•ctoctut tikltch wB Ausnahme der Feiertage Bezugs-Preis: Durch di« Post bezogen und durch >M Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus »anetlich GoldmarA 1.80 •*r Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. M» Fällen von höherer Gewalt sest-cht kein Anspruch aus Liefe» «ach der Zeitung oder auf Rü«b zahlung des Bezugspreise«. Geschäftszeit V*B bi« 5 V$* Sonntag« geschloffen. Sernfprech-Anschlnh Skr. 4M Postscheck-Aont» ««laruhe «-.«0» Der Lanöooie 5 in§Keimer MM Zeitung ?KZ General-Hnzeiger für Ksenz-unö Auoarzdacktal Heltelt» on«l verbreitetst« Geltung «Leser Gegencl. Heupt-Hnzttgen-Llett «rsch e ntt . S eil»,», » Slu SAG t> 4U» «tut • DU BramwnTtvb« • Hti» «Um R*»A der IDod* • BttgtUr tSr 9ra»- «. tradvMMl Anzeigen-Preise: Auzeigcu: Die 33 mm drei» ?,ciUimeter-Zeile 6 Goldpi Reklamen- Die 92 mm breit» Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Irundschrist im Anzeigen- meid Textteü ist Petit. Bei Wiederholungen tarifsefie» Rabatt, der bei Nichtza^ung innerhalb 8 Tagen nach Rech- nungsdatum oder bei gerichtliche» Betreibung erlischt. Anzeigen-Annahme bis 8 !ch» vormittags; größer« AuzeDi» müssen am Tag« vorher «üch gegebeu werde«. Bank-Koni» Dereinsbaub Edm-ck» «.S.M.H.L. M 264 Samstag, den 10. November 1928. 89. Jahrgang Die französische Kabinettskrise. Voincare nimmt den Auftrag an. Paris» ». Rov. jFnnkfprnch.) Wie soeben bekannt wird, hat Poincare den ihm vom Präsidenten der Republik erteilte« Auftrag znr Bildung des neue« Kabinetts «nter der Bedingung angenommen, daß er erst mit seine« Freunde« Rücksprache nehme« wolle. Scheitern des ersten Versuches Poincars - Vriand - Tardieu? Paris, 10. Nov. Zu der gestern erfolgten Betrauung Poin- earss mit der Kabinettsbildung, wußte man in den dem Ministerpräsidenten nahestehenden Kreisen im voraus, daß er sich Bedenkzeit erbitte« werde, um seine Freunde «nb die verschiedenen Persönlichkeiten der Partei zu befragen, ohne deren parlamentarische Unterstützung er nicht den Regierungsauftrag durchführen werde. Bekanntlich will Poincars nur mit einem Kabinett der nationalen Union wieder vor das Parlament treten. Er ist fest entschlossen, von seiner bisherigen Einstellung gegenüber den radikalsozialistischen Forderungen nicht abzugehen. Man sieht daher voraus, daß der erste Versuch Poincarss scheitern wird. An diesem Falle würde eine Kombination Briand—Tardieu viel an Wahrscheinlichkeit gewinnen. Zahlreiche Parlamentarier würden auch einer Wiederkehr Cherons als Finanzminister freundlich gegenüberstehen. Andererseits wird auch der Name Steeg und ein Kabinett Doumer genannt. Nach dem Urteil der Pariser Morgenpresse ist das Merkmal des Donnerstag der Fehlschlag der Zusammenkunft der Linksparteien, so daß nur die Formel der nationalen Union oder der republikanischen Konzentration eine Lösung der Krise bieten könne. Die Pariser Ausgabe der „Chicago Tribüne", die oft recht gut utnerrichtet ist, hielt es gestern noch für wahrscheinlich, daß Briand mit der Bildung der Regierung betraut würde. Er würde neben dem Ministerpräfidium auch das Außenministerium verwalten. Seinem Ministerium würde wahr- scheinltch FrancoiS Marsal als Finanzminister angehören, der bereits unter dem nationalen Block vom Mai 1924 Finanzminister war. In den der amerikanische» Botschaft nahestehenden Kreisen sieht man in einer etwaigen Ernennung Marsals ein Zeichen dafür, daß Frankreich das Mellon- Berenger-Abkommen nicht ratifiziere» werde, da Marsal von jeher sich der Ratifizierung widersetzte. Indessen würden zweifellos neue Verhandlungen in naher Zukunft geführt werden. Die Regierung Briand würbe Tardieu als Arbeitsminister behalten und wahrscheinlich Francois Poncet als Handelsminister nehmen. Hcrriot und Marin würden dagegen aus dem Kabinett uusscheiöen und voraussichtlich Radikalsozialisten, wie Dumesnil und Schramek, in das Ministerium ausgenommen werben. Auch der „Populaire" rechnet sehr stark mit einem Ministerium Briand. Zwei der hauptsächlichsten Mitarbeiter sollen Cheron als Finanzminister und Tardieu als Arbeits- und Kolonialminister sein. Donmergne versichert sich der AnterMmg einzelner Parteien Paris, 10 . Rov. Staatspräsident Doumergue setzte am Freitagvormittag seine politischen Befragungen fort und empfing als ersten das älteste Kammermttglied Sibille. Dieser versicherte den Staarsprästoenren oer emmnngen unrer- stützung der linksrepnblikanifchem Gruppe bei einer Wiederkehr eines Ministeriums Poincars. Selbst wenn seine Partei die Gunst der Wählerschaft einbützen sollte. Ihm folgte der Abgeordneten Flandin, im Anschluß daran sprach noch eine Reihe von Parlamentariern und Vorsitzenden der verschiedenen Kammergruppen vor. Senator Hervey gab der Ueber- zeugung Ausdruck, daß Poincars mit den meisten seiner bisherigen Arbeiter wiederkehren werde. Flandin tadelte die Radikalsozialistische Partei wegen des nunmehr völligen Bruches mit der nationalen Union und beklagte den Mangel an Disziplin innerhalb der Parteien. Am besten wäre die Wiederaufnahme der bisherigen Regierungsformel, andernfalls eine Regierung der republikanischen Konzentration gebildet werden müßte. Der republikanisch-sozialistische Abgeordnete Violette hielt «nr ei« Kouzentrationskavinett Poincars oder Briand für lebensfähig. Andererseits hielt am Freitagvormittag die Gruppe der Linksunabhängigen eine Sitzung ab, in der der Abgeordnete Guereut Bericht über die vorgestrigen Beratungen der Konferenz der Linksparteien erstattete. Er unterbreitete gleichfalls den Vorschlag Daladiers für eine Konzentration auf Grund des Programms von Angers. Bis setzt hat die Gruppe noch keine Entscheidung getroffen. Am Mittag trat die sozialistische Kammergruppe zu .einer Sitzung zusammemn. Lalvaux wehrt sich Paris, 10. Nov. Der rabikalsozialistische Abgeordnete Eaillaut, dem von allen Seiten die Schuld an dem Sturz der Regierung durch seine Haltung auf den Kongreß von Angers zugeschoben wird, sucht sich heute in der Presse gegen die Angriffe, die er als ungerecht bezeichnet, zu wehren. Er hätte sich bemüht, bis zum letzten Augenblick die Opposition gegen die Regierung zurückzuhalten und hätte stets gemeinsam mit dem Parteiführer Dalabier und dem Bruder des Innenministers Maurice Sarraut gehandelt. Vriand hat die besten Aussicht-«. Paris, 9. Nov. Selbst in der Rechtspresse hat man seit heute die Hoffnung aus die Wiederkehr eines Ministeriums Poincare endgültig begraben. Die Rechte, die nichts unversucht gelassen hat, um die Massen zu alarmieren und eine Art Volksbegehren zugunsten Poincares zu entfesseln, die alle ihr nahestehenden Organisationen von den Frontkämpferbünden bis zu den Handelskammern aufgeboten hat, um einen Druck auf die Entscheidung des Präsidenten der Republik auszuüben, hat damit Poincare einen schlechten Dienst erwiesen. Sie hat ihn endgültig zum Mann der Reaktion gestempelt, der er in Wirklichkeit nicht ist und ihm damit, selbst wenn er gewollt hätte, die Uebernahme der Rch gierungsbildung unmöglich gemacht. Ein Kabinett Briand-Tardieu, das wir von Anfang an als das aussichtsreichste bezeichnet halten, wird nunmehr auch von der Pariser Presse in ihrer Gesamtheit als die einzige, für die Lösung der Krise in Frage kommende Kombination angesehen. Briand wird darin mit der Ministerpräsidentschrst das Mini, sterimn des Aeußern übernehmen, Tardieu aller Voraussicht nach sein bisheriges Portefeuille oer öffentlichen Arbeiten beibehalten, da er Wert Darauf legt, das von ihm übernommene Werk der wirtschaftlichen Reorganisation des Landes zu Ende zu führen. Für das Finanzministerium wird neben dem Senator und bisherigen Handelsminister Cheron, der als langjähriger Budgetberichterstatter des Senats dafür besondere Kompetenzen mst- bringt, u. a. auch der radikalsoziale Senator Elemente! genannt. Der Arbeltökampf an der Ruhr. 60 Sochdfen aMgeWafen Essen, 10. November. Wie der Dentsche Handelsdienst meldet, sind von de« i« Anssperrungsbereich, d. h. also i« Bezirk der nordwestliche» Grnppe des Vereins deutscher Mise«- «nd Stahlindustrieller vorhandenen 108 Hochöfen *»r der Arbeitsaussetzung «0 in Betrieb gewesen. Diese 80 Hochöfen find nun sämtlich ansgeblasen. Was das bezüglich ber dentsche» Gesamtproduktion a» Eise« und Stahl bedeutet» «gibt sich ans einem Vergleich, der in andere« Bezirke« »orhaudene« Hochöfen. De» 108 Hochöfen Rheinland-Westfale« stehe« nur 50 Hochöfen im übrigen Deutschland gegenüber. aM« kan« als, wohl sage«, daß gut zwei Drittel der deutsche» Hochoseuprodnktio« nunmehr lahmgelegt ist. Ser »trgfora wer die Lage «ach der ««echmM- Esse», 10. Rov. Die Zeche Hamborn der Bereinigten Mahlwerke hat ihren Belegschaftsmitglieder» folgendes mit- getetlt: »Der in der Eisenindustrie ausgebrochene Arbeitskonflikt Hat starke Rückwirkungen ans den Bergbau, sowie zu wesentlichen Fördereinschränkungen «nd Einlegung von Feterschich- ie» geführt. Unsere Förderung geht zu 60 Prozent an die eisenerzeugende und verarbeitende Industrie des Nordwestens. Da dieser Absatz restlos fortfällt und darüber hin- ^ "och Absatzmengen sonstiger Verbraucher in Mitleidenschaft gezogen find, so müssen wir, um die Förderung einzu- schränken, Feierschichten unter Umständen bis zu drei Schichten in der Woche einlegen. Unsere schlechte wirtschaftliche Lage gestattet es uns nicht, auch nur einen Teil der Förderung ans Lager z« nehme«, da hiermit die Festlegung größerer Kapitalien unterbunden ist, die «ms nicht mehr zur Verfügung stehen. Die nachhaltigen und ernsthaften Bemühun- gen der Arbeitgeber der Eisenindustrie mit den Gewerkschaften in freier Vereinbarung zu einer gütlichen Uebereinkunft und einer Beilegung des Lohnkonfliktes zu gelangen, sind bisher ohne Erfolg geblieben. Obwohl die seit Monaten rückläufige Konjnnktur die ständige Steigerung der Selbstkosten und die Minderung der Erlöse der Werke überzeugend nachgewiesen werden konnte, verharren die Gewerkschaften in den zahlreichen Verhandlungen unter den Parteien selbst vor dem Schlichter auf Forderungen, die wirtschaftlich und sozial nicht vertrete« werbe« könne«. Der Schiedsspruch hat de« »uzweibentige« Ergebnis der Verhandlnngen in kein« Weise Rechnung getragen. So kämpft die Arbeitgeberschast für die Auftechterhaltnng beS heutigen Preisniveaus und damit für die Erhaltung ber Kaufkraft der Bevölkerung. Sie kämpft, wie wir wissen, nicht gegen das Tarif- »nd Schlichtungswesen, nicht gegen die StaatsantvritLt Jeder weiß aus den Erfahrunge der vergangenen Jahre, baß der Arbeiterschaft mit Lohnerhöhungen, denen notwendigerweise Preiserhöhungen und Absatzverminderung mit Feierschichten und Entlassungen folgen müssen, nicht gedient ist." Vor einer Erklärung des ReichsarbM. Ministers im Reichstag Berlin» 10. Nov. Z« den im Reichstag vorliegenden Interpellationen und Anträgen über den Arbettsftreit. tm rheinisch-westfälischen Industriegebiet wird der zuständige Reichsarbeitsminister Wissel das Wort erareifen. Eine Entscheidung darüber, ob auch der Reichskanzler Müller sprechen wird, dürfte erst im Laufe der Aussprache getroffen werden. Die Klage-Veaulwottung der Reiasiarvetter ans die Feststevnngsklage des Arbeitgeberverbandes Nord- west. Essen, 10. Nov. (Funkspruch.) In der Klagebcantwortnng anf die Feststellnngsklage des Arbeitgeberverbandes Nord» west haben die Prozetzbevollmächtigte« der Beklagten beantragt, die Klage kostenpflichtig abznweisen. Schadenersatz beansprucht- Der Klageantrag ber Gewerkschaften. Esse«, 10. Nov. (Funkspruch.) Die Metallarbeitergewerkschaften haben beim Arbeitsgericht in Duisburg folgenden Klageantrag eingeretcht: »I. In Erfüllung der tarifvertraglichen Friedenspflicht a) die Aussperrungsanweisung zurückzuziehen, b) zn unterlassen, die im Kampfe befindlichen Werke durch direkte oder indirekte Maßnahmen finanzieller, idel» ler oder sonstiger Art zu unterstützen, c) die herausgegebenen namentlichen Listen der ausgesperrten Arbeitnehmer zurückzuztehen und die weitere Ausgabe dieser oder neuer Listen zu unterlassen, d) die Mitglieder mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln anzuhalten, die getroffenen Kampfmatznahmen rückgängig zu machen und neue zu unterlassen. U. An die Klüger Schadenersatz zu zahlen." Die Anterstützungsfrage Berlin, g. Nov. Der sozialdemokratische Parteivorstand des Reichstages hat unter dem Namen des Abg. Breitscheid einen „Jnitiativ-Gesetzentwurf zur Unterstützung der zu Unrecht ausgesperrten Arbeitnehmer" eingebracht. Der Entwurf bestimmt: „Arbeitslose, deren Arbeitslosigkeit durch eine inländische Aussperrung verursacht ist, die zur Abänderung ober Beseitigung eines freinillig geschloffenen Tarifvertrages oder eines für verbindlich erklärten Schiedsspruches vorgenommen wird, erhalten eine Unterstützung nach Maßgabe der 88 103 bis 109 ohne Rücksicht auf ihre Antwartschaft des Gesetzentwurfes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 16. Juli 1927. Ein für verbindlich erklärter Schiedsspruch gilt als rechtswirksam im Sinne dieses Gesetzentwurfes ohne Rücksicht auf die schwebenden Rechtsstreitigkeiten. Die dazu erforderlichen Mittel sollen der Reichs, anstatt für Arbeitslosenversicherung vom Reich zur Ber- fügung gestellt werden. Die Arbeitgeber, die in solchen Fällen an ber Aussperrung detemgt fino, werden zum Ersatz der aufgewandten Mittel verpflichtet." Das beantragte Gesetz soll rückwirkende Kraft vom 15. Oktober 1928 haben. Kommunistische Vetättguug im Ruhrkamps Esse«, 9. Nov. Die Betätigung -er Kommunisten im Lohnkampf wird von Tag zu Tag reger. Ueverall finden größere Versammlungen und Umzüge statt, die in verschiedenen Städten wie -. B. in Düsseldorf und Bochum zu Zwischenfällen geführt haben. Zur Unterstützung und Verpflegung der Ausgesperrten sind internationale Arbeiterhil- fen eingerichtet worben, die vom Rotfrontkämpferbnnd unterstützt werden. Zwecke dieser Unterstützung ist, die Streikende« für kommunistische Ziele z« gewinne». So ist vom Rotfrontkämpferbund angeordnet worden, Sammellisten für Geldspenden aufzulegen, Lebensmittel z« beschaffen und die Einrichtung ber Küchen und Verteilung der Lebensmittel zu unterstützen und zu fördern. In den umliegenden Orten werden von Sannnelkolonnen Gelder zur Unterstützung der Ausgesperrten entgegengenommen. Zur Beobachtung der Lehrlinge find besondere Rtchtttnten erlassen, da verschiedentlich noch Aufräumungsarbeite« von ihnen verrichtet werden. Das Polizeiprästdium hat sich veranlaßt gesehn, eine Zentralstelle für das ganze Ruhr- revrer einzurichten, um die genaue Beobachtung der kommunistischen Tätigkeft zu ermöglichen. Zn wenigen Motten Titulescu hat den Auftrag zur Regierungsbildung zn- rückgegeben. Man erwartet jetzt die Beauftragung Manin». « Der französtfche Staatspräfident setzte am Freitag die Verhandlungen mit den Parteiführer» über dt- Regie- rungsneubildnng fort. Eine Entscheidung ist noch immer nicht gefallen. • Die Festsitzung des österreichischen «undesrate» anläßlich des 10jährigen Jubiläums der Republik ist abgesagt worden, da die Sozialdemokraten «in« Teilnahme an der Sitzung ablehne». * Nach den letzten Meldungen aus Catania hat sich der Lauf ber Lava während ber Nacht verlangsamt. Die Bahn- ltnie ist von dem gluhenden Strom «och nicht erreicht worden. • Voraussichtlich werden die Mehrheitsparteien in Oesterreich für die Wiederwahl Dr. Hatnifchs eintreten, dessen Amtszett am heutigen Freitag formell ablänst. m In Rheinland und Westfalen find infolge des Arbeitskampfes 60 Hochöfen auSgcblasen worden. Nr. 264. Jahrgang 1928. Der Lmrkbote * Vvochetm« JSeiomi. Samstag, den 10. November 1928. Seine Arbeitslosengelder für Ansgesperrte. Berlin. 9. Nov. Wie Berliner Blätter ans Duisburg melden, beschäftigte sich der Spruchausschuß des Duisburger Arbeitsamtes am Donnerstag mit der Klage eines ausgesperrte Metallarbeiters auf Auszahlung von Erwerbslosenunterstützung. Der Kläger machte geltend, daß es sich bei der Maßnahme der Arbeitgeber um eine Stillegung von Betrieben handle, die den arbeitslos gewordenen Belegschaftsmitgliedern Aspruch auf Erwerbslosenunterstützung gebe. Nach längerer Beratung entschied der Spruchausschutz auf Ablehnung des Antrages, da es sich nicht um eine Stilllegung, sonder um eine Aussperrung handele. Da gegen diese Eutlcheidung Einspruch eingelegt wurde, wirb sich die Spruchkammer in Düsseldorf noch mit der Angelegenheit befassen. Sündignnge« in der Rheinschiffahrt. Duisburg, 9. Nov. In der Rheinschiffahrt ist es als Folge des Arbeitskampfes bereits zu Kündigungen des Schifsspersonals gekommen. Den Matrosen und Schiffsjungen der im Hafen der „Gute Hofsnungshütte" vor Anker liegenden ungelöschten Erzschiffe ist gekündigt worden mit Rücksicht auf die nachlaflenden Erzankünfte und den geringen Eisenverschiffungen plant der Hafenverein Dortmund ebenfalls größere Entlastungen von Hafen- und Transportarbeitern. Die soziale Fürsorge Berlin, 19. Nov. Im Reichstagsausschuß für soziale Angelegenheiten verlas gestern der Vorsitzende Abg. Escher (Zentr.) einen Bericht der österreichisch-deutschen Arbeitsgemeinschaft über die Verhandlungen zum Sozialrecht und zur Sozialfürsorge. In dem Schreiben tritt die Arbeitsgemeinschaft für gemeinsame Bearbeitung der Frage ein, die das Sozialrecht in Deutschland und Oesterreich betreffen, mit dem Ziel: BLöglichste Angleichuug der diesbezüglichen Gesetzgebung. Der Ausschuß setzte alsdann die allgemeine Aussprache über die Novelle für Unfallversicherung fort. Seschlöffe des Reichsrates Aunahme des Zusatzabkommens zum deutsch-serbisch«« Handeisvertrag. Berlin, 9. Nov. Der Reichsrat nahm in seiner öffentlichen Vollsitzung am Donnerstag das Zusatzabkommen zu dem deutsch-serbischen Handels- und Schiffahrtsvertrag an. Deutscherseits wird danach der Vertragszollsatz von 2,80 Mk. für den Doppelzentner Mais auch auf solchen Mais ausgedehnt, iu:r zur Herstellung von Branntwein und zu Saatzwecken dient. Der Bertragszollsatz von 29 RM. auf den Doppelzentner Hühner wird ausgedehnt auf Truthühner. Die Vertreter der Provinzen Pommern. Oberschlesien und Westpreußen brachten in einer Erklärung zum Ausdruck, daß die neuen Bestimmungen über Mais eine schwere Schädigung der deutsche« Landwirtschaft bedeuteten. Das Abkommen wurde darauf gegen die Stimmen der drei Provinzen angenommen, während Bayern und Württemberg das Protokoll ossenhielten. Mit der gleichen Mehrheit wurde auch eine Verordnung angenommen, wonach die Vergünstigungen des neuen Mais, zolles bereits jetzt den deutschen Abnehmern zugute kommen sollen. Annahme fand weiter eine Verordnung über Krankenbehandlung und Berufsfürsorge in der Unfallversicherung, ferner eine Handwerksnovelle. Die Novelle bildet keine Neuformung des Handwerksrechtes, sondern beschränkt sich im Rahmen der Gewerbeordnung auf Abänderungen namentlich der Vorschriften über die Wahl zü den Handwerkskammern. Angenommen wurde ein Gesetzentwurf über das Verfahren vor dem Bundesamt, für bas Heimatwesen und der Gesetzentwurf über die Vereinigung von Walüeck mit Preußen, der nach der Verfaflung der Zustimmung des Reichsrates bedarf. .... Die Reparaiionsfrage Berlin, 19. November. In Berlin beschäftigt man sich wieder eingehend mit der Reparationsfrage. An amtlicher deutscher Stelle ist inzwischen die englische Blättermclbung, wonach Anfang dieser Woche in London und in anderen Hauptstädten neue deutsche Schritte erfolgt seien, bestätigt worden. Entgegen den englischen Blättermeldungen verfolgten diese Schritte jedoch lediglich den Zweck, den alliierten Regierungen klar zu machen, daß Deutschland vor dem Zusammentritt der Sachverständigen- konferenz den in letzter Zeit von englischer Sette offiziös wiederholt gemachten Hinweis auf den in der Balfour- I note nkedergelegten englischen Standpunkt nicht ohne weiteres als eine für die Arbeiten der Kommiffion unumstößliche Tatsache ansehen könne. Zur Begründung besten dürfte auch darauf htngewtesen worden sein, daß es ja gerade die Anfgave der Sachverständigen sei, eine Grundlage für die deutschen Zahlungen zn finden. Tie Versteifung auf die Balfournote aber würde von vornherein die Lage präjudizieren. Die ursprüngliche deutsche Anregung lief auf die Entsendung unabhängiger Sachverständiger hinaus. Diese Unabhängigkeit würde jedoch gefährdet sein, wenn die Sachverständigen schon vor dem Zusammentreten der Kommiffion fest umriflene Richtlinien von ihren Regierungen erhalten würden. Naturgemäß bleibt es jedem Delegierten unbenommen, im Laufe der Sitzung enentsprechende Wünsche vorzubringen. Und es läßt sich ja auch nicht von der Hand weisen, daß man auch über die Ziele der Konferenz hat. Das beeinträchtige jedoch in keiner Weise die „Unabhängigkeit" der deutschen Delegierten. Was den Zeitpunkt des Zusammentritts angeht, so macht sich in Berliner politischen Kreisen neuerdings angesichts der französischen Regierungskrise ein leichter Pessimismus bemerkbar. Man befürchtet, daß, falls eine französische Regierung mit unsicheren Mehrheitsverhältnissen ans Ruder kommen sollte, eine erfolgreiche Beendigung der Arbeiten der Sachverständigenkommission wenn nicht gefährdet, so aber doch erheblich hinausgezögert werden könnte. Leistungsfähigere Funkattlagen für „Graf Zeppelin" Berlin, 10. Nov. (Funkspruch.) Wie wir erfahren, stehen Verhandlungen unmittelbar vor dem Abschluß, wonach die bisher in dem Luftschiff „Graf Zeppelin" eingebauten Funksende- und Empfangsanlagen in allernächster Zeit völlig ausgebaut und durch wesentlich leistungsfähigere Apparaturen ersetzt werden sollen. . . „ Waldeck in Preußen aufgegangen Berli«, 9. Nov. Amtlich wird mitgeteilt: Waldeck und Preußen haben sich vor einiger Zeit über ein Aufgehen von Walbeck in Preußen geeinigt. Zum Zustandekommen des Ueberganges von Waldeck auf Preußen ist noch der Erlaß eines Reichsgesetzes nach Artikel 18, Absatz 2 der Reichs- verfaffung erforderlich. Der Entwurf eines solchen Reichsgesetzes, das die Vereinigung der beiden Völker vom 1. April 1929 ab vorsteht, ist jetzt vom Reichsminister des Innern dem Reichstag vorgelegt worden. Die Zahl der deutschen Länder vermindert sich hiermit von 18 auf 17. Preußen erhält durch die Hinzulegung Waldecks einen Zuwachs von 1065 Quadratkilometern mit ungefähr 68009 Einwohnern. Polnische „Siegesfeiern".' Di« deutschen Schulkinder nehmen gezwungen daran teil. Warschau, 8. Nov. Am 10. November feiert Polen die zehnte Wiederkehr des Tages, an dem. mich polnischer Auffassung, die polnische Republik gegründet wurde. Zu den Schulfeiern will man auch die Kinder der Minderheit:« zwingen. Die deutsche Sejm- und Senatsfraktion hat dem Sejmmarschall «ine Erklärung unterbreitet, in der mitgeteilt wird, daß die Deutschen an der für den Tag geplanten Festsitzung des Sejm nicht tcilnehmen werden. Zn der Erklärung heißt es u. a.: Gesetzgeberische und Per? waltungsmaßnohmen sowie öffentliche Verlautbarungen hoher Beamten l assen uns erkennen, daß wir Deutsche als belmiglose, wenn nicht gar als unerwünschte Faktoren im Staatslebrn betrachtet werden. Zn threr praktischen Auswertung, abgesehen von verletzender Ignorierung unserer Existenz und unseres Heimatrechtes, von beredtem Totschweigen bis zur Duldung und aktiven Förderung des gegen unser Volkstum gerichteten Bernichtungswillens ist die Parole der Entdeutschung des Landes nach wie vor bestimmend geblieben. Es entspricht nicht unserer Art, gegen den ungeheuren Druck, der auf uns lastet, aufzubegehren und uns gegen die Staatsautorität aufzulehnen: darum werden unsere Kinder den Weisungen des Kultusministers entsprechend am 10. November an p^en vorgesehenen feierlichen Veranstaltungen teilnehmen. Da in dem vergangenen Fahrzehnt trotz feierlichster Versprechungen, trotz Verfassung und internationaler Verträge nichts geschehen ist, die Erhaltung unseres heiligsten Bätcrcrbes, unseres Volkstums, sicherzustellcn, ist der 10. November für uns kein Tag der Freude. Rücktritt des gesamten portngiesifche« Kabinetts. Paris, 9. Nov. Wie die Abendblätetr aus Lissabon melden. ist das aekamte »ortnaresikcke Kabinett znrückgetreten. 8QRAN™.W0lf6AN6 MARKEN „Nickst? Sie sprechen sehr zuversichtlich, mein Herr. Was sollte die Herzogin von Wincheston hindern, wenn Sie es vilk?" „Ich, Frau Herzogin." , ± _ Da sah sie ihn von oben bis unten kühl an. Kalt sagte sie: Lch glaube, Herr Hanno Tessing, Sie gehen ein wenig zu veit. Die Herzogin von Wincheston tut was sie will und vird sich in ihren Angelegenheiten nie um Ihre Meinung Ammern." „Es handelte sich nicht um meine Meinung. Ich sage Ninen — nur Ihnen sage ich es. Frau Herzogin, — daß es Hanno Tessina verhindern wird." Die Herzogin war von dem festen Blick des Mannes be- roffen. Sie wollte sich entrüstet wegwenden, aber ihr Herz gvang sie noch zu einer Frage: „. . . und warum?" „Darüber . . . kann ich heute noch nicht sprechen. Ader 5 kommt der Tag, und dann sollen Sie alles von mir soren." Da wagte die Herzogin eme Frage, die ihr später un- «egreiflich erschien: '„Ist der Grund meine Person. Herr Hanno Tessing? Lieben Sie mich?" Hanno starrte fie an. Es war ihm, als wollt« eine Han sein Innerstes auswühlen. . „Nein!" sagte er. „Ich siede S,e nicht, Frau Herzoglr Das ist nicht der Grund." ^ Er verbeugte sich kurz und ließ dre schone Frau stehe. Sie sah ihm fassungslos nach und strich sich über di« heiß Stirn. Dann schalt sie sich. Wie konnte sie eine so töricht Frage aussprechen! k „Ich liebe Sie nicht. Frau Herzogin!" Mechanisch wieder hotte sie Hannos Worte, und mit einem Male erschien rh das lustige Treiben im Saale gleichgüttig. „Frau Herzogin!" Die wanore oen Kovf uno sah den Eomte vor sich stehe» der zwei Sektgläser in den Händen hielt. Sie konnte den bittenden Augen nicht widerstehen. Si trank das Glas mit einem Zuge aus. „Ich will tanzen!" sagte sie hastig, und gern kam de Comte ihrem Wunsche nach Sie tanzte und lachte wieder. Was kümmerte die Her zogin von Wincheston Hanno Tessing!- Die Attraktionen gingen weiter. Jan hatte als Kunstpfeifer einen Riesenerfolg, aber an allermeisten applaudierte das Publikum der Blaskapelle de sechs Schwarzen, die eine ausgezeichnete Musik mochten. Glänzend klang es. und der Beifall wollte kein End> nehmen. Wako, der echte Schwarze, war Dirigent, feine sechs Leub rekrutierten sich aus den Gesellen. Robert Tessing war einfach sprachlos. Zu Mrs. Porte gewandt sagte er: „Man soll es nicht glauben, was in de» Gesellen steckt. Jetzt machen fie die schönste Blasmusik." Die Kanadierin nickte. „Klingt sehr hübsch! Ich stimme Ihnen zu. Tessing, di, Gesellen sind ganz prächtige Kerle. Aber finden Sie nicht daß die Musik doch etwas eigenartig klingt?" „Eigenartig? Ich könnte es nicht sagen." „Doch Wenn ich an den großen Saallautsprecher denke den ich zu Hause habe, finde ich «ine Aehnlichkeit." „Aha, Sie meinen Radio?" Plötzlich rief eine kecke Stimme: „Darf ich die Kapelle mr einen Boston bitten!" Wako sah verlegen auf seine Musiker, die nicht minder verlegen waren und hilfesuchende Micke hinter die Kulisser warfen. „Rix Boston spielen!" sagte Wako mit freundlichen Grinsen. „Was gibt's denn sonst?" Anton sah in einem Hefte nach „Jetzt kommt der Walzer »Wenn Blumen träumen"." „Wird dankbar akzeptiert! Der Kapelle drei Flasche» Sekt!" „Bravo, bravo!" rief das Publikum und erwartete, das die Kapelle einen Tusch spielen würde. Aber er folgt- nicht Edward rettete die Situation. Er erhob sich von seinen Musikantensitr und riet im aebrockenen Deutlet»- .Kddlei ^— Tilnleska gibt den Auftrag zur Regierung-- ditdung zurück Bukarest, 19. November. Titulescu hat am gestrigen Freitag mittag der Regentschaft den Auftrag zur Regierungsbildung zurückgegcben Die Regentschaft bat daraus Maut« für gestern nachmittag 4 Uhr zn einer Unterredung gebeten. Man nimmt an, daß Maniu mit der Kabinettsbildung beauftragt werden wird. Die Festsitzung de- österreichischen Sundes- raie- abgesagt Wie«, ig, Nov. Frettag nachmittag sollte anläßlich de- zehnjährigeu Jubiläums der Republik eine Festsitzung des Bunüesrates stattfinöev. Der Vorsitzende des Buuöesrates Dr. Stetdle sollte die Festrede halten. Nun haben gestern früh die Sozialdemokraten erklärt, daß sie an einer Festsitzung nicht teilnehmen könnten, die vom Bundesführer der Heimwehren geleitet würde. Daraufhin haben die Mehrheitsparteien beschlossen, die Festsitzung abzusagen und statt dessen eine gewöhnliche Geschäftssttzung des Buuöesrates ab- zuhalten. Die Mehrheitsparteien habe» in ihrer Begründung darauf hingewiesen, daß die Stellung Dr. Stetdle» als Vorsitzender des Bundesrates verfaffungsmäßig begründet sei und infolgedessen nichts angetastet werden könnte. Wird Saegy Rossees Aachfolger? Paris, 19. Nov. Nach der Abstimmung der Kammer über de» Fall Ricklin-Roffs erklärte der elsässische Abgeordnete Brogly auf die Frage, wie sich die Lage im Elsaß nun ge- statten werde: „Ich werde Abbe Haegy anraten, sich in Colmar für das für ungünstig erklärte Mandat Rostes aufstellen zu lassen und ich werde nach Colmar gehen, um mit ihm zu stimmen." „Scherbenpotttik reinsten Wassers" Stratzvurg, 19. Nov. Die elsaß-lothringische Presse zeigt äußerste Erbitterung über die Ungültigkeitserklärung der Mandate Ricklin und Rosss. „Paris fährt auf dem Wege der Mißachtung der elsaß-lothringischen Belange fort", so heißt es in der „Lothringer Balkszeitung", im katholischen Metzer Blatt. Ma« werde aber der Unzufriedenheit im Laude durch solche Entscheidungen, die allzusehr nach der starken Hand riefe«, nicht beikommen. Das sei alles „Scherbenpotttik reinsten Wassers" Der Mörder Obregons zum Tode vernrteM London, 19. Nov. Nach einer Meldung aus Mexiko wurde in dem Prozeß gegen den Mörder Obregon, Torac und die Mitangeklagte Nonne am Donnerstag das Urteil gefällt. Der Gerichtshof sprach Torac im Anschluß an die Rede des Anklagevertreters schuldig und verurteilte ihn zum Tode. Die Nonne erhielt 29 Jahre Gefängnis. Letzte Telegramme in Kürze. Bon einem abftürzende« Flugzeug erschlagen. ■ Berlin, 9. Nov. Nach Meldungen Berliner Blätter aus Neusatz (Südilavienj lösten sich am Donnerstag von einem Militärflugzeug, das über der Stadt kreiste, plötzlich beide Flügel. Der Rumpf der Maschine stürzt-- jäh ab, fing Feuer und siel inmitten der Stadt auf die Straße, bohrte sich fast drei Meter tief in de Asphalt ei« und erschlug dabei eine gerade des Weges kommende Frau. Die Leichen der Frau und des Beobachters konnten geborgen werden, während von dem Piloten, der wahrscheinlich gänzlich verbrannt ist, nichts mehr gefunden wurde. Einbruch bei zwei Görlitzer Zeitungen. Görlitz, 19. November. In der Nacht zum Freitag wurde» die Geschäftsräume zweier Zeitungen von Einbrechern heimgesucht. Während die Täter, die die Einrichtungsgegenstände schwer beschädigten, in einem Falle beim Auf- brechen des Gelöschrankes anscheinend gestört wurden und nur einen geringfügigen Geldbetrag entwendeten, erbeuteten sie im anderen Falle nach dem Aufbrechen von zwei Geldschränken die vorhandenen Lohngelder im Betrage von mehreren Tausend Mark. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei waren bisher ergebnislos. Wokkenbrnch über Neapel..— Die westliche« Stadtteile überschwemmt. Rom, 10. November. Aus Neapel wird gemeldet, daß ein schwerer Platzregen in der Nacht zum Freitag die wetz- ..... ... —»?!—->«- .-.■- j - l l i-l i—' J - !- L - IL .— ' - ■ y.TgW. I '^ - 4L Spender, urra! flrra! llrra!" Die anderen Schwarzen stimmten ein begeistertes In> dianergebrüll an. Dann winkte Jan aus der Kulisse. Wako ergriff den Taktstock — und los ging's. Der Walzer wurde mit Begeisterung getanzt. Als er zu Ende war, schrien die Tänzer begeistert zm Bühne hinauf: „Roch einmal, weiterspielen!" Aber die Kapelle war nicht zu bewegen. Die Musikanten schwitzten Mut und Wasser, Jan hinter den Kulissen nickst »under. „Einen anderen Walzer!" Wako schüttelte wieder den Kopf. „Jetzt kommen Phantasie aus Lohengrrn dran." „Lohengrin hin, Lohengrin her!" rief einer der Gäste „Etwas zu tanzen! Wir wollen tanzen!" „Jetzt kommen Phantasie aus Lohengrin dran," wiederholte Wako angstvoll. Seine Augen quollen ihm bald aus dem Kopfe, und auch den Gesellen wurde unheimlich Hanno stand hinter den Kulissen bei Jan, der sich ball nicht mehr zu helfen wußte. Er gab Wako einen Wink. Die Gesellen satzten die Iw trument«. tfurh der Rrautmarscb aus Lobenarin wurde aer: !ck! Rach Beendigung des Stückes machten die Musikant« eine Pause. Sie setzten die Instrumente nieder und de gäbe sich zum Büfett, um sich zu stärken. Auch Jan gab seinen Posten auf- „Das sst doch eine schwerere Sache a!s ich mir dacht, Hanno," sagte er aufatmend. „Es ist vielleicht besser, wer» ich die Schwarzenkapelle stockheiser werden lasse, damit si nicht mehr spielen können." „Das mache wie du willst! Ader nimm dich in ach:, dal sie dich nicht aufhängen, wenn dem Schwinde? h-ra«, Tanzpause. Jan labte sich am Büfett, wo er mit Maria zusammentraf, die inzwischen wie toll getanzt hotte Sie erzählte ihm begeistert die Eindrücke des Abends. Als Hanno Jan in Sicherheit sah, schlich er sich r v - >r dj Kulissen, um ihm einen Streich zu spielen. Und nach wenigen Augenblicken horchte alles aus. Was war das? Samstag, den 10. November 1928. 3fr. 264. Jahrgang 1928._ lichen Stadtteile überschwemmte und stellenweise erheblichen Schaden anrichtete. Feuerwehr und bas Pionierkorps mutzten zu Hilfeleistungen eingreifen. Schwerer Sturm an der spanische« Küste. Paris, 8. Nov. Die spanische Küste in der Gegend von Gibraltar wird von einem starken Unwetter heimgesucht. Zahlreiche Schiffe mußten sich in den Hafen von Gadiz begeben, während sich andere in der Höhe von Tarif« in schwerer Gefahr befinden. Schwere Sturzwelle» überfluten die Quais von Cadiz und reißen die aufgestapelte Ware ins Meer. «nsgedehnte Bnschbräude in Australien. London, 8- Nov. In Neusüdwales wüten gegenwärtig nach Berichten aus Sidney große Buschfeuer, die sich über ein Gebiet von etwa SV Meilen im Quadrat erstrecken. Besonders gefährdet ist das Gebiet der Blauen Berge. Politische Terrorakte in Aegypten. London, S. Nov. In Kairo kam es am Donnerstag zu Uebergriffen von Angehörigen der Wafd-Partei gegen den Chefredakteur einer gemäßigten nationalistischen Zeitung und einen arbeiterparteilichen Führer. Die Angegriffenen wurden schwer verwundet. Der Zwischenfall wird mit einiger Besorgnis verfolgt, da feit der Ermordung des britischen Oberbefehlshabers Sir Lee Stack Pascha im Jahre 1824 keine politischen Terrorakte in Kairo zu verzeichnen waren. Mischer Landtag Erste Plenarsitzung am 23. November. Karlsruhe, 10. Nov. Gestern vormittag trat der Land- ständische Ausschuß zu einer Sitzung zusammen und nahm eine Prüfung der Rechnungen des Domänengrundstocks und der Eisenbahnschuldentilgungskaffe vor, nach dem die verschiedenen Berichterstatter einen ausführlichen Bericht erstattet hatten. . Zu Beanstandungen war kein Anlaß gegeben. Der Bertrauensmännerausschuß, der am Freitagnachmittag tagte, setzte die erste Plenarversammlung des Badischen Landtags auf den 23. November fest mit der Tagesordnung: Wahl des Präsidenten, Konstituierung der Ausschüsse, Wahl des Staatspräsidenten und seines Stellvertreters. Aus Nah und Fern. w Sinsheim, 10. Nov. (Bortrag.) Die Ortsgruppe Sinsheim des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Berbandes hielt am 8. November im Restaurant Lackner ihre Monatsversammlung ab, bei der Kollege Aichem von der Geschäftsstelle Mannheim über das Thema „Unser Kampf um die Wirtschaftsmacht" sprach. Er legte lmr, daß die Arbeitnehmerschaft nur durch straffe Organisation Einfluß in Staat und Wirtschaft erlangen könne. Ferner führte er aus, welche Mittel notwendig find, um es der Arbeitnehmerschaft zu ermöglichen, Mitbesitz und Mitteilung in der Wirtschaft zu bekommen. Wir müssen zu einer solchen Organisation des Arbeitslebens kommen, daß der Mensch nicht mehr Objekt der Wirtschaft ist, sondern die Wirtschaft dazu dient, den Menschen in allen Beziehungen seines Lebens zu fördern. * Einsheim» 9. Nov. (Zur Neuregelung des Fremdenpolizeiwesens.) Der Verband reisender Kaufleute Deutschlands, Sitz Leipzig, hat namens der Zentralstelle der am kaufmännischen Berufsreiseverkehr beteiligten Verbände die Innenministerien der deutschen Länder gebeten, den ihnen unterstellten Behöroe» nahezulegen, sich in den Meldezettelvordrucken auf die Beantwortung folgender Fragen zu beschränken: 1. Bor- und Zuname. 2. Stand und Gewerbe, 3. Geburtsort und Tag, 4. Staatsangehörigkeit. 5. Ständiger Wohnsitz, 6. Tag der Zu- und Abreise. Es wird dazu bemerkt, daß die Beantwortung dieser Fragen vollkommen genüge, um die notwendige Ueborwachung des Reiseverkehrs durchzuführen. Insbesondere wird darauf hingewiesen, daß unter Umständen Fragen über den Zweck des Aufenthalts, nach dem Reife- auswcis, der Herkunft und dem nächsten Reiseziel, dem Vertreter der Konkurrenz als willkommene Information dienen könnten. )( Sinsheim, 8, Nov. (Unpfändbarkeit der Schreibmaschine.) Die Frage, was bei der Pfändung für den Schuldner als unentbehrlich zur Ausübung seines Berufes angesehen werden mutz, ist meistens umstritten. Bei einer vorgenommenen Pfändung behauptete ein Rechtsbristand, feine einzige Schreibmaschine sei zur Ausübung seines Berufes notwendig und unentbehrlich. Er sei ntervenleidenÄ. und könne nicht längere Zeit mit der Hand schreibent Das Kammergericht hat dieser Auffassung recht gegeben und sah es als erwiesen an, daß die gepfändete Schreibmaschine für den Schuldner nach der Art seines Berufes zur Fortsetzung seiner Enverbstätigkett unentbehrlich fei. * Sinsheim, 8. Nov. (Schutz vor Frost.) Bor Eintritt der Frostperiode sei auf die Schäden aufmerksam gemacht, die an Wassermesser, sowie an allen Rohrleitungen durch Frost eatsrehcn können und für die der Benützer oer Anlage bezw. der Haus- oder Grundeigentümer verantwottlich ist. Man sorge daher fiir guten Schutz der Messer, indem man entweder den ganzen Raum, in dem sich ein solcher befindet, durch entsprechendes Schließen der Tür- und Fensteröffnungen frostfrei erhält, oder die Meßappamte selbst mit Stroh oder einem geräumigen Kasten umgibt und die Zwischenräume mit Sägmehl ausfüllt. Die Wassermesser sollen mach allen Seiten von einer Sägmchischicht von mindestens 20 Zentimetern umgeben fein. Dasselbe gilt für Wasserleitungsrohre, die man zweckmäßig, soweit sie durchs Freie führen, mit Tüchern umwickelt und so vor dem Einfrieren schützt. * Sinsheim, 9. Nov. (Versuchsballone.) Vom 12. bis 17. November d. Is. steigen an vielen Orten Europas, auch in Deutschland. zu wissenschaftlichen Zwecken unbemannte Versuchsballone auf. Der Finder eines solchen wird gebeten, ihn sorgfältig zu behandeln und nach der am Ballon oder am Gerät befindlichen Anleitung zu verfahren. Es wird betont, daß mit Rücksicht auf die Gegenseitigkeit auch ausländische Ballone gerade so behandelt werden müssen, wie die deutschen. In der Regel zahlt die den Ballon absendende meteorologische Anstalt dem Finder eine angemessene Belohnung. Die Ballone sind mit leicht brennbarem Wasserstoff gefüllt, daher ist Vorsicht geboten. In Zweifelsfällen wende man sich an die nächste Ortspolizeibehörde oder an die Landeswettcrwarte. * Sinsheim, 9. Nov. (Sonncnfinstcmis.) Am 12. November findet eine in Mitteleuropa sichtbare teilweise Sonnenfinsternis statt: sie ist zugleich die einzige der fünf diesjährigen Finsternisse, die hier beobachtet werden kann. Sie beginnt um' 8 Uhr 33 Min. mitteleuropäischer Zeit in Südwest-Skandinaoien, erreicht ihre größte Phase, bei der in Sibirien 0.8 vom Durchmesser der bonnenschcibe vom Monde bedeckt werden, um 10 Uhr 43 Min. und enoigt um 1 Uhr 3 Min. nachmittags in Btttifch-Indicn Der sich von West nach Ost (von rechts nach links) über die Sonnen» fchnbe bewegende schwarze Mond tritt rechts oben in diese ein und verläßt sie am linken Rande wieder. Infolge der vcrnältnis- mäßig genügen Bedeckung wird von einer Abnahme de; Tageslichtes kaum etwas zu spüren fein. W«r bei günstiger Witterung Da Landbote * Eiusheüuer Jeitrms. die Finsternis beobachten will, darf nicht mst ungeschütztem Auge in die Sonne sehen, selbst nicht für einen kurzen Augenblick, da dieser schon gefährlich ist, es fei denn, daß dünne Wolken die Sonne matt durchscheinen lgsfen. ’2f. Steiosfurt, 9. Nov. (Der Cäcilienverein) kann am kommenden Sonntag hier fein 40 jähriges Bestehen feiern. Aus diesem Anlaß findet neben der kirchlichen Feier am Sonntag abend im Gasthaus „zum Lamm" eine weltliche Feier mit dem Theaterspiel „St. Eäciliens Treuschwur" statt. Zur Verschönerung tragen neben den Liedervorirägen durch den Iubelchor die Herren Hauptlehrer Alb. Grimm und Orgelbauer Wilhelm Nestes durch musikalische Darbietungen bei. Einige Mitbegründer des Chores singen heute noch Ihnen gebührt für ihre Treue zum Verein und die langjährigen Mühen zur Verschönerung des Gottesdienstes insbesondere der Dank der ganzen Pfarrgemeinde, Mögen sich die jungen Sänger ein Beispiel an ihnen nehmen. cg] Weiler, 10. Nov. (Kirchweih«.) Morgen ist hier Kirch- weihe, da soll es hoch hergehen. Am Nachmittag werden einige humorvoll ausgestattete Wagen einen Umzug zur Einholung der Kirchweihe veranstalten. Küche und Keller der Wirtschaften sind gut vorgesehen und der Weilerer „Neue" ist dieses Jahr wohl geraten. Es find also alle Voraussetzungen gegeben, daß unsere Festgäste angenehme Stunden bei Spie! und Janz verleben können. t Kirchardt, 9. Nov. (Der Turn-Berein „Gut Heil") hielt am Sonntag, 4. November im Gasthaus zum Ochsen sein« Iahnfeier ab. Eingeleitet wurde dieselbe durch einen schneivigen Marsch unseres Streich-Quartetts. Nachdem der Vorstand die Erschienenen begrüßt und die Ansprache gehalten hatte, wurden Freiübungen vorgeführt. Neben Barren- und Pferdübungen folgten unter anderem auch Pyramiden. Hierauf wurde oer offizielle Teil geschlossen und zum gemütlichen Teil übergegangen, der die Mitglieder in fröhlicher Stimmung beisammenhiclt. $ Bad Rappenau, 9. Nov. (Verschiedenes.) Wenn jetzt — da die Blätter gefallen find, der Spaziergänger nach der Saline hinausläuft, schimmert durch die ihres Schmuckes beraubten Bäume im Kurgarten, der neuerstellte Mufikpavillion. Unwillkürlich lenkt man feine Schritte zu ihm hin: denn feine weihevolle Schönheit zwingt einem zu seiner Betrachtung. Als kleiner Kunsttempel steht er jetzt verlassen da und hält Zwiesprache mit seinen traurigen Nachbarn, die ihn ob seinem vornehmen Aeußern und seiner malerischen Schönheit beneiden. Danken wir denen, die das so meisterhaft zustande gebracht haben und freuen wir uns dieses Fortschritts, der aufmunternd zu neuen Taten ruft und wesentlich zur Verschönerung des Badeorts beiträgt. — Die tzaussammlung am vergangenen Sonntag Kr die Kleinkinderschule ergab RM. 372,50,- der Borstand des Frauenvereins dankt hiermit herzlich allen Gebern. = Sulzfeld, 9. Nov. (Der Streit um den Wald.) Nachdem der Bürgerausschuß den geplanten Waldkauf von 64 Hektar in seiner Sitzung vom 3. November abgelehnt hatte, wurde jetzt in einer Bürgerversammlung noch einmal dazu Sicklung genommen. Der Rathaussaal war gedrängt voll, was das große Interesse für das Projekt erkennen ließ. In der ausgedehnten Aussprache zeigte sich nun, daß die Mehrheit der Bevölkerung dem Projekt günstig gegenübersteht und wurde mit allen gegen nur drei Stimmen folgende Entschließung gefaßt: „Die heute abend im Rathaussaal tagende Versammlung von etwa 160 Personen spricht sich einmütig dahin aus, daß der Wald unter allen Umständen von der Gemeinde Sulzfeld angekauft werden soll, damit für die Zukunft die Gemeinde existenzfähig bleibt und mit der Zeit ihren Grundbesitz mehren kann. Die Versammlung verkennt nicht den Ernst der Lage, fordert aber mit aller Entschiedenheit vom Gs- meinderat und Bürgerausschuß, daß dieser Wald Eigentum der Gemeinde wird. Ferner erwartet die Versammlung, daß dieser Beschluß und Wille recht bald erledigt und zum Gemeindebeschluß erhoben wird, um weiteren Schaden der Gemeinde zu vermeiden." In den nächsten Tagen wird nun über den Waldankauf definitiv entschieden werden und wird ein günstiger Abschluß erwartet. = Wirsloch, 9. Nov. (Die Bezirkskirchweih«.) Am kommenden Sonntag feiern in unserem Amtsbezirk die Otte Djev- heim, Horrenberg, Mühlhausen, Rotmberg, Rauenberg, Rettig- heim, Malsch, Malschenberg una Rot ihre Kirchweihe, die Martinikerwe. Dieses Jahr braucht sie nicht vor- und nicht nachgeholt werden, da der II. November ein Sonntag ist. Besonders in den Weinoiten dürfte der diesjährige gute Tropfen die rechte „Kerwestimmung" bringen. — Heidelberg, 9. Nov. (Tod eines Nagelschluckers.) Auf der Rohrbacher Kerwe produzierte sich vor einigen Tagen ein Mann als Nagelschlucker. Nachdem er eine erstaunlich große Zahl eiserner Nägel verspeist hatte, stellten sich heftige Magenschmerzen ein und er mußte in das Akademische Krankenhaus gebracht werden, wo man die Nägel entfernte. Das leichtsinnige Artistenkunststück kostete aber dem Betreffenden das Leben. Er ist gestern hier gestorben. Der Mann stammte aus Arheiligen, wo feine Angehörigen in guten Verhältnissen als gesittete Bürger leben. Er selbst war immer mehr auf die Landstraße geraten und hat nun im Alter von 37 Jahren ein so trauriges Ende gefunden. — Schwetzingen, 9. Nov. (Wieder ein gescheitertes Zeitungsunternehmen.) Hier erschien seit 20. September als zweite Zeitung der „Schwetzinger Anzeiger". Das genannte Blatt hat nach sechswöchigeni Bestehen gestern sein Erscheinen wieder eingestellt. 3m Jahre 1927 erschien das „Neue Schwetzinger Tageblatt", das elf Monate bestand. Anschließend wurde das „Badische Nachrichtenblatt" gegründet, das es auf eine Lebensdauer von drei Wochen brachte. Die früher herausgegebene „Schwetzinger Bolkszeitung" bestand sechs Monate. Das alte „Schwetzinger Tageblatt" ist vor einigen Jahren im Verlag der im 48. Jahrgang erscheinendem „Schwetzinger Zeitung" aufgcgangen. ** Mannheim, 10. Nov. (Tödlicher Unfall.) Am Don- nerstagnachrnittag ist an einem Neubau bei der Kronprin- zenstraße der 17jährige Bauhilfsarbeiter Michael Weidner aus Viernheim vom 4. Stock abgestürzt und auf dem Trans- vort zum allgemeinen Krankenhaus gestorben. Ter Verunglückte scheint bei Arbeitsschlutz sich über das Baugerüst gebeugt zu haben, wobei er vermutlich das Gleichgewicht verlor oder einen Schwindelavsall bekam. Untersuchung wurde sofort ausgenommen. ** Mannheim. 10. November. (Lokomotive und Buldogg.) Am Donnerstag mittag wurde auf einem unbewachten Wegübergang bei der Diffensbrücke ein Zugmotor (Bulldvgg) durch die Lokomotive eines Uebergabezuges überfahren. Der Wagenführer wurde am Kovie schwer verletzt und in das Städtische Krankenhaus gebracht. Die Lokomotive wurde leicht beschädigt. Die von der Lokomotive vorschriftsmäßig gegebenen Signale wurden nach Aussagen von Zeugen nicht beachtet Eine Untersuchung ist eingeleitet. ** Wiest och, 10. November. (Neuer Errverbszweig.) Wie die „Wieslocker Zeitung" meldet, sah sich in der kleinen Ortschaft Malschenberg die Bevölkerung gezwungen, sich wegen der schlechten Lage in der Ztgarrenindustrie nach neuem Verdienst umzusehen. Die zunächst aufgenommene Seidenraupenzucht kommt nicht recht vorwärts. Nun setzte man die Hoffnung auf den Anbau von Gurken. Eine größere Anzahl Bürger hat sich auf nächstes Jahr zum Bezug und zur Ablieferung der Früchte an eine Konservenfabrik oerpflichtet. ** Dnrlach, 10. Nov. (Vom eigenen Fuhrwerk überfahren.) Gestern vormittag wollte in Durlach ein verheirateter 63jähriger Landwirt von hier beim Einbiegen mit zusammengekoppelten Fuhrwerken von der Haupt- in die Amaltenstraße die Deichsel des Anhängewagens nach der Seite ziehen, stürzt« hierbei und wurde von dem linken Vorderrad der Anhängewagens erfaßt. Er zog sich schwere Bauch- und Brustquetschungen zu, die sein Verbringen in das städt. Krankenhaus in Durlach mit dem Sanitätsauto notwendig machten. Nach Aussagen des behandelnden Arztes besteht vorläufig Lebensoefahr. ** KarlSrnhe, 10. Nov. (Hütet eure Kinder.) Gestern nachmittag verübte ein bis jetzt unbekannter Täter an einem 5jährigen Kind, das er unter Versprechungen von Schokolade in einen Hausgang gelockt hatte, ein Sittltchkeitsverbrechen. ** Hugsweier, 10. November. Vor wenigen Tagen wurde hier ein Diebstahl dadurch verübt, daß ein aus einem Ried- vrt stammender Bursche während der Nachtzeit aus einem Personenkraftwagen, der im Hofe einer Gastwirtschaft stand, einen Mantel entwendete. Da sich der Täter vor Ausführung des Diebstahls nicht in der Wirtschaft befand, wäre es leöenfalls sehr schwierig gewesen, ihn ausfindig zu machen. Neben seiner Frechheit glaubte er nun, auch noch einem Mädchen rufen zu müflen, das in der Nähe wohnt. Der Vater desselben, der den Burschen kannte, verbat sich in energischer Weise die Ruhestörung. Am folgenden Morgen erzählte er der Wirtin von diesem Vorgang. Diese hegte sofort Verdacht. Der Geschädigte, der am nächsten Tage wieder bei der Wirtin erschien, wurde von dieser veranlaßt, Anzeige zu erstatten und eine Haussuchung vornehmen zu laffen. Dies geschah in Begleitung eines Gendarmen, und der Mantel wurde tatsächlich in dem Schrank des Betreffenden vorgefunden. Dieser Vorfall dürfte den Autobesitzern Anlaß geben, ihre Kraftwagen namentlich während der Nachtzeit zu schließen. ** Haslachs 10. November. In einer benachbarte» Ortschaft wollte ein schlauer Bürger, obwohl er nicht zu den Nimeroden gehört, der Gemeindekaffe ordentlich aufhelfeu, indem er bei der Jagdversteigerung trotz der zahlreich erschienenen Jagöliebhaber kräftig mitbot. Er hinterlegte sogleich 500 Mark bei seinem Angebot. Die Jagdliebhaber ließen aber de« Ueberetfrigen auf seinem Angebot sitzen, und so läuft er heute mit dem Titel Jagöpächter herum und sinnt darauf, die Jagd wieder loszuweröen. ** Hansach, 10. November. Der älteste Sohn des Invaliden August Streit in Hansach,' der auf dem Reitenhof in Dienst stand, kam bei der Verrichtung landwirtschaftlicher Arbeiten der elektrischen Leitung zu nahe, erhielt einen Schlag und war sofort tot. ** Frelvurg i. Br., 10. Nov. (Sittlichkeitsverbrechen eines bald Achtzigjährigen.) Vor dem Schöffengericht wurde heute gegen den fast 80jährigen Küfer und Landwirt Stephan Hintereck aus Merdingen verhandelt, der mehrfacher Sittlichkeitsverbrechen an Schulmädchen beschuldigt wird. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Fahr vier Monaten Gefängnis, eine Zuchthausstrafe unterblieb nur mit Rücksicht auf sein hohes Alter. ** Bamvach bei Müllheim, 8. Nov. (In das Rathaus etngebrochen.) In der vergangenen Nacht wurde in das hiesige Rathaus eingebrochen. Die Diebe stiegen durch ein Fenster ein, das sie zertrümmert hatten, und öurchwühlten alles. Im Rathaus ließen sie den Sanitätswagen und die Kaffe mitgehen, die später geleert auf einer Wiese aufgefunden wurden. Bon den Tätern fehlt noch jede Spur. ** Neuenburg bei Müllheim, 10. Nov. (Bon betrunkenen Burschen überfallen.) Ein junger Kaufmann wurde von vier hiesigen jungen Burschen in angetrunkenem Zustand beim Berlaffen eines Wirtschaftslokales überfallen. Der Ueber- fallene schleppte sich in ein in der Nähe gelegenes Haus. Als er später doch den Heimweg antrat, wurde er nochmals überfallen und derart zugerichtet, daß seine Ueberführung in die Freiburger Klinik notwendig wurde. Vier Schennen eingeäschert. Edingen (bei Heidelberg), 8. Nov. Aus bisher unaufgeklärter Ursache brannten am Donnerstagabend vier an der Grenzhöferstraße liegende Scheunen nieder. Der angerichtete Sachschaden ist, obwohl das Vieh gerettet werden konnte, beträchtlich, da die in den Scheunen liegenden Frucht- und Tabakvorräte zum großen Teil ein Opfer der Flammen wurden. Außer den Scheunen wurde noch das Wohnhaus des Landwirts Michael Koch beschädigt. Die Namen der geschädigten Landwirte sind: Karl Maas, Gebr. Stahl, Michael Koch und Ernst Schäfer. Kein Verbreche« an dem vermißte« Regiernngsrai Dr. Vollmer. Karlsrnhe, 10. November. Nach dem Inhalt einiger Briefe des vermißte« ReSiernngsrats Dr. Vollmer an» «euerer und neuester Zeit au auswärts wohnhafte Per» sonen. die inzwischen von der Staatsanwaltschaft und de« Landespolizeiamt ermittelt «nd gehört worbe« find, hat der fchwerkrieasverletzte (Kopfschnß) Regiernngsrai Dr. Vollmer eine« herauuahende» gänzliche« Reroenznsammen» brnch befürchtet «nd erlitten. Bei dieser Sachlage muß daS Borliegen eines Verbrechens alS Grnnd feines Verschwindens schon jetzt als ansgrfchlvsie» angef^eu werben. Vom Zng überfahre«. Karlsrnhe, 8. Nov. Am Donnerstagabend gegen Ka Uhr kurz vor der Einfahrt in de» Hauptbahnhof bei der Albdrücke wurde ein junger Mann von dem von Rastatt kommenden Personenzug überfahren und sofort getötet. Wie wir hören, handelt es sich um den 17jährigen Sohn des Amtsgehilfen Storch aus Beiertheim. Man nimmt an, daß sich der junge Mann in einem Anfall von Schwermut unter die Räder des Zuges warf. Eine Verhaftung im Stettencr Mordfall. ** Pforzheim, 10. November. Auf Grund des Ausschrei- Stuttgarter Kriminalpolizei wurde am Mittwoch tu Pforzheim der von der Stuttgarter Staatsanwaltschaft ich"" länger gesuchte, auch des Raubmordes in Stetten verdächtigte Wörn aus Wimpfen verhaftet. Wbrn steht im Verdacht, schon mehrere ähnliche Raubüberfälle ausgeführt zu haben, doch muß die weitere Untersuchung abgewartet werden, ob der Verhaftete mit dem Stettener Raubmörder identisch ist. 9er Laus der Lava verlangsamt sich Rom» 10. Nov. Nach den letzten Nachrichten aus Catania hat sich der Lauf der Lava während der Nacht verlangsamt, so daß die Hauptbahnlinie von dem glühenden Strom noch nicht erreicht ist. Die Morgenblätter enthalten keinerlei Nachrichten aus dem Unglücksgebiet, beschränken fick vielmehr auf die Wiederholung der bereits am Donnerstagnachmittag veröffentlichten Meldungen. Der Ministerrat, Samstag, den 10. November 1928. fNr. 264. Jahrgang 1928. 6er Freitag vormittag zusammentreten sollte, ist auf Montag verschoben worden, damit der Minister für öffentliche Arbeiten im Ansbruchgebiet bleiben kann. Verdrecherjagd in Berlin Berlin, 10. November. Wie die „33. Z." meldet, kam es in der Nacht zum Freitag in Berlin zu einer aufregenden Berfolgung eines Verbrechers mit anschließendem Schlutz- gefecht. Der Kaufmann Zander, der in Altmoabit 86 ein Ptanofortegeschäft besitzt, wurde gegen 4 Uhr durch das Klirren seiner Fensterscheiben geweckt und entdeckte einen Einbrecher, der eben mit gestohlenen Koffergrammophonen die Flucht ergriff. Ein Polizetwachtmeister, der in der Nähe Dienst tat, machte sich an die Verfolgung und holte den Verbrecher ein. Kurz bevor er den Mann erreichte, drehte sich der Verfolgte plötzlich um, warf dem Beamten, um ihn zum Straucheln zu bringen, die Grammophone vor die Füße, ließ sich auf die Knie nider und eröffnete mit einer Pistole Feuer auf den Over- «achtmeister. Glücklicherweise gingen" die Schüsse fehl, doch gewann er hinreichend Vorsprung, um die Flucht fortsetzen zu können. Der Polizeibeamte und ein zweiter Beamter sprangen in ein Auto und setztem dem Verbrecher bis zum Hause Wal- denserstraße 34 nach, in dem er verschwunden war. Nach langem Suchen entdeckten ste ihn in einem leeren Müllkasten und in einem anderen Müllkasten den schießsertigen Revolver. Auf dem Polizeipräsidium wurde er als der der Polizei längst bekannte 26jährige Schloffer Walter Müller aus der Emdener Str. 19 festgestellt. Ein Boot sinkt mitte» im Nil. 28 Junge Mädchen ertrunken. Kairo, 9. Nov. Ein Boot, auf dem sich zahlreiche junge Mädchen befanden, die nach dem anderen Nilufer fahren wollten, um dort Blumen zu pflücken, sank wegen zu starker Belastung in der Mitte des Stromes. 28 Mädchen ertranken. _ D« Landbote * Stnstzeirner Sem»,. _ Turnen, Sport und Spiel. Sinsheim, 10. Nov. Am morgigen Sonntag findet auf dem Spielplatz des Turnvereins das erste Handballspiel der Schlußrunde statt, ausgesührt von den Mannschaften der Turnvereine Eschelbach und Sinsheim. Das Spiel der 2. Mannschaft beginnt um halb 2 Uhr, das der 1. Mannschaften um 3 Uhr. Aus dem Reckar-Elsenz-Tnrngau. Die Spielrunde im Handballspiel ist zu Ende geführt und weißt folgenden Tabellenstand auf: Verein Spiele: Gewon.: Unentsch.: Verl.: Pkt. Tv. Bammental 5 4 1 0 9 Tv. Sinsheim 5 4 0 1 8 Tv. Jttlingen 5 3 0 2 6 Tv. Steinsfurt 5 2 1 2 5 Tv. Eschelbach 5 1 0 4 2 Tv. Rappenau 5 0 0 5 0 Die Endrunde begann am 4. November, mit Len Spielen ves Tv. Steinsfurt gegen Jttlingcn und des To. Rappenau gegen Eschelbach in Rappenau. Am kommenden Sonntag spielen die Vereine Bammental gegen Steinsfurt, Sinsheim gegen Eschelbach und Jttlingen gegen Rappenau. Heidelberger Wochenmarkt. Kartoffeln 7 Pfg., Weißkraut 12—15, Rvtkwut 15—20, Wirsing 12—15. Rosenkohl 20—25, Blumenkohl 20—100, Mangold 10, Spinat 10—15, Bohnen 40—80, Tafeläpfel erster Wahl 30—45, Tafeläpfel zweiter Wahl 20—30, Tafelbirncn erster Wahl 30—45, Tafelbirnen zweiter Wahl 20—30, Kochäpfel 15—20, Kochbirnen 15—20, Kopfsalat Stück 8—25, Endivien Stück 6 bis 20, Feldsalat % Pfund 15—20, Rettig Stück 5—15, Radieschen per Gebund 10, Tomaten 20—25, Schwarzwurzeln 50—70, Karotten per Gebund 8—10, gelbe rotfl. Rüben 10—15, rote Rüben 12—15, weiße Rüben 8—10, Zwiebeln 15, Sellerie 1 Stück 10—30, Meerrettig 1 Stück 50—100, Pilze 30—80, Melonen 15—25, Kürbis 15—20, Landeier 14—17, Landbutter 190—200 Trauben 40—60, Kastanien 15—20, Nüsse 50—60 Pfg. Evangelischer Gottesdienst. y 2 10 Uhr: Hauptgottesdienst, Vikar Becher, i/üll Uhr: Christenlehre. Vikar Becher. 1 Uhr: Kindergottesdienst, Vikar Becher. Evang. Vcreinshaus. Sonntag, den 11. November, um 8 Uhr Versammlung. Montag, den 12. November, 8 Uhr Männer u. Jünglingsverein. Mittwoch, den 14. November um 8 Uhr Bibel- und Gcbetstunde. Wetterbericht. Karlsruhe, 9. November. Die Ttefdruckgebilde über Italien bestehen fort. Die über Frankreich und diesseits der Alpen lagernden Tief haben sich zum Teil bis Mittel- und Süd-Ostdeutschland fortgepslanzt, wobei die neblige, trübe Witterung mit vereinzelt auftretenden leichten Niederschlägen andauert. Die Störungen werden sich voraussichtlich weiter entfernen oder auffüllen und dafür das heute über den britischen Inseln liegende Hoch auf das Festland übertreten; damit steht Aufheiterung mit verbreiteten Strahlungsfrösten bevor. Die sparsame Hausfrau verwendet Maggis Würze, denn wenige Tropfen machen dünne Suppen, Fleischbrühe, Gemüse und Soßen sofort wohlschmeckend u bekömmlich. Vorteilhaftester Bezug in großen plombierten Originalflaschen zu RM.6.50 Verlangen Sie ausdrücklich Maggi - Würze. Elsenzgau des Landesverbandes der badischen Gewerbe» und Handwerkervereinigung. Nächsten Sonntag, 11. ds. Mts., nachmittags 1 / 2 2 Uhr findet im Saale zum „Lamm" in Steinsfurt unser diesjähriger Gau-Tag statt. Unsere Mitglieder, sowie alle Freunde der Sache sind hierzu frdl. eingeladen. Die Gauleitung. ©G©©©©© ©©©©©©©©ST SSSSTS © - . -- . .. © © © Gatte Zinn Bären, Ittlinp | © © © © Sonntag, den 11. und Montag, 12. November © Kirchweihe gatbesetzte § © S © © © © Tanz-Musik wozu ich alle Tanzlustigen ans Ittlingen und Umgebung frenndlichst einlade. Für reine Weine, sowie ff. Speisen ist bestens gesorgt. Um frdl. Zuspruch bittet Gustav Hauk. Gasthaus zum Löwen, Weiler Kirchweihsonntag und Montag gutbesetzte Tanz-Musik Prima Weine :: Vorzügliche KUche Um freundlichen Zuspruch bittet Martin Rudy. Am Sonntag und Montag anläßlich der Kirchweihe Weiler gutbesetzte TANZ-MUSIK ..mim.. Für reine Weine und gute Speisen ist bestens gesorgt. Es ladet freundlichst ein Gasthaus „zum Ritter“ Emil Volz Gasthaus „zum Adler“ Angnst Schnetzer. Ferner bringen die Unterzeichneten ihre Lokale bestens in Erinnerung. Wirtschaft „rum deutschen Kaiser“ Joh. Barth er. Gasthaus „zur Rose“ Georg Holzwarth. Will dich der Anblick dieser Weit nicht freu’n Weil Dir‘kein Grund zur Freude sich erschließt, Steck’ tief die Nase in den Grund hinein Und trinke, — bist du Grund und Boden siehst! Doch laß’ den Krug mit „Palmbräu-Märzen“ füllen Dann findet Du wieder frohen Lebenswillen! für elektr. Anschluß, 3 kg schwer, hochglanz vernickelt, Sohle geschliffen (auch für Stärkewäsche geignet) mit Aufstellvor- m richtung.RM. M mmrn aller Art, Hoch- u. Halb- stämme, Mirabellen und Zwetschgen. Zwergobst. Himbeeren, Johannisbeer-, Stachelbcer- und Rosenhochstämme,Busch- rosen «. Friedhofspflanzen (Lebensbäume) liefert Oskar Bauer, Grombach Baumschule. Stellengesuche finde» iw Landbote« weltgrhendste Beachtung R h eTn eie k t r a Elektrizitätxwerh Sinsheim a.L Fernruf 233. Das Haus erster Marken Ist das Planohaus WeSS&Kiroher, Heilbronn 1 Kieselmarkt 7 Fernsprecher 367 :—: LohtorstraSe 31 I« mehr als 72 Jahre» haben sich „Weftermanns Monatshefte" durch lhre klare »esu»de Einstellung in alle« schöngeistigen Fragen die Herren Hnnderttousen- »er erobert. Die Hefte enthalten eine Fiill« von Beitrügen unterhaltender und belehrender Art ans allen Gebieten der Wissens, Denkens, For. fchenS und Schaffens. Der besondere Wert von „ Weftermanns Monats - heften" wird durch dieradi- reiche«Farbdrntaei0 Franz Nutsch Steuerinspektor Johanna Nutsch geb. Bauer Vermählte Karlsruhe Moltkestr. 153 Sinsheim 1F Geschäftsübergabe. Meiner verehrten Kundschaft zur gefl. Kenntnis, daß ich ab heute das von mir seither geführte Bilgelgeschäft und Gardinenspannerei an Frau Lenchen Fürst übergeben habe. Indem ich meiner werten Kundschaft für ihre freundl. Unterstützung danke, bitte ich das mir geschenkte Vertrauen auch auf meine Nachfolgerin zu übertragen. Johanna Bauer. EV Es wird auch mein Bestreben sein, die Kundschaft aufs Beste zu bedienen und wird des Geschäft im gleichen Hause weitergeführt. Um geneigten Zuspruch bittet Lenchen Fürst Rosengasse. L jiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiuiiifiiiiiHiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiniiii Eber- und Mutterferkel sowie auch starke Ferkel zur Mast sind aus unserer Stammzucht des weißen großen Edelschweines laufend erhältlich. StaMche Landlliirtfchaftsfchnle Augustenberg Post und Station Grötzingrn i. B. Freude an der Wäfdie hat jede Hausfrau nur dann, wann he das Hausfrauentuch „Treffer“ ohne iede Fült-Appretar verarbeitet Alleinverkauf für Sinsheim E. SPEISER, SINSHEIM. Benger* t Pj bana , i. Unterkleidung (Ar Doaca, Herren u. Kinder Feto Elosttedt Durthllwlfl = llluotrlorto Proioliot« kostenlos. s = Alleinverkauf für Sinsheim: = l E. Speiser, Sinsheim, i Trauringe vorteilhaft mit sofort. Grav. bei | Gelegenheits - Angebot 11 1 Msthts Zweisitzer 6 HP mit elektr. 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WW Kürzlich wurde die erste Schwebebahn im Riesengebirge, die von Johannis- bad auf den Schwarzen Berg führt, dem Verkehr übergeben. — Unser Bild zeigt den ersten Wagen kurz vor seiner Ankunft auf der Endstation. In Friedrichshafen am Boden fee werden Probefahrten mit einem eigenartigen Luftfahrzeug vorgenommen, das einen Beobachtungsballon darstellt. Es ist 34 Meter lang und besitzt einen Außenbordmotor. Dieser Beob- achtungsballon ist in der Lage, sich bei einem Platzwechsel selbständig fortzubewegen. Kreuzansrichtung im Gebirge. Eine interessante Versteigerung. Der neue amerikanische Präsident. k* * % »WM ; D i e Gebirgskompagnie des 19. Iägerbataillons errichtete zum Andenken an die im Gebirge gefallenen Kameraden auf dem südlichsten Grenzberg des Deutschen Reiches, dem Biberkopf ein Gipfelkreuz. — Die Mannschaft nach Auf. richtung des Kreuzes. In der Reichshauptstadt wurden dieser Tage bedeutende Kunstschätzc der Petersburger Eremitage, unter denen sich auch eine große Anzahl in Rußland enteigneter Privatbesitztümer befinden, in einem Auktionshaus versteigert. Verschiedene Staaten haben Versteigerungen enteigneter russischer Kunstgegenstände in ihrem Hoheitsgebiet verboten. — Ein Tisch mit Gefäßen aus Edelmetall. In Amerika fanden kürzlich die Präsidentschaftswahlen statt. Die Republikaner hatten Hoover als Kandidaten aufgestellt, während Al Smith für die Demokraten kandidierte. Die Wahl Hoovers scheint nach den bisherigen Ergebnissen gesichert. Für Hoover stimmte auch Präsident Coolidge. Oberitalien unter Wasser." „Gras Zeppelin" am Ankermast in Staaken. ------------- - . . L . .., j» 4 - ~ -r . f > \ s . mmm > ■<« i Sc SyMMKGMM P'fcW 4 + ' Gewaltige Ueberschwemmungen haben Italien fast bis zur Mitte des Landes heimgesucht. Sogar der Tiber führt gewaltige Wassermengen. — Unser Bild zeigt d i e Piacetta mit dem dahinterliegenden Markusplatz in Venedig, die vollkommen überflutet sind Der Verkehr findet auf Kähnen oder schmalen Brettersteigen statt. »Graf Zeppelin", der nach Rückkehr von seiner Amerikafahrt der Reichshauptstadt einen Besuch abgestattet hatte und dessen Mannschaft feierlich empfangen worden war, flog vor seiner Rückfahrt nach Friedrichshafen zu kurzer Rast nach Staaken, wo er an dem neuerrichteten Mast verankert wurde.