Ccftpein t tllglich «U Ausnahme der Friertazc Bezugs-Preis: Durch die Post bezogen und durch den Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goldmark 1.88 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. 8n Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Deschäfiszeit 1/28 bis 5 Uhr SonntagS geschloffen. Wrrnsprech-Anschluß Nr. 468 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6888 Der ßmdbote Sinsheimer Zeitung?sss General-Anzeiger für äciuvarzbactital Helttft* und verbreitetste Leitung dieser Gegend. I)»up1-Hnzeigen-8lLtt CUScbtntl. Keilagen t Ein Blidt in di« Welt » Dit BrnnnenTtub« » Hos dem Retd> der ffiode • Ratgeber für B«os- «. C*»d-«rtrtfcbaft AnzeigeU'Preise: Anzeigen: Die 33 mm breit« .Mllimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen- Die 92 mm breit« Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- und Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffester Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rcch- nungsdatum oder bei gerichtlicher Betreibung erlischt. Anzeigen-Annahme bis 8 Uhr vormittags; größere Anzeige» müssen am Tage vorher auß- gegeben werden. Bank-Konto Dereinsbank Sinsheim e. G. m. b. L. 4 M 225. Mittwoch, den 26. September 1928. 89. Jahrgang Das Herbstmanöver 1928 beendet. Der Reichspräsident als Manövergast. Die Motorisierung der Streitkräfte. Lauban, 28. September. Im wetteren Verlauf des großen Manövers 1828 kam es auf dem Nordflngel beider Parteien zu einem Begegnungsgefecht der Anfklärnngsabteilung der Roten 2. Kavallerieöivision mit der von Penzia vormarschie- renden Blauen Nordgruppe bei Langenau. In den ersten Nachmittagsstunöen trat eine Gefechtspause ein, während der die Truppen verpflegt wurden. Ueber den Verlauf der Kämpfe am Vormittag fand etne kurze Besprechung statt, der auch der Reichspräsident beiwohnte. Der Reichspräsident, der um 9 Uhr vom Stift Joachtmsstetn über Görlitz kommend auf dem Manöverfeld eintraf, wohnte dem größten Teil der Uebungen in der Gegend von Hochkirch bet. Auch heute wieder waren ferner der ehemalige Chef der Heeresleitung, General v. Seeckt, der ehemalige Inspekteur der Kavallerie, General v. P o s e ck und der ehemalige Inspekteur der Artillerie, General Bleiöorn, Manövergäste. Auch mehrere Parlamentarier,, in der Hauptsache die Referenten des Heeresetats, darunter öle Abgeordneten Sachseuberger, Schöpflin und der frühere Reicksinn.'mnitt- fter Dr. Külz, wohnten den Uebungen bei. Die Zahl der Offiziere fremder Nationen war gegenüber dem Bortage beträchtlich gestiegen. Die interessantesten Momente der Uebungen am Montc-g waren die Verwendung der motorisierten Abteilung der Kavallerie und das Vorgehen im Gelände. Die motorisierte Abteilung, bet der selbst die Feldküchen auf Lastwagen gefahren werden, kamen glänzend durch die engen Straßen von Lavban. Aber schon heute erkannte man, daß die Motorisierung auch ihre Schattenseiten hat, da die Truppe zu sehr an die Straße gebunden ist. Die Kavallerie, die uns allerdings in allzu reichem Ausmaß zur Verfügung steht, ist auch heute noch unentbehrlich, weil sie letzten Endes doch beweglicher ist. Schon der bisherige Verlauf des Manövers hat gezeigt — das erkennen auch die Offiziere der fremden Armeen an, daß unsere kleine Truppe, die durch den Versailler Vertrag an allen Ecken und Enden geknebelt ist, sich im Rahmen des Möglichen durchaus sehen lasten kann. ' Görlitz, 26. September. Das Herbstmanöver ist beendet. kAm Dienstag um K12 Uhr ging der Fesselballon hoch, der den Abbruch der Manöver auzeigte. Um 8 Uhr morgens waren die Gefechtsbewcgungen wieder ausgenommen worden, nachdem die Truppen während der Nacht Noistanösquarttere bezogen hatten. Die Gefechtslage hatte sich über Nacht grundlegend geändert. Die Blaue Armee erhielt den Auftrag, auch Marklissa einzunehmen. Infolgedessen mußte sich die rote Armee umstellen und Front zu dem blauen Gegner nehmen. Die beiden Gegner stießen in drei Gruppen zwischen Görlitz und Lauban zusammen. Nach wechselvollem Kampfverlauf ergab sich das Bild, daß die Note Armee ihren Auftrag, den blauen Gegner möglichst wett westlich von der Flanke der nach Norden vordringenden Armee aufzuhalten, erfüllt hatte, während die Blaue Armee ihren Auftrag, Markiisfa zu erreichen, infolge der Schwierigkeit der Lage nicht durchführen konnte. Auch der Dienstag zeigte die Truppen in bester Verfassung. Dem gab auch der Leiter der Uebungen, General von Tschischwitz Ausdruck. Er erklärte, daß die" Leistungen der Truppen ganz besonders auch in den Vormanövern ausgezeichnet gewesen seien. Der Reichspräsident weilte auch am Dienstag auf dem Manövergelände und überzeugte sich von dem Verlauf der Operationen. Unmittelbar nach Schluß der Manöver fand, . während die Truppen ihren Quartieren entgegeneilten, die Kritik statt, an der wiederum viele ausländische Offiziere teilnahmen. Man sah auch einen russischen General. Den Abschluß des Manövers wird heute vormittag die große Pa raöe bei Oberschra vor dem Reichspräsidenten bilden. Eine Ansprache Gröners zum Schlutz der Manöver. Görlitz, 25. Sept. Nach Abschluß ocr heutigen Manöver sprach im Rahmen 0 er Kritik Reichswehrminister Gröner zu dem versammelten Osfizierkorps. Seine Reve ist politisch von starkem Zn- teresse, va er sichtlich diese Gelegenheit benutzt hat. um von seiten der deutschen Wehrmacht einige Worte zu den Ausführungen Briands in Genf über das deutsche Heer zu sagen. Reichswehrminister Gröner führte aus, oaß seine Eindrücke von den diesjährigen Manövern in erster Lime dahin gehen, daß die Rede von der modernsten Armee der Welt nur ein geschicktes politisches Kampfmittel fei, dessen sich unsere ehemaligen Gegner bedienen, um sich der Abrüstung zu entziehen. -Es sei unser« Pflicht, für die Gleichberechtigung Deutschlands auf dem Rüstungsgebiet zu kämpfen und wenigstens dafür Sorge zu tragen, daß theoretisch alle Neuerungen auf dem Gebiete der modernen Kampfmittel eingehend studiert würden. Die Möglichkeit des Ausgleichs der Schwäche der deutschen Wehrmacht gegenüber anderen Armeen liege nur auf oem Gebiete der Ausbildung und Erziehung von Führern und Truppe. Uebungen, wie die schlesischen Manöver, müßten dazu dienen, die aktuellen Probleme der Führung unter den neuzeitlichen Bedingungen in dem für uns günstigen Sinne zu lösen. Für die deutschen Führer komme es darauf an, daß sie den operativen und taktischen Kernpunkt der jeweiligen Lage schnell erkennen und stets sich die eigene Initiative bewahren, um unter Ausnutzung der Fehler auf der Gegenseite das Möglichste herauszuholen. Als weitere persönliche Erfahrungen dieser Manöver stellte der Reichswehrministcr Grüner die ausgezeichnete Haltung der Truppen auf oem Marsch und im Gefecht, sowie die stramme Manneszucht hin, Sie sich mit dem selbständigen Denken und Handeln des modernen Einzelkämpfers aufs beste zu vereinigen scheinen. Als feine persönliche Aufgabe bezeichnete er in eester Linie die Sorge für die materielle und technische Ausgestaltung des Heeres und weiterhin die Aufklärung der Ocffcntlichkcit über den Geist und oie Leistungen der Armee, um dadurch den Wchrwillen im ganzen Volke zu wecken und zu stärken. Die sabotierte Abrüstung Vaul-Doncourö Antwort an Bernstorff. Genf, 25. Sept. Dor schwach besetztem Hanse, in dem nur die deutsche Delegation vollzählig anwesend war. erklätte heute nachmittag nach Abschluß der allgemeinen Aussprache über die Abrüstungsfrage Präsident Zahle, Bericht und Entschließung, wie sie heute vormittag vom Berichterstatter Benesch im Aufträge des Abrüstungsausschusses vorgelegt worden waren, bei Stimmenthaltung Deutschlands und Ungarns, als angenommen. Paul-Boncour setzte sich in seiner Rede sin wesentlichen mit den grundsätzlichen deutschen Kritiken an den bisherigen Arbeiten des Völkerbundes auseinander und lehnte die deutsche Auslegung der Präambel zum Teil 5 des Versailler Vertrages, sowie des Artikels 8 des Völkerbundspaktes ausdrücklich ab. Er erkennt zwar ohne weiteres die Bedeutung der in Kapitel 5 der verschiedenen Frie- densocrträge festgelegten Abrüstungsversprcchcn an, aber er erklärt, in Attikel 8 des Bölkerbundspaktes werde die Abrüstung nicht von dem Gefühl der Sicherheit, sondern oo« der effektiv vorhandenen Sicherheit abhängig gemacht. Die allgemeine Abrüstung, die als solche heute noch verfrüht sei, könne nur etappenweise verwirklicht werden, und zwar im Verhältnis zu .der wachsenden Besserung der Sicherheitsbedingungen, die seit dem* Inkrafttreten der Locarnoverträge bereits teilweise erhöht worden sei. Niemals könnte man jedoch daran denke«, daß der Völkerbund ohv« rin allgemeines Sicherheitssystem über ganz Europa zur Berwirklichung der Abrüstung schreite» kämt«. Die gewünschte Vervielfältigung der Locarnoverträge habe man noch nicht erlebt, und es komme jetzt darauf an, daß die vorliegenden Sicher- heitsoetträge auch tatsächlich von ocn Regienmgen benutzt würden. Frankreich habe Deutschlano niemals den Borwurf gemacht, daß es heute keine Armee hätte, wie dies im Versailler Bettrag bestimmt worden sei. Wenn jedoch in den Abrüstungsverhand- lungen sie effektive Truppenstärke erörtett werde,, dann müsse man in Rechnung stellen, welche tatsächliche Bedeutung und Stärke jede Armee im Hinblick auf die Reserven besitze. Es genüge nicht, lediglich zu erklären, man habe eine Armee von 100 008 Mann und andere Mächte hätten größere Armeen. Man müsse klären, welche potentielle Stärke uno Bedeutung dieser Armee innewohne. Rach Zurückweisung gewisser Borwürfe wegen des englischfranzösischen Flottcnkompromisses wandte sich Paul-Boncour'noch- mals an Graf Bernftorff, um zu unterstreichen, daß der vorbe reitende Abrüstungsausschuß keineswegs abgedankt habe. Deutschlands Standpuntt in der Abrüfiungsfrage -L>ie Bernstorff-Rebe in Genf. Genf, 26. September. In der gestrigen Bormittagssttzung der Vollversammlung des Völkerbundes legte Gras Bern- storff Noch einmal den Standpunkt der deutschen Regierung in der Abrüstungsfrage grundsätzlich dar. Ter Redner erinnerte zunächst an die Ansprache des Reichskanzlers Müller in der Vollversammlung, in der er die Einberufung einer ersten Entwaffnungskonferenz forderte und bat, dafür zu sorgen, daß die technischen Arbeiten der vorbereitenden Ab- rüstungskommisston unverzüglich zum Abschluß gebracht würden.^ Graf Bernstorff fuhr dann fort: In der dritten Kommission habe die deutsche Delegation dieses Ersuchen des Reichskanzlers zum Gegenstand eines förmlichen Antrages demacht, besten Tenor dahin gedeutet habe, die Bundesversammlung möge den Völkerbundsrat bitten, die erste Entwaffnungskonferenz im Jahre 1928 einzuberufen und dem Präsidenten der vorbereitenden Abrüstungskommission die Einberufung dieser Kommission zum Zweck der rechtzeitigen Aufstellung eines Konferenzprogramms anheim zu geben. Die deutsche Delegation bedauere es außerordentlich, mit ihrem Antrag nicht dnrchgeörungen zu sein. Man habe Deutschland entgegengehalten, es habe seine Entwaffnungs- Verpflichtungen noch nicht voll erfüllt. Außerdem sei der Augenblick noch nicht gegeben. Die deutsche Delegation habe den Standpunkt der anderen Delegationen nicht zu ihrem eigenen machen können und müffe ihren Standpunkt voll aufrecht erhalten. Der Redner legte dann des näheren dar, daß Dentschland völlig abgerüstet sei und daß die augenblicklichen Rüstungen Deutschlands bet der Beurteilung der internationalen Lage keineswegs ins Gewicht fiele. Bei Deutschlands geographischer Lage und der militärischen Stärke seiner Nachbarn wäre ein Krieg längst zu seinen Ungunsten entschieden, ehe es seine Volkskräfte und seine industriellen Kräfte hätte wirksam werden taste» können. Das deutsche Volk empfinde es sehr bitter, daß man die loyal durchgeführten Entwaffnungsverpflichtungen verkenne. Selbst die vorliegende Resolution müffe die Tatsache feststellen, daß die Sicherheit der Staaten schon jetzt den Abschluß einer ersten Konvention ermögliche. Warnm ziehe die Bundesversammlung hieraus nicht die Schlußfolgerung? Zur Verstärkung der Sicherheit könne nichts mehr beitragen ^ls der Beginn der allgemeinen Abrüstung selbst. Zweck der vorbereitenden Abrüstungskommission sei es, nicht die zwischen den Staaten bereits erzielte Uebereinsttmmung zu registrieren, sondern diese Uebereinsttmmung herbetzuführen. Es sei sehr gut möglich, daß die vorbereitende Abrüstungskommission in Zukunft ihr Verfahren ändere, indem sie z. B. Unterkommtsstonen einsetze, die sich mit den einzelnen Fragen zu befassen hätten. Es komme darauf an, daß man mit dem positiven Willen zu wirksamen Maßnahmen an das große Problem herangehe, und geygöe Deutschland wünsche, daß dieser positive Wille in der Resolution ansgedrückt werde. Die heutige Resolution bedeute nicht nur keinen Fortschritt, sondern man könne in ihr sogar ein Erlahmen des Willens zu energischen Schritten erkennen. Von der Einberufung einer ersten Entwaffnungskonferenz sei überhaupt keine Rede gewesen. Die größte Gefahr sei, daß i« der Welt der Eindruck entstehen könnte, als ob der Völkerbund vor seiner dringendste« Anfgabe die Hände untätig in de« Schoß lege. Aus diesen Gründen könne die deutsche Delegation für die neuen Verzögerungen, die sich aus der Resolution ergeben könnten, die Mitverantwortung nicht übernehmen. Die deutsche Delegation werde nicht gegen die Resolution stimmen, .da diese Positives enthalte. Sie werde sich deshalb der 'Stimme enthalten. Sie hoffe nach wie vor, daß die Arbeiten der Vorbereitenden Abrüstungskommission zur schleunigen Einberufung der Entwaffnungskonferenz führen werden. Die große Aussprache über die Abrüstungsentschließung der Dritten Kommission wurde in der Vollversammlung nach der Rede des Grafen Bernstorff durch eine Erklärung beS englischen Delegierten Lampson fortgesetzt. Der englische Detegterte wies auf die bisherigen Ergebnisse der Abrüstungsarbeiten hin, die er als bedeutungsvoll und fördernd bezeichnete. In den Verhandlungen seien Gegensätze über gewisse Fragen aufgetaucht. Die ve- treffenden Regierungen hätten jetzt durch gegenseitige Zuge-i ständnisse sich über die strittigen Punkte geeinigt. Es sei zu hoffen, baß auch andere Regierungen sich diesem Abkommen anschließen würden, damit eine Fortsetzung der Arbeiten der Vorbereitenden Abrüstungskommisston möglich würde. Von einigen Regierungen seien Zweifel ausgesprochen worden, ob die Einberufung der Abrüstungskonferenz überhaupt statt- finöen werde. Die englische Delegation vertrete demgegenüber den Standpunkt, daß die Konferenz erst stattfinden könne, wenn die Einigung über die Hauptpunkte zwischen den Regierungen vorher bereits erzielt sei. Die englische Delegation sei weiter der Ansicht, t-aß die Festsetzung eines festen Termins für den Zusam" !tt der Vorbereitenden Abrüstungskommisston gegen,. >..,,g nicht praktisch sei und daß eine derartige Forderung eher als ei« Zeichen des Mißtrauens gegen die Kommission anfgesaßt werde« m könne. Die englische Delegation nehme den von der dritten Komis» S in vorgeschlagenen Entschließungsentwurf an. Die englische, egterung werde den von ihr bisher etngeschlagenen Weg weiter fortsetzen, um zu positiven Ergebnissen in der Abrüstungsfrage zu gelangen. Unmittelbar im Anschluß an Looker Lampson betrat Paul Boncour die Rednertribüne- Paul Boncour setzte sich in* seiner Rede im wesentlichen mit den grundsätzlichen deutschen Kritiken an den bisherigen Arbeiten des Völkerbundes auS» * einander und bezeichnete diese Bedenke« als eine schwere Erschütte, rung der Hoffnungen, die allgemein ans die Dnrchfüh» - rnng der Abrüstung durch de« Völkerbund gehegt wurde«. Er lehnte die deutsche Auslegung der Präambel zum Teil V des Versailler Vertrages, sowie des Artikels 8 des Völkerbundspaktes ausdrücklich ab. * Die Rede des Grafen Bernftorff in der heutigen Bormittagsversammlung kann im großen uno ganzen begrüßt werden. Es muß jeooch festgestellt werden, datz der Reichskanzler eine offenere In wenigen Worten In der Vollversammlung des Völkerbundes sprach Graf Bernstorff über den Standpunkt der deutschen Regierung zu den Abrüstungsfragen, woraus der englische Delegierte Looker Lampson und Paul Boncour ebenfalls zu längeren Ausführungen das Wort nahmen. « Die großen Herbstmanöver in Nieöerschlefien haben am Dienstag mittag ihr Ende gefunden. * Auf dem deutschen Stäbtetag in Breslau sprachen nach den Stadtoberhäuptern der vertretenen Städte der preußisch« Innenminister Grzestnski und Reichsinnenminister Severing über Reichs- und Berwaltungsreform. * Die deutsch-rumänischen Verhandlungen haben am DienS- mg vormittag tn Berlin begonnen. * Der Bürgermeister von St. Ingbert wurde im Zusammenhang mit dem Svarkassenskandal vorläufig seine» Amtes enthoben. Nr. 225. Jahrgang 1928. Der Laadbole * Sinshetmer Jeitsnz. Mittwoch, den ?6. September 1928. und Klarer» Sprache geführt hat. Es hätte noch einmal Jklat zum Aust ruck gebracht werden müssen, daß man deutscherseits nicht gewillt sei, noch weiter ein derartiges Borgehen mitzumachen. Bedauerlicherweise fehlte auch in der Bcrnstorff-Reüe jeder Hinweis, daß nach dem Abschluß des Locarnopaktes, nach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und nach der Unterzeichnung des Kelloggpaktes die von Frankreich so dringend geforderten Garantien für die allgemeine Sicherheit nunmehr vollständig erreicht und somit gerade die Voraussetzungen für die Durchführung der Abrüstungsarbeitcn und Einberufung der allgemeinen Abrüstungskonferenz voll erfüllt seien. Es fehlte somit eins der wesentlichsten Argumente, auf die sich die deutsch« Forderung nach Einberufung der ersten allgemeinen Abrüstungskonferenz stützt. Der Eindruck daß eine Fortführung der bisherigen dilatorische Methoden nicht nur zu einem Scheitern der gesamten Abrüstungsverhandlungen sondern auch zu einer schweren Erschütterung des Völkerbundes führen muß, kennzeichnet die ganze Atmosphäre am Schluß der gegenwärtigen neunten Bölkerbundsversammlung. Es hat sich gezeigt, daß man auf alliierter Teste an eine ernstliche Durchführung der Abrüstungsverpftichtunge« nicht mehr denkt. Ein gemeinsames Flottenabrüstungsabkommen der fünf großen Seemächte mit Einschluß der Vereinigten Staaten ist heute nach der Lage der Dinge undenkbar. Der Eindruck verstärkt sich daher, daß heute bereits bei den alliierten Großmächten daraus hingearbeitet wird, das endgültige Fiasko der Genfer Verhandlungen mit der Unmöglichkeit einer Einigung in der Flottenabrüstungsfrage zu begründen und somit indirekt die Vereinigten Staaten für das Scheitern des Abrüstungsgedankens verantwortlich zu machen. Sie müssen selbst den Namen aufgeben. Wie Mussolini das Deutschtum im Erdrückt. Wien, 25. Sept. Wie aus Innsbruck gemeldet wird, berichtet die Bozcner Zeitung Dolomiten von einem Erlaß des Präfekten über die Ueberführung der Familiennamen in die italienische Form. Die Ftalienisierung geht nunmehr offiziell und systematisch vor sich, und zwar in alphabetischer Reihenfolge. Das Blatt macht bereits eine Liste oer Familiennamen, die mit A und B beginnen, in der neuen Form bekannt. Darunter befinden sich viele Namen Auer, die in Ora umgewandelt worden sind. Neue Nüstungen Amerikas. Sicherung der Verteidigung auf hoher See. London, 25. Sept. „Daily Telegraph" berichtet aus Washington: Die Beamten des amerikanischen Staats-, Flotten- und Kriegsdepartements sind überzeugt, daß weitere Kreuzer und Hilfsschiffr gekaut werden müßten, wenn die Bereinigten Staaten eine einigermaßen angemessene Verteidigung auf hoher See haben 'wollen. Ferner ist eine immer größer werdende Zahl von Beamten des Kriegsdepartements und Kongreßmitgliedern überzeugt, daß die Zeit gekommen ist, wo neue moderne Ausrüstung, wie Tanks und andere Hilfsmittel für das Heer in Mengen beschafft werden müssen im Interesse der 'Bereitschaft zu Land. Dies würde die jährlichen Ausgaben für die nationale Verteidigung auf über 700 Millionen Dollar bringen. Die mutmaßliche Stellungnahme Amerikas zum Flottenabkommen fDas letzte Wort der Vereinigten Staaten. Rewyork» 26. September. Die Hearstpresse bestätigt die in Londoner unterrichteten Kreisen bereits bekannt gewordenen Einzelheiten über den voraussichtlichen Inhalt der Note der amerikanischen Regierung an England und Frankreich in der Angelegenheit des Flvttenabkommens. Uebereinstimmend stellt die Hearstpresse fest, daß die Note das letzte Wort der Vereinigten Staaten darstelle. Amerika werde darin zum Ausdruck bringen, baß es schrittweise von den noch aus dem Weltkriege herriihrenden Bündnissen mit den europäischen Seemächten abrttcke. Die amerikanische Regierung wünsche unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht, an der Genfer Seeabrüstungskonferenz beteiligt zu sein. Es habe für die Bereinigten Staaten überhaupt keinen Sinn, irgendeine Konferenz dieser Art zu beschicken, da von vornherein die europäischen Seemächte sich in einer Front gegen Amerika befänden. Der Diebstahl -es Geheimschreibens aufgeklärt? Paris, 26. Sept. Dem „Matin" zufolge, scheint die über den Diebstahl des Geheimschreibens eingelettete Untersuchung ergeben zu haben, daß der Pariser Vertreter des „Newuork American" sich eine Ablcdrnt des französischen .HL - ichloh fiÖRAN vo* WOLFGÄNG HARKEN „Herr Doktor, wie soll ich Ihnen danken!" , ' Seine Stimme war so bewegt, daß ihn der Prestemani erstaunt ansah. „Es hat Ihnen wohl sehr am Herzen ge legen, Herr Hollem?" ' ....... „Nicht zu knapp, Herr Doktor. Sie müssen wissen, daß lck die Menschen, sür die ich heute komme, von Herzen liebe Hanno und ich sind Freunde, wir haben drei Jahre tan; gemeinsam die halbe Welt durchreist. Und Hannos Vater. Sie werden ihn kennenlernen. Robert Tessing ist ein Mann, den man lieben muß." „Robert Tsssing?" überlegte da der Doktor. „Robert Tessing! Ist das nicht der einstige Fabrikant, der Konkurs machte und dann noch freiwillig seine Restjchuld beglich, als er wieder in den Besitz von Mitteln kam?" „Jawohl, das ist er" „Dann beneide ich Sie um die Freundschaft, mein lieber Herr Hollem. Das ist ein braver Mann." Der Chefredakteur begab sich zu dem Besitzer der Zeitung, dem Hofrat Mühiing, während Jan wartete. Nach etwa einer Viertelstunde kam die Sekretärin, das hübsche Fräulein Springer. „Sie möchten sofort zu Herrn Hofrat kommen. Ich führ« „Das ist liebenswürdig von Ihnen, Fräulein. Ich hob« mir gleich gedacht, wo eine so nette, i»nge Dame ist, da mußt du Glück haben, alter Junge. Und es hat geklappt. Schönen Dank, mein verehrtes Fräulein." Die junge Dame lachte und wurde rot. „Ach, das ist jo gerne geschehen." . . , , , „Das glaube ich wohl. Wenn ich nicht em so armer Teufe! wäre, dann würde ich mich ganz besonders^ dankbar erwer- fen, so aber kann ich Ihnen nur eins geben." „Was denn?" fragte sie scherzend. .. Ehe sie iic' versah, hatte er ihr einen Kuß auf den hübschen Mund aedrückt. Schriftstückes beschafft hat. Daraus würde hervorgehen, daß es sich nicht um eine 4m voraus vereinbarte Tat der Gegner der französischen Abrüstungthese handelte, wie bas franzö- fische Blätter glaubhaft machen wollten. Schreckliche Szenen beim Madrider Theaierbrand In Madrid bisher 110 Lerche« geborge». — Die Ursache des Vrandunglücks «och nicht geklärt. Paris, 26. Sept. Nach den in den Morgenstunden aus Madrid vorliegenden Meldungen, wurden bisher aus den Trümmern des Theaters raü Leicken. darunter die non elf Kindern, geborgen. Die Zahl der Verwundeten ist auf 400 angewachsen. lieber die Entstehungsursache des Brandes gehen die Mei. uungen auseinander. So wird behauptet, der Brand sei durch bengalisches Feuer entstanden, die auf der Bühne angezündet waren. Bon hier aus hätte das Feuer auf Dekorationsstücke übergegriffen. Nach Aussagen des Veleuch- tungsinspektors, der sich kurz vorher über den Zustand der elektrischen Einrichtungen unterrichtet hatte, soll Kurzschluß als Entstehungsursache nicht in Frage kommen. In dem Theater haben sich furchtbare Schrcckensszenen abgespielt. Bei dem Drängen nach dem Ausgang wurden viele ohne sich verteidigen zn können niedergetreten. In b,ii. Erkenntnis, baß jeder Fluchtversuch vergebens war, suchten einige wieder in das Innere zurückzukehren und warfen sich i« die Flammen. Man sah sie hier als lebendige Fackeln zwischen den verkohlten Lejchen. Bald nach Ausbruch des Brandes stürzte anch das Dach ei« und begrub die Unglücklichen unter sich. Zwischen verschiedenen Leichen wurden Messer aufgefunöen, woraus man schließt, daß einzelne Personen versuchten, sich mit dem Messer einen Weg durch die Menschenmenge zu bahnen. Verschiedene Leichen weisen auch Schnittwunden «« 7 . Einzelne Familien sind außerordentlich schwer betroffen, da fünf, sechs und mehr Personen einer einzige» Familie «mgekommen sind. Das Personal des Theaters ist mit Ausnahme einer Choristin wohlbehalten. Der Orchesterdirigent wurde leicht verletzt. s Wie weiter gemeldet wird, hat Primo de Rivera für Dienstag einen Ministerrat einberufen, der sich über die Kredite schlüssig werden soll, die zur Linderung der Lage der Hinterbliebenen der Opfer des Theaterbrandes bestimmt sind. Auch der Stadtrat von Madrid wird Kredite für die Unterstützung der betroffenen Familien verlangen. Am Dienstagmorgen fand das Leichenbegängnis der bisher geborgenen Opfer des Theaterbrandes statt. Bier Wagen mit Blumen vom Magistrat, denen sich der Leichenzug mit vierzig Geistlichen anschloß, folgten vier Leichenwagen mit Kinderreichen und drei große Leicheuleansportwagen mit Särgen. Hinter jedem Wagen ging eine Gruppe von zwei- bis dreihundert Leidtragenden, deren Amtsdiener in ihrer alten Tracht folgten. Der Magistrat von Madrid und die Regierung, darunter auch Primo de Rivera in Uniform und die, anderen Minister waren vollzählig erschienen. Junge Mädchen streuten Blumen auf den Weg, Geistliche sangen Trauerlieder für die Verstorbenen, und langsam bewegte sich der Zug zum Madrider Ostfriedhof, gefolgt von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge, hauptsächlich aus der Arbeiterbevölkerung Die letzten Meldungen sprechen von 140 Toten, während es nach offiziellen Angaben nur 76 sein sollen. Die meisten Leichen konnten noch nicht indentifiziert werden. Die Zahl der Verletzten wird ans 300 geschätzt. Die meisten bis- yer geborgenen Leichen sind diejenigen von Frauen und Kindern. Vier Frauen sind am Montagabend im Krankenhause und eine in ihrer Wohnung gestorben. Die Aufräumungsarbeiten dauerten die ganze Nacht vom Montag zum Dienstag an. Man ist ohne Nachricht von einem Polizeioffizier, der mit acht Mitglieder« seiner Familie in einer Loge der Vorstellung beiwohnte. .60 von den geborgenen Leichen konnten noch nicht identifiziert werden. Bis jetzt steht noch nicht fest, ob sich unter den Opfern auch Ausländer befinden. Personen, die im Leichenhause eine doppelte Reihe der Leichen gesehen haben. erklärten, man könne sich kein schrecklicheres Schauspiel vorstellen. Bei den meisten Leichen sind die Glieder, der Rumpf und der Hals bis znr Unkenntlichkeit verunstaltet. Unter den vielen Einzelheiten wird besonders der Fall einer Großmutter hervorgehoben, die mit ihren beiden Enkelkindern der Vorstellung beiwohnte. Bei Ausbruch des Brandes nahm sie zwei Kinder an der Hand und stellte erst nach Verlaffen des Theaters fest, daß es nicht ihre eigenen Enkel waren. Die Feuerwehr fand in dem Waschraum des Theaters ein Mädchen, das die ganze Nacht dort verbracht und vor Schrecken den Verstand verloren hatte. Während der Brand auf ein Nachbarhaus Übergriff, sprang eine dort wohnende Frau in ihrem Entsetzen gerade aus das Theaterdach, das in diesem Augeüblick mit der Unglücklichen in den Flammenherd einbrach. Das Theater Novedades ist das achte Madrider Theater, das durch eine Feuersbrunst zerstört wird. Großflugzeug „Deutschland" verbrannt Arnsberg, 26. Sept. Das auf der Strecke Paris—Berlin verkehrende Großflugzeug „Deutschland", eine Schwester- imaschine der „Hermann Köhl", mußte Dienstag mittag wegen Aussetzens zweier Motore in der Nähe von Arnsberg notlanden. Nach der Landung geriet die Maschine in Brau». Fahrgäste «nd Personal, .insgesamt 12 Personen, konnte« sich retten. Das Flugzeug brannte vollkommen aus. Zu der Zerstörung sind noch folgende Einzelheiten zu berichten. Das Flugzeug befand sich auf dem Flug von Paris nach Berlin. In der Nähe von Meschede in Westfalen versagte in der Mittagsstunde einer der Seitenmotoren, worauf der Führer nach Dortmund funkte, daß er zur Rückkehr gezwungen sei. Um 12.18 Uhr versagte über Oentrop bei Arnsberg anch der Hanptmotor, so daß nur noch ein Motor in Tätigkeit und das Flugzeug nieöergehen mußte. , Die Notlandung erfolgte glatt ans einem Ackergrnnbstück zwischen Oentrop und Stentrop und ging glatt vor sich. Unmittelbar nach der Landung entstand aus bisher unaufgeklärter Ursache eine Stichflamme, die den Benzoltank in Brand setzte. Die Flammen griffen schnell auf das Flugzeug über, das vollständig ausbrannte. Bon den an Bord befindlichen 4 Mann Bedienungspersonal und acht Fahr- 4 gasten erlitten nur einige leichte Hautabschürfungen, da» 4 gegen wurde das gesamte Reisegepäck ein Raub der Flammen. Das Volksbegehren aus Verfassungsänderung . Auch di« Deutschnationale Bolkspartei dafür. > Berlin, 26. Sept. Die deutschnationale Pressestelle teilt mit: Die D.R.B.P. hat durch Entschließung vom 7. Dez. vorigen Jahres den Kampf um die Reform der Weimarer Verfassung ausgenommen. Sie hat die Forderung in den Vordergrund gestellt, aus die es in erster Linie ankommt: Die Beseitigung der Parteidiktatur durch Aenderung der Bestimmungen über die bindende Kraft des Mißtrauensvotums. Mit dieser Forderung führte sie unter der Wahlparole „Mehr Macht dem Reichspräsidenten" den letzten Wahlkampf. Die Kundgebung des Stahlhelms vom 23. September, in der er die Parteien auffordert, gemeinsam mit ihm ein Volksbegehren auf Verfassungsänderung vorzubereiten, kann von der Deutschnattonalen Volkspartei mit Freude begrüßt werden. Denn der Kampf kann nur ge« S onnen werden, wenn er nicht allein von einer Partei ge- agen, sondern auf breitester Grundlage geführt wird. Die Vorarbeiten für den Gesetzentwurf, der einem Volksbegehren zu Grunde zu legen ist, sind von der Deutschnationalen Volkspartei bereits seit längerer Zeit in Angriff genommen. Sie ist zu der gemeinsamen Arbeit mit dem Stahlhelm selbstverständlich bereit. ZMesiagimg des DciiWe» SlütXelaae« Breslau, 26. Sept. Die Jahresversammlung des Deut schen Städtetages wurde am Dienstag mit einer Begrii ßungsansprache des Berliner Oberbürgermeisters Böß eröffnet, der die zahlreich erschienenen Reichs- und Staat», minister, sowie die übrigen Vertreter der Länder beit Reichstages, des Reichsrates, der kommunalen VeiMnö« und der Presse willkommen hieß. Böß wies u. a. darauf hin daß sich ' " " die Wirtschaftliche Lage Deutschlands nach der leidlich gnten Ernte erkrenlickicr aevaltet Labe. „Einen Kuß!" lachte er dann. „Wahrhaftig, die Berliner Mädel schmecken gut." „Sie sind ja ein ganz Schlimmer!" drohte sie, aber bös« war sie nicht, und sie führte Jan bis zur Tür des Hofrats. * , * „Jan Peter Hollem!" stellte sich Jan vor und nahm di« Hand, die ihm der Hofrat, ein Mann in den hohen Sechzigern, bot. „Bitte nehmen Sie Platz/ bat der Hofrat. „Eine Zigarre gefällig? Bedienen Sie sich. Herr Doktor Spangenberg hat mir von Ihnen erzählt und den Vorschlag unter- breitet, den Sie uns gemacht haben. Ich kann aber leider auf den Vorschlag nicht eingehen." „Nicht eingehen . . ." stammelte Jan bestürzt und satz hilfesuchend auf den Doktor, der lächelte. „Aber ich will Ihnen einen anderen Vorschlag machen Herr Doktor Spangenberg hat mir erzählt, daß es sich um Herrn Robert Tessing handelt, der in unserer Wirtschaftsgeschichte der letzten Jahre bestimmt ein Novum darstellt Herr Tessing hat hochanständig gehandelt und aus diesem Grunde soll mir der Herr Tessing einmal gestatten, auch sc zu handeln. Ich will die Anzeige zweimal kostenlos ir meiner Zeitung aufnehmen. Das tun wir natürlich im all- gemeinen nicht, sonst wären wir fix pleite. Hier liegt abet ein so besonderer Fall vor, daß ich es gern tue." Jan war aufs höchste überrascht und erfreut. Das halt« er nicht erwartet. „Ich danke Ihnen, Herr Hofrat. Aber das Zimmer steh trotzdem zu Ihrer Verfügung." Mit einer Handbewegung schnitt der Zeitungsinhab:' jedes,weitere Wort des Dankes ab. „Erledigt, Herr Hollem Nun haben Sie die Güte und feien Sie noch eine halb« Stunde mein Gast. Herr Doktor Spangenberg hat sich frei gemacht und wird uns Gesellschaft leisten. Wir werden ei» Gläschen zusammentrinken, und Sie erzählen uns vo» Schloß Korff." Er klingelte. Der Wem kam. und sie waren bald prächti? ins Plaudern gekommen. Als der Hofrat eine neue Flasch« kommen lassen brachte Jan aus der Tasche feinet Ulsters eine Flasche des Büdinghofencrs von 1802. „Wollen Sie nicht einmal den Wein von Schloß Korff mobieren?" Ueberrafcht sahen ihn, die beiden an. „Büdinghosener von £02," las der Hofrat. „Was, den Wein haben Sie , rf Schloß Korff? Ja, haben kie denn eine Ahnung, wie der im Handel steht? Da ostet die Flasche dreihundert Mark." Jan fiel bald vom Stuhle. „Was? Dreihundert- Mark! lnd wir haben zu Weihnachten zehn solche Flaschen ge- Jan brauchte die anderen beiden Zeitungen nicht zu be- uchen. Doktor Spangenberg erbot sich, Jans Vorschlag den «treffenden Inhabern beziehungsweise Direktoren einmal Et zu unterbreiten. Davon versprach er kick mehr. * * * Hanno Tessing hatte während der Abwesenheit Jans mit >em Möbeihändler und Tischlermeister Böblinger m Neuen» »erg, einem schwerreichen Manne, einen Vertrag ab» jeschlossen. Böblinger übernahm die Möblierung von zu- rächst zwanzig Zimmern zu tragbaren Bedingungen. Die Nöbel, die nach und nach abgezahlt wurden, blieben bis zur »ollen Bezahlung Böblingers Eigentum. Er wollte erst das Geschäft nicht machen, als ihn aber Hanno, der bei den Verhandlungen feine ganze Personlrch» Seit einsetzte, mit nach Schloß Korff nahm, und als der Mann «esehen hatte, welche Arbeit in den wenigen Monaten ge» eistet worden war, staunte er, und die Hochachtung, die er impfand, veranlagte ibn. das Geschalt zu machen. 7. großer Schnee . . . kleine Wasser, liefe alte Bauernregel bewahrheitete sich wieder. Mitte mar hatte Tauwetter eingesetzt, aber ganz langsam, kaum rbar. Allmählich wurden die Wege frei, und der grüne uton-Wagen trat wieder in Aktion. Sem war eben in Altenecken gewesen, llltenecken hatte seine Sensation, denn es war bekannt worden, welche Absicht der Besitzer von Schloß Korff hatte. San hatte die Post in Altenecken geholt, und Hanno nahm egt die Nummer der „Allgemeinen Deutschen Zeitung", ihm Jan reichte. Sie enthielt das Inserat. Hast du es schon gelesen?" t- :¥ =z M- £.- - T Nr. 225. Jahrgang 1928. Der Landbote ♦ Siusheimer Zeitung. Mittwoch, den 26. September 1928. ünö vor allem der Gebäudeschaden sehr groß, pci Das Liebols- Heimer Büraermeisteramt gibt bei vorsichtiger Sckätzuna einen Gesamtschaden von 60 000 bis 70 000 RM. an, der nnr zum geringen Teil durch Versicherung gedeckt sein dürfte. Die BranÄgeschädigten. Von dem neuerlichen Großfeuer sind folgende Landwirte .schwer betroffen worden: Karl Rudolf Roth, Karl Leopold Roth, Karl Ludwig Kubach, Friedrich Ludwig Seith I, Ludwig Hummel, Heinrich Seitz, Adolf Roth, Ludwig Göbel, Wilhelm Heil, Albert Oberacker, Gustav Kämmerer Wtw., Karl Ludwig Roth I, Wilhelm August Seitz Wtw., Karl Ludwig Molter. Gin Wohnhaus und zwei Scheunen km Banland eingeäschert. Hirschlanden bei Aöelsheim, 26. Sept. In der Nacht zum Sonntag brach in dem Anwesen des AltbürgeMeisters Geh- rig Feuer aus, das vollständig eingeäschert -wurde mitsamt der angebauten Scheune des Landwirts Johann Moser. Nur mit Mühe konnten sich die Bewohner in Sicherheit bringen. Die Vorräte wurden ein Raub der Flammen. Seit dem letzten großen Brandfall sind erst vier Wochen verstrichen. Folgen des St. Jnk>berter Sparkassenjkandals. St. Ingbert, 26. Sept. Wie hier bekannt wird, ist Bürgermeister Dr. Kemps durch die Regierungskommission seines Amtes enthoben worden. Auf Drängen des Stadtrates und der Bürgerschaft hatte der Bürgermeister vor einigen Wochen schon ein Disziplinarverfahren gegen sich beantragt, wegen der Vorwürfe, die ihm als Aufsichtsratsvorsitzender der Sparkasse aus Anlaß des Skandals bei der Kaffe gemacht wurden. Obwohl in allen Kreisen der Bevölkerung der Rücktritt des Bürgermeisters verlangt wurde, wich Dr. Kempf nicht von seinem Posten. Erst der Aufforderung der Regierungskommission hat er nachgegeben. Dr. Kempf war der zweite Berufsbürgermeister der Stadt St. Ingbert und wurde im Jahre 1923 prvisorisch und im Jahre 1926 auf 12 Jahre zum rechtskundigen Bürgermeister gewählt, jedes- mal mit Widerspruch weiter Bevölkerungskreise. ^ Radio»Programm ^ für Mittwoch, 26. September: Breslau. 20.30 Uhr: „Der Lampenschirm". Frankfurt. 6.30 Uhr: Dr. Laven. Gymnastische Uebungen. 16.35 .Uhr: Alte Operetten. 20.15 Uhr: 1. „Wallensteins Lager." 2. „Die Piccolomini". Hamburg. 20 Uhr: Masse Mensch Amerikas. Anschl.: Konzert aus dem Parkhaus in Bremen. Köln u. Langenberg. 20 Uhr: Abendmusik. 21 Uhr: Gesang des Herbstes. (Münster.) Darauf bis 24 Uhr: Tanzmusik. Königsberg. 20.10 Uhr: „Das Hollandweibchen". (Berlin). 22.30 Uhr: Nachtmusik aus Berlin. Königswusterhausen. 20.10 Uhr: „Das Hollandweibchen". 22.30 Uhr: Nachtmusik aus Berlin. Leipzig. 20.15 Uhr: Deutsche Kammermusik um 1700. 21 Uhr: Der Dichter in Schuberts Liedern. Franz von Schoberg. 22.30 bis 24 Uhr: Tanz- und Unterhaltungsmusik. München. — Kaiserslautern. 12.55 Uhr: Schallplattenkonzert 16 Uhr: Unterhaltungskonzert. 19.45 Uhr: Festabend zum zehnjährigen Fubiläum der Münchener Volksbühne. Ueber- tragung aus der Tonhalle. 22.30—24 Uhr: Konzert aus der Galerie Arkadia. Stuttgart. 10.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 15 Uhr: Kinderstunde. 16.15 Uhr: Solisten- Nachmittag. 20.15 Uhr: Symphoniekonzert. Daventry Experimental. 20 Uhr: Promcnadenkonzcrt. 22,30 Uhr: Tanzmusik-Uebertragung. ! Wien. 19 Uhr: „Der Rosenkavallier". Oper. Uebertragung aus der Staatsoper. Darauf: Leichte Abendmusik. Bahnhofstr .23 Radio-Häuser Heidelberg Telefon4100 Modernste Rundfunk—Anlagen-Versand sämtlicher Zubehörteile nach allen Orten. - Bcrtreterbesuch u. Vorführung unverbindlich. Radio-Literatur, Programm-Zeitschristen bei 3. Soll, Buchhdlg., Sinsheim Wetterbericht. Karlsruhe, 26. Sept. Vor der Biskaya bis nach dem Baltikum ist jetzt eine flache Tiefdruckrinne mit mehreren Tciltiefs hergestellt, die uns von der weiteren Zufuhr polarer Luft abhält. Mit Rückdrehung des Wides nach Südwesten trat daher tm ganzen Lande wieder leichte Erwärmung ein. Die Nachtfrostgefahr im Gebirge ist damit vorläufig beseitigt, lieber Europa hat ein allgemeiner Aus» glei chder Druckgegensätze begonnen. Das Hochdruckgebiet im Nordwesten ist durch ozeanische Warmluft, die bis Island vordrang, teilweise abgebaut worden, während das nord- westeuropäische Tiefdruckgebiet durch einbrechende Polarluft bereits an Energie verloren hat. Auf den, Festland liegt noch ein flacher Hochöruckrest über den Alpen, unter deffen Einfluß wir vorwiegend heiteres und trockenes Wetter mit langsam fortschreitender Erwärmung zu erwarten haben. M..WerhatViiMld..Eilt Günstiges Sonderangebot Infolge unaufschiebbarer Zahlungen verkauft Fahrradfabrik einen Posten erstklassiger Fahrräder Marke „Ideal" (keine zurückgesetzte Ware) weit unter Preis, und zwar HerreOHMer... RMk. 58.00 DlUnensllhMw. . . Mt. 62.00 bei freier Verpackung und 5 Jahre schriftliche Garantie für Rahmen und Gabelbruch. Die Ausführung erfolgt mit Torpedo, N.S.U. oder Komet freilauf- rücktrittbremfe. (2 Jahre Garantie), Continental, Ex- selsior oder Metzeler-Bcreifung, engl, oder deutsche Lenkstange mit Handbremse & Glocke. 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Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel August Welker nach langer Krankheit, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, im Alter von 62 Jahren sanft verschieden ist. Sinsheim, den 25. September 1928. Die trauernden Hinterbliebenen Frau Elisabeth Welker und Kinder Die Beerdigung findet am Donnerstag um 5 Uhr statt. Auswanderer ■ —AMERIKA Unsere Vertreter sind jederzeit gern bereit Auskünfte über Beschaffung des Visums zu geben sowie bei Regelung von Passagen : behilflich zu sein * NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Sinsheim: Georg Eiermann Ww. Eisenbahnstr. 344. * Neckarbischofsheim s Max Jeselsohn, Hauptstraße 4. - tildjUge Derlreter für den Besuch der Gastwirte usw. im Bezirk Mosbach, Neckattal, Heidelberg und Odenwald von leistungsfähiger Spirituosenfabrik gesucht. Mtsführliche ! 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Die seither durch dir Herren Wintrrhalter und Krämer in Eteins- furt gemeinsam verwaltete Seneralagentur unserer Gesellschaft liegt nunmehr in den alleinigen Händen unseres bewährten Mitarbeiters Herrn Heinrich Winterhalter in Steinsfuri. Wir bitten, sich in allen unsere Bersicherungsgesellschaft betreffenden Angelegenheiten für die Folge nur an Herrn Heinrich Winlerhatter in Steinsfuri zu wenden. Karlsruhe, den 24. September 1928. AMasz & Stuttgarter Verein Berfichermas-Akües-SefeWaft Berirdsdirektio» Staudke & Wielandt Karlsruhe Douglasstr. io. «.astdrr'Mt amnätnr «MDttai Q Wir verkaufen weit unter Preis! □ Schlafzimmer, 3 tätig, mit Spiegel u. □ Marmor.. 9 schwere, volle, eich. Schlafzimmer □ S türig. □ Speisezimmer, eichen komplett . . f| Speisezimmer, Büffet 2 m breit, Kre- □ denz 1,30 m breit Ausziehtisch □ und 4 Ledersessel ..... § Küchen, komplett, Büffet 1,60 rn br. weiß lackiert. Küchen, Pitschpinne imit., kompl. Mk. 250 Küchen, Pitschpinne naturlasiert, komplett. 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