Ceföetat taglid) Ml Ausnahme der Feierlage Benutz »-Preis: Durch diePost bezogen und durch ten Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goidmark 1.60 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. Sn Fällen von höherer Gewalt Gesteht lein Anspruch auf Liefer- Nng der Zeitung oder auf Rü-H- zahlung des Bezugspreises. i/*8 bis 5 Uhr onntagS geschloffen. Jernfprech-Anschlutz Rr, 468 Postscheck-Konto Karl««-« Nr. 6S0S General-Anzeiger für das^^^Asenz-un- Lcluoarzbacktal Der Lanövote Sinsheimer MM Leitung fas General-Anzeiger für §äuvarzbaclrtal Heltelte unct verbreitetste Leitung ctieler Gegencl. lhaupl-Hn^gen-lSlntt Mlchentl. Seilagen, Ein Slick» in cki» M»lt » Vi« Srunnenltud« » Has dem Reich 4er EOodt » Ratgeber ffir yao»- u. raodwirtlcbaft An,eigen-Preife: Anzeige«: Die 33 mm breit» rVlillimeter-Zeile 6 Goldptg. Reklamen- Die 92 mm breit» Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- und Textteü ist Petit. Bei Wiederholungen tariffester Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rechnungsdatum oder bei gerichtliche» Betreibung erlischt. Anzeigen-Annahme bis 8 Uhr vormittags; größere Anzeigen müssen am Tage vorher ai& gegeben werden. Bank-Konto Peretnsbau» Sinsheim e.G.«.b.L> M 228. Samstag, den 29. September 1928. Eoolldges Antwort an Bttanö. Amerika erblickt in dem englisch-französischen Marineabkommen eine Nichtachtung vitaler amerikanischer Interessen und eine Rückkehr zum Wettrüsten. Washington, 28. Sept. Die Note der amerikanischen Regierung, die heute in London und Paris als Antwort auf die britische Note vom 31. 3uli und die französische Note vom 3. August überreicht wurde, stellt fest, daß das englisch-französische Marineabkommen fiir Amerika unannehmbar sei. Eine Beschränkung der Eeerüstungen müsse sich auf alle Schiffstypen erstrecken, das genannte Abkommen lasse jedoch den unbeschränkten Bau von Kreuzern mit sechszölligen Geschützen, von Zerstörern und von Unterseebooten, bis zu 600 Tonnen Raumgehalt zu. Es stehe fest, daß diese Schiffstypen sehr wirksame Kampfschiffe seien und einen erheblichen Ofsensivwert besäßen, besonders für eine Macht, die über gutvcrteilte Flottenstützpunkte! in verschiedenen Teilen der Welt verfüge. Moderne Kreuzer mit sechszölligen Geschützen bildeten ja gegenwäriig den größten Teil der in der Welt vorhandenen Kampfschiffe. Demgegenüber bedeutet die im Abkommen vorgesehene Beschränkung des Baues von 10 000 Tonnen-Kreuzern mit Geschützen von mehr als sechs Zoll Durchmessern eine Beschränkung gerade der Schiffstypen, die den Bedürfnissen Amerikas entsprächen. Außerdem würde die Beschränkung dieses- Kreuzertyps die Offensivstärke des Staates enorm steigern, der eine große Handelsflotte besitze, die schon in Friedenszeiten für eine Bestückung mit sechszölligen Geschützen eingerichtet werden könne. Fm Fahre 1927 habe Englano auf der Dreimächtekonferenz in Genf zwei Kreuzerklassen vorgeschlagen und zivar eine mit achtzölligen und «ine mit sechszölligen Geschützen. Die Kreuzer der ersten Klasse sollten in sehr beschränkter Zahl, die der zweiten Klasse in großer Zahl zugelasscn weroen. Amerika mußte dies ablehnen, da es darin so gut wie keine Beschränkung der letzteren Klaff« erblickte. Fetzt weroe dieser Vorschlag in neuer und noch unannehmbarerer Form wiederholt. Dieser,Vorschlag benachteiligt Amerika und gebe den Grundsatz der Einschränkung des Baues von wichtigen Kampfschiffen vollkommen aus. Dasselbe gelte von der vorgeschlagenen Unterscheidung zwischen 600-Tonnen-Tauch- booten und Tauchbooten mit größerem Rauminhalt. Unterseeboote von 600 Tonnen seien sehr wirksame Kampfmittel; sie seien mit den gleichen Torpedos ausgerüstet, wie die größeren Tauchboote und könnten mit fünszölligen Geschützen bestückt werden. Ameriki wäre gern bereit, Tauchboote überhaupt abzuschaffen, wenn sie jedoch beibehalten werden sollen, so sollte der Bau in vernünftigen Grenzen bleiben. Die Bereinigten Staaten würven sich glücklich schätzen, ihre Bemühungen zur Beschränkung der Flottenrüstungen fortzusetzen, aber sie könnten sich nicht dazu verstehen, Vorschlägen zuzustimmen, die Tür und Tor für einen uneingeschränkten Bau gewisser Schiffstypen von hohem Gefechtswert offenließen und lediglich solche Typen einer Beschränkung unterwürfen, oie den besonderen amerikanischen Bedürfnissen entsprächen. Die amerikanische Regierung fühle, daß die Bestimmungen des englisch-französischen Abkommens, die eine so unbeschränkte Tonnage und soviele Echiffs- typen zulasse, den eigentlichen Zweck einer Abrüstungskonferenz vereitelten. Und sie glauben daher, daß einem nützlichen Zweck gedient sei, wenn sie den englisch-französischen Vorschlag als Basis für eine Besprechung annehme. Sie habe nichts gegen irgendwelche Vereinbarung zwischen Großbritannien und Frankreich einzuwenden, 'öie rote sie glaube, im Interesse einer Rüstungsbeschränkung liege, aber ^ie köstne sich nicht üamit einverstanden erklären! daß eine derartige Vereinbarung die Bereinigten Staaten binde. Amerika habe ernstlich und konsequent für eine wirkliche Einschränkung der Seerüstungen gearbeitet. Es fei auch immer noch bereit, an der Lösung dieser Frage weiter mitzuarbciten, und» insbesondere auf die speziellen Wünsche Frankreichs, Italiens oder anderer Mächte insofern Rücksicht zu nehmen, als es etwa jedem Staat ü berlasien bleibe, innerhalb einer feftzusetzende^ Gesamttonnage bis zu einem gewissen Prozentsatz mehr von oiefer als von jener Klasse von Kriegsschiffen zu bauen. Amerika erwarte jedoch die gleiche Rücksichtnahme für sich und bedauere, in dem vorliegenden englisch-französischen Marincabkommen eine Nichtbeachtung osialer amerikanlschrr Interessen und eine Rückkehr zum Wettrüsten erblicken z« müssen. „Graf Zeppelins" zweite große Fahrt. wer Starr Friedrichshafe«, 29. September. Bei fast windstillem Wetter wurde das Luftschiff „Graf Zeppelin" gestern früh um 6.50 Uhr aus der Halle gebracht, und zwar mit dem Heck voraus durch das südwestliche Tor. Punkt 7 Uhr erfolgte der Aufstieg. Zunächst ist beabsichtigt, nach München zu fahren. An Bord befinden sich auch der Reichstagspräsiöent L ö b e und Oskar von Miller, sowie die übrigen bereits genannten englischen und amerikanischen Gäste. Dagegen sind Herr und Frau von Kardorff nicht eingetroffen. Das Luftschiff wird den ganzen Vormittag mit den Wetterstationen des Festlandes in Verbindung sein und sein Fahrprogramm nach den eingehenden Wettermeldungen einrichten. An Bord befinden sich etwa 75 Personen. Das Luftschiff entfernte sich nach dem Start rasch in nordöstlicher Richtung. Kurz nach dem das Luftschiff außer Sicht gekommen war, setzte leichter Regen ein, doch dürfte das Luftschiff weiter nach Osten besseres Wetter vorfinden. Arber München München, 29. September. Um 349 Uhr am Freitag traf bas Luftschiff „Graf Zeppelin" über dem Flugplatz München Obergriesenfelö ein und wandte sich dann sofort dem Weichbild der Stadt zu, um seinen Rnndflng über der bayerische« Landeshauptstabt auszuführen. Bei dunstigem Himmel, aber guter Sicht, überflog das Luftschiff in ganz niedriger Höhe und in langsamer Fahrt, die seine genaue Beobachtung gut ermöglichte, alle Teile der Stadt, begleitet von einer Anzahl von Flugzeugen, die dem Luftschiff von Schleißheim aus entgegengeflogen waren. Graf Zeppelin wurde von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Der Verkehr stockte, in den Schulen wurde der Unterricht abgebrochen und die Kinder zur Begrüßung des Luftschiffes auf die Straße geführt. Tr. Eckener richtete einen funkentelegraphischen Gruß von Bord des Luftschiffes an die Bevölkerung Münchens. Das Luftschiff kreuzte auch über dem Deutschen Museum, um auf dies« Weise dieser Ehrenstätte deutscher Technik seinen Gruß zu entbieten. Die Rundfahrt über München dauerte etwa 20 Minuten. Das Luftschiff setzte dann seine Fahrt in südöstlicher Richtung gegen Salzburg fort. Drahtlose Xelephonverbindung München, 39. Sept. Während des Fluges des Graf Zeppelin über München wurde zwischen dem Luftschiff und dem Rundfunksender Münche eine drahtlose telephonische Verbindung hergestellt. Tr. Eckener sprach selbst zu den Münchenern und betonte, es sei >as erste Mal, daß ei« deutsches Luftschiff au den dent» scheu Rundfunk angefchlosteu se». Er benutze die Gelegenheit, um den Münchenern dafür *Jt danken, daß sie zur Luftschiffspende beigetragen haben Das Luftschiff sei in sehr rascher Fahrt in eineinhalb Stunden von Friedrichshasen nach München gekommen. Er wolle nicht über die Annehmlichkeiten dieser Fahrt svrechen. weil man ihn selbst vermutlich für parteiffch halten würde, ave» au Bord seien Reichstagspräsiöent Loebe und Exz. v. Miller die über die gewonnenen Eindrücke sprechen würden, i ReichstagSpräfident Loebe ! wünschte bann den Münchenern einen „Guten Morgen" uni yov oie unoescyreroncke mnere Erregung yervor, rne er igewähre, an einem so schönen Morgen in rascher Fahrt übe» Täler und Höhen, Dörfer und Städte zu fliegen, in der Nachbarschaft der in Neuschnee erglänzenden Berge. Dauernd habe man das Gefühl absoluter Sicherheit. Man sitze wie zu Hause auf dem Sofa oder in den Polstern eines D-Zug- Wagens. Der Reichstagspräsident beglückwünschte den genialen Luftschiffschöpfer und Führer Tr. Eckener, seine tap- fere Mannschaft und gab dem Wunsch nach einer glücklichen Fahrt des Luftschiffes Ausdruck. - Oskar von Miller führte aus: Zn den großen Meisterwerken, die im Deutschen Museum aufbewahrt seien, gehöre neben Reliquien des ersten Zeppelinluftschiffes auch das Modell des ersten Luftschiffes. Mit einem der ersten Zeppeline sei er vor 20 Jahren über den Bodensee geflogen. Der Unterschied zwischen dem damaligen und dem heutigen Zeppelinluftschiff sei ungefähr so, wie der zwischen einem Bodenseedampfer und den heutigen großen Ozeanriesen. Oskar von Miller schloß mit einem Dank an Graf Zeppelin und Dr. Eckener und gab dem Wunsche Ausdruck, Tr. Eckener möge uns noch lange erhalten bleiben. Bayerns Gruß München, 29. Sept. Beim Ueberfliegen Münchens wurden von Bord des Luftschiffes von Dr. Eckener, dem Reichstags- Präsidenten Loebe und Oskar von Miller drahtlose Grütze btt die bayerische Staatsregierung, die bayerische Landeshauptstadt und ihre Bevölkerung gerichtet. Ministerpräsi- Hent Dr Held sandte dem Luftschiff folgenden drahtlosen Gruß: „Freudig begrüßt die bayerische Staatsregierung den l-Graf Zeppelin" beim Ueberfliegen bayerischen Landes. Führer und Besatzung Dank und Anerkennung für ihre hervorragenden Leistungen. Ein herzliches Glückauf für die Zukunft. gez. Ministerpräsident Dr. Held." * Das Luftschiff „Graf Zeppelin" setzte nach seinem Rundflug über München seine Fahrt zunächst in südlicher Richtung fort. Um 9.15 Uhr wurde, nachdem vorher Holzkirchen überflogen war, Miesbach erreicht. Eine Viertelstunde später überflog das Luftschiff bereits die Stadt Rokenheim, aui der Fahrt in Richtung Salzburg begriffen. Salzburg überflogen. Nach weiteren Meldungen überfuhr das Luftschiff den Chiemsee, überflog Traunstein und berührte in zwei Kilometern Entfernung Bad Reichenhall. Es fuhr dann nach Salzburg, das es in großer Schleife überflog. Das Erscheinen des Zeppelins über Salzburg rief in der Stadt großes Aufsehen hervor und hatte einen Stillstand des Verkehrs zur Folge. Die Polizei hatte auf dem Gais- berg zwei Avisoposten aufgestellt, die um 9% Uhr das Luft, schiff sichteten. Zwei Minuten später ertönten von der Festung Hohensalzburg Kanonenschüsse, die das Eintreffen ankündigten. Er wendete sich nach dem Rundflug Kehrtmachend in nördlicher Richtung nach Wasserburg im Inn. Ueber Salzburg selbst warf „Graf Zeppelin" einen Brief ab, worin er mitteilte, daß Tr. Eckener infloge des schlechten Wetters und des sich daraus ergebenden großen Zeitaufwandes auf den Weiterflug nach Wien verzichtet. In Friedrichsbaien »and 89. Jahrgang während dieser Zeit ein Witterunqsumschlag bevor. Es wurde bereits in den Höhen über 400 Meter Föhnwind in einer Stärke bis zu 11 Sekundenmeter gemessen. Vorerst hält zwar noch die kalte Bodenschicht den Wind ab, so daß es in Bodennähe fast völlig windstill ist. Dagegen ist es so dunstig geworden, daß die Sicht sehr beschränkt ist. Es wird damit gerechnet, daß der Föhn im Laufe des Nachmittag» bis zum Boden durchbringt. Kehrt in Waldbnrg. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" machte dann in Waldburg Kehrt, flog entlang der bayerisch-österreichischen Grenze, passierte nach Uebekfliegung von Ncuötting punkt 11 Uhr die Stadt Mühldorf und flog in nordwestlicher Richtung gegen Neumark an der Rott weiter. Damit war der Verzicht auf Ueberfliegen von Wien bestätigt Die Umkehr des „Graf Zeppelin" hat in Wie« natürlich fehr enttäuscht. Es waren bereits alle Vorbereitungen für einen festlichen Empfang getroffen. Der Ravag war bereits der Wortlaut eines Grußes der Bundesregierung an das Luftschiff übermittelt worden, der vom Wiener Großsender ausgegeben werden sollte. Darin heißt es: „Der Bundeskanzler und die Bundesregierung begrüßen aufs herzlichste den Führer die Besatzung und die Passagiere des neuen Zeppelins, der für die bewunderungswürdige Leistungsfähigkeit der deutschen Technik erneut Zeugnis ablegt und wünscht dem Luftschiff Glück für die Fahrt und alle sonstigen Fahrten. Für den Austausch von Funksprikchen mit dem Luftschiff hatte die Ravag auf dem Stephansturm eine Empfangsanlage errichtet. Auch im Publikum herrschte lebhaftes Interesse. Man sah Menschenansammlungen auf den öffentlichen Plätzen. Erst nach 12 Uhr wurde die Absage allgemein bekannt. Auf dem Wege mach Nürnberg. Ein letzter Funkspruch besagt, daß das Schiff Landshut um 11.40 Uhr und um 12.25 Uhr Regensburg mit Kurs nach Westen überflogen habe. Bon Regensburg aus wandte sich das Luftschiff über Kelheim nach Ingolstadt, wo es um 1 Uhr gesichtet wurde. Das Luftschiff hat also von Regensburg aus bereits die Heimreise nach Friedrichshafen angetreten. In Friedrichshafen regnet es seit einigen Stunden ununter- brachen. Ueber Augsbura. Gegen 14 Uhr überflog „Graf Zeppelin" in seiner majestä- tischen Art, von Richtung Regensburg kommend, Augsburg. Eine Viertelstunde vorher war man in Augsburg noch in großer Ungewißheit, ob die Stadt überhaupt eines Besuche» gewürdigt werde. Die Bevölkerung empfing das Zeppelin- Luftschiff mit großer Begeisterung. Nach einem Rundflug in etwa 500 Meter Höhe nahm das Luftschiff die Richtung Buchloe nach Friedrichshafen weiter. Wieder über Friedrichshasen. Friedrichshase«, 29. Sept. (Funkspruch.s Das Luftschiff „Graf Zeppelin" erschien um 3.50 Uhr nachmittags, von Süden kommend, in niedriger Fahrt wieder in Friedrichs- Hafen. Er überquerte den Lanöeplatz und entfernte sich in Richtung Konstanz nach dem See zu. Es ist beinahe windstill geworden. Der Regen hat fast ganz aufgchört und es beginnt sich rasch aufzuhellen. Die Landung steht unmittel- har bevor. Geiander Punkt 16.20 Mr setzte Graf Zeppelin in langsamer Fahrt bvn Norden her über den Landeplatz fliegend zur Landung an. Quer vor der Südwestsette der Werst liegend, stand er einige Minuten unbeweglich, zwei Minuten später fielen die Haltetaue, nachdem das Schiff rasch gesunken war. Um 16.25 Uhr war die Landung glatt vollzogen. Bei der Landung waren anwesend fünf russische Ingenieure aus Mos» kau und vier Herren des württembergischen Innenministeriums aus Stuttgart. Das Schiff verwandte bei der gestri. gen Fahrt erstmalig Blaugas, und zwar 1200 Kubikmeter. ! Zn der Halle Nächste Fahrt nach Berlin und Königsberg? Die Einfahrt des „Graf Zeppelin" in die Halle dauerte etwa eine halbe Stunde, da man erst im letzten Augenblick, als sich das Schiss schon vor dem Südwesttor befand, ent- schloß, das Schiff mit dem Bug voraus in die Halle einzubringen. Deshalb mußte das Schiff erneut gedreht werden. Zn wenigen Motten L Das Luftschiff „Graf Zeppelin" sah am Freitag von eine» Neberfliegung Wiens ab und kehrte im Laufe des Nachmittags nach Friedrichshafe« zurück, wo es gegen vier Uhr feintraf. * Die Revision des Raubmörders Hein gegen das zwei- fache Todesurteil wurde vom Reichsgericht verworfen. » Die Rechtsparteien Mecklenburg-Schwerins brachten gegen den sozialistischen Staatsminister Tr. Freiherr v. Reibnitz ein Mißtrauensvotum ein. * In Antwerpen explodierte das Pulverlager eines Forts. « Die amerikanische Note über bas englisch-französische Flottenabkommen wurde in Paris und London überreicht * In Piacenza ereignete sich ein schweres Explosionsunalück das 13 Todesohfer forderte. ' Nr. 228. Jahrgang 1928. Der Landbote * Sinsheim« Zeitung. Samstag, den 29. September 1928. Neber die Fahrt äußerten sich sämtliche Fahrgäste durchaus befriedigend. Auch die beiden englischen Luftschiffsach- verständigen sprachen ihre Befriedigung über die Leistungen des Schiffes aus. Wie nicht anders zu erwarten war, haben auch die Versuche mit Blaugas zu einem vollen Erfolg geführt. Der letzte Teil der Fahrt von Augsburg nach Friedrichshafen verzögerte sich länger als man in Friedrichshafen erwartet hatte, weil auf dieser Strecke ziemlich starke Gegenwinde herrschten, namentlich über dem Schwarzen-Grad. Tie Gesamtdauer der Fahrt und auch die Fahrtstrecke dürfen ziemlich den Leistungen der Südwestdeutsch- landfahrt entsprechen. Die nächste Fahrt wird am Dienstag stattfinden und voraussichtlich nach Norddeutschland und den angrenzenden Ländern führen, wobei sehr wahrscheinlich Berlin und Kö. snigsberg ein Besuch abgestattet wird. Nach einer weitere« Fahrt in der nächsten Woche durfte die Amerikafahrt. wir ^bereits ««gekündigt, vonstatten gehen. Severing zollt Hindenbnrg Anerkennung Hindenbnrg, 29. September. Am Donnerstag abend sprach Neichsinnenministcr Severing auf einer Parteiveranstaltung in Hindenbnrg. Nach einem Dank an den Reichspräsidenten für den Besuch Oberschlesiens betonte der Minister, daß der Reichspräsident die höchste Anerkennung verdiene und sich vaher auch der menschlichen Wertschätzung bei jeder Partei erfreue. Ter Reichspräsident wolle nur das Eine, daß man ihm gestatte, seinem Lande zu dienen. Es sei zu wünschen, daß dem Lande mehr solcher Männer erstehen möchten wie dieser. Severing betonte dann die Notwendigkeit der Fürsorge des'Reiches für Oberschlesien. Durch einen Irrtum, den die Alliierten begangen hätten, sei das Land in Elend geraten. Er hoffe aber, daß die Geschichte diesen Irrtum wieder korrigieren werde im Interesse Deutschlands, Polens und Europas. Er gebe auch in dieser Frage viel auf den Völkerbund. Oberschlesien habe bisher allerdings noch nichts Gutes vom Völkerbund erfahren. Zu den Kämpfen von 1921 erklärte der Minister, daß er nie — weder in amtlicher, noch in privater Eigenschaft — den Heroismus herabgesetzt habe, der in den oberschlesischen Freikorps damals zum Ausdruck gekommen sei. Alle, die damals mitgekämpst hätten, verdienten höchstes Lob. Er habe sich nur gegen die Geschichtsklitterung gewendet, daß nur' Freischärler Oberschlesien gerettet hätten. Die Arbeiter und Bauern hätten in erster Reihe in Obcrschlesien gekämpft. Das Todesurteil gegen Hein rechtskräftig Revisionsverhandlnng gegen de« Massenmörder Hein. Leipzig, 29. Sept. Der Erste Strafsenat des Reichsgerichts trat am Freitag in die Revisionsverhanülung in der Angelegenheit des Arbeiters Johann Anton Hein ein, Ler am 18. Juli 1928 vom Schwurgericht in Koburg wegen zweier Morde, eines Totschlages, eines Mordversuchs und zweiter Totschlagsversuche zweimal zum Tode, zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Es handelt sich um die Schreckenstaten, die von Hein in Jena, Plauen und Untersiemau verübt worden sind und durch die drei Menschen getötet und einer tödlich verletzt worden ist. Vu der Revision wird u. a. angeführt: ' Im Eröffnungsbeschlutz seien schon Einzelheiten dar- aestellt worden, in einer Weise, als ob sie bereits festständen. Die von der Verteidigung beantragte Berichtigung sei nicht vorgenommen worden. Hein sei ferner in seiner Verteidigung unzulässig beschränkt worden, weil das Gericht abgelehnt habe, neben den beamteten Sachverständigen auch noch den von der Verteidigung vorgeschlagenen Sachver- ändigen zu laden. Dieser hätte sich darüber zu äußern geübt, ob sich Hein bei der Ausführung der Straftaten in einem Hörigkeitsverhältnis zu seinem früheren Genossen Lärm befunden habe. Greiter macht die Revision geltend, daß obwohl die Ueberfälle, die Hein und Lärm gemeinsam aus- geführt hätten, nicht zur Anklage gestanden hätten und die Beweiserhebungen darüber in der Hauptverhandlung nicht vorgenommen worden seien, in dem Urteil festgestellt werde, daß Hein mindestens ebensostark an diesen Taten beteiligt gewesen sei wie Lärm. Schließlich wird noch bemängelt, daß das Schwurgericht nicht erwogen habe, ob die Beurteilung der Straftat aus dem 8 214 des Strafgesetzbuches heraus erfolgen könne Der Vertreter des Oberreichanwalts beantragte die Revision in allen Punkten »u verwerfen. Unricbtia sei die Annahme, daß der 8 214 des Reichsstrafgesetzbuches überhaupt in Frage kommen könne. Es handele sich nach den Feststellungen des Schwurgerichtes um Mord und der 8 214 beziehe sich nur auf Totschlag, den ein Verbrecher begehe, wenn er auf frischer Tat ertappt werde. Die Revision oerworsen. ^ Leipzig, 2g. Sept. (Funkspruch.j Der Erste Strafsenat des Reichsgerichts unter Vorsitz des Senatspräsidenten Reicher hat folgende Entscheidung gefällt: «In der Strafsache gegen den Arbeiter Anton Johann Heim wegen Mordes «. a. wird die gegen das Urteil des Schwurgerichts in Ko» bnrg vom 18. Jnli 1928 eingelegte Revision in vollem Umfange verworfen. Tie Kosten hat der Verurteilte zu tragen. Das vom Schwurgericht in Koburg aakLm- twnvelte Todesurteil ist damit rechtskräftig. ; Die Vraunkohlenpreiserhöhung beschlossen i Berlin, 28. Sept. In der Sitzung des Reichskohlenverbandes und des Großen Ausschusses des ReichskohlenrateL wurden vom mitteldeutschen und ostelbischen Braunkohlen- ssyndikat mit Rücksicht auf die neuerdings durch Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung eintretende Steigerung der Selbstkosten Anträge auf Erhöhung der Hausbranöbrikett. preise gestellt. Der Antrag wurde von den Organen der Kohlenwirtschaft angenommen. Von dem Vertreter des Reichswirtschaftsministers wurde dieser Beschluß insoweit beanstandet, als die Preise über die des Vorjahres gehen mit der Begründung, daß die durch die Preiserhöhung ein- tretende Belastung der Verbraucher im Interesse des öffentlichen Wohles bei der.durchschnittlichen Selbstkostenlage des ostelbischen Braunkohlenbergbaues nicht vertreten werden kann. Außerdem wurde ein Antrag des Syndikats für das rechtsrheinische Bayern auf Erhöhung der Preise für bayerische Preßkohle einstimmig angenommen. Gefälschte Vankbescheinigungen über, Kriegsanleihealtbesitz Berlin, 29'. Sept. Wie ein Berliner Abendblatt meldet, haben die weiteren Nachprüfungen der Hornschen Kriegs- pnleihegeschäfte ein beachtenswertes Ergebnis gezeitigt. Das Bankhaus Hendrick in Amsterdam, mit dem Horn und auch andere an den Schiebungen beteiligten Krei?> Verbindung standen, hat gefälschte Bescheinigungen über Kriegsanleihealtbesitz aufgestellt. Bei zwei Berliner Bankhäusern dauern die Prüfungen der Konten noch an. Es soll auch hier ein gewisser Verdacht bestehen» daß die Banken falsche Bescheinigungen über Altbesitz aufgestellt «nd dem Schieberkonzern «»gehört haben. Riesenanfkäufe von Kriegsanleihe durch holländische Banken : London, 29. Sept. Wie die Voss. Ztg. meldet, haben die Kontenprüfungen bei einer Reihe Berliner Banken ergeben, daß tatsächlich von holländischen Banken große Käufe von Kriegsanleihe in Berlin getätigt sind. Die Untersu- chungsbehöröen sind bemüht, festzustellen, ob diese Stücke späterhin als Altbesitz angemeldet wurden. Um diese Frage zu klären, hat der Untersuchungsrichter angeordnet, baß über den bisher betroffenen Kreis der Banken hinaus weitere Kontenprüfungen in Berlin stattfinden sollen. „ , Die Londoner Presse zur Valdwin-Aede London, 29. Sept. Die gestrige Rede Valöwins in Aar- dvuth findet in der konservativen Presse im allgemeinen eine günstige Aufnahme. Die „Times" steht darin ein Warnung an die Konservativen, den nächsten Wahlfeldzug auf Grund eigener Verdienste und nicht auf Grund der Fehler der Gegner zu gewinnen. „Daily Telegraph" meint, Balöwin habe sich durch seine Rede als Führer der Partei, die die nationale Notwendigkeit über die der Klasse stelle, erwiesen. Die parteiamtliche „Morning Post" legt das Hauptgewicht auf die Einbeziehung der Eisen- und Stahlindustrie in die Entschließung zur Frage der Schutzzölle. „Daily Expreß" erklärt, die Rede könne weder die Partei noch die Nation befriedigen. Die Frage, ob die Regierung der Eisen- und Stahlindustrie den verlangten Schutzzoll geben wolle oder nicht, sei ungeklärt geblieben. Von den liberalen Blättern meint die „Daily News", die Anhänger der Schutzzölle hätten in Ijarmuoth einen Sieg davongetragen. „Daily Chronicle" sieht in der Haltung des Parteitages die klare Forderung nach der Zerstörung des Freihandels. Balöwin habe sich darauf beschränkt, seine Gefolgschaft zu ermahnen, nicht zu überstürzt vorzugehen. > Der arbeiterparteiliche „Daily Herald" sagt, Balöwin werde sein Amt verlassen, bevor er die Schutzzollvlüne> der Konservativen verwirklichen könne. Die „Financial News" bedauert, daß Balöwin nicht au fdie Wirtschaftspolitik der Regierung eingegangen sei. Bis zu den Wahlen werde auf diesem Gebiet noch etwas zu geschehen haben. Der französische Botschafter tn Washington über das Flottenabkommen " Paris, 29. Sept. (Funkspruch.) Das Echo de Paris' veröffentlicht eine Unterredung mit dem französischen Bot schafter in Washington, Claudel. Die Unterhaltung dreht« sich zunächst u mdas englisch-französische Flottenabkommen, das nach Ansicht Clandels nur eine untergeordnete Roll« spiele. Claudel kam dann auf die Schurldenfrage zu sprechen und erklärte, er glaube nicht an die Möglichkeit der Streichung der interalliierten Schulden. „Man mutz Amerika nicht kennen", so meinte er, „um einen Augenblick eine solche Annahme aussprechen zu können. Der Mann deS Westens würde antworten: „Warum soll man die Schulden streichen, während wir gezwungen sind, eure Steuern zu zahlen. Die Vereinigten Staaten haben durch ihren Eintritt in den Krieg schwere Lasten und Verluste gehabt und schließlich sind es doch die Amerikaner gewesen, die den Sieg herbeiführten". Claudel erklärte weiter, er glaube, daß seine Aufgabe im Jahre 192A9 besonders schwierig sein werde. Im kommenden Jahre werde die Schulöenfrage in ihrer ganzen Ausdehnung aufgerollt werden. Am 29. Aug. 1929 werde die französische Schuld von 4M Millionen Dollar für die amerikanischen Kriegslager fällig, doch habe er Ver- trauen in den Ausgang der kommenden Verhandlungen wegen der großen Achtung, die Poincars genieße und wegen seines persönlichen Einflusses. Claudel schloß, man müsse mit den Amerikanern klar und deutlich ohne Ausflüchte und Hintergedanken reden, u verstanden zu werden. Er habe di« feste Hoffnung, daß das Jahr 1929 ein wertvolle Verstärkung der französisch-amerikanischen Beziehungen bringen werde. Letzte Telegramme ln Kürze. Bisher 71 Todesopfer in Melilla. * Paris, 29. September. Wie das „Journal" aus Melilla meldet, hat sich die Zahl der Todesopfer der Explosionskatastrophe auf 71 erhöht. Von den Verwundeten befinden sich noch immer j 12 in hoffnungslosem Zustande. Äm Donnerstag hat die Beisetzung der Mehrzahl der Opfer unter Teilnahme der gesamten Bevölkerung in feierlicher Weise stattgefunden. Dem Trauerzug schritt der spanische Oberkommissar voran. Vertreter aller Zivil- und Militärbehörden folgten. Die dem Staat durch die Explosion des Pulvers und der aufgestapelten Geschosse erwachsenen Verluste beziffern sich auf 4 Millionen Peseta. Die Stadt- gemeinöe Hat für ewige Zeiten ein Gelände abgetreten, aus pem zum Gedächtnis der Opfer ein Mausoleum errichtet werden soll. Ueber die Ursache des Explosionsunglücks ist man noch immer nicht im Klaren. Man nimmt an, daß die Nachlässigkeit eines Soldaten, der sich in der Nähe deS Sprengstofflagers befunden haben soll, zu der Katastrophe führte. Von der Heftigkeit der Explosion kann man sich ein Bild machen, wenn man hört, oak; zahlreiche Trümmer von großem Gewicht über 700 Meter weit fortgeschleuöert wurden. Die Schaufenster läöen in der ganzen Stadt, die fast sämtlich aus Metall hergestellt sind, waren nach der Explosion so verbogen, daß sie sich nicht mehr öffnen ließen. Insgesamt sind 864 Häuser zerstört worden. In einem unbeschreiblichen Wirrwarr lagen inmitten der rauchenden Ruinen Leichen, Verwundete, Möbel, Küchengeräte usw. Die furchtbare Hitze in den brennenden Ruinen erschwerte die Rettungsarbeiten außerordentlich. Erdstöße ans den westindischen Insel«. , London, 29. September. Auf den westindischen Inseln wurden am Donnerstag abend um 9.45 Uhr nach Berichten aus Barbados zwei Erdstöße verspürt, die bis 12 bis 15 Sekunden anöauerten. Verschiedene Gebäude in Bridgetown, der Hauptstadt von Barbados, wurden zerstört. Schiffsnntergang an der chilenischem Küste. London, 29. September. Wie aus Santiago de Chile berichtet wird, ist der 860 Tonnen große Dampfer „Alba" in der Nähe von Kap San Antonio unweit von Kap Corral gesunken. Der Gouverneur von San Antonio hat einen Regierungskutter zur Hilfeleistung entsandt. Die „Alba" ist tn Valparaiso beheimatet. Rußland nimmt vom Franz Josephsland Besitz. London, 29. September. Der s owjetrussische Eisbrecher ß0«ANvo,.W0L.FGAN sahen den Kastellan -tiig über den Hof laufem Nach rigen Augenblicken roll:-- ein Auto m den Schloßhof. )rei Damen stiegen aus. lobert Tessing sah ficnnc unö Jgy entgeistert an „Habt gesehen Iungens. drei Damen! Um Gottes willen, die llen uns jetzt doch nicht mit ihrer Anwesenheit beglücken." Warum denn nicht, Vater!" lachte Hanno und rückte sich t Schlips gerade ..Jedenfalls muß sich die vergnügte «loßverwaltuna zu einer Bearüßuna auirakien." Rr. 228. Jahrgang 1928. D« Laab-ote » Stnshetmer Seit«,. Samstag, den 29. September 1928. . ^krassin" hat nach in Oslo eingegangenen Moskauer Meldungen das Franz Josefland für Rußland in Besitz genommen, ein Depot errichtet und die russische Flagge gehißt, und zwar in Uebereinstimmuna mit Anweisungen des Moskauer Vollzugsausschuß. Aus Nah und Fern. * Sinsheim, 29. Sept. (Berkehrsverband Elsenzgau.) Im Bürgersaal des Rathauses hielt gestern Nachmittag unter dem Vorsitz von Herrn Lanvrat Strack der Berkehrsverband für den Elsenzgau eine Sitzung ab, der ein besonderes Interesse entgegen-, gebracht wurde. Denn es handelte sich in erster Linie um die beiden beschleunigten Personenzüge, die uns im Winter wieder genommen werden, obwohl sie sich sehr gut eingebürgert hatten und stark frequentiert waren. Herr Amtmann Dr. Gönnewein-Heil- bronn referierte eingehend über die Arbeiten des Verbands im letzten Halbjahr und man hat die Ueberzeugung gewonnen, daß ztelbewußt auf die Verbesserung der Berkehrsmöglichkeiten hingearbeitet und nichts versäumt worden ist, die früher erreichten Verbesserungen zu erhalten. Aber trotz des Eingeständnisses der in Betracht kommenden Reichsbahnstellen, daß die Züge gut eingeschlagen haben und immer stark, besonders auch vom Berufsverkehr frequentiert waren, sind sie im Winterfahrplan unbegreiflicher Weise wieder gestrichen worden, offenbar weil die Reichsbahndirektion für den Winterfahrplan im Allgemeinen ein: 10 prozentige Einschränkung • des Verkehrs vorgesehen hat. Die Züge werden im nächsten Sommerfahrplan wieder Aufnahme finden und besteht begründete Aussicht, daß sie dann das ganze Jahr hindurch bestehen bleiben werden. Es wurde einstimmig eine Resolution in oiesem Sinne an dir Reichsbahn gutgeheißen. Sodann stand zur Frage, ob nach Einführung des Zweiklaffen- fystems diese beiden Züge als Eilzüge mit kleinem Zuschlag oder als Personenzüge erwünscht wären. Die Meinung der Versammlung war ungeteilt für Eilzüge. Ob diese, wie bisher gesondert oder im Anschluß an den.Zug Freiburg-Clevc geführt werden könne der Reichsbahn überlassen werden. Bezüglich drr Nahverbindungen wurden ältere und neue Wünsche vorgetragcn, auf deren Erfüllung energisch hinzuarbeiten sei. Der von Eppingrn immer wieder verlangte Mittagszug etwa 12.20 Uhr, der auch einen besseren Anschluß auf den Eilzug in Sinsheim brächte, konnte bis jetzt ohne Gegenzug nicht eingeführt werden, sei aber von der Reichsbahnüirektion vorgemerkt. Der Anschluß des letzten Zuges von Sinsheim an den Zug Hcilbronn-Karlsruhe sei unbedingt zu erstreben und vorzusehen, daß auf der Strecke Eppingen— Sinsheim auch die Polsterklasse geführt werde. Geckmingcn wünscht einen aufenthaltlosen Anschluß in Eppingen nach Sinsheim. Der abends in Sinsheim gegen 19 Uhr eintreffenoe Arbeiterzug soll bis Meckesheim durchgcftihrt werden, um den in Sinsheim beschäftigten Arbeitern Gelegenheit zu früherer Heimfahrt zu geben. In Meckesheim wäre dann auch Anschluß dieses Zuges an den von Neckarelz nach Heioelberg gehenden Zug. Das Schwarzbachtal wünscht eine bessere Abendverbindung ab Heidelberg, wenigstens im Anschluß ab Meckesheim. Da der hierfür in Betracht kommende Zug ab Heidelberg 19.28 zu vielen Sonderausgaben und Anschlüssen gerecht zu werden hat, so wäre die Einlegung eines Eilzuges Mannheim-Heilbronn abends in Erwägung zu ziehen, der etwa 18 Uhr in Mannheim abgeht. Der von Rappenau wiederholt vorgetragene Wunsch auf Durchführung des Theaterzugs ab Heidelberg bis Fagstfeld ist von der Reichsbahndirektion stets mit dem Hinweis auf zu geringe Beteiligung abgelehnt worden. Für die Tage der Heidelberger Schloßbeleuchtung soll die Führung von Sonderzügen ab Heidelberg bis Heilbronn angestrebt werden, um auch den oberhalb Sinsheim gelegenen Orten und Heilbronn Gelegenheit zum Besuch derselben zu geben. Schließlich wurde dem Antrag des Vorsitzenden, der Organisation die festere Form der Mitgliedschaft der Gemeinden zu geben, zugestimmt, damit dem Verband der Anschluß an den Landes-Ver- kehrsoerband ermöglicht würde. Die äußerst rege Aussprach: wurde vom Vorsitzenoen mit der Zusicherung abgeschlossen, alles zu tun, um bie verschiedenen Wünsche zur Durchführung zu bringen. □ Sinsheim, 27. Sept. (Staat!. Stutenschau.) Bei der in Sinsheim stattgefundenen staatlichen Stutcnschau mit genossenschaftlicher Prämiierung von Zuchtstuten, mit der gleichzeitig eine tzufbcschlagbewertung verbunden war, hat das Preisgericht für die Prämiierung von Zuchtstuten, bestehend aus den Herrm Oberregierungsrat Reu-Karlsruhe (Ministerium des Innern), Zuchtinspektor Vet.-Rat Hock-Heidelberg, Bezirkstierarzt Bet.-Rat Römer-Sinsheim, Gutsbesitzer' Frank-Frankenhof b. S., Wilhelm Sitzler, Lanowirt Hoffcnheim folgende Preise zuerkannt: A) Staatliche Stutrnscha« : 1. den großen Staatspreis mit 100 RM. erhielten: 1. Gutsverwaltung Grombach für 7 jährige Fuchs-Stute Fanny mit 2 Nachkommen; 2. Wilhelm Kopp I. von Kirchardt für 10- jährige Kohlfuchsstute Luise mit 2 Nachkommen: 3. Jakob Uhler von Reihen für' 8 jährige Fuchsstute Hilüe mit 2 Nachkommen. 2. D«n kleinen Staatspreis mtt Sv RM. erhielten: 1 1. Friedrich Frank von Frankenhof b. S. für 7 jährige Fuchs- ftute Dora II mit 1 Hengstfohlen: 2. Gutsoerwaltung Grombach für 13 jährige Fuchsstute Rosa mit 1 Stutfohlen. 3. Den Aufmunternngspreis mit 25 RM. und Freideckschein erhielten: 1. Georg Keitel von Steinsfurt für 5 jährige Braunstuts Liefe! mit 1 Stutfohlen: 2. Adolf Beck von tzoffenheim für 7- jährige Braunstute Frieda mit 1 Stutfohlen: 3. Heinrich Bentz 2 von Kirchardt für 4 jährige Stichelfuchsstuie Frieda mit 1. Stutfohlen; 4. Karl Feßenbecker F. S. von Hoffenheim für 4 jährige Hclldraunstute Berta mit 1 Hengstfohlen; 5. August Bentz 3 von Kirchardt für 7 jährige Fuchsstute Rosa mit 1 Stutfohlen. 4. Freideckscheine erhielten: 1. Ludwig Salzgeber von Daisbach fiir 6 jährige Lehmfuchs- Stute Lina; 2. Wilhelm Bär von Eulenhof für 4 jährige Suchel- fuchs-Stute Rosa; 3. Johannes Huber von Hilsbach für 6 jährige Fuchs-Stute Herta; 4. Georg Kaufmann von Ursenbacherhof für 8 jährige Braun-Stute Hilüa; 5. Wilhelm Flach von Fmmel- häuserhof für 6 jährige Fuchs-Stute Fifsi; 6. Karl Kaiser von Hoffenheim für 8 jährige Fuchs-Stute Hesta; 7. Wilhelm Sitzler von Hoffenheim für 4 jährige Fuchsstute Minka: 8. Friedrich Kaufmann von Ursenbacherhof für 7 jährige Fuchs-Stute Flora; 9. Georg Voll von Reihen für 7 jährige Lehmfuchs-Stute 3da; 10. Friedrich Nerpel von Sinsheim für 10 jährige Braun-Stute Liß; 11. Friedrich Frank von Frankenhof b. Sinsheim für 3jährige Fuchs-Stute Alfa; 12. Wilhelm Sitzler von Hoffenheim für 10 jährige Kohlfuchs-Stute Fanny; 13. Friedrich Frank von Iran- kenhof b. S. für 6 jährige Braun-Stute Ilse; 14. Heinrich Karrer von Reihen für 6 jährige Braun-Stute Julie. B) Genossenschaftliche Stutrnscha«. K Einen Geldpreis von je 25 RM. erhielten folgende Stuten- chesitzer für Stuten mit je einem Fohlen: Salzgeber Ludwig, Daisbach; Huber Johannes, Hilsbach; Kaufmann Georg, Ursenbacherhof: Flach Wilhelm, Immelhäuserhof; Kaiser Karl, tzoffenheim. j Einen Freioeckschein erhielten die Stutenbesitzer für Stuten ohne Fohlen: Klein Wilh., Reihen; Dörr Gustav, Dühren; Huber Johannes, Hilsbach; Barth Theodor, Reihen; Karrer Heinrich. Reihen; Hammer 3ofef, Reihen. Gutsbesitzer Friedrich Frank-Frankenhof wurde für die Stute „Ilse" Nr. 50 ein Reichsverbandspreis (aus Mitteln des Reichs- ernährungsministers) in Höhe von 50 RM. nebst Diplom zugeteiltz. Züchter dieses Pferdes ist Bürgermeister Hettler-Adelshofen. C) Hufbefchlagsbrwertung. Das Preisgericht für Hufbeschlagsbcwertung, bestehend aus den Herren Bezirkstierarzt, Bet.-Rat Dr. Steibing in Eppingen als Vorsitzender, Echmiedemeister Brohmwon der Lehrschule Mannheim. Syndikus Schmidt der Handwerkskammer Mannheim, Tierarzt Schuhmann-Hilsbach, Bürgermeister Kaufmann-Daisbach ha! folgende Preise zuerkannt: a) Den Schmiedemeistern Rüdinger Karl, Rohrbach b. S. einen 1. Preis; Hotmann Karl, Reihen einen 2. Preis; Bentz Io- hannes6., Kirchardt einen 3. Preis. Die zuerkannten Preise bestehen aus einem Diplom nebst Medaille. Den Schmicdmeistern Bentz Wilhelm, Grombach; Simonis Heinrich, Weiler; Schmiüz Heinrich, Hilsbach; Zuber Karl, Hoffenheim und Reichert Georg. Hoffenheim wurde eins öffentliche Belobigung ausgesprochen. b) Außerdem wurden 27 Landwirten für gutes Beschläg ihrer Pferde je ein Preis zuerkannt. - Im ganzen wurden bei der staatlichen Stutenschau Geldpreise im Betrage von 905 RM. und bei der Genossenschaft Geldpreise im Betrage von 265 RM. zugeteilt. In diesen Beträgen sind die Preise an die Landwirte für gutes Beschläg nicht inbegriffen, desgl. nicht der Preis des Rcichsernührungsministers mit 50 RM. Bei der Preisverteilung wurde durch Herrn Oberregierungsrat Reu besonders darauf hingewiesen, daß im Verhältnis zu den letzren Jahren in der Zucht und Pflege der Pserde eine Besserung eingetreten ist. Nur in der Hufpftege muß es noch besser werden. Auch die Vorführung läßt, wie alljährlich, sehr zu wünschen übrig. Bemängelt wurde, daß viele Landwirte von Zuchtstuten nichts mehr wissen wollen, da angeblich auch die Zucht nicht mehr rentiere. Dem ist aber nicht so. Früher wurden in Baden jährlich etwa 4000 Pferde gedeckt und heute nur noch etwa 3000. Der jährliche Bedarf an Pferden ist in Baden also 7000. Es müssen nach Baden jährlich etwa 4000 Pferde eingeführt werden. Bestimmt ist zu erwarten, daß die Pferdepreise in den nächsten Jahren steigen werden. Selbstverständlich muß d's Pferdezüchters höchste Pflicht sein, nur Qualitätsware zu züchten. Zuchtinspektor Hock wies bei der Preisverteilung der Pferde^- zuchtgenoffenfchaft ebenfalls nochmals darauf hin, daß besonders die Pflege der Hufe der Pferde noch sehr viel zu wünschen übrig lasse. Andererseits hat er sich auch lobend über das gute vorgeführte Zuchtmaterial ausgesprochen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Pferdezucht auch weiterhin blühen und gedeihen möge. Bezirkstierarzt Vet.-Rat R ö m e r-Sinsheim, sprach in seiner Eigenschaft als Bezirkstierarzt und Obmann der Pferdezuchtgenossenschaft allen Mitwirkenden und Spendern herzlichen Dank aus. cl Sinsheim, 29. Sept. (Zusammenkunft ehem. Angehöriger der 8. Landwehr-Division.) Die Bereinigung der 8. Landwehr- Division (L. S. R. 109, 110, 111 etc.) hält am 13—14. Oktober 1928 in Heidelberg ihre Hauptversammlung ab. Alle ehem. Angehörige der Division sind zu der Wiedersehensfeier am Samstag. 13 Oktober, abends 8 Uhr im Liederkranzlokal, Bienenstraßc- 10, herzl. eingeladen. Am Sonntag, 14. Oktober wird sich an die Hauptversammlung, bei der über die Errichtung eines Ehrenmals auf den Tüllinger Höhen Beschluß gefaßt werden soll, eine Schloßbesichtigung uno ein gemeinsames Mittagessen anschließen. Auskunft wegen Teilnahme, Unterkunft etc. durch Carl Held, Heidelberg, Unterestraße 23. — Sinsheim, 29. Sept. (Arbeiter-Samariterbund.) Wir machen auch an dieser Stelle auf das Inserat der Arbeiter-Samariter aufmerksam. Da es sich um eine allgemeine Hilfs-Organisation; handelt, können wir den Kauf der Lose nur empfehlen. □ Ehrstädt, 28. Sept. (Bazar.) Diesen Sonntag von nachm, halb 3 Uhr ab finort in der hiesigen Kinderschule zum Besten dieser segensreichen Wohlfahrtseinrichtung «in großer Bazar statt. (Verlosung und Versteigerung.) Es sino zu. diesem Zweck abgesehen von oen hiesigen Gemeindegliedern — von "Grombacher und Sinsheimer Geschäftsleuten eine Reihe wertvoller Gegenstände gestiftet weroen. Nun heißt es, viele Lose kaufen. Die Kinderschule ist es wert. cf Neidenstein, 28. Sept. (Versammlung.) Am Dienstag fand hier eine Bürgermeister- und Ratschreiber-Versammlung statt. In dreistündiger Sitzung wurden verschiedene Themen besprochen. Das Mittagsmahl wurde im Gasthof „Zum Adler" eingenommen. Hierauf fand eine Besichtigung des neuen Schulhauses, der Burgruine und der Bildhauerei in der Kirche statt. = Heidelberg, 28. Sept. (Das Heidelberger Bauprogramm für 1929.) In das Heidelberger Bauprogramm für 1929 soll die Erstellung von 270 Kleinwohnungen ausgenommen werden, wozu rund 2 Millionen RM. erforderlich sein wird. Der tzauptteil der Bauten entfällt auf die Gemeinnützige Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz, einer G.m.b.H., in der bekanntlich jetzt die Haus- unv Bauinteressen der Stadt vereinigt sind. Sie plant eine größere Siedlung mit zwei bis drei Zimmerwohnungen im Kirchheimer Gebiet. Eine entsprechende Vorlage wird demnächst dem Bürgerausschuß zugehen. A Heidelberg, 29. Sept. („Die Heilige und ihr Narr" im Film.) In den umgebauten Kammerlichtspielen läuft seit zehn Tagen ein Meisterwerk oeutscher Filmkunst, der Großftlm „Die Heilige und ihr Narr", der nach dem bekannten Roman von Agnes Günther. Der Bildstreifen ist als künstlerisch wertvoll anerkannt und hat so starken Erfolg, daß er ständig im ausvcrkauften Haufe gezeigt wird. Wir verweisen auf die Anzeige in dieser Nummer. Notlandung eines italienischen Wasserflugzeuges ans den» Rhein. Kehl, 29. Sept. Vorgestern nachmittag mußte hier auf dem Rhein oberhalb der Kehler Rheinbrücke das italienische Wasserflugzeug „San Marino", das anscheinend auf der Rückfahrt von den Spitzbergen nach Italien begriffen war, aus bis jetzt unbekannter Ursache notlanden, geriet dabei aber in einem vom Waffer etwa fußhoch überflutete Sandbank, in welcher es sich festfuhr. Bei dem Versuch, das Flugzeug in tieferem Waffer zu verankern, wäre beinahe ein Man» der Besatzung ertrunken, konnte aber noch rechtzeitig gerettet werden. Tie Besatzung besteht aus einem Offizier und zwei Mann. Das Flugzeug wurde bei der Landung nicht beschädigt. Sowohl die Vesatzungsbehörüe von Kehl als auch die Flugplatzleitung von Straßburg wurden um Hilfeleistung gebeten^ die alsbald gewährt wurde. L«r Zeit ist man mit der Wteöerflottmachung des Flugbootes beschäftigt. Schwerer Unglücksfall infolge Gasvergiftung. Neustadt i. Schw., 29. Sept. Gestern nacht ereignete sich r ■ •^«?„ 16era * tttten Gasthaus „Notschrei" ein schwerer Un- glucksfall. Vier Telegraphenarbeiter, die dort in einem Anbau des Gasthauses übernachteten, erlitten Gasvergiftun- »"Ekrnutltch durch einen unterhalb des Zimmers auf- ÖC * et 6 ” ^euzinmotor. Die Telegraphenarbeiter Jmberi und Fer sind gestorben, die beiden anderen befinden sich außer Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung des Falles eingeleitet. Explofionsunglütk in einem italienischen Artilleriearfenal Piace«, 28. Sept. Im hiesigen Artilleriearsenal ereig- Inete sich vorgestern ein schweres Explosionsunglück, das 13 Todesopfer forderte. Aus bisher unbekannter Ursache explodierte in einem der Aröeitsräume ein mit Pulver gefüllter Kessel. Die Wirkung war furchtbar. Das Gebäude wurde völlig zertrümmert. Elf Arbeiter wurden getötet, sieben andere verletzt. Von den Verwundeten sind zwei bereits gestorben. Drei Verletzte schweben noch in Lebensgefahr. Mehrere Personen haben außerdem leichtere Verlet- zungen erlitten. Eine strenge Untersuchung ist angeorönet worden. Die Besetzung der Opfer wird auf Kosten der Gemeinde stattfindcn. Explosion in einer Aniwerpener Vefestigungsanlage Brstffel, 29. Sept. Am Freitagmorgen explodierte im Fort Nr. 8 Hoboken ein Munitionslager. Dieses Fort bildet einen Teil der alten Befestigungsanlagen Antwerpens und ist von mehreren Holzbaracken umgeben. Die Explo» ston war derart stark ,datz diese Baracken sämtlich in die Luft flogen. Eine große Menge Munition wnrde zerstört. Personen kamen nicht zu Schaden. Das Feuer konnte bereits gelöscht werden. Doch Todesopfer. Aus den Trümmern des Forts Hoboken wurden zwei verkohlte Leichen geborgen. Die Militärbehörden sind der Ansicht, daß es sich um einen verbrecherischen Akt, vielleicht um ein kommunistisches Attentat, handelt, da dies bereits das dritte Mal ist, daß sich in dieser Gegend Brände ereignet haben. Die Untersuchung dauert an. Drei verdächtige Personen verhaftet. Briiflel, 29. Sept. Im Zusammenhang mit dem Explosionsunglück auf dem Fort Hoboken wurden drei Personell verhaftet, die der Täterschaft verdächtigt sind. Die bisher geborgenen Leichen sind als die von zwei Soldaten festsestellt worden. Ein dritter Soldat wird noch vermißt. J Radio > Programm ^ für Samstag, 29. September: Breslau. 20.30 Uhr: Bunter Abend. 22.30—24 Uhr: Tanzmusik der Funkkapelle. Frankfurt. 6.30 Uhr: Dr. Laven: Gymnastische Uebungen. 13 Uhr: Schallplattenkonzert. 14.35 Uhr: Stunde der Jugend, 16.35 Uhr: Neue Tanzschlager. 20 Uhr: Operetten und Walzer von Johann Strauß. 21 Uhr: Bunter Abend. (Kassel.) Hamburg. 20 Uhr: „Drei alte Schachteln." Anschl.: Konzert aus dem Kaffeehaus Wallhof. Königsberg. 20.10 Uhr: Bunter Abeno. Anschl. bis 24 Uhr: Tanzmusik. Königswusterhausen. 20.30 Uhr: „Der siebente Tag." Lustspiel. 22.30—00.30 Uhr: Tanzmusik. Köln und Langenberg. 20 Uhr: „Das verschwundene Schloß." Operette. Anschl. bis 1 Uhr: Nachtmusik und Tanz. Leipzig. 20.15 Uhr: „Die Nachtglocke". Burleskes Opernspiel. „Herr und Madame Denis". Komische Oper. 22.30—24 Uhr: Tanzmusik. München und Kaiserslautern. 14.30 Uhr: Schallplaitenkonzerft, 16 Uhr: Unterhaltungskonzert. 20 Uhr: Kunterbunt. 22.30 bis 00.30 Uhr: Tanzmusik. > Stuttgart. 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 16 Uhr: Operetten und Walzer. 20.15 Uhr: Ulmer Abend. (Uebertragung aus dem Saalbau in Ulm.) 23.30 Uhr: Tanzmusik. Daventry Experimental. 20.30 Uhr: Ein Violinkonzert. 21 Uhr: Konzert der Funkmilitärkapelle. 22.15 Uhr: Musikalisches Intermezzo. 22.30—23.15 Uhr: Tanzmusik. London und Daventry. 19.45 Uhr: Konzert volkstümlicher Musik. 21 Uhr: Tanzmusik. Wien. 20.05 Uhr: „Dollarprinzessin". Operette. Anschl. Leichte Abendmusik. Bahnhofstr.23 Radio-Häuser Heidelberg Telefon 4109 Modernste Rundfunk—Anlagen-Versand sämtlicher Zubebörteile nach allen Orten. - Vertreterbesuch u. Vorführung unverbindlich. Radio-Literatur, Programm-Zeitschriften bei 3. Doll, Vnchhdlg., Sinsheim Marktberichte. Schweinemarkt Eppingen vom 28. September. Der heutige Schweinemarkt war beschickt mit 222 Milchschweinen und 43 Läufern. Die Preise der ersten waren 20—42 Mk., der letzteren 65.— Mk. per Paar. Heidelberger Wochenmarkt. Kartoffeln das Pfd. 7—8 Pfg., Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15-18, Wirsing 12-15, Rosenkohl 50, Blumenkohl 50 bis 1.50, Rhabarber 10, Mangold 10—12, Spinat 20—35, Bohnen, gelbe 30—35, Bohnen, grüne 30—35, Tafeläpfel erste Wahl 30 bis 40. Tafeläpfel zweite Wahl 15—30. Tafelbirnen erste Wahl 30—45, zweite Wahl 15—30, Kochbirnen 15—18, Falläpftl oder Mostobst 10—12, Kopfsalat das Stück 15—30 Endivien 15—30, Feldsalat i/ 4 Pfd. 30, Schlangengurken 20—50, Salatgurken 15—30, Rettig 5—20. Radieschen das Gebund 10, Tomaten das Pfund 15—20, Edelpfirsiche 35—70. Weinbergpsirsiche 20—35, Zwetschgen 20—25, Karotten das Gebund 6—8. Rüben, gelbe rotfleischig 12—15 Pfg. oas Pfund, Rüben, rote 12—15^ Kohlrabi 5—10, Zwiebeln inlänü. 15—20, Sellerie der Kopf 10—30. Meerrettig 50—1.00, Melonen das Pfd. 15—20, Kürbis 12—15, Landeier 13—16 das Stück, Landbutter 2.00—2.10 das Pfd-.', Brombeeren 50—60, Preißelbeeren 60—65. Quitten 20—30, Rüffe 45—60 das Pfd., Trauben 35—50 Pfennig. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 3V. September. Vs10 Uhr: Hauptgottesdienst, Vikar Becher. Vs 11 Uhr: Christenlehre, Dekan Eisen. Ve3 Uhr: Kirchenkonzert des Leipziger Solo-Quartetts. Sonntag, 30. Sept., abends 8 Uhr Versammlung. Montag, 1. Oktober, abenüs 8 Uhr Männer- und Iünglingsverein; Mittwoch, 3. Oktober, aben ds 8 Uhr Bibel- und Gebetstunde. Wetterbericht. Karlsruhe, 28. Sept. Auf der Vorderseite der gegen Europa heranrückenden ozeanischen Zyklone sind die Warm- luftmaffen überraschenderweise nach Osten vorgedrungen uni haben sich bereits über die bei uns noch lagernde Kaltluft geschoben, wobei es zu der Bildung einer geschloffenen Wolkendecke kgm, aus der heute morgen die ersten Nieberschläg, erfolgten (in Südbaden schon heute nacht). Nach dem Bor- Überzug der Aufgleitfront, der noch eine zweite ans Süd- frankreich folgen wird, wird es erheblich wärme- bei un» werden, zeitweise aufheiternd. Die bisherige Tockenpertod, hat mit nunmehr erfolgtem Uebertritt unserer Witteruni 1» das Zyklone Stadium ihren Abschluß gefunden, . ____ Welt-Kino Sinsheim Gasthaus „zum Krokodil** 888 Samstag, 29., und Sonntag, 30. Sepi jeweils abends 830 Uhr MENSCHEN SCHMUGGEL 7 Akte unter Mitwirkung der_£merikani$ch- MEXIKANISCHEtfcdGRENZPOLIlEI Große Auswahl in gut bürgerl. finden Sie stets im Sinsheimer Möbellager 5. Barth A. 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WWW HH MM MM MM !«* MWZ MW WM In der Reichshauptstadt find in einigen Kaufhäusern sogenannte »P h o to m ato ne* aufgestellt worden, in denen man sich für eine Reichsmark in acht verschiedenen Stellungen automatisch phtographieren lassen kann. vr. Hugo Eckener in der Führergondel des neuen Luftschiffes während der Süddeutschlandfahrt Frau Dr. mea. Opitz ist als beamtete Aerztin für die Reisen des neuen Luftschiffes »Graf Zeppelin" verpflichtet worden. »WIE.«' 111 jWt 1 * ' Deutschlands Futzballsieg in Osko 2:0. Vom Münchener Oktober fest. Dieser Tage siegte die Deutsche Länder-Fußballmann,chasl in Oslo in Gegenwart des Königs 2:0. — Der deutsche Torwart Stuhlfaut in typischer Abwehrstellung. Zwei Münchener Kindl im Festzuge mit der Königsscheibt auf der Oktoberwleje