•cf*«tet ts,ltch «K Ausnahme der Fmertag« Vezu-s-Prei»: O«rch dt«Post bezogen und durch H» Briefträger und unsere Austräger frei ins Lau« «nrräity Soldmark 1J>0 •er Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. H» Fällen von höherer Gewatt HWeyr kein Anspruch aus Liefe»- Mf der Zeitung oder auf Rück- -«?»a»g des Bezugspreises. «-.chSstszett l/ch bis 5 ühr « « mta g s geschloffen. Tr ' 4 prech-A«schtuß Skr. 4 M Popscheck-Kont» >Btell|> Stc.600* General-Anzeiger für klsenz-unö Schwatgbachfal Der Lanöooie Sinshettner Kl Zeitung ?rss General-Anzeiger für Hfcnj-unö §äuparzbaclrtal Htltdlt* and vrbreitellt« Leitang di*Ier Gegend. ^aapt-Hn^t^Mk-BUtt AN>ch«»n. >eft»H«v, &m Midi h et» ea«tr • DU BrtntnenTtab« » Ho* dem Leid» der Oßodt • KetttUr tfir Qm»- m. iM dwi itHdh Anzeigen.Preise: Anzeigen: Die 33 mm drei» .i'i'iüimeter-3eUe 6 ivotdpi-, Reklamen: Die 92 mm drei» Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- «nid Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffeste». Rabatt, der bei Nichrzadiu-ig ^ innerhalb 8 Tagen nach Rech-' »ungsdatum oder bei gerichtlich«»^ Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 8 ich, vormittags; größere Anzeige», müssen am Tage vorher gegeben werden. Bant-Konto Dereiusbank Simcheim «.G-m-b^L- n M 274. Donnerstag, den 22 November 1928. 89. Jahrgang Auswirkungen des Wirtfchastskampfes. Der Gesamtverband der Metallindustriellen zum Lohnkampf auf den Wersten und in dem Gebiet Noröwest. Berlin, 22. November. Der Gesamtverband deutscher Me- tallindnstrieller teilt mit: „Der erweiterte Vorstand des Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller hat sich in seiner letzten Sitzung mit den zurzeit im Gang befindlichen Lohn- lämpfen eingehend befaßt. Mit ernster Sorge verfolgt er die Entwicklung des Streites der rnnd 45 vüü Werftarbeiter, der zur Durchsetzung ganz unerfüllbarer Forderungen von de» Gewerkschaften vom Zaune gebrochen worden ist und bereits vom 1. Oktober dieses Jahres ab dauert. Es handelt fich hier um eine Kampfmaßnahme der Gewerkschaften gegen eine große Wirtschaftsgruppe, die schon seit geraumer Zeit «nter den schwierigsten wirtschaftlichen Verhältnissen arbeiten muß. Ebensowenig wie die Firmen des Arbeitgeberverbandes für den Bezirk der nordwestlichen Gruppe sind die Wersten angesichts ihres völlig unzureichenden Beschäftigungsgrades und des ganz besonders scharfen ausländischen Wettbewerbs in der Lage, die Selbstkosten durch allgemeine Lohnzulagen und Verkürzung der Arbeitszeit »och weiter zu erhöhen. Der erweiterte Vorstand des Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller hält das Vorgehen der Gewerkschaften geaen die Werften auch im Hinblick auf den bei den Werften vorhandenen tatsächlichen Lohnstand für unverantwortlich «nd unterstützt die Werften in ihrem Abwehrkampf. Ferner bedauert der erweiterte Vorstand des Gesamtverbandes lebhaft, daß es infolge der das Ergebnis der Ber- Handlungen vom Sonnabend, de» 17. d. Mts. in Düffeldorf ableugnenden Haltung der Gewerkschaften nicht gelungen ist, de« Wirtschaftsfriede« für das Gebiet Rordweft wiederherznftelle«. Der erweiterte Vorstand des Gesamtverbandes hält sich daher für verpflichtet, die gesamte deutsche Oeffentltchkeit auf den Ernst der wirtschaftlichen Fragen htnznweisen. die der Auseinandersetzung im Westen zugrunde liegen. Eine allgemeine Lohnsteigerung, wie sie der Schiedsspruch vorsteht, müßte eine Eisenprdiserhöhung nach sich ziehen, die angesichts der niedergehenden Konjunktur und des immer schwerer zu überwin- denden ausländischen Wettbewerbs besonders für die weiterverarbeitende Industrie von de» verhängnisvollste« Folgen sein würde. Die im Gesamtoerbanö deutscher Metallindustrieller zusammengeschloffenen Unternehmungen haben von Beginn des Kampfes an mit voller Sympathie auf seiten des Arbeitgeberverbandes für den Bezirk der nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller gestanden. Denn sie sind sich ber Opfer, die dieser Verband bei seinem Kampfe auch für die Aufrcchterhaltung der Lebensmöglichketten anderer großer Teile der deutschen Wirtschaft »ringt, bewußt und wtffen ihm dafür Dank. Vorschläge -er Mekaüarbeiterverbände zur Veilegung des Konflikts Essen, 32. Nov. Vom Christliche» Metallarbeiterverband wird mitgetetlt: Zn der erneuten Vertagung der Verband, tungen tm Arbeitskonflikt Nordwest versuchen die Arbeitgeber in einer längeren Erklärung der Oefsenttichkeit begreiflich zu machen, daß bei den Gewerkschaftsvertreter« die Schuldigen für das Scheitern der Verhandlungen zu suchen seien. Wir sind der gegenteiligen Auffassung; zum befferen Verständnis über das. was die Gewerkschaften wollen, um die Aufhebung ber Aussperrung zu ermöglichen «nd weitere Erschütterungen der deutschen Wirtschaft zu vermeiden, gibt folgende gemeinsame Erklärung der drei Metallarbeiter- »erbände Aufschluß: Unter Aufrechterhaltung ihrer abweichenden Rechtsanschauuug vereinbaren die Unterzeichneten Verbände, um eine weitere Erschütterung der Wirtschaftslage zu vermeiden, zum Zwecke der Wiederaufnahme der Arbeit folgendes: 1. Die Aussperrung wird binnne« . . . Stunden zurück- genommen. Das Arbeitsverhältnis gilt nicht als unterbrochen. Maßregelungen finden nicht statt. Es wird anerkannt, daß die Betriebsratsmttglieder noch im Amte find. %. A. Die Parteien sind darüber einig, daß das auf dem Schiedsspruch vom 26. 10. 28 und der Berbindlich- keitserklärung vom 31. 10. 28 beruhende Tarifver- häitnts durchzuführen ist, sofern durch rechtskräfti- ges Urteil die Gültigkett deS Tarifvertrages anerkannt wird. B. Bis zu diesem Zeitpunkt litte« die bis 31.10. 28 gekündigten Lohnsätze und die feste Zulage wieder in Kraft. C. Lehnt das Arbeitsgericht die Gültigkeit des Tarifvertrages ab, so finden umgehend neue Verhandlungen zum Festsetzen der Lohnsätze und Zulagen statt. Bis zum Inkrafttreten der neuen Lohnsätze bleibt provisorisch die zu B bezeichnet« Lohnregelung in Kraft. D. Geht der Rechtsstreit zugunsten de« Gewerkschaften aus, so find vom Tage der Urteilsverkündung die Löhne nach Maßgabe des für verbindlich erklärten Schiedsspruches zu zahlen. Die Gewerkschaften sind bereit, sofern das Reichsarbeitsgericht den Schiedsspruch als zu Recht bestehend anerkennt, den Ablauf des Termins des Schiedsspruchs nicht zum 31. März 1830, sondern bereits am 31. März 1029 festzusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es möglich, in den Betrieben Feststellungen darüber zu machen, welche Belastungen in den Betrieben eingetreten sind."' Diese eindeutigen Vorschläge der drei Metallarbeiterver- bände zeigen das hohe Verantwortungsgefühl ihrer Vertreter, «m diesen Konflikt sobald als möglich z» beende«. Man hat beretts unter den alten Bedingungen bis zur Erledigung des Streitfalles die Arbeit wieder aufzunehmrn und die Laufdauer des Schiedsspruches um ein Jahr zu verkürzen, um den Arbeitgebern eine Reviöierung der sich hieraus ergebenden Belastungen zu ermöglichen. Es ist falsch, wenn die Arbeitgeber in einer Erklärung behaupten, die angebliche Vereinbarung der Lohnregelung befände sich in enger Anlehnung an die Vorschläge der Gewrekschaften. Das in der Erklärung der Arbeitgeber gezeigte Entgegenkommen in der Lohnfrage bedeutet nach unserer Information nicht einmal 25 v. H. des materiellen Inhalts des Schiedsspruches vom 26. Oktober. Grundsätzlich wurde von den Arbeitgebern eine allgemeine Lohnerhöhung abgelehnt. Daß eine solche Vereinbarung keine Zustimmung der Arbeiterschaft und deren Vertreter finden wird, erschien doch wohl selbstverständlich. Wettere Auswirkungen Sttllegnnge« im Siegerländer Wirtschafi-gebiet. Dort««»-,' 22. November. Die Regierung in ArnLberg teilt folgendes mit: Die Stillegungen im Siegerländer Wirtschaftsgebiet stehen in direktem Zusammenhang mit der Aussperrung innerhalb der nordwestlichen Grup.»e. Ebenso wie die Eisenstetngruben sind die Walzengießereien zum weitaus größten Teil von der Großindustrie der uordwestiichen Gruppe abhängig, auch soweit sic nicht unrnittelbar zu den Konzernen der Gruppe Nordwest gehören. Folgende Eisenstetngruben sind inzwischen stillgelegt worben: Eiienzecher. Zug tu Siegen, Christinenhütte in Meggen, Vereinigte Stahlwerke Abt. Bergverwaltung Tiegerland mit ihren neun Gruben, Vereinigte Stahlwerke Abt. Meggen. Von kiesen Stillegungen werben etwa 4000 Irfe-ittt betroffen. Ferner haben meliere 1s S«»gr:länd>:: Betriebe der Eisenindustrie und Walzengießereien Stillegungsanträgr eingereicht oder sind inzwischen stillgelegt worden. Auch von diesen Aussperrungen werden etwa 4000 Arbeiter betroffen. Mit den genannten Eisenstein-Gruben und obigen Betrieben ist der größte Teil der Siegerländer Industrie zum Erliegen gekommen. In welchem Umfange nach Beilegung des Aussperrungskampfes in der nordwestlichen Gruppe die Siegerländer Gruben und Betriebe ihre Produktion wieder aufnehmen werden, läßt sich zurzeit nicht absehen. Hermann Sndermann f Berlin, 21. Nov. Hermann Sudermann ist heute nachmittag im Franziskus-Krankenhaus gestorben. Sudermann hatte, wie erinnerlich, vor sieben Wochen einen Schlaganfall erlitten mit Darm- lähmung nutz hatte sich nach Berlin überführen lassen. Zn den rfgfen Lagen fit eine Lungenentzündung hinzugetreten. Er war seit 24 Stunden bewußtlos und ist heute nachmittag 5.15 Uhr gestorben. lieber die Beisetzung ist noch nichts bekannt gewofixn. 'Hermann Sudermann wurde am 3ö. September 1857 in Matziken bei Heidekrug (Ostpreußen) geboren. Cr entstammte -räch alten Mennonitcnfamilie und studierte nach der Absolvierung des Realgymnasiums in Elbing an der Universität m Königsberg und Berlin. In seinen wirkungsvollen Dramen, in denen er besonders im Anfang soziale Fragen oder Stoffe aus dem modernen Gesellschaftslebcn behandelte, waren stets von größtem Erfolg gekrönt. Unter seinen Werken sind besonders „Ehre", „Der Katzensteg", „Heimat", „Glück im Winkel", „Iohannis- feuer", „Frau Sorge", die „Litauischen Geschichten" und ,,Der tolle Professor" bekannt. Seit 1891 war Hermann Sndermann Mn oer SchrisifreNerin Klara Lüumner vermähll. Schmuggler an der Westgrenze. Schmugglcrtricks — Gegenmaßnahmen und Abwehr. Zn der letzten Zeit häufen sich die Meldungen über das Schmugglerwesen an der Westgrenze, das hauptsächlich an der belgischen und holländischen Grenze außerordentlich zugenommcn hat. In einem größeren Aufsatz beschäftigt sich die „Köln. Ztg-." mit der Tätigkeit der Schmuggler, die besonders Kaffee, Tabak, Zigarren und Zigaretten über die Grenzen schaffen. Die Grotzschmnggler führen ihr Gewerbe mit großer List ausgeklügelten Tricks und oft mit Brutalität durch. Sie arbeiten mit äußerster Porsicht, schicken Spähertrupps zu Fuß. mit Fahrrädern oder Motorrädern, sogar im Kraftwagen, um die Schmuggelladung mit Trägern in einer großen Band; oder in Kraftwagen ungefährdet hinüberbringen zu können. Oft erlebt man es, daß hinter diesen Vorläufern und Spähern Bluffmannschaften mit vollgestopften Rucksäcken, die aber nur Papier oder alte Kleider enthalten, vorsichtig über die Grenze schleichen. Liegen Zollbeamte auf der Lauer, die sich täuschen lassen und aus ihrem Bersteck hervorspringen, dann fft der wirkliche Schmuggeltranspott gewarnt. Bleibt alles still, dann folgt der Dluffmannschast das Schmuggelgut, meist in Kraftwagen. Durch ruhiges und nicht voreiliges Handeln suchen die Zollbeamten, die die Schliche ihrer Gegner kennen, den Bluffversuchen zu b egegnen. Am gefährlichsten sind die Schmuggler, die Eigentümer der unverzollten Waren sind, im Gegensatz zu den Lohnschmugglern. Für sie ist der Schmuggel ein Geschäft auf Leben und Tod, sie schützen ihre Ware bis zur letzten Minute und scheuem keinen Kugelwechsel, wenn sie entdeckt sind. Auf die von ihnen benutzten Kraftwagen nehmen sie, wenn es gilt, in den Weg gelegte Hindernisse zu überwinden, keine Rücksicht, zumal — und das ist neuerdings ein oft beobachteter Trick — diese Wagen meist nicht bezahlt sind und im Fall der Beschlagnahme die Lieferfirma Eigentumsvorbehalte geltend macht. Wie weit der Verteidigungswille der Großschmuggler geht, Ersieht man daraus, daß sie in einem Fall einen Lastwagen als Panzerwagen einrichteten, der beschlagnahmt werden konnte. Die Lohnschmuggler dagegen setzen ihr Leben nicht aufs Spiel, sie er- geben sich meist bei der Entdeckung, verraten aber jaft nie ihre Auftraggeber, so daß die Bor- und Hintermänner kaum zu fassen find. Groß sind die Schäden, die dem Handel durch Schmuggel entstehen. Nur ein Teil des Schmuggelguts wird gefaßt. Beschlagnahmend wurden im Aachener Bezirk 1927: 14 000 Kilo Kaffee, 51 000 Zigarren und Zigarillos. 800 000 Zigaretten. 14 Stück Rindvieh und drei Pferde. Weiter 875 Kilo Kakaopulvcr, 485 Kilo Schokolade. 570 Kilo Pfeifentabak. 200 Kilo feinge- schnittener Tabak und 250 Kilo andere Waren wie Mäntel, Weste«, Schuhe, besonders Turnschuhe. Die beschlagnahmten Waren Kaffee, Kakao und Schokolade werden versteigert, da sie den hinterzogenen Zollbetrag hereinbringen, was bei Zigarren. Zigarillos, Zigaretten und Tabak nicht der Fall ist. Um den Handel durch Schleuderware nicht zu beschädigen, werden diese Waren zum Teil an Armenhäuser weitergegeben, zum Teil vernichtet. Die Ersolgsmöglichkeit der Zollbeamten hängt von ihrer technischen Ausrüstung, Bewaffnung und Zahl ab. Zn der Bewaffnung und Zahl der Beamten gelten gewisse Beschränkungen durch den Friedensvertrag. Der Münchener Oberbürgermeister für vorläufigen Anschluß Oesterreichs an Bayern Wie«, 22. Nov. Die „Wiener Mittagszeitung"' uuterrich tet eine Unterredung mit dem Münchener Oberbürgermeister Scharnagl, der an der Wiener Schubertseier teilgennmmen hat. Der Oberbürgermeister rühmte die herzliche Ausnahme, die er und seine Kollegen in Wien gefunden h-rb-u, besonders auch durch den Wiener Bürgermeister Seih. „München und Wien", so sagte Oberbürgermeister Scharnagl, „hegen sei jeher inntge künstlerische Beziehungen und ich war daher sehr erstaunt, als der Berliner Oberbürgermeister Böß in seiner Ansprache nur den Kontakt Wien-Berlin hervorhob." Zur Frage des Anschlusses bemerkte Oberbürgermeister Scharnagl: „Ich fürchte recht sehr, daß die Aulchiutzgegner tu Deutschland sitzen. Trotz aller freundlichen Redensarten werden in der deutschen Politik die Dinge wie blöder geführt. Ich halte es für ganz ausgeichloflcn. baß O-esterreicb in den Berliner Einheitsstaat hineinpaßt. Wir in Bayern sind für den Anschluß, für den föderativen Cdarakier des Reiches, in dem O Österreich den ihm geziemenden Platz fänd? Auf jeden Fall, so glaube ich. wird noch geraume Z-ft v-"- gehen. Es wäre aber vielleicht denkbar, baß sich die öfter, reichischen Bundesländer schon zu einem früheren Termin vorläufig mit Bayern im Rahmen des Reiches zusammen- schlietzen könnten, bis dann später das Deutsche Reich mo- dernster Gestaltung entstände." Wiederwahl Heinischs gescheiiert Wie«, 21. Nov. Eine Sitzung der sozialdemokratischen Nationalräte und Bundesräte hat die vom Bundeskanzler Dr. Seipel tm Nationalrat gestellten Anträge auf Berfas, sungsänderung und die dadurch ermöglichte Verlängerung der Amtszeit des Bnndesprästdenten Hr. Heinisch einstimmig abgelehnt. Durch diese Stellungnahme der Sozialdemokraten ist also die vorgeschlagene Verfassungsänderung ge. fallen und die Wahl eines neuen Bundespräsidenten notwendig geworden. Miklas voraussichtlich Nachfolger des Bnndespräfidenteu Hainisch. Wien. 22. November. Nach einer Meldung der Korrespondenz Herzog kann es als sicher gelten, daß die Mehr- hettsparteien den Präsidenten des Nationalrates MiklaS am 6. Dezember zum Bunöespräsidenten wählen werden. An Stelle Miklas dürfte der ehemalige Finanzminister Dr. Gürtler zum Präsidenten des Nationalrates gewählt werden. Schaffung einer deutschen Hanbelsabterlung in Moskau Kowuo, 22. Nov. Wie aus Moskau gemeldet wird, ist bet der Handelsabteilung für den Westen eine besondere deutsche Abteilung geschaffen worden. Starke Gegensätze in ber Räumnngsfrage London, 22. November. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" bestätigt, baß die Rede Dr. Strese- manns in allen englischen Kreisen als eine angemessene Ber- Zn wenigen Worten Die drei Metallarbeiterverbanöe haben einen neuen Bor- ichlag zur Beilegung des Eisenkonfliktes bekanntgegeben. * Infolge des Kampfes in ber Eisenindustrie find weitere Gruben im Siegerländer Gebiet stillgelegt worden. * In 3 Hoötau ist bei der HandelSabteitung der Sowjet- Regierung für den Westen eine besondere deutsche Abteilung geschaffen worden. * Nach Wiener Meldungen werden voraussichtlich die Mehrheitsparteien den Präsidenten des Nationalrates, Niklas, zum Bnndesprästdenten wählen. * Die Ueberschwemmungskatastrophe im Mtsstsstppigebiet hat weiter an Umfang zugenommen. Nr. 274. Jahrgang 1928. Donnerstag, den 22. November 1928. tretung der deutschen Forderungen angesehen werde. Mit besonderer Genutunng werde die taktvolle Art und Weise zur Kenntnis genommen, in der der deutsche Außenminister die vor einiger Zeit in Deutschland durch den Abschluß des englisch-französischen Flottenkompromisses hervorgerufene Beunruhigung und im Zusammenhang damit die Versicherungen verschiedener britischer Staatsmänner, daß neue Bindungen Englands nicht bestanden, erwähnt habe. Dr. Strese- mann habe diese Reden britischer Staatsmänner soweit als möglich für die deutschen Forderungen ausgenutzt und insbesondere die Feststellung englischer Politiker herangezogen, daß die Reparations- und Rheinlandsrage nicht miteinander verbunden seien. Es werde sich noch zeigen müssen, inwieweit die rechtlichen Beweise der deutschen Regierung für die Rheinlandräumung mit denen der britischen Juristen ubereinstimmten. Auf der anderen Seite sei aber bereits sicher, daß Dr. Stresemann , rechtliche und politische Beweise mit denen der französischen Regierung in starkem Gegensatz ständen, die nach wie vor an der Auffassung festhalte. daß die Rheinlandränmung durch besondere Zugeständnisse der deutschen Regierung anf finanziellem Gebiete und durch Verstärkung der französtschen Sicherheit erkanft «erden müsse. Die Aussichten für die auf Grund der Genfer Beschlüsse vom September einzusetzenden beiden Ausschüsse sei unter diesen Umständen tatsächlich keineswegs sehr günstig. Wetter weist der Korrespondent darauf hin, daß die Teilnahme Chamber- lains an der Besprechung der Außenminister in Genf «och nicht mit Sicherheit feststehe. Die römische Presse znm Abschluß der außenpolitische». Reichstagsaussprache. Rom» 22. November. Die Morgenblätter geben dem Abschluß der außenpolitischen Aussprache im Reichstag großen Raum. Der „Pvpolo di Roma" unterstreicht den glatten Sieg, den Dr. Stresemann errungen habe. Der „Messagers" überschreibt seinen Bericht mit dem Stichwort „Die Gegner geschlagen". Räumt das Rheinland. Was sagen di« britischen Kronjuristen? London, 19. Nov. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" entwickelt in langen Ausführungen, warum nach An- sicht der britischen Kronjuristen eine frühzeitige Räumung des Rh inlands juristisch durchaus gerechtfertigt wäre. Sie hielten auch dafür, daß die einseitige Zurückziehung der britischen Truppen keine Verletzung der britischen Verpflichtungen nach dem Versailler Vertrag oder dem Rheinlandabkommen bilden würde. Die Beteiligung an der Rheinlandbesetzung sei einfach ein britisches Reckst gewesen, bedeute aber nicht irgendwelche dauernde oder bindende Verpflichtungen. Scharfe französische Kritik Paris, 21. Nov. Die Reichstagsrede Strescmanns, über deren internationale Tragweite sich die französischen Blätter , einig sind, wird von dem größten Teil der Abendpressc scharf i kritisiert. Als Milderungsgrund führt man jedoch an, baß 1 Stresemann seine Rede in der Hauptsache für seine Lands- - leute gehalten habe. Sollte er — so meint der „Temps" — dieselbe Sprache bei den Unterhaltungen mit den an der Lösung der Friedenssrage interessierten Regierungen führen, so könnte man über die Ergebnisse der kommenden Verhandlungen sehr pessimistisch sein. Stresemann werde daun wohl eine größere Schmiegsamkeit an den Tag legen und sich bemühen, eine Lösung zu finden, die beiden Parteien Rechnung trage. Es sei natürlich, daß die Deutschen einmütig die Befreiung ihres Gebietes verlangten. Jedes andere Volk, das sich in ähnlicher Lage befände, würde zweifellos dieselbe Haltung einnehmen. Stresemann spekuliere in seiner Rede offen auf einen Gegensatz zwischen der französtschen und der' britischen Anschauung in der Rheinlanöräu- mung. Die französisch-britische Entente werde aber allen Intrigen und zweideutigen Manövern trotzen. Günstige Aufnahme in England London, 21. Nov. Die Rede Dr. Strescmanns im Reichstag hat in diplomatischen und politischen Kreisen Englands einen durchaus günstigen Eindruck gemacht. Die bestimmten Herausarbeitungen der deutschen Forderungen in der i Frage der Rheinlandräumung haben diesen guten Eindruck < nicht verwischen können, da die Berechtigung des deutschen Standpunktes im -allgemeinen anerkannt wird. Daneben aber begrüßt man es besonders, baß der deutsche Außenminister die kürzlichen Erklärungen Balüwins und anderer . britischer Staatsmänner über das Flottenavkommcn und ßÖRAN< »chlosi Ksrff i WOLFGANGr MARKEN „Ob ich ihn . . . liebe, ich weiß es selber nicht. Vielleicht oeiß ich überhaupt nicht . . . was lieben heißt. Herr Hanno iessing. Sie glauben es ja selbst nicht!" „Nein!" stieß er heftig hervor und faßte chre Hand, die le versuchte, ihm zu entziehen. Aber er ließ sie nicht. „Warten Sie noch einen Tag! Ich bitte Sie darum! Eoch einen Tag!" „Was soll das?" „Nur bis morgen! Nur um den heutigen Tag bitte ich 5ie. Wahrlich, ich weiß, warum ich Sie bitte." Seine leidenschaftlichen Worte ergriffen sie. „Warum noch einen Tag? Ich will nicht." Ihr Stolz begehrte auf. aber es fehlte ihr doch die Kras der eigenen Ueberzeugung. „Fragen Sie nickst nach dem Warum! Haben Sie nock einen Tag Vertrauen zu mir. Hanno Tessing will nur Jh, Bestes." „Ich will . . .," sagte sie langsam, „noch einen Tag wav ten, wenn Sie mir sagen . . . warum Sie diese Nacht be Esther Ristorj waren." Hanno hörte es und atmete schwer. Die Herzogin . . wußte es. „Warum. Herr Hanno Tessing? Ich hatte Sie ander, «ingeschätzt. Lieben Sie Esther Ristori?" „Nein!" Das Wort schlug an ihr Herz. " „Warum waren Sie dann bei Esther?" Ihre Wange» hatten sich gerötet und in ihren Augen flammte es wird« hell. „Esther . . . liebt mich. Es muß qualvoll fein, zu lieb« und nicht wiedergeliebt zu werden. Und ste wollt« mich zun Abschied noch einmal sehen." . „Esther will fort?" fragte die Herzogin rasch. ! Hanno nickte. „Ja! Sie bat mich, und ich wollte nicht kommen... da warf sie mir Feigheit vor. Glauben Sie Krau Herzogin, mir ist der Gang nicht leicht geworden, abq _Der Lan dbote * Sinsh eim er Z eitung. die allgemeine Linie der britischen Außenpolitik ohne Vorbehalt angenommen hat. Die außenpolitische Entwicklung zwischen den führenden europäischen Mächten ist — wie man meint — mit der Rückkehr Dr. Strescmanns wieder in einen günstigeren Abschnitt getreten und die Spannung der letzten Monate beginnt langsam zu verschwinden. Auch in Aalten gute Ausnahme Rom» den 21. November 1928. Die Stresemann-Rede wird von allen Blättern an erster Stelle im Wortlaut wiedergegeben und findet eine günstige Beurteilung. Der Chefredakteur der „Tribuna" sieht in der Rede Strescmanns eine Bilanz für die Politik Englands. Auf die Rede selbst geht die „Tribuna" nur indirekt ei« und hebt dabei hervor, daß Deutschland jetzt ohne Gegenleistung kategorisch die' Räumung öe» Rheinlandes, die Abrüstung und die Festsetzung der Endsumme der Reparationen verlangen könne. — Das „Lavore d'Jtalia" nennt Stresemann den besten Schüler der Bismarckschen diplomatischen Tradition. Das Blatt unterstreicht, baß die Krise von Locarno rurzeit einer Linkskoalition in Deutschland eintrete. Paris verzößerl die Entscheidung Paris, 21. Nov. In Pariser politischen Kreisen ist es allgemein ausgefallen, daß sich der französische Ministerrat, der am Dienstag vormittag stattsand, so wenig mit der außenpolitischen Lage beschäftigt hat. Wie hierzu verlautet, ist man der Ansicht, daß vor allem die Rede Strescmanns. die nach französischer Auffassung in mehreren Punkten der französischen These und dem Versailler Vertrag entgegengesetzt sei, eine besonders eingehende Aussprache erfordere. Außerdem werde Poincare mit den Botschaftern der alliierten Länder und mit Parker Gilbert neue Unterhaltungen haben müssen, bevor endgültige Entscheidungen über die bevorstehenden Verhandlungen zur Revision des Daweslanes fallen könnten. Die Prüfung dieser wichtigen Fragen werde deshalb bis zum Kabinettsrat am kommenden Donnerstag und znm Ministerrat am kommenden Samstag znrückgestellt werden. Zum Sxplofionsunglück in Vmcennes Die Katastrophe hätte eine ungeheuere werden können! Paris, 22. November. Durch die Explosion in der Muni- iionsfabrik von Bincennes werden Hunderte von Arbeitern .iro Arbeiterinnen vorübergehend arbeitslos, sollen jedoch weiterhin entlohnt werden. Mit Ausnahme eines der Getöteten. dessen Leiche völlig verkohlte, sind die Leichen der übrigen ums Leben gekommenen Arbeiter identifiziert. Ihre Persönlichkeiten konnten zunächst nnr dadurch sestgcstellt werden, daß das ganze Personal des Munitionslagers zum Namensappall aufgerufen wurde. Nur «ie durch ein Wunder verursachte di« Explosion nicht noch mehr Opfer, denn i« der Nähe der Unglücksstätte befand sich ein Lager von lüg Millionen Zünder«, deren Explosion die ganze Kartuschenfabrik ir- die Lust gesprengt hätte! Me Flutkatastrophe des Mistiffippi Bisher 18 Tote «nd et«a 18 Millionen Dollar Sched-ü. Newyork, 22. Nov. tFunkspruch.s Nach de» kfcien Berichte« ans den überschwemmten Gebiete« hat di: Flutkatastrophe des Mississippi bisher 18 Tote geforbee«. Schätzungsweise Velänst sich der Schade« schon jetzt auf 1t Mi«ia- nen Dollar, sind doch riesige Flächen bebaute«, ,-»chtb«ie« Landes überschwemmt morde«. Die Wasser des Riefen üro, mes, die i« ihrem Umlauf »«kontrollierbar waren, kaute« sich in vielen Teilen des südliche» Laufes «nd ÜbtrlirMitw mit ungeheurer Wucht die Uferdämme. Fünf polnische Militärflugzeuge verunglück Warschau, 22. Nov. (Funkspruch.) Am Dienstag :*»5 fünf polnische Militärflugzeuge infolge starken Nebels verunglückt. Z,ve» Flugzeuge stießen bei der Landung anf dem Warschauer Flugplatz mit solcher Wucht auf den Boden auf, daß sie vollkommen zertrümmert wurden. Bo» de« Insassen war einer sofort tot, der zweite wurde schwer verletzt. Drei weitere Militärflugzeuge wurden bei Notlandnugen in der Nähe der Stadt schwer beschädigt. Ein Flugzeugführer trug dabei Verletzungen davon. Meuterndes chinesisches Kriegsschiff Vekina. 22. Nov. Wie aus Kontan acmelüet wird, kam es Ich mutzte ihn gehen ... ein Gefühl in de: Brüst zrvanq mick dazu." Da war ihr mit einem Male, als fiel eine ungeheure Las von ihr, Freude erwachte in ihrer Seele, und sie wußte nich warum. „Ich will noch warten. Herr Hanno Tessing. Ich will nock zwei, noch drei Tage warten." Hanno schloß die Auqen sekundenlang und atmete aus. * * Die Gäste saßen an der Frühstückstafel im behaglich ge heizten Saal. Nur Esther Ristori fehlte. Marion wartete gespannt auf die Freundin. A!s ste ab« immer noch nicht kam. ging sie zu Esther, um die Lang schläferin zu wecken. Rach wenigen Minuten kam ste weinend wieder. ' „Was ist denn, Marion?" fragte Mrs. Porter erschrocken „Esther ist krank. Ma. Sie spricht so ... ich verstehe sh gar nicht. Sie muß Fieber haben Ma. bitte komme dock einmal mit zu Esther. Allein fürchte ich mich so." Die ganze Tafelrunde war bestürzt. Mrs. Porter stand auf und begab sich auf Esthers Zim wer. Sie fand die Schauspielerin noch im Bett liegend, kh, tiesschwarzes Haar lag aufgelöst und ivirr um das jchöw Haupt. Rote Flecken brannten auf chrem Antlitz. : Der Atem ging schrver und unregelmäßig. „Was ist Ihnen, Fräulein Esther?" fragte Mrs. Port« gütig und strich die fieberheiße Stirn. Esther richtete sich im Bett halb auf und sah sie mit irre, Augen an. „Müde ... bin ich o. so müde, Mrs. Porter Lassen ... Sie mich . . schlafen Er ist doch so gut . . hoffen . . . o, hoffen kann ich. Wo . . . ist Hanno?" Da wußte die Kanadierin, daß Esther sehr krank war. Sie rief rasch eines der Mädchen und begab sich zu Roben Tessing. , „Fräulein Esther ist krank ... ich fürchte. sehr krank! De, Arzt muß gleich geholt werden." Tessing hörte es erschrocken. „Natürlich, dann muß s» ft * ^ cr - Hanno oder Jan kann sofort fahren." und er eilte rasch in die Küche, wo er Hanno und Ja» im^Bespräch sagd.. vorgestern auf einem chinesischen Zerstörer zu einer Meuterei. Chinestsche Matrosen machten unter Führung »»netz chinesischen Offfziers den Versuch, die rote Föhne auf hem Zerstörer zu hissen. Sie wollten Sem Beispiel des russischen Panzerkreuzers Potemkin folgen und dir übrig: Flotte mit sich reißen. Eine Beschießung des Perstörers »ornste nur dadurch verhindert werden, daß die übrige Besatzung de» Zerstörers die Oberhand auf dem Schiffe gewann. Die Meuterer wurde» vom Kriegsgericht znm Tode verurteilt. Hegt, schon soll das Urteil vollftreck: weiden. Letzte Telegramme in Kürze. Schwerer Autvnnfnll. Ein Toter, zwei Schwerverletzte. Oldenburg. 22. Nov. Ein schweres Autounglück hat sich in der Nacht zum Mittwoch auf der Straße zwischen Oldenburg- Kirchhatten ereignet. Der Wagen des Ingenieurs Kesse- meyer vom Elektrizitätswerk Wilbeshause» geriet tnS Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Die Insassen wurden aus dem Wagen geschleudert und erlitten schwere Verletzungen. Der Führer, ei» Goldschmied aus Wildeshanscn, war sofort tot. Der Besitzer und ein weiterer Mitfahrer, der Direktor der Wildeshausener Bürgerschule, wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, während ein vierter Mitfahrer mit leichteren Verletzungen davonkam. Selbstmord eiues Vierzehnjährige«. Everswalde, 22. November. Aus geringfügigem Anlaß hat der 14 jährige Willi Liebig in Steinfurt Selbstmord verübt. Er hatte Beiträge für einen Verband, dem sein Vater angehört, etngezogen und dabei einige Mark verloren. Als er deswegen von seinem Vater bestraft wurde, verschwand er aus der Wohnung seiner Eltern. Am Dienstag morgen fand die Mutter den Jungen im Holzschuppen des elterlichen Hauses erhängt vor. Heinrich 27. vormals regiereuder Fürst Reuß jüngere Linie gestorben. Gera, 22. Nov. Heinrich 27. vormals regierender Fürst Reuß jüngere Linie ist Mittwoch vormittag 9.10 Uhr an Herzlähmung gestorben. Irische Gesandtschaft i« Berlin. Berlin, 21. Nov. Die irische Regierung hat die Einwilligung der Reichsregierung zur Errichtung einer irischen Gesandtschaft in Berlin erbeten. Die Reichsregierung hat ihre Zustimmung hierzu erteilt. Der Postbampfer „Montenegro" gescheitert. Basel, 21. Nov. Wie aus Genua gemeldet wird, ist an der Norüküste von Argentinien, bei Lao, der 4000 Tonnen große Postdampfer „Montenegro" gescheitert. An Bord befanden sich 40 Fahrgäste und die Mannschaft. Mehrere Schiffe der Kriegsmarine sind zur Hilfeleistung unterwegs. Das Schicksal des Schiffes ist noch völlig ungewiß. 20 Millionen Mensche« von Hungersnot bedroht. London, 21, Nov. In Nord- und Zentral-China sind nach Meldungen aus Peking rund 12 Millionen Menschen von der Hungersnot bedroht, die aber noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat und man rechnet damit, baß Ihr wenigstens 20 Millionen Menschen prcisgegeben find. Schrecklicher Kindesmord. Kattowitz, 21. Nov. In Bukowitz bet Bielitz ermordete ein Arbeiter seine Geliebte und ihr uneheliches Kind aus schreckliche Weise. Er war vom Gericht zur Tragung der Alimente für das bereits zwei Jahre alte Kind verurteilt worden. Nach dem Urteil begab er sich in die Wohnung seiner Geliebten und tötete diese durch einen Stich in den Kopf Dann stürzte er sich auf das Töchterchen, dem er den Bauch aufschlitzte und den Hals durchschnitt. Nach der Tat versuchte er Selbstmord zu begehen, wurde jedoch von Soldaten daran gehindert und ins Gerichtsgefängnis eingeliefert. Zehn Jahre badischer Minister ** Karlsruhe. 22. November. Der „Badische Beobachter" erinnert daran, daß in diesen Tagen zehn Jahre verflossen sind, seitdem der dem Zentrum angehörende Justizminister Dr. Trunk der badischen Regierung angehört. In der ersten Regierung der badischen Republik wurde ihm die Leitung des Ernährungsministeriums übertragen, ein bei dem Zurückfluten der Truppen von der Front und bei dem damaligen Mangel an Lebensmitteln kein leichtes Amt. Nachdem fick die Verhältnisse konsolidiert hatten und eine neue Berate iahen, daß der Vater erregt war. und Hanno fragt«! „Was gibt es. Vater?" „Der Arzt! Einer von euch muß gleich mit dem Autt nach Neuenberg und den Arzt holen. Fräulein Esther iß krank geworden." Hanno iah den Vater entgeistert an: „Esther?" s „Ja. Wer fährt?" „Ich," rief Jan „In einer halben Stunde bin ich unten.' Nasch warf er die Küchenkleidung ab und zog sich um. „Ernstlich krank, Vater?" ' „Ich weiß es nicht. Junge." „Wer ist bei ihr?" „Mrs. Porter hat Barbara zu ihr geschickt. Fräulein Esther hat Fieber. Ich fürchte, es wird eine Lungenentzün- -ung ic.a. -ne war auf der Rückfahrt >m Auto jo leicht beleihet und so unvorsichtig." „Ich weiß es, Vater." Tessing wollte die Küche wieder verlassen, blieb aber noch inmal stehen. „Es geht dir wohl sehr nahe. Junge? Hast du sie lieb?" „Nein, Vater, lieb nicht! Aber mich jammert das junge Lesen." „Sie wird bald wieder gesund sein. Ich glaube es fe't." „Gebe es Gott, Vater."- Marion und Mrs. Porter fühlten sich bedruckt und son- erten sich bald von der Tafel ab. Mit dem alten Tessing «gaben ste sich gemeinsam ins Wohnzimmer. „Ach, Tessing!" seufzte Mrs. Porter. „Ich will froh sein, »enn unsere füllen Abende wiederkehren. „Es geht mir nicht anders. Mrs. Porter. Es wird bald nn." „Ich habe mit meinen Töchtem schon gesprochen, lieber Messing. Sie sind beiden, auch der Herzogin, Äs zweiter ?ater herzlich willkommen. Wenn es Ihnen recht ist, hei- aten wir bald." Tessing warf einen verstohlenen Blick auf Marion, die ihn 3 herzlich ansah, daß ihm ganz warm ums Herz wurde. „So bald Sie wollen!" „Wäre es Ihnen recht, Tessing, wenn wir uns, sobald di« )äste fort sind, in Altenecken trauen lassen?" „Es ist mir reckst! Nur über das Weitere müssen wir noch prechen . .. und Hanno und Jan muß ich es sagen."_ Nr. 273. Jahrgang 1928. Mittwoch, den 21. November 1928. fassung geschaffen worden war. wurde Dr. Trunk das Ministerium der Justiz übertragen, das er seit diesen Tagen ununterbrochen inne hat Glückwunsch des Reichskanzlers an Professor Radbruch. Heidelberg. 22. November. Reichskanzler Müller hat an den Reichsjustizminister a. D.. Professor Dr Radbruch in Heidelberg, nachstehendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Es ist mir eine große Freude, Ihnen zugleich tm Namen der Reichsregierung zur Vollendung des 50. Lebensjahres herzliche Glückwünsche zu übersenden. Ich gedenke dabei gerne Ihrer erfolgreichen Tätigkeit als geistiger Führer der Jugend und Ihrer Arberten namentlich auf dem Gebiete der Strafrechtsreform und hoffe, daß Ihnen insbesondere in Ihrem akademischen Lehramt auch in Zukunft großer Erfolg und wahre Befriedigung beschieden sein mögen." Ueber 380 Entwürfe für die neue« Rheinbrückeu. Karlsruhe, 21. November. Für die drei neuen Rheinbrücken bei Maxau, Speyer und Mannheim-Ludwigshafen sind auf die von der deutschen Reichsbahngesellschaft ausgeschriebenen Skizzenwettbewerbe einschließlich der Nebenem- würfe eingegangen für die Brücke bei Maxau 124. für die Brücke bei Speyer 125 und für die Brücke Mannheim-Lub- wigshafen 138 Entwürfe. Die große Zahl der Entwürfe machte es notwendig, baß die Preisgerichte für die 3 Brücken nacheinander zusammentreten, und zwar soll zunächst bas Preisgericht für die Brücke Mannheim-Ludwigshafen seine Arbeiten aufnehmen. Von der HandweMaoiMt Wichtige Frage« des Einzelhaudels. Der Einzelhanöelsausschuß der Handwerkskammer Karlsruhe hielt am 16. November ds. Js. eine Sitzung ab. Herr Dr. Koch gab zunächst einen eingehenden Ueberblick über die vor einiger Zeit getroffene Neuregelung des Aus- verkaufswese«. Hiernach haben sämtliche Bezirksämter des Kammerbezirks die von den badischen Handelskammern in Gemeinschaft mit der Landeszcntrale des badischen Einzelhandels vvrgeschlagene Ausverkaufsordnung übernommen, so daß also jetzt im Bezirk der Handelskammer Karlsruhe das Ausverkausswesen eine einheitliche Regelung gefunden hat. Ein Vergleich mit den bisherigen Ausverkaufsbestimmungen zeigte die Vorzüge der neuen Regelung, die vor allem in dem Ausbau des Mitwirkungsrechts der Handelskammern bei der Prüfung und Ueberwachung der Ausverkäufe zu erblicken sind. Der Ausschuß nahm von den Arbeiten, die seitens der Kammer zur Erreichung des jetzigen Rechtszustandes geleistet worden sind, mit 'Befriedigung Kenntnis und gab der Hoffnung Ausdruck, baß die neuen Vorschriften zur Reinigung des Wettbewerbskampfes von den mancherlei Auswüchsen, wie sie stch im Laufe der letzten Jahre vielfach auf dem Gebiete des Ausoerkaufswesens gezeigt haben, mitbeitragen möchten. — Ueber die letzte Sitzung des Ernzelhandelsansschnsses des Deutschen Jndn- strie- und Handelstages erstattete Herr Staütrat Dietrich (Karlsruhe» eingehend Bericht. Auch in dieser Sitzung wurde die Frage der Ueberwachnng der Ansverkäufe und darüber hinaus der Beschränkung der Sonderveranstaltun- ge« ausführlich behandelt. Da die aufgetretenen Mißstände zu einem erheblichen Teil auf die Unzulänglichkeit und Urklarheit der einschlägigen Bestimmungen des Wettbewerbsgesetzes zurückgeführt werden können, hat der Deutsche Industrie- und Handelstag in außerordentlich langwierigen und schwierigen Verhandlungen Vorschläge für die Nen- saffuug dieser Bestimmungen ansgearbeitet, zu denen der Einzelhandelsausschuß der Handelskammer Karlsruhe eine Reihe von Abänderungswünschen geltend machte, die den, Deutschen Industrie und Handelstag zur Verwertung bei den weiteren Verhandlungen mitgeteilt werden sollen. Ebenso wurden zu der von dem Einzelhandelsausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstags angenommenen Fassung einer gesetzlichen ReSelnng des Zngabewesens Abänderungsanträge gestellt,' auch diese sollen dem Deutschen Jndustrie- und Handelstag zur Kenntnis gebracht werben. Die von dem Deutschen Industrie- und Handelstag angestrebte gesetzliche Regelung der Einignngsämter in Sachen des unlauteren Wettbewerbs fand grundsätzlich die Zustimmung des Ausschusses, ebenso der Standpunkt des Einzelhandels- ausschufles des Deutschen Industrie- und Handelstages, baß die Frage der Rabattgewährung der Behandlung der Fachverbände überlassen bleiben sollte. — In der Frage fcx Ein- ftihrnng des 7 Uhr-Ladenschlusses an de» Ansuahmesonn- tageu vor Weihnachten stellte sich der Ausschuß nach einem Bericht von Herrn Dr. Koch aus Len Standpunkt, daß eine Beschäftigungszeit bis 6 Uhr abends ausreichend sei. — Ueber neuanfkommende Versuche verschiedenartiger Unternehmungen. die in ähnlicher Weise wie die seinerzeit von den Warenhäusern, des Karstadtkonzerns eingerichteten Kanfsparkaffen durch volkswirtschaftlich ungesunde Maßnahmen den Sparwillen des Publikums a>rsnutzen und schädigen, berichtete Syndikus Dr. Krienen. Der ArrSschnß vertrat die Ansicht, gegen solche volkswirtschaftlich bedenklichen Einrichtungen vorzugehen und dafür Sorge zu tragen, daß sie keine allgemeine Verbreitung finden. — Die von der Deutschen Wirtschaftspartei im Reichstag vor einiger Zeit gestellte Forderung auf Einführung eines B>- fähigungsnachweises für die selbständige Ausübung des Einzelhaudels nach dem Muster des Handwerk- wnrde nach einem Bericht von Synydikus Dr. Krienen abgelchnt, weil durch eine derartige Maßnahme die Gewerbefreiheit, für die auch der Einzelhandel immer eingetreten sei, beseitigt werde. Dagegen billigte der Ausschuß die Bestrebungen, die auf eine gute Ausbildung des kaufmännischen Nachwuchses hinziele > Tuberknlosetaguug der badische» Aerzteschaft. Karlsruhe, 26. November. Der für Sonntag, den 18. No- vcmber, hier angesetzten wissenschaftlichen Tagung, die sich mit der Fürsorge und der Bekämpfung der Tuberkulose beschäftigen sollte, ging eine Sitzung des ärztlichen Landesverbandes für Baden e. B. voraus, die am Samstag durch Dr. Mampell-Mannheim eröffnet wurde. Der Geschäftsführer der ärztlichen Landeszentrale, Dr. Cahen-Mannheim, hielt sodann ein großangelegtes Referat, in dem er alle Fragen behandelte, die zurzeit tm Vordergrund der ärztlichen Inter, essen stehen, insbesondere die bevorstehende Regelung der Reichsverficherungsorduung, die zweifellos von einschneidender Bedeutung für das Verhältnis der Aerzteschaft zur Krankenversicherung sein wirb. In einer Entschließung warnte die badische Aerzteschaft davor» die Sozialversiche- rungsgesetzgebung auf Volksteile auszudehnen, die nach ihrer gesamten wirtschaftlichen Lage in den Kreis der Versicherten weder bezogen werden dürfen noch wollen. Von außerordentlicher Bedeutung war die Haupttagung am Sonntag, die bas ganze Problem der Fürsorgetätigkeit im allgemeinen und der jungen Fürsorge im besonderen be. handelte. Zu Beginn der von annähernd 250 Aerzten und Gästen besuchten Bersammluna wies der Vorkißende der Der Laudboie * Stushet«» 8«tw»s. ärztlichen Landeszcntrale sür Baden darauf hin, daß unter lebhafter Beteiligung der badischen ärztlichen Organisationen und unter Führung der Landesverficherungsanstalt ein Ausschuß zur Erforschung und Bekämpfung der Krebskrank- heiteu gegründet worbe« ist. Sachverständige Forscher, wie der bekannte Pathologe Dr. Loeschcke, Prosektor im Städtischen Krankenhaus Mannheim, und der Vortragende Führer auf dem Gebiet des Tuberkulosefürsorgewesens Dr. Harms, Leiter der Lungenfürsorgestelle und des Mannheimer Tuberkulosenkrankenhauses, hielten Vorträge über den jetzigen Stand der Forschungen und über die Entstehung der Lungentuberkulose. Ihre Ausführungen standen in direktem Gegensatz mit denjenigen des Geh. Rat Prof. Tr. von Romberg- Karlsruhe. Ein Urteil über die Richtigkeit der verschiedenen Auffassungen ist zurzeit nicht möglich und bleibt einerseits den wissenschaftl'chen Arbeiten der Tuberkuloseforschung und andererseits der Einstellung und Mitarbeit der Aerzteschaft Vorbehalten. Mit großer Freude wurde es begrüßt, daß ein Berwal- tnngsfachmann, der 1. Vorsitzende der Landesversicherungsanstalt Baden, Oberreg.-Rat R a u s ch, sich über die Tätigkeit der Landesverficherungsanstalt, sowohl als auch über die des Badischen Landesverbandes zur Bekämpfung der Tuberkulose eingehend äußerte. Nach der Aussprache, in der u. a. Be- zirksarzt Med. Dr. Doerner-Heiöelberg auf die Wohnungsfrage als die Ursache vieler Krankheiten und insbesondere der Tuberkulose hinwies, wurde eine weitere Entschließung angenommen, in der betont wird, daß die Badische Aerzteschaft auf dem Boden der von dem 48. Deutschen Aerztetag 1927 beschlossenen Entscheidungen steht. Die Aerzteschaft iit bereit, die Tätigkeit der Fürsorge zu unterstützen, unter der Voraussetzung, daß die Fürsorgestelle nicht in die Krankenbehandlung eingreift. _____ .. A«s Nah und Fern. * Sinsheim, 22. Nov. (Die weltliche Feier des Buß- und Bettags.) Am Buß- und Bettag, d. i. am Sonntag, den 25/, November, sind nur Aufführungen ernster Musik, sowie Theater- und Lichtspielvorführungen ernsten Inhalts ab 3 Uhr nachmittags gestattet. Die Inhaber von Lichtspielhäusern, Mrtschaften und Konzertlokalen müssen ein mit dem Prüsungsvermerk der Musikhochschule versehenes Programm dem Bezirksamt vorlegen. Tanzbelustigungen sind untersagt, ebenso ist die Abhaltung sportlicher Wettspiele verboten. m Sinsheim. 21. Nov. (Vortrag.) Fräulein Heumann sprach gestern abend vor etwa 50 Zuhörern über „Kampf mit dem Schicksal oder Ergebung in das Schicksal". Durch Beispiele aus dem Leben der Großen im Reich des Geistes und der Musik, sowie durch Beispiele aus dem täglichen Leben zeigte die Rednerin, daß Armut nicht ein Unglück bedeutet. Das Geld sei zu verachten: es verhärte das Menschenherz. Auch das Leiden habe für den Menschen einen Segen: Es läutert ihn. Der Bortrag war belebt durch eine Fülle von Zitaten, die die Rednerin mit bewundernswertem Gedächtnis, beseelt vortrug. Er enthielt viel von dem eigenen Leben der hochgebildeten Rednerin, die schon früh, gegen Dorurteile a-nkämpfend, in die Welt zog, um andere Länder und Menschen kennen zu lernen. — Durch ein Augenleiden ist sie gezwungen, vollständig frei zu sprechen. Möchte die Operation, der sie sich morgen unterzieht, ihr volle Genesung geben. j Sinsheim, 20. Rov. (Bad. Einzelhandel.) Die hiesige Ortsgruppe des Bad. Einzelhandels hielt gestern abend im Cafe Grill ihre diesjährige Generalversammlung ab. Die Beteiligung war erfreulicherweise eine außergewöhnlich starke und die Aussprache über zahlreiche Berufs- und wirtschaftliche Fragen war von besonderem Interesse. Allgemein kam der Wunsch zum Ausdruck, daß mehr wie bisher eine eintheitliche. gemeinsame Ber- tretung gemeinsamer Belange durch die örtliche Organisation Platz greifen möge. Dankbar begrüßt wurde auch ein kurzes Referat des Geschäftsführers des Unterbadifchen Einzelhandelsverbands Heidelberg, Herrn Ueberle, über einige z ZI. besonders aktuelle Tagesfragen, deren gemeinsame Lösung für jedes einzelne Mitglied, wie einmütig festgestcllt wurde, von größter Wichtigkeit sein dürste. Gewählt wurden: Kaufmann Adolf Speiser zum ersten Vorsitzenden, Kaufmann Julius Laubis zum zweiten Vorsitzenden, Kaufmann Otto Schumb zum Schriftführer, Kaufmann Ludwig Hofftnamn: zuck Kassier, als Beisitzer die Herren Kaufmann Hermann Betsch, Kaufmann Mar Kohn, Kaufmann Emil Deubel und Kaufmann Julius Doll. £ Sinsheim, 21. Rov. (Der Kreis Heidelberg) schließt sein Verwaltungsjahr 1927—28 recht günstig ab. Er verzeichnet gegenüber dem Voranschlag beträchtlich echöhte Einnahmen mit insgesamt 1,34 Millionen Mark, denen an Ausgaben allerdings ebenfalls mehr als im Voranschlag gegenüberstehen: 1,32 Mill,. Mark. Die Kreispflegeanstalt Sinsheim schließt mit 39 000 Mk. das Krcis-Tuberkulosenkrankenhaus Rohrbach bei Heidelberg mit 31 770 Mark Uebcrschuß ab. Die Gesamtvermögensübersicht des Kreises verzeichnet ein Reinvermögen von 691 000 Mark, das gegenüber dem Borjahr um rund 60 000 Mark gestiegen ist. * Sinsheim, 21. Rov. (Vereinfachung des Postscheckverkehrs) Vereinfachtes Ausfüllen der Ucberweisungen und Ersatzüberweisungen des Postscheckoerkehrs hat das Reichspostministerium dadurch ermöglicht, daß zugelassen worden ist. das Gutschrift-Postscheckamt abgekürzt statt mit dem vollen Namen zu bezeichnen. Voraussetzung ist dabei, daß in den Verzeichnissen der Postscheckkunden gebrauchten und in deren Vorbemerkungen abgedruckten Abkürzungen angewandt werden, und daß sie deutlich geschrieben sind. Auf den für die Barzahlung bestimmten Postschecken und Zahlungsanweisungen muß auch künftig der Bestimmungsort voll ausgeschrieben werden. z Sinsheim, 21. Nov. (Hilfe für den Kölner Dom.) Der Zentral-Dombauoerein ln Köln wendet sich mit einem Hilferuf an kie Oeffentlichkeit, um zur völligen Wiederherstellung des Kölner Domes, der durch Verwitterung und äußere Einflüsse erheblich gelitten hat, Mittel zu erhalten. Der Auftuf ist unterzeichnet von führenden Personen der Mheinprovinz. Ilm den Spendern eine Gegenleistung zu bieten, hat der Zentral-Dombauoerein in der preußischen Staatsmünze eine Kölner Dombau-Gedenkmünze prägen lassen, die in Bronze, in Silber und in Gold hergestellt sst. Sie ist ein Meisterstück plastischer Kleinkunst und wird in Fünfmarkstückgröße zum Preise von 3,75 Mk.. 6 Mk. bezm. 120 Mk. abgegeben. Ausgabestellen sind die Banken, Sparkassen, Postanstalten sowie die Zentralstelle der Kölner Dombau-Gedenk- münze. Berlin-Schöneberg. * Sinsheim, 22. Rov. (Täglich sterben 20 Menschen durch Unfall.) Aus den Bergleichszahlen der Statistik der verschieüenen Jahre ergibt sich, daß in Deutschland täglich etwa 20 Menschen durch Unfall sterben und täglich 1000 bis 2090 Unfälle überhaupt Vorkommen. Soweit es sich um gewerbliche Betriebe handelt, ereigneten sich im Jahre 1927 bei 18 388 396 Arbeitern 1008 273 Unfälle. In landwirtschaftlichen Betrieben gab es bei 7172 000 Arbeitern 213 255 Unfälle, das bedeutet, daß in gewerblichen Betrieben jeder 18., in landwirtschaftlichen Betrieben jeder 33. Arbeiter einen Unfall erlitt. <^> Epfenbarh^ 21. Rov. (Theaterabend.) Den Reigen der Unterhaltungsabende für den kommenden Winter eröffnet« in hiesigem Ort die Iungfrauenkongrcgation. Der geräumige Saal im „Rössel" konnte nicht alle Gäste fassen. Auch der Schwestern- oerrin von Spechbach war äußerst zahlreich vertreten. Den Mit- j telpunkt bildete das ergreifende Schauspiel „Ida von Toggen- burg", den heiteren Teil das Lustspiel „Ein Aprilscherz", umrahmt von dem „Rixen"- und dem „Wascherinnenrcigen". Die Schülerinnen entledigten sich ihrer Aufgabe in hervorragender Weise. Di« Leitung und Einübung hatten in liebenswürdiger Weise unsere ehrwürd. Schwestern übernommen. Den verdienten Dank sprach namens der Gäste der Präses der Kongregation aus. Vielfachem Wunsche entsprechend werden die Stücke an „Mariä Empfängnis" nochmals gegeben. % Bad Rappen««, 21 .Ron. (Verschiedenes.) Die Sammlung vom Sonntag ergab den schönen Betrag von 207 RM. Den freundlichen Gebern sei hierfür bestens gedankt, nicht weniger aber den Schülern des 7. und 8. Schuljahres für ihre eifrige Tätigkeit. — Während des Zusammenläutens zum Gottesdienste der z. Zt. hier stattfindenden Volksmission löste sich gestern Nachmittag . an der großen Glocke plötzlich der Glockenschlägel, wodurch bas Weiterläuten mtt dieser Glocke eingestellt werden mußte. Da der Schaden nicht so schnell behoben werden konnte, wußte sich der Kirchendiener, als am Abend oie Glocken wieder zum Gottesdienste riefen, dadurch zu helfen, daß er mit einem Hammer auf die Glocke schlug und so den harmonischen Dreiklang her- stellte. % Ittlingcn, 21. Rov. (Sammlung.) Seitens einiger Landwirte ist an die hiesigen Landwirte der nachahmenswerte Aufruf ergangen, die Rot der Brandgeschädigten in Schwaigern dadurch zu lindern, daß man eine Sammlung in Naturalien, Heu und Stroh einleitet. % Eppingen, 21. Rov. (Verschiedenes.) Die Aufbereitung des Holzes in den städtischen Waldungen, die alljährlich über den Winter vielen hiesigen Einwohnern Beschäftigung bietet, wird am heutigen Donnerstag auf dem Rathaus öffentlich versteigert. — Der- hiesige Frauenverein hat es sich zur Ausgabe gemacht, alljährlich diejenigen Dienstboten hiesiger Stadt zu ehren, die fün? Jahre und länger bei ein und derselben Herrschaft im Diensts waren. Für v'ie diesjährige Ehrung haben die Anmeldungen im Laufe dieser Woche zu erfolgen. — Seitens der Stadtver- ivaltung soll auch in diesem Jahre wieder den im hiesigen Krankenhaus sich befindlichen Kranken eine Weihnachtsbescherung zuteil werden. x Aus dem Neckartal, 20. Rov. (Bon der Landwirtschaft) Dieses milde Spätherbstwetier hat das Wachstum der Saaterl sehr gut gefördert. Es dürfte doch selten Vorkommen, daß int Korn um diese Zeit sich jeder Hase gut verstecken kann, so hoch ist dieses Getreide auf manchen Aeckern, die früh genug gesät wurden. Schnecken- und Mäusefraß ist kaum sestzustellen. Wen« das Getreide gut auswintert, und nach alten Bauernregeln soll ja dieser Winter nicht besonders kalt werden, so ist nächstes Jahr wieder eine gute Ernte zu erwarten. Der Ausdrusch des Getreides ist größtenteils vollzogen. Die Lagerhäuser haben mit dem Ankauf der Getreidesorten alle Hände voll zu tun. Rur sind dis Preise zu nieder. Für Weizen wird 23,25—23,50 RM. peoi Doppelzentner bezahlt. Gerste kostet 24—25 RM. Die Nachfrage ist keineswegs groß. Der Mist kommt noch vollends auf die Felder, die jetzt tief gepflügt werden. Diese Arbeit ist auch schon beinahe beendet. Damit tritt auf dem Felde Winierruhe eich Die meisten Gemeinden haben schon das Holzaufbereitcn versteigert und so wird bald im Wald die Arbeit einsetzen. P Mcckesheim, 20. Rov. (Kirchcnjubiläum.) Am kommenden Sonntag feiert die hiesige katholische Filialgemeinde das Fest des 25 jährigen Bestehens ihres Gotteshauses. Aus diesem Anlaß wird am Bormittag ein feierliches lcvstiertes Hochamt cele- briert. Die Festpredigt wiro Herr Stadtpfarrcr Kreutzer aus Waibstadt halten. Rach dem Rachmittagsgottesdicnst versamm'lt sich die katholische Bevölkerung im Saale des Gasthauses zuick Mall zu einer gemütlichen Zusammenkunft und Gedenkfeier. = Wiesloch, 20. Rov. (Landtagskandidaten für 1929.) Auf einer Wahlkreiskonferenz des Zentrums für den Bezirk Wies- loch-Sinsheim wurde der bisherige Abgeordnete Gustav Hart- mann als Spitzenkandidat wieder aufgestellt. An zweiter Stelle wurde Bürgermeister Spiegel, Waibstadt nominiert, an dritter und vierter Stelle wurden Zimmcrmeister und Gemeinderat Josef Hummel (Steinsfurt) und Obersekretär Dörner (Wiesloch) auf- gestellt. = Walldorf, 21. Rov. (Gemeine Freveltat.) Nachdem im vorigen Jahr bereits das Wegkrcuz an der Straßenkreuzung beim Friedhof in gemeiner Weise geschändet wurde, worauf es durch einen kiesigen Bildhauer einer Renovierung unterzogen worden war, so daß man von dem Schaden nur noch wenig bemerken konnte, wurde in der Nacht vom Sonntag auf Montag das Christuskreuz erneut und diesmal so zugerichtet, daß wohl schwerlich an eine Wiederherstellung zu denken ist. Mit einem schwere» Gegenstand, offenbar mit einem Hammer, wurden der Figur des Gekreuzigten die Füße und das Haupt abgeschlagen und auch die Hände teilweise verstümmelt, so daß nur noch ein entsetzlich verstümmelter Rumpf am Kreuze hängt, der umso deutlicher die Gesinnungsroheit des Schänders kundgibt. Die Schandtat ist umso verhängnisvoller, als gerade dieses Wegkreuz den einzigen Schmuck der Gemarkung darstellt, den das an Bildwerken arme Walldorf aufzuweisen hat. Das Kruzifix war von einfacher, barocker Schlichtheit und von einem Ausdruck, wie er im Znfammenklang mit seiner Umgebung nicht selten anzutreffen ist. = Heidelberg, 22. Rov. (Familie Ludendorff spricht in Heidelberg.) In einer Veranstaltung der Ortsgruppe Heidelbergs des Tannenbergbundes e. V. sprechen am 4. Dezember im großen Saale der Stadthalle Erich Ludendorff über „Kriegshetze und Völkermorden" und Frau Mathilde Ludendorff (Dr. v. Kemnitz) über „Der Kampf um die deutsche Seele." = Mannheim, 20. Rov. (Der Brand im Industriehafcn.) Bisher ist es noch nicht gelungen, die Leiche des bei dem Großfeuetz im Mannheimer Industriehafen so tragisch ums Leben gekommenen Feuerwehrmannes Schlecht zu finden. Gerade an der Stelle, wo Schlecht verunglückte, schlagen noch immer die Flammen hervor, so daß es fraglich erscheint, ob noch irgend grelche Ueberreste, zu finden sind. ** Schwetzingen, 22 Nov. iEine vorbildliche Answer tung.) Der Verwaltungsrat der Städtischen Sparkasse tti Lchwetzingen hat beschlossen, die Aufwertungsquote für die Papiermarkgläubiger von 1734 auf 22 1 /* Prozent zu erhöhen. Die Verzinsung des erhöhten Aufwertungsbetrages erfolgt vom 1. Januar 1929 ab. Den Altsparern fließen da durch rund 600 000 Mark mehr zu als bisher. ** Karlsruhe, £&. November. lEin Betrüger »estgenom- men.i Am Dienstag nahm die Polizei einen verheirateten 30 jährigen Architekten aus Neustadt a. H. fest, der am 7. 11. einer in der Turlacher Allee wohnenden Maschinistenwitwe unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ein Sparkassenbuch mtt 920 Mark herausgelockt und von diesem Betrage am Tage darauf 825 Mark bei der städtischen Sparkasse abgehoben hatte. Die Festnahme erfolgte in dem Augenblick als er im Begriff war, auf der Sparkasse einen neuen Betrag abzuheben ** Karlsruhe, 22. November. (Mit dem Fahrrad verunglückter Arzt.» Gestern nachmittag wurde ein lediger Arzt von hier, der im Begriffe war, mit seinem Fahrrad von der nördlichen Fahrbahn der Kaiserallee nach der Uhlandstraße zu fahren, von einem Personenkraftwagen angesahren und vom Rad geschleudert. Bei dem Sturz zog er sich eine Gehirnerschütterung sowie einen Bluterguß am linken Oberschenkel zu. Nr. 274. Jahrgang 1928. Donnerstag, den 22. November 1928. Der gorttoic * gtofrcf et jSettrag. ** Blankenloch, bei Karlsruhe. 22. Nov. «Eine Geflüaei- tarm niederaebrannt i Am Sonntag brannte eine dem Miih- lenbesitzer Fr Pfattheicher gehörige größere Geflügelfarm nieder. Es verbrannten ca. 400 bis 500 Hühner. Man vermutet Brandstiftung. ** Pforzheim. 22. November. lJn der Zelle erhängt.) Der in Untersuchungshaft im hiesigen Amtsgefängnis befindliche ledige Metzgerburschc Heiler, der vor einiger Zeit einer hiesigen Frau in der Schlotzbergftratze eine Handtasche zu entreißen suchte und deshalb wegen Straßenraubs angeklagt war. hat sich Dienstag vormittag tm Gefängnis erhängt. ** Spessart, bei Ettlingen. 22 Nov tJn der Kurve verunglückt.) Ein Rennfahrer verlor in der Kurve beim Friedhof die Herrschaft über seinen Wagen, so daß sich dieser überschlug. Der Besitzer wurde herausgeschleudert und an, Oberschenkel schwer verletzt. ** Efringen, bei Müllheim, 22. Nov. lUm den Bau des Luftschiffhafens in Baden.) Die Gemeinde Efringen hat, nach den Erklärungen der Vertreter der Zeppelinwerft/daß in der Nähe von Basel ein Luftschiffhafen errichtet werden soll, der Zeppclinwerft ebenfalls ein Gelände für den Luftschiffhafen angeboten. Das Bürgermeisteramt erhielt von dem Luftschiffbau Zepppelin ein Schreiben, wonach in nächster Zeit eine Studienkommission das ganze oberbadische Gebiet bereis.» und dabei auch das Gelände der Gemeinde Efringen besichtigen würde. Es wird aber hinzugefügt, daß nur ein Gelände in Frage komme, das eine Fläche von mindestens 3 zu 8 Kilomeater umfasse. Das ist eine Fläche, die zweimal so groß als die Gemeinde Efringen ist. Man erklärt, daß überhaupt im ganzen Amtsbezirk Lörrach keine so große ebene Fläche gefunden werden könne. ** Saarbrücken, 22. November. (Blutige Ehetragödie.! In Alt-Saarbrücken spielte sich eine blutige Ehetragööie ab. Ein 27 jähriger Maurerpolier lauerte seiner Frau, die von ihm seit einigen Monaten getrennt lebte und in einer Wirtschaft als Kellnerin tätig war. auf. als sie vom Dienst kam Er gab mehrere Revolverschüsse auf sie ab. wodurch sie und ein junger Straßenpaflant, der ihr zu Hilfe kommen wollte, schwer verletzt wurden. Der Täter brachte sich bann selbst einen schweren Kopfschuß bei. Während er in hoffnungslosem Zustand ins Krankenhaus gebracht wurde, hofft man, seine beiden Opfer am Leben erhalten zu können. Bon einem Neubau tödlich abgestürzt. Mannheim, 22. Nov. Am Dienstagnachmittag gegen l Uhr ist der 51 Jahre alte verheiratete Vau- und Zimmer- meister Albert Merz hier, der an einem Neubau an der Zep pelinstratze Vermessungen vorn hin, vom Gebälk des Dach- ftockes in den Hof abgestürzt. Ä- ecz wurde sofort in das allgemeine Krankenhaus überführt, ist aber dort nunmehr an den Folgen eines Schädelbruches und inneren schweren Verletzungen gestorben. Ueber bei Ursache des Unfalles find Feststellungen im Gange. „Kneifet" plädiert. Mannheim, 20. Nov. Das Stammpublikum hinter der Barre kennt ihn schon lange, den Heizer Valentin Wetzel von hier, mit seinen vollen roten Backen und seinem vergnügten Gesichte, dem auch ein paar Monate nichts anhaben können. Er hat seinen Beruf verfehlt. Hätte Rechtsanwalt werden sollen. So ist er nur ein armer Teufel. Um einen Gewinn von 5 Mark hat er wieder ein „Ding gedreht". Bon einem Lumpensammler wurde er nach T 6. 13 geschickt. Dort habe er einen Schließkorb stehest, den schenke er ihm. Auf einem Holzstoß lagen verlockend zwei Matratzen. Diese zwei Matratzen schrien ja förmlich nach dem leeren Korbe, oder umgekehrt. Wetzet packte sie in den Korb und binnen wenigen Minuten hat er schon auf dem Marktplatze 5 Mark damit verdient. Der Diebstahl kommt heraus. Aber „Kneifet" — man kennt ihn nur unter diesem Namen — weiß sich mit seinen auf langjährigen Erfahrungen aufgebautcn juristischen Kenntnissen zu helfen. Er hat geglaubt, die Decken gehören zu dem Schließkorb Aber die Zeugenaussagen lauten wesentlich anders. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Schon vorher war es ein Gaudi für das Publikum, wie „Kneisel" treuherzig alles in Ordnung gehend hinstellt. Noch mehr, als er im letzten Wort sein Plädoyer hält: „Meine Herren, ich halte es in keiner Weise für erwiesen, daß der Angeklagte die Decken gestohlen hat, er hat in gutem Glauben gehandelt. Sollte indes das Gericht zu der Ueberzeugung gelangen, daß der Angeklagte si« Decken auf unrechtmäßige Weise erworben, dann bittet er um eine milde Strafe." Der Einzelrichter entsprach seinem Ersuchen: 3 Monate Gefängnis.... Die verzauberte Prinzessin. Eine Kuhmagd als Hohenzollernfürstin. Berlin, 20. Nov. Ein weiblicher Domela wird sich am 27. November vor dem Schöffengericht in Erfurt wegen seiner zahlreichen Hochstapeleien zu verantworten haben. Die Kuhmagd Marta Barth, die sich „Prinzessin Margarethe von Preußen" nannte, ist wegen Betrugs und Urkundenfälschung in 25 Fällen angeklagt. Drei Jahre lang spielte die Kuhmagd in den thüringischen Städten, in Erfurt, in Eisenach und in Ilmenau die Rolle der Prinzessin Margarethe. Ueberall fiel man auf die kleine, ungepflegte und unintelligente Person herein, sobald sie ihr Bild im feschen Reitanzug, im Iagdkleid. im eleganten Teekostüm, im schicken Gesellschafts- oder Straßenkleid ihren Gönnern gezeigt hatte. Die „Prinzessin" brauchte nur einen Blick auf die in ihrem Koffer liegende große Hoftoilette mit blitzendem Diadem aus angeblich echtem Gold zu gestatten, sofort erhielt sie jede gewünschte Summe in bar. Im Koffer waren Berge von Brillanten und Perlen angehäust — alles Imitationen für ein paar Mark. Die Barth spielte ihre Rolle mtt größtem Erfolg, viel sicherer und besser als Harry Domela. Die Hochstapeleien wechselten mit Liebesabenteuern ab. Beste Gesellschaftskreise machten sich eine Ehre daraus, mit der „Prinzessin" bekannt zu sein. Ueber die Verwandtschaftsverhältnisse „ihrer Familie" war die Prinzessin bestens orientiert. Diese Kenntnisse hatte sie aus dem Haushalt des Prinzen August Wilhelm, in dem sie längere Zeit als Kuhmagd beschäftigt gewesen war. Durch einen Zufall kam der ganze Schwindel heraus. Die Barth hatte zwei Erfurter Damen, die sie um ihr ganzes Vermögen gebracht hatte, erzählt sie müsse zu ihren Verwandtest nach Potsdam reisen. Die Damen fuhren ihr nach, denn sie wollten die Prinzessin in Berlin besuchen, um einmal in einem richtigen Königshaus bei ihrer Freundin zu speisen. Im Palais des Prinzen August Wilhelm erhielten sie aber die Auskunft, daß eine Prinzessin Margarethe von Preußen bereits im Iahre 1850 gestorben ist. Die Erfurter Damen ließen aber nicht locker- gingen durch das ganze Schloß, bis im Kuhstall „Prinzessin" Margarethe von Preußen" vor ihnen sMnd. Die Barth gab die Schlacht noch nicht verloren. Sie erklärte, sie müsse sich selbst um ihre ganze Wirtschaft kümmern, weil während ihrer Abwesenheit alles drunter und drüber gegangen sei; die Damen möchten nur in Potsdam bleiben, am andern Tage würden sie ins Schloß eingeladen. Die Erfurterinnen warteten vergebens und erfuhren dann von den anderen Angestellten, daß Martha Barth nach Berlin abgereist sei. Zur Hauptverhandlung sind 30 Zeugen und zahlreiche medizinische Sachverständige geladen. Turnen, Sport und Spiel. Fußball. Reihen Iugend — Kirchardt Jugend 5:1 (3:0). Am Sonntag empfing Reihen die Iugendmannschaft Kirchardt zu einem Freundschaftsspiel. Da beide Mannschaften gleichstark und Kirchardt in bester Aufftellung war, war der Kampf sehr hart. Gleich vom Anspiel weg entwickelte sich ein sehr scharfes Tempo und bald darauf konnte Reihen die Führung durch ihren Mittelstürmer an sich reißen. Durch den linken und Halbrechten Stürmer konnte es noch zweimal erfolgreich sein, sodaß es mit 3 :0 für Reihen in die Halbzeit ging. In der zweiten Spielhälste gelangte Kirchardt zu seinem Ehrentor. Reihen konnte nochmal 2 weitere Tore erzielen und mit dem Schlußpfiff des Schiedsrichters stand das Resultat 5:1 für Reihen. 7 Radio, Programm T für Donnerstag, 22. November: Breslau. 20.15 Uhr: Kammermusik. 20.45 Uhr: Kunst und Kitsch. 21.30 Uhr: Vierte Funutanzstunde. 22.30 Uhr: bis 24 Uhr: Tanzmusik. Frankfurt. 15.05 Uhr: Iugendstunde. 20.15 Uhr: „Schneider Wib- bel." Komödie. Hamburg. 20 Uhr: „Der häusliche Krieg" (Die Verschworenen). 21.15 Uhr: Konzert. Köln u. Langruberg. 20 Uhr: Abendkonzert. 21 Uhr: „Talmas Ende." Königsberg. 20 Uhr: Abendunterhaltung (Berlin). Königswustrrhausen. 19 Uhr: „Tannhäuser". Uebertragung aus der Städt. Oper. Anschl. bis 0.30 Uhr: Tanzmusik aus Berlin. Leipzig. 19.30 Uhr: Festvorstellung Franz Schubert. Uebertragung aus der Staatsoper in Wien. München u. Kaiserslautern. 17 Uhr: Bejpcrkonzert. 20 Uhr: Konzert. 21.30 Uhr: Konzertstunde. Stuttgart. 16.15 Uhr: Nachmiltagskonzert. 20.15 Uhr: „Schneider Wibbel". Komödie. Anschl. - heitere schwäbische Stunde. Wien. 19.30 Uhr: Festvorstellung Franz Schubert. Bah»hofftr.23 Rabio»tz8user Heidelberg zat-tm Modernste Rmidfu»l-A»Iag--i- versau» sämtlicher Zubehör««» nach allen Orte». - Bertrererbesuch u. Vorführung uuv««nditch Xa»l»>Litkratur, V»sr,»«.ZeitschrifteüH 3. Ä,U Vechtzdlz. Karlsruher Produktenbörse vom 21. Rov. Abteilung Getreide, Mehl und Futtermittel. Bei de» fortgesetzte» Schwankungen in den ausländischen Notieruu- gen bleibt die Geschäftstüchtigkeit beschränkt. Der Mehlmarkt speziell leidet unter den alten teueren Abnahmeverpflichtungen. Mais und Hafer haben an Interesse etwas verloren. Futtermittel und Kartoffel find ebenfalls weniger gefragt. Südd. Weizen 28,75—24, Deutscher Roggen 22,50 bis 22,75, Sommergerste, je nach Qualität 25—28, Futtergerste s« nach Qualität 19,50—20, Deutscher Hafer, gelb und weiß, je nach Qualität 22,75—23,50, Plata Mais, bezugsscheinpflichtig 23—23,25, Weizenmehl Mühlenforderung 84—84,25, Roggenmehl, südd. Mühlenforderung 32—82,75, Weizenfuttermehl 15.25— 15,50, Weizenklete fein 13,25—18,50, Weizenkleie grob 13,50—13,75, Biertreber, je nach Qualität, deutsche und ausländische 20—20,25. Malzkeime, je nach Qualität 19,75—20,25, Trockenschnitzel, neue Ernte 16,25—15,50, Rapskuchen, au» deutscher Saat, lose 18,75—19. Erdnußkuchen lose 23,75—24, Kokoskuchen 28,75—24, Soya Schrot mit Sack 21,50—22, Leinkuchenmehl, je nach Gehaltsgarantie 24.75—25, Speisekartoffel, gelb 8,25, weißst. 5.50. Rauhfuttermittel: Loses Wiesen« heu, gut, gesund, trocken 12—12,50, Luzerne, je nach Qualität 12.25— 18, Weizen-Roggenstroh, drahtgepreßt 6,25—6,76. Alles per 100 Kilo, Mühlenfabrikate, Mais, Biertreber und Malzkeime mit, Getreide und Trockenschnitzel ohne Sack, Fracht- Parität Karlsruhe bzw. Fertigfabrikate Parität Fabrikstation. Waggonpreife. Kleinere Quantitäten entsprechende Zuschläge. Alle Preise von Landesprodukte schließen sämtliche Spesen des Handels, die vom Ankauf beim Landwirt bis zur Frachtparität Karlsruhe entstehen, zu bewerten. Abteilung Weine und Spirituosen: Die Börse verkehrte in ruhiger Haltung bei unveränderter Tendenz für Weine. In Spirituosen ist das Geschäft etwas belebter. Wetterbericht. Karlsruhe, 31. Nov. Während über Westeuropa bis zur deutschen Küste die Rändwellen des den Golfstrom entlang ziehenden Lustwirbels noch recht unbeständiges Wetter verursachte. ist nach sehr kräftigem Druckanstieg zentral über Mitteleuropa ein Hochdruckgebiet entstanden: in dessen Bereich herrscht seit gestern heiteres Wetter. Heute früh ist nach klarer Nacht mit leichten Strahlungssrösten bas Wetter tetl- wesie neblig. Inzwischen ist ein neues ozeanisches Sturmgebiet mit kräftig entwickelter Warmluftsront bis zu de» Britischen Inseln vorgedrungen. Dieses wird aber auf unser Gebiet nicht übergreifen. Weit nach Süden gerichtete Ausläufer scheinen nach dem Mittelmeer zu ziehen. In Süb- deutschland wird das heitere, teilweise neblige Wetter an- halten. Brillen - Zwicker Sie werden von einem gelernten Optiker bedient, Krankenkas sen-Lieferant. E. SCHICK gegr. 1875. Gemme HilfMbeiterin zum sofortigen Eintritt gesucht. Becker'sche Buchdruckerei. WIIIWI!IIIIIIIIIII!IIIINIIIIIINIINIIIIMIIWMMIN„WsIlMIIssI!M Pullovers und Röcke 1 Fisch -Filet das idealeFischgericht Heute eingetroffen u. ist jeden Donnerstag laufend zu haben. Vorausbestellungen höf- lichst erbeten. Ein Versuch wird Sie von der Güte überzeugen. K. Kühlbrey (Wilhelm Sche der Nachf) ! Telefon ü 33 . I ■ Puppenklinik fachmännische Ausführung aller Puppen-Repa- raturen. Großes Lager in allenErsalzteilen Wir reparieren schnell, gut und preiswert. 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