tüglich Ausnahm« ker Feiertag« Be-u-r-Pret,: i diePost bezogen und durch jriesträaer und unser« Austräger frei ins Laus ««natlich Goldmart 1.60 Gar Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. H» Fällen von höherer Gewalt »rsteht kein Anspruch auf Liefer- ma§ der Zeitung oder auf Rüch zahlung des Bezugspreises. GeschäftszeiUk bi« 5 Uhr Sonntags geschloffen. Wmnsprech» Anschluß Nr. 4«a Postscheck-Konto Gartrnch« Nr. «v» Der lLanöbote Änslreimer General-Änzeiger für das Zeitung enz'und §ckrwarzbactrtal Heltell» unct verbreitetst« Leitung ctieser Gegencl. h»upt-Hn)«g«z-LUttt WMxatl. MU}«t St« Bttdi h di* Ulelt • DU Bronnenlttib» » Hu (Um R«Ub d«r (Dod* • HttttUr f6r Qm»- «. Cud«M(fa*It An»arge«.Pretf«: Anzeige«: Die 33 mm dretM Millimeter-Zeile 6 Goldptg. Reklamen: Die 92 mm dreiS» Millimeter-Zeile 20 Goldptg. Grundschrift im Anzeigen- und Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffest« Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rech- uungsdatum oder bei gerichtlich« Betreibung erlischt. Anzeigen-Annahme bis 8 llhe vormittags; größer« Anzeige« müssen am Tage vorher «ch- gegeben werden. Bank-Konto Derrinsbaak Eiuoheim «.G.M.H.L. M 254. Dienstag, den 30. Oktober 1928. 89. Jahrgang Graf Zeppelin" auf dem Nückflug. Das Luftschiff fliegt Dampferkurs. — Durchschnittsgeschwinbigkeit von 120-160 Stundenkilometer. — Günstige Wetterverhältniffe. L a? eh urst, 29. Ökt. sDrahtbericht.) Um 1.58 Uhr <7.58 M.E.Z.) ist „Graf Zeppelin" zu seinem Rückflug gestartet, nachdem er um 7.25 Uhr die Halle verlassen und die Passagiere an Bord gegangen waren. Zu dem Start des Luftschiffes ist noch ergänzend zu berichten, daß es zunächst einige hundert Meter ins Freie gebracht wurde, dann wurden die Motore angelafsen und das Luftschiff stieg unter den Hochrufen der Menge empor. „Gras Zeppelin" umkreiste dann die Halle und verschwand bald darauf in nordöstlicher Richtung. Die Vorbereitungen zum Start Lakehurst, 30. Okt. Im Luftschiffhafen von Lakehurst herrschte von Sonntagmittag an reges Leben. Tausende von Besuchern hatten sich eingefunden. Gegen Abend waren die Vorbereitungen zum Start des „Graf Zeppelin" beendet. Um diese Zeit hatten sich auch die Passagiere vollzählig eingefunden. Dr. E ck e n e r begab sich zu Kapitän Jackson, um ihm für die freundliche Aufnahme in Lakehurst zu danken. In der Zwischenzeit wurde das Gepäck und die Post an Bord des Luftschiffes gebracht. Die Nacht war mondklar. Es herrscht leichter Wind bei kühlem Wetter. Ueber dem Ozean liegt- ein Hochdruckgebiet, so daß das Luftschiff günstige Flugverhältniffe vorfinden dürfte. Die Führung des „Gras Zeppelin" beabsichtigt, die Route der Ozeandampfer einzuschlagen. In den späten Abendstunden wurde das Treiben in der Luftschiffhalle immer geschäftiger. Die Offiziere eilten herum, die letzten Befehle zu erteilen. Dis Paffagiere begannen in den Kabinen Platz zu nehmen. Wiegand und Lady Drummond-Hay fahren nicht wieder zurück. Für die Hearst-Preffe befindet sich diesmal der Journalist Jngrag an Bord. Um 23.30 Uhr (5,30 Uhr MEZ.) begann man die Motore anzuwärmen, um 1 Uhr (7 Uhr) befanden sich sämtliche Passagiere an Bord, unter ihnen als einziger weiblicher Passagier Frau Adam. Um 1.15 Uhr ergriffen die Bedienungsmannschaften am geöffneten Osttor die Seile, um das Luftschiff ins Freie zu ziehen. Das Luftschiff wurde mit dem Schwanzende zuerst herausgebracht. „Graf Zeppelin" hat 27 000 Kubikmeter amerikanisches Blaugas und 12,Tonnen Benzin genommen. Es befinden sich 4« Postsäcke und 341 Pfund Fracht an Bord, darunter einen Ballen Baumwolle, die über Bremen abgeworfen und dort versteigert werden soll. Der Erlös ist für die Besatzung des Luftschiffes bestimmt. Die Radiostation Arlington wird am Montag zwischen 10 und 16 Uhr drei Wetterberichte an „Gras Zeppelin" geben. Akber Rewyork Rewyork» 20. Okt. (Drahtbericht.) „Graf Zeppelin" s-ar um 0.10 Uhr (MEZ) Rewyork überflogen. Zu dem Flug des „Graf Zeppelin" über Neuyork ist ergänzend zu berichten, daß bas Luftschiff -unter dem Geheul der Sirenen von Long Island kommend, zunächst das untere Neuyork überflog. Hierauf wandte es sich der vb-r^r. Stadt zu, um dann den Blicken zu entschwinden. Das Luftschiff bot im hellen Licht der Scheinwerfer einen wundervollen Anblick. Das Festland verlaßen Rach der Ueberfliegung Reuyorks wurde der Zeppelin zuletzt um 10.15 Uhr MEZ. von der Insel Long Island aus gesehen. Das Luftschiff hielt um diese Zeit nordöstlichen Kurs ein, was die Annahme bestätigt, daß es de« Dampferkurs beibehalten wird. Kurz nach der Abfahrt sandte Eckener von Bord des Graf Zeppelin" an Cooliüge und die Marinebehöröen Telegramme, in denen er sich für die Aufnahme in Amerika und für die von der amerikanischen Marine geleistete Hilfe herzlich bedankt. Der Zeppelin wird während des ersten Teiles seiner Fahrt die Wetternachrichten von der Funkstation in Lakehurst erhalten. An Bord des Zeppelin befinden sich, wie jetzt ergänzend mitgeteilt wird, insgesamt 23 Paffagiere. Bis zum letzten Augenblick wurde Eckener mit Angeboten von Leuten überhäuft, die mitfliegen wollten. Trotzdem ihm hierfür zum Teil außergewöhnlich hohe Summen geboten wurden, lehnte er dies jedoch ab, da das Luftschiff diesmal stärker belastet zu sein scheint, als dies bei der Ost- Westüberquerung der Fall war. Den Ozean erreicht „Graf Zeppelin" behielt weiter feine« bisherige« Nord» ost-Knrs bei »nd wurde n« 12.45 Uhr M.E.Z. vor Chatham (Massachusetts) an der Rordspitze von Kap Cod gesichtet. Der Zeppelin hat damit de» Ozean erreicht. Das Luftschiff fliegt jetzt in Richtung Halifax auf Reu-Schottlaud. Von einem Fischdampser gefichiei Nachdem die Funkstation Chatham den Zeppelin zuletzt um 13.15 Uhr M.E.Z. gesichtet hatte, flog dieser ziemlich niedrig auf den Ozean hinaus. Er überflog den Fischdampser „Widgeon" um 13.55 M.EL., der seine Position mit 41 Grad 20 Minuten Noröbreite und 68 Grad 47 Minuten Westlänge angab. Der Zeppelin schlägt offenbar den sogenannten „Linbberg-Kurs" ein, d. h. er wird an Reuschottlanb, Neufundland und der Sübküst« von Irland südlich vorbeifliegen. Um 14 Uhr MEL. teilte der Zeppelin mit, daß er schnelle und gute Fahrt mache. Der Punkt, an dem der Zeppelin gesichtet wurde, liegt etwa 00 Kilometer östlich von Cap Cod. Etwa 720 Kilometer von der amerikanische« Küste. Um 14.33 Uhr M.E.Z. befand sich das Luftschiff „Graf Zeppelin" auf dem 42. Grad Nordbreite und 66,20 Grad Westlänge, was ungefähr einem Standort 720 Kilometer östlich des amerikanischen Festlandes entspricht. Standorlmelbung Um 16.15 Uhr M.E.Z. befand sich das Luftschiff auf 42,26 Grad Nordbreite und 64,15 Westlänge. Aus der Umgebung von St. Johns auf Neufundland wird starker Südwind mit zahlreichen Wolken bei im übrigen klarem Wetter gemeldet. Rückfahrt ln 60 Stunden? Friedrichshafe«, 30. Okt. In hiesigen Luftschiffahrtskreisen ist man aufgrund der vorliegenden ausführlichen Blättermeldungen der Ansicht, daß die Rückfahrt des „Graf Zeppelin" erheblich schneller vonstatten gehen wird als die Hinfahrt. Falls die günstigen Luftströmungen über dem Atlantik anhalten sollten, rechnet man sogar damit, daß die Flugstrecke schon im Laufe des Mittwoch zurückgelegt sein wird, also in etwa 50 bis 60 Stunden. Die Leitung der Luftschiffbau A.-G. hat das Reichspostministertum gebeten, Schritte zu tun, daß eine Ueberlastung der Funkeinrtchtung des Luftschiffe- auf der Rückfahrt vermieden wird. Alle Funkstationen sind daraufhin von dem Reichspostministerium gebeten worden, sich lediglich auf Wettermeldungen zu beschränken und von der Weitergabe aller privaten Nachrichten an das Luftschiff Abstand zu nehmen. Der Maskotte des Zeppelin Zum Start des Zeppelin werben noch einige nicht un- tntereffante Einzelheiten bekannt. Danach waren die Passagiere des Zeppelin bereits vorgestern abend davon unterrichtet worden, daß der Zeppelin in den nächsten Tagen starten werde und hielten sich in der Nähe des Luftschiffes auf. Die Benachrichtigung war jedoch so plötzlich.erfolgt, daß die Passagiere nicht rechtzeitig zu Abend efferi konnten. Da sie (ehr spät in Lakehurst ankamen waren sie daraus angewiesen, sich in der Kantine der großen Halle mit warmen Würstchen und Limonade zu begnügen. Einer der wohlhabenderen Paffagiere, Herr Josef Jeffel aus Rewyork, dem dies nicht patzte, verunglückte, als er mkt seinem Auto in die Umgegend gefahren war, um dort zu Abend zu effen. Zum Glück konnte er aufgefunden werden u. wurde über u. über mit Pflastern bedeckt noch rechtzetttg in die Paffagiergondel gebracht. Das Luftschiff hat diesmal als Mascotte ein chinesisches Palasthündchen mit, das von der Gesellschaft gestiftet wurde, die das Benzol für den Zeppelin geliefert hat. Die Hapag und der Rückflug Hamburg» 30. Oktober. Die Hamburg-Amerika-Linie hat sofort nach Bekanntwerden des Starts des „Graf Zeppelin" ihre in der Nähe der Fluglinie befindlichen Schiffe, darunter die Dampfer „Hamburg", „Deutschland" und „Los Angeles" mit entsprechenden Anweisungen versehen. Der augenblicklich im Hamburger Hasen liegende Hapagdampser „Resolute" ist durch seinen Kurzwellensender in der Lage, die Verbindung mit dem Luftschiff aufzunehmen. Die Funkstation der „Resolute" wird zu diesem Zweck bauernd besetzt sein. Die Anteilnahme Amerikas Rewyork, 30. Oktober. Die Anteilnahme der amerikanischen Oeffentlichkeit am Rückflug des »Graf Zeppelin" ist außerordentlich groß. Die Zeitungen berichten in Extraausgaben seitenlang über die Einzelheiten des Rückfluges. Die Blätter werden den Händlern vom Publikum direkt aus den Händen geriffen. Ei« blinder Paffagier an Bord. Rewyork, 29. Okt. Heute früh um 7 Uhr wurde der erste blinde Passagier in der Lustschiffahrt, der 10 jährige Botenjunge Clären« Trrhnne, an Bord aufgefunden. Terhune hatte sich hinter dem Gepäck verborgen und wurde bei der Revision nicht bemerkt. Er kam erst aus seinem Versteck, nachdem er sicher war, daß «r nicht mehr von Bord gebracht werden konnte. Der Junge wurde von der Schiffsleitung nicht einmal unfreundlich empfangen, sondern in Anerkennung seiner sportlichen Leistung herzlich begrüßt. Er wurde mit einem kräftigen Frühstück bewinet. da er, well er sich solange hatte verborgen halten müssen, vollständig ausgehungert war. Der Junge wird später in die Mannschaft des Schiffes eingereiht werden. Er war bereits früher einmal blinder Passagier; als das Motorschiff „California", das größte amerikanische Motorschiff. seine Jungfernfahrt unternahm. 53 Müsahrende Rewyork, 20. Okt. In ihren Kommentaren über den Rückflug des „Graf Zeppelin" heben die Morgenblätter besonders hervor, daß die einzige Frau, die sich diesmal an Bord befindet, Frau Clara Adams aus Tannersville in Pennsylvania ist, da Lady Drummont-Hay auf den Rückflug verzichtet hat, um in Amerika zu bleiben und hier einen Film zu drehen. An Bord des „Graf Zeppelin" befinden sich außer der Mannschaft von 80 Personen 23 Paffagiere, die sich aus Industriellen, Luftfahrtspezialisten und Journalisten zusam- mensetzen. Ziel der Rückfahrt: Friedrichshasen Berlin, 29. Okt. Wie Dr. Dürr auf Anfrage mitteilt, ist damit zu rechnen, daß bas Luftschiff zunächst nach Friedrichshafen fährt und erst später den augekünöigten Besuch in Berlin abstattet, bei dem es am Ankermast in Staaken an- legen wird. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten scheint der „Graf Zeppelin" bereits günstigen Wind zu haben und gute Zeit zu machen. Sollte Dr. Eckener auf der nördlichen Route bleiben, also dann über Irland Heruntersteuern, so würde der Kurs über Deutschland wahrscheinlich rhein- aufwärts gehen. Regen und Hagel auf der Flugstrecke Hamburg, So. Okt. lieber die Wetterlage auf dem nordatlantischen Ozean gibt das Seef'ugreferat der deutschen Seewarte um 17.30 Uhr folgenden Bericht: „Die Wetterlage auf dem nordatlantischen Ozean weist am Nachmittag nur geringe Aenderungen gegen den Vormittag auf. Noch immer zieht sich die Rinne des Tiefluftdruckes von Labrador Ost-Nordostwärts in Richtung auf die Faroer und das europäische Nordmeer. Das heute Morgen an der Norb- ostküst« von Labrador gelegene Tiefdruckgebiet zieht langsam ostwärts, während das Tiefdruckgebiet nordwestlich von Irland bet wenig veränderter Lage sich noch vertieft hat. Sein Kern weist Barometerstände von nur 735 Millimetern auf. Vom Labradortief greift ein Ausläufer in den St. Lorenzgolf und über Reuschottlanb hinweg südostwärts bis Nantucket, während von dem zweiten Tiefdruckgebiet mehrere Ausläufer bis über den 45. Grad Nordbreite hinweg, südwärts reichen. Südlich der Tiefdruckrinne zieht sich auch am' heutigen Nachmittag von dem Innern des amerikanischen! Festlandes ein Hochdruckgürtel ostwärts bis nach der sibi»! rischen Halbinsel. Seine Achse liegt etwa längs des 40. Breitengrades. Im Bereich der Ausläufer der nördlichen Tiefdruckrinne wird das Luftschiff eine kräftige, zunächst südwestlich und nordwestlich schwankende Strömung antreffen, deren Geschwindigkeit strichweise 50 Kilometer in der Stunde detragen wird. .. !.^ Dr. Eckener über seine Zukunflsplane Rewyork, 20. Okt. (Funkspruch.- In einer Unterredung mit dem Newyorker Vertreter des „Acht-Uhr-Abendblattes" äußerte Dr. Eckener u. a., daß die Zeppelinfahrt bereits den Nachweis geliefert habe, daß bas Luftschiff in keiner Hinsicht verbesserungsbedürftig sei. Eine größere Geschwindigkeit könne mit den vorhandenen Motoren nicht erreicht werden und sei auch nicht beabsichtigt» da der „Graf Zeppeliu" künftig »ls Schulschiff zur Ausbildung weiterer Zeppelinmannschaf, ten Verwendung finden soll. Im übrigen ist bet den späteren Fahrten des Zeppelin mehr an die Beförderung von Post »ls an Passagieren gedacht. Ein Dienst, der sich nach Ansicht Dr. Eckeners durchaus gewinnbringend gestalten läßt. Es habe nicht in der Absicht Dr. Eckeners gelegen, bei seinen Verhandlungen mit amerikanischen Finanz kreisen bereits zu endgültigen Ergebniffen zu gelangen. 5 sei-eine Frag« der Zeit und der kommenden Entwtckl. Nach dieser Demonstration eines Amerikafluges würden die amtlichen putschen Stellen höchst wahrscheinlich Subventionsvorschläge ' machen haben und er hoffe selbst bald in Berlin Gelegenit zu haben zu hören, welcher Art diese Vorschläge sind. Auf die Frage nach dem Kurse des Rückfluges erklärte Dr. Eckener, baß eine Ueberfliegung Berlins ungewiß sei und davon abhänge, wo das Luftschiff Europa anstcuert. Wenn es über England oder den Kanal ankommt, würde die Route natürlich über Berlin gehen. Falls jedoch ein südlicher Kurs eingeschlagen wird, würde es über Mittel- und Südfrankreich via Basel direkt nach Friedrichshasen gehen. Dr. Dürr Tübiuger Ehreudoktor. Berlin, 30. Oktober. Wie Berliner Blätter melden, wurde dem Konstrukteur der Zeppelinluftschtffc, Ober- ingenteur Dürr-Friedrichshafen von der naturwiffenschaft- ltchen Universität Tübingen der Ehrendoktor verliehen. Dürr ist nunmehr dreifacher Ehrendoktor. Französische Angst vor dentfchen Flugzeugen Man macht sich bei uns in Deutschland gar keinen Begriff von der Angst, die. wie man täglich aus französischen Blättern entnimmt. in Frankreich vor unserer „Luftflotte" hat. Seitdem das Gerücht im Umlauf ist, daß die Funkers-Werke Tausende von kleinen Flugzeugen b auen sollen, die unter Umständen als Bon,t^w> flugzeuge durch radioaktive Fernkrast im Falle eines Krieges über Frankreich gelenkt werden könnten, hören die Warnrufe in Paris nicht auf. Für die Tatsache ist wieder eine Unterredung bezeichnend, die der französische Kriegsflieger Rene Fonck, der Donnerstag abend von der Berliner „Fla" wieder in Paris eintraf, mit Das Luftschiff »Graf Zeppelin" ist gestern vormittag um 8 Uhr zum Rückflug nach Deutschland gestartet und wurde bereits von mehreren Dampfern gesichtet. Es fliegt den «ördlichen sog. Lindberg-Kurs über Neuschottland in Richtung Südirlanö. * Im Lohnkonflikt der westdeutschen Eisenindustrie finden am Dienstag neue Verhandlungen statt. m Der deutsche Botschafter in Paris, von Hoesch, hat am Montag die Leitung der Geschäfte wieder übernommen. » Der Strafrechtsausschuß des Reichstages befaßte sich am Montag mit der Angelegenheit der Beschränkung der Her- stellung von Rauschgiften fn Deutschland. Nr. 254. Jahrgang 1928. einem Vertreter des „Oeuvre" hatte Fonck erklärte, die deutschen Konstrukteure hätte» in der letzten Fett besonders auf dem Gcbietg der zivilen Lustschiffahrt ungeheure Anstrengungen gemacht, der Flugplatz von Tempelhof sei geradezu mustergültig, und die Motoren, die, vom mechanischen Standpunkte aus gesprochen. geradezu vollkommen wären, würden nebst den Flügeln.der Flugzeuge vor jedem Flug eingehend revidiert. Nun konnte sich auch der Korrespondent dieses linksradikalen Pariser Blattes nicht enthalten, zu fragen, ob Fonck glaube, daß die brutschen Handelsflugzeuge im Kriegsfälle rasch in Militärflugzeuge umgcwandelt werden könnten. Fonck erklärte, man könne im Leben alles umwandeln, betonte aber im übrigen, diese Frage wäre ihm mindestens fünfzigmal gestellt worden. So sieht es also im Geiste unseres französischen Nachbarn aus, dessen Luftflotte als die gefährlichste der Welt angesehen wird! Zehn Jahre Tscheche». Der gestrige Iubiläumstag der tschechoslowakischen Republik ist ohne eigentliche Feststimmung verlaufen. Auf der Burg, dem ehrwürdigen Hradschin, wurden Ansprachen ausgetauscht und ein Empfang der Heeresdelegationen und des diplomatischen Korps absolviert. Dem Staatspräsidenten Masaryk, der eine ausführliche Botschaft verlas, wurde ein Erstdruck des ersten Bandes des Buches „Zehn Fahre tschechoslowakische Republik" überreicht. Die geplanten großen Feierlichkeiten mußten infolge des tiefen Gegensatzes zwischen Mehrheit und Opposition, die beim Verlesen der Iubilä- umskundgebung das Parlament demonstrativ verließ, abgesagt werden. Fn Prag selbst trieb die Iubiläumsbegeisterung hier und da g eschmacklose Blüten. Einige Buchhandlungen und Papiergeschäfte benutzten die Feier zur Erinnerung an die Gründung des tschechoslowakischen Staates dazu, um alte verstaubte Hetzplakate gegen die Deutschen aus den Kricgsjahren hervorzuholen und die Auslagen damit zu „schmücken". Die Verhöhnungen der ehemaligen Kaiser von Deutschland und Oesterreich beherrschen diese „Fubiläums-Ausstellungen". Auch dem Reichspräsidenten von Hindcnburg ist viel Raum gewidmet. So kann man beispielsweise sehen, wie ein französischer Soldat Hindenburg die Pistole auf dw Brust setzt, während dieser mit ängstlicher Miene die Hände hochhält. Weiter kann man sehen, wie mit gewalttätiger Hand dem Wahrzeichen des Deutschen Reiches, dem Adler, der Hals umgedreht wird und ein deutscher Helm auf dem Boden rollt. Namentlich das erste Plakat muß auf jeden Deutschfühlenden aufreizend wirken. Unmittelbar an die mit diesen Plakaten geschmückten Fenster schließt sich eine Auslage der Werke der neuen deutschen Literatur an. Das Staatsjubiläum hat wieder einmal aufgedeckt, daß das bisherige Prager Regime noch nicht klug und geschickt genug war, die Uneinigkeit im Lande, die nicht allein parteipolitischer Natur ist, zu überwinden. Vor allem ist die Haltung der Regierung gegenüber den Minderheiten und besonders den Deutschen gegenüber nicht geeignet, die Anhänglichkeit an Prag zu fördern. . * Freigabe des beschlagnahmten dentschen Aktienbesitzes in Belgien. .*• Brüssel, 30. Oktober. Der Finanzminister wird demnächst S en Gesetzentwurf vorlegen, durch den die Scquestierung her in deutschem Besitz befindlicher Aktien endgültig auf- chhoben wird. 'Kein Linksruck bei den Schweizer Wahlen Basel, 30. Oktober. Die bis Montag mittag vorliegenden Ergebnisse der schweizerischen Nationakratswahlen lassen erkennen, daß von einem Ruck nach links nicht die Rede sein kann. Die Sozialdemokraten haben zwar an einigen Stellen gewonnen, dafür aber an anderen verloren. Auch die Kath.- Konservative Partei ist nicht auf ihre Rechnung gekommen. Die Freisinnigen haben sich wieder Erwarten gut gehalten. Auch die Bauern haben einige Gewinne zu verzeichnen. Im Kanton Zürich haben die Katholisch-Konservativen den Kommunisten Len Sitz genommen, im Kanton Tessin ist die Parteivertretung die gleiche geblieben. Am die Räumung der zweiten Zone London, 30. Oktober. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" weist darauf hin, daß ganz zu unrecht von einer späteren Verlegung des Sitzes der Interalliierten Rheinlandkommisston von Koblenz nach Wiesbaden großes Aufsehen gemacht werde. Es möge sein, daß die Kommission mit Rücksicht auf die vertragsmäßig spätestens am 10. Januar 1930 fällige Räumung der zweiten Besatzungszone bereits inoffiziell Schritte für eine Verlegung ihres Sitzes nach Wiesbaden unternommen habe. Auf jeden Fall «erde die Kommission Koblenz im Dezember 1929 z« «erlasse« habe«. Wenn die Reparationsverhandlungen günstig verlaufen, würde die zweite Besatzungszone vielleicht «OflAN «o« W6LFGAN& MARKEN Jedenfalls ist dann von dem unterirdischen Gang üe wieder die Rede gewesen. In der Chronik ist nichts rrmerkt. Ich besitze nur ein paar handschriftliche Notizen «s Erbauers, in denen der unterirdische Gang erwähnt ist. Näheres über seine Lage ist aber auch nicht zü finden Es ft lediglich von einem unterirdischen Gang nach Westen di« Hede." „So besitzen wir keinerlei Anhaltspunkte?" „Keine, weder von der Bibliothek, noch von dem unter- rdifchen Gang." Hanno biß sich aus die Lippen. „Das ist schade. Keine Ilehermschrift, an der man sich den Kopf zerbrechen könnte?" „Nichts, Herr Tessing." „Keine Zeichnung?" Der Kastellan verneinte abermals. Dann besann er sich. .Doch! Eine Zeichnung ist vorhanden, aber eine Zeichnung chne Text. Ich habe keine Ahnung, was sie zu bedeuten mt." „Würden Sie mir die Zeichnung einmal geben?" „Gern." Der Kastellan erhob sich dienstfertig und begab ich in das Nebenzimmer, wo er die Chronik und alle Auf- tzichnungen, die das Schloß betrafen, verwahrte. Nach wenigen Augenblicken erschien er wieder und Übersicht« Hanno ein vergilbtes, entfaltetes Matt Papier. 00060 OOOOOOO OOOOO Der Laadlwte * Sinsheimer Jetts»,. einige Monate vor Ablauf der Bertragsfrist geräumt werden. Berlin, 30. Oktober. Bet der in der französischen Presse neuerdings wieder veröffentlichten Meldung über die angebliche Räumung der zweiten Zone handelt es sich um eine ursprünglich von einem Berliner Korrespondenten veröffentlichten, aber von zuständiger Berliner Stelle bereits dementierten Nachricht, die nach Paris gekabelt u. von Paris wieder als französische Meldung nach Berlin zurückgedrahtet worden ist. Von zuständiger Seite wird nochmals darauf hingewiesen, daß irgendeine Aenderung in der Lage nicht eingetreten ist. Schwere Ausschreitungen bei einer franzöfischen DenkMsweihe Paris, 29. Oktober. Anläßlich der Einweihung eines Denkmals für den früheren Ministerpräsidenten Combes in Pons, bei der Minister Herriot die Festrede hielt, kam es im Anschluß an die Feierlichkeit zu sehr ernsten Zwischenfällen. Als die Menge den Platz verlassen wollte, näherte sich ein mit einem Hammer bewaffneter Camelot (Anhänger der Action Francatse) dem Denkmal und zertrümmerte mit heftigen Hammerschlägen die Nase und das Kinn der Büste. Zwischen der republikanischen Garde und den Camelots kam es zu einem Handgemenge, wobei die Manifestanten mit Steinen, Knüppeln und Faustschlägen gegen die Garde vorgingen. Die Garde gab zuerst eine Warnungssalve ab und zielte dann auf die Manifestanten. Ein 22 jähriger Camelot sank tödlich getroffen zusammen. Ein anderer wurde am Arm verletzt. Die Polizei, die selbst zwei Verwundete ver- zeichnete, nahm 15 Verhaftungen vor. Paris, 30. Okt. Von den nach dem blutigen Ereignissen in Pons festgenommen 42 Verhafteten sind inzwischen 35 wieder freigelassen worden. Die übrigen sieben wurden nach Saintes gebracht, wo die Untersuchung ihren Fortgang nehmen soll. Die festgenommenen Kunögeber werden sich wegen Schändung öffentlicher Denkmäler und wegen Tätlichkeiten gegenüber Vertretern der öffentlichen Macht zu verantworten haben. Der verwundete Polizist Cazet, der die Schüsse abgegeben hat, ist nicht verhaftet worben. Er wird sich aber vor dem Militärgericht zu verantworten haben, ob er in Notwehr gehandelt hat oder nicht. Die durch den Zwischenfall von Pons hervorgerufene Aufregung ist inzwischen einer ruhigeren Auffassung der Dinge in den Pariser politischen Kreisen gewichen. Man neigt immer mehr öazij, die Denkmalsschändung als eine Handlung der Camellots anzusehen,- einer ganz kleinen Partei, die an diese Art Kundgebungen gewöhnt sei, ohne daß es daher zu politischen Folgerungen kommen werde. von Hoesch und Schacht bei Stresemann Wiesbaden, 30. Okt. Am Sonntagvwrmittag traf von Berlin kommend auf der Durchreise nach Paris der dortige deutsche Botschafter von Hoesch in Wiesbaden ein und begab sich zu längerem Besuch des Reichsaußenministers in das Hotel „Rose". Am Montagvormittag traf Reichsbankpräsident Dr. Schacht zum Besuch des Außenministers in Wiesbaden ein. Reichsbankpräsident Dr. Schacht wirb voraussichtlich nur kurze Zeit in Wiesbaden verweilen. Berlegnng der Reichsparteitagnng der Zeutrumspartei. Berlin, 30. Oktober. Der Reichsparteitag der Zentrumspartei, der ursprünglich in Düsseldorf abgehalten werden sollte, ist wegen räumlicher Schwierigkeiten nach Köln verlegt worden und soll am 8. und 9. Dezember in der Kölner Messehalle stattfinden. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. „Zentrumspnrtei und deutsche Politik in Gegenwart und Zukunft" von Dr. Adam Stegerwald, M. d. R. 2. „Die geistigen Grundlagen der Zentrumspartei im deutschen Volksstaat" von Professor Räderscheidt, Direktor der Pädagogischen Akademie Bonn. 3. „Unsere Wirtschäftsauffassung und Wirtschaftspolitik" von Dr. Perlitius-Glatz, M. d. R. Den Parteiberatungen gehen am 6. Dezember Sondersitzungen und eine Sitzung des Parteivorstandes und am 7. Dezember eine Sitzung des Reichsparteiausschusses voraus. Alle Sitzungen finden im Messehotel statt. Beisetzung der Brüder Heidger Esse«, 30. Okt. Die beiden Brüder Heidger, die geborene Essener waren, sind gestern morgen auf dem Friedhof von Essen begraben worden. Es war eine merkwürdige Leichen- -ü. " , ■jrxug ■ Dann schüttelte er den Kopf. „Der Teufel soll wissen, was üe Kreise und die Linien zu bedeuten haben. Vielleicht hat « auch keinerlei Bedeutung, ist eine Spielerei." „Das glaube ich weniger, Herr Tessing. Sicher birgt die Zeichnung mehr, als wir ahnen. Aber, wie gesagt, ich habe mch keine Ahnung, was die siebzehn Kreise besagen sollen." „Darf ich mir die Zeichnung einmal mitnehmen?" fragte Hanno. „Natürlich, Herr Tessing. Sie gehört ja Ihnen, wie das janze Schloß." Hanno lachte. „Ach so. Daran habe ich jetzt wirklich nicht zedacht. Schönen Dank, Herr Hofer. Entschuldigen Sie die Störung Ihrer Nachtruhe." „Aber ich bitte. Sie können immer über mich verfügen." agte der Kastellan höflich. * * * Des Kastellans Wohnung lag im linken Seitenflügel, flußer seinen Zimmern war dort alles verfallen. Um zum lkastellan zu gelangen, mußte man einen Teil des Schloß- »ofes durchqueren. Als Hanno wieder ins Freie trat, sah er eine Gestalt in» vckloß huschen. Einen Augenblick stand er erschrocken, dann wollte er ihr zachstürzen. Aber er besann sich und blieb ruhig stehen. Er sah nach den Fenstern der Zimmer, die der Comte de» vohnte. Und wartete. Sekunde um Sekunde verging. Da . . . sein Warten war von Erfolg gekrönt. Die Fenster erleuchteten sich. „So war es der Comte!" dachte Hanno. Das ist in- ereffant! Der Herr Comte macht nächtliche Ausflüge. Du bist auf der richtigen Fährte, Hanno! Stelle das Wild! 11 . Hanno berichtete Jan über seine Unterhaltung mit dem Kastellan und erzählte ihm von dem unterirdischen Gang. Jan hörte gespannt zu. „Ein unterirdischer Gang nach Westen! Anscheinend über Sie Grenze. Ja, zu was kann der in der heutigen Zeit gut ein? Schmuggler könnten etwas damit anfangen." Hanno schüttelte den Kopf. „Schmuggler? Das glaube ich nicht. Bei der beutiaen starken Kontrolle würde das Dienstag, den 30. Oktober 1928. feter. Die Angehörigen der beiden Erschossenen hatten die Freigabe der Leichen erwirkt und sie nach Essen überführe» lassen, wo sie in einer kleinen Friebhofskapelle aufgebahrt wurden. Die Mutter der beiden Brüder, die, durch die Aufregungen erkrankt, im Spital lag, hatte es durchgesetzt, daß sie zum Leichenbegängnis der Söhne entlassen wurde. Als sie in die Kapelle kam, wo die beiden Söhne noch in unverschlossenen Särgen lagen, schrie sie: Hab ich euch end- lich, meine Jungen! Etwa 60 Verwandte und Bekannte waren bei dem Begräbnis anwesend, durchaus Leute bür» zerlicher Kreise, die viele Blumen und Kränzen mitgebracht hatten. Am Grabe war kein Geistlicher erschienen, jedoch hatte die Mutter, eine fromme Katholikin, ein Fläschchen mit geweihtem Wasser mitgebracht, das sie in das Grab schüttete. Unter den Anwesenden herrschte tiefe Erschütterung. Die Mutter wurde sofort nach dem Leichenbegängnis ins Krankenhaus zurückgebracht, da sie dem Wahnsinn nahe zu sein scheint. Der Landbundprozeß Ktzritz Kyritz, 30. Okt. In der Montagsverhandlung im Kyritzer, Landbundprozetz wurde die Vernehmung der Belaftnngs-' zeugen fortgesetzt, die die Anklage geladen hatte. Der Direktor des Katasteramtes, Laschinski, sagte aus, daß die Ab- vrdnung, die zu ihm auf das Katasteramt gekommen sei, ruhig und sachlich ihre Wünsche vorgetragen habe. Während der Unterhaltung sei ein Stein durch das Fenster geflogen, der vollkommen trocken gewesen sein müßte, wenn er von der Straße aufgelesen worden wäre. Daraus schließt der Zeuge, daß der Stein von einem Demonstrationstetlnehmer in der Tasche mitgebracht worden sei. Ein anderer Zeuge berichtet, daß der LandbundgeschästS- führer Cordes auf die an ihn gerichtete Frage, warum die' Leute mit Steinen schmissen, achselzuckenö erwidert habe: „Sie müssen doch mal sehen, daß sie mit den Preußen nicht alles machen können, was Sie wollen!" Im großen ganzen hätten die Führer aber beruhigend gesprochen. Nach einer kurzen Pause teilte der Verteidiger Sommer mit, daß ein Mann aus Koblenz sich brieflich als Zeuge für die von der Schutzpolizei gebrauchten Schimpfworte: „Ihr Saubande usw." angeboten habe und beantragte dessen Ladung. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen im Kyritzer Landbundprozetz bestätigte der Zeuge Wachtmeister Löffler, daß aus der erregten Menge zahlreiche Schimpfworte gegen die Sicherheitsbeamten geschleudert worben seien. Der Ft- nanzamtsasststent Sptller schilderte die drohende Haltung des Angeklagten Staffehl während der Verhandlungen zwischen dem Finanzamtsvorsteher und der Abordnung, wogegen Pv- lizeihauptwachtmeister Weber erklärte, Staffehl habe immer versucht, die Menge wegzuführen. Der Landjäger Heinrichs behauptete, festgestellt zu haben, baß sich Landarbeiter aus Bendikow im Zuge befunden hätten, die auf Befragen erklärt hätten, sie seien für ihre Teilnahme bezahlt worden. Die Verteidigung stellt demgegenüber fest, daß aus Bendikow überhaupt nur ein einziger Landarbeiter teilgenommen habe. Der zuletzt vernommene Steuerassistent Unverdruß bestätigt die Darstellung des Zeugen Müller und erweiterte sie dahin, daß der Abgeordnete Staffehl sogar hinter Spiller in das Zimmer habe eindringen wollen, wohin er zu seinem Schutze geflüchtet sei. Der Evangelische Bund zur Konkordatsfrage. Eine Entschließung zu den preußischen Plänen. Berlin, 28. Okt. Das Präsidium des Evangelischen Bundes hat zu der gegenwärtigen Konkordatsfrage in folgender Entschließung Stellung genommen: Der Evangelische Bund hat seit dem Auftreten der Konkordatsfrage in Deutschland immer wicdcr auf die ernsten Bedenken gegen den Abschluß eines Konkordats mit der römisch-katholischen Kirche hingewiescn. Fn dem Augenblick, da eine staatsrechtliche Regelung des Verhältnisses zwischen römisch- katholischer Kirche und preußischem Staat dem Abschluß zugeführt werden soll, hält der Evangelische Bund es für feine Ehrenpflicht, mit allem Nachdruck darauf hinzuweisen, daß es mit der Bedeutung und Würde der evangelischen Kirche, sowie mit der Tatsache, daß zwei Drittel der Bevölkerung Preußens dem evangelischen Bekenntnis angehören, nicht zu verneinen ist, wenn die Verhandlungen mit der römisch-katholischen Kirche den Vorrang haben. Er fordert daher, daß der preußische Staat an erster Stelle den Lebensnotwendigkeiten der evangelischen Kirche gerecht werde. Er richtet an die berufenen Vertreter des evangelischen Volkes in Staat und Kirche die dringende Bitte, alles daran zu setzen, zuerst der evangelischen Kirche in Preußen eine ihrer Eigenartt und Betätigung entsprechende gesicherte rechtliche Stellung zu verschaffen. »ald unterbunden werden. Das käme meines Erachten» eicht in Frage. Aber ich denke, daß der Comte an dem iftterirdischen Gang ein besonderes Interesse hat. Es fragt ich nur: welches." „In militärischer Hinsicht hätte der unterirdische Gang vohl auch kaum Wert." „Nicht den mindesten, Jan." Jan überlegte. Hanno sah, daß ihn ein Gedanke stark be- chäftigte, und wartet«. Schließlich sprach der Freund: „Hanno, mir kommt da eben ein recht putziger Gedanke, vag' mol, wenn einer Dokumente stiehlt, wäre der Gang «icht glänzend geeignet, sie sicher und risikolos hinüberzu- »ringen?" ... „Jan, Menschenskind! Wahrlich, das, wäre eine Mogluy- !eit. Bon hier aus könnten Tausende von Dokumenten stlänen und Erfindungen hinübergeschafft werden, ohne Satz nan jemals feststellen könnte, wie sie außer Landes kommen, das wäre wirklich eine Chance für einen • ■ ™ „... so genialen Hochstapler wie den Grafen Bona- Hanno hörte es und sah den Freund entgeistert an. Dann äßte er ihn heftig am Arm und drückte ihn fast >§"^hast. „Jan . . .1" sagte er heiser. „Jan, sollte das Schrckjal so eltsam spielen, daß wir den schlimmsten Feind unseres Volles hier als Gast haben?" .. m _ Jan zog die Achseln hoch „Es ist möglich Rur möglich Hanno. Kaltes Blut. Und sprich leiser! Manchmal haben „Daß mir der Gedanke nüP kam. Jan, der Ge« banke ist nickst mit Gold zu bezahlen. „Du meintest, Hanno," fuhr San ruhig fort, „wenn der Tomte nicht nur der gewissenlose Menschenjager von Brasi- ssen ist, wenn er, was wir ahnen, ern Abenteurer, ein Hoch- stapler ist. dann kann er es fein ... der gesuchte Graf Bo- atmete schwer vor Aufregung. Aber er riß sich zusammen. Dann erzählte er von des Comte nächtlicher Exkursion." . ^ „Was wollen wir tun? Sie kamen nickst zur Erörterung der Frage, denn die Her- grgin von Wincheston ließ Hanno zu sich bitten. P M r i! 'S tJ Grundsätzlich stimmt auch der Evangelische Bund einem nach Sicherstellung der evangelischen Kirche zu tätigenden Abschluß der Verhandlungen zwischen Staat und römisch-katholischer Kirche zu. Nach wie vor jedoch inuß er aus kirchlichen und vaterländischen Gründen Einspruch dagegen erheben, daß diese Regelung in dr Form der hergebrachten Konkordate erfolgt. Dieser Einspruch muß aufrecht erhalten bleiben, solange nicht von römisch-katholischer Seite eine autoritativ-verbindliche Erklärung abgegeben werden kann, welche die bisherigen grundsätzlichen und historischen Bedenken gegen die Form eines Konkordats beseitigt. Widerspruch erwecken außerdem einzelne aus dem jetzigen Konkordatsentwurf bekannt gewordene konkrete Punkte: Das Hineinziehen der Schulsragen, die Aufgabe deutscher, kirchlicher und staatlicher Rechte in der Ernennung römisch-katholischer Würdenträger, die uneingeschränkte Gleichsetzung des Studiums der deutschen römisch-katholischen Theologen an außerdeutschen Hochschulen, die Errichtung; neuer katholischer Bistümer aus Prestige- und Propaganda-, gründen in Gebieten, wo rein kirchliche Interessen des römischen Katholizismus von verhältnismäßig geringer Bedeutung sind. Es soll beiden Kirchen ihr Recht werden in Achtung vor Len Gegebenheiten der Geschichte und in organischer Einordnung in die Notwendigkeiten der Schicksals- und Lebensgemeinschaft des deutschen Volkes und Vaterlandes. Letzte Telegramme in Kürze. Das Uuwetter in Frankreich. Paris, 80. Okt. Das Unwetter an der französischen Küste hält unvermindert an. In Cherbourg wütete ein heftiger Sturm, der sich teilweise zum Organ steigerte. Eine Reihe von Segelbooten sind untergegangen. Von verschiedenen Stellen werden schwere Schädigungen der Hafenanlagen gemeldet. Nach einem Bericht aus Avignon ist die Rhone über die Ufer getreten und hat die niedergelegenen Stadtteile überschwemmt. Ter Wasser stand steigt stündlich um drei Zentimeter. In der Gegend von Grenoble steht die Eisenbahnlinie der Strecke Paris—Lyon unter Wasser. Bevorstehende Verlobung des Kronprinzen von Norwegen mit einer schwedischen Prinzessin? Paris, 30. Okt. Nach einer Havasmeldung aus Brüssel rechnet man in gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen mit der bevorstehenden Verlobung des Kronprinzen Olaf von Norwegen mit der Prinzessin Marths von Schweden, einer Schwester der Prinzessin Astrid, der Gemahlin des Kronprinzen von Belgien. Kronprinz Olaf hält sich seit einigen Tagen in Ostende auf. Unruhen in Perfien wegen Resormbestrebunge« der Regierung. London, 30. Okt. In der persischen Provinz Chusistan ist es wegen des Versuches der persischen Regierung, die europäische Kleidung für Männer einzuführen, in der Nähe von Ahwa zu Unruhen gekommen. Gendarmen versuchten Angehörige der der Reform widerstrebenden Stämme zu verhaften. Dabei kam es zu Zusammenstößen, bzi denen 0 Gendarmen getötet wurden. Die Regierungstruppen sind jedoch Herr der Lage. Schwere Seuche in der Provinz Schanst. London, 80. Okt. Nach Meldungen aus Peking sind dort Berichte eingegangen, wonach in über 20 Städten der Provinz Schanst eine Seuche ausgebrochen ist. Bisher seien der Seuche 2000 Personen zum Opfer gefallen. Die Gegenmaßnahmen hätten sich als vollkommen unwirksam erwiesen. Die Gefahr einer Ausdehnung sei sehr groß. 5 Tote bei einem Zngnnglück. London» 30. Oft. Wie aus Rio de Janeiro gemeldet wird, ist ein Personenzng der Nazareth-Linie entgleist. — Nach den bisherigen Feststellungen wurden S Personen getötet und 7 schwer verwundet. Ein mißglückter Danerflugverfnch «ach de« Bermudas- Inseln. London» 80. Okt. Die beiden Flieger, Leutnant Harris Lyon und Lancester mit einem Passagier an Bord, sind von Port Washington auf Long Island zu einem Dauerflug nach den Bermudas-Inseln gestartet, mußten aber wegen Motorschwierigkeiten in der Nähe der Barnegat-Bucht niedergehen. Es ist dies trotz der Ausschreibung zahlreicher Preise in den letzten Jahren der erste Versuch, daß ein ununterbrochener Flug von Amerika nach den 800 Meilen entfernten Bermudas-Inseln unternommen wurde, da die Auffindung der Inseln für ein Flugzeug außerordentliche Schwierigkeiten bietet. Baden. „Bade« in Wort und Zahl". Schon wiederholt war in weiten Kreisen, bei Behörden, Politikern, Vertretern des wirtschaftlichen und kulturelle» Lebens, insbesondere auch bei der Lehrerschaft, der Wunsch nach einem Buche laut geworden, das in knapper und übersichtlicher Fassung das Wesentlichste des reichen Materials wiedergibt, das das Badische Statistische Landesamt im Laufe der letzte Jahre auf Grund der Volks-, Berufs- und Betriebszählung vom 16. Juni 1925 in Einzelwerken größeren Umfangs veröffentlicht hatte. Mit einem kleinen handlichen Buch „Baden in Wort und Zahl", das dieser Tage vom Bad. Statistischen Landesamt herausgegebe» wurde, hat dieser Wunsch nun eine sehr befriedigende, ja direkt vorbildliche Erfüllung gefunden. Auf rund 100 Seiten faßt die Schrift nicht nur die Ergebnisse der obengenannten Zählung kurz und klar zusammen, ste gibt darüber hinaus alle wichtigeren Zahlen über das Landesgebiet und seine Bevölkerung, über das staatliche und politische, wirtschaftliche und kulturelle Leben unserer badische» Heimat. Wo es notwendig erscheint, ist den Zahlen und Tabellen noch ein erklärender und ergänzender Text bei- gefügt, der bei aller Kürze doch anregend und allgemein verständlich gehalten ist. Es finden sich in dem Buche — um «ur einiges au- seinem reichen Inhalt anzusühren — Angaben über die geographische Gestaltung, die geologischen, hydrographische» und klimatischen Verhältnisse Badens, über die Zusammensetzung des Landtages und der Regierung, über die wichtigsten Arbeitsgebiete der Ministerien. Ein größerer Abschnitt ist der „Bevölkerung in Baden" gewidmet. Hier finden wir die Ergebnisse der Zählung von 1925 nach den HauptgestchtS- punkten, nach Bevölkerungsdichte, Haushaltungen, Wohngebäuden, Geschlecht, Alter, Familien- und Berufsstand, Religionszugehörigkeit usw„ jeweils auch nach dem einzel- «en Amtsbezirk geordnet, in leicht faßbarer Uebersicht verzeichnet. Ueber die Bevölkerungsbewegung belehren instruktive textliche und tabellarische Uebersichten. Er- schöpfendes und wertvolle. Zahlen- und Textmaterial enthalten auch die folgenden größeren Abschnitte, die sich mit der Landwirtschaft in Baden, sowie mit Gewerbe, Industrie. Handel und Verkehr befassen. Die zahlreichen Einzelrubri- ken können hier nicht ausgezählt werden. Jeder Landwirt. Fabrikant, Kaufmann oder Wirtschaftspolitiker kann sich a« Hand dieses Buches in kürzester Frist wichtige und zuver- lässige Aufschlüsse über unser badisches Wirtschaftslebe« verschaffen. Dabei ist, wo die nötigen Unterlagen vorhaw den, wie z. B. bet der Tabelle über die Kleinhandelspreis« in Mannheim, Karlsruhe und Lahr sogar der Stand von Jahre 1928 mit einbezogen. Die Zahlen und Tabellen,, die das Schulwesen — Volks- Fortbildungs-, Fach-, Mittel- und Hochschulen — behandeln sind ebenfalls auf den neuesten Stand. Schuljahr obei Semester 1927/28, gebracht. Daran schließen sich Angaber über die Reltgionsgesellschaften, Mischehen, über Theater Kinos, Museen und Bibliotheken in Baden, sowie über bat Gesundheitswesen. Sämtliche Wohlfhartsverbände, die kon fessionellen, die paritätischen und die Fachverbände sind am geführt, desgleichen die Jugendherbergen und Naturfreunde. Häuser. Ueber Wohnungsnot und Wohnungsbau unterrichtet eil Abschnitt. Es findet sich eine Uebersicht über den Voranschlag der allgemeinen Staatsverwaltung für 1928/29 und eir weiterer über das Aufkommen an Reichs-, Landes- und Gemeindesteuern im Lande Baden. Den Schluß des Buches dem auch eine Karte von Baden sowie ein Stichwörterver- zeichis angesügt sind, bildet ein kurzer Abriß aus de: badischen Wirtschaftsgeschichte von 1340—1928. „Baden in Wort und Zahl" ist nicht nur für jeder Badener und jeden, der sich für unser Heimatland inter. essiert, ein unentbehrliches Nachschlagebuch, es ist zugleick auch ein Werk, aus dem Belehrung in reichem Maße ge- schöpft werden kann. Darum hat auch der Badische Lehrerverein die Veröffentlichung durch Uebernahme der Truckkosten gefördert. Sie gehört in jedes Haus, in jedes Bür« und vor allem in zahlreichen Exemplaren in die Schule, ir die Hände unserer Jugend! Der niedere Preis von 70 Ps für das technisch sehr gut ausgestattete Buch ermöglicht di« Anschaffung auch weitesten Kreisen. Die Lage des Arbeitsmarktes. In der Berichtszeit vom 18. bis 24. Oktober hat die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter nachgelassen, während das Angebot gestiegen ist. Die Zunahme der unterstützten Arbeitslosen betrug im Bereich des Landesarbeitsamtes 1517 Personen. Aus Rah und Fern. X Sinsheim, 29. Okt. (Verein für Ausländsdeutsche). Im Hotel Post veranstaltete am Samstag abend die Ortsgruppe des Vereins für Auslandsdeutsch,tum einen Vortragsabend. Der Schriftführer des Vereins. Herr Sautier begrüßte die Anwesenden und besonders den Landesvorsitzenden Herrn Professor Dr. Männer- Weinheim. Dieser hatte schon in den Vormittagsstunden den Schülern der Volks- und Oberrealschule einen Bortrag über das Auslandsdeutschtum gehalten und sie dafür interessiert, am tzilfs- tag wirkend mitzutun. In N/t-stündiger, wirksamer und ausdruckvoller Rede, sprach er nun über das Thema: Ziele und Aufgaben des Vereins für Ausländsdeutsche." Er führte aus, wie die Deutschen ein Volk der Zerstreuung sei. Neben den Reichsdeutschen, zirka 30 Millionen Auslandsduische in den Randstaaten Estland, Tschechei, Polen. Jugoslawien, inselartig zerstreute Siedlungsdeutsche namentlich im Osten (Siebenbürgen, Ungarn, Rumänien) und außereuropäische Deutsche (Amerika. Brasilien, Argentinien usw.), Deutsche, sehr verschieden in Sitte, Brauch, Glaube, Kultur und Volkstum. Im Baltikum ist das Deutschtum hochentwickelt und lebenskräftig, in Litauen degeneriert bis zum Analphabetum. Das Bamater Schwabentum mit stark wirtschaftlichem Wollen und der Freude am Rcichwerden, ist jetzt auch bestrebt, sein kulturelles Niveau zu heben, durch Einrichtung deutscher Schulen, daneben das Siebenbürger Sachsentum mit seinem blühenden Schulwesen, das auf's innigste verbunden ist mit der siebcnbürgischen, evangel. Landeskirche. In Amerika sehen wir, wie die Deutschen bald aufgehen im amerikanischen Staat und ihre deutsche Sprache mit der englischen eintauschen. Woher kommt diese Verschiedenheit? wo deutsches Schulwesen blüht, ist auch das deutsche. Volkstum stark und darum ist der Kampf um das Deutschtum im Ausland im Kampf um das deutsche Schulwesen rm Auslande, weil diese vor allem die deutsche Sprache erhält. Erschwerend dabei ist der deutsche Charakterfehler, der Hang zur Ausländerei das hängt vielfach mit der Entwicklung der deutschen Geschichte zusammen. Während sich in England, Frankreich, Spanien frühzeitig einheitliche Nationalstaaten bilden, zerbricht, in Deutschland mit den Hohenstaufen das deutsche Kaisertum. Das Landesfürftentum tritt an seine Stelle und als Deutschland 1870 Deutschland wird, hat es zuerst genug in seinem Innern zu tun. Ueber dem deutschen Staatsgedanken kommt der deutsche Bolks- gedanke zu kurz. Es bedurfte der Erschütterung des Weltkrieges. Reichsdeutsche lernen bei dieser Völkerwanderung überall außerhalb der deutschen Reichsgrenzcn, Volksgenossen in Sprache, Art und Sitte kennen — ein Teil des Sinnes des Weltkrieges — es bedurfte des Zusammenbruchs und der Volksteile abreißenden Friedensverträge, um es uns so recht zum Bewußtsein zu bringen, daß Deutsche zu Deutschen gehören und daß wir verpflichtet sind, etwas für das Auslandsdeutschtum zu tun. Es erheben sich nun Einwänd«! Warum gingen sie fori. Unser deutscher Boden ist heute erst recht nicht in der Lag«, 100 Millionen Menschen zu ernähre». Innerpolitische Gründe waren oft genug die Ursache, und die Besten zogen weg, machten aber dem deutschen Namen Ehre. Es geht uns schlecht, wir können ihnen wirtschaftlich nicht helfen, wollen wir auch gar nicht, ist auch gar nicht nötig. Worauf es ankommt. ist lediglich kulturelle und geistige Unterstützung (Schulen, Jugend, Büchereien, Presse, Theater) und moralischer Beistand in ihrem Kampf für ihr Deutschtum. Da müssen wir auf ihrer Seite stehen. Das mag die Reichsregierung tun, vor allem das Reichs- außenministerium, wendet man ein. Die Reichsstellen tun, was sie können für die deutschen Minderheiten, aber ein zu viel kann zu politischen und diplomatischen Verwicklungen führen. So muß vieles der Verein für das Auslandsdeutschtum tun. Vielfach ist man über diesen wenig unterrichtet. Der Verein für die Deutschem im Ausland ist kein Verein der Ausländsdeutschen, auch nicht der Reichsbürger in der Fremde, er ist keine Organisation mit rechtsgerichteter oder evangelische« oder antisemitischer Tendenz. Er hat es nur mit dem deutschen Volkstum und seiner Schaltung zu tun. Er mutz ein großer; deutscher Kulturoerein werden und muß daher auch schon die Jugend aufklärend gewinnen. Minderheitsfrage, Minderheitsrecht und Minderheitsschutz sind europäische Probleme, die auch den Völkerbund in Genf beschäftigen und die, wenn gelöst, zur Be-- friedung und Versöhnung führen und ein Erdenrecht schaffen. Dem Vortragenden wurde reicher Beifall zu teil. Herr Sautter danktü ihm mit herzlichen Worten. Da der bisherige Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe Herr Direktor Dr. Treiber zurückgetreten war, wurde Herr Sautter zum Vorsitzenden des hiesigen Vereins für die Deutschen im Ausland einstimmig gewählt. * Sinsheim, 30. Okt. (Kirchweihe-Abschluß.) Mit dem vierten Oktobersonntag und dem gestrigen Montag, an denen noch eine Reihe Ortschaften unseres Bezirks ihre Kirchweihe feierten, ist dieses Dolksfest im Allgemeinen zum Abschluß gelangt. Unsere Stadt war am Sonntag, wie ausgestorben, alles war nach den umliegenden Kirchweihorten ausgeflogcn. Geboten wurde seitens der Wirte sehr viel, wo man bei gutem Schmause mit „Neuem", bei Tanz und Musik trotz des trüben Wetters sich wohl fühlte. Kirchweihe war in früherer Zeit für Jung und Alt ein echtes Volksfest, an dem der gesunde Humor und die berechtigte Freude der Landbevölkerung reichlich zum Ausdruck kam. Der Krieg und die Nachkriegszeit haben diese alte Sitte jäh unterbrochen. Mit der Gesundung unserer Verhältnisse scheint nun dieses Fest wieder in seine alten Rechte eingesetzt worden zu sein. Lange Vorbereitungen, die besonders auf das leibliche Wohl gerichtet sind, gehen der Kirchweih voraus. Trotz der Ueberfülle an Festlichkeiten, die leider noch immer größer wird, hat das Fest seine besondere Bedeutung erhalten. - * ''W Sinsheim, 29. Okt. (Funkempsangsanlaaen für Schulen.) Durch das Amtsblatt des Reichspostministeriums Nr. 95 werden folgende Aenderungen in der Erhebung dv Gebühren für genehmig gungspflichtige Funkanlagen bekannt gegeben: Für Funkempfangsanlagen bei Behörden und Schulen aller Art zu Unterrichts- und Uebungszwecken wird vom 1. Iamicir 1929 an eine Gebühr von monatlich 80 Rpf. erhoben. Vom gleichen Zeitpunkt an wird für Funkversuchsanlagen von Behörden und Schulen aller Art für Unterrichts- und Uebungszwecke statt einer vierteljährlichen Gebühr von 2,50 RM. eine monatliche Gebühr von 80 Rpf. erhobest. Soll j edoch mit Empfangseinrichtungen zu 1 und 2 auch Rundfunk ausgenommen werden, so wird für die gesamte Anlage anstatt der Gebühr von monatlich 80 Rpfg. eine Gebühr von monatlich 2 Reichsmark erhoben. * Sinsheim, 28. Okt. (Schluß der Friseurläden abends 7 Uhv.) Durch Landesverordnung ist bestimmt worden, daß die Friseurläden werktäglich, außer Samstag, um 7 Uhr abends geschloffen werden. An den Samstagen dürfen die Friseurläden bis 8 Uhr abends offen gehalten werden. Diese Verordnung trat am 26. Okt'. in Kraft. Die Friseur-Innung Weinheim hatte bei der zuständigen Behörde den Antrag gestellt, von der Ausdehnung dieser Verord!» nung auf Weinheim Abstand zu nehmen, was aber nicht genehmigt worden ist. - 4 - Hoffenheim, 29. Okt. (Erntesegen.) Auf seinem Acker erntete Jak. Kipphan zwei Weißrüben von dem außerordentlichen Gewichjt ston 9 und 5 Pfund. Ein Zeichen dafür, daß die außergewöhnliche Witterung dieses Jahres den Feldfrüchten günstig war. Ä Neidenstein, 29. Okt. (Verunglückt.) Am Samstag abend verunglückte auf dem hiesigen Bahnhof ein Mann von Epfenbach beim Aussteigen aus dem Zug. Er geriet unter die Räder und wurde schwer verletzt in das Krankenhaus in Waibstadt verbracht. * Neckarbischofsheim, 29. Okt. (Ein Rübenriese.) Ein hiesiger Landwirt erntete auf seinem Acker eine Zuckerrübe mit dem ansehnlichen Gewichte von 12 Pfund und dies trotz der anhaltenden Trockenheit in diesem. Sommer. * Kirchardt, 29. Okt. (Verschiedenes.) Der Turn-Perein „Gut Heil" begeht am kommenden Sonntag die 150. Wiederkehr des Geburtstages des Turnvaters Jahn in Form eitler IahnstZe- denkfeier. — Metzgermeister und Schwanenwirt R. von hier erlitt dieser Tage mit seinem Motorrad einen Unfall, wobei er sich schwere innere Verletzungen zuzog. * Eppingen, 29. Okt. (Rascher Tod.) Ratsdiener Jakob Pfründer verschied gestern nachmittag im Alter von 47 Jahren an den Folgen eines Herzschlages. Der so plötzlich Verstorbene versah seit dem Jahre 1907 in hiesiger Stadt das Amt eines Polizeh- dieners. Nach Beendigung des Krieges, den er von Anfang bis Ende mitmachte, wurde er 1919 Ratsdiener, in welcher Eigenschaft er bis zu fernem Tode verblieb. » Adelshofen, 29. Okt. (Hohes Alter.) Gestern vormittag starb hier der älteste Einwohner unserer Gemeinde, Michael Grauli, nn Alter von 94 Jahren und 6 Monaten nach nur kurzem Leiden, ^rine Gattin ist im vor Jahresfrist im Tode vorangegangen. f Aus dem Lobbachtal, 30. Okt. (Veränderungen im Poft- wesen.) Mit der Einführung der neuen Autolinie Neckargemünd- Haag werden bei dm Poststellen der in Frage kommenden Orte verschiedene Aenderungen durchgeführt. Der Ort Waldwimmers- bach wird mit dem Landbestellbezirk Lobenfeld und Biddersbach vom Postamt Meckesheim losgelöst und dem Postamt Nek- kargemünd zugeteilt. Ebenso geht die Postbeförderung auf die Kraftpost über. Die bisherige Posthilfsstelle in Lobmfeld wird in «ine Poststelle umgewandelt, ebenso wird in Haag eine Poststelle errichtet, die mit Schönbrunn und Moosbrunn dem Postamt Neckargemünd zugewiesen wird. Gleichzeitig wird auch die Postagentur Wiesenbach, die bisher zu Bammental gehörte, dem Amte in Neckargemünd angeschlossen. > % Wiesloch, 29. Okt. (Verunglückt.) Zwei Motorradfahrer aus Bammental fuhren gestern nachmittag gegen 1 Uhr in übermäßig scharfem Tempo von Rauenberg kommend, in die Kurve bei der Einbiegung in die Landstraße Wiesloch—Bruchsal. Der Fahrer konnte nicht mehr beiwenden und fuhr infolgedessen auf den Bordstein, während der Begleiter auf dem Soziussitz in großem Bogen glücklicherweise in das Ackerfeld geschleudert wurde. Das Motorrad prallte in voller Fahrt gegen '«inen Telegraphenmast und nur Dank der schiefen Stellung wurde der Führer an dem Mast nicht zerschmettert. Bewußtlos in schwerverletztem Zustand blieb er liegen, bis ein vorbeifahrendes Auto ihn der Lrztlichest Hilfe zuführte. Für den Schwerverletzten besteht Lebensgefahr: Wie der Beifahrer erklärte, war dies schon der zweite ähnliche Unfall. = Heidelberg, 29. Okt. (Verkehrsunfälle.) Am Samstag nachmittag ereignete sich in Heidelberg-Wieblingen wiederum ein Berkehrsunfall. Ein dreizehnjähriges Mädchen kam mit dem Fahrrad aus einer Straße direkt auf die Hauptstraße gefahren, wo im gleichen Augenblick ein Personenkraftwagen von Mannheim her nahte. Der Wagenführer bremste stark und fuhr soweit aus die veite, daß er noch aus den Gehweg geriet, konnte über den Zusammenprall nicht mehr verhindern. Das Mädchen wurde- umgerissen, ein kurzes Stück geschleift und dabei im Gesicht erheblich verletzt. Den Krastwagenstihrer trifft keine Schuld. Das Mädchen wurde mit dem Sanitätswagen dem Krankenhaus zuge» ferner wurde am Sonntag abend auf der Landstraße» nach Neckargemünd bei der Straßenbahnhaltestelle am Gutleuhof- weg in Schlierbach der 21 jährige Schreiner Jakob Scheurer aus Zr^elhaufen, der in die Straßenbahn einsteigen wollte, von ernem Kraftwagen überfahren und sehr schwer am Kopf verletzt. Mannheim, 29. Okt. (Für eine pfeilerlose Rheinbrücke.) seiner letzten Versammlung sprach sich der Schifserverein Mannheim ganz entschieden für den Bau einer pfeilerlosen Rhein- brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen aus, weil eine solche Brücke am besten den Forderungen der Schiffahrtstreibenden entspricht. = Ludwigshafen, 27. Okt. (Ein Kind im Rauch erstickt.) Während der Abwesenheit der Eheleute Werkle in Lautenbach geriet das Bett des neun Monate alten Kindes in Brand. Als die Eltern in der Nacht nach Hause kamen, fanden sie das Kind» tot auf. Rr. 254. Jahrgang 1928. Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Dienstag, den 30. Oktober 1928. = Wcinsberg, 29. Okt. (Uf der schwäbisch-fränkescha Eisabah.) Und sie wird nicht aussterben. weder die schwäbische Eisenbahn noch die Gemütlichkeit auf chr. Fährt man da ohne alle Aufregung, in leichten Halbschlummer gewiegt, Heilbronn zu. Man achtet nicht auf die einzelnen Stationen, sind ihrer ja auch so viele. Diese Sorge überläßt man noch immer dem Zugführer. O weh! Als in Wcinsberg die nach dorthin Reisenden ausgestiegen'waren, fuhr der Zug im Eiltempo nicht etwa nach Heilbronn zu, sondern nach Ellhofen zurück. Er hatte vergessen, dort anzuhalten, das mußte nachgeholt werden, und doppelt genäht hält besser. Die übrigen Fahrgäste dursten eine Strecke, für die sie den einfachen Fahrpreis bezahlten, dreimal fahren. So geschehen am 25. Oktober 1928 zwischen Weinsberg und Ellhofen auf der Strecke Nürnberg Crailshcim-Heilbronn-Karlsruhe-Rheinpfalz. ** Mannheim, 30. Okt. (Zwei Lebensmüde.) In der Nacht auf Sonntag sprang eine 23jährige Kellnerin oberhalb der Friedrichsbrücke in den Neckar. Bon Passanten wurde sie wieder ans Land gezogen. — Am Sonntag abend nahm ein 21jähriger Gipser in seiner in der Innenstadt gelegenen Wohnung ein Arzneimittel in erheblicher Menge ein. Beide Lebensmüde wurden ins Allgemeine Krankenhaus eingeliefert. In» beiden Fällen ist der Grund zur Tat noch nicht bekannt. ** Ludwigshafe« a. Rh., 30. Okt. (Mißlungener Einbruch.) In der Nacht zum Sonntag hat ein Einbrecher die Türe zum Tienstraum des Bahnhofs Hinterweibenthal-Ort gewaltsam geöffnet. Sein Versuch, einen Kaflenschrank zu erbrechen, ist mißlungen. Wertgegenstände hat er nicht erbeutet. lieber die Person des Täters fehlt bis jetzt jeder Anhaltspunkt. ** Heidelberg, 28. Oktober. (Theaterjubiläum.) Mit Ende Oktober sind es 75 Jahre, daß das alte Heidelberger Theater als erstes ständiges Theater in Heidelberg eröffnet wurde. Als Festvorstellung wird Lessings „Emilia Galotti" gegeben. Die Feier wird eingeleitet >> durch Beethoven „Weihe des Hauses". ** Hockenheim, 30. Okt. (Schwerer Verkehrsunfall.) Ein Motorradfahrer aus Ketsch geriet in der Nähe des Talhauses zu weit auf die rechte Straßenseite, fuhr ein Stück über die angrenzende Rasenböschung und wurde gegen eine Tele- graphenstange geschleudert. Während der Lenker des Fahrzeuges ganz leicht verletzt wurde und auch das Motorrad selbst nur leichte Beschädigungen aufwies, brach der auf dem Notsitz mitfahrende Rathausbeamte Heinr. Fuchs aus Ketsch das rechte Bein. Dieser Unfall ist umso bedauerlicher, als Fuchs am linken Bein schon eine Holzprothese hat. ** Bruchsal, 30. Okt. (Räuberischer Ueberfall.) Ein aufregender Vorfall spielte sich im hiesigen Zentraltheater ab. Um diese Zeit kam ein junger Mann an die Kasse und for» Serie von der Kassiererin die Kasse, indem er sie mit einem Revolver bedrohte. Auf die Hilferufe kam der Schwager zu Hilfe, den er ebenfalls mit der Schußwaffe bedrohte. Erst als im Kino anwesende Schutzleute sich zeigten, entfloh der Gauner. Eine halbe Stunde später hielt er am Postamt eine Frau an und forderte Geld vvn ihr. ** Heidelsheim, bei Bruchsal, 30. Okt. Ein schwere- Unfall ereignete sich auf der Straße zwischen Helmsheim un Gondelsheim. Ein junger Mann von hier ging mit einem Mädchen von Helsheim auf der Landstraße. Dabei kam aus der einen Richtung ein Berkchrsauto und aus der anderen Richtung ein Bruchsaler Personenwagen. Die beiden Personen liefen nun anstatt den Gehweg zu benützen, direkt in das Personenauto hinein. Das Mädchen kam mit einigen Hautabschürfungen davon, während ihr Begleiter einen komplizierten Unterschenkelbruch öavontrug. Er wurde von dem Verkehrsomntbus nach dem Spital verbracht. R| Bischweier, 29. Okt. (Messerhelden). Vor dem Gasthaus zum „Adler" kam es am Sonntag abend Vall Uhr zu einem Wortwechsel zwischen dem etwa 20jährigen Boöenle- ger H e r t w e ck aus Kuppenheim und dem verheirateten, etwa 40jährigen Schlaffer Völker von hier, während deffen der junge Mann seinem Gegner,, weil er angeblich auf der Straße an ^hn gestoßen war, einen Stich in das Gesicht unterhalb des linken Auges versetzte. Der Täter ging sodann flüchtig, er wurde aber von Ortseinwohnern eingeholt und in den Notarrest verbracht, um ihn vor der wütenden Volksmenge zu schützen, die ihm eine tüchtige Tracht Prügel verabreicht hatte. <^>äter wurde der Mefferheld nach Feststellung der Personalien wieder entlasten. ** Hugsweier, 30. Okt. Wortwechsel zwischen Nachbarn, die am Samstagabend aneinandergcrieten, artete in Tätlichkeiten aus, wobei dem Jakob Bockstahler, einem älteren Manne, der Handknöchel abgeschlagen wurde. Außerdem erhielt er durch Hiebe mit einem Prügel eine 10 Zentimeter lange und tiefe Wunde am Kopfe. Sein Zustand ist ernst, und es wirb langer Zeit bedürfen, bis er wieder hergestellt ist. ** RinSsheim, 30. Okt. Der 76 Jahre alte Landwirt Konrad Haffur lief beim Gang in die Reben in ein daher- kommenbes Auto u. wurde sehr schwer verletzt. Im Etten- heimer Spital ist er gestorben. Den Führer des Autos trifft keine Schuld. Zwei Arbeiter im Basaltwerk Hohenstosseln von Steinblöcke« zermalmt. Weiterdingen (bei Engen), 30. Okt. Am SamStag vormittag lösten sich im Basaltwerk Hohenstoffeln aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache aus ziemlicher Höhe Steine los und rissen zwei dort beschäftigte Arbeiter mit sich. Da die großen Blöcke aus ziemlicher Höhe die Arbeiter trafen, wurden die Körper der beiden Unglücklichen völlig zermalmt. Sie waren sofort tot. Es handelt sich um einen Paul Grenther aus Weiterdingen und um einen gewissen Manz aus Tu'ststsgen. Die Leichen boten in ihrer Zerstüm- melung einen fürchterlichen Anblick. ..... ........... ... Ein berüchtigter Gin» und Ausbrecher erschossen. Altenbnrg, 30. Okt. Der berüchtigte Ein- und Ausbrecher Johann Müller wurde in der Nacht zum Montag nach einem kurzen Feuergefecht mit einem Polizeibeamten erschössen. Müller, dem es gelungen war, aus der Gefangenenanstalt zu entkommen, hatte-in der letzten Zeit wieder die Altenburger Gegend unsicher gemacht und zahlreiche Einbrüche verübt. In der Nacht zum Montag wurde er mit einem Komplizen auf frischer Tat ertappt. Während dieser fliehen konnte, wurde Müller vvn einem Polizeibeamten gestellt. Der Verbrecher gab sofort aus einem Revolver mehrere Schüsse aus den Beamten ab, so daß dieser ebenfalls zur Masse greifen mußte. Sr streckte den Verbrecher durch einen Kopfschutz' nieder. ~ 1 Turnen, Sport und Spiel. Sinsheim l. — Handschnhsheim I. 6 : 0 . Sinsheim hat Anspiel und schon in der 2. Minute schoß der Mittelstürmer das erste Tor für Sinsheim. Handschuhshcim spielt an, wird aber von Sinsheim abgcfangen, bis Sinsheims Linkaußen in der 15. Minute durch eine schöne Flanke das Resultat auf 2 :0 erhöhte. Zn öer 20. Minute ist es derselbe Spieler der das 3. Tor schoß. Bald darauf entsteht vor dem Sinsheimer Tor ein Gedränge, welches der rechte Läufer durch gute Arbeit beseitigte. Bald darauf Halbzeit. 3 :0 für Sinsheim. Zn der 20. Minute der 2. Halbzeit bekommt Handschusheim einen II-Meter zugesprochen, welcher im Eifer verschossen wurde. Gleich nach Torabschluß geht der Halbrechte mit dem Ball durch und stellte durch Alleingang das Resultat auf 4 :0. Gleich darauf mußten 2 Spieler von Handschuheim und 1 Spieler von Sinsheim wegen unsportlichem Benehmen das Spielfeld verlassen, dann verteilte sich das Feldt- spiel, bis der Rechtsaußen das Spiel auf 5—0 erhöhte. Sinsheim drängt und wieder ist es der Linksaußen der das 6. und letzte Tor für seine Farben schoß. Der Schiedsrichter, ein Genosse aus Ladenburg konnte in seinen Endscheidungen gut gefallen. Wir wollen hoffen, daß die Sinsheimer Mannschaft sich in der Schlußrunde noch etwas zusammenrafst. Die zweite Mannschaft verlor gegen d ie zweit« Mannschaft Handschusheim 2 :0 Toren. Frei Heil. Spiel-lan des Städtischen Theaters Heidelberg. Montag, 29. Okt. Anf. 19.45 — Ende nach 22 Uhr. (Außer Abonnement u. 5. Dorstellung. Bühnen-Dolksbrmd.) „Emilia Ga- lotti", Trauerspiel in 5 Aufzügen v. Lessing. Dienstag, 30. Oktober. Anf. 19.45 Uhr — Ende gegen 22 Uhr. (Abonnement A 6). „Kleine Komödie" in 3 Akten 0 . Siegfried Geyer. Donnerstag, 1. Nov. Auf. 19.45 Uhr — Ende gegM 22.45 Uhr. (Abon. B 6. zum ersten Male.) „Margarethe (Faust)". Oper in 5 Akten. / Freitag, 2. Rov. Anf. 19.45 Uhr — Ende „ach 22 Ahr, (Abon. Ck). „Emilia Galotti". Trauerspiel in 5 Aufzügen. Samstag, 3. Nov. Anf. 19.45 Uhr — Ende gegen 22.15 Uhy. (Außer Abon. u. Teilvorstellung, Bühnen-Bolksbund, zum ersten Male.) „tzokuspokwr in 3 Akten. Sonntag, 4. Rov. Abends 19.45 Uhr. Ende gegen 22.45 Uhr (Außer Abon.) Der durchschlagende Publikumscrfolg. „Ro, No, Nanette!. Operette in 3 Akten. Mittwoch, 31. Okt. Ans. 19.45 Uhr — Ende gegen 22.30 Uhr. (Außer Abonnement). Zum Gedächtnis des 75 jährigen Bestehens des Stadttheaters und des 200. Geburtstages von G. L. Lef- fing. Weihe des Hauses. Ouvertüre v. Ludwig van Beethoven, Emilia Galotti." Trauerspiel in 5 Aufzügen. Marktberichte. Mannheimer Schlachtviehmarkt. Dem Schlachtviehmarkt am Montag waren zugcführt: 312 Ochsen, 192 Bullen, 352 Kühe, 425 Färsen, 592 Kälber. 30 Schafe. 3597 Schweine. Bezahlt wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen 54—55, 40—42. 42—44, 32—34, 30—32, 28 -30; Bullen 46-49, 38-42, 32-34. 30-32; Kühe 46-48, 34-40, 26- 28, 15-20; Färsen 55 -56, 43-48, 34-36; Kälber 72-76, 66- 70, 60-62, 45-52; Schafe 42-45; Schweine 80, 79-80. 78-79, 76 bis 77, 72—74, 70—72,64—68, — . Marktverlauf: mit Großvieh ruhig, Ueberstand; mit Kälbern mittelmäßig, ausoerkauft; mit Schweinen ruhig, Ueberstand. — Der nächste Kleinoiehmarkt findet wegen Allerheiligen bereits am Mittwoch, 31. Oktober statt. - Mannheimer Probnktenbörfe. —-r Obwohl die Offerten vom Ausland höher lauteten, so verkehrte die Börse am hiesigen Platze in den Vormittagsstunden doch in ruhiger Haltung. Im Waggongeschäft nannte man im nichtoffiziellen Verkehr in Reichsmark pro 100 Kilo, waggonfrei Mannheim: Weizen, inl. mit 24—24,25, ausländischen mit 26—28,50, Roggen inl. mit 23—23,50, Hafer inl. mit 23,25—24, ausländischen mit 23,25—24,25, Braugerste, badische, hessische und württembergische mit 25,75—26,50, pfälzische Gerste mit 26,50 bis 27,75, Futtergerste mit 20—20,50. MaiS mit Sack mit 22,75, süddeutsches Weizenmehl Spez. 0 mit 34,50, süddeutsches Roggenmehl mit 31—33, Weizenkleie Utt 14 und Biertreber mit Sack mit 19,50—20,25. Neueste amtliche Kurse vom 30. Oktober 1928. mitgetellt von der Bereinsbank. e. G. m. b. H. Sinsheim. A»l««h»» ! AblSsungsschuld mit «nslosungsscheln • ohne «uslosungsschetn . in 0/0 50,80 \m Baakahtic in •;» Bad. Sani . . . .17» Darmftädter- und Nattonalbanl 2»1 SCnstfme Bau! . . . . iss.ro Deutsche Bereinsbank . 10» Dresdner Bank . . . lt» Mitteldeutsche Sredttbanl > . »01 Reichsbank .... »00,25 Rhein. Sredttbanl . . . » 21,15 Küdd. DtScont» »es. . . . »31,50 Sementwerk Heidelberg . . 135 Daimler Motoren . . . »I V« Dtsch. Sold» UN Gilb erscheide. »10 Elektr. Licht und Kraft . . 23, Smatll.und Stanzwerl Ullrich. I4 ,eo F arbentnduftrt« . . . «4»,» Britzner Maschinen Durlach . 122,« Karlsruher Maschine» . . — Knorr Hetlbroun . . .115 Matntraftwerk« Höchst . , — Neckarsnlmer Fahrpuawerk« . 30 Schlickert Sleltr. Nürnberg . — SeMuduftrie Wolfs . . . 65V» Südd. Zucker . . . us.so Zellstoff Waldhof Stamaktteu . 27» «Ktie» deutsche» Ber»»«rK«» »ktieu tu 0/0 arpener Bergbau — alt Weperegeln . . . »»7,5» ManneSmanurShrenwerle. 125.15 MauSfelder Bergb. ».Hütten,» >>s Oberfchl. Sisenb. Bedarf . . — t höutx Bergbau«.Hütten betrieb »i alzwerl Hetlbroun . . . — vereinigt« Königs. LaurahStte — HUtn iuduD«. Auteruehuruu«»»: tu 0/0 Allg.Elettr. Stammaktie». . ls>,»5 B ad. Elektrizität Mannheim . — B ad. Maschinen Durlarb . . 173,50 Xcaaspaciaaftaltca: In tO Hamburg. AmertK. Baketsahrt 1473/3 Heidelberg. Slrasten-u.Bergbaha 57 Norddeutscher Lloyd . . lio vealfea: »«Id Stier New-Iort 1 Dollar 4 1»30 4.1010 London l Pfund »0.338 20,378 Holland »00 Gulden lS8.il iss,«5 Schweiz 100 Kranes 80,66»/» 8o.82i/t Wien 100 Schilling 58.»7 8, o» Paris 100 Franc 16.37» 16.416 Italien 100 Lire 21.66 »2 Wetterbericht. Karlsruhe, 29. Oktober. Der Vorüberzug der Tieidruck- welle erfolgte gestern bei zeitweise auffrischenden Winden, brachte aber keine wesentlichen Niederschläge. Inzwischen ist der Druck infolge eines von Westen herauziehenden Zwischenhochs bei uns wieder stark gestiegen (16 Millimeter in 24 Stunden). Die hiermit verbundene beute früh eiage- tretene Aufheiterung wird jedoch kaum von längerer Dauer sein, da bereits ein neues ozeanisches Ties sie englische Küste erreicht chat. Zwangsversteigerung. Im Verfahren der Zwangsvollstreckung soll das in Sinsheim belegene, im Grundbuche von Sinsheim, zur Zeit der Eintragung des Bersteigerungsvermerks aufden Namen des Hermann Oppenheimer, Fruchthändler in Sinsheim eingetragenen nachstehend beschriebene Grundstück am Mittwoch, de» 7 . November 1928. vormittags tltühr durch das Unterzeichnete Notariat in dessen Diensträumen versteigert werden. Der Bersteigerungsvermerk ist am 13. Juli 1928 in das Grundbuch eingetragen worden. In die Mitteilungen des Grundbuchamts und die übrigen Nachweifungen über das Grundstück, insbesondere in die Echätzungsurkunde kann jedermann Einsicht nehmen. Rechte, die zur Zeit der Eintragung des Ber- steigerungsvermerks aus dem Grundbuch nicht zu ersehen waren, sind spätestens im Bersteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und. wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen. Andernfalls werden diese Rechte bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Bersteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Wer rin der Versteigerung entgrgenstehendes Recht hat. muß vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeiführen. Andernfalls tritt für das Recht der Dersteigerungserlös an die Stell« des versteigerten Gegenstandes. Beschreibung des zu versteigernden Grundstückes: Grundbuch von Sinsheim Band 43 Heft 4 Bestandsverzeichnis t Rr. 1. Lgb. Rr. 564, 6 a 65 qm Hofraite mit Pumpbrunnen. Hierauf steht: a) ein dreistöckiges Wohnhaus, b) ein einstöckiges Wohnhaus mit Wasch. Küche und zwei Balkenkellern nebst angrbauten Gänsestall mit Hühnerhaus. c) eine dreistöckige Scheuer mit zwei Stallungen, einem gewölbtem Keller und Speicherraum. geschätzt zu: 30000 R.-MK. Sinsheim, den 8. September 1928. Beck. Notariat als Bollstreckungsgericht. Chlorodont befelt. übst Mundgeruch u häßlich gefärbt. Zahndelag. ! nJofflpföer (grau) zugelaufen. Abzuholen in DührenHptstr. vis ä vis der Post. Parket! JhrBohnenr\ *QchS\ Danksagung. Jedem, der an Rheumatismus, Ischias oder Gicht leidet, teile ich gern kostenfrei mit. was mein« Frau schnell und billig kurrierte. 15 Psg. Rückporto erbeten. H. Möller. Obersekretär a. D-, Dresden 313 Neustädter Markt 12. MWWW>>lWWU>W>WWWWM>^UWWWUWWWWWWWWWWWWWWWWWW BREMEN — SÜDAMERIKA Tbrctsitten / CLrQentinien und den fi&fen der Westküste. ßeruorragende feeisegetegenfieit, 6 este Verpflegung und Bedienung. NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Kostenlose Auskunft erteilt: Sinsheim: Georg Eiermann Ww. Eisenbahnstr. 344. Neckarbischofsheim: Max Jeselsohn, Hauptstraße 4. Jficht Soda //erlangen, ' sondern immer «r»»Bl« lps«. tmt )■ btt Bef «aste« mk Nb P W» etm tt &tbig tt nk btk %bO M8is«r I Seit S» Mr«a Bir* Dl-ch l a»« La Sk et che n »,^,« Mt |wgrfttOL Drucksachen iXÄd'S die 8 . Beekar’Mbo BveMnickerai Sinsheim. Freie Schicksalsdeutung Nachdem ich lange Jahre als Astrolog auf Reisen war, und viele Tausend Personen meinen Eat einholten, habe ich mich nunmehr entschlossen für jeden vollständig umsonst eine Probedeutung für sein Leben auszoarbei- ten. Meine Arbeit wird Sie in Erstaunen versetzen, kommen doch täglich Anerkennungsschreiben die dies bestätigen. Schreiben sie aber sofort. Ich brauche Ihren vollen Namen, sowie Tag, Monat Jahr u. Ort Ihrer Geburt.. Angabe ob Frau, Fräulein oder Herr ist erwünscht. Geld verlange ich nicht. Sie können aber, wenn Sie wollen, einen frankierten Umschlag mit Ihrer Adresse beilegen. Nennen Sie auch diese Zeitung. Franz Moritz, Berlin-Fichtenau. Ödjrtftl«Haag: t> Becker: Druck und Verlag: G. iSeckerfche Buchdruckerei in Sinshettn,