berichterstattung schloß sich eine einstündige Begründung des Projekts durch Finanzminister Dr. S ch m i t t Namens der Zentrumsfraktion gab Abg. Dr. Föhr di« Stellungnahme des Zentrums zu dem Schluchseewerkprojeki bekannt. Er anerkannte bas lebhafte Interesse der badische« Regierung an der badischen Elektrizitätswirtschaft und ihrer Produktion. Ueber das Projekt müsse von wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus entschieden werden. Der sozialdemokratische Redner, Abg. Maier- Heidelberg, erklärte die Zustimmung seiner Fraktion. Der Vav ^ei volkswirtschaftlich notwendig. Die Sozialdemokratie würbe am liebsten das Werk in den Händen des Staates j sehen, das Risiko sei aber zu groß. Ter Redner kam dann I auf das Sozialisierungsproblem überhaupt zu sprechen. Tagung der Fortbildnngsschnllehrerinnen. Karlsrnhe, 13. Sept. Am 29. und 30. September halten die badischen Fortbilöungsschulehrerinnen in Baden-Baden ihre diesjährige Tagung ab. Zur Beratung stehen: Die theoretischen und praktischen Unterrichtsfächer in der Mädchenfortbildungsschule. Am Sonntag, den 39. September, spricht in der Hauptversammlung der bekannte Berliner Ernährungshygieniker Tr. Winkel über das Thema: „Die neuzeitliche Ernährungslehre im Lichte der Wissenschaft, Wirtschaft und Schule". Ausstellungen in Karlsruhe während der „Herbsttage". Außer mehreren Kunstausstellungen von Format, wie die vau Gogh-Ausstellung in der Bad. Kunsthalle vom 1. Oktober bis 30. November, finden in der badischen Landeshanpt- stadt im September und Oktober folgende Ausstellungsveranstaltungen statt: Vom 22. September bis 6. Oktober veranstaltet das Bad. Landesgewerbeamt in seinen eigenen Räumen die Ausstellung »Moderne Elektrizitätsanwen- bung", vom 2g. September bis 7. Oktober der Karlsruher Hausfrauenbund die große bauswirtschaftliche Ausstellung „Küche und Haus" in der städtischen Ausstellungshalle, vom 8. bis 8. Oktober die Karlsruher Metzgerinnung eine fachtechnische Ausstellung des Metzgergewerbes im Nowacksaal, vom 31. Oktober bis 4. November die Bad. Gesellschaft für Radiotechnik die „Karlsruher Funkausstellung 1928" im Bad. Landesgewerbeamt. Aus Nah und Fern. ^ Sinsheim, 13. Sept. (Abendfachkurse an der Handelsschule.) Die Hanoelsschule macht auf ihre in nächster Zeit beginnenden Abendfachkurse aufmerksam. Zweck dieser Kurse ist, über den engeren Besucherkreis der Schule hinaus kaufmännische Kenntnisse und Techniken zu vermitteln. Die Verlegung dieser Kurse auf die Abendstunden ermöglicht allen an ihrer kaufmännisch- beruflichen Weiterbildung Interessierten bequeme Teilnahme ohne Störung ihrer Tagesarchit. Auch diejenigen, die noch in der beruflichen Vorbereitung stehen, seien auf die Abendfachkurse der Handelsschule hingewiesen. Das Ringen auf dem kaufmännischen Arbeitsmarkt ist, man darf es ohne die Gefahr der Ueder- treibung sagen, heftiger als je. und wer eine Stelle anzubieten hat, darf fich's leisten, hohe Ansprüche zu stellen. Rur die Qualität, nur die auf ein Spezialgebiet eingestellte und darin hochgezüchtete Arbeitskraft hat Aussicht auf eine gut bezahlte Stelle. Daß sich diese Einsicht durchsetzt, beweist gerade die steigende Nachfrage nach solchen Weiterbildungsgelegenheiten, wie sie die Handelsschulen in allen Städten in der Form ihrer Abendfachkurse darbieten. (S. den Fnferatenteil dieses Blattes.) * Sinsheim, 13. Sept. (Keine Aufhebung des Mieterschutzes) Gegenüber Pressemeldungen wird amtlich festgestellt, daß die Reichsregierung die Aushebung des Mieterschutzes nicht beabsichtigt. ~ Sinsheim, 13. Sept. (Neutrale Flagge für den ADAC.?) Der Berwaltungsrat oes Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC.) hat in seiner am Samstag nachmittag abgehaltenen Sitzung beschlossen, der Hauptversammlung die Einführung einer neutralen Flagge vorzuschlagen. Mit diesem Beschluß soll die unparteiische Einstellung des Clubs dargelegt werden. * Sinsheim, 13. Sept. (Eine neue 45 Pfennig-Briefmarke.) Auf Anregung aus Wirtfchastskreifen hat die Reichspost nunmehr eine Freimarke für 45 Pfg. drucken lassen, die bereits jetzt bei den Postämtern ausgegeben worden ist. Die Marke ist vor allem für die Freimachung von Einschreibebriefen in Deutschland bestimmt. % Waibstadt, 12. Sept. (Sanitätsübung.) Am Sonntag fanden sich die Sanitätskolonnen des Schwarzbachtales zu einer gemeinsamen Uebung hier zusammen. Es nahmen außer oer hiesigen daran teil die Kolonnen von Bargen, Hclmstadt, Neckarbischofsheim, Reichartshausen, Steinsfurt. Der Uebung lag oie Idee eines Zusammenstoßes eines vollbesetzten Kraftwagens mit einem Eifenbahnzug zu Grunde. Sehr rasch waren die „Verletzten" verbunden und von der Unfallstelle nach dem Hauptverbandsplatz gebracht. Dort wurden dann die angelegten Verbände durch die die Uebung abnehmenden Herren Dr. tzamburger-Neckarbischofsheim und Medizinalrat Dr. Hennemann-Sinsheim auf ihre Zweckmäßigkeit nachgeprüft und die einzelnen Sanitätsleute auf ihr theoretisches Wissen hin examiniert. Auch ein Helferinnenzuss des hiesigen Frauenoereins wirkte mit und verabreichte Erfrischungsmittel. Bei der nachfolgenden Beurteilung wurde festgestellt, daß die Uebung recht befriedigend ausgefallen ist und die Kolonnen mit vollem Ernst bei der Sache waren. Herr Dr. Hamburger sprach den Kolonnen und auch den Helferinnen des Frauenvereins, deren Dienst im Ernstfälle sehr wertvoll sei, Anerkennung und Dank aus. Bei nachfolgendem gemütlichem Beisammensein jm Saale des Gasthauses zum Lamm würdigte Herr Bürgermeister Spiegel-Waibstavt noch besonders die Verdienste und edlen Bestrebungen oer Sanitätskolonnen und wünschte denselben auch für oie Zukunft erfolgreiches Gedeihen. □ Waldangelloch, 12. Sept. (Obstversteigerung.) Bei der Bersteigerung des hiesigen Gemeindeobstes wurden 3240 RM. erlöst. Bei dem verhältnismäßig geringen Behang wird der Zentner Obst 10—20 RM. kosten. Im Vorjahr wurven 3100 Rm. erlöst, wo doch die Bäume sich vor Früchten bogen. % Bad Rappenau, 12. Sept. (Verschiedenes.) Wie bereits bekannt, findet am nächsten Sonntag, den 16. Sept. die Prämierung des Blumenschmucks der Fenster, Balkone und Vorgärten statt. Eine stattliche Anzahl unserer Einwohner hat sich an diesem friedlichen Wettbewerb beteiligt. Wie überrascht sind die Besucher, wenn sie schon beim Aussteigen am Bahnhof von einem schönen Blumenflor begrüßt weröen. Diese stumme Begrüßung findet ihre Fortsetzung in der Kirchstraße, überhaupt in allen Berkehrsstraßen. Die 2. Prämierung ist es, die der hiesige Gartenbauverein abhält. Gute Witterung vorausgesetzt, soll in den Anlagen unter Mitwirkung des Gesangvereins „Frohsinn" uns der Kurkapelle ein Sommernachtstraum veranstaltet werden. Die zugedachten Preise werden dabei zur Verteilung kommen. — Der hiesige Deutsche Turnverein veranstaltet am Sonntag. den 30. September eine Iahngedächtnisfeier. Ein Bereins- wettkampf um den gestifteten Wanderpreis wird damit verbunden. Beteiligen werden sich die Vereine Wimpfen, Kirchardt und Rappenau. t Richen, 12. Sept. (Ehrung.) Die Kirchenregierung oer evangelisch-protestantischen Landeskirche in Baden hat die Abhaltung des Deutschen Pfarrertages vom 10.—14. September ds. Is. in Karlsruhe zum Anlaß genommen, um verdiente Geistliche der badischen Landeskirche durch Verleihung des Titels Kirchenrat zu ehren. Unter den Geehrten befindet sich auch Herr Pfarrer Friedrich Doerr von Richen, der langjährige Schriftleiter des evang. Sonntagsblattes „Die Kirche", die in diesem Fahr auf ein 50 jähriges Bestehen zurückblicken kann. )( Mühlhausen, 12. Sept. (Kecker Einbruch.) Ein »fremder Handwerksbursche, der es offenbar auf Hopfengeld abgesehen! hatte, brach hier in verschiedenen Wohnungen ein und erbeutete aus vier Haushaltungen etwa 200 Mk. Obwohl er verfolgt wurde, entkam er. = Heidelberg, 12. Sept. (Kirche»rat Frommet.) Pfarrer Professor D. Dr. Fromme! in Heidelberg wurde der Titel Kirchenrat verliehen. Die Lanveskirche hat durch Verleihung dieser Auszeichnung ihren Dank zum Ausdruck gebracht, den sie ihm als Hochschullehrer in Würdigung seiner Verdienste um die Einführung der theologischen Jugend ins praktische Amt schuldet. = Heidelberg, 12. Sept. (Pom Spiel in den Tod.) Gestern mittag gegen 13.40 Uhr wurde ein 4 Jahre altes Kind eines Malers vor dem Haufe Schlierbacher Landstr. 16 von einem Pferdefuhrwerk der Kohlenhandlung Oberfeld überfahren und getötet. Das Pferdefuhrwerk, das einer in gleicher Richtung fahrenden Straßenbahn ausweichen mußte, wurde von der Straßenbahn angefahren. Durch den Zusammenstoß wurden die Pferde scheu und sprangen nach der Seite, wobei das dort spielende Kind unter die Räder des Fuhrwerks geriet. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. = Ebrrbach, 12. Sept. (Durch Wespen getötet:) Auf einer Wiese des Neckartals in der Nähe von Lustnau hatten Wespen in der Erde einen größeren Wabenbau angelegt. Mutwillige Knaben wollten denselben zerstören, wodurch die Bewohner des Baues gereizt wurden. Abends fuhr ein Mädchen mit einem Wägelchen, in dem sich das lty Jahre alte Enkelkind des Gemeinderates Wilhelm Hämmerle befand, ahnunglos an dem Flugloch vorüber. In diesem Augenblick brach ein ganzer Schwarm von Wespen aus feiner unterirdischen Behausung hervor, überfiel das hilflose Kind, setzte sich auf die entblößten Teile feines Körpers, namentlich auf das Gesicht, und richteten es übel zu, Das Mädchen floh, so schnell es konnte, und überließ das Kind feinem Schicksal. Ein Gärtnereibesitzer eilte rasch herbei uno fand das Kind in einer schrecklichen Lage. Ein ganzer Knäuels von Wespen umgab den Kopf des armen Kindes und stach auf fein Opfer los. Das übel zugerichiete, bevauernswerte Kind war trotz ärztlicher Hilfeleistung nicht mehr zu retten. Unter qualvollen Schmerzen erlag es in der folgenden Nacht feinen furchtbaren Verletzungen. A AdriShemi, 12. Sept. (Vergiftung durch Stickstoff.) Die Nachricht, daß der Arbeiter K. Eberbach aus dem Gutshof Dam- berg sich eine Vergiftung durch Stickstoff zugezogen habe, hat sich bei näherer Prüfung als unrichtig erwiesen, da Kalkstickstoff keinerlei giftig wirkende Bestandteile enthält. Das Unwohlsein kam vom Genuß alkoholischer Getränke, die beim Arbeiten mit Kalk ftickstoff vermieden werden sollen. Donnerstag, den 13. September 1928. irrt;-s' Nr. 214. Jahrgang 1928. = Brn-cheim, 12. Sept. (Wenn Polizei und Presse richtig zusammenarbeitcn. Dieser Tage veröffentlichte die Presse eine Mitteilung der hessischen Polizeidirektion, worin vor einem Schwindlerpaar gewarnt wurde, das Borkriegsgeld in Umlauf brachte. Kurz nach der Veröffentlichung konnte auf Grund derselben ein hiesiger Kriminalbeamter das gesuchte Paar — ein schwerer Zunge, der schon über 20 Jahren hinter schweb. Gardinen gesessen hat — und seine Begleiterin in einem Lokal festnehmen. Turnen» Sport und Spiel. Aus dem Neckar-Elsenz-Turnga«. Sinsheim, 12. Sept. Am kommenden Sonntag, den 16. September werden auf dem Turnplätze des Turnvereins Sinsheim die Gaubestleistungen (Gaumeisterschaften) zum'Austrag kommen. Die Wettkämpfe beginnen um 8 Uhr vormittags und umfassen alle volkstümlichen Uebungen, die verschiedenen Lang- und Kurzstreckenläufe und Stafetten. Die Beteiligung wird nach den vorliegenden Meldungen ziemlich groß sein, sodaß auch mit einer starken Konkurrenz zu rechnen ist. Zm Anschluß an die Wettkämpfe werden die Uebungen für das deutsche Turn- und Sportabzeichen abgenommen. Äm Nachmittag findet dann im Gasthaus zur Reichskrone ein außerordentlicher Gauturntag statt, der sich hauptsächlich mit Beschlüssen und Anträgen für den Kreisturntag in Pforzheim befassen wird. Arbeitersportbcwegung. Sinsheim 1. — Friedrichsfeld 1. 4:5. Sinsheim 2. — Friedrichsfeld 2. 2:8. Am vergangenen Sonntag trafen sich auf dem Sinsheimer Sportplatz obengenannte Vereine. Nachdem die 2. Mannschaft den Platz verließ, betraten die 1. Mannschaften das Spielfeld. Vom Anspiel weg legt Sinsheim mächtig los und kann durch schönes Zusammenspiel und gute Kombination in den ersten 15 Minuten 3 Tore vorlegen. Während Friedrichsfeld nur 1 Tor aufhvlen konnte. Halbzeit 3:1 für Sinsheim. Nach dem Wechsel drängt Sinsheim schwer auf des' Gegners Tor und kann das Resultat in der 5. Minute auf 4 :1 stellen. Friedrichsfeld hat es jetzt besonders auf den Sinsheimer Torwart abgesehen, der dauernd angegriffen und gerempelt wurde, um so za Tore zu kommen. Es wird hart gespielt. Zn der 35. Minute komimt Da La«d»ote * Wv»hei»« Seit«,. Friedrichsfeld im Gedränge zum 2. Tor und gleich darauf zum 3. Tor. Beim Stande 4 :3 für Sinsheim 9 Minuten vor SchOiß, muß unser Torhüter, angeblich wegen Faulspiel den Platz verlassen. Durch diesen Verlust muß der linke Läufer Einsheims das Tor hüten. Diese Chancen nützt Friedrichsfeld aus und zieht im Gedränge gleich. Der Schiedsrichter gibt das Spiel jetzt aus der Hand, es wird nur noch darauf ausgegangen, einander die Füße zu polieren, in dessen Verlauf die Gäste zum Siegestreffer kommen. Alles in allem hat Friedrichsfeld den Sieg nicht verdient. Sinsheim hatte das Spiel iij der Hand, während der ganzen Spielzeit. Die Zuschauer kamen aus ihre Rechnung. Berbandsspiele im Ga« Elsenz. Wie alljährlich um diese Zeit sind wir wieder in der neuen Berbandsfußballsaison. Nachdem im ganzen süddeutschen Ber- bandsgebiet die Bezirks- und Kreisliga schon einige Sonntage um die Punkte ringen und am letzten Sonntag auch die unteren Klassen überall gestartet haben, hat es unser Elsenzgau dieses Fahr nicht so eilig, erst am 23. September steigt bei uns der erste Verbandsspielsonntag. Die Einteilung der A-Klasse im Gau Elsenz ist die gleiche geblieben wie letztes Jahr. Sie wird in zwei Abteilungen zu je 6 Vereine um den Abteilungsmeister spielen. Zur Abteilung 2 gehören die Vereine Sinsheim, Eppingen, Rappenau, Siegelsbach, Steinsfurt und Meckesheim. Ausgeschieden aus der A-Klasse ist Gemmingen, neu hinzugekommen ist der Sportklub Siegelsbach, eine eifrige Mannschaft, die sich in der A-Klasse gut einführen wird. Ob es dem vorjährigen Abteilungsmeister V.f.B. Eppingen auch in dieser Saison gelingen wird, seinen Meistertitel zu behaupten, ist fraglich, da fast alle übrigen Vereine in diesem Fahre bedeutent an Spielstärke zugenommen haben und die einzelnen Mannschaften vollkommen gleichwertig sind. Es fällt außerordentlich schwer hier Favoriten zu bestimmen, denn alle sind befähigt in dieser Saison eine gute Rolle zu spielen, wir wollen abwarten und die Kämpfe beginnen lassen, an Ueberraschungen wird es nicht fehlen. Es find also in nächster Zeit s pannende und interessante Spiele zu erwarten. Schweinemarkt in Bruchsal vom 12. September 1928. Angefahren wurden: Milchschweine 204, Läufer 48. Verkauft wurden: Milchschweine 130, Läufer 25. Höchster Preis für Milchschweine Paar 32.—, für Läufer 70.— RM. Häuft gster .. „ „ „ 28.—. 60.— „ Niedrigster „ B „ „ 20.— „ „ 50.— „ Neueste amtliche Kurse vom 13. September 1928. mitaetellt von der Dereinsbank, e. nU «nSlofungSschetn • ohne «uslosungsfchetn . - . 58,85 IMO «»akafcti« tn »/« Bad. Bant . - • • D-rmftädler- und Nationalst,»,« ,75 Deutsche Bank ... - "7,50 Deutsche Beretnsbauk > 1 »! Dresdner Bank . - . . >7l Mitteldeutsch« PredUbauk - . "7 Retchsvank . . . . 31S Rbel». Credttbank . . . I2M5 Südd. Dtseonto Gef. . . . 196,50 Cementwerk Heidelberg . 137 Daimler Motoren . . 119,75 Dtsch.Goid- an Silberscheide. 215,75 Elektr. Licht und «rast . . 77, Emaill.uud Stanzwerk Ullrich . l» Farbeninduftrte . ,63 Grttzner Maschinen Durlach , 113,75 Karlsruher Maschine» . — Nnorr Heilbronn . . >17,75 Mainkraftwerke Höchl . , ns Neckarsuluier Fahrzeogwerl« . 53 Schuckert Elektr. Nürnberg . ,0 ,'. 7 $ Seiltndnstrte Wolfs . »7,5» Südd. Zucker . . . 1 «« Zellstoff Woldhof Stamaktien . ,69,75 Aktie» ke»tfch«r STecgwetfcs. Aktie» tu 0/0 t arpener Bergbau alt Wefteregeln WanneSmanuröhrenwerke. Mansfelder Bergb. «.Hüttenw Oberschi. Stsenb. Bedarf . . _ Phönix Bergbau u.Hütteudetrted Se.,5 Salzwerk Hetlbronn . . . 18 » Bereinigte Königs- Laurahütte — 283 (38 111 103,25 Aktie» ittboftt. Unter» eh« »»gen: in o/o Allg. Elektr. Stammaktien. . iss ,75 Bad. ElektrizUät Mannheim . — Bad Maschinen Durlach . . 1«e ZtaaseorfamfM*«»: Hamburg. Amertt. Paketsahrt 163,75 Heidelberg. Stratzen-u.Berqvahn — Norddeutscher Lloyd .155 Le»is«»: Geld Briet New-York t Dollar 4 l,»5 4,2015 London 1 Pfund ,0.34 20,38 Holland ioo Gulden 168.10 i«8,4i Schweiz 100 Kranes 80,7, so 88 Wien 100 Schilling 5 ».08 »» 20 Parts 100 Franc 18 J 66 1 3.404 Italien 100 Lire 21,932 21 .»7, Wetterbericht. Karlsruhe, 12. September. Ganz Europa steht heute erneut unter Hochdruckeinfluß, abgesehen von einem über Südschweden entwickelten, für unsere Witterung aber nicht in Betracht kommenden kleineren Tiefdruckgebiets. Da em Kern des Hochs nach der Nordsee gezogen ist, sind die Temperaturen bei uns mit einsetzenden nordöstlichen Winden etwas zurückgegangen. Insbesondere trat heute nacht infolge Ausstrahlung bei wolkenlosem Himmel stärkere Abkühlung ein (Rheinebene Tagestemperatur 8-10 Grad,. Die Hochdruckwetterlage wird jedoch voraussichtlich erhalten bleiben, jedoch ist in den südlichen Landestellen wegen der über Norbitalien vorüberziehenden Druckwelle noch m» zeitweiliger Bewölkung zu rechnen. Hoher Feiertage wegen bleibt unser Geschäft am Samstag, den 15. September geschlossen Gebrüder Krell. Wejmfie ein fcif&npuhfci . Juchen! % V -fOSS« V«*? , „och -nt*' licn Uife«’t . Der Riesenerfolg unserer Verkaufs-Veranstaltung rechtfertigt die Riesenanstrengungen und AWEfflML » Schlafzimmer „Heimfreude“ 1 Spiegelschrank, oval Facette, 3 tür. 180 cm, geschweiftes Gesims mit Agraffenschnitzerei, Türen mit Pianoband, Kugelfüße, 1 Waschkommode, Facettspieg. oval, weiß marmor. Platte, 2 Nachttische, 2 Bettstellen geschw. Agraffen- EAQ ■ gesims, 2 Rohrstühle, 1 Handtuchhalter, Jubiläumspreis U*l#i Wohnküche „Stolz der Hausfrau“ naturlasiert ,13 teilig 977 - komplett, entzückendes Modell.... Jubiläumspreis mt m m m Versäumen Sie nicht diese sehr günstige Gelegenheit! Auf sämtliche Preise bei Bar bis 21. 9. 28 10% Jubfiläumsrabatt Em Sensatronsangebot - würdig des großen Ereignisses! f ^ Bequemste Teilzahlung gestattet H 5^ Auleliel«riia| illarorli frei Haatl — Ca. 4000 Q Meter Ausstrllnngs- und Lagerräume — Ratenabkommen mit der B*d. ». Bayer. Beamtenbank. Vergleich. In Sachen des Otto Friedrich Hofmann, Landwirt in Sicgelsbach gegen den Otto Mann. Karl Jakob Sohn, Landwirt in Siegelsbach wegen • Beleidigung. Der Beklagte Otto Mann, Karl Jakob Sohn, Landwirt in Siegelsbach nimmt die gegen den Kläger Otto Friedrich Hofmann, Landwirt in Siegelsbach gemachten verleumderischen Aussagen, daß deffelbe vom Zimmerplatz der Gebr. Widmann hier 2 Bremse- Hölzer gestohlen habe, mit dem Ausdruck tieftn Bedauerns zurück. Als Buße bezahlt der Beklagte 50 RM., und zwar 30 RM. an die Milchgenoffenschast Siegelsbach und 20 RM. an den Schwesternoerein in Siegels- bach. Ferner hat er die Kosten der heutigen Verhandlung zu tragen. Außerdem ist die Zurücknahme im „Unterländer Boten" und im „Landdoten" je 3 mal zu veröffentlichen Siegelsbach, den 10. September 1928. Borgelesen, genehmigt und unterschrieben: gez. Otto Mann. Zur Beglaubigung. Das Gemeindegericht: gez. G o o ß,. Brgmstr. DlIIIIIIIII!IIIIIIIIIII!IIIIIIIIIII!IIIII!II»lII»IIIIIII»IIIIIiIIIII>!I!III!SlII>D Ü Die Handelsschule beginnt wieder mit D | Abendfachkursen j Ü BuchfOhrung (m. Steuerbuchführung) || == Kaufm. Schriftverkehr mit Handelslehre = = Maschinenschreiben (Zehnfingersystem) =- = a) für Anfänger, = g£ b) ., Vorgeschrittene, verb. mit =jj != Uebungen in der Brieftechnik. = Ü Einheitskurzschrift. §= == a) Verkehrsschrift für Anfänger || = b) Redeschrift für Vorgeschrittene = = Kursbeginn : Donnerstag, 30. Sept. D = Kursdauer: 25 bezw. 50 Stunden. = D Anmeldg. od. Anfragen in der Handelsschule. = Drucksachen die 8. Beckar’scha Buchdruckers! Sinsheim. Henkels Scheuermittel b putit alles! SCHEUER i l PULVER i ■MM - f rr?-rrg-. 1 1 3t_i Mädchen für einen Tag in der Woche zum Putze» gesucht. Sinsheim, Eisenhahn- straße 344. II. Frisch eingetroffen: Reue holl. Vollhennge » Bismarkheringe in 4 Ltr. 2 Ltr. u 1 Ltr.Dosen Herings-v.ÄeWM Ludwig Moll b. d. Kirche. Telefon 344- selbst alte Leiden heilt med. Salbe ohne Operation für immer! Ausk.. Rezept u. genaue Geir-Anweisung geg. Nachnahmen*#3.60 bereitwilligst. Schlitz, gffell» hach a.M. Senefeldeffir. 83 Danksagung. Jedem der an Rheumatismus. Ischias oder Gicht leide t, teile ich gern kosten» frei mit, was meine Frau schnell und billig kurrierte. 15 Psg. Rückpotto erbeten. H.VMer.Oberpostsekretär a.D Dresden A3, Neustädter Markt 12. MÖߣ L Zweiggeschäft: E 4,1 (Planken; Mannheim, F 4,1-3 14 Schaufenster KUPfERMANM Führendes Haus für gediegene Mittelstands-Einrichtungen vuswärtige Fahrtvergütung! Jeder Käufer «rhält am praktisches Geschenk WW- Samstag, 15. September feiertagshaiber geschlossen. Sie sparen Geld wenn Sie jetzt einen guten Trunk hefftellen mit Zapf« Mostansatz. Seit über 50 Jahren bewährt u. in tausenden Familien das tägliche Ge- ttänk. Nur was wirklich gut ist, behauptet sich solange und beherffcht den Markt, Für 100 Liter nur 4 RM.. mit Heidel- beer 5 RM. Verlangen Sie Werbeschrift bei Ihrem Kaufmann oder vom Hersteller der Nährmittelsabrik A. Zapf. Zell Har«ersbach (Baden) Käse ist nahrhaft und billig! Versende z. Zt. Allgäuer Stangenkäse in Postkolli v. 9 Pfd. p. Nachnahme, das Pfund zu 33 Pfg. ab hier. Heinrich Hortzich/MülkerchrodMe Wadelheim lAllgäu.) Schriftleituna: v- Becker: Druck und Verlag: 9 , Brckersche Buchdruckerei t» Stnshet».