Erscheint tikglich «tt Ausnahme rer Feiertage Bezugs-Preis: Durch die Post bezogen und durch feen Briefträger und unsere Austräger frei ms Laus monatlich Goldmark 1.8V Dar Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. E« Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Liefer- '«sg der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. , w 1/28 bis 5 !lhr mttagS geschloffen. Ueruspr ech-Anschlutz Rr. 48S Postscheck-Konto Darlsruh« 9lr. 690S Der Lanöoote Änslreimer WM Zeitung fsss General-Hngeiger für Sfhuxngbachtal Hcltelte und verbreitetft« Leitung dUfer Gegend. h»upt-HnI«gen-SlLtt Ulöcdentl. BdUjM t ein BUdt In dU Welt » Die BronnenTtube • Hu* d«m Rtich der Utode » RetgeUr für B*a*- a. Ceidvirtfdiaft Anzeigen-Preife: Anzeigen: Die 36 mm drei» Millimeter-Zeile 6 Goldptg. Reklamen: Die 92 mm breit» Millimeter-Zeile 20 Goldpfg, Grundschrift im Anzeigen- und Textteil ist Petit. 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Die preußische Staatsregierung hat durch den Minister Dr. Becker bereits wiederholt im Landtag erklären lassen, daß es gerade vom Standpunkt der staatlichen Interesse« durchaus erwünscht sei, das Bertragsverhültms zwischen Staat und katholischer Kirche gemäß den durch die Rcichs- verfassnng geschaffenen oerändetten staatsrechtlichen Verhältnisse» neu zu regeln. Die hierüber seit.geraumer Zeit schwebenden Verhandlungen sind beiderseits unverbindlich geführt und keineswegs abgeschlossen. Unter diesen Umständen hat das preußische Kabinett zu der Materie noch nicht Stellung nehmen können. Gegenüber den auf dem Schulgebiet geäußerten besonderen Besorgnissen wird ausdrücklich erklärt, daß eine Vereinbarung zwischen Staat und Kirche, die die Staatshoheit auf dem Schulgebict einschränken könnte, nicht in Frage kommt." * Der Wortlaut dieser Erklärung bestätigt nur die Vermutung, daß man vor allen Dingen zunächst einmal die Besorgnisse der Lehrerschaft über eine drohende geistliche Bevormundung durch Rom zerstreuen möchte, und die bisher verbreiteten Meldungen find, wie sich immer mehr herausstellt, in der Hauptsache den Dingen oorausgeeilt. Es muß nochmals ausdrücklich darauf hin- gewiescn werden, daß zwar wieder einmal die Vorbesprechungen zwischen dem Nuntius Pacelli als dem Vertreter der Kurie und dem Vertreter des preußischen Kultusministeriums unter der Leitung des Ministerialdirektors Trendelenburg ein Stück vorwärts getrieben wurden, daß aber noch keineswegs eine volle Einigung erzielt wurde. Selbstverständlich möchte der Vatikan mit Hilfe des Zentrums nunmehr recht bald die feit Jahren sorglich vorbereitete Aktion zu einem glücklichen Ende führen und irgendwie eine günstige parlamentarische Lage fassen, die die Annahme eines preußischen Konkordats sicherstellt. Hierfür sind freilich die Aussichten recht schlecht. Daraus erklärt sich auch die abwartendc Haltung des Zentrums, dessen Presse über diese hochwichtige Frage kaum ein Wort verlieft und dann nur an ganz versteckter Stelle. Kultminister Becker, oer der Demokratischen Paftei angehört, ist ja bekanntlich bereit, weitgehende Konzessionen zu machen und ein Konkordat abzuschließen, das die Schulfrage heraus läßt und in der Hauptsache eine Acnderung des alten, seit über hundert Jahren bestehenden preußischen Konkordats darstellt, soweit diese Aenderung durch die politische Umwälzung seit 1918 in den Fragen der Kirchenverwaltung gegeben ist. Es handelt sich dabei vor allem um Aenderungen von Bistumsgrcnzen usw. Die Ansprüche des Zentrums gehen aber bekanntlich weit darüber hinaus. Man begreift jedoch nicht, warum nicht das Verhältnis zwischen Staat und Kirche einfach auf dem Wege der normalen Gesetzgebung geregelt werden kann uno wozu es eines Konkordats überhaupt bedarf, das erfahrungsgemäß immer die Tendenz haben muß, in die Hoheitsrechte des Staates einzugreifen und das deshalb gewollt oder ungewollt zu einer Gefahrenquelle für den Konfessionsfrieden werden muß. Landeskonkordate sollte man erst recht heute mit größter Skepsis betrachten. Offenbar haben bis jetzt noch keine offiziellen Verhandlungen zwischen der Deutschen Bolkspaftei und den drei preußischen Koalitionspafteien über die Frage einer etwaigen Umbildung der preußischen Regierung statlgefundm. Ministerpräsident Braun hat ja bekanntlich dem Reichswiftschafts- minister Cuftius und dem volksparteilichcn Abgeordneten Stempel gegenüber erklärt, daß er keinen Einfluß auf eine etwaige Erweiterung der Preußenkoalition nehmen werde. Die Pafteien müßten selbst die Verhandlungen hierüber pflegen und zu einer Einigung kommen. Man müsse freilich oamit rechnen, daß solche Verhandlungen immer noch lebhaft erstrebt werden. Eine sehr große Schwierigkeit würde ja auch in der Personalfrage zu suchen sein, denn, wenn min heute alle Kombinationen in den Berliner Blättern verfolgt, oie bei einer Regierungsumbildung in Frage kämen, so weiß man, wie schwer in oieser Hinsicht eine Einigung erzielt werden könnte. Gegen das Konkordat. Entschließung des 3V. Protestantentagrs in Eisenach. Eisenachs 4. Okt. 2n der heutigen Mitgliederversammlung des deutschen Protestantenvereins wurde eine Entschließung angenommen, in Ser es heißt: Die aus ganz Deutschland auf dem Deutschen Protestantentag versammelten Beftreter des deutschen freien Protestantismus erfahren mit ernstester Sorge, daß preußische Verhandlungen mit dem Vatikan über den Abschluß eines Konkordats weit gediehen sind. Wir wollen den konfessionellen Frieden. Ein Konkordat dient dem nicht.- Die Beziehung zwischen Staat uno Kirche soll und muß unter voller Wahrung der kirchlichen Interessen geregelt werden, aber nur durch korrespondierende Staats- uns Kirchengesetze. Abschluß oer Veratungen des Auswärtigen Ausschußes ^Berlin» ö. Okt. Unter dem Vorsitz des Abg. Scheidemann trat der Auswärtige Ausschuß des Reichstages am Donnerstagvormittag wieder zusammen, um die am Mitt- woch abgebrochene Aussprache über die Genfer Verhand- lnngen fortzusetzen. Von der Reichsregierung nimmt Reichskanzler Müller wieder an den Verhandlungen teil. Nachdem die Vertreter aller Parteien sich zur Sache geäußert hatten, beantwortete Reichskanzler Müller in einer Schlußrede einige Fragen, die in der Diskussion zur Sprache gekommen waren. Im Verlauf der Beratungen wurde über verschiedene Anträge und Entschließungen abgestimmt. Angenommen wurde eine Entschließung der Deutschen Volkspartei, des Zentrums, der Bayerischen Volkspartei, der Sozialdemokraten, der Demokraten und der Wirtschaftspartci, worin der Auswärtige Ausschuß der deutschen Delegation für die in Genf geleistete Arbeit seinen Dank ausspricht. Der Ausschuß bedauert jedoch, daß die beiden großen, das deutsche Volk in allen seinen Schichten bewegenden Fragen der Räumung des Rheinlandes und der allgemeinen Abrüstung nicht so gefördert worden sind, wie es Deutschland aus rechtlichen und politischen Gründen erwarten könne. Der Ausschuß ersucht die Reichsregierung, entsprechend ihrer bisherigen Haltung auch fernerhin auf beschleunigte und befriedigende Lösung dieser Fragen hinzuwirken Außerdem wurde eine Entschließung derselben Parteien mir folgendem Wortlaut angenommen: „Der Auswärtige Ausschuß gibt seiner Besorgnis über die Entwicklung der Lage der Minderheiten Ausdruck. Er fordert die deutsche Regierung auf. im Völkerbünde dafür einzutreten, daß die für die Befriedung der Völker so bedeutungsvolle Frage des Schutzes der Minderheiten verstärkte Aufmerksamkeit und Sorge findet." Damit waren die Beratungen des Ausschusses beendet. Am den StrafgeseHentwun Besprechung der Führer der Regierungsparteke«. Berlin, 5. Okt. (Funkspruch.) Am Mittwochnachmittag fand, wie ein Abendblatt berichtet, eine Besprechung der Führer der Regierungsparteien über den Strafgesetzentwurf beim Reichsjustizminister Koch Weser statt. Die Aussprache galt nicht der Erörterung der materiellen Bestimmungen des Entwurf, sondern der parlamentarischen Behandlung. Die Reichsregierung steht auf dem Standpunkt, daß sie im gegenwärtigen Augenblick keine Veranlassung habe, zu den Bestimmungen des Entwurfs erneut Stellung zu nehmen. Sie hat es vielmehr, wie der Reichsjustizminister in der Besprechung mitteilte, ihm überlassen, seinen Standpunkt zum Strafrechtsentwurf im Ausschuß, der am 7. Oktober zusam- mentrttt. Larzulegen. Kein Strafverfahren gegen Thälmann Hamburg, 5. Okt. Nach einer Meldung des „Berliner Tageblattes" soll die Staatsanwaltschaft Hamburg wegen der zu ihrer Kenntnis gelangten Unterschlagungen und Betrügereien in der Kommunistischen Partei gegen Thälmann und drei weitere Genossen eingeleitet haben. Wie die Tele« graphen-Union hierzu von zuständiger Stelle erfährt, entspricht diese Meldung in keiner Weise den Tatsachen. Da Thälmann als Reichstags- und Vürgerschaftsabgeordneter immun sei, könne gegen ihn ein Strafverfahren aus rechtlichen Gründen gar nicht eingeleitet werden. Auch im übrigen sei ein Verfahren in dieser Angelegenheit bei der Hamburger Staatsanwaltschaft nicht anhängig. Zum Werftarbeiterfireik in Samdnrg Hamburg, 5. Okt. Der Werftarbeiterstreik macht sich in Hamburg bereits unangenehm bemerkbar, insofern als Fälle zu verzeichnen sind, in denen Schiffe, die in Hamburg repariert werden sollten, nach ausländischen Häfen umgeleitet wurden. Weitere Eutlaffuuge« streikender Werftarbeiter in Hamburg. Hamburg, 5. Okt. In den gestrigen Abendblättern machen die Deutsche Werft, die Deutsche Schiffs- und Maschinenbau A.-G., die Noröerwerft A.-G., sowie der technische Betrieb der Hamburg-Amerika-Linie bekannt, daß alle Arbeiter dieser Werften, die auf Anordnung der Gewerkschaften am 1. Oktober ihre Arbeit eingestellt haben, entlassen seien. Die A.F.A.-Tag«ng mit den streikenden Werftarbeiter» solidarisch. Hamburg, 5. Okt. Zum Schluß der Mittwoch-Nachmit» tagssttzung der A.F.A.-Tagung legte der Vorsitzende ein« Entschließung vor, in der den streikenden Werftarbeitern die volle Sympathie und die Solidarität des Kongresses ausgesprochen wird. Die Entschließung wurde einstimmig angenommen. Eutlaffung streikender Werftarbeiter in Kiel. Kiel, ö. Okt. Die Kieler Werften, die Deutschen Werke Kiel A.-G., die Friedrich Grupp Germania-Werft A.-G., die Howaldtswerke A.-G. und die Kolbcwerft haben die fristlose Entlassung aller Werftarbeiter ausgesprochen, die auf Anordnung der Gewerkschaften am 1. Oktober die Arbeit nie- dergelegt haben. Zur Sanierung der Kopenhageuer Privatbank Kopenhagen, 5. Okt. Wie nach Abschluß der Privatbank- Verhandlungen noch bekannt wird, soll die der Privatbank von Seiten des ausländischen Konsortiums gewährte Obligationsanleihe mit 6J4 Prozent verzinst und nach 15 Jahren zurückbezahlt werden. Für die Privatbank besteht die Möglichkeit, die Summe schon nach Ablauf von fünf Jahren zu tilgen, während sie von Seiten der Kreditoren für eine längere Reihe von Jahren unkündbar ist. Während die Verluste der Privatbank amtlich mit 68 Millionen Kronen angenommen werden, veranschlagt sie die Bankleitung selbst nur auf 40 Millionen Kronen. Dieser Unterschied wird im günstigsten Falle als eine Art stille Reserve ganz erheblich rur Liquidität, des Instituts beitragen. Sturm über dem Atlantik Borläufig schlechte Wetterausfichten für die Zeppelin- Amerika-Fahrt. London, 5. Okt. Auf der direkten Schiffahrtsjtratze zwi- schen England und Amerika herrscht verschiedenen Funksprüchen zufolge seit über 24 Stunden ein Sturm, wie man ihn seit drei Jahren in diesem Teil des Ozeans nicht mehr erlebt hat. Auf einem Gebiet von annähernd sechs- bis siebentausend Quadratkilometern rast der Sturm nach allen Richtungen. Der Cunard-Dampfer „Carmania" berichtet von einem Standort 1100 Meilen westlich von Irland von Winden in einer Stärke, die sich mit den Orkanen vergleichen lassen, die kürzlich in Amerika und auf den westindischen Inseln so riesigen Schaden angerichtet haben. Die gegenwärtigen Wet-. terverhältnisse sollen die Folgen eines sehr flachen Tiefs sein, das sich langsam in östlicher Richtung bewegt. Wettersachverständige sind der Auffassung, daß dieses Tief die Folge der kürzlichen Tornados in Amerika ist. Man glaubt, daß ° der Höhepunkt erreicht werden wird, bevor das Tief die europäische Küste erreicht. Eine Aienednng mit Sr. Eckener Friedrichshafe«, 5. Okt. In einer Unterredung, die der, Sonderberichterstatter T.-U. am Donnerstag mit Dr. Eckener hatte, gab dieser einen Ueberblick über die ganze Fahrt. Er, legte dar, wie man infolge der schlechten Wetterlage zu der Einsicht gekommen sei, daß es zwecklos wäre, den geplanten Kurs nach Norddeutschland einzuhalten. Nachdem er am Dienstagmorgen um MIO Uhr die Wetterkarte erhalten habe, die aus dem Osten strömenden Regen sowie starke Nebel gemeldet haben, habe man sich hinter Nürnberg entschließen müssen, der Depression ansznweiche«. Bereits über Frankfurt habe der Beschluß festgestanden, rheinabwärts zu fliegen und Kurs auf Rotterdam zu nehmen, da die Stadt einen beleuchteten Hafen und einen Leuchturm hatte, der sich als Uebergangsort für die Fahrt über die Nordsee nach der englischen Küste eignete. ' Zu der Veröffentlichung des Reichsverkehrsministeriums äußerte Dr. Eckener, dieses habe dankenswerterweise den Betrag von 300 000 RM. überwiesen, der zur Hälfte zur Deckung der Fahrten, zur anderen Hälfte zur Deckung der Versicherung verwendet worden sei, daß natürlich mit diesem Betrag alle Fahrten nicht bestritten werden konnten, sei klar. Aus diesem Grunde sei er gezwungen gewesen, auf andere Weise die Betriebsmittel zu stärken. Infolgedessen sei der Vertrag mit den beiden Berliner Verlagen zustande» sekommen. - s- -t'... ■ - ■ lieber die Amerikafahrt erklärte Dr. Eckener, frühestens am Dienstag sei das Luftschiff startklar. An Bord würden außer der Mannschaft im ganzen etwa 16 Personen sein, darunter vier zahlende Fahrgäste. Amerikaner, die sich zur Zeit in Deutschland'aufhielten und nach Amerika zurückkehren wollten. Diese Fahrgäste würden für die Ueberfahrt eine» Preis oo« 3000 Dollar entrichten. Ferner habe das Reichsverkehrsministerium drei Plätze reservieren lassen. Bis jetzt stehe fest, daß Ministerialdirigent Brandenburg an der Fahrt teilnehmen werde. Ter Reichsrat werde gleichfalls einen Vertreter entsenden. Außerdem nehmen zwei Funksachverständige und sechs Pressevertrerer von Scherl, Ullstein und Hearst an der Fahrt teil. Zur Frage der Versorgung mit Brenngas wies Dr. Eckener datauf hin, daß schon jetzt der notwendige Brennstoff vorhanden sei, und zwar bis jetzt rund 25 000 Kubikmeter. Das Luftschiff werde im ganzen für etwa 120 Stunden Brennstoff an Bord haben. Zur Zeit fänden noch eine Reihe kleinerer Arbeiten an dem Luftschiff statt. Im Vordergrund dieser Arbeiten stehe die Umänderung der Mannschastsschlafräume. Bei seiner Amerikafahrt werde das Luftschiff «msangreiche Post mitnehme«. Zn wenigen Worten Ueber dem Atlantik herrscht ein Sturm, wie er in dieser Stärke seit drei Jahren nicht vorgekommen ist, so daß die Aussichten für die Amerikafahrt des Zeppelins vorläufig ungünstig sind. « Die Beratungen des Auswärtigen Ausschusses wurden am Donnerstag abgeschlossen/rbobci zwei Entschließungen angenommen wurden. » Der Retchsparteivorstand der Zentrumspartei hält am t, Oktober im Reichstag eine Sitzung ab. » Am Donnerstag wurde in Paris der 22. Automobilsalon eröffnet. ft Der deutsche Dampfer „Maria Pinango" ist bet den Azoren gesunken; die Besatzung wurde gerettet. ft Der Vormund des minderjährigen rumänischen Königs Michael, der Bruder des früheren Kronprinzen Karol, Prinz Nikolaus, hat in Begleitung einer Dame fluchtartig Bukarest verlassen. ^ Der österreichische Aeroklub hat Prof. Junkers die goldene Verdienstmedaille übbereicht. Rr. 233. Jahrgang 1928. Freitag, den 5 . Oktober 1928. Bisher seien etwa 500 Kg. eingegangen und 12 000 Briefe. Als Schlußtermin für die Einsendung von Briefen sei der 8. Oktober. 12 Uhr mittags, festgelegt worden. Nach diesem Zeitpunkt sei eine Annahme von Post unmöglich. von Hüneseld in Hanoi gelandet Berlin, 5. Okt. Wie ein Abendblatt aus Hongkong berichtet, ist von Hünefeld auf seinem Fluge Berlin—Tokio in Hanoi eingetrofsen. Danach haben sich die Befürchtungen, die man über sein Schicksal gehegt hat, als unbegründet herausgestellt. Befriedigende Ergebnisse der Fernfahrt Ueber das Ergebnis der 34% Stunden langen Fernfahrt ist man in den Kreisen des Luftschiffbaues Zeppelin wie auch auf Seiten der Fahrtteilnehmer sehr zufrieden. Während der ganzen Fahrt war die Führung des Luftschiffes, auch bei starken Gegenwinden und Regen, Herr der Lage. Im ganze« hat das Schiff 2800 Kilometer zurückgelegt. Die größte Höhe betrug 2375 Meter. Vor der Amerikafahrt sollen nunmehr noch die Schlafgelegenheiten für die Mannschaften eine Aenderung erfahren, da sich während der Fahrt herausstellte, daß die Räume zu stark der Zugluft ausge- sctzt sind und sich eine empfindliche Kühle bemerkbar macht. Besonders während der Nachtfahrt an der englischen Küste und der Nordsee hatte die Mannschaft sehr unter diesem Uebelstand zu leiden. Indes dürfte dieser Nachteil in kurzer Zeit beseitigt sein. Noch im Laufe der Woche findet dann noch die letzte Werkstättenfahrt statt. Im Vordergrund aller Vorbereitungen aber steht nach mie vor die Uebergnernng des Atlantik. Aller Voraussicht nach dürfte «Graf Zeppelin" am Sonntag startbereit sein. Auch bei der ersten Fahrt wurden sämtliche Motoren auf einzelnen Etappen mit Triebgas in den verschiedensten Zusammenletzungen ausprobiert. Das Ergebnis war wie bet den ersten Versuchen ausgezeichnet. Daß sich die Landung gestern abend etwa eine halbe Stunde hin- zdg, das war nur eine Folge der großen Vorsicht und Sorgfältigkeit, da zur Zeit der Landung ziemlich starker Ost- winö wehte. „Daily Telegraph" über den Zeppelin-Flug London, 8 . Oktober. Der erfolgreiche Probeflug des «Graf Zeppelin" wird vom »Daily Telegraph" in einem Leitartikel gewürdigt. Vor vier Jahren, als das Flugzeug mehr und mehr den Luftverkehr in Deutschland zu beherrschen begann, habe eine Schließung der Luftschiffwerft in Friedrichshafen unvermeidlich geschienen. Aber Dr. Eckener habe es verstanden, das Werk des Grafen Zeppelin zu erhalten. Auf Einladung des britischen Luftfahrtministeriums sollte das Luftschiff Großbritannien einen Besuch abstatten. Man habe auch erwartet, daß es in einem britischen Luft- fchisfhafen landen werde. Diese Einladung bleibe bestehen, da nur ungünstige Wetterbedingungen Dr. .Eckener zu einer Kursänderung veranlaßt hätten. Nach diesem Probeflug bestehe kaum noch ein Zweifel, baß „Graf Zeppelin" das erste Luftschiff sein werde, das in den regelmäßigen Ueber- seedienst eingestellt werde. Gin Ausruf der „Arbeiterzeitung" zum 7. Oktober Wien, 5. Oktober. Die „Arbeiterzeitung" veröffentlicht einen Ausruf an die Arbeiter und Angestellten des Viertels unter dem Wienerwald, in dem es u. a. heißt: »Es ist notwendig, daß der 7. Oktober zu einem Arbeitertag gemacht wird, wo in der Wiener Neustadt eine größere Arbeitermasse aufmarschiert als jemals zuvor. Darum ergeht an die Arbeiter und Angestelltenschaft des Viertels unter dem Wie- nerwald unser Ruf: Am Sonntag alle nach Wiener New stadt, wir wollen nur durch unsere Massen demonstrieren, wir gehen nicht nach Wiener Neustadt um zu raufen, noch weniger um in Konflikte mit den staatlichen Sicherheitsbehörden zu geraten. Zusammenstöße müssen an diesem Tag vermieden werden." Prinz Nikolaus in Carols Fußfiapfen Budapest, 5. Okt. Wie der Berichterstatter des „Pestr Naplo" in Großwadein meldet, hat Prinz Nikolaus, der jüngere Bruder des Exkronprinzen Carol und Vormund des minderjährigen Königs Michael, in Begleitung einer Dame der Aristokratie fluchtartig Bukarest verlaffen. Prinz Nikolaus und seine Geliebte seien bei Carol in Paris abgestiegen. _Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. _ Die Königin versuche vergeblich, den Prinzen zur Rückkehr nach Rumänien zu bewegen. Die Bukarester Oefsentlichkeit wiffe von den Vorfällen nichts. Ta die rumänische Regierung alle Nachrichten hierüber unterdrückt und die Meldung verbreitet habe, Prinz Nikolaus habe eine Vergnügungsreise in das Ausland unternommen. Venesch verteidigt seine Genfer Haltung Prag» 4. Oktober. Jur Haushaltsausschuß wurde Dr. Be- nesch vop seiten der deutschen Regierungs- und Oppositionspartei wegen seiner Stellungnahme in der Rheinland- und der Anschlußfrage heftig kritisiert. Benesch erwiderte in längerer Rede, wobei er sich erneut auf den Standpunkt stellte, daß die Abrüstung von der garantierten Sicherheit ab- hänge. In der Rheinlandfrage bestritt Venesch. eine unfreundliche Haltung eingenommen zu haben. Die Anschlußfrage sei für ihn nicht aktuell, denn der Anschluß komme nicht und werde nicht kommen. Die Anschlußfrage sei eine europäische Frage und alle daran interessierten Mächte seien einer Meinung. In der Frage des Minderheitenrechtes stehe er auf dem Standpunkt, daß die Tschechoslowakei, soweit sie durch die Friedensverträge Verpflichtungen übernommen habe, diese auch erfüllen werde. Alles was darüber hinausgehe, sei jedoch eine innere Angelegenheit des Staates. poincare vor der Finanzkommisfion Paris, 4. Oktober. In der Finanzkommission der Kammer sprach am Mittwoch nachmittag Poincarö in seiner Eigenschaft als Finanzminister. Er stellte angesichts des weiteren Anwachsens der Ausgaben für gewisse Ministerien eine Aus- gabenetnschränkung in Aussicht. Das Gleichgewicht des Haushalts müßte gewahrt bleiben und der Haushalt sowie das Finanzgesetz bis zum 31. Dezember verabschiedet werden. In diesen beiden Fällen werde die Regierung die Vertrauensfrage stellen. Auf Anfrage erklärte Poincare, die Einstellung der Daweseinnahmen in den Haushalt bestehe zu Recht. Sie sei schon durch die gleiche Uebung der letzten Jahre berechtigt. Mt großen Schunengretten bei den Ranmungsverhandlungen rechnet der „Daily Telegraph". London, 5. Okt. Nach Abschluß der Besprechung der deutschen Reichsregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder wird in diplomatischen Kreisen mit der Möglichkeit der baldigen Uebersendung einer deutschen Note an Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Belgien gerechnet, in der die Einleitung von Räumungsverhandlungen vorgeschlagen wird. Nach Auffassung des „Daily Telegraph" werden die Verhandlungen sehr schwierig sein, da die deutsche Regierung jede ausländische Ueberwachung des Rheinlandes ablehne, die über den 10. Januar 1935 hinausgehe und Poincare auf Reparationszahlungen bestehe, die groß genug seien, um die gesamten Kosten für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Frankreichs zu decken und für die Abtragung der gesamten französischen Kriegsschulöenan England und Amerika ausrcichten. Präsident Coolibge und Schatzsekretär Mellon wiederum lehnten jede Verminderung der französischen Schulden all Amerika ab. Unter diesen Umständen sei es schwierig, eine schnelle und endgültige Lösung der Reparationsfrage zu ermöglichen, die mit dex gewünschten Räumung verknüpft sei. In Pariser Berichten wird mit der Möglichkeit einer Zusammenkunft der Finanzsachverständigen Deutschlands und den alliierten Mächten in Paris anfangs Dezember gerechnet. poincare gegen Abstriche am Seeresetat Paris, 5. Okt. Zu den Beratungen der Finanzkommisston am Mittwoch wird ergänzend gemeldet, daß sich die meisten Fragen, die Poincarö vorgelegt wurden, auf neue Steuersenkungen bezogen. Poincare habe darauf hinge- wtesen, daß die Kommiffion bei der Prüfung des Ausgabenbudgets bis jetzt schon Krediterhöhungen von nahezu 79 Millionen Franken beschlossen habe Daraus würde sich ein Defizit von über 23 Millionen Franken ererben. Poincare wandte sich gegen v"'^re Streichungen am Etat für Heer und Flotte, da sie von den beiden in Frage kommenden Ministern für unmöglich erklärt worden seien. Er könne deshalb derartige Anträge nicht annehmen. Am gestrigen Donnerstag hat die Kommission über das Finanzgesetz beraten. Dev Protest von Rom. Quirinal und Datikan. Rom, 3. Okt. Die alljährliche Aeußerung des „Ofservatore ro- mano" am 20. Sept., dem Gedenktag des Einzugs der Italiener in Rom 1870, zur Römischen Frage hat, wie erinnerlich, 1927 eine tiefschürfende, sich monatelang hinziehende politische und pub^ lizistische Erörterung zur Folge gehabt. Sie schloß mit Mussolinis Erklärung, die Lösung sei schwierig, aber nicht unmöglich. Nach diesem Abschluß hat 1928 die Erörterung nur eine Woche gedauert. Der „Ofservatore romano" glaubte lediglich fest, stellen zu sollen, daß sich nichts geändert habe trotz inzwischen erschienener Schriften und Aeußerungen zum Thema. Darauf meinte die faszistische Presse, der „Protest" der Kurie sei diesmal gemäßigter als sonst. Worauf das päpstliche Organ feststellte, daß seine alljährlichen Aeußerungen keine Wiederholung des päpstlichen Protestes von 1870 sei. Dieser sei nur einmal erfolgt und bleibe bestehen. Im übrigen sei nach wie vor oer Papst allein Richter oarüber, ob und wann er sich frei oder unfrei fühle. Nur der Papst Arnaldo Mussolini im „Popolo d'Italia" antwortend feststellte: könne also Die Römische Frage für die Kirche entscheiden. Worauf Für den Staat könne nach, den letzten verfassungsmäßigen Dekreten nur der faszistische Großrat die Entscheidung treffen. (Das zeigt auch, unabhängig von der Römischen Frage, wie weitgehend Mussolinis Absichten hinsichtlich ves faszistischcn Großrats find.) Diese Erörterung Ist im Gegensatz zu 1927 nur eine Fassade. Die Beziehung zwischen oem Vatikan und dem Faszismus sind gegenwärtig vortrefflich. Der schon in oer ausländischen Presse erwähnte Artikel Mussolinis über oie demographischen Bedürfnisse Italiens („Zahl ist Kraft" in der Zeitschrift „Gerarchia") hat vom „Ofservatore romano" eine geradezu enthusiastische Beurteilung erfahren, doppelt bedeutsam durchs den ausdrücklichen Hinweis auf die Uebereinstimmunz mit den Ansichten Pius Xl. Man kennt die Vorsicht der Kurie zu gut, um nicht zu verstehen, daß angesichts einer solchen Aeußerung derzeit wahrhaftig aus der Römischen Frage kein Konflikt zu erwarten steht. Die Ueberwindirng der Vogesen. Bier Tunnels und vier tzauptbahnfirccken durch das Bogefengeblet. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen Gebirge Schranken des Verkehrs waren. Wenn also bis heute noch keine einzige Bahn das eigentliche Gebirgsgebiet der Vogesen durchschneidet, so waren bisher daran andere Gründe schuld. Keiner der beiden Staaten, deren Grenze sich bis zum Jahre 1918 auf dem Kamme der Vogesen berührte, hatte besonderes Interesse daran, dem Nachbarn durch eine durchgehende Dogesenbahn günstige militärische Aufmarschlinicn zu bieten. So blieb es bisher bei den zwei Bahnen, sie im Norden und Süden, wo das Gebirge weit weniger hoch ist, die Vogesen umgehen. Nun aber hat Frankreich sich daran gemacht, durch ein großzügiges Eisenbahnbauprojekt die Vogesen gleich an vier Stellen durch Tunnels und große Hauptbahnstrecken zu überwinden. Bon Straßburg wird die eine Strecke über Saal (Saales) nach St. Die führen, die zweite von Schlettstadt über Markirch ebenfalls nach St. Die, die dritte v. Kalmar üb. Metzeral unter dem Hohneck hindurch Nach Cornimont u. weiter nach Epinal u. endlich die vierte am weitesten im Süden von Mülhausen über Tann nach S. Maurice und wiederum nach Epinal. Bon allen diesen Bahnlinien ist bisher nur die erste zwischen Straßburg und St. Die nach der Vollendung eines großen Tunnels durch den Hauptkamm fertiggestellt worden und wird in den nächsten Wochen dem Verkehr übergeben. Im Laufe der nächsten Jahre werden dann auch die übrigen Strek- ken Nachfolgen, die oft der kurzen Entfernung in der Luftlinie ungeheure technische Schwierigkeiten und Kosten bieten, da fast immer große Höhenunterschiede zu überwinden sind. Warum alle diese Bahnen gebaut werden, ist natürlich klar. Eine größere verkehrstechnische oder ökonomische Bedeutung kommt keiner von ihnen zu, obwohl sämtliche Linien als zweigleisige Hauptbahnstrecken geführt werden. Es handelt sich hier ausschließlich um strategische Bahnkanten, oie den Aufmarsch Frankreichs zum Rhein hin erleichtern sollen und überdies das nicht gar zu sichere Elsaß möglicherweise fester an Frankreich ketten werden. Die Sahara als See. Schon seit langer Zeit sind Vorschläge besprochen worden, die Sahara ourch Bewässerung in einen See zu verwandeln und damit oie Wüste fruchtbar zu machen. Es müßte auch verhältnismäßig leicht sein, einen Durchstich nach dem Meer anzulegcn und Seewasser in das Innere der Sahara einzulassen, die erheblich tiefer liegt, als das Mittelmecr. Die Geologen sind der Ansicht, dag dir Sahara einst auch rin Srr gewesen ist. Nun erwägt die französische Regierung einen Plan, wonach eine Fläche von ungefähr 15 000 Quadratkilometern an der Grenze von Algier und Tunis unter Wasser gesetzt weroen sollen bis zu einer Tiefe zwischen 65 und 1000 Fuß, etwa zwischen Biskra uno dem Golf von Gabes. Am Fuß des Atlas würden Dämme zu bauen sein, «iMn floh Ksrff yo* WOLFGANG MARKEN Sie verließen die Bibliothek und versammelten sich in Großen Wohnzimmer. Die Behaglichkeit des Raumes Haiti «s ihnen angetan. „Jetzt erzählen Sie uns von den Geheimnissen von Schlaf Korff,' Mister Tessing," forderte die Herzogin Hanno auf. Hanno nickte und begann: „Der Erbauer des Schlosse« liebte anscheinend Absonderlichkeiten. Denken Sie nur a> den orginellen Weinkeller, der so versteckt ist, daß man tat sächlich große Mühe hatte, ihn ausfindig zu machen. Es if durchaus nicht ausgeschlossen, daß Schloß Korff noch rveiteri Geheimnisse birgt. Tatsache ist, daß Baron Korff eine unten irdische, jedenfalls verborgene Bibliothek anlegte, wo er fein« kostbaren Inkunabeln und Manuskripte und wohl auci seine Juwelensammlung unterbrachte. Die Chronik be ridjtet davon, auch von deck vergeblichen Suchen des Erben .Gefunden wurde der Raum noch nicht." ! „Vielleicht existiert er auch nicht!" warf der Comte ein. „Das ist möglich, Herr Comte, Sie werden aber zugeben .daß der geheimnisvolle Weinkeller nachdenklich macht. Tab fache ist jedenfalls auch, daß Baron Korff seinem Erben nact Petersburg das Testament sandte, in dem unter anderem ge standen höben soll: „Wenn Dich dies Testament erreicht, bi, ich tot, denn ich will ein Ende machen, da sich mein müde: Leib nach Ruhe sehnt. Du wirst meinen Leichnam nich finden. Suche ihn und Du wirst Dich meines Erbes doppel freuen." ^ m Die Zuhörer lauschten voll Spannung. Mrs. Porte: schaute fast ängstlich. „Das Sä^otz ist ja förmlich unheim sich!" Doch die Herzogin lachte hell auf und strich der Mutter bs ruhigend über die Wange. In dieser Bewegung lag etwa! so Gütiges, das Lachen klang so frisch und unbekümmert, das Hanno und der Comte die schöne Frau verwundert an blickten. j Aber im nächsten Augenblick war sie wieder die Daml der Gesellschaft und sagte nachlässig zu Hanno: „Sie sollte, nach den verborgenen Schätzen suchen." „Das kommt noch! Später einmal, wenn ich Zeit dazi jfinde. Jetzt gibt es Wichtigeres zu tun, als Möglichkeites machzujagen. Uebrigens, die Leiche des Erbauers ist nil gesunden worden." * » * I In der Küche. ’ Jan arbeitete im Schweiße seines Angesichts, und Wak! und Anton Findig assistierten ihm. Robert Tessing sah ve< gnügt dem Treiben zu. „Da scheine ich heute überflüssig zu sein," sagte er lachen! Zu Jan. „Jawohl, Vater, mit Respekt zu sagen, wir können Sü heute gar nicht in der Küche gebrauchen." „Aber Junge, du schmeißt mich ja regelrecht hinaus." „O!" sagte Jan bedauernd. „Habe ich Sie gekränkf Vater? Das wollte ich nicht. War mein Ton zu grob?" Tessing gab ihm einen Nasenstüber. „Bin ich 'ne Zimpev liefe, Jan, he! Mach' nur deinen Kram. Ich spanne geil ein wenig aus. Eigentlich müßte auch der Hanno mc» kochen." „Der Hanno? Um Gottes willen, Vater. Das wäre ein) schöne Geschichte. Was glauben Sie denn, was der auf de, Tisch bringt? Sagt Schildkrötenmenü, und wenn es unser: Gäste essen, dann denken sie, es sei eine gebratene Ledev Hose, in Wirklichkeit soll es Beeffteck fein. Sie-wissen doch Vater, Hanno kocht auch die Eier solange, bis sie weich sind Nee, nee, lassen Sie mich vorläufig getrost kochen. I« nächster Zell hole ich eine tüchtige Köchin heran." „Schön, mein Junge! Aber soll ich das Hanno erzählen?' „Um Gottes willen, Vater! Das dürfen Sie nicht, da ist fein wunder Punkt, und mir könnte es stecht gehen." „Warum denn, Racker?" schmunzelte Robert Tessing. „Weil der Hanno dann ein Beeffteck h la Hanno bratet; und damit schmeißt er mich tot." Lachend verließ Tessing die Küche. In der Tür aber drehst ser sich noch einmal um: „Wo ist denn Hanno?" > „Im Salon sitzt er und erfüllt seine Pflichten. Er erzähll Märchen von den verborgenen Schätzen von Schloß Korff.' „So! Dann werde ich ihn auch nicht stören Wenn ich! mich braucht, ich gehe im Garten spazieren." »Garten ist gut gesagt, Dater!" „O du respektloser Kerl!" Damit verließ Robert Tessinz die Küche. Jan kochte, briet und buk weiter. Wako und Anton sähe« ihm voll Bewunderung zu. „Woher haben Sie das bloß gelernt?" fragte Anton vo> größter Hochachtung. „Gelernt! Mensch, Anton, wie oft soll ich dir noch sagen daß ich einmal Koch im Grand-Hotel am Popocatebetl war/ Wako grinste vergnügt, als er das letzte Wort hörte. „Was feixt du denn so, Wako, alter, schwarzer Mohr?" „Wako sich freun. Haben Master schön Wort gesagt. ^ Jan zog eine abscheuliche Grimasse. „Wo ist das Sieb? schrie er dann den Schwarzen an. Wako kraute sich den Wollkopf. „Sieb! O Sieb! Da> sein Ding mit viel klein Loch." „Hast du es begriffen? Das ist nett, Wako. Da, gib mi> es doch mal her. Ich muß doch den Kaffee durchgteßen. Wt hast du es denn?" Wako deutete auf den Küchenschrank. „Liegen oben Nimm dir 'nen Stuhl! Aber dalli, mei, Master." „Runterholen! Söhnchen." Förmlich in Ekstase war der Koch. Er wirbelte mit den Löffel, mit den Stürzen nur fo in der Lust herum» kyAst und würzte. „Kein Stuhl da, Master." „Da klettere hinauf, Wako! Zeige, daß du Talent Mn, Fassadenkletterer hast. Feste, Junge! Und Wako kletterte. Aber mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund z, flechten. Wako hing am Schrank. Wako faßte nach dem Sieb Da begann der obere Teil des Schrankes zu wackeln - und dann geschah das Unhell. Ein Krach! Wako purzelte mit dem Oberteil des ganze« Schrankes und mit chm das ganze Porzellan. Ehe Jan und Anton zupacken konnten, war es geschehen Wako lag wehklagend unter einem Trümmerhaufen vor Porzellan. ' Jan schlug verzweffelt die Hände über dem Kopf, zusammen. „Wako. was hast du da gemacht!" Wako krabbelte unter dem Trümmerhaufen hervor. „Wst Malter iaaen. baben Wako tun!" Rr. 233. Jahrgang 1928. Der Laudbote * Tmshei»er Jett»». Freitag, den 5. Oktober 1928. um den Abfluß der Regenfälle nach dem neuen See zu regeln. Man hofft, daß dann eine reiche Vegetation mit entsprechender Fauna in der Umgebung des Sees entstehen und die Wüste in ein Paradies verwandelt werden wird. Durch eine solche Anlage würde auch der Verkehr von Europa über Algier und Tunis mit Innerafrika erheblich erleichtert weroen. Freilich stehen der Ausführung des Planes auch crnfte namentlich klimatische Hindernisse im Wege. Es ist noch völlig unbekannt, was für klimatische Einflüsse die Entstehung einer so gewaltigen Wasserfläche auf die Mittelmeerländer haben könnte. Dieses Problem wird wohl erst durch die Praxis gelöst werden können. Vorläufig handelt es sich ja nur um einen Plan. Letzte Telegramme in Kürze. Ei« deutscher Dampfer bei de« Azoren gefnnke«. — Die Be» satzung gerettet. Hambur«, 8. Okt. Der der nordischen Schiffahrt-A.-G. Hamburg gehörende Dampfer „Maria Pinango", der sich mit einer Ladung Schrott auf der Reise von Havana nach Italien befand, ist nach einem Telegramm des Kapitäns in der Nähe der Azoren im Sturm gesunken. Die Besatzung wurde gerettet. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Kommunistischer Uebersall auf eine« Landtagsabgeordneten. Berlin, 5. Okt. Am Dienstag abend hielt die Ortsgruppe Friedrichshatn der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei eine stark besuchte öffentliche Versammlung ab, zu der Angehörige aller Parteien erschienen waren. Nach dem Vortrag des Landtagsavgeordneten Kube sprachen die nationalsozialistischen Landtagsabgeordneten Haake, Dr. Ley, Kerrl und Kauffmann-Elberfelö unter starkem Beifall der Mehrheit der Versammlung. Die anwesenden Kommunisten zogen nach Schluß der Versammlung ohne Gegenrede ab. Als vor dem Versammlungslokal der schwerkriegsverletzte Abgeordnete Haake in einer Droschke nach Hause fahren wollte, wurde er von etwa 30 jugendlichen Kommunisten mit großem Geschrei überfallen. Die Kommunisten sprangen auf bas Trittbrett des Wagens und schlugen in den Wagen hinein. Die kräftige Gegenwehr des Angegriffenen und die schnelle Weiterfahrt des Wagens verhütete weiteres Unheil. Polizei war nicht zur Stelle. Das Defizit des „Sommers der Musik". Frankfurt a. M., 8. Okt. Der Unterausschuß des Unter- suchungsausschuffes hat an dem Defizit des „Sommers der Musik" (der großen vorjährigen Frankfurter Musikausstellung) und der Ausstellung „die Musik im Leben der Völker", das 1600 000 Mark beträgt, scharfe Kritik geübt und vor allem das Geschäftsgebaren der Ausstellungsleitung beanstandet. (Das nützt aber alles nichts, die Stadt Franksurt muß das Defizit decken.) Auto i« de« Fluß gestürzt. Herford» 8. Okt. In der Nacht zum Diensrag geriet aus der Mindener Straße das Auto des Maschinenfabrikanten Zur Heide aus Herford ins Schleudern und fuhr gegen die etwa 1 Meter hohe Mauer, die das ausgcmauerte Flußbett der Weser abgrenzt. Das Auto stürzte in das sieben bis acht.Meter tiefe Flußbett. Der Führer des Autos, der Sohn des Fabrikanten Zur Heide, war sofort tot, die drei anderen Mitfahrer erlitten schwere innere und äußere Verletzungen. Drei Tote beim Tourifteunuglück am Karpendel. Innsbruck» 6. Okt. Die Suche nach den am Sonntag im Karwendel abgestürzten drei Innsbrucker Alpinisten gestaltete sich ungemein schwierig, da die ganze Wand des Lafat- schers vollkommen vereist und verschneit ist. Trotzdem konnten einige Mitglieder der Rettungsepedition soweit in die Wände einsteigen, daß sie feststellen konnten, daß die drei Verunglückten am Seil, das sie bei der Besteigung der Wand verband, tot in den Felsen hängen. Der Absturz erfolgte in einer Tiefe von 200 Metern bis sich das Seil an einem Felszacken verfing und hängen blieb. Eine Bergung der drei Toten ist bis jetzt noch nicht möglich. Allgemeiner Textilarbeiterstreik in Lodz. Warschau, 3. Oktober. Am Mittwoch haben die Spitzew verbände der Textilarbeiter in Lodz den allgemeinen Streik ausgerusen, der Donnerstag morgen um 4 Uhr begonnen hat. Der Grund ist darin zu suchen, daß nach Ablehnung der Forderung nach 25prozentiger Lohnerhöhung durch die Arbeitgeber der Schlichtungskommiffar eine Antwort erst für Montag, den 8. Oktober, vormittags, in Aussicht gestellt hat, was die Vertreter der Arbeiter als Verschleppungstaktik angesehen haben. _ Das erste Opfer des Frostes i« Norwegen. Oslo, 3. Oktober. Tie ungewöhnliche Kälte in Norwegen hat dieser Tage das erste Opfer gefordert, indem ein junger Hirt auf der Suche nach versprengten Schafen im Hochland erfroren ist. „Albert Balliu" kommt einem holländische« Dampfer zu Hilfe. Londo«, 3. Oktober. Der Dampfer „Amerika", der am Mittwoch zur Hilfeleistung für den in der Mitte des Atl. Ozeans in sinkendem Zustande befindlichen holländischen Dampfer ..Celedno" abgegangen war, berichtet, daß er seinen regulären Kurs nach Portmouth ausgenommen hat, nachdem der deutsche Dampfer „Albert Ballin" mitteilte, daß er sich nur 180 Meilen von der „Celedno" entfernt befinde. Eine Farmerfamilie verbrannt. Loudo«, 3. Oktober. Wie aus Brandon in Manitoba be- . richtet wird, ist ein Farmer zusammen mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner Tochter bei dem Brand seiner Besitzung ums Leben gekommen. Für 200 000 Dollar Diamanten im Autobus gestohlen. Newyork, S. Oktober. Nach einer Meldung aus Ballt- more haben drei Banditen im überfüllten Autobus einem Diamantenhändler Diamanten im Werte von 200 000 Dollar geraubt. Baden. Die Ausflüge oo» der Herbsttagung der D.L.G. Mit der Heidelberger Herbsttagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, die in den Tagen vom 11. bis 17. Oktober die Landwirte zu wichtigen Verhandlungen vereint, vk in ü6Iidjer Weise eine größere Reihe von Ausflügen und Besichtigungen verbunden, die den Teilnehmern land- Mrtschastlich und landschaftlich hervorragende Gebiete vor Augen führen. Bon Weinbaugebieten werden nicht nur das ^"?Ener Land, sondern auch die Bergstraße und Rheinheffen ausgezeichnete Lagen vorführen und zu kosten geben. Ter Obst- und Gemüsebau beteiligt sich u. a. mit der berühmten Schwetzinger Spargelzucht. Ein Forstausflug in den Heidelberger Stadtwald und in den Forstbeztrk Weinheim wird sich besonders durch die Verjüngungen mit Edelkastanien und den Gang durch den Exotenwald auszeichnen. Außer Schweine- und Geflügelzuchten im Kreise Heidelberg wird ein Tierzuchtausflug ins Hinterwälder- und einen Teil des oberbaöischen Fleckviehzuchtgebietes besondere Anregung bieten. Der Besuch der Mannheimer Milchzentrale A.-G. wird vorbildliche Einrichtungen auf dem Gebiete des Milchabsatzes zeigen. Von industriellen Betrieben ist die Besichtigung der Werke der Heinrich Lanz A.-G. in Mannheim und des Ammoniakwerkes Oppau mit-dem Versuchsgut Limburgerhof der J.G. Farbenindustrie vorgesehen. Uebrigens wird auch an vier Tagen (vom 13. bis 16. Oktober) das Dorfkino hervorragende Lehrfilme vorführen. ^ 25 Zahre im Dienst der Handwerker' veweaung Am 1. Oktober feierte der bisherige Geschäftsführer des Bad. Handwerkskammertages, Syndikus Carl Hauser, der nunmehr als Leiter des neugegrünöeten Instituts für Handwerkswtrtschaft in Berlin, das aus dem Forschungsinstitut für rationelle Betriebsführung, .dem Institut für Handwerks,virtschaftspolitik und der Arbeitsgemeinschaft für Handwerkskultur gebildet wird, berufen worden ist, das Jubiläum seiner 23jährigen Tätigkeit in der Hanöwerker- bewegung. In Anerkennung seiner im Interesse der Handwerksförderung geleisteten Dienste fand zu Ehren des Jubilars eine Feier statt, bei welcher er zum Ehrenmitglied der Handwerkskammer Mannheim, deren Geschäftsführung er 18 Jahre inne hatte, ernant wurde. Die vier badischen Handwerkskammern widmeten eine künstlerische Ehrcnkunde, der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag überreichte den für verdiente Führer des deutschen Handwerks gestifteten Ehrenring, die Arbeitsgemeinschaft für Handwerkskultur einen Lorbeerkranz und der Landesverband Badischer Gewerbe- und Handwerkervereinigungen die Ehrenplakette. Die Geschäftsführung des Badischen Handwerkskammertages wird, wie dies ehemals der Fall war, wieder in die Hände der Handwerkskammer Mannheim als Vorortskammer zurückverlegt; die Schriftleitung der Zeitung „Das Badische Handwerk" übernimmt der Geschäftsführer der Handwerkskammer Karlsruhe, Direktor Enöres. Kommunistische Uuterschlaguuge« i« Mannheim. Mannheim, 5. Okt. Das linkskommunistische Organ, der „Volkswille", beschuldigt den kommunistischen Reichstagsabgeordneten Paul Schreck in Mannheim, der im Wahlkreis Baden gewählt ist, Gelder für sich verwandt zu haben, die der Roten Hilfe zugeführt werden sollten. Es waren durch Sammlungen aufgebrachte Gelder, von denen Schreck nur einen Teil abgeltefert haben soll. Weiter habe er Unterschlagungen durch einen Parteifunktionär geduldet. Fortführung -es Baus der Renchtalhahn. Oberkirch, 5. Okt. Der Weiterbau des Baus der Rench- talbahn von Bad Peterstal nach Griesbach macht rasche Fortschritte. Der Bahnhof in Griesbach ist schon völlig planiert. Das Stationsgebäude ist im Rohbau nahezu fertiggestellt Nach der heutigen Lage darf man bestimmt damit rechnen, daß, wenn die Gelder weiterhin zur Verfügung stehen, die Erdarbeiten bis Herbst 1920 beendet sind und die Eröffnung im Frühjahr 1930 stattfinden kann. Aus Nah und Fern. * Sinsheim, 5. OKI. (Rotkreuztag 1928.) Im größten Teil des Reiches wird am 7. Oktober ein Rotkreuztag abgehaltcn. Jedes Jahr einmal versammelt das deutsche Rote Kreuz seine Vereine, Schwestern, Sanitätsmänner und die Hunderttausende von Mittarbeitern und Mitgliedern zu einer gemeinsamen Kundgebung für das Wesen und die Arbeit des Roten Kreuzes. Der Rotkrcuztag, der in allen Ländern, in denen Rotkreuzgescllschaften bestehen, ein Ausdruck der Volkszugehörigkeit zu dem Hilfswerk des Roten Kreuzes geworden ist, soll auch in Deutschland den Rot- kreuzgedanken als einen Gedanken vorurteilsloser Nächstenliebe in die weitesten Kreise tragen. Die kommende Rote-Kreuz-Woche wird allen Freunden einer im besten Sinn gemeinnützigen Sache Gelegenheit geben, für die helfende Hmnd die spendende Hand bereitwillig zu öffnen. Frauenverein und Sanitätskolonne bedürfen reichlich bemessener Spenden. Auch die Nächstenhilfe muß im erhöhten Umsatz mitmachen können. Das sollen wir am nächsten Sonntag und in der nachfolgenden Woche opferfreudig bedenken. Sinsheim, 5. Okt. (Frci-Haus-Lieferung der Reichsbahn.) Die Oeffentlichkeit wird von der Reichsbahn mit dem Plan überrascht, die Eisenbahngüter künftig „frei Haus" zu befördern. Diese Maßnahme soll zunächst versuchsweise in den Reichsbahn-' direktionsbezirken Halle, Dresden und Berlin eingerichtet werden. Offensichtlich ist damit der Zweck verbunden, der scharfen Konkurrenz des Lastkraftwagenverkehrs entgegenzutreten. — Wie bekannt wird, hat sich bereits die Mehrzahl der Spediteure gegen den Plan gewandt. Zweifellos wird der Anrolltarif der Reichsbahn auf die Gebührensätze der Privatspediteure nicht ohne Einfluß bleiben. Die Entscheidung, ob der Versuch der Reichsbahn durchgeführt wird, soll in den nächsten Tagen in Berlin fallen. * Sinsheim, 5. Okt. (Fallende Blätter.) Das sich immer mehr verfärbende Laub gemahnt uns mit aller Deutlichkeit daran, daß wir mitten im Herbst stehen. Messinggelb, kupferrot und bronze- braun leuchten sie Bäume auf und langsam rieselt Blatt auf Blatt zu Boven. Die feuchten und kalten Herbstnächte werden wohl auch nicht mehr lange aus sich warten lassen uns das Nebelmeer, das an manchen Tagen in der frühen Morgenstunde über Felder und Wiesen sich lagert, deuten an, daß es mit der Jahreszeit immer stärker bergab geht. Dem aufmerksamen Beobachter der Natur wird es aber nicht entgehen, daß noch eine reiche Pracht von Blumen auf Anger und Acker zu sehen ist. Die Matten im< Tau sind mit der Herbstzeitlose in ihrem wunderbar schönen lila Blütenschmuck geziert. Manche Wiesen erinnern an ein blühendes Krokusfeld im Lenz, wo jetzt blaue Kelche aus dem Boden leuchten. Die Silberdisteln beleben in anmutiger Weife die Berghalde und die Wacholderbüfche, die Schlehdornhecken mit ihren blauen Beeren und die Heckenrosen mit den roten Hagebutten sowie die Vogelbeersträucher mit den roten Korallcntrauben vereinigen sich zu einer Buntheit, wie sie nur per Herbst hervvrzuzau- bern vermag. * Sinsheim, 4. Okt. (Eine begrüßenswerte Anorünung einer Schulbehörde.) Die stetige Zunahme der Fahrräder und des damit verbundenen Wachsens der Berkehrsunsicherheit veranlaßte die Leitungen der Offenburger Schulen zu folgenden Anordnungen: Auf dem Wege zur Schule darf ein Fahrrad nur benutzen, wer zum Schulweg zu Fuß mehr als fünfzehn Minuten braucht. Es ist jedem Schüler, der seine Wohnung hier in Offenburg hat. gesagt, ob er zum Schulweg ein Rav benutzen darf oder nicht. Die auswärtigen Schüler dürfen ein Rad nur dann benutzen, wenn sie nicht ausschließlich die Eisenbahn benützen. Es ist den Schülern untersagt, zwecklos mit dem Rade in den Straßen der Stadt auf und ab zu fahren. Die Eltern find gebeten worden, die Schulen bei der Durchführung dieser Maßregeln dadurch zu unterstützen, daß sie auch ihrerseits ihren Kindern das zwecklose Umherradeln verbieten. Rohrbach b. S., 5. Okt. (Jubiläum.) In diesen Tagen kann Herr Pfarrer Hermann Ncrbel in Rohrbach b. S. das Jubiläum der 25 jährigen Zugehörigkeit zur Ev. prot. Landeskirche Badens als deren treuer Diener feiern. Der Jubilar ist am 22. Febr. 1880 in Mosbach geboren und wurde im Herbst 1903 unter die evang. bad. Pfarrkandidaten ausgenommen. Er war als Vikar bezw. Pfarrverwalter uno Pastorationsgeistlicher tätig in Scheff- lenz, Brötzingen, Gonoelsheim, Emmendingen und Meßkirch. 1922 erhielt er die Pfarrstelle in Haag. Seit 1920 wirkt er in Rohrbach b. S. und versieht dazu das Filial Steinsfurt. Herr Pfarrer Nerbel genießt bei seinen Amtsbrüoern wegen seiner Wissenschaft!, theologischen Arbeiten einen guten Ruf, desgleichen als Dirigent eines Kirchenchors und Geigenspieler. Wer ihn kennt, liebt ihn in gleicher Weise als Seelsorger, wie als Mensch. Möge er noch weiterhin wie bisher als vorbildlicher Geistlicher an der Seite der verehrungswürdigen Pfarrfrau zum Segen der Gemeinde wirken! x Kirchardt, 5. Okt. (Bestätigt.) Die von der Fürst!. Lei- ningenschen Standesherrschast erfolgte Ernennung des Pfarrver- walters Theodor Pfefferle zum Pfarrer in Kirchardt wurde vom Oberkirchenrat bestätigt. K Richen, 5. Okt. (Ernennung.) Herr Pfarrer Friedrich Dörr in Richen wurde zum Kirchenrat ernannt. x Aus dem Amtsbezirk, 4. Okt. (Betrügerischer Zeitschristenagent). Ein gewisser Camill Haag bereist zurzeit Mittelbaden und gibt sich bei Austrägern der Zeitschrift „Sonntag" als Vertreter der Firma Kraus in Karlsruhe aus. Von den Austrägern verlangt er Einsicht in ihre Kartei und läßt sich die Abonnenten nennen bezw. zu ihnen führen und verlangt für die zu liefernde Zeitschrift^ eine vierteljährliche Vorauszahlung, diese verwendet er für seine Zwecke. Das Badische Landespolizeiamt warnt vor dem Betrüger und ersucht, bei Austauchen die Polizei oder Gendarmerie zu verständigen. x Aus dem Amtsbezirk, 4. Okt. (Angabe der Leistungen in den Arztrechnungen.) Die Frage, ob ein Arzt auf Antrag des Zahlungspflichtigen gehalten ist, in feiner Gebührenrechnung die ausgeführten Leistungen anzugeben, ist, wie das „Aerztliche Pereins- blatt" mitteilt, durch eine neuerliche Entscheidung bejaht worden. In den Entscheidungsgründen wird ausgeführt, daß in der Privatpraxis bei ärztlichen Dienstleistungen in der Regel eine Vereinbarung über die Höhe der Vergütung nicht getroffen werde. Wenn über die Höhe der Arztkosten nichts vereinbart ist, dann käme die übliche Vergütung in Betracht. Der Kranke müsse aber Gelegenheit haben, zu ermitteln, ob der Arzt bei seiner Forderung nicht die üblichen Sätze überschreite. Eine Einzelaufstellung der Leistungen in der Rechnung sei daher notwendig. Weiter sei in Betracht zu ziehen, daß allgemein eine Vergütung efft dann gegeben werde« müsse, wenn die versprochenen Dienste geleistet sind. Der Zahlungspflichtige müsse also erfahren, welche Dienste geleistet worden sind, d. h. welche Verrichtungen der Arzt vorgenommen hat. Schon nach der allgemeinen Vorschrift des Paragraph 242 B.G.B., wonach der Leistungspflichtige die Leistungen so zu bewirken hat, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern, könne der Arzt--ebenso wie ein Kaufmann seine Vergütung erst beanspruchen, wenn er durch die Angabe der Leistungen in der Rechnung eine Nachprüfung seiner Forderungen ermöglicht hat. = Aglasterhausen, 4. Okt. (Verschiedenes.). Für den nach Lahr versetzten Iustizrat Hauser wurde Iustizrat Dr. Bartholome von Wiesloch, ein geborener Heioelberger, angewiesen. Er hat seinen Dienst bereits angetreten. — Zurzeit wird die Hauptstraße aufgegraben und die Fernleitung durch Kabel unterirdisch gelegt. Sobald diese Arbeit beendigt ist, wird die Teerung der Haupt- und Bahnhosstraße in Angriff genommen. Geräte und Maschinen hierzu sind schon eingetroffen. Hoffentlich wird die lässige Staubentwicklung dadurch abnehmen. --- Sulzfeld, 4. Okt. (Vom Weinbau.) Nach der Statistik der großen Reichszählung von 1925 zählt der Bezirk Breiten 397 Hektar Rebland, Sulzseld besitzt hiervon mit seinen 162 Hektar allein beinahe die Hälfte, nimmt also eine hervorragende Stellung im Weinbau ein. Bon den Sulzfeld benachbarten Orten haben Kürnbach 72 Hektar und Zaisenhausen 31 Hektar, wie man sieht ist also das Brettener Weinland ziemlich lokalisiert, denn auch die anderen Gemeinden mit bedeutenderem Rebland wie Bahnbrücken mit 36 Hektar und Gochsheim mit 22 Hektar gehören noch in die Umgebung von Sulzfeld. = ■ Langenbrücken, 4. Okt. (Der Herhstbeginn) wurde hier nach Beschluß einer Gemeindeversammlung auf Donnerstag, den II. Oktober festgesetzt. Weinberge, die durch ihre Lage besonders dem Dogelfraße ausgesetzt sind, können mit Genehmigung des Bürgermeisteramtes früher geherbstet werden. = Friedrichsfeld, 4. Okt. (Das törichte Spiel mit Pistolen) hat hier wieder ein Opfer gefordert. Auf dem Weg zur Arbeitsstätte zeigte der Schneiderlehrling Münch seinem Freunde, dem Schusterlehrling Lorenz Laborgne, eine Flobettpistole. Dabei ging ein Schuß los und die Kugel traf Laborgne direkt ins Herz. Der junge Mann war sofort tot. Münch wurde in Haft genommen. ** Mannheim, 5. Okt. (Ein Feuerwehrmann verunglückt.) Ein Möbelwagengespann der „Helvetia" bekam auf der Neckarbrücke Motordefekt. Die herbetgerufene Feuerwehr nahm das Gespann in Schlepptau. Die Stahltrofle wurde von einem Wehrmaun bewacht; er stolperte, geriet unter das linke Vorderrad des Möbelwagens und wurde bedenklich verletzt. ** tzriedrichsfeld bei Schwetzingen, 3. Okt. (Ein Knabe erschoffen.) Gestern früh zielte der 15jährige Schneiöerlehr- ling Münch mit einer Schußwaffe von der Wohnung seines Meisters aus im Scherz auf ein Mädchen, das zur Seite sprang. Im gleichen Augenblick kam der 15jährige Schusterlehrling Labortne heran, der von dem Schutz tödlich getroffen wurde. Ter Täter wurde festgenommen. ** Sulzbach (Sei Heidelberg), 5. Oktober. (Schadenfeuer.) In dem Haus des Landwirts August Löser brach ei» Brand aus, dem das ganze erst vor drei Jahren erbaute Anwesen zum Opfer fiel; auch die gesamten Erntevorräte wurden ein Raub der Flammen. Das Vieh konnte gerettet werden. Der Eigentümer ist nur ungenügend versichert. ** Rotenburg bet Wiesloch, 5. Okt. (Zusammenstoß.) Ei» Arbeiter aus Oestringen wollte Müsse auflese« und hatte zu diesem Zwecke sein Rad an der Straße liegen lassen. Als nun ein zweiter Arbeiter an dieser gefährlichen Straßenecke vorbeifuhr, prallte er mit voller Wucht auf den Oestringer Arbeiter, der sein Rad heranziehen wollte, und. verletzte ihn so erheblich, daß'er ins Heidelberger Krankenhaus überführt werden mußte. □ Hiigelsheim, 3. Oktober. Besonderes Glück hatte am letzten Sonntag der Landwirt und Gemeinderat Joseph D i e b o l d, indem ihm eine Kuh drei gesunde und muntere Kälber zur Welt brachte. ** Kehl, 5. Okt. (Festnahme eines steckbrieflich Ver- folgten.) An der deutschen Paßstelle an der Rheinbrücke konnte ein vom Elsaß herübcrgekommener Deutscher festgehalten werden, der von verschiedenen deutschen Gerichtsbehörden wegen mehrerer Vergehen steckbrieflich verfolgt wurde. Einer Bilderdiebstahlsgeschichte in Baden-Baden Nr. 233. Jahrgang 1928. Freitag» den 5. Oktober 1928. wegen, war er vor Jahren flüchtig gegangen. Er wurde festgenommen und ins Amtsgefängnis eingeliefert. ** Singen, 5. Okt. (©in weiteres Musterhofgut.) Fabrikbesitzer ten Brink in Arlen hat, nach Ablauf des bisherigen Pachtverhältniffes des Pächters Zimmermann von Steißlingen, von Graf Touglas-Langenstein den Mägdebergerhof, gleich dem Hittisheimerhof bei Worblingen, ein Mustergut errichten und sich hauptsächlich dem Futterbau und der Milchwirtschaft zuwenden. Herr ten Brink ist nicht der einzige Großindustrielle, der sich mit der Landwirtschaft in neuer Richtung befaßt. Ter Schloßpächter auf Hohenfriedingen, Tr. von Curtius, hat in der Landwirtschaft, besonders der Milchwirtschaft und dem Rebbau tonangebende Neuerungen geschaffen. ** Singen, 5. Okt. (Neugründung.) Unter der Firma Süddeutsche Wollwerke G. m. b. H. hat sich hier im Schnaid- holz ein Unternehmen gegründet, das zum Gegenstand die Herstellung und den Vertrieb von Textilwaren aller Art hat. Das Stammkapital beträgt 20 009 Mk. Geschäftsführer sind die Herren Ingenieur Ernst Wiedermann und Kaufmann Siegfried Guttmann in Singen. ** Meßkirch, 5. Okt. (Schwerer Unglücksfall.) Ter 60- jährige Landwirt Oßwald stieg auf den Heuboden, um einen Treibriemen auf den Motor aufzulegen. Dabei fiel er aus unerklärlicher Ursache aus vier Metern Höhe auf die Tenne. Er erlitt einen schweren Schädelbruch und starke Wirbel- säulenvcrstauchungen. Sein Zustand ist bedenklich. Hannover, 3. Okt. (Ein Denkmal für den größten Lügner.) Das an der Weser gelegene Städtchen Bodenwerder will seinem Sohne, dem durch seine ungeheuren Lügcngeschichten in der ganzen Welt berühmten und berüchtigten Münchhausen, ein Denkmal errichten. Das Denkmal soll in dem Berggarten Münchhausens, wo der Lügenbaron seinem Freundeskreise die phantastischen Geschichten erzählte, Aufstellung finden. Es wird Münchhausen aus feinem Pferde mit dem abgeschlagenen Hinterteil darstellen. Schwerer Autounfall bei Urloffen. Appenweier, 4. Oktober. Gestern abend %9 Uhr wurden die Herren Oberwachtmeister S e i f r i e d von hier und Ft- »anzassistent S t a i b von Offenburg von einem aus Appenweier kommenden Personenauto zwischen Appenweier— Zimmern (Urloffen) angefahren und schwer verletzt. Staib wurde nach dem Krankenhaus in Offenburg verbracht, wo er alsbald verstorben ist, während sein Mitverletzter, der Oberwachtmeister, dort noch schwer darniederliegt. Eine Fra« totgefahreu. Bietigheim, 4. Okt. Gestern abend 7 Uhr wurde die verheiratete 60 Jahre alte Landwirtsehefrau Regina Ganter von hier von einem Motorradfahrer überfahren. Sie erlitt so schwere Verletzungen, daß sie nach etwa V* Stunde in ihrer Wohnung verschied. Der Motorradfahrer Herm. En- derlc aus Durmersheim, ein lediger 19jähriger Bursche, ist angeblich ohne Licht gefahren und mit der Frau zusammen, gestoßen. Er wurde mit seinem Mitfahrer Franz Koffler, ebenfalls aus Durmersheim, festgenommen. Die Opfer des Eisenbahnunglücks in Kaiserslautern. Kaiserslautern, 5. Okt. Tie Eltern der beiden schwerverletzten Arbeiter Lackmann und Schwehm wurde» tele- phonisch in das Krankenhaus beschieden. Lackmann, dem der linke Oberschenkel abgeguetscht wurde, schwebt in Lebensgefahr. In Erfenbach wurden unter großer Anteil, nähme der ganzen Bevölkerung die bei dem Eisenbahnun- glüp im Westbahnhof tödlich verunglückten Brüder Bernhard und Walter Koch in einem gemeinsamen Grab beigesetzt. Schwerer Zugunsall bei Vrünn Prag, 6. Okt. Am Donnerstag vormittag stieß in der Station Nedwcditz bei Vrünn auf der Lokalbahnstrecke Brünn—Deutschbrod ein Personenzug auf einen Güterzug. Hierbei wurde ein Reisender schwer und drei weitere leicht verletzt. Zwei Güterwagen wurden erheblich beschädigt. Der Verkehr war 40 Minuten unterbrochen. Der Personenzug konnte dann seine Fahrt sortsetzen. Eine Untersuchung ist eingelcitet. Eine mutige Amerikanerin. In Newyork hat sich dieser Tage eine Frau Aimee Mac Pherson nach England eingeschifft, mit der ausdrücklichen _ D« Laaddole * Stos hetme , Seit« ,. Absicht, die nach ihrer Meinung gegenwärtig vefonoers vom Teufel heimgesuchten britischen Inseln zu erlösen. Frau Mac Pherson rühmt sich nämlich besonderer Beziehungen zum Höllenfürsten, sie hat sich selbst als »persönliche Feindin des Teufels" proklamiert. So gerüstet wie sie eine „Tournee" durch England, Schottland und Irland unternehmen, und sie rechnet, wie in den amerikanischen Zeitungen zu lesen ist, damit in zwei Monaten mindestens 25 000 Menschen aus den Klauen des Teufels befreien zu können. Wie man sich in der Hölle zu dieser amerikanischen Kriegserklärung stellt, ist noch nicht bekannt. Der Wettlanf mit dem Monde. Vielleicht erinnert sich mancher von uns von der Schulzeit her noch des humorvollen Bürgerschen Gedichtes „Der Kaiser und der Abt", in dem ein pfiffiger Schäfer dem Potentaten auf seine Frage, tn welcher Zeit er die Erde umkreisen könne, den Rat gibt, morgens früh mit der Sonne aufzustehen und sie stets im gleichen Tempo zu begleiten, so sei „in zweimal zwölf Stunden alles getan". An diesen artigen Scherz muß man unwillkürlich denken, wenn ma» oen Bericht verfolgt, oen zwer unierneymenoe funge Amerns kaner namens John Henry Mears und G. B. D. Collyer aus Newyork von ihrer kürzlich beendeten Reise um die Welt geben. Das Originelle dabei ist nämlich, daß diese Erdumkreisung im Wettlauf mit dem — Monde erfolgte und daß der „Rekord" des Mondes dabei gebrochen wurde. — Der Mond umkreist die Erde in 27 Tagen und 8 Stunden,- seine beiden Konkurrenten brachten es fertig, die gleiche Strecke in 23 Tagen, 15 Stunden, 21 Minuten und 3 Sekunden zurückzulegen. Damit ist in der Geschichte der Erdumsegelungen ein neuer Rekord aufgestellt, denn die kürzeste Zeit, die ehrgeizige Sportsleute bisher dazu gebraucht hatten, waren 28 Tage, 14 Stunden, 36 Minuten und 5 Sekunden. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß die erste uns bekannte Erdumsegelung durch Magellan drei Jahre dauerte, nämlich von 1519 bis 1522, so wird der ungeheure technische Fortschritt klar, dessen wir uns jetzt erfreuen dürfen. Jules Vernes kühne Phantasie aus dem Jahre 1872» die seinen „Phileas Fogg" die Erde in 80 Tagen umkreisen ließ, wurde in dem Jahre 1898. nicht nur Wirklichkeit, sondern sogar übertroffen (bzw. unterboten), und zwar war eS eine Frau, eine exzentrische Milliardärin namens Nellie Bly, die damals mit ihrer Dampfyacht die Fahrt in 72 Tagen, 6 Stunden und 11 Minuten zurücklegte. Dieser Rekord blieb 14 Jahre unangetastet, bis es im Jahre 1903 dem Engländer Henry Frederick gelang, ihn auf 54 Tage und 7 Stunden herabzudrücken. Mit der Vervollkommnung der Flug- zeugtechntk ist nun eine neue Aera in der Geschichte der Weltumsegelungen angebrochen, und wenn es erst gelingt, die ganze Strecke im Flugzeug zurückzulegen, darf man auf neue überraschende Ergebnisie rechnen. Bereits bei dieser Fahrt haben die beiden Weltreisenden den größten Teil der Entfernung im Flugzeug zurückgelegt, nämlich 11190 eng- lisch« Meilen gegen 8535 englische Meilen mit anderen Ver- feߣgm^i|In. ungewaschene» Trauben esse«! Ein Fall, der zur Warnung dient, hat sich in Gumbsheim (Rheinheffen) ereignet. Das 8jährige Söhnchen des Bahnbeamten Adam Schmitt, das vor mehreren Tagen nicht gewaschene Trauben aß, ist gestorben. Auch das 6jährige Töchterchen des Zimmer mann Beck aß von diesen. Beide Kinder wurden darauf schwer krrnk. Während das Mädchen gerettet.werden kennte, ist der Junae gestorben. Radio - Program« für Freitag, den 5. Oktober: Breslau. 20.30 Uhr: Symphoniekonzert. Frankfurt. 6.30 Uhr: Dr. Laven: Gymnastische Hebungen, 15.05 Uhr: Zugenvstunde. 20.00 Uhr: Meisterkonzert, Erica Morini; Uedertragung aus Stuttgart. Darauf: Spätkonz, aus Kassel. Hamburg. 20.00 Uhr: Klavierkonzert (Hannover.) Anschl. Konzert aus dem Restaurant Ostermann. Köln und Laugenberg. 20.05 Uhr: „Die verkaufte Braut". Darauf bis 24.00 Uhr: Tanzmusik. Königsberg. 22.00—23.30 Uhr: Leichte Unterhattungsmusik. Königswufirrhausen. 20.00 Uhr: Abendunterhaltung. 21.00 Uhr: , Franz Schubert. 21.30 Uhr: Loewe-Balladen. Leipzig. 20.00 Uhr: Schlagerstunde. 21.00 Uhr: Kammermusik. 22.15 Uhr: Tanz- und Unterhaltungsmusik. München. Kaiserslautern. 11.20 Uhr: Schallplattenkonzert. 12.55 Uhr: Konzert des Zithervirtuosen Willi Schweizer. 16.00 Uhr: Teekonzert. 20.00 Uhr: Abend Konzert. Stuttgart. 12.30 und 13.00 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 20.00 Uhr: Meisterkonzett Erica Morini. Wien. 20.05 Uhr: Klänge aus der galanten Zeit. Daventry Experimental. 20.00 Uhr: Promenadenkonzert. Toulouse. 20.30 Uhr: Fragmente aus Opern von Bersi. 21.00 Uhr: Glockenspiel. Anschl. Tanzmusik. Mailand. 20.50 Uhr: Symphoniekonzert. Barcelona. 21.20 Uhr: Qrchesterkonzert. Bahnhofstr.23 Radio-Hüuser Heidelberg Telefon 4109 Modernste Rundfunk—Änlaaen—Versand sämtlicher Zubehörteile nach alle» Orte». - Bertretervesuch u. Vorführung unverbindlich. Radio-Literatur, Programm-Zeilschristen bei 3. Doll, Buchhdlg.. Sinsheim Turnen, Sport und Spiel. Drrbandsfpirl. Sinsheim — Stelnsfurt. Am Sonntag treffen sich auf dem hiesigen Fußballplatz zum fälligen Berbandsspiel obige Vereine. Steinsfurt. das am letzten Sonntag gegen Meckesheim gewann, wird alles daran setzen, auch oieses Spiel zu gewinnen und man muß ihnen unstreitig die größeren Siegesaussichten einräumen, da sie die bessere und wuchtige Hintermannschaft besitzen. Auch für Sinsheim sind die Aussichten nicht schlecht, wenn die Elf den nötigen Kampfgeist und Siegeswille mitbringt, besonders muß der Sturm einheitlicher und geschlossener spielen als wie am letzten Sonntag und darf sich mit' Einzelspiel nicht befassen, wenn die gesamte Mannschaft auf Sieg eingestellt ist und wenn man den Vorteil des eigenen Platzes einrechnet, dann muß auch Sinsheim der große Wurf gelingen. Gewiß wird es ein ebenso spannender, wie hartnäckiger Kampf werden, hoffentlich bemühen sich beide Mannschaften die Grenzen der Erlaubten nicht zu überschreiten und liefern sich gegenseitig ein anständiges und faires Spiel. Neueste amtliche Kurfe mltgeteilt von der Bereinsbank, e. G. m. b. H. Sinsheim, vom 5. Oktlcker 1928. Anleihe»: tn 0 Io Ablöfungsschuld mit «uslosnngSfchetn • . 5a ,20 ohne Auslofungsfchetn . . 16.55 Bankaktie tn °/° Bad. Bank . . . . 18 * Darmstädter- und Natioualbanl 285,60 Deutsche Bank .... 169,50 Deutsche Bereinsbank , 10i Dresdner Bank .... 171,75 Mitteldeutsche Lredttbanl < . 290 RetchSvank . . . . SV« Rhein. CredUbank . . . irs Südd. DtSeonto «es. . . . 135 Tementwerk Heidelberg . .137 Daimler Motoren . . . S«,50 Dtfch. Bold-un Silberscheide. 214,50 Elektr. Licht und «rast . . 23, Smaill.und Stanzwerk Ullrich . — Farbentnduftrie . . . M3,5I Eritzner Maschinen Durlach . 13$ Karlsruher Maschinen . , — Knorr Heilbronn . . .147 Mainkraftwerke Höchst . , 120% Reckarsulmer Fahrzeugwerk« . 35% Schmiert Elektr. Nürnberg . 214 SeUtnduftrte Wolfs . . . «7,°0 Südd. Zucker . . >48,2? Zellstoff Waldhof Stamaktiru . 298,25 Aktien deutscher Becktaerks« Aktien tn 0/0 Harpener Bergbau — Kali Westeregel. 309,5* ManneSmanuröhrenwerke. >32 MauSfelder Bergb. u.Hüttenw 115,50 Oberschl. Eifenb. Bedarf > — Phönix Bergbau u.Hüttenbetrteb 94,50 Salzwerl Hetlbeonu . . .2*3 vereinigte Königs- Laurahütt« — Aktien indnstr. AnieenetzMnngen: tn o/o Allg. Eleltr. Stammaktien. . 190,95 Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad. MaschMen Durlach . . 167,5° A»a»»»Oeta»ftalte»: mburg. Amerit. Paketfahrt delberg. Strasten-u.Ber-baha orddentfcher Lloyd . . in «», >59,25 152 Seoifea: Geld Brie' Rew-Uork 1 Dollar 4 1948 4,30*8 London 1 Pfund 20.344 20,384 Holland 1 V 0 Euldeo 188.18 188,5» Schweiz 100 Francs 80,74 8080 Wien >00 Schilling 59.03 52 15 Parts 100 Franc > 6.393 18.438 Italien 100 Lire 21,938 21.978 Wetterbericht. Karlsruhe, 4. Okt. Der Hochdruck ist ostwärts über Deutschland gewandert, wobei das heitere Wetter im größten Teil des Reiches weiter andauert. Ueber unserem Gebiete hat sich infolge einer wärmeren Höherströmung eine Wolkendecke eingestellt, die sich aber bald wieder auflösen wird. Der kräftig entwickelte Sturmwirbel über dem Ozean beschränkt feinen Einfluß auf die britischen Inseln, unter Fortbewegung in nordöstlicher Richtung. Nach Lage der beiden Hochdruckzentrcn ist mit heiterem, mildem Herbstwetter zn rechnen. Baumwoll-Waren! Auch diese, nach vollzogener Umstellung bedeutend vergrSfierte Abteilung, leistet während der Propaganda - Verkaufstage ganz Außergewöhnliches. Bitte überzeugen Sie sich selbst von der Güte unserer Qualitäten trotz der billigen Preise. 36^ 584 884 584 954 Hemdentuch Si&ZZI 1 - Dam ca 80 cm breit, ffir elegante nein mdUbU Leibwäsche . Meter I Sham ca 80 cm breit, starkfädige Qualität Llnun . Meter Croise-Finette *»> Bettdamast gestr . ei "’ , £Ute «“"“„Wer gute Strapazier- 1 Ofl Meter gute grob- A JE fädige Ware Meter Rohnessel . cm , brdt - k Ä 884 Schürzen-Stoffe “ h5 ^ in 884 Sportflanell f$£££ Hemden und 4 g^ Bettuchbiber Ut cmbreiu gate 1.35 Gerstenk. Handtuch s i 354 Haustuch quaH® brdt ’ Halbleinen ca 150 ” brelt Küchenhandtuch Wischtuch grau gestreift . Stück Gerstenk.-Handtuch ZT karriert. . 6 Stück Gläsertuch“ . stick35 ; weiß und mit farbig. 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