#cf t$e k d ttkgttch DM Ausnahme ter Feiertage Bezugs-Preis: W«rchdtePost bezogen «nb durch > 1 » Briefkräder und unsere Austräger svei ins Laus «snatlich Gold mark !.00 Dar Bezugspreis ist im DorauS zu entrichten. M» Fällen von höherer Gewatt »estebr kein Anspruch aus Lieser- t »H der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreise». «aschäftszett ihß bis 5 Uhr Sonntags geschlossen. Dernsprrch-Aufchluß Nr. ISS Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. SSV» Der Lanöoote 5ln§tteimer Generalanzeiger Mr öas 839 Zeitung t Äsenz-unö Zckwarzdacktal HelteTt» and v«rbr«tetlt* Leitang dieser Gegend. H»apt-Hn^eig»n-Si»tt Mstckintt MUgMi ein Msst , ft, di« Qbtt » Dl* Brunnen Tttib* • Hus Arm End) der fDode • Eatgttxr tSr 3*ti»- a. t**4»Wd>»tt Bn,eig«».Preife: Anzeigen: Die 33 mm drei» ..iuumeter-Zeüe 6 vwldpsg. Reklamen: Die 92 mm breit! MiUrmeter-Jeile 20 Goldpsg. Grundschriit im Anzeigen- und Textteie ist Petit. Bei Wiederholungen tariffeste» Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rech uungsdatum oder bei gerichtliche» Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 8 Atz» vormittags; größere Anzeige» müssen am Tage vorher «tz gegeben werden. Bank-Konto Vereinsbank Sinshei« e.G.m,b.L. M 256 Donnerstag, de« 1. November 1928. 89. Jahrgang „Graf Zeppelin" glücklich gelandet. Begeisterter Empfang in Friedrlchsdafen. - An Bord alles wohlauf. Friedrichshafen, I. Rov. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute früh 6.50 über dem Lustschiffhafm cingetroffen und hat um 7 Uhr seine Landung vollzogen. Eine ungeheure Menschenmenge, die stundenlang auf das Eintreffen gewartet hatte, begrüße das LuftMff begeistert mft Hochrufen und stimmten beim Herabsinken desselben das Deutschlandlied an. Die Einbringung in die Halle ging glatt vonstatten «nd nach «incr Knappen halben Stunde war das Luftschiff geborgen. Es hat unter der Fahrt in keiner Weife gelitten und macht in seinem silbernen Glanze denselben großartigen Eindruck, wie vor der Ausfahrt. Rach Erledigung der Zollformalitäten begaben sich der würt- tembergisth« Staatspräsident, der wüttt. Finanzminister und Generaldirektor Colsmann in die Passagier-Gondel zur Begrüßung der Besatzung. Der amerikanische Generalkonsul begab sich an Bord und nahm den blinden Passagier in Empfang, dem lebhaftes Interesse entgegengebracht wurde. Dann verließen die Fahrgäste und die Besatzung das Luftschiff und wurde von ihren Angehörigen herzlich begrüßt. Die Mannschaften wurden mit Blumen geschmückt. Alle hatten ein frisches Aussehen und keinerlei Er^ miidung Me» sich bemerkbar zu machen. 2km Abend findet ein Empfang der Ehrengäste nnd ei« Fak- kelzng statt. «Graf Zeppelin" Hai das Festland erreicht. Friedrichshvfen, 31. Okt. Die Funkstation des Luftschiffbaues erhielt von Bord des „Graf Zeppelin" einen Funkspruch, in dem die Schiffsleitung mitteilt, daß die Leitung in Friedrichshafen erst am Donnerstag früh bei Tagesanbruch erfolgen werde. Das Luftschiff macht zurzeit infolge eines starken Nordwindes, der mit einer Gesthwindigkeft von 22 Eckundenmetern weht, nur langsam« Fahrt. Ueber dem Festland. Nantes, 31. Okt. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" teilt um 7 Uhr 45 mit, daß es sich über der Stadt Nantes befinde. Havas meldet aus Tours: Heute abend um 8.20 Uhr hat das LuftMff „Graf Zeppelin" die Stadt in einem Bogen überflogen. Das Schiff schien etwa in 200 Meter Höhe zu fliegen. Die Bevölkerung konnte deutlich das Surren der Motoren und die Lichter der Endeln wahrnehmen. Das Luftschiff schien Kurs nach Blois zu nehmen. Es hatte vorher das Loiretal bei Bourgueil und Schloß Langeais überflogen. Friedrichshafen in Erwartung. Friedeiehshafen, 31. Okt. Abends um 7 Uhr gelang es endlich der Funkstation des Luftschiffbaues Zeppelin, den direkten Kontakt mit „Graf Zeppelin" wieder herzustellen. Das Luftschiff befand sich zu diesem Zeitpunkt vor der Südküste der Bretagne und hielt Kurs nach Südost. Da es von diesem Standort aus noch rund 1200 Kilometer Fahrweg zu bewältigen hat, so'kann es nicht vor morgen in Friedrichshafen fein, was angesichts der für das Bodenseegebiet angesagten Verschlechterung des Wetters bedauerlich ist. Generaldirektor Colsman hot die Landungsmann- schasten auf Widerruf entlassen und zu morgen früh halb 6 Wr auf den Landungsplatz bestellt. Sollte „Graf Zeppelin" früher als halb 6 Uhr in Friedrichshafen fein, so wird die Mannschaft durch Böllerschüsse alarmiert werden. Das Werftgelände bleibt während der ganzen Nacht durch Leuchtfeuer erhellt. Die Friedrichshafener lassen es sich jedoch nicht nehmen, schon heut« die Fahnen herauszuhängen. Auch, der Zustrom der Fremden wächst noch immer. Der bayerische und der württembergische Automobilklub sind mit über 100 Wagen eingerückt und haben in den Ortschaften bis Lindau Quartier belegt. Der württembergische Automobilklub ernennt Eckener und Dürr zu Ehrenmitgliedern. Der bayerische Automobilklub wird Dr. Eckener eine Plakette und eine Ehrennadel überreichen. Inzwischen bietet Friedrichshafen ein Bild, daß man das sonst so ruhige Städtchen gar nicht wieder erkennt. Bor den Türen der Werft stauen sich die Menschen. Nicht nur die hiesigen Hotels, sondern alle Orte der Umgebung sind überfüllt mit Fremden. Der blinde Passagier. Fricdrichshaftn, 31. OKI. Mustert man beim Luftschiffbau die für die Passagiere «ingetroffene Post, so scheint der blinde Passagier derjenige zu sein, der am sehnsüchtigsten erwartet wird. Telegramme und Briefe liegen für ihn in großer Menge hier. Variete-Direktionen und der Film bemühen sich bereits um ihn und da das verstärkte Angebot eine Preissteigerung bedingt, so tzann man dem jungen Mann nur gratulieren. Ein Heidelberger Gastwirt erbot sich sogar, ihn die nächsten vier Wochen lang zu« beherbergen und zu verpflegen, um ihn dann aus seine Kosten nach Hause befördern zu lassen. Eine Berliner. Filmgesellschaft b«t ih!m! 10 000 Mk. für eine Filmrolle. Das Warenhaus Tietz in Aachen machte ihm ein Stellen-Angebot in ihrem Haufe. Der Hearftverlag will ihn als Berichterstatter anstellen. Eine Tonne Post. Der „Graf Zeppelin" hat 49 745 Briese und 51938 Postkarten mit, wofür der deutschen Postoerwaltung von der amerikanischen Post 75 713 Dollar gutgeschrieben werden. Die gesamte Post wiegt ungefähr eine Tonne. ,So wie einst das Handels-U-Boot von Bremen aus die erste Frachtladung unter dem Wasser über den Atlantik nach Baltimore beförderte, so ist es jetzt wiederum der Bremer Hafen, der die erste i n der Luft über das Weltmeer beförderte Frachtsendung erhalten wird. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" führt, wie schon belichtet, an Bord einen 240 Pfund schweren Baumwollballen, der die Weltbedeutung Bremens als Baumwollhafen treffend dokumentiert. Der Ballen soll versteigert und der Erlös hieraus der -tapferen Besatzung des „Graf Zeppelin" zufließen. Nach dem deutschen Schritt. Frankreichs Quertreibereien gegen die unabhängigen Sachverständigen. Die falsche Auslegung des Artikels 233 . — Was wird England tun? Frankreichs Quertreibereien gegen die unabhängigen Sachverständigen.) — Dir falsche Auslegung des Artikels 233. — Was wird England tun? Paris, 31. Okt. Die Presse, soweit sie nicht durch die inner- politische Frage der Zulassung der religiösen Kongregationen in Anspruch genommen wird, fährt zum Teil schweres Geschütz aus gegen den Vorschlag der Reichsregierung, den einzufttzenden Re- parationsausfchutz aus unabhängigen Sachverständigen zu bilden. Die französische Regierung hat offenbar eine Schwenkung vollzogen. Kurz nach Genf hat man nur von Sachverständigen gesprochen. Urplötzlich führt die französische Presse, offenbar nicht aus eigener Fnitiativ«, einen Kampf gegen die unabhängigen Sachverständigen und tritt für einen Beamtenausschuß ein, damit die Regierungen in der Lage seien, die Verhandlungen zu kontrollieren. Das „Oeuvre" plaudert aus, um was es sich handelt: Man wolle deine amerikanischen Bankiers und wolle vor allen Dingen verhindern, daß nur über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands verhandelt werde. Man wolle Diplomaten oder Beamte, damit Frankreich in den Vordergrund der Erörterungen feine Ansprüche nicht nur auf Zahlung der Reparationen, sondern auch auf Zchlung seiner Kriegsschulden durch Deutschland stellen könnte. Man will mit einem Wort den Dvwesplan selbst in sein« schärfsten nnd für Deutschland ungünstigsten Auslegung Lber- bteten «nd Deutschland für 62 Jahr«, solange eben Frankreich an dir Bereinigten Staaten zu zahle» hat, zu Zahlungen v«- Pflicht«. Aus diesen Gründen gibt man dem Artikel 233 des Friedensvertrages eine falsche Auslegung. 3n diesem Artikel wird gesagt, daß DeutMand ab 1921 nur 30 Fahre, also bis 1951 zu Reparationszahlungen verpflichtet werden kann. Man erklärt nun, daß dieser Artikel einen Zusatz enthalte, daß, wenn Deutschland in Verzug bleibe, die Zahl der Annuitäten erweitert werden könne. Das ist falsch denn es heißt, wenn Deutschland mit der Begleichung seiner Schuld in Rückstand bleibt, kann die Zahlung der Restsumme nach Gutdünken der Reparationskommission auf spätere Jahre verschoben werden. > deutet also um oder will umdeuten, und für eine derar- nge Tätigkeit sind natürlich Männer der Wirtschaft und der Finanz mcht geeignet. Deshalb sucht man sie allenfalls in der zweiten Periode der Konferenzverhandlungen zuzuziehen. Man will also die Einheitsfront gegen Deutschland zurrst innerhalb des Ausschusses schaffen «nd ist am Schluß vielleicht gnädig geneigt, die Sachverständigen aufmarschieren zu lassen, die dann nur rin« kalkulatorische Aufgabe durchzufiihren hätten. Man darf ermatten, daß Poincare heute dem deutschen Botschafter in der gleichen Weise, wie es die französische Press! bereits gemacht hat, mitteilen wird, daß die französische Regierung nicht den Standpunkt vertritt, daß der zu berufende Reparationsausschuß sich aus unabhängigen Sachverständigen zusammensetzen müsse. 3n Patts liegen ja die Dinge anders als in London, Brüssel und Rom. Dott werden die Außenministerien die Verhandlungen führen. Hier in Paris scheint Briand sich gerne ausgeschaltet und dem Finanzminister und Ministerpräsidenten Poincare die Behandlung der Frage überlassen zu haben. Das ist die Lage, bevor die Diskussion eröffnet wird, und man wird zugestehen, sie ist ziemlich verworren und schwierig. Was denkt die britische Regierung über diese wichtige Frage? Das dürfte letzten Endes entscheidend sein. Wer erklärt den Widerspruch? Der Kurs der englischen Außenpolitik. London, 30. Okt. In politischen Kreisen wird von niemanden bezweifelt, daß Baldwin durchaus aufrichtig war. als er in der Albett-Hall eine Neuottentierung der britischen Politik und jedes Abweichen von dem Standpunkt besttttt, für den das Wott Locarno ein Symbol ist. Ab« von vielen wird bezweifelt, daß das ganze Kabinett Baldwins Standpunkt gnüheißt, mit andern Worten, daß er Herr in seinem eigenen Kabinett fft. Man meint, Baldwin habe die PflM, den Widerspruch z« erklären zwischen seiner Versicherung, daß es keine Entente gebe, und Lord Eufhenduns ebenso nachdrücklichen Erklärung, daß die alte Entente fortbe- stehe, die ihre Spitze gegen Deutschland richtet. Der „Manchester Guardian" schließt seinen heutigen Leitauf- satz mit folgenden Sätzen: Wir sind Mr. Baldwin dankbar für seine Versicherung, daß keine Entente besteht. Wir wären ihm noch dankbarer, wenn er uns eine andere Theorie der auswättigen Politik auszeigen würde, die die bekannten Tatsachen erklären würde, und wir wären ihm am dankbarsten, wenn er dafür sorgen würde, daß diese Erklärung die Ohren unserer französischen Freunde erreichen würde, die, wie wir befürchten, noch schwerer zu überzeugen sino, als irgendwelche feiner britischen Kritiker. Tatsächlich wir» nach hiesigen Meldungen nicht nur Baldwins Erklärung in Paris scharf kritisiett, sondern man ist nicht einmal mit Lord Eufhenduns Rede zufrieden. „Times" Klagen in einem Leitauflatz über die Mißverständnisse, die im Ausland bezüglich der britischen auswättigen Politik bestünden und die Ramsay Macdonald und Lloyd George für Parteizwecke förderten. Die Haltung des britischen Volkes sei ganz einfach. Sein beherrschendes Interesse in internationalen Angelegenheiten sei die Erhaltung des Friedens. Es strebe mit ganzem Herzen nach einem Zusammenarbeiten und nach Freundschaft mit allen Völkern, die die geringste Neigung zeigen, freunde schflstlich zu sein. Es hege keine unveränderte Vorliebe und kein« ttefen Feindseligkeiten. Zn seiner ganzen Haltung liege nichts Exklusives. Weder die heutige Regierung noch eine künftige Regierung könnten oder würden es wagen, ihre Politik auf irgend! etwas anderes zu gründen als auf die feste Entschlossenheit des britischen Volkes, den Frieden zu sichern. Das sei eine elementare Tatsache und die Karikatur, in der die britische Politik dargestellt werde, mache es notwendig, das zu sagen. Das Blatt betont dann die große Bedeutung der feierlichen Erklärung Baldwins in der Albert-Hall ohne im geringsten den Widerspruch zu erklären, der zwischen ihr und derjenigen Eufhenduns und zwischen den Marineämtern Großbritanniens und Frankreichs besteht. » * London, 30. Okt. Zn einem Aufsatz der „Daily News" von F. A. Soender heißt es: Der Locarnovettrag hat die Möglichkeit eines deutsch-französischen Krieges zur Voraussetzung. Man darf fragen, in welcher Lage England sich befinden würde, wenn es gezwungen sein sollte, an der Seite eines entwaflneten DeutMand gegen ein Frankreich zu kämpfen, das mit Englands Zustimmung überwältigend ausgerüstet ist. Wenn das Abkommen mft Frankreich bezüglich der ausgebildeten Reserven seine Gültigkeit behält, dann muß England unvermeidlich dafür eintretrn, drtz auch Deutschland zur allgemeinen Dienstpflicht zurückkhren darf. Der ungläubige Benesch' „Ich glaube nicht an den Anschluß Oestreichs an Deutschland. Die Sache läßt sich politisch nicht durchführen. Ich glaube auch nicht an eine Revision des Friedensoertrags von Trianon." Dieses Bekenntnis einer schönen Seele abzulegen, hat der tschechische Außenminister Benesch gerade jetzt anläßlich der Zehnjahresfeiev seines eigenen Staates für richtig gehalten. Wenn man diese Aeußerung Beneschs mit denen aus früheter Zeit vergleichst so könnte sie beinah« milde anmuten, denn Herr Benesch sagt nur ganz bescheiden, daß er an etwas nicht glaubt, aber nicht, ob Ihm die Sache angenehm oder unangenehm flt und ob er etwas dagegen habe. Andererseits stellt diese Ungläubigkeit aber eine neue Taktik dar, da es der Versuch ist. den Anschluß als tatsächliche Unmögliche keit und jede Bemühung dafür als politischen Nonsens zu zeichnen. Schließlich sollte der tschechische Außenminister einmal in der Geschichte seines eigenen Landes Nachlesen, Hessen zehnjährige Eigenstaatlichkeit doch wohl noch keinen geradezu überwältigenden Zeitraum darstellt. Noch vor zwanzig Jahren hätte jeder Mensch, vielleicht sogar auch Herr Benesch selbst nicht an einen tschechoslowakischen Staat geglaubt und ebenfalls „die Sache für politisch undurchführbar" gehalten. Wir wissen in Deutschland und Oestreich selbst sehr wohl, daß sich dem Anschluß gegenwärtig politisch« Hindernisse entgegenstellen, das brauchen wir uns nicht erst von Herrn Benesch sagen zu lassen. Die ständige Beschäftigung mit diesem Thema, die Benesch in der letzten Zeit besonders an den Tag legt, läßt aber doch vermuten, daß es für ihn nicht «ine reine Angelegenheit des Glaubens, sondern weit mehr eine Sache der politischen Geschäftigkeit ist, die er gern in seinem Sinne beeinflussen möchte. Das paßt nun recht eigenartig mit dem von ihm behaupteten guten Verhältnis zum Deutschen Reich zusammen, denn man kann in Deutschland solche Aeußerungen nicht anders als bewußte Unfreundlichkeit ansehen, besonders dann, wenn sie aus dem Munde des verantwottlichen Leiters der tschechischen Außenpolitik kommen. Die Tschechoslowakei beschränkt sich allerdings nicht nur auf solche Meinungsäußerungen, sondern geht auch in der Praxis gegen dos Deutschtum so unverhüllt vor, daß eine Besserung der deutsch-tschechischen Beziehungen dadurch ernstlich ln Frage gestellt wird. Das gerade jetzt bekannt gewordene Verbot der Errichtung von Zweigniederlassungen deutscher Einzelkaufleute und Handelsgesellschaften in der Tschecho-Slowakei stellt ein bewußtes wirtschaftliches Vorgehen gegen deutsche Handelsinteressen dar, das von Rechts wegen nur durch gleichartige deutsche Maßnahmen beantwortet werden könnte, wenn sich die Tschechen nicht zu einer sofortigen Rücknahme dieser illoyalen Praktiken ver- stehen. Es muß dabei ganz besonders befremden, daß dies auf einen besonderen Erlaß des Fustizministers zurückgeht, der in de« Person Mayr-Hartings selbst ein Angehöriger der deutschen Regierungsparteien ist. Wenn die Zugehöttgkeit zur Regierung sich für die deutschen Patteien nur in der Weise auswirkt, daß sie allen tschechischen Wünschen nachgeben oder nachgeden müssen, auch wenn- dadurch deutsche Interessen geschädigt werden, so fragt man sich allerdings, was dies« Regierungsbeteiligung überhimpt für emen Zweck hat. , ' Vielleicht glaubt Herr Benesch und seine Regierung auch, daß man sich in Deutschland zu keinen Gegenmaßnahmen entschließen wird und die Schädigung deutscher Wittschaftsinteressen ohne weiteres htnnimmt. Wir wollen hoffen, daß dieser Glaube ebenso wie der in der Anschlußfrage gründlichst zuschanden wird und die politische Wirklichkeit über solche Bekenntnisse znr Tagesordnung übergeht. Dazu ist allerdings ein aktives Verhalten der brutMn Außenpolitik erforderlich die sich auch um den Fall des deutschen Bahnhofs in Eger bekümmern sollte, wo die Gerüchte über ein bedenkliches Entgegenkommen gegenüber den tschechischen Wünschen so mit Einzelheiten versehen sind, daß ein einfaches Dementi und der Hinweis auf die Unterbrechung der Verhandlungen nicht mehr genügt. Nr. 256. Jahrgang 1928. Der Limdbote * Sinsheim er 3eitnag. Donnerstag, den 1. November 1928. «Das Geschick Hai es gewollt- Präfident Ma'aryk über die Fricdrnsvrrtriig!. Prag, 29. Litt. In der Kundgebung, mit der der Präsident der Republik, Masaryk. gestern die Glückwünsche der beiden Kammerpräsidenten und der Regierung anläßlich des zehnjährigen Bestandes der Republik beantwortete, berührte er u. a. auch das Thema der Friedenpoerträge, wozu er u. a. ausführte: Wir können nicht erwarten, daß die Bestimmungen der Friedensverträge überall und von allen Teilen ohne Einwände und Proteste hingenommen werden. Ich selbst gebe ohne Zögern zu, daß die Friedensverträge einige „Erläuterungen" erhalten. Dies muß aber in loyaler, offener und ehrlicher Weise geschehen. Di« feindliche Agitation, der Kampf mit Unwahrheiten u. geradezu mit Lügen werden die verlangten Korr kture.i n cht bringen Die durch das Blut von Millionen erkauften Verträge sind kein Fetzen Papier und cs ist keine Uebertreibung, wenn ich sage, daß wir von Anbq- ginn an seit der Unterzeichnung der Friedensverträge loyal und im Einvernehmen mit unseren Nachbarn und um den allgemeinen Frieden, um die friedliche Konsolidierung nicht nur von Mittel-, sondern ganz Europas bemüht haben. Unser Verhältnis ist freundschaftlich nicht nur zu den Verbündeten, sondern bereits zu dm Völkern, gegen die wir im Weltkrieg gekämpft haben. Zu den inneren Fragen erklärte der Präsident: Das Geschick hat es gewollt, daß neben Tschechen und Slowaken im engeren Staat bereits seit langem eine bedeutende Zahl Deutscher lebt, und diese unsere deutj- schm Mitbürger sind auf einer hohen Kultur- und Wirtschastsstufe. Es ist eines der wichtigsten Probleme unseres Staates, daß aus unserer Politik jeder Chauvinismus ausgeschaltet werden muß. In der Demokratie ist die Vertretung der Minoritäten eine Notwendigkeit. Der Eintritt von zwei deutschen Ministern in die Regierung ist der glückliche Anfang eines definitiven Einveitnehmens. Luxemburg will wieder neutral sein. Luxemburg, 30. Okt. Die luxemburgische Regierung hat wieder einmal die Bemühungen ihrer Vorgänger ausgenommen, den halbwegs erzwungenen Verzicht auf die luxemburgische Neutralität rückgängig zu machen und mit Genehmigung des Völkerbundes die Neutralität wieder zu erlangen, welche sich besser mit d:m Volkscharakter verträgt als der jetzige Zustand, der im Kriegsfälle Luxemburg Verwüstungen aussetzen würde. Die Regierung Reutter hatte vor einigen Jahren ihre Zustimmung zur Aufhebung der luxemburgischen Neutralität gegeben. Aber diese Zustimmung müßte durch eine konstituierende Versammlung gutgehei- ßen werden, was zu fordern bisher noch keine Regierung aus Furcht vor einer Niederlage wagte. Anderseits könnte Luxemburg vom Völkerbund ausgeschlossen werden, wenn es seine Neutralität- wieder herstellt. Augenblicklich verhandelt Luxemburg mit Frankreich und Belgien, um zu hören, unter welchen annehmbaren Bedingungen die Neutralität nach dem Londoner Vertrage von 1867 wieder hergestellt werden könnte, ohne daß Luxemburg aus dem Völkerbund ausscheiden müßte. Die Verhandlungen mit Frankreich sind nach einer Meldung des Luxemburger Tagblatts abgeschlossen, auf welcher Basis, wird jedoch nicht gesagt. Die Verhandlungen mit Belgien werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. Nobile in Ungnade. Der Berliner Börsenkurier gibt eine römische Meldung von Stockholms Tidningen wieder, nach der Nobile aus dem aktiven Dienst entlassen worden ses. Er lebe ganz zurückgezogen, dürfe Rom nicht ohne besondere Erlaubnis verlassen, keine Journalisten empfangen und keine Artikel schreiben. Auch sei es chm nicht gestattet, sich an öffentlichen Stellen zu zeigen. Wilhelm ll. will nicht. London, 31. Okt. Die Evening News berichtet über einen Briefwechsel, der zwischen Wilhelm ll. und Sir Frederick Pon- sonby über die in der vorigen Woche erfolgte Veröffentlichung der im Besitz von Ponsonby befindlichen Briefe der Kaiserin Friedrich ftattgefunden hat. Wilhelm ll. habe vor der Veröffentlichung in einem Brief an Ponsonby verlangt, daß die Veröffentlichung unterbleiben solle. Wilhelm II. sei in diesem Brief sogar soweit gegangen, zu behaupten daß Ponsonby die Briefe in Friedrichshof gestohlen habe. Ponsonby habe darauf Wilhelm II. g.antwottet, daß die Briefe ihm persönlich von der Kaiserin übergeben worden seien und daß die Veröffentlichung trotz des Einspruchs des früheren Kaisers e rfolgen werde. Wilhelm ll. sei über diese Antwort so entrüstet gewesen, daß er Ponsonby gedroht habe, auf dem internattonalen Rechtswege die Unterdrückung des Buches durchzusetzen. Die Evening News meinen, daß es interessant sein würde zu sehen ob Wilhelm II. Schritte unternehmen werde, die Veröffentlichung des Buches in Deutschland zu unterdrücken. 200000 Arbeiter vor der Ausfperrvng. Ergebnislose Einigungsverhandlungen in der Eisenindustrie. — Me Ruhrarbrilgeber kündigen. — Der R«ichskanzl-r berät mit Wisse« »nd Enrtius. Berlin, 31. Okt. Der Lohnkampf im Ruhrrevicr hat sich über Nacht außerordentlich zugespitzt. Die Einigungsverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Arbeitsministerium wurden nach vielstündige. Nachtberatung heute morgen e - gebrii.los a.igebwchen. Reichsarb.i.sministe Wisset!hat denParteien mitgeteilt, daß er noch heute eine Entscheidung treffen werde. Me Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium zwischen den Vertretern der Schwerindustrie und den Arbeitnehmern waren nach 10-stündigem Verlauf umi 1 Uhr nachts unterbrochen worden, um dem Arbeitsminister nochmals Gelegenheit zu geben, in Elnzelbe- ratungen mit den Vertretern der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber ein Kompromiß zu finden. Doch auch diese Versuche scheiterten. Die Arbeitnehmer beharrten auf der Derbindlichkettser- klärung des Schiedsspruches, während die Arbeitgeber die Mehrlasten aus dem Schiedsspruch als untragbar bezeichneten. Um 41/2 Uhr morgens mußte Wissel die Erfolglosigkeit seiner Bemühungen einsehen und die Verhandlungen wurd.m daraufhin abgebrochen. Die Verschärfung der Lage erklärt sich daraus, daß die nordwestliche Gruppe der Montanindustrie eine Gesamtkündigung d« Belegschaften zum 1. November ausgesprochen hat. Dir Arbeitgeber haben erklärt, daß sie diese Maßnahme morgen durchführen werden, so daß von morgen ab mehr als 200 000 Arbeiter an der Ruhr feiern müßten. Die Arbeitgeber treffen bereits alle Vorbereitungen für die Entlassungen. Der Reichskanzler hat angesichts des außerordentlichen Ernstes der Lage beim Lohnkonflikt in der Metallindustrie Hute vormittag eine Besprechung mit den beteiligten Ressorts einberufen, an der auch die beiden zuständigen Minister für Arbeit und Wirtschaft, Wisse« und Curtius. tcilnahmen. Die Reichsregierung will a uf jeden Fall vermeiden, daß sich, Komplikationen ergeben, die weit über den Rahmen des bisherigen Lohnkampfes hinausgehen könnten. Die Aussperrung der Metallarbeiter. Esten, 31. Okt. Heute vormittag haben dir Firmen Krupp in Rheinhaujen, Thyffen in Hamborn und Rheinstahl in Duisburg der heutigen Nachtschicht die Papiere bereits ausgehändigt und damit mit der Aussperrung begonnen. Die Industrie hat den schweren Entschluß zur Stillegung gefaßt, um endlich einmal mit dem System, daß bei Ablauf eines Tarifvertrages immer wieder neue Forderungen gestellt werden, die alsdann auf dem Schlichtungswege wenigstens teilweise erfüllt werden, gebrochen wird. Die Industrie sieht in diesem System einen Rest aus der Inflationszeit, der, wenn nicht endlich damit Schluß gemacht wird, unzweifelhaft zu neuen Inflationserscheinungen führen muß. 10 Zahre Reichsarbeitsministerium Berlin, 31. Okt. Anläßlich des 10jährigen Bestehens des Neichsarbeitsministeriums fand im Festsaal seines Dienst- gebaudes ein größerer Festakt statt, an dem u. a. die Reichs- behvrden, die Vertreter der Länder, des Reichsrats, des Reichswirtschaftsrates, des internationalen Arbeitsamtes, sowie zahlreiche andere Persönlichkeiten des deutschen öffentlichen Lebens tcilnahmen. Tie Feier begann mit einer Rede des Reichsarbeitsministers Wistel, der auf die große soziale Bedeutung der Pflege der menschlichen Arbeit in einer längeren Rede hinwies. Reichskanzler Müller, der Reichstagspräsident Löbe, der preußische Minister für Volkswohlfahrt, Dr. Hirtstefer, als Vertreter des Reichsrats, sowie Dr. von Siemens für den Reichswirtschaftsrat wiesen' sodann auf die Bedeutung der im Reichsarbeitsministerium für das Volkswohl geleisteten Arbeit hin. Süddeutscher Zentralismus? Die süddeutschen Zentrumspartenn und die Reichsreform. Es war zur erwarten, daß die Auswirkung des Verlaufs der Berliner Verhandlungen über die Neugestaltung des Reichs einen engeren Zusammenschluß der Zentrumsparteien Süddeutschlands ergeben würde. Auch der badische Staatspräsident Remmel« hatte darauf ja schon hingewiesen. Nun hat bereits in Augsburg eine Fühlungnahme stattgefunden, bei der man sich offenbar recht einträchtig gegeben hat. Man sieht aus den Berichten freilich nicht — wofür man sich am meisten interessieren würde — ob nun der ganz extreme bayttsche Standpunkt die anderen herüberziehe» wird, oder ob der etwas gemäßigtere der württ. und badischen Zenirumsleute auf die Bayr. Volkspartei abfärbcn mag. Der auf Süddeutfchland begrenzte Zentralismus mit einer Art neu« Mainlinie, wie er schließlich nicht so ganz abseits dieser Stimmungen und Absichten im Zentrum liegt, fände jedenfalls bei d« übrigen Bevölkerung des Südens kein: Unterstützung» wenn man auch in München noch so sehr betont, daß der tiefe Sinn des Pattv- kularismus nichts sei als die Stärkung der Einheit! ßtifV RÖRAN von WÖLFGANGr MARKEN „Was denken Sie von mir? Ich weiß, daß Sie mir jeder Gastfreundschaft gewähren würden, als Ihre schönen Fimmer gegen Geld zu vermieten." „Wirklich, das würde ich gern tun." „Ehe ich auf Ihr liebenswürdiges Kompliment emgehe, nein verehrter Mister Testing, wollen wir das Geschäftliche Tledigen. Gestatten Sie mir, daß ich den Pensionspreis elbst festsetze?" „Gern!" Ein Stein fiel Robext Testing vom Herzen. „Wie lange sind wir hier? Sechzehn Tage, wenn ich nicht rre. Rechnen wir den Tag mit hundert Dollar, macht also echzehnhundert Dollar. Ich gebe Ihnen zweitausend Dolor. Wir bleiben ja noch eine Welle hier." Testing fiel bald auf den Rücken. „Um Gottes willen, Mrs. Porter! Wir find doch keine fieppgesellschafst. Der Pastus im Inserat, daß der Preis ich nach dem Einkommen richte, ist doch nur ein guter Witz Zans." „Ich habe es nicht als Witz gelesen, Mister Testing. Rein, Sie müssen das Geld nehmen. Bitte, Mister Testing. Ich )abe ja so viel, und es gefällt mir bei Ihnen so gut, stpß ich ,ar nicht mehr von hier sortgehen möchte. Also, nehmen Sie, Mister Testing. Es macht mir so viel Freude." Mit gesenktem Kopfe nahm Testing das Geld. „Wenn ich nur wüßte, wie ich das ausgleichen könnte, jjjjg m or ter " Die alte Frau Porter lachte herzlich auf. Ihr Lachen var so gütig, mütterlich. „Sie haben mir so wohl getan. Sie haben emer alten Frau, die sich nur noch durchs Leben langweikte, Freude gemacht. Ist das nicht viel, Mr. Testing?" , . Testing hielt immer noch den Kopf gesenkt. Bei den letzten Worten hob er ihn. „Einer alten Frau? O. sagen Sie das nicht! Darf ich Ihnen einmal ein Kompliment macken, Mrs. Porter, eins, das von Herzen kommt" „O. das ioll mich freuen!" Testing sah sie schalkhatt an. „Ich woule Oynen lagen. Mrs Porter, daß ich imstande wäre, noch ein drittes Mal pl-heiraten, trotz meiner schweren Enttäuschung, wenn^mir ;inmal eine Frau begegnete, so wie Sie, Mrs. Porter." Mrs. Porter errötete wie ein junges Mädchen. „Rur," beendete Testing wehmütig. „Sie dürfte nicht so fürchterlich reich sein wie Sie, Mrs. Porter." „Wäre das ein schlimmer Fehler?" „Ich fürchte, ein sehr schlimmer, denn dann würde sie nicht viel nach mir armen Teufel fragen." Mrs. Porter richtete ihre gütigen Augen auf Robert Testing. „Wenn sie aber . . . doch nach dem armen Teufel fragen würde, oder bester gesagt: nach dem reichen Teufel? Wenn sie kennengelernt hätte, daß Geld tatsächlich nichts anderes ist als ein notwendiges Uebel . . . was würden Sie dann km?" „Dann . . . würde ich dem Glück nicht die Tür westen» würde es festhalten." Die Augen der beiden trafen sich. „Wollen Sie es feschatten, Mister Testing?" fragte sie herzlich. Testing sah sie verwirrt an. 9f Brs (St£ * Hell und glücklich lachte sie ihn an. „Ich mache verkehrte Welt. Nicht wahr, so sagen Sie in Deustchland doch? Ich bin eine Amerikanerin und . . . bitte um Ihre Hand, Mstter Testing." Testing war immer noch sastungslos. „Sie wollen . . * wirklich?!" „Ich will wirklich. Mister Testing. Wollen Ne mit mir zusammen noch einmal dem Schicksal die Stirn bieten?" „Mit Ihnen zusammen . . . auch dem Unglück, Mrs. Porter. Es will mir immer noch nicht in den Kopf, daß Mrs. Porter ..." Er faßte ihre beiden Hände und drückte sie herzlich. Offen sah er ihr in die Augen. „Glauben Sie mir, daß ich Sie von Herzen liebe?" Sie nickte glücklich. „Ich weiß es und vertraue Ihnen noch mehr als mir selbst. Sind Sie damit zufrieden?" Und im Überschwang der Freude nahm er ihren Kops in seine beiden Hände und gab ihr einen herzhaften Kuß. In diesem Augenblicke aber fie^ ihm sein Sohn Hanno ein. Stresemann in Karlsruhe. Karlsruhe, 31. Okt. Reichsaußenminister Dr. Stresemann trifft heute nachmittag 3,50 Uhr zu dem von uns bereits angekündigten Besuch der badischen Regierung in Karlsruhe ein. Dieser Besuch, der als Antrittsbesuch seit der Neubildung der Reichsregierung zu werten stt, hat völlig internen Charakter. Darum ist u. a. auch von einem Presse-Empfang abgesehen worden. 3n den Räumen des Staatsmrnisteriums findet in ganz engem Rahmen ein Essen statt. Der Reichsaußenminister dürfte spätestens morgen früh zu dem in Heidelberg stattfindenden Parteitag der Deutschen Polks- pattei abreifen. Besuch von Reichsministern. Stuttgart, 31. Okt. Wie bereits bekannt, wird der ReWrer- nährungsminister Dr. Dietnch am 5. November der württ. Regierung in Stuttgart einen Besuch abstatten. Aus diesem Anlaß wird am 5. November vormittags 10 Uhr im großen Sitzungssaal des Wittschaftsministeriums ein Empfang von Persönlichkeiten aus dem Kreise der Landwirtschaft durch den Reichse» näh rungsminister fftattfinden. Um die Mittagszeit ist eine Beftch- tigung der Institute und Einrichtungen der landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim vorgesehen. Abcnos 6 Uhr wird der Reichsernährungsminister die Vertreter der Presse empfangen und dann einer Einladung der württ. Regierung zum Abendessen Folge leisten. Am 6. November werden die staatl. Milchwittschaftl. Lehr- und Forschungsanstalt in Wangen im Allgäu und einige Käsereien in Wangen und Umgebung besucht. Fm Verlauf des Nachmittags wird sich der Reichsernährungsmimster nach Friedrichshascn begeben. Anläßlich einer Besichtigung der Truppen des Standotts Stuttgart wird der Reichswehrmimster Dr. Kröner am 5. November gleichfalls der württ. Regierung einen Besuch abstatten. Er wird im Verlaufe des Vormittags die einzelnen Minister puffuchen und uf.n 1 Uhr an einem Frühstück beim Befehlshaber des Wehrkreises 5 teilnehmen. Abends ist der Reichswehrminister zusammen mit dem Reichsernährungsmimster Gast der württ. Regierung. Am 6. November folgen Besichtigungen der Truppen des Standorts Ludwigsburg und am 7. November des Standorts Gmünd. Aus Nah und Fern. Allerheiligen — Allerseelen. In den Bäumwipfeln, deren goldene Blätter in der matten Spätherbstsonne blitzen, spielt leichter, fröstelnder Wind. Sein Atem trifft die hohen Eichen, ihre Blätter färben sich fattbraun,- er küßt die Felöbüsche mit seinem Todeshauch und blutrot entquillt es den Aesten und Zweigen. Ein mattes Fahlgelb mengt sich mit altgolöenem Schimmer am Ahornbaum. Mit eiskalter Hand streift der Wind die letzten Gräser und verdorrt stehen sie da — nur müde sich biegend und leise noch flüstern und raunen sie von seliger. Sonnenzeit. Unaufhörlich singt der Würgengel Wind dieselbe leise Melodie, eintönig, schwermütig. Das Lied vom Sterben, tst's. — Der Tod geht durch das Land. Und wie der Schöpfer es liebt — wenn seine Werke sich zum großen Sterben vorberetten — noch einmal die Welt in gigantischer Schönheit aufleuchten zu lassen — so tun wir Menschen es auch. Blumen und Kränze und bunte Lichtlein spielen iw reichen Glanze dann an der Stätte, wo unsere Toten sich zur Ruhe legten. Und wilder Schmerz schreit auf in manchem harten Herzen und quälende Reue nagt in mancher sündigen Brust. Tausend Erinnerungen liegen begraben — tausend Hoffnungen deckt die schwere Erde — tausend Träume sanken in ewige Leere und schwere Schuld ruft un- gesühnt hinein ins Grab um Vergebung. Schwer senkt sich das Wisien von rächender und allverzeihender Ewigkeit hernieder — schwer und dumpf rollt es durch unser Blut — das Ahnen vom Sterbenmüssen. Das uralte Sehnsuchtslied der Seele wird an der Stätte des Todes wieder jung. Das Heimweh nach der Menschen ewiger Heimat erwacht in stürmischem Verlangen und läßt das Todesgrauen zu freudiger Erwartung werden. Der bunte Tod geht durch das Land. Doch sieh auf die Tannen! Wie trotzig tragen sie ihren grünen Nadelschmuck inmitten der versinkenden Pracht — wie strotzt bei ihnen Lebenskraft in der toödurchschauerten Natur. Und während' mit schwerem Schritte wir durch die farbenprangenden Gräberreihen wandeln und Todesschauer unser Herz beengte — wird der jauchzende Glaube an ein Wiedersehen in unserer Seele Heimat uns grünende Hoffnung feilt! Was würde Der dazu lagen? Förmlich angst wurde Robert T esting. „O, Teffing," lachte Mrs. Porter, „was machen Sie für ein ernstes Gesicht! Reut es Sie?" „Reuen? Mrs. Porter, das glauben Sie wohl selber nicht. Sie werden mein Lebenskamerad für immer, und wenn Sie jetzt getrost Ihr ganzes Geld einem Waisenhause schenken. Rein, ich dachte nur: Wie sage ich es meinem Sohne?" „Dem Hanno?" „Jawohl, dem Hanno! Glauben Sie, daß ich gerade«» Angst davor habe? Und dem Jan . . . Das ist nicht lo leicht!" „Teffing, machen Sie sich darüber keine Sorgen. Wir wollen es jetzt noch keinem Menschen sagen. Ich muß erst mit meinen Töchtern reden, ehe wir es öffentlich bekannr- geben. Sie sind doch einverstanden?" „Mit allem, Mrs. Porter, mit allem. Und wenn Sie mir in einem Monat sagen, lieber Teffing, es war doch ein Irrtum, lassen Sie uns die alten, guten Freunde bleiben und . . . vergessen wir das andere, selbst dann wird Robert Teffing immer der Ihrige sein." Da schüttelte die Frau sehr energisch den Kopf, und ihre Augen leuchteten hell auf. „Nein, mein lieber Teffing, ick) halte Sie beim Wort. Ich will Sie als Gatten, und ich werde mit Ihnen glücklich sein. Immer, lieber Teffing, denn ... so komisch es aus dem Mund« einer alten Frau klingen mag ... ich habe den lieben, frohen Robert Teffing wirklich von Herzen lieb " Sie war selbst bewegt geworden während ihrer Rede, und als Teffing ihre Hand ergriff und sie stumm und fest drückte, wußte sie, daß sie im letzten Drittel ihres Lebens noch das Glück gefunden hatte. * * * Die Herzogin unterhielt sich nach dem Diner mit dem Comte, der über ihre außergewöhnliche Liebenswürdigkeit staunte. In geschickter Weise wußte sie das Gespräch' auf seine Reisen zu bringen und lenkte es schließlich auf Südamerika. um endlich auf das Hauptthema: Brasilien zu kommen. Der Comte ersöblte. Nr. 256. Jahrgang 1928. _ ^Sinsheim, 1. Nov. (Der älteste Bürger.) Der älteste Einwohner unserer Stadt. Adam Maier, der nun als Pensionär in der Kreis-Pflegeanstalt lebt, feiert am 12. November seinen 93. Geburtstag. Unser „Elsenbahnmaier" ist körperlich und besonders geistig immer noch rüstig und HÄ an allen Vorgängen des öffentlichen Lebens lebhaftes Interesse. Sein großer Bekanntenkreis wird sicher auch seiner in Treue gedenken. * Sinsheim, 1. Nov. (Wie wird das Wetter im November?) Der November wird von den meisten-Menschen wegen seiner unangenehm düsteren Witterung gehaßt und gefürchtet. Nur selten erlsben wir einen Novembermonat, der sich bemüht, semen schlechten Ru' Lügen zu strafen. Wenn man den Einzeichnungen im Blauen WetterkaleWer glauben darf, so würde der diesjährige November schon in der ersten Hälfte (2. bis 4. und 10. bis 12.) ziemlich stürmisches und auch sonst im allgemeinen recht unfreundliches Wetter mit dichter Bewölkung und recht unsteter Temperaturkurve bringen. * Sinsheim. 30. OKI. (Internationale Autoverkehrszeichen.) Angesichts der ständig wachsenden Bedeutung des Autotorismus erscheint es angebracht, die Autoverkehrszeichen so zu gestalten, daß sie international verständlich sinh- Derartige Zeichen dürfen möglichst keine Beschriftung in irgend einer Sprach: aufweisen, müssen vielmehr mit leicht verständlichen Bildersymbolen versehen sein, deren Verständnis weder an besondere Sprachkenntniffe noch an allzu umständliche logische Schlußfolgerungen oder an die Kombinationsgabe und das Gedächtnis gebunden ist. Di^ bisherigen in Deutschland allgemein durchgeführien Schilder mit Punkten setzen eine Leistung des Gedächtnisses und der Kombinationsgabe voraus, die von inländischen Automobilisten nicht immer mit der wünschenswerten Geschwindigkeit aufgebracht und von Ausländern, die sich auf der Durchreise befinden, kaum erwartet weiden kann. Der Automobilklub von Deutschland, der an maßgebender Stelle an der Regelung internationaler Verkehrssmgen mitarbeitet, setzt sich daher dafür ein, daß Symbole und Bilver in die Verkehrszeichen gesetzt werden, z. B. das Bild eines Automobiles für Straßen, die für Kraftfahrzeuge aller Art gesperrt sind (bisher drei Punkte). 1 * Sinsheim, 31. Okt. (Ausübung des Bormieterechts.) Aehn- lich wie das Vorkaufsrecht gibt es auch ein Vormieteracht. lieber die Ausübung dieses Rechts finden sich grundlegende Ausführungen in einem neuen Urteil des Reichsgerichts vom 8. Juni 1928 III5/28, Darnach hat der Vermieter dem vormieteberechtigten Mieter, wenn nicht den Namen des Drittmieters, so doch mindestens den Inhalt des mit dem Drittmieter fettig abgeschlossenen Vertrages mitzuteilen. Bloße Vettragsverhandlungen mit dem Dritten und die Uebermittlung bloßer Vertragsentwürfe an den vormietberechtigten bisherigen Mieter genügen nicht, um dessen Erklärungspflicht auszulösen. Angesichts der Mitteilungspflicht des Vermieters kann der Vormietberechtigte auch nicht darauf verwiesen werden, seinerseits Erkundigungen über den Abschluß und den Inhalt das anderweitigen Mietvertrages anzustellen. £ Sinsheim, 1. Nov. (Ziffern zum Weltspartag.) Die Spareinlagen für das Deutsche Reich stellten sich Ende August 1928 auf 6,25 Milliarden- am Anfang des Jahres waren es erst 5,09 Milliarden. Die Spareinlagen betrugen nach dem ersten Weltspattag 1925 1,54 Milliarden, nach dem 2. Weltspartag 1926 2,96 Milliarden, nach dem 3. Weltspartag 1927 4,54 Millarden Reichsmark. Nach statistischen Berechnungen entfällt auf jeden siebenten Deutschen etwa ein Sparbuch Auch pro Kopf der Bevölkerung betrachtet, finden sich die Spareinlagen in einem ständigen Aufftieg. So entfielen auf den Kopf der Bevölkerung Ende des Jahres 1925 25,89 Mark, Ende 1926 49,65 Mark, Ende 1927 73,77 Mark, Mitte 1928 93,63 Mark und Ende August 1928 68,58 Mark. § Sinsheim, 31. Okt. (Tagung der badischen Kreise.) Am Samstag fand im städtischen Kaufhaus in Freiburg eine Vertretertagung der badischen Kreise unter der Leitung des Kreisvorsitzenden des Kreises Karlsruhe, Oberlandesgerichtsrat I. R- Stritt, statt. An Regierung und Landtag soll erneut wegen Beteiligung der Kreise am Ertrag der Kraftfahrzeugsteuer herangetreten werden. Die Aufwendungen der Kreise für die Unterhaltung der Kreisstraßen und -Wege sind infolge des Kraftfahrzeugverkehrs ganz außerordentlich gestiegen und betragen zur Zeit jährlich rund 7,5 Millionen Mark. d. h. mehr als das- Dreifache wie vor dem Kriege. Die Regierung hat sich jetzt nicht entscheiden können, die Kreise am Ettrag der Kraftfahrzeugsteuer teilnehmen zu lassen. Wegen Festsetzung einer größt zulässigen Breite und Höchstbelastung der Kraftfahrzeuge sollen Schritte unternommen werden. Die Zuwendungen der Kreise an die bäuerlichen Versuchsringe wurden zur Kenntnis genommen, es wird aber ein Mitbestimmungsrecht der Kreise verlangt. Eine weitere Ausgestaltung der Richtlinien über Wanderfürsorge wurde einer besonderen Kommission übertragen. Als Kreisvorott wurde der Kreisrat Karlsruhe wiedergewählt. £ Kirchardt, 31. OKI. (Kirchweihe.) Am Sonntag und Montag fand hier das Fest der Kirchweihe statt. Das schöne Wetter lockte, in der Hauptsache am Sonntag, viele Fremde der näheren und weiteren Umgebung an. Auf den Ottsstraßen und in den Gaststätten herrschte reges Leben und Treiben. Die Wirte hatten alle Vorbereitungen getroffen, um die „Kerwe-Besuchcr" mit allerlei Speisen und Getränken zu bewitten. Auch dem „Neuen" Aber er berichtete nur allgemein. Er, der sonst gern kleine markante Erlebnisse, drollige Anekdoten brachte, der mit der treffenden Schilderung von Land und Leuten sonst glänzte, schwieg sich über seine brasilianischen Erlebnisse aus. Alle Kunst der Herzogin scheiterte an seiner glatten Art. Als die Herzogin erkannte daß heute wohl kaum etwas Näheres vom Comte zu erfahren sein würde, wechselte sie das Thema Bald waren sie wieder bei einem Lieblingschema der Herzogin. Sie unterhielten sich über die Pferde Der Comte erzählte ihr von einigen Erfolgen, die er in Paris als Herrenreiter hatte Auch Nordensteen beteiligte sich an der Unterhaltung. Nur Hanno laß stumm und nachdenklich m seinem Sessel. „Sind Sie auch ein guter Reiter. Herr Tessing?" Die Frage der Herzogin schreckte ihn aus seinem Brüten auf. „Ich bin noch nie als Herrenreiter im Sattel gewesen, aber ich glaube, es wird nicht so leicht ein Pferd geben, das ich nicht' zwinge." „Obo Herr Teffing!" scherzte die Herzogin. „Ist das nicht etwas viel gesagt?" Nordensteen ergriff statt Hanno das Wort. „Hanno hat recht. Frau Herzogin. Ich beglaubige gern seine Worte. Sie sehen es unserem Freund nicht an. daß er drüben in Brasilien der tollkühnste Reiter und Jäger war " „Du übertreibst. Alerander," antwortete Hanno ärgerlich. „Durchaus nicht. Hanno. Deine Bescheidenheit und Zurückhaltung in Ehren, aber man soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen " Der Comte sah höchst interessiert auf Haniw. Seine dunklen Augen schienen zu prüfen. „Ich glaube Ihrem Freunde Nordensteen gern, daß Sie ein ganz exzellenter Reiter sind Ihre gestrige kamose Leistung bei dem „Tanz der Glückseligkeit" zeigte mir, daß Sre über enorme Schenkelkräfte versiigen müssen Aber daß vre auch ein großer Jäger find, das hätte ich Ihnen nicht zugetraut." Der Lallddote * Stnshetmer Setuuq. wurde tüchtig zugesprochen. Den Tanzlustigen war in 2 Gasthäusern Gelegenheit geboten, das Tanzbein zu schwingen. Mehrere Zuckerund Verkaufsbuden sorgten dafür, daß auch die Jugend ihr „Keri- wegeld" los wurde. So hatte Jung und Alt reichlich Gelegenheit, nach einer arbeitsreichen Zeit, sich einige vergnügte Stunden zu bereiten. Bad Rappenau, 31. Okt. (Verschiedenes.) Das Anwesen des Schweinehändlers Heinrich Hahner sen., dessen notarielle Bey- steigerung in der vergangenen Woche stattfand, ging, nachdem kein Nachgebot mehr erfolgte, zum Preise von 27 500 RM. in den Besitz des Herrn August Kirrstetter, Mülzmeister, dahier über. — Die in hiesiger Kirche sich infolge schlechter Heizungsanlage bemerkbar machende Vergasung bei Gottesdiensten zwang die Kirchenverwaltung, an die Einführung einer neuen Beheizung zu denken. Gegenwärtig werden die Böden aufgerissen, um den Lustkanälen, die nunmehr unter der ganzen Kirche durchgefühtt werden sollen, Raum zu schaffen. □ Epfenbach, 31. Okt. (Das Rathaus) ein aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts stammender gefälliger Bau wird z. Zt. innen und außen gründlich durch Architekt Geyer, Heidelberg, renoviert. Die Kosten für diese Arbeit belaufen sich auf 12 000 Reichsmark. Durch einen außerordentlichen Holzhieb wird dieser Betrag gedeckt. Bemerkenswert ist besonders der Einbau eines Kachelofens, wodurch das' ganze Haus durch Heißluft geheizt wird. x Aus dem Amtsbezirk, 30. Okt. (Der neue Wein.) Die Weinernte ist in den meisten Gegenden beendet. Der Oktober brachte zu all den guten Traubenmonaten noch schönes Wetter. Auch die Niederschläge, die dieser Monat brachte, haben für den Wein recht segensreich gewirkt. Die Qualität des 1928ers kann deshalb allgemein befriedigen. Sie reicht jedoch, wie die Deutsche Wirtszeitung schreibt, nicht an diejenige des Jahres 1921 heran. Das Mostgewicht des neuen Weines ist durchschnittlich geringer als beim Jahrgang 1921. Dabei sind die Weine zum großen Teil recht säurearm. Soweit sich ein Urteil über den neuen Wein heute schon abgeben läßt, ist anzunehmen, daß die Weine etlva an die Jahrgänge 1915 und 1917 heranreichen. Die große Trockew- heit des vergangenen Sommers hat zweifellos einen hemmenden Einfluß auf die Entwicklung der Trauben ausgeübt. Der 1928er muß jedenfalls sehr vorsichtig behandelt werden, und es ist deshalb jedem, der sich größere Mengen neuen Wein eingelegt hat, dringend anzuraten, bei der Behandlung des Weines beizeiten Sachverständige zuzuziehen, damit er keinen Schaden erleidet. x Aus dem Amtsbezirk, 30. Okt. (Klatsch) Ein uraltes Men- schenübel, der Klatsch. Sowohl in der Klein- als auch in der Großstadt, besonders aber auf dem Lande ist er zu Hause. Jetzt fühlt er seine Zeit wieder für gekommen, denn nun beginnen wieder die Kegel- und Bierabende, die Kaffee- und Teekränzchen, die Einladungen, die vielen PlauderstundeN in denen man, wenn es dämmert, noch auf einen Sprung zum Nachbar geht, weil nichts zu tun ist und das Licht gespart werden soll. Was alles im Sommer ungesagt blieb, was alles sich zugetmgen hat in Gassen und Stuben, das hat sich der Klatsch wohl gemerkt, das kommt säuberlich ans Tageslicht, wird noch vergrößert und durch Zutaten ausgeschmückt und geht von Mund zu Mund — je interessanter, umso besser. Wenn man nur nicht so über die Mitmenschen reden und klatschen wollte, wenn man nur zuerst immer vor der eigenen Tür kehren wollte. Aber geredet und geklatscht muß sein, das war früher so, zur Großmutterszeit, das ist leider heute noch so. Da hilft aller Fortschritt nichts. Der Mensch ist sich gleich geblieben, möge er auch im Flugzeug fahren, möge er auch Fernsehen oder im Raketenwagen dahinsausen — vielleicht gar einer hinauf zum Monde — noch immer züchtet er bei sich mit Vorliebe diese vielzüngige Schlange, Klatsch genannt. x Aus dem Amtsbezirk, 31. Okt. (Obst im Tagesspeisezettel.) Frisches Obst trägt sehr wesentlich zur Erhaltung van Kraft und Lebensmut bei. Es enthält Kalisalze und beeinflußt die Harnabsonderung günstig. Es ist deshalb zweckmäßig, am frühen Morgen Obst zu essen, damit die in der Nacht gesammelten .Harn- und Reststosfe des Stoffwechsels aus dem Körper herausgeschafft und der Nierenfilter gereinigt wird. Besonders bei denjenigen, die infolge ihrer durchgehenden Arbeitszeit gezwungen sind, erst gegen Abend die Hauptmahlzeit einzunehmeu, wird der Obstgenuß um die Mitttigszeit von besonderer Bedeutung sein. Jeder, der nach dieser Anregung mehr Obst als bisher zu sich nimmt, wird sehr bald am eigenen Leibe di: Erfahrung machen können, daß er sich wohler und kräftiger fühlt. = Oestringen, 31. Okt. (Die Brandgeschädigten.) Mit den Aufräumungsarbeiten an den durch das Großfeucr zerstörten 5 Scheuern samt Vorräten wurde vor einiger Zeit begonnen und diese sind soweit gediehen, daß mit ihrem Abschluß noch vor Beginn des Winters gerechnet werden kann. Die Wiederaufbau- arbeiten werden angesichts der vorgerückten Jahreszeit dieses Jahr nicht mehr begonnen werden können. Nunmehr sind auch die Entschädigungssummen durch die Oestringer Bolksbank an- gewiesen worden, die den Schaden einigermaßen decken dürsten. Zum Glück waren alle Betroffenen durch Versicherung geschützt. = Rauenbcrg, 31. Okt. (Verschiedenes.) Am letzten Sonntag hielt die hiesige Freiw. Feuerwehr ihre diesjährige Schlußprobe gemeinsam mit der Freiw. Sanitätskolonne ab. — Der Gesangverein „Liederkranz" veranstaltete am letzten Sonnatg einen sehr gut besuchten Heiteren Abend, zu dem der Heidelberger Komiker Fritz Astor gewonnen wurde. Die Stimmung wurde durch zwei lustige Chöre, die unter der stabsicheren Leitung von Musiklehrer F. Leutz einen guten Vortrag fanden, erhöht. —, Heidelberg, 1. Nov. (Eisenbahnfrevel auf der Strecke Frankfutt—Heidelberg.) Am Montag nachmittag wurden von einem Aushilfswärter bei Kilometer 55,99 der Strecke Frankfutt—Heidelberg drei herausgeschraubte Laschenbolzen mit Muttern auf der Außenseite der Schienen, unmittelbar neben dem Schienenstoß zwischen den Schwellenköpfen liegend, aufgefunden. Unmittelbare Zuggefährdung bestand nicht. Da zweifellos Eisenbahnfrevel vorliegt, wurde sofort eine Untersuchung eingeleitet. Wieder ein schweres Unglück im Kaliwerk in Bnggkngen. Freiburg, 31. Okt. Gestern vormittag gegen 9 Uhr ereignete sich abermals ein schweres Unglück im Kaliwerk Buggingen. Beim Transport eines Schüttelrosres stießen sechs Arbeiter mit dem Schüttelblech an eine elektrische Kabel, die zn einer Bohrmaschine führte, wobei zwei Arbeiter durch den elektrischen Strom getötet wurden, ein anderer erlitt einen Nervenschock. Die übrigen kamen mit dem Schrecken davon. Die beiden getöteten Arbeiter find der verheiratete Kaschmarik, wohnhaft in Heitersheim, und der ledige Bitsch aus Sasbach. TaS Unglück ereignete sich auf einer Sohle 880 Meter tief im Bergwerk. Messerstecherei! O Riederbühl. 30. Oktober. Heute nacht 2 Uhr kam es hier unter zwei hiesigen Männern zu einer schweren Messer- stecherei, wobei der ledige Wilhelm Schnurr. Sohn des Feldhüters Schnurr, übel zugerichtet wurde. Drei bis vier 10—15 Zentimeter lange Schnitt- und Stichwunden wurden an seinem Kopfe festgestellt. Trotz seines großen Blutverlustes konnte er noch nach Hause gehen, wo er sodann in den Armen seines Bruders zusammenbrach. Herr Sanitätsmann Erharbt von hier leistete ihm die erste Hilfe. Herr Dr. Donnerstag, den 1. November 1928. K u ch e r - Rastatt ließ dem Schwerverletzten die erste ärztliche Hilfe zukommen. Nach Einlieferung ins Rastatter Krankenhaus wurden noch mehrere Stichwunden am Rücken festgestellt. Schnurr liegt hoffnungslos darnieder. Den Eltern wendet sich allgemeines Bebauern zu, zumal sie vor einigen Jahren eine Tochter durch Ertrinken verloren haben. Der Täter wurde heute morgen verhaftet. Die Untersuchung ist im Gange. Eine Herbstseier mit folgenschwerem Ende. Weisenbach i. Murgtal, 31. Okt. In der Nacht auf Montag kam es hier zwischen Burschen aus Weisenbach, Reichental und Hilpertsau zu einer folgenschwere« Schlägerei, die ein junges Menschenleben gefordert hat. In Medenbach fand am Sonntag abend eine Herbstfeier statt, die vollständig ruhig und ohne Störung verlies. Dieser Herbstfeier wohnten auch etliche Burschen benachbarter Orte bei. Nach der Feier kam es zwischen einigen Burschen am Torfays- gang gegen Reichental zu einer schweren Schlägerei. Der Grund zur Auseinandersetzung soll ein ganz geringfügiger gewesen sein. Die Keilerei hätte keinen so tragischen Aus-! gang genommen, wenn nicht einige Burchen Holzprügel zum „Draufdreschen" verwendet hätten. Einer der Burschen — es dürfte sich um einen aus Weisenbach handeln — schlug mit einem Holzprügel auf den ledigen, etrva 2'2jährigen Josef Zapf von Reichental derart ein, daß dieser bewußtlos zu- sam. enbrach und kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Dem Zapf war die linke Stirnseite mit diesem Holzprügel eingc» schlagen worden. Auch einige der anderen Beteiligten trugen Schrammen und Kratzer davon. Der schwerverletzte Zapf wurde sofort mit dem Auto in das Krankenhaus in! Gernsbach etngeliefert,- er starb am Montag nachmittag, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Schweres Bannnglück bei Bozen. Bozen, 31. Okt. Im Vorort Rentsch stürzte das Fundament eines Villenneubaues an einem Abhang aus eine dar- unterliegende Villa. Eine Frau mit zwei Kindern, die die Billa betreten wollten, wurden verschüttet und getötet. Die Untersuchung der Ursache des Unglücks ergab belastendes Material gegen den Bauherrn. " 13 Jahre Zuchthaus für einen Sittlichkeitsverbrecher. Essen, 31, Oktober. Vor dem Erweiterten Schöffengericht hatte stch am Dienstag vormittag der 28 Jahre alte Arbeiter Alois Tripp wegen der im Sommer des Jahres verübten, Ueberfälle auf junge Mädchen zu verantworten. Tripp ist' bei diesen Ueberfallen äußerst roh gegen die Mädchen vor- gegangen, so daß seine Opfer zum Teil noch heute unter die-, sen Vorfällen zu leiden haben. Im allgemeinen gab der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Verbrechen bis auf- einen versuchten Ueberfall zu. Der Staatsanwalt beantragt« insgesamt 28 Jahre Zuchthaus wegen zweier vollendeter und zweier versuchter Notznchtverbrechen. Diese wurden zusammengezogen in eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren (Höchststrafe). Das Gericht verurteilte Tripp zu 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Demnächst wird sich Tripp vor dem Düsseldorfer, Schwurgericht auch noch wegen des Mordes an der Konto-! risttn Maria Lappe im Höseler Walde zu verantworten haben. Der Angeklagte nahm die Strafe nicht an, sondern will Berufung einlegen. . J Der Marseiller Francnmörder im Gefängnis gestorben. Paris, 31. Okt. Im Gefängnis zu Marseille ist nach längerer Krankheit Pierre Rey, der 60jährige Don-Juan mit den 15 Bräuten, gestorben. Trotz seines vokgerückten Alters unterhielt Rey durch Inanspruchnahme von Heiratsbüros und Heiratsschwindlern gleichzeitig Beziehungen zu 15 Frauen. Bon diesen ermordete er, soweit bekanntlich festgestellt werben konnte, drei, deren Leichen im Garten, Keller und.Hühnerstall der verschiedenen von ihm bewohnten Villen> gefunden wurden. Der beste jugendliche Redner der Welt. Man erinnert stch noch, daß etwa vor einem Vierteljahr in Berlin ein allgemeiner Rednerwettbewerb für deutsche Primaner stattfand. Regierung, Schulbehörden und amerikanisches Konsulat hatten damals an dieser Konkurrenz das allergrößte Interesse und man weiß wohl noch, daß der Sieger in diesem deutschen Wettbewerb zur Reise nach Amerika bestimmt wurde. Aehnliche nationale Ausscheidungswettbewerbe hatten zur gleichen Zeit auch in allen anderen Ländern der Welt stattgefunüen und nun kamen in den letzt«» Tagen die Auserwählten ihrer Nationen in Washington zusammen, wo die endgültige Auswahl des besten jugendlichen Redners in aller Welt stattfinden sollte. Mehrere Dutzend junger Menschen waren es, Die sich, einer nach dem andern, alle in ihrer Mutter- spräche, auk dem Podium der amerikanischen Hauptstadt vernehmen ließen. Die Ausscheidung dauerte mehrere Tage und erst Ende letzter Woche konnte das endgültige Ergebnis festgestellt werden. Danach wird der Vertreter Frankreichs. Rens Ponthieu, den ersten Preis erhalten und somit als bester jugendlicher Redner der Welt anzusprechen sein. An zweiter Stelle steht der Vertreter von Argentinien, Joss Tomaso, und an dritter Stelle William Fox, der Vertreter Kanadas. Man weiß nicht genau, nach welchen Richtlinien die Auswahl der Vesten erfolgte, aber man darf>vohl annehmen, daß die letzte Entscheidung sachgemäß und unparteiisch durchgeführt wurde. Der deutsche Vertreter ist nicht unter den Siegern. Auch Amerika hat keinen Preis bekommen, von dem man doch bisher immer glaubte, daß es das Land sei, wo schon die Jugend am schlagfertigsten ist. Eierspeise ans 20000 Eiern. In dem französischen Städtchen Elbens geschah es. Auf der einzigen Hauptstraße der Stadt fuhr ein mächtiges Lastautomobil. Zwanzigtausend Eier, sorgfältig verpackt, waren auf ihm verladen. Plötzlich erhielt das Auto einen Deffekt und fiel seitwärts um. Dem Chauffeur gelang es, noch rechtzeitig abzuspringe«. Die Eier gingen aber hierbei sämtlich zugrunde. Sie bedeckten die ganze Straße, bildeten einen gelb-weißen Brei und störten lange Zeit den Verkehr. Niemand wollte in diese Monstreeierspeise hereintreten Schließlich mußte die Feuerwehr gerufen werden, die dann mit ihren Spritzen den Fahrdamm bearbeitete, um ans diese Weise die letzten Spuren dieser 20000 Eier hinweg- »nkvülen. Die Londoner Verbrecher atme« auf. Anfang November verläßt Sir William Horwooö, der Leiter von Scotland Nard, seinen Posten. Mit ihm scheidet auch der bekannte Chef der Detektiv-Abteilung, Sir Wynd- ham Childs, aus dem Dienste aus. Der Mann, dem die Verbrecherwelt Londons den Spitznamen Lyn gegeben bat» war ein Schrecken der Londoner Unterwe.t. Die Verbrecher der Weltstadt können jetzt anfatmen. Im Laufe von beinahe 10 Jahren stand Sir Wyndham an der Spitze der Kriminal» akteilung und hat sich als einer der scharfsinnigsten Detektive Englands bewiesen. Von 114 Morden, die in kurzer. Rr. 256 . Jahrgang 1928 . Zeit in London begangen wurden, find mit seiner Hilfe 112 restlos aufgeklärt worden. Sir Wyndham war der Leiter der Geheimabteilung von Scotland Aard, deren Aufgabe die Aufklärung von Spionage-Affären war. Sie hatte ihre Geheimagenten in sämtlichen Großstädten der Welt. Es war Sir Wyndham, der die berühmte Razzia im Hause der sow- jetrusfischen Handelsvertretung in London durchgeführt hat, die den Bruch der diplomatischen Beziehungen zu der Sow- sctunion zur Folge hatte. Andererseits war Sir Wyndham in gewiffer Beziehung sehr großzügig und fand es lächerlich, den Nachtlokalen allzuoft auf den Leib zu rücken und Leute, die nach elf Uhr ein Glas Schnaps trinken wollen, zu verhaften. Das Personal von Scotland Narb bereitet dem scheidenden Chef einen Abschied als Protest gegen die Verabschiedung des Mannes, der sich bet der Bekämpfung von Verbrechen im höchsten Grade verdient gemacht hat. Ueber die Polizei in Philadelphia, die sich jahrelang bank dem Schutz, den ste den Alkoholschmugglern zuteil werden ließ, des Goldregens reicher Einnahmen zu erfreuen hatte, sind trübe Zeiten hereingebrochen. Die Untersuchung, die ein Ausschuß zur Prüfung der Schmugglermachenschaften vornahm, hat zur Aufdeckung einer Korruption geführt, die auch die schlimmsten Erwartungen übertrifft. Auf Grund dieser Enthüllungen hat der Polizeichef von Philadelphia die 1800 Mitglieder des Polt- zeikorps aufgefordert, unverzüglich über ihr Vermögen Rechenschaft abzulegen und den Nachweis zu erbringen, aus welchen Quellen ihr Privatvermögen stammt. Sie haben sich zu diesem Zweck auf der Polizeiöirektion etnzufinöen und ein genaues Verzeichnis aller Wertgegenstände ihres beweglichen und unbeweglichen Vermögens vorzulegen. Wie der Polizeichef ausdrücklich hervorhebt, betrifft dieser Befehl des Vermögensnachweises nicht nur die Untergebenen. sondern auch die Offiziere aller Grade._ Turnen, Sport und Spiel. Handball. Turnverein Bammental 1. — Turnverein Neckarsteinach 1. 1:3. Bei günstigem Wetter und guten Platzverhältnissen trafen sich am vergangenen Sonntag obige Vereine zu einem FreundD« Laadbote * Sinsheim» Ieitmrg. schaftsspiel. N. spielt von Anfang an überlegen, da Bammental mit Ersatz antrat. Trotzdem kann B. mit 1:0 für sich in die Halbzeit gehen. Nach der Pause kann B. nicht mehr verhindern, daß N. drei verdiente Tore bucht. Mit dem Stande 3 ; 1 für N. pfiff der korrekt amtierende Schiedsrichter das wirklich schön verlaufene Freundschaftsspiel ab. To. Bammental 2. — Tv. Neckarsteimrch 2. 4:3. Tv. Bammental Fgd. — Tv. Neckarsteimch Igd. 10 :0. Donnerstag, den 1. November 1928. Toulons«. 21.30 Uhr: Konzert. 22 Uhr: Glockenspiel. Mailand. 20.50 bis 23.45 Uhr: Opernübertragung. Barcelona. 20.20 Uhr: Orchefterkonzert. Bahnhofstr.23 Radio-Häuser Heidelberg Telefon 4081 Modernste Rundfunk—Anlagen-Versand sämtstcher Zubebörtell« nach allen Orten. - Bertrcteroefuch u. Vorführung unoerbtndtich. Radio-Literat«. Programm-Zeitschriften bei 3. Do ll Bnchtzdlg., Skash ei«. Radio • Programm fir Donnerstag, 1. Nov.: Breslau. 20 Uhr: Divertimento. 20.45 Uhr: Zauber der Südsee. 21.30 Uhr: Erste Funktanzstunde. Frankfurt. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 13 Uhr: Mittagskonzert aus Stuttgart. 15.05 Uhr: Fugendstunde. 16.35 bis 18.05 Uhr: Nachmittagskonzert. 20 Uhr: Konzert der Frankfurter Singakademie. Hamburg. 20 Uhr: „Das kluge Felleisen". 21 Uhr: Internationale Bauerntänze. Anschi.: Der neue Weg zum guten Tanz. Köln und Langrnbcrg. 20 Uhr: „Jedermann." Königsberg. 20.05 Uhr: „Franz Schubert". Königswusterhausen. 20.30 Uhr: „Das Lied von der Erde:" 21.30 Uhr: Der Journalist spricht. Anschl.: Tanzmusik. Leipzig. 20.30 Uhr: Westslawische Musik. 21.30 Uhr: Theodor Mommsen. München. Kaiserslautern. 11.30 Uhr: Morgenfeier. 17 Uhr: Lebenswanderung. 20 Uhr: „Die Legende von der hl. Elisabeth. Stuttgart. 11.30 Uhr: Musikalische Morgenfeier. 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.35 Uhr: Nachmittagskonzert aus Frankfurt. 19.15 Uhr: „Der Müller und sein Kind." Polks- drama. 20.15 Uhr: Totenfeier. 21.15 Uhr: Eisenbahn. „Die Hochzeitsreise". Wien. 19.30 Uhr: Franz Schubert. 20.45 Uhr: Aufführung der ehemaligen Hosmusikkapelle. Daventry Experimental. 20.30 Uhr: „Die Trojaner in Karthago". Schweinemarkt in Bruchsal vom 31. Oktober 1928. Angesahren wurden: Milchschweine 98, Läufer 33. Perkauft wurden: Milchschweine 80, Läufer 15. Höchster Preis für Milchschweine Paar 42.—, für Läufer 65.— RM Häufigster „ . „ „ 35.-. „ .. 60.— „ Niedrigster „ „ „ „ 28.- „ „ 54.- „ Neueste amtliche Kurse vom 1. November 1928. mitgeteilt von der Bereinsbank, e. G. m. b. H. Sinsheim. «»leihe»: mit «us^ofmigsfchetn • ohne Auslosungsschetn eanfeohti« in 0/0 50,75 14,(0 in 0/0 Bad. Bank . . . .17» Darmstädler- und Nationalban! 288 Deutsche Bank .... i«b,75 Deutsche Vereinsbanl . 10 , Dresdner Bank .... 167,35 Mitteldeutsche Kreditbank < . 203 Retchsbaul .... 302,50 Rhein. Kreditbank . . . 124,75 Küdd. Dtsconto Bef. . . . lsi Bergwerk». Aktien in 0 f„ f arpener Bergbau . .136,50 alt Wisteregeln . . . 278 ManneSmannröhrenwerke. — Mansfelder Bergb. u.Süttenw l i7 Oberschl. Eisenb. Bedarf . . - Phönix Bergbau u.Hüttenbetrteb — Salzwerk Hetlbronn . . — Bereinigte Königs» Laurahütte — Aktie» i»dnftr. Unternehmungen: in o/ 0 Allg. Elektr. Stammaktien. . 1,3,50 Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad. Maschine» Durlach .170 Semenlwerk Heidelberg . 135 Daimler Motoren ... ,8 Dtfch. Bold- un Stlberfcheide. 505,50 Elektr. Licht und Kraft . . 23» Smaill.und Stanzwerl Ullrich . — Farbcninduprte . . . 240,75 Gritzner Maschinen Durlach . 122,2! Karlsruher Maschinen . . — Knorr Hetlbronn . . .143 Mainkrastwerke Höchst - , 1X1,75 Reckarsulmer Fahrzeugwerte . 28 Schuckert Elektr. 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