Ers chei n t tSglich Ausnahme der Feierlage Bezugs-Preis: dtePost bezogen und durch »riesträger undunsere Austräger frei ins Laus »«natlich Goldmart 1.8V U«r Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. >» Fällen von höherer Gewalt t-Ueht kein Anspruch auf Liefer- qg der Zeitung oder auf Rückzahlung de « Bez ugspreises. VeschäftszettHk bis S!lhr «ountags geschloffen. Weeusprech-Auschtutz Skr. 48» Postscheck-Konto charlsrutz« Rr. Svv» Der Lanöoote 5m§l»eimer General-Anzeiger fnr bas <ß«gn 839 Zeitung f Äsenz-und Schuxitgbachtal H*lt*Tt* and verbreitetste Leitang dreier Gegend. tz»apt-Hn-eigen-8iLtt Mffetauch. B4U(Mt 81» Bfldi b 41«(QtU » Di* BrtniiMttTtab« » Ha» (Um B4d> dtr {Qod* » R*taeb«r ffir lyau»^ u. Anzeigen»Preise: Anzeigen: Di« 33 mm drei» ^(iüimeter-Zeile 6 Gowp'g Reklamen: Die 92 mm drei« Millimeter-Zeile 20 Goldpfg, Erundschrist im An,eigen- und Textteü ist Petit. Bei Wiederholungen tariffeste» Rabatt, der be>. Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rcch- uungsdatum oder bei gerichtlich«, Betreibung erüscht. Anzeigen-Annahme bis 8 Llh, vormittags; größer« Anzeig«» müsse» am Tag« vorher «#► gegeben werden. Bank-Konto Bereinsbant Sinsheim «.E. M.H.L. M 262. Donnerstag, den 8. November 1928. Präsident Neuyork, 7. Nov. Rach «m 8.30 Uhr MEZ. vorliegende« Meldungen hat Hoooer außer de« «och ansstehenden Resultate» von 48 Stimme« mit 411 Stimme« gegen 72 seines Gegners Smith eine« iiberwältigendenSieg davongetragen. Hoovers Sieg größer als Loolidges 1924 Rewyork, 7. Nov. Nach den letzten Zählungen kann Hoo- ver jetzt als sicher bereits 887 Stimmen auf sich vereinigen. Nach einer Newyorker Schätzung glaubt man, daß Hoover insgesamt etwa 450 Stimmen von 531 bekommen wird. Die demokratische traditionsgemäße Ueberlegenheit in den Süü- staaten scheint ebenfalls gebrochen zu sein und große Mafien der Demokraten sind zu den Republikanern übergetreten. Bislang 412 Stimmen für Hoover. Rewyork, 8. Nov. Um 10 (MEZ) werden für Hoover 412, für Smith 04 Stimmen gezählt. Diese 04 Stimmen kommen aus den Staaten Alamba, Arkansas, Georgia, Louisiana, Maffachuffetts, Miffissippi, sowie den beiden Karolina. Die Ergebniffe von Rhode Island und Texas mit insgesamt LS Stimmen stehen noch aus. Genugtuung in Völlerbundskreisen Genf, 8. November. In maßgebenden Völkerbundskreisen ist die Wahl Hoovers zum Präsidenten der Vereinigten Staaten mit Genugtuung ausgenommen worben. Man Hoover. knüpft an die Persönlichkeit Hoovers die Hoffnung einer engeren Zusammenarbeit zwischen dem Völkerbund und der Washingtoner Regierung. Man weist darauf hin, daß es für den Völkerbund von gxoßem Interesse wäre, an der Spitze der Vereinigten Staaten einen Mann zu sehen, der ein so ausgezeichneter Kenner der europäischen Verhältnisse und insbesondere der großen europäischen Wirtschaftsprobleme ist. Ferner stützt sich diese Auffaflung auf die offizielle Erklärung, die Hoover bei der Uebernahme der Präsidentschaftskandidatur abgegeben hat. Hoover erklärte damals, ein Beitritt der Vereinigten Staaten zum Völkerbund käme nicht in Frage, jedoch halte er es für notwendig, baß Amerika an den wirtschaftlichen, sozialen, wissenschaft- lichen und technischen Ausgaben des Völkerbundes zur Förderung der Wohlfahrt der Menschheit mitarbeite. Ebenso erklärte Hoover, es sei notwendig, daß die Vereinigten Staaten an der Lösung des Abrüstungsproblems durch den Völkerbundsrat mitwirkten. In Völkerbundskreisen wird ferner darauf htngewiesen, daß die bisherigen maßgebenden Vertreter der Vereinigten Staaten auf den verschiedenen Tagungen des Völkerbundes und insbesondere auf der Weltwirtschaftskonferenz meist Persönlichkeiten waren, die Hoover nahestanden oder deren Entsendung auf den unmittelbaren Einfluß Hoovers zurückging. Man ist daher der Ansicht, baß man für die Zukunft mit einer engeren Zusammenarbeit in den praktischen und technischen Fragen mit der Washingtoner Regierung rechnen könne, ohne daß jedoch in der grundsätzlichen politischen Einstellung der Ver- ftnigten Staaten zum Völkerbund irgendwelche Aenöerun- zen zu erwarten seien. Kommt Voincare wieder? Paris, 7. Nov. (Funkspruch.) In den Wandelgängen der Kammer der Rücktritt Poincares Gegenstand des lebhaftesten Meinungsaustausches. Die verschiedensten und am meisten entgegengesetzten Auffassungen wurden geäußert. Im allgemeinen standen sich zwei Prognosen gegenüber. Einerseits wurde versichert, daß Poincars erneut mit der Bildung des Kabinetts beauftragt werden würde, und daß es ihm gelingen werde, ei» Mtnisterkollegtum zusammenzubringen. bas das Vertrauen der Kammer genießen würde. Die Verfechter dieser Anschauung wiesen auf den außerordentlichen persönlichen Einfluß Poincares »nd «ns die Wichtigkeit des v»n ihm eingevrachte» Budgets für 1929. das durch seinen Rücktritt bedroht wäre. hin. Die Gegner dieser Auffassung nennen Briand als zukünftigen Ministerpräsidenten und vermuten, daß er sich vor allem der Mitarbeit Tardteus versichern dürste. Doch wollte man wifien, daß Briand selbst den Posten eines Ministerpräsidenten und die damit verbundene außerordentliche Arbeitslast, da er gleichzeitig Außenminister bleiben würde, nicht gerne übernommen hätte. Zur Stunde ist alles Gerücht, alles Vermutung. Etwas Definitives war in den gestrigen Abendstunden kaum zu erwarten. Paris, 8. Nov. Die Pariser Morgenpreffe spiegelt die Ueberraschung und teilweise auch Bestürzung über den Rücktritt des Kabinetts Poincars wieder, wobei neben de» rückständigen Betrachtungen über die Ursache der Ministerkrise die Frage nach dem, was „jetzt"? überwiegt. Staatspräsident Doumergue hat im Laufe des Dienstagnachmittag nur die Präsidenten der beiden Kammern zur Meinungsäußerung empfangen und gestern die Präsidenten und Berichterstatter der Finanzkommisfionen sowie alle Vorsitzenden oder Führer der verschiedenen Kammern- und Senatsgruppen. Die Besprechungen dürften sich mindestens bis Donnerstag hinziehen, so daß immerhin von Donnerstag ab die Möglichkeit besteht, daß der Präsident den Auftrag zur Regierungsbildung erteilen kann. Die allgemeine Anssafiung geht dahin, daß Poincars wiederkehren wird. Senatspräsident Doumer soll dem Staatspräsidenten bereits am Dienstag den Namen Poincares als des einzigen Man- ftes genannt haben, der die Aufgaben der Regierung von g iorgen zum guten Ende führen könne. Kammerpräsident ouisson erstattete dem Staatspräsidenten Bericht über die Auffassung der Kammergruppen und verwies auf die Unmöglichkeit eines reinen Linkskabinetts oder einer reinen Regierung der gemäßigten Parteien. Er soll ein Kabinett der republikanischen Konzentration als das allein mögliche empfohlen haben. Bei der Regierungsbildung spielt natürlich die Hauptfrage, ob Ministerpräsident Poincars einen Auftrag wieder annehmen wird, eine große Rolle. Seine Aufgabe wird dadurch erleichtert werden, daß die Mehrheit der Parteien in ihm den Mann ihres Vertrauens sieht und er auf die rückhaltlose Mitarbeit mehrerer seiner Minister, so insbesondere Brianös «. Tardteus, wird rechnen können. Man glaubt sogar, daß die radikalsozialistische Partei in einem neuen Kabinett Poincars durch Senatoren und vielleicht Deputierte vertreten sein könnte, die gegenüber dem »Manöver von Angers" sich feindselig zeigten. Aber bis jetzt wurde Poincars nicht befragt und nach dem «Petit Parisien" sollen mehrere Persönlichkeiten seiner unmittelbaren Umgebung erklärt haben, Poincars sei entschloffen, jedes etwaige Anerbieten abzulehnen und angesichts der Stellung, die er G seiner Antwort auf den Brief der raüikalsozialistischen Minister eingenommen hat und seiner früheren Verstcherun- ßc«, kein anderes Kabinett als ein solches der nationalen Einigung bilden. So besteht immerhin einiger Zweifel, ob er den Auftrag Doumergues überhaupt annehmen wird. In diesem Falle dürfte der Präsident, wie „Populaire" an- «immt, ein weiteres Mal a« Briand avvellieren. In der Umgebung des Außenministers ist man nach dem „Populaire" bereits überzeugt, daß Briand mit einem 10. Kabinett Briand die Krise entwirren werde. Schon seit Wochen habe der Außenminister mit dieser Möglichkeit gerechnet. Gin Llebergangskabineti? Paris, 8. Nov. Noch immer besteht in vielen politischen Kreisen die Hoffnung, daß Poincars sich bewegen lassen werde, die Leitung auch des neuen Kabinetts zu übernehmen. Man fragt, was geschehen solle, wenn er sich weigere, zurückzukehren. Die Kabinette Briand und Tardieu, die gestern abend häufig genannt und vielfach empfohlen wurden, erscheinen heute so manchen nicht mehr als die idealen Lösungen. Man spricht bereits von einem Uebergangskabinett, besten Ausgabe es sein werde, den Haushalt sür 1029 zu verabschieden und das von einigen Finanzpolitikern geleitet werden solle, vor allem von dem früheren Finanzminister Elemente!. Für den Fall, daß letztere Lösung sich verwirklichen ließe, wäre Frankreich damit noch nicht geholfen. So urteilt «Paris Midi". Denn ein Uebergangsministerium würde Zweifel im Auslande an Frankreichs politischer Stärke wachrufen und die entscheidenden Verhandlungen über die Regelung der Reparationen, der Schulden und der Sicherheitsfrage, die durch eine schwache Regierung geführt würden, schädigen. Mit Befriedigung wird in Finanzkreisen festgestellt, daß der Franken unter dem Sturze des Kabinetts Poincars nicht gelitten habe. Der französische Kabiuettssturz hat England überrascht. London, 7. Nov. Der Sturz des französischen Kabinetts kam allen politischen Kreisen in England völlig unerwartet. Die Nachricht von dem Rücktritt des Kabinetts selbst wurde — wie in allen Pariser Berichten hervorgehoben wird — mehrere Stunden zurückgehalten. Die Abendblätter enthalten sich vorläufig noch jeden Kommentars und beschränken sich auf eine ausführliche Berichterstattung über die mit dem Rücktritt zusammenhängenden Vorgänge. An der Börse fielen alle französischen Anleihen und Bonds um mehrere Punkte. Die französischen Werte wurde« durchweg beträchtlich angeboten. vresiefiimmen zum Rücktritt Paris, 7. Nov. Die Abenüpreffe nimmt zu dem Rücktritt des französischen Kabinetts nur mit wenigen Worten Stellung. Der «Temps" weist auf den Eindruck hin, den die Nachricht im Senat und in der Kammer gemacht hätte, wo man die Ereigniffe aufs schärfste bedauere. Er würdigt die Tätigkeit des Ministeriums Poincars, dem er das höchste Lob spendet, doch glaubt er nicht, daß nach dem Kongreß von Angers ein neues Kabinett Poincars, in dem auch die Radi- kaljozialisten teilnehmen würde», denkbar sei. Vielmehr dürfe man ein Kabinett der republikanischen Konzentration, d. h. ein mehr nach rechts gerichtetes Kabinett erwarten. Die «Liberts" ist mit der Haltung der radikalsozialisttschen Minister sehr unzufrieden. Sie hätten es an Korrektheit fehlen lasten, da sie es unterließen, ihre Kollegen über ihren Beschluß rechtzeitig zu unterrichten. Die „Liberts" behauptet, daß Poincars sich bitter über die Haltung Herriots auf )em Kongreß von Angers beschwert hätte. Französische Regierungskrise und Reparationsfrage Berlin, 8. Nov. In Berliner politischen Kreisen wird der Rücktritt des Kabinetts Poincars lebhaft erörtert. Natur- gemäß findet die Frage eventueller Rückwirkungen auf die französische Außenpolitik mehr Beachtung, als die innerpoli- 89. Jahrgang tischen Schwierigkeiten, die die Ursache der Demission waren. Wenn auch vielfach der Auffaflung Ausdruck gegeben wird, daß Poincars noch längst kein toter Mann sei, so wird zu- nächst doch die Frage gestellt, ob Poincars der innerpolitischen Hindernisse Herr wird in einer Weise, die ein ungehindertes Zusammenarbeiten mit ihm in der reparationspolitischen Frage ermöglicht. Gerade in diesem Punkte werden lebhafte Bedenken geäußert. Man fragt sich, ob ein Kabinett ohne Poincars, gleichgültig ob Chef oder Finanzminister, mit der gleichen Autorität zu verhandeln in der Lage ist, da Poincars auch heute noch in Frankreich auf finanzpolitischem Gebiet keine ernsthaften Widersacher hat. So viel steht jedenfalls fest, daß der Zusammentritt der Sachverständigenkommission durch die französische innerpolitische Krise eine vielleicht nicht unerhebliche > Verzögerung erfahren wird. Es ist durchaus möglich, daß die alte französische Forderung auf Entsendung beamteter Vertreter von einem mehr oder weniger innerpolitisch gebundenen Kabinett eine Wiederbelebung erfahren wird. Die Entscheidung liegt bei brr sozialistischen Kammergruppe Paris, 8. November. Die Entscheidung über die Neubildung der Regierung liegt zurzeit bei der sozialistischen Kammergruppe, die erst heute zu dieser Frage Stellung nehmen wird. In ihrer vorgestrigen Sitzung beschloß sie nur, die meisten der von ihren Mitgliedern während der Ferien ein- gebrachten Anträge zurückzuziehen, um im Falle der Beratung des Haushaltes ihre Bemerkungen einzuflechten. Paul Boncour wird vor der sozialistischen Kammergruppe sprechen und einen Bericht über die letzten Völkerbundsarbeiten erstatten. In diesem Zusammenhang sei auch auf Auslassungen des sozialistischen Führers Leon Blum im „Populaire" hingewiesen, der mit der Möglichkeit einer radikalsozialistischen Kombination rechnet und dieser bei allen in ihrem Programm enthaltenen Reformen die Unterstützung der sozialistischen Stimmen zusichert. Der dem linken Flügel angeyöreude Zyromski beschäftigt sich ebenfalls im „Populaire" mit der Frage der Regierungskrise und glaubt an die Bildung einer republikanischen Konzentration. Die sozialistische Partei, so erklärte er u. a>, sei Anhängerin einer Politik der Steuerermäßigungen, aber man müsse dazu das Steuersystem von Grund auf ändern und eine Steuerabgabe für erworbene Vermögen schaffen. Die Sozialisten wollten den internationalen Frieden, es genüge aber nicht, daß Briand sein in die Ecke gestelltes Cello wieder aufnehme und ständig die Locarnoformeln wiederhole. Wenn auch die Konzentration am Horizont auftauche, so würde das nicht die sozialistische Mitarbeit ober die Bildung eines Linkskartells bedeuten. Die Partei habe Besseres zu tun, als auf diese Frage zurückzukommen. Ihre Fortschritte leien bei Fortsetzung einer Opposition gewiß. Der «Matin" bezeichnet Poincars als den großen Meister der Stunde, wenn er sich zur Neubildung des Kabinetts entschließen und die vier zurückgetretenen radikalsozialisttschen Minister ersetze. Das Blatt spricht auch von der Möglichkeit einer Spaltung der sozialistischen ober der radikalsvzialistischen Partei, die andere Möglichkeiten offen lasse. Seit einiger Zeit sei viel die Rede von dem Austritt Paul Boncours aus der Partei, die ihm seine Mitarbeit im Völkerbund vorwerfe. Es scheine aber, daß Paul Boncour nur einige seiner Freunde mit sich ziehen würde. Dagegen sei es nicht schwer, unter den Radikalsozialisten Elemente zu finden, die durchaus bereit seien, einem neuen Ministerium der nationalen Union ihre Mitarbeit zu leihen. War der deutsche Schritt ein Fehler? 'London, 5. Nov. Der Pariser„Times"-korrespondent meldet,' daß die französische Regierung der englischen Regierung im Laufe der letzten Woche «in Memorandum bezüglich des vorge- schlagrnrn Reparationsausschusses überreicht habe und daß am Samstag in Paris eine britische Note eingegangen sei. Es sei klar, daß das eigentliche Ziel heute fei, den Umfang des Auftrags des Ausschusses zu bestimmen. Die Frage, ob die Mitglieder unabhängig fein sollen oder nicht, scheine heute ganz nebensächlich. Die direkte Frage, die zu entscheiden sei, lautet: Ob der Ausschuß Deutschlands Zahlungsfähigkeit prüfen solle oder ob er, wie dies durch den Dawesansschuß von 1924 tatsächlich bereits festgestellt sei, nur die Methode und die Beträge der Zahlungen festzustellen habe. Letzteres scheine die französische Auffassung zu sein, da sie nicht nur die ganze Feststellung der Totalschuld, sondern auch den Entwurf eines Arrangements für eine allgemeine Regelung der interalliierten Schulden bedeuten würde. Fedenfalls erwartet man, daß auf die deutsche Demarche eine mehr oder weniger identische Antwort gegeben werde. Pertinax will wissen, daß wenig Möglichkeit bestehe, die Annuitäten unter die 2Vs Milliarden Goldmark herabzusetzen. In wenigen Motten In Völkerbundskreisen herrscht über die Wahl HooverS »nnl amerikanischen Präsidenten Genugtuung. * Dr. Stresemann ist am Mittwoch vom Reichspräsidenten empfange« worden. • Die Tagesordnung für die erste Reichstagssitzung nach der Sommerpause enthält lediglich Anträge, die die Aussperrung in Westdeutschland betreffen. • Nach den letzten Newyorker Meldungen über das Wahlergebnis sind bisher für Hoover 412, für Smith 04 Stimmen gezählt worden. » Der Ausbruch des Aetna hat weiter an Heftigkeit zuge- nommcn. Die Stadt Mascali, die von rund 10 000 Menschen bewohnt war, ist von der Lava vernichtet worden. Nr. 262. Jahrgang 1928. D« Lmrdbole * Stt»h«t»er Aeitm«. Donnerstag, den 8. November 1928. w I Ü ■ welche der Dawesrapport als die normale Annuität feststellte, daß man aber Deutschland trotzdem Verzicht auf den Pransfcrschutz zumuten würde, was nur bedeuten würde, daß die ganze Neuregelung der Dawesfrage aussichtslos ist und daß die Leute recht behalten, welche den deutschen Schritt als einen taktischen Fehler betrachteten. Englische n. amerikanische Luftschiffbaupläne London, 5. Nov. Nach der erfolgreichen Ueberquerung des Ozeans nach beiden Richtungen durch das deutsche Luftschiff „Graf Zeppelin" werden o-on amerikanischer und englischer Seite Ankündigungen laut, die von der Herstellung neuer Bauentwürfe für Ricsenlustschiffe sprechen, an denen die bcobachtcten Ersahrungen des „Graf Zeppelin" Berücksichtigung finden sollen. So bereitet die englische Air Ship Eomp. auf der Basis des seiner Vollendung entgegengehenden Burney Nolls Royce-Luftschiffes einen Bauplan vor für ein Derkrhrsluftschiff, das Raum für 168 Passagiere und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 Meilen in der Stunde haben soll und jeoem Atlantiksturm trotzen kann. Das Schiff, dessen Kosten auf 10 Millionen Mark geschätzt werden, soll die Reis« London-Newyork in 48 Stunden und die Rückreise vorbehaltlich guter Windverhältnisse in 36 Stunden zurücklegen. Nach Meldungen aus Washington dagegen beabsichtigen die Good Pear-Zeppelin-Comp. zwei Ricsenlustschiffe zum Preis von 30 Millionen Reichsmark zu bauen, die alles bisher Dagewesene überbieten sollen. Die Maschinen- und sämtliche Diensträume sollen im Ballonkörper untergebracht werden. Als besondere Neuerung wird das Schiff noch im Innern über einen Flugzeugschuppen für die Aufnahme von fünf Kleinflugzeugen verfügen, die vermittels eines Fahrstuhls fahrtbereit gemacht werden können. Ferner sollen die Zeppeline, deren Geschwindigkeit unter Berücksichtigung des Stromliniensystems bedeutend erhöht werden soll, einen Aktionsradius von 9000 Meilen besitzen. Die Propeller werden an beweglichen Achsen befestigt sein und somit nach allen Richtungen arbeiten können. Hierbei soll besonders der Aufstieg durch Horizontalstellung der Propeller beschleunigt werden. Die Reparattonskonserenz in Brüssel? Berlin, 7. Nov. Der „Ternps" glaubt zu wissen, daß infolge der fehlenden Uebereinstimmung, Paris oder Berlin als Tagungsort der Finanzsachverständigenkonferenz zu wählen, man als Ausweg Brüste! vorschlagen werde, wie dies bereits des öfteren in der französischen Presse erwähut wurde. E ' Die Debatte im englischen Oberbaus * Die Aussprache über die Thronrede im englischen Oberbau- wurde durch Lord Cranbrock eingeleitet, der namentlich die Zusicherung der Regierung begrüßte, daß sie de« Völkerbund weiterhin ihre volle Unterstützung angedeihe» lasten werbe. Der Steuererleichterungsplan der Regierung stelle den bedeutendsten Versuch -ar- der seit dem Kriege zur Lösung der industriellen Notlage und Hebung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Auslande gemacht wurde, .'ord Parmour sprach sich für die Arbeiterpartei gegen jede Ausdehnung der Schutzzölle aus. Die Regierung sei ihren Verpflichtungen in der Abrüstungsfrage nicht ausreichend nachgekommen. Lord Veauchamp bedauerte das Fehlen ,eden Hinweises auf eine Wahlrechtsreform oder eine Reform des Oberhauses in der Thronrede. Auch die Schutzzollfrage sei in der Thronrede nicht berührt worden. Aus das englisch-französische Flottenabkommen übergehend verlangte der Redner eine bestimmte Erklärung, daß das Abkommen als erledigt angesehen werden könne, so daß die britische Regierung heute öastehe, wo die Besprechungen begannen. Lord Salisbury erwiderte für die Regierung, daß es nicht möglich sei, die Frage einer Oberhausreform im gegenwärtigen Parlament zu behandeln. Ferner wandte sich der Redner gegen die Bezeichnung des Flottenkompro- mistes als „Flottenabkommen", da hier nur eine vorläufige Uebereinkunft zwischen der britischen und der französischen Negierung vorliege. Es bestehe kein Zweifel, daß jede Flottenvereinbarung nun tot sei. Es sei aber unklar, wie die Frage der allgemeinen Abrüstung ohne vorhergegangene Verständigung zwischen den interessierten Regierungen gelöst werden könne. Die Aussprache über die Thronrede wurde damit abgeschlossen. Französisch-italienischer Zwischenfall aus Korsika Zum Jahrestag der Einnahme Roms. Paris, 7. Nov. Zu einem französisch-italienischen Zwischenfall kam es in Bastia iKorsika). Die Italiener von Bastia feierten den Jahrestag dex Einnahm? Roms durch l ein Bankett unter dem Vorsitz des italienischen Generalkonsuls. Nach dem Festesten wurden mehrere Reden gehalten und von den Festteilnehmern die faschistische Hymne rngestimmt. Die in den Straßen befindliche Menge antwortete dnrch Pfeifen und Abfingen der Marseillaise» worauf die Italiener damit antworteten, daß sie französische Centime-Stücke zum Fenster hinauswarfen. Dank ernster Ordnungsmaßnahmen konnten die Festteilnehmer im allgemeinen ruhig ihre Häuser gewinnen. Der italienische Konsul wurde von dem ersten Adjunkten und einem Polizeioffizier nach Hause begleitet, wurde aber beim Verlassen des Sanketts von einer kleinen Gruppe Franzosen angerempelt. Die Polizei nahm vier Verhaftungen vor. Der französi- che Unterpräfekt stattete dem italienischen Konsul einen Lntschulöigungsbesuch ab. .. ....... ... _ Die Tagesordnung für die erste Reichsiagsfitzung Berlin, 8. Nov. Die geänderte Tagesordnung für die erste Reichstagssitzung nach der Sommerpause liegt in allen Einzelheiten nunmehr vor. Die Sitzung beginnt am Montag, 12. d. M., nachmittags um 8 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen lediglich Anträge, die die Aussperrung in Westdeutschland betreffen, und zwar handelt es sich zunächst nur um komumnistische Anträge. Einmal um die kommunistische Interpellation über die Aussperrung in der Hüttenindustrie des Rhein- und Ruhrgebietes, dann um einen kommunistischen Antrag über die Gewährung der Arbeitslosenunter- Uützvno an die ansae^verrten Arbeiter und Angestellten und rryneyncy um emen kommunistischen Gesetzentwurf über die Aufhebung des gesetzlichen Schlichtungswesens, der bereits vor der Sommerpause die Ausschußberatung passiert hat. Doch auch andere Fraktionen, insbesondere Sozialdemokraten und Zentrum, werden Anträge und Interpellationen zur Frage der Aussperrung in Westdeutschland vorlegen, die dann zu Beginn der Montagssitzung des Reichstages nachträglich ans die Tagesordnung gesetzt werden dürften. Aach der Einreichung der Gegenklage Este«, 8 . Nov. Zu dem am 1 . Mittwoch veröffentlichten Wortlaut, der beim Arbeitsgericht in Duisburg eingereichten Feststellungsklage der Gruppe Nordwest, schreibt die sozialdemokratische Presse des Ruhrgebietes, daß die Rechtslage im Ruhrgebiet klar sei. Die Handlungsweise der Arbeitgeber stelle einen glatten Tartfbruch dar. Die Gewerkschaften, sowie auch die Gewerkschaftsmitglieder könnten Schadenersatzansprüche geltend machen. Weiterhin beschäftigt sich die Presse mit den Rechtsgründen, die die Arbeitgeber für die Ungültigkeit des Zwangstarifes angeführt haben. Die Gerichte seien in materiellen Entscheidungen der Schlichtungs- tnstanzen ohne weiteres gebunden. Wenn die Arbeitgeber meinten, daß die Verbindlichkeitserklärung nichtig sei, weil der Schiedsspruch mit der Stimme des Vorsitzenden des Schlichtungsausschnsses allein gefällt sei, so sei dem entgegenzusetzen, daß es in denselben Fällen bereits zu Schiedssprüchen gekommen sei, die allein mit der Stimme des Vorsitzenden gefällt wurden. Die drei Metallarbeiterverbände, die beim Arbeitsgericht die Gegenklage eingereicht haben, müsten sich nun auf Anforderung des Gerichtes zur Klageschrift der Gegenpartei bis zum 10. November äußern. Die Lage im Aussperrungsgebiet ist nach wie vor ruhig. Kommunistische Kreise entfalten eine lebhafte Propaganda, die zu Versammlungen und Demonstrationszügen auffordert. Die Bezirksleitungen der drei Metallarbeiterverbänöe haben inzwischen die Höhe der Unterstützungssumme für eine Woche festgesetzt. Sie beträgt nach der Dauer der Mitgliedschaft 20 bis 30 Mark. Für Donnerstag sind an vielen Orten des Industriegebietes größere Mitgliederversammlungen des christlichen Metallarbeiterverbanües angesetzt. Lieber 30 (MM) Ansgesperrte in Dortmund Dortmund, 7. Nov. In einem Bericht an die Regierung in Arnsberg, den das hiesige Polizeipräsidium ausgearbeitet hat, heißt es u. a., daß die Zahl der ausgesperrien Metallarbeiter sich auf 30 500 erhöht hat. Die Answirkungen der Aussperrungen haben sich nicht nur bei der Reichsbahn bemerkbar gemacht, auch einige Zechen haben inzwischen wegen der verringerten Brennstoffabnahme durch die Werke ebenfalls Feierschichten einlegen müsten. Bisher wurden je eine Feierschicht eingelegt auf den Zechen Kaierstuhl 1 und % Tremonia, Hansa und Dorstfeld. Inzwischen hat die Kommunistische Partei ihre Agitation verstärkt u»d auswärtige Redner für die angesetzten Versammlungen bestimmt. Die nordwestdeutschen Kommunen an die Reichsregierung Die nordwestdeutschen Kommunen an die Reichsregiernng. Oberbürgermeister Bracht in Esten sandte an den Reichskanzler, den Reichswirtschaftsmtntster und den Reichs- arbeitsminister nachstehendes Telegramm: „Die heute in Esten versammelten Verwaltungsleiter der Städte und Landkreise im rheinisch-westfälischen Industriegebiet richten an die Reichsregierung die bringende Bitte, nichts unversucht zu lasten, um eine möglichst baldige Beilegung des gegenwärtigen Wirtschaftskampfes in der Eisenindustrie herbeizuführen. Für die durch die wirtschaftlichen Nachwirkungen des Krieges und des Ruhrkampfes besonders schwer getroffene westdeutsche Eisenindustrie ist eine Fortdauer der schweren wirtschaftlichen Erschütterungen angesichts ihrer an sich äußerst gespannten Finanzlage ver- hängnisvoll". An der Verwaltungsleiterkonferenz nahmen sämtliche Oberbürgermeister und Landräte des Aussperrungsgebiete» Nordwest sowie Vertreter der angrenzenden Bezirke teil. Mit Bestürzung nahm die Konferenz von der Absicht der Arbeitgeber Kenntnis, die Werkwohnungen der Ausgesperrten mit zu kündigen. Es wird daran festgehalten, daß etwaige Beschlüsse der Stadtverwaltungen oder der Kreistage über die Zuwendungen an die Ausgesperrten, die über das gesetzliche Maß hinausgehen, unter allen Umständen beanstandet werden sollen. Lohnkamps auch in der Hannoverschen Metallindustrie Hannover, 7. Nov. Die Lohnkämpfe im Westen wirken ich jetzt auch in oer Hannoverschen Industrie aus. Die Jlse- >er Hütte und das Peiner Walzwerk haben ihren Beleg- lchaften gekündigt, da diese eine mehr als 55prozentige Erhöhung des Schichenlohnes forderten. Die Werke erklären: „Trotz der bekannten schwierigen Wirtschaftslage in der üsenschaffenden Industrie hat der Arbeitgeberverband den Vewerkschaften ein neues Vertragsangebot gemacht, das tm allgemeinen die Erneuerung der bisherigen Lohnregeluni vorsieht, das aber auch Wünschen und Forderungen der Belegschaft entgegenkommt, die diese seit längerer Zeit gelten! gemacht habe. Danach würden sich die Löhne für Facharbei. ter je nach dem Lebensalter auf 40,5 bis 61,0 Pfennige, für angelernte Arbeiter auf 35,5 bis 55 5 Pfennige und für un. gelernte Arbeiter auf 34,0 bis 52,0 Pfennige belaufen. Dazu kämen noch entsprechende Leistungszulagen in Betracht. Die Leitungen der Werke erklären weiter, daß es nach den bis. herigen Ergebniflen aussichtslos erscheine durch weitere Ver- Handlungen zu einer neuen, für das Werk wirtschaftlich tragbaren Einigung zu gelangen. Nichtsdestoweniger erklären sich die Werke auf der vorstehenden Grundlage verhandlnngsbereit» sprechen aber vorsorglich zum 14. November 1928 die Kündigung für alle Arbeiter aus. Denjenigen Arbeitern gegenüber, die zu den festgesetzten Löhnen zu arbeiten bereit sind, kann die Kündigung zurückgenommen werden. Die Gewerkschaften ihrerseits fordern ihre Mitglieder auf, die Arbeit zu den von den Arbeitgebern vorgeschlagenen Löhnen nicht aufzunehmen. Fraklionsfitzung der Deutschen Volkspartei Begrüßung Dr. Strefemanns. Berlin, 7. November. Ueber die Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei wirb folgendes Kommunique ausge- geben: Die Fraktion der Deutschen Volkspartei im Reichstag trat am 6. November nach der Sommerpause zusammen nachdem vorher der Fraktionsvorstand getagt hatte. Der Parteiführer Dr. Streseman« wurde bei keinem Erscheinen durch herzliche Worte des Vorsitzende» Dr. Scholz begrüß, und von der Fraktion mit lautem Beifall empfangen. Tie Ausführungen des Parteiführers und des Fraktionsvorsitzenden über die schwebenden, in der nächsten Woche zur Beratung stehenden Fragen, sowie über die gesamte politische Lage fanden die einmütige Billigung der Fraktion. Aus dem befehlen Gebiet Der Fall Driem vor dem französische« Kriegsgericht. Landau lPfalz), 8. November. Heute kommt vor den j mm vo» WÖlFGANG MASKEN Es war erstaunlich, was der Amerikaner reisiere E> führte eine nervenaufpeitfchende Bariet^nummer glänzen! durch, die reichen Beifall fand. Nicht nur ihm galt er, sondern auch Jan, der sich von einer Tollkühnheit zeigte, die manchen erschrecken ließ. Die kleine Marion stand Todesangst aus. Er astistierte dem Kunstschüßen mit einer bewundernswürdigen Kaltblütigkeit. Die Herzogin sah der Nummer höchst interestiert zu „Man möchte glauben, daß sich hinter dem Kunstschützer. Herr Hanno Tefling versteckt," sagte sie zu dem Eomte, der neben ihr stand. „Das wäre möglich! Die Gestalt stimmt, und der Bari kann falsch sein. Aber sehen Sie, jetzt kommt der Dressur- akt." Ein Angstschrei ging durch das Publikum. Ein mächtiger Leopard war knurrend auf der Bühne erschienen. Joe Jim Aimmy Johnson hatte die Büchse mii der Peitsche vertauscht und knallte, daß es nur so durch den Saal donnerte. Die Besüe schien aber ganz gemütlich zu sein. Sie stellt« sich auf die Hinterbeine und umarmte den Dompteur. Dar Publikum schien gerührt. Jans helle Stimme erklang wieder: „Sie sehen hier den weltberühmten Leoparden, der aus den Namen Anton hört, er frißt aus der Hand, hängt so an seinem Meister, daß er willig alle Kunststücke macht. Konfirmiert ist er im Jahre 1929 worden. Herr Joe Jim Jimmr Johnson beginnt mst seinem Dresiurakt." Der löste lebhaften Beifall aus, bei einzelnen auch lebhaftes Lachen. Denn ein Teil des Publikums hatte erkannt daß der Leopard nicht echt war. Der Kerl, der in bs» Raubtierfell steckte, gab sich sehr narurucy, er patzte sich oe, Bewegungen eines Katzentieres genial an. Die Nummer sollte mit dem lebhaftesten Applaus ein gap heiteres Ende nehmen. m ^ _ ... . Gerade, als Hanno den Kopf in den „Rachen der Beine steckte, bließ ein Witzbold Nleßpulver in den Saal. Dü stärkste Dosis kam auf die Bühne. Der Dompteur spürte den Niesreiz und .zog raf-b der Kopf zurück. Und nieste und nieste. Das wäre nicht das schlimmste gewesen. Aber den Leoparden packte es, und dem guten Anton, der in dem Fel steckte zerlvrana bald der Kopf. Der Leoparo schrie ploW,a>: „Den rreri, oer oas vciespm ver streute, fresse ich mit Haut und Haaren auf!" Alle brüllten vor Lachen, und Jan strahlte. Die Astral tionen hatten glänzend begonnen. Der Leopard sprang mit einem gewaltigen Satz im Publikum. Er nahm von dem Tische, an dem der Uebeltätei mit seinem Sekt saß, das gefüllte Glas, öffnete seiner furchtbaren Rachen und stürzte den Sekt hinunter. Eine Verbeug'mg. Peitschenknallen. Der Leopard spran; auf die Bühne und gehorchte seinem Herrn und Meistei wieder. Der Vorhang fiel. Brausender Beifall. Wieder erschien Jan. „Meine Herrschaften, es geht weiter. Herr Joe Im Jimmy Johnson wird jetzt mit dem Lasso werfen, und zwai wird er die Person im Saale, die ihm am meisten ans Her; gewachsen stt, mit seinem Lasso einfangen." „Bravo!" brMte das Puhlikum. Der Vorhang ging auf, und der Amerikaner stand mit den Lasso vor einem erwartungsvollen Publikum. Er schwang den Lasso! Der zstchte durch den Saal, un! wen hatte er eingefangen? ... die Herzogin von Winche- stvn, die neben Robert Testing stand. Die Masken brüllten laut Beifall. Die Herzogin wurde rot unter der Maske, nicht minder der Amerikaner. Die schöne Frau hörte um sich herum das herzlichste Lachen. Und sie lachte mit. Me wunderte sich über ihr« eigene Freude, während sie sich von dem Lasso befreite War sie die Person, die Hanno am meisten ans Herz gewachsen war? Da siel ihr Blick auf Robert Tessing. „Sein Wurf wird dem Batet* gegolten haben," sagte sie sich und wollte es doch nicht so recht glauben. „Herr Hanno Tesiing zollt Ihnen in origineller Weis« feine Verehrung, Frau Herzogin," sagte der Eomte sellsaw lächelnd. Sie schüttelte den Kopf und sagte: „Ich glaube, daß der Wurf seinem Vater gegolten hat." „An diese Möglichkeit habe ich noch nicht gedacht." erwiderte der Eomte artig. „Ich würde mich aber auch nicht wundern, wenn die schönste Frau im Saale gemeint wäre." Aber die Herzogin hatte recht. Als der Vorbana aefallen war. lab Jan in das äraerlilb« Gesicht des maskierten Freundes. „Pech gehabt. Junge. Gräme dich nicht, du hast danstt der Herzogin ein Kompliment gemacht, das sie gewiß nicht übelnehmen wird." „Es ist mehr als fatal!" „Ach, was willst du, die Herzogin ist eine schöne Frau, und sie hat sich in letzter Zeit sehr zu ihren Gunsten ge« wandelt." „Was tut das! Mir ist der Vater von allen Menschen, die ich überhaupt kenne, am mesiten ans Herz gewachsen. Aus- gerechnet heute muß meine Hand fehlen. Es ist zum Davon- fa fc schönes Kompliment!" lachte Nordensteen. „Wirk- sich, das hätte lch dem Jungen nicht zugetraut. Esther nickte. „Ich bin . . . durfttg." . „Ihr Wunsch ist mir Befehl! Ich sehe >tt»rigens neben )er Herzogin Herrn Tessing fen. stehen. Ich glaube fast, laß dem guten Hanno ein Fehlwurf unterlaufen ist. „Wieso?" fragte Esther hastig. „ „Weil sein Vater der Mensch ist, der chm am meisten ans herz aewacksien ist. Sicher bat er den Ater geweint." Dies« Wort« machten die Schauspielerin wieder fröhlich Der Attache« bemerkte es. . „Esther Ristori," sagte er ernst, »pte spielen doch mit den Feuer. Denken Sie an die kleine Marion." „Ich spiele nicht, Herr Attaches! Ich kanipfe ... ich mit ihn gewinnen. Marion ist noch em Kind. Sie wird sui trösten. Für mich geht es um alles. Verstehen Sie das Herr von Nordensteen? Ob das ein Mann verstehen kann' Ich bin nach Schloß Korst gekommen, um ... um zu lebe, und zu genießen . - - um mrch zu freuen, und als ich bei de- Ankunft den Eomte sah, habe ich mich gefreut, daß ich ein- so interessante Bekanntschaft machen durfte. Ich habe aller lei gedacht. Ich schäme mich heute dessen. Als ich dan, Hanno Tesiing sah, da roufjte ich vom ersten Augenblick an daß er mein Schicksal sein wird. Mein Schicksal im Gut«, oder Sckleebten," Nr. 262. Jahrgang 1928. französtschen Kriegsgericht die Anklage gegen das deutsch; Dienstmädchen Driem aus Kaiserslautern zur Verhrnd lung, das einer „beleidigenden Haltung" gegenüber dei Besatzungsmacht beschuldigt wird. Bekanntlich hatte voi einiger Zeit das Mädchen der deutschen Polizerbehordc gegenüber behauptet, sie sei von marokkanischen Lvlöater angegriffen worden. Tie Besatzungsbehörde nahm daran das Mädchen in Untersuchungshaft und teilte dann mit die Driem habe zugegeben, daß ihre Angaben unwahr seien Die Besatzungsbehörde verlangt Renooiernng beschlagnahmter Gebäude. Landa« 8. November. Gegenwärtig müssen in den pfäl zischen Garnisonen, in denen französische Truppenteile un tergebracht sind, zahlreiche Gebäude und militari,che An stalten einer Renovierung unterzogen werden. Jnteressan ist dabei die Tatsache, daß die französischen Militärverwal tungen, soweit es sich um beschlagnahmte Landes- oder Pri vatbauten handelt, die Forderung mit dem deutschen Gcset über die Mietsteuer, das einen Bruchteil von 16 Prozent füi dieJnstandhaltung der Wohnung des Mieters vorsieht, begründen. Vas Llrtell in dem Rechtsstreit um das Ahiandmanustript Berlin, 8. November. In dem Rechtsstreit um das Eigentum an dem in einer spiritistischen Sitzung aufgetauchten Uhlandmanuskriptes, der am 30. Oktober vor dem Landgericht Berlin-Mitte verhandelt wurde, verkündete am Dienstagmittag Amtsrichter Golzen das Urteil. Es lautete dahin, daß die Klage des Schriftstellers Georg auf Herausgabe des bei einem Gerichtsvollzieher hinterlegten Manuskriptes abgewiesen wird. Es wird in dem Urteil festgestellt, daß die Beklagte das Medium Fräulein Arnheim Eigentümerin des Manuskriptes ist. Der Kläger wird ferner verurteilt, darin einzuwilligen, daß das Manuskript an die Beklagte Herausgegeben wird. Die Kosten des Rechtsstreites trägt der Kläger, das Urteil ist vorläufig vollstreckbar, indessen wird dem Kläger nachgelaffen, die Zwangsvollstreckung durch Sicherheitsleistung von 180 Mark abzuwenden. In der Begründung dieses Urteiles hob Amtsrichter Golzen herovr, daß das Gericht bei seiner Entscheidung davon ausgehen mutzte, daß das strittige Manuskript vor der spiritistischen Sitzung herrenlos war. Wenn es durch die Kraft des Medium herbeigeschafft worden sei, so habe es früher keiner rechtsfähigen Person gehört, denn rechtsfähig sei nach dem geltenden Recht nur der lebendige Mensch. Wenn dagegen das Manuskript den Parteien von einer dritten Seite in die Hände gespielt worden sei, so habe der frühere Eigentümer durch sein Verhalten schließlich auf sein Eigentum verrichtet. Bei einer herrenlosen Sache sei aber derjenige der Eigentümer, der sie in seinen Besitz genommen habe. Wer bas im vorliegenden Falle sei, habe noch nicht mit Genauigkeit festgestellt werden können, um so weniger als das Zimmer verdunkelt gewesen sei. Auch die Beklagte habe darüber wegen ihres Trancezustandes keine genauen Angaben machen können. Die Zeugenvernehmung habe aber ergeben, daß das beklagte Medium in jener Sitzung das Manuskript erworben habe. Der mehrfache Wechsel in den Aussagen des Klägers darüber, wer das Manuskript in die Hände bekom» vien habe, lafle es im Zusammenhang mit den Aussagen der übrigen Zeugen für durchaus wahrscheinlich erscheinen, daß selbst der Kläger angenommen habe, das Manusprikt sei unmittelbar in die Hände des Mediums gespielt worden. Dietrichs Landwirtschaftsprogramm Berlin, 7. Nov. Für das Produktionsprogramm des Reichs- ernährungsministers wird im kommenden Haushalt eine Summe von 20 Millionen Mark angefordert werden. Diese Somme soll wie folgt verteilt werden: Zwölf Millionen Mark für die Rationalisierung im deutschen Molkerriwesen. Im Zusammenhang mit der Bewilligung dieser Summe ist von Bedeutung das Milch; gesetz, das gegenwärtig im Ernährungsministerium vorbereitet wird und noch im Laufe des Winters den gesetzgebenden Körperschaften zugclcitet werden soll. Weiterhin sind zwei Millionen bestimmt für die Technisierung bei der Biehverwertung, drei Millionen stehen für Obstst und Gemüse zur Verfügung, zwei Millionen für Eier und Geflügel, 0 8 Millionen für Saatgut und 0,2 Millionen für das Fischereiwesen. Baden. Schofer über aktuelle politische Fragen. Mannheim, 7. Nov. Der Chef der badischen Zcntrumspartei, Prälat Dr. Schofer, sprach in Friedrichsfeld Fr einer Wahlkreiskonferenz der Zentrumspartei des 19. badischen Landtagswahlkreises. Er führte u. a. aus: Unser Bekenntnis zum Kreuz ist auch ein Bekenntnis zur sozialen Gesinnung. Es ist ein ^nationales Unglück, daß im Ruhrgebiet Hunderttausende auf die Straße gefetzt werden — für unsere ganze Wirtschaft und unser Vaterland. Diejenigen, die nicht rechtzeitig hier einen Ausweg suchten, tragen eine schwere Schulo. — Mit Nachdruck betonte der Redner die Notwendigkeit der Einigkeit der Partei. Wenn demnächst die Vt l- zerkreuzersrage im Reichstag zur Abstimmung gelange, könne es fein, daß das Zentrum nicht einheitlich abstimme; aber deswegen leide das Zentrum noch längst nicht an Turmrissen. Wichtiger als die Panzcrkreuzerfrage fei, ob in Zukunft das Land Baden im Rohmen des Reiches selbständig bleiben oder eine Provinz werden wolle. Unter Zustimmung der Versammlung erklärte der Redner, daß er die Selbständigkeit erhalten wissen wolle, auch aus außenpolitischen Gründen, namentlich mit Rücksicht auf Oesterreich. Redner kam dann iwch auf die dringende Notwendigkeit einer Reform des Reichstagswahlgesetzes zu sprechen. Lehrer Lenz ans politischen Gründen ans dem Schuldienst entlasten Karlsruhe, 8. Nov. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, ist der Lehrer Karl Lenz, der schon seit längerer Zeit durch seine politische Tätigkeit aufgefallen ist, seines Dien- i stes enthoben und aus dem Schuldienst entlasten worden. Aus Rah und Fern. Chronik aus dem Elseuz- und Schwarzbachtal. P Die Verkehrsverhältnissc unserer Gegend haben in den letzten Jahren «ine erfreuliche Besserung erfahren, hauptsächlich durch die Einführung der verschiedenen Kraftpvstlinien. Es sind "ler Linien mit einer Gesamiverkehrslänge von 57 Km., die gegenwärtig den lokalen Verkehr bewältigen: Die Linie Sinsheim- Hilsbach, Sinsheim—Neidenstein—Reichartshauscn. Aglasterhausen —Neunkirchen und Sinsheim—Michclfeld mit Anschluß an die Hauptstrecke Heidelberg—Bruchsal. Die Verhandlungen über die Errichtung einer neuen Autolinie Helmstadt—Rappenau durch das Wolldachtal sind noch im Gange. Man hofft, daß die OberpostD« Landvolk ♦ Sinsheim» Zeitung. direktion das Projekt zur Durchführung bringt, da es für die in Frage kommenden Gemeinden von nicht zu unterschätzendem Vorteil wäre. * Spärlicher noch sind die Ansätze für «in- Verbesserung des Fernverkehrs, was dadurch zum Ausdruck kommt, daß immer wieder bei Fnkrasttreten eines neuen Fahrplanes die berechtigten Wünsche der Bevölkerung laut werden und daß man versucht, durch Entschließungen seitens der maßgebenden Verbände und durch persönliche Vorstellungen eine Besserung herbeizuführen. So tagte vor kurzem wieder in Sinsheim der Berkehrsverband El- senzgau, der eifrigste Förderer der Berkehrsfragen, und in Breiten der Verkehrsoerband für die Kraichgaubahn. In beiden Versammlungen referierte Herr Regierungsrat Gönncwein-Heilbronn über die Bemühungen der Verbände, die sich in der Hauptsache in der Richtung der Erhaltung des Eilzugsverkehrs auch im Winterhalbjahr bewegten. Für die Strecke Sinsheim—Cppingen wurde von diesen Versammlungen die Einlegung eines Mittagszuges, sowie die Einführung der Polsterklasse und eine Anschlußgelegenheit des letzten Zuges ab Sinsheim an den Zug Hellbraun— Karlsruhe geförüert. Das Schwarzbachtal verlangt eine bessere Verbindung mit Heidelberg. Der von Sinsheim, Rappenau und Meckesheim schon wiederholt vorgetragene Wunsch auf Einlegung eines Theaterzuges von Heidelberg nach Iagstfeld blieb bis jetzt infolge der mangelhaften Beteiligung unerfüllt, doch, soll erneut versucht werden, an Tagen der Schloßbeleuchtung Sonderzüge bis Heilbronn zu erhalten, eine Forderung, die bei der Reichsbahndirekten wohl auf keinen ernsten Widerstand stoßen wird. Mit der Hebung des Verkehrs vollzieht sich auch in den letzten Jahren in den einzelnen Gemeinden unseres Bezirks die notwendige Einrichtung neuzeitlicher Anlagen. Hier sei zunächst erwähnt die restlose Einführung des elektrischen Licht- und Kraftstromnetzes, ebenso der Wasserleitungsanlagen, besonders auch in den abgelegenen Ortschaften. Auch der Baumarkt hat besonders im laufenden Jahre eine beachtliche Belebung erfahren, was gerade für unsere Gegend in der die Industrie der Steine und Erden stark beheimatet ist, von großem Einfluß auf die Beschästignngsmöglichkcit ist. Fm Gegensatz hierzu steht wieder die beginnende Krise in der Tabakindustrie, von der besonders die Orte im südlichen und westlichen Teile des Amtsbezirkes Sinsheim betroffen werden. * Sinsheim, 7. Nov. (Das automatische Fernsprechamt.) In der ersten Augustwoche ist das automatische Fernsprechamt mit Selbstanschluß in Tätigkeit getreten, das als Zentral-Fernsprech- amt für den Kraichgau gedacht ist und nach und nach hierzu ausgebaut wird. Inzwischen haben die Fernsprcchteilnehmcr sich mit der neuen Einrichtung vertraut gemacht und ihre Annehmlichkeiten schätzen gelernt. Sie ist nicht nur ein Gewinn für den Einzelnen, sondern auch für unsere Stadt, die damit einen ununterbrochenen Fernsprechdienst bei Tag und Nacht erhalten hat und auch in dieser Hinsicht zu einem Zentralpunkt geworden ist. Heute war dem Lehrerkollegium der Oberrealschule Gelegenheit geboten, das automatische Fernsprechamt zu besichtigen, um einen Einblick in das Wesen und Wirken dieses Wunderwerkes der Technik zu gewinnen. Herr Oberpostmeister Brecht, von dem in dankenswerter Weise die Einladung hierzu ergangen war, gab einleitend anhand schematischer Darstellungen eine eingehende Erklärung des Prinzips und des technischen Aufbaues sowie der Wechselwirkungen der einzelnen Teile der Apparatur, die eher Organismus statt Mechanismus genannt werden könnte. Dann erfolgte die Besichtigung der ganzen Einrichtung mit Demonstrationen, welche die Wirkungen der verschiedenen Teile und deren Ineinandergreifen darlegten. Aeußerst interessant ist die Beobachtung der geheimnisvollen Tätigkeit der Apparate während des Sprechbetriebes und bewundernswert, wie die ganze Einrichtung, sind auch die Kontrollvorrichtungen, die jede Unregelmäßigkeit oder Störung , anzcigen. Das Prinzip der automatischen Schaltung ist verhältnismäßig einfach, die Apparatur in ihren tausendfachen Verästelungen äußerst kompliziert. Umso anerkennenswerter ist es, daß bei Eröffnung des automatischen Fernsprechbetriebs im August die Einrichtung, von einigen Kleinigkeiten ahgesehen, sofort einwandfrei funktioniert hat, was für die Güte des Baupersonals spricht. Kleine Störungen werden bei solch komplizierten Einrichtungen immer Vorkommen; sie sind aber im Vergleich zur Großartigkeit einer solchen Einrichtung belanglos. Am Schluß der Führung dankte Herr Direktor Trübt Herrn Obcrpvstmcister Brecht, der sich um die Verbesserung unserer postalischen Einrichtungen in jeder Hinsicht schon große Verdienste erworben hat, fiir seine ausführlichen Darlegungen und die Ermöglichung der Einsichtnahme in diesen hochinteressanten Betrieb. <£ Sinsheim, 8. Nov. (Meisterprüfung 1929.) Die Anmeldungen zu den Meisterprüfungen im Frühjahr 1929 haben bis spätestens 1. Dezember 1928 an die Geschäftsstelle der zuständigen Handwerkskammer zu erfolgen. Anmeldevordrucke zu den Prüfungen werden von den Geschäftsstellen der Handwerkskammern und von deren Nebenstellen abgegeben. Gesuche, die wesentlich verspätet eingereicht werden oder'bei denen die erforderlichen Unterlagen fehlen, werden nur in Ausnahmcfälien berücksichtigt. ep Sinsheim, 7. Nov. (Eine Revision des eoang° lischcn Gesangbuches in Aussicht.) Der Evangelische Oberkirchcnrat Hot im Benehmen mit dem Landeskirchcnmusikdirektor die Borarbeit für eine künftige Revision des Gesangbuches begonnen. Aus diesem Anlaß wurden die Geistlichen ersucht, bis 1. Februar 1929 zu melden, welche Melodien in ihrer Gemeinde gar nicht, welche selten und welche häufig gesungen werden. Außerdem werden die Geistlichen ein Verzeichnis aller im nächsten Kirchenjahr ge- gesungenen Lieder anlegen. * Einsh-.'im, 7. Nov. (Direkte Güterabfertigung mit der Riviera.) Mit Gültigkeit vom 1. Dezember 1928 erscheint ein Internationaler Elsenbahntarif für den Person.»- und Gepäckverkehr zwischen Deutschland und Frankreich über die Schweiz (Basel —Genf und Bentimiglia). Heidelberg ist zunächst mit den Verbindungen nach Lyon-Pcrrache, Menton, Monaco, Mont« Carlo und Nizza in den neuen Tarif ausgenommen. * EinShcim, 7. Nov. (Ausländischer Lotterieschwindel.) Wie das badische Landespolizeiami in Karlsruhe mitteilt, wu.d n in letzter Zeit in Baden, hauptsächlich in Karlsruhe, Mannheim. Heidelberg, Pforzheim und Frciburg, Mitgliedsanteilscheine d.s Schweizerischen Allg Spar- und Prämienvereins in Luzern abgesetzt. Für einen Anteilschein sind 180 Mark, zahlbar in 30 Monatsraten zu je 6 Mark, zu entrichten. Den Inhabern von j Anteilscheinen wird zugesichert, daß sie an der Auslosung von i Prämienobligationen teilnehmen. Das Unternehmen beruht auf unreeller Grundlage. Por Ankauf der Anteilscheine wird daher gewarnt. Geschädigte wollen der Polizei oder Gendarmerie Anzeige erstatten. * Neckarbischofsheim, 7. Nov. (Der Zuckerrübenbau) hat sich gewaltig vermehrt. An den beiden letzten Abliefcrungstagen herrschte am hiesigen Bahnhof ein geradezu beängstigend.! Verkehr; die Zufahrtsstraßen zur Bahn waren durch Fuhrwerke mit oollbcladenen Wagen von Zuckerrüben verstopft. Der übrige Berkehr mußte deshalb umgelcitct werden. Trotz des trockenen Jahrgangs scheint die Zuckerrübenernte gut zu sein. * Bad Rappenau, 7. Nov. (Wegverbrciterung.) Bor einiger ZÄt wurde mit der Verbreiterung der Landstraße Wimpfen— Rappenau begonnen. Etwa Km. westlich Wimpfen wurden die Arbeiten unterbrochen. Dieser Tage wurden sie nun an der Donnerstag, den 8. November 1928. Landesgrenze wieder ausgenommen und vom Einsiedelwald aus in östlicher Richtung weitergeführt. Der Fahrdamm der Straße hat in dem bisherigen Zustand eine Breite von 4,50 Mir. Die begonnene Verbreiterung wirkt sich dahin aus, daß durch Abtragcn der beiderseitigen Straßcnerhöhungen bis an den Straßengraben zusammen etrva 3 Mtr. der Fahrbahn zugeschlagen werden. Durch die Verbreiterung will man erreichen, daß die Straße den Ansprüchen des heutigen Verkehrs besser genügt. /X Untergimpern, 7. Nov. (Bürgermeisterwahl.) Da die Wahl vom 24. Juni, in der Johann Reichensperger als Bürgermeister gewählt wurde, von gegnerischer Seite angefochten und vom Bad. Bezirksamt Sinsheim für ungültig erklärt wurde, findet am Sonntag, den 11. November, ein zweiter Wahlgang statt. % Ittlingen, 7. Nov. (Erntesegen.) Ein hiesiger Maurer konnte eine Michelsbirne ernten, die ein Gewicht von 650 Gramm auf« wies. — Als eine Seltenheit bei dem diesjährigen trockenen Sommer wird auch die Tatsache dastehen, daß ein Landwirt von hier 3 Dickrüben mit einem Gewicht von 16, 17 und 20 Pfund ernten konnte. t Eppingen, 7. Nov. (Ablehnung des Voranschlags) In der gestrigen Sitzung des Bllrgerausschusses wurde der Voranschlag beraten. Der Vorsitzende gab umfangreiche Erläuterungen; er betonte, daß der Voranschlag nur äußerst dürftig aufgestellt und wiederholt durchgegangen worden sei, daß also eine andere Ausstellung unmöglich sei. Die folgende Beratung des Voranschlags nahm einen breiten Raum cin. Anhand der Druckoorlage wurden die einzelnen Punkte cingehend durchgesprochen. Der Boran'chlag weist gegenüber dem Vorjahre eine Erhöhung des Umlagefußes auf. die sich folgendermaßen auswirkt (von 100 RM. Eteuerwcrt): vom Grundvermögen RM. 1,36, im Vorjahre RM. 1,19, vom Betriebsvermögen RM. 0,55. im Vorjahre RM. 0.48, vom Gc- werbeertrag RM. 10,17, im Vorjahre RM. 8.88. Der Voranschlag schließt mit 666 503 RM. Gesamtausgaben und 544107. RM. Gesamteinnahmen, sodaß ein ungedeckter Aufwand von 122 396 RM. verbleibt. Bevor zur Abstimmung über Annahme des Voranschlags geschritten wurde, wurde ein Antrag der Sozialdemokrat. Partei an den Bürgemusschuß verlesen, der dahingehend lautete, daß der Gewerbeschulgcldbeitrag durch die Gemeindekasse übernommen werden soll. Rach langem Für und Wider wurde dieser Antrag mit 12 :38 abgclehnt. Die Abstimmung über den Voranschlag ergab ebenfalls eine Ablehnung desselben mit 22 :28 Stimmen. x Aus dein Amtsbezirk, 7. Nov. (Der Stand der Herbstsaaten in Baden Anfang November.) Die Fcldgcschäste konnten bei der anhaltend guten Witterung während des ganzen Monats Oktober fast überall ungestört zu- Ende geführt werden. Die Herbstsaaten wurden rechtzeitig bestellt, sind mancherorts schon frühzeitig aufgegangen und zeigen eine kräftige Entwicklung'. Der gegenwärtige Stand der Weizen-, Spelz-, Gerste-, und Rcg- gensaaten wird, mit ganz wenig Ausnahmen, als gut bezeichnet. Aus einigen Bezirken wird über Mäusefraß auf Rübenfeldern. Wiesen- und Kleeäckern berichtet; auch über Schaden durch Ackerschnecken im jungen Roggen wird da und dort geklagt. = Neckargemünd, 7. Nov. (Krebsbekämpfung.) Der auf gestern nachmittag in der Turnhalle angekündigte Bortrag von Dr. Weiterer über Krebsbekämpfung wies einen außerordentlichen starken Besuch, auf. Besonders waren die Interessenten von auswärts sehr zahlreich vertreten, so daß der große Saal vollständig besetzt war. Redner wies in seinem zweistündigen Vortrag darauf hin, daß die Bekämpfung eine Frage sozialer Notwendigkeit sei. Seine Ausführungen über Art und Wesen des Earzinoms, seine Entstehung und Verhütung unterstützte er durch viele Lichtbilder meistens Fälle aus seiner Praxis. Nächsten Sonntag findet der zweite Teil des Vortrags statt. — Heidelberg, 7. Nov. (Keine Karostreifcn mehr an Klein- Droschken!) Bon der hiesigen Taxameter-Bereinigung wird uns mitgeteilt, daß die gelbroten Karostreifen an allen Kraftdroschken Letnaß Verfügung der Polizei-Direktion entfernt werden. Wlirj bekannt, wurden s. Zt. diese Karostreifcn zur Kennzeichnung der Kleinkrast-Droschken angebracht. Nachdem aber schon s>it längerer Zeit sowohl die Klein- als Großkraft-Droschken zu einem Einheitstarif fahren, sind die Gründe für die besondere Kennzeichnung der Kleinkraftdroschkcn durch eine gelb-rot Kornette Borde in Wegfall gekommen. — Eberbach, (Der Berkehrsvercin Heidelberg besucht Eberbach) Eine stattliche Zahl führender Mitglieder des Verkehrsvereins Heidelberg hatte sich Montag abend in Eberbach eingefunden, um in zwangloser Weise mit den Mitgliedern des Berkehrsoereins Eberbach zusammen zu sein und freundnachbarliche Beziehungen anzuknüpsen oder zu erweitern. Berkehrsfragen, deren Förderungsmöglichkeiten und Hemmnisse,. gemeinsames Arbeiten, gegenseitige Ergänzung. Stellungnahme zum Neckarkanal, Schiff- fahrt und Etraßenbauten und vieles andere mehr wurden eingehend besprochen. ** Mannheim, 8. Nov. (Selbsttötungsversuch mit schwe» rer Explosion.) Ein 52jähriger Tatzlöhner versuchte in der Küche seiner Hauswirtin sich das Leben zu nehmen und hatte zu diesem Zwecke den Gashahnen geöffnet. Ein in der Nähe wohnender 22jähr:ger Taglöhner verständigte die Polizei von dem Vorfall. Nachdem nun zwei Polizeibeamte, der Anzeiger und eine Schwägerin der Hauswirtin die Küche betreten hatten, entzündete unüberlegterweise der junge Taglöhner ein Streichholz, um sich von der Dichtigkeit der Gasleitung zu überzeugen. In diesem Augenblick explodierte in J>ex Küche das angesammelte Gas. Die vier genannten Personen erlitten Verbrennungen hauptsächlich im Gesicht. Sie und der Lebensmüde, der eine Gasvergiftung erlitten hatte, fanden Aufnahme im allgemeinen Krankenhaus. ** Mannheim, 8. Nov. (Tödlicher Unfall.) Ein 40jäh- riger Former aus der Neckarstadt, welcher sein zweijähriges Söhnchen auf seinem Fahrrad mit sich führte, wurde gestern nachmittag, als er einem mit Sand beladenen Fuhrwerk begegnete, unsicher und kam mit seinem Kinde zu Fall. Das Kind wurde anscheinend von dem Fuhrwerk überfahren und so schwer verletzt, daß es auf dem Transport zum Kranken- : Haus starb. Auch der Mann zog sich Verletzungen zu, die, seine Aufnahme in das allgemeine Krankenhaus notwendig' machten . Den Fuhrmann soll keine Schuld treffen. ** Mannheim, 8. November. (Verbrüht.) Hier hat ein ; fteöen Monate altes Kind in einem unbewachten Augen-. blick in der elterlichen Wohnung der Innenstadt einen Topf mit heißer Milch vom Küchenschrank gerissen und sich derart verbrüht, daß es lebensgefährlich verletzt in das allgemeine Krankenhaus eingeliefert werden mutzte. ** Heidelberg, 8. Nov. (Zu der Bürgermeisterwahl.) Von den eingegangenen Bewerbungsschreiben für den offenen Oberbürgermeisterposten wurden neun in die engere Wahl gestellt. Die Wahlkommission wird in etwa vierzehn Tagen zusammentreten; in der Zwischenzeit werden sich die Fraktionen mit den in engere Wahl gestellten Bewerbern beschäftigen. ** Heidelberg, 8. Nov. (Ein Auto von einer Eisenbahnbrücke abgestürzt.) Ein grotzes, soeben aus einer Fabrik zur Ablieferung gelangtes Lastauto stürzte wohl infolge Versagens der Teuerung über die Bahnüberführung beim Fried- Nr. 262. Jahrgang 1928. D«r Landbote * Sinshetnrer Jetw»,. Donnerstag, den 8. November 1928. Hoftunnel, das Geländer auf der östlichen Seite glatt weg- rasierenö, ungefähr acht Meter hinunter auf die Böschung. Wie durch ein Wunder vliev der Chauffeur unverletzt. ** Heidelberg, 8. Nov. (Die Selbstmörderin noch unbekannt.) Das junge Mädchen, das mit seinem Geliebten in der Nähe von Wieblingen den Tod auf den Schienen gesucht und gefunden hat, konnte noch nicht identifiziert werden. Währen- aus einem Briefe des jungen Mannes hervorging, daß er aus Hannover stammt, muß wegen des Mädchens eine umfassende Erkennungsaktion eingeleitet werden. ** Rottweil, 8. November. (Schweres Autounglück.) Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen stürzte in der Kurve an der Oberen Bahnhofstraße über die Böschung 25 bis 30 Meter tief in die Untere Bahnhofstraße ab, wobei der Kraftwagen völlig zertrümmert wurde. Einer der Fahrgäste, der Brunnenmeister Heinrich Spindler, war sofort tot. Der Führer des Wagens, Konrad Probst aus Rottweil sowie die beiden übrigen Fahrgäste, Hilfsscherffner Schöne und Kraftwagenführer Dölker, wurden schwer verletzt und schweben in Lebensgefahr. ** Karlsruhe, 8. November. (Schnell vom Schicksal ereilt.) Auf dem Hauptbahnhof wurde von der Fahndungs- polizei ein 18jähriger Hausbursche aus Lörrach festgenommen und ins Gefängnis eingeliefert, der am Abend vorher auf der Messe einem Lederfabrikanten eine Damenhandtasche und einen Geldbeutel entwendet hatte, nachdem er schon im Laufe des Nachmittags einen Zigarrenhändler in der Kaiserstraße unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zur Herausgabe von 180 Zigaretten bewogen und so um den Betrag von 10 RM. geschäöiat batte. ** Mühlhausen (bei Wiesloch), 8. November. (Schloß ausbau.) Das vor einiger Zeit abgebrannte Schloß Tairn bach wirb nun wieder aufgebaut. Die Arbeiten dazu sin! schon ausgeschrieben. ** Kehl, 8. Nov. (Schwerer Autounfall.) Am Dienstag, abend kam auf der Landstraße unterhalb Neuenmühl dal Auto eines hiesigen Geschäftsmannes aus bisher unbekann' ter Ursache von der Straße ab, geriet auf die Böschung uni ttberschlug sich. Der Führer, der anscheinend die Herrschrsi über seinen Wagen verloren hatte, kam unter den Wagen zr liegen, konnte sich aber trotz seiner schweren Verletzungen selbst wieder frei machen. Von einem anderen Auto wurde er nach seiner Wohnung verbracht. Nordrach bei Zell a. H., 8. November. (Von einem Langholzwagen überfahren und tödlich verletzt.) Am Dienstag sollten die Stämme eines im Akkord gegebenen Langholzlagers zur Station Zell gebracht werden, und zwar durch den Fuhrmann Bernhard Müller von hier. Als dieser das engl und stellenweise stark fällige Ernsbachtälchen passierte unk die vordere Bremse anziehen wollte, kam er an einer enger Stelle zu Fall, so daß ihm die beiden Siäöer üher die Beim gingen. Die Verletzungen waren so schwer, daß der Verunglückte nach feiner Verbringung in das Offenburger Krankenhaus verstarb. ** Lander«, 8. Nov. (Seinen schweren Verletzungen erlegen.) Vor etwa vier Wochen stürzte der Bürgermeister Johann Dreher auf dem Heimwege von seinem Herbstwager und erlitt dabei schwere Verletzungen. Altbürgermeister Dreher ist nun am heutigen Tage seinen schweren Verletzungen erlegen. Er wirkte 27 Jahre lang in der Gemeind« als Bürgermeister. ** Hausach, 8. Nov. (Vom elektrischen Strom getötet.) Der älteste Sohn des Invaliden Augustin Streif in Hausach- Hauserbach, welcher bei dem Hofbauer Harter (Raitenhof) in Dienst stand, kam bei der Verrichtung landwirtschaftlicher Arbeiten der elektrischen Leitung zu nahe, erhielt . len Schlag und war sofort tot. ** Todtnau, 8. Nov. (Einweihung.) Die neue Jugendherberge auf dem Feldberg, welche Raum kür 80 Personen zum Uebernachten hat, wird schon in den nächsten Wochen eingeweiht werden. Außer zehn kleineren und größeren Schlafräumen hat die Jugendherberge zwei Unterhaltungsräume eingerichtet. Große Sorgfalt wurde auch auf die hygienische Einrichtung verwendet. ** Billings», 7. Nov. (Wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt.) Gestern verhandelte hier das Große Schöffengericht Konstanz gegen den fürstlich fürstenbergischen Chauffeur aus Donaueschingen, welcher am 7. Juli beim Ueberholen auf der Straße Bad Dürrheim—Marbach einen 80jährigen Radfahrer, Paul Haake aus Kalb a. d. Saale, derart anfuhr, daß dieser infolge der beim Sturz erlittenen Verletzungen an Ort und stelle verschied. Der Chauffeur wurde wegen fahrlässiger Tötung zu 800 Mark Geldstrafe verurteilt anstelle einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Mildernde Umstände wurden zugebilligt. ** Kaiserslautern, 8. November. (Selbstmord wegen verschmähter Liebe.) In einem hiesigen Gasthaus machte eine Frau, die von auswärts zugereist ist, einen Selbstmordversuch. Die Lebensmüde hatte Salzsäure getrunken und dann mit einem zertrümmerten gläsernen Aschenbecher versucht, sich die Pulsadern zu öffnen. Die Frau wurde in schwerverletztem Zustande in das städtische Krankenhaus verbracht, wo sie alsbald verstarb. Als Grund zur Tat wurde verschmähte Liebe festgestellt. Regieruugsrat Vollmer im Ruhsteingebiet vermißt. Karlsruhe, 8. November. Vermißt wird seit Sonntag den 4. November 1928, der Regierungsrat Dr. Eugen Vollmer, 34 Jahre alt, welcher sich mit dem Tourifteuzug 6.86 Uhr von Karlsruhe zur Ausführung einer Fußtour i« di« Gegeud von Otteuhöfen begebe« hat. Er wurde zuletzt in dem Kurhaus auf dem Ruhstei« gesehe«. Von dort entfernt« er sich um 11 Uhr vormittags Seither fehlt jede Spur von ihm. Dr Vollmer ist 1,78 m groß und schlank. Er hat dunkelblonde Haare, kleiue Kotteletts und englisch geschnittenes Schnurrbärtche«, trägt Brille mit Horneiufaffung, grau« Mütze, graue« Anzug mit bräunliche« Streifen (etwas kariert), Breecheshose, blaugrüme Sportstrümpfe» grün« wollene Weste, braune Haferlschuhe, silberne Armbanduhr und Ring mit duukelrotem Stein. Für die Ermittlung des Vermißte« ist eine Belohnung in Aussicht gestellt. Sofortig« Nachrichten sind an das Landespolizeiamt Karlsruhe im Be- zirksamtsgebände oder an die nächste Geudarmerieftation erbeten. Hundert Polizeibeamte ans der Snche. Vis Mittwoch abend war von dem seit Sonntag vermißten Regterungsrat Dr. Eugen Vollmer keine Spur gefun- den worden. Am Dienstag war eine Polizeibereitschast in Stärke von hundert Mann eingesetzt worden, die von Ottenhofen aus mit Polizeihunden das ganze Gelände um den Ruhstein absuchte. Am Mittwoch wurde die Streife wiederholt und auch in die Richtung nach Allerheiligen - ausgedehnt. Regierungsrat Dr. Vollmer erlitt während des Weltkrieges eine schwere Kopfverwunöung, die aber bisher irgendwelche nachteiligen Folgen nicht ergeben hat. Es wurde die Vermutung ausgesprochen, daß Regier» igsrat Vollmer infolge einer plötzlichen Gedächtnisschwäche» hervorgerufen durch diese Kriegsverletzung, sich verirrt habe. Da man aber gar nicht weiß, welche Richtung Vollmer am Sonntagvormittag vom Ruhstein aus eingeschlagen hat, sind die Nachforschungen nach dem Vermißten sehr erschwert. Großfener im Hegangebiet. Zwei Wohnhänser «nd zwei Scheune« eingeäschert. Engen i. H., 8. November. Gestern nacht brach in der Scheune des Landwirts Max Wittmer in Bimmingen Feuer aus und gleichzeitig auch in der Scheune der Geschwister Taier. Beide Scheunen sowie die dicht dabei befindlichen Wohnhäuser wurden ein Raub der Flammen. Das Feuer griff auch den Schweinestall des Landwirts Josef Maier an; sein Wohnhaus konnte, obwohl es geräumt werden mußte, gerettet werden. Bei dem herrschenden Wassermangel war die Gefahr der Ausbreitung des verheerenden Elementes außerordentlich groß. Doch wurde durch die herrschende Windstille größere Schaden verhütet. Man vermutet Brandstiftung. Der Fall Losch geklärt. Magdeburg. 7. Nov. Der Fall des Reichswehrunterossi zicvs Losch kann jetzt als geklärt gelten. Seine Braut Ann Roth hat nach vierstündiger Vernehmung durch den Untersuchungsrichter ein Geständnis abgelegt. Sie will die Absicht gehabt haben, aus dem Leben zu scheiden. Vor der Ausführung dieser Absicht aber sei sie auf den Einfall gekommen, ihren Verlobten mit ins Jenseits zu nehmen. Sie har den Untcrosfizier Kosch erschossen und war dann in die Elbe gegangen, um sich selbst das Leben zu nehmen. Hieran wurde sie bekanntlich von Passanten gehindert. Turnen. Sport und Spiel. Handbatt. Tv. Steinsfurt 1. — To. Ittlingen 1. 1:1 (1 ;1). Tv. Steinsfurt 2. — Tv. Ittlingen 2. 1:3 (1 :1). Am letzten Sonntag weilte der letztjährige Gaumeister, Tv. Ittlingen, beim Tv. Steinsfurt zum erst:« Pflichtspiel der Nachrunde. Mit Wem Anpfiff des unparteiischen Schiedsrichters entwickelte sich ein schnelles Spiel. Beide Mannschaften waren technisch gleichwertig. Beiderseits will vorläufig nichts gelinge«. Bald aber geht St. durch seinen Halbrechts in Führung. Kurz vor Halbzeit kann 2. ausgleichen. Halbzeit l: 1. Nach der Pause offenes Spiel, ohne datz es gelang, einen weiteren Erfolg zu» erzielen. Der Schiedsrichter war abgesehen von einigen Fehlentscheidungen dem Spiel «in gerechter Leiter. Dem Spiel voranging das Spiel der 2. Mannschaften, das Ittlingen mit 3:1 zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Neueste amtliche Kurse vom 8. November 1928. mitgeteilt von der Dereinsbank. e. G. m. b. H. Sinsheim Anleihen: _ duld mit AuslolungSfchetn • ohne «uSlosungsschetn . SoOaUit Bad. Ban! ln o« Oberschi. Eisenb.Bedarf . . Io» Phönix Bergbau u.Hüttenbetrleb »0,3» Ealzwerl Hellbraun . . . — Bereinigte Königs- Laurahütte 60 Aktien indnftr. Unternehmungen: in °/o Allg. Elektr. Stammaktien. . 182 Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad. Maschinen Durlach . . 17t Sementwerk Heidelberg . 13«,50 Daimler Motoren ... 8« Dtsch. (Sold- un Sllberschetd«. 80 Ws Elektr. Licht »nd «rast . . 236 Smatll.und Stanzwerk Ullrich . 1i Farbentnduftrte . . .251 Gritzner Maschinen Durlach . 123,50 Karlsruher Maschinen . . — Knorr Heilbronn . . . 1«2.50 Mainkraftwerle Höchst . , m Reckarsulmer Fahrzeugwerl« . 21,25 Schmiert Elektr. Nürnberg . 227.85 SeUtnduftrte Wolfs. . . «1,5° Südd. Zucker . . . 11 »,50 Zellstoff Waldhos Slamattten. »7» Aktien deutscher Traneportanftalten: in 1 • Hamburg. Amerib. Paletsahrt 118 «Idelberg.Slratzen-n.Bergbahn 57 Norddeutscher Lloyd Vevtfen: Geld New.Yori 1 Dollar «183» London 1 Pfund 80.338 t olland 100 Gulden 188.(8 chwetz 100 Francs 80,68»/, Wien 100 Schilling 58.83 Paris 100 Franc 16.377 Italien 100 Lire 21.963 11 « Bries 1 . 80(8 20,373 168,56 80 . 8*>/2 58.10 16117 82.003 Marktberichte. Schweinemarkt in Bruchsal vom 7. November 1928. Angefahren wurden: Milchschweine 88, Läufer 41. Berkaust wurden: Milchschweine 60, Läufer 20. _ Höchster Preis für Milchschweine Paar 36.—, für Läufer 98.— RM. Häufigster .. „ 30.—, „ „ «5.— „ Niedrigster „ „ „ 25.— „ „ 58.— » Karlsruher Produktenbörse vom 7. November» Abteilung Getreide, Mehl und Futtermittel: Das Aus und Ab am Brotgetreidemarkt hat sich nicht geändert. Mats und Hafer sind unverändert fest. Futtermittel ohne besondere Anregung. Kartoffeln weiter nachgiebig. Süddeutscher Weizen 23.75—24.50 Mk., deutscher Roggen 22.75—23.50, Sommergerste je nach Qualität 25,75—27, Futtergerste je nach Qualität 20—21, deutscher Hafer je nach Qualität 23—24 M., Platamats bezugsscheinpflichtig 23.25, Weizenmehl Mühlenforderung 34.25—34.75, Roggenmehl Mühlenforderung 82 bis 32.75, Weizenfuttermehl 16.25—16.50, Weizenkleie fei» 14.25 bis 14.50, Wetzenklete grob 14.25—14.50, Biertreber je nach Qualität, deutsche und ausländische 19.75—20:25, Malzkeime je nach Qualität 19.50—20, Trockenschnitzel neue Ernte 15.50 bis 16.—, Rapskuchen aus deutscher Saat, lose, 19.25—19.50, Erdnußkuchen lose 24.25—24.75, Kokoskuchen 24.25—24.75 M„ Soya Schrot, Fabrikforderung mit Sack, 22—22.25, Leinkuchenmehl, je nach Gehaltsgarantie 25—25.75, Speisekartoffel gelbfleischige 8.50, weißfleischige 6.—, Rauhfuttermittel, loses Wiesenheu, gut gesund trocken, 11.75—12, Luzerne je nach Qualität 12.25—12.75, Weizen-Roggenstroh drahtgepreßt 5.50—5.75, alles per 100 Kilo, Mühlenfabrikate. Mais-Vier- treber und Malzkeime mit, Getreide und Trockenschnitzel ehe Sack, Frachtparität Karlsruhe bezw. Fertigfabrikate Parität Fäbrikstation, Waggonpreise, kleinere Quantitäten entsprechende Zuschläge. Alle Preise von Landesprodnkten schließe» sämtliche Spesen des Handels, die vom Ankauf beim Landwirt bis zur Frachtparität Karlsruhe entstehen, und die Umsatzsteuer ein. Die Erzeugerpreise sind entsprechend niedriger zu bewerten. Abteilung Weine und Spirituosen. Die Börse verkehrte in sehr ruhiger Haltung. Das Geschäft in neuen Weinen konnte sich bisher nicht beleben. In Edel- branntweineu ist die Lage unverändert. Wetterbericht. Karlsruhe, 7. November. Das Biskayatief hat sich zwar in nordöstlicher Richtung erweitert, so daß bei uns heute morgen vorübergehend Bewölkerung cmftritt, wonach. der Hauptteil des Tiefs voraussichtlich südlich den Alpen weiterzieht. Hiervon werden wir besonders in den südlichen Landesteilen mit Niederschlägen zu rechnen haben, im Hochschwarzwald können die Niederschläge bereits in Schnee übergehen. Verkaufsanzeige. Die Derbands-Fodlen- und Zungviehweide Sinsheim a.s. verkauft 20 oberbadische Luchtrlnder, darunter 7 garantiert trächtige Kalblnnen, 2 sp-ung- sähige ÄUchtfarren und einen 21/2-jährigen, sehr guten, eingesahrenen FllchSwattach. Anfragen find zu richten an Fohlenweide Sinsheim Trl.334 od. Zuchtinspektor Hock in Heidelberg Tel.2958 » » » jeder Art in bester Q U fl T 6 II Älb. Vickenbiflser jeder Art in bester Qualität bei gegenüber d.Rath aus Taseläpfel in versch. guten Sotten liefert in der Preislage von 1* bis 25 Mark pr. Ztr. ab hier, an Unbek. unter Nachnahme. Karl Mmevdmger. Wimpfen Tel. 56. Eber-und Mutterferkel sowie auch starke Ferke! zur Mast sind aus unserer Stammzucht des weißen großen Edelschweines lausend erhältlich. EtaMche Laudwirtschaskschllle Post und Station Grötzlngen i. 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