«-scheint täglich wM Ausnahme der $eiertag« Bezug»-Prrt»: Cmrdj diePost bezogen und durch Ae» Briefträger und unsere Austräger frei ins Lau« monatlich Goldmark 1.00 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. ft» Fällen von höherer Gewalt Hestehl kein Anspruch auf Liefer- »r»a der Zeitung oder auf Rückzahlung deS Bezugspreises. Geschäftszeit M bis 5 Uhr Sonntags geschlosse«. Serusprech-Anfchluß Nr. 465 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 0903 Usllelts unck Psrbr«1»tlt» Lsitung ctraler 6»gen«l. h»apt-Kn-»ig»n-LUktt MSchentl. Sellagen r Sin Mick, in di« UUlt » Di« Bnmnmftnb« > Hg» dtm Reich Atr fOod« « kiataeder Tor Bags- «. C»mtKi>irtTc?»Tt Der Candbote Sinshcimcr B Zeitung?iss General-Zltyeiger fut Hferrj-und Schuxugbachtal Anzeigen-Preife: Auzeigrn: Die 33 mm Kret» Millimeter-Zeile v Goldv'g Reklamen: Die 92 mm breit» Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- an» Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen lariffeft«, Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rech- nungsdatum oder bei gerichtliche»- Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 8 ich» vormittags; größer» Anzeige« müssen am Tag« vorher »abgegeben werden. Bant-Konto Bercinsbank Sin»Hein» «. Gmd. L- M 295 Montag, den 17. Dezember 1928. 89. Jahrgang N Das Ergebnis von Lugano. Die gemeinschaftliche Kundgebung. — Festhallen an Locarno. Oa» Miüche Kom«mriquee wer das Ergebnis der Vreier-Vekhandlimgerl Lngano, 17. Dez. Das als Ergebnis der Besprechungen ber Außenminister Deutschlands. Englands und Frankreichs augekündigt« Kommuniguee wurde am Samstag um ö Uhr von den drei beteiligten Delegationen veröffentlicht. Das Kommuniguee hat folgenden Wortlaut: Bon den Außenministern Frankreichs, Englands und Deutschlands wurde folgendes gemeinsame Kommuniguee ausgegeben: Die Ratstagung hat es Lns ermöglicht, die seit langem unterbrochene persönliche Verbindung zwischen uns wieder aufzunehmen und in «inen MetnungsanStausch ein- mttreten, der von sehr großem Nutzen gewesen ist. Diese Besprechungen haben «nS dazu geführt, stärker denn je da- im>« überzeugt zu sein. daß ,i»e Politik der Versöhn«»« «nd Annäherung unserer Länder am geeignetste« ist. den Frieden zu sicher«. dieser Politik bleiben wir treu. In diesem Geiste werden wir die Verhandlungen fortsetzen, die auf Grund der Ber- »inbarungen eingeleitet worden sind, die zwischen den sechs interessierte» Mächten am 16. September Ls. Js. in Genf huftandegckommen find. Wir find entschlosten, alles in unserer Macht stehende »u tun, um so schnell wie möglich zu einer vollständigen und endgültigen Lösung ber aus dem Kriege herrührenden Schwierigkeiten zu gelangen «nd auf Asse Weis« auf Grund gegenseitigen Vertrauens die gedeihsiche Entwicklung der Beziehungen unserer Länder »« sichern. * Das Wichtigste an diesem Kommunique ist die neue Betonung der Locarnopolifik und die Entschlossenheit der drei Außenminister so schnell als möglich zu einer vollständigen und endgültigen Lösung der aus dem Kriege herrührenden Schwierigkeiten zu gelangen. Die zukünftigen Verhandlungen werden beweisen müssen, ob und wie die Außenminister Englands und Frankreichs Lies Versprechen in die Tat umsetzen werden. Bis dahin hat Deutschland auf Grund seiner Erfahrungen allen Anlaß zu größter Zurückhaltung. Den Optimismus, der aus der Erklärung spricht, können wir nicht teilen. Sachlich sagt das Kommunique außer der Feststellung, daß die Aussprache über die durch den Genfer Beschluß in Gang gebrachten Verhandlungen auf diplomatischem Wege weiter fortgesetzt werden soll, nichts, d. h., daß die grundsätzlichen Gegensätze, insbesondere über die Räumungsfmge und die Dauer der Kontrolle im Rheinland zunächst unverändert bestehen bleiben. Das Ergebnis der Besprechungen von Lugano liegt für uns darin, daß der deutsche Standpunkt den alliierten Regierungen nochmals in persönlicher Aussprache mit größtem Nachdruck dargelegt wurde und auf der Gegenseite nun nicht der leisest« Zweifel mehr darüber bestehen kann, daß irgend eine deutsch« Gegenleistung undiskutabel ist. Auch ein abgeschlagenes gegnerischer Angriff ist «in Erfolg. Um die Minderheitenrechte. Dir Bedeutung der Erklärung Stresemaims. Lugano, 16. Dez. Die entscheidend« außerordentlich weit- tragende Bedeutung der Erklärung Stresemanns in der Samstag- fitzung des Bölkerbundsrats wird darin gesehen, daß von nun an der deutsche Vertreter im Pölkerbundsrat sich an di« Spitze der «vrapäisthrn Minderheitsöewegung gestellt hat. Mit den Erklärungen Stresemanns wird nunmehr Deutschland auf der nächsten Tagung des Bölkerbundsrates offiziell das gesamte Minderheiten Problem im Rahmen des Völkerbundes aufrollen und eine grund- Wliche Revision der bisherigen Behandlung der europäischen Minderheiten durch den Völkerbund fordern. Es besteht allent- hialbrn kein Zweifel, daß aus dem Zusammenstoß zwischen Strese- «abe. Italien müsse wissen, daß Frankreich immer noch imstande sei. Savoyen zu verteidigen, ebensogut wie Nizza. Korsika und Tunis. Me Großmamisfucht des Faschismus rufe in Frankreich keine Furcht hervor. Frankreich wisse nur zu gut, daß Italien noch vor elf Jahren die französischen Soldaten als Schutz für seine Tagliamentofront notwendig gebraucht habe. Aber diese Kricgserinnerung habe man heute in dem kriegsmiitigen Italien schon wieder vergessen. Vom und zum Staat. Eine Rede des Kultusministers Dr. Leers. Anläßlich seiner am Freitag abend erfolgten Aufstellung als demokratischer Spitzenkandidat des Karlsruher Wahlkreises hielt Unterrichtsminister Dr. Leers eine Rede, aus der einige Gedanken festgehalten seien. Der gute Beamte betrachte sich nicht als Nutznießer, sondern als Diener des Staats. Me „Einsparung" jeder dritten freiwer- dcnden Bcamtenstelle ist eine Fiktion: In Wirklichkeit sind dafür oft Stellvertretungen oder Dienstaushilfen notwendig, welche die „Ersparnisse" wieder illusorisch machen. Ein wesentlicher Fortschritt in dieser Richtung ist nur durch eine Aenderung in der Organisation des Staatswesens möglich. Grundlegend ist die Reform aber nur wenn Reich und „Länder" gemeinsam das Problem mit Nachdruck zu lösen versuchen. In irgend einer Form wird und muß es eine vernünftige Reichsgliederung geben; einen Zentralismus lehnen wir als verfehlt und nachteilig ab. Das Laub Baden kann aber immerhin von sich aus schon an die Vereinfachung der Staatsaufgaben und der behördlichen Organisation gehen. Deren Ziel soll sein: Gute Arbeit bei geringstmöglicher Belastung der Steuerzahler. Heute ist der Steuerdruck oft ungeheuer. Eine Gebäudesondersteuer zum Beispiel hat nur dann einigermaßen moralische Berechtigung, wenn die Mehrheit ihres Ertrages dem Wohnungsbau zugutekommt und nicht für Zwecke des allgemeinen Staatshaushalts verwandt wird. Auf dem Gebiet der Schule leiden wir an einer Ueber- steigerung des Berechtigungswesens, wodurch viele junge Leute in höhere Schulen gedrängt werden, ohne die Gewähr einer späteren entsprechenden Verwendung. Eine sorgfältige Auslese muß den Aufstieg der Tüchtigen ermöglichen. Nach dieser Richtung hin ist unser heutiges Schulwesen noch nicht richtig demokratisch. Unsere Simultanschule muß unangetastet nick ungefährdet bleiben. Me Jugend muß in einem Geist erzogen werden, der dem heutigen Staat, der Republik, mit dem Herzen entgegenkommt. „Es muß aufhören", so erklärte der Minister mit erhobener Stimme, und wohl im Hinblick auf den Heidelberger Flaggenstreit, „daß darüber ob unsere Jugend in ihren festlichen Aufzügen Schwarz- Rot-Gold zeigen darf oder will, noch Verhandlungen gepflogen werden müssen. Die Freiheit der Meinung soll gewiß geachtet werden. Aber ich stehe doch auf dem Standpunkt, daß die, die in diesen verfassungsmäßigen Grundlagen des Staates wider uns sind, nicht mit uns arbeiten können". Wir wollen aber nicht nur eine Demokratie des Gesetzes, sondern auch ihre Anwendung im praktischen Leben. Das Volk in seiner Gesamtheit soll Verständnis dafür gewinnen, daß Demokratie und Republik erst dann zur richtigen Entfaltung kommen können, wenn sie von entsprechendem Geiste erfüllt sind. i gottfKff zwischen Staa1sgmchish»f und Relchsregierung Die Verhandlungen über de« badischen Antrag vertagt. Leipzig» 17. Dezember. Der Staatsgerichtshof trat am ;®am8tag vormittag unter dem Vorfitz deS Reichsgerichts- prcRbenten Minister a. D. Simons zusammen, um über den baütschen Antrag auf Erlaß einer einstweilige» Verfügung in der Frage der Benennung der Reichsbahn-Berwaltnngs- l MATA HAß! RQMANvon ARN-O FRANZ- Er wußte unter anderem, daß Mac Leod jeden Vormittax in der Bodega seinen Malaga trank und das übliche Käse- brRchen aß. Das geschah regelmäßig zwischen zehn und el! Uhr. Dann wußte er auch um sein Verhältnis zu Dollr Bakker. Kara überlegte, was zu tun fei. Es war jetzt sieben- Sich in der Kalverstraat gegenübet d« Bodega zu postieren, hatte keinen Zweck. Drei Stunde» warten, war unsinnig. Richtiger war es vielmehr, das Mädchen der Bakker ad zufangen, das gegen acht Uhr Brötchen holen ging, Da§ mußte um den Aufenthalt Leods misten. Er hatte die Kleine früher schon einmal interviewt. El Nmnte sie, und sie würde sein braunes Gesicht nicht vergeflsr haben. Kaum! Denn sie war nicht mehr die jüngste, uni Mädchen im reiferen Alter erinnern sich derjenigen Männer immer gern, die ihnen rücksichtsvoll und freundlich begeg neten. Er würde schon gehen. Kara hatte sich nicht geirrt. Kurz nach acht erschien sie. Sie sah adrett aus mit den weißen Häubchen auf dem Haar und dem Körbchen an Arm. Kara fegte an ihr vorbei. Bier, fünf Schritte vor ihr ließ er feine Ruhlaer Taschen uhr, die er im Kaufhaus Bijnkorf für anderthalb Gulden er- standen, auf das Trottotrpflaster fallen. Der Deckel sprang klirrend entzwei. „Mijnheer," rief das Mädchen. Kara drehte sich um. .Ihre Uhr." »Ah." jagte er und hob sie auf. »Danke, Iuffrouw! Zei brvchenes Glas bedeutet Glück. Man soll auf die Sttmm h«e Götter achten." Das Mädchen lächelte, dann sagte es: »Run ist sie kaputt. »Ach wo! — Das sind die Uhren für diejenigen, den« immer eine Stunde schlägt. Hören Sie. Iuffrouw: ttck-tack D«r Laadbot« * Si»shei«er 3«ite»g. ratsmitgl»e»er zu entscheiden. Ta die Reichsregiernng seiner Entscheidung durch die am Freitag erfolgte Ernennung der neuen Verwaltungsratsmitglieder zuvorgekommen ist, hat der Staatsgcrichtshof die Verhandlung über den badi- schen Antrag, dem sich auch Württemberg und Sachsen ange- schlossen hatten, aus unbestimmte Zeit vertagt und beschloffe», sich an den Reichspräsidenten zu wenden mit der Bitte, dem Ttaatsgerichtshof diejenige Achtung zN gewährleisten, deren er zur Erfüllung feiner staatsrechtlichen Anfgabeu bedürfe. Einzelheiten Scharfe Worte des Bvrsttzende«. In Ergänzung der obigen Mitteilung erhalten wtr von Leipzig noch telephonisch folgende Darstellung: Vor Eintritt in die Verhandlung stellte der Vorsitzende des Staatsgerichtshofes fest, bah die verfassungsrechtliche Streitfrage, die am Samstag den StaatsgerichtS in bezug auf den Erlaß einer einstweilige» Verfügung beschäftige, sich nur ans den badischen Antrag vom 30. Juni 1928 bezieh«, der sich seinerseits ans die frühere Entscheidung des Staats- gerichtshofes zugunsten Preußens stutze. Dem badischen Antrag hatten sich die Länder Württemberg, Sachse« n»d Bayer« angeschlosscn. Die Reichsregiernng widersprach mit dem Hinweis, daß sie aus der Entscheidung des Staatsgerichts- hvfes zugunsten Preußens bisher Konsegnenzen nicht gezogen habe, vielmehr den von Preußen beanspruchten Sitz durch den früheren Reichskanzler Dr. Luther habe besetzen lassen. Da bereits am 31. September einige Stellen im Reichsbahuverwaltuugsrat frei waren beantragte B a - den den Erlaß einer einstweiligen Verfügung, wonach eine Neubesetzung dieser Stellen bis zur Entscheidung des StaatS- gerichtshofeS zurückgestellt wird. Auch diesem Antrag haben sich die süddeutschen Länder mit Ausnahme Bayerns angeschlosscn. Der Vorsitzende teilte mit, daß gestern abend dem Staatsgerichtshof telegraphisch die Mitteilung des Reichsve.kehrs- ministeriums zugegangen sei, daß die Länderanträge hinfällig seien, da die Neubesetzung inzwischen erfolgt sei Vom Vorsitzenden ersucht, eine Erklärung für daS Borgehen der Reichsregierung zu geben, erklärte Min.-Direktor O t t - mann namens der Reichsregiernng, baß diese nach sorg- 'ältiger Prüfung der Sachlage sich entschlossen habe, die freiwerdenden Stellen neu zu besetzen. Die Ernennungen seien vollzogen und den Länöeranträgen könne also nicht mehr entsprochen werden. Nach einhalbstündigerBera tung gab der Vorsitzende des Staatsgerichtshofes eine Erklärung ab: Der Staatsgerichtshof lehnt vor Eintritt in die Verhandlung die Länderanträge ab, da die Reichsregierung am Tage vor dem Termin zur Entscheidung über einen Erlaß der einstweiligen Verfügung einer Entscheidung des Staatsgerichtshofcs durch Neubesetzung der freiwerdenden Stellen zuvorgekommen ist, sei dt« verfassungsmäßige Tätigkeit des Staatsgerichtshofcs unmöglich geworden. Eine Erklärung über die Gründe des Vorgehens der Reichsregiernng wurde von deren Vertreter abgelehnt. Der StaatsgerichtShof vertagt deshalb die Behandlung der Strciffache auf unbestimmte Zeit; er wird sich an den Reichspräsidenten wenden mit der Mtte, ihm diejenige Achtung zu gewährleisten, deren er zur Erfüllung seiner staatsrechtlichen Aufgaben bedürfe. Volkspartel und Verfassungsänderung Berlin, 15. Dez. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Bolkspartet hat einen Antrag auf Abänderung der Verfassung des Deutschen Reiche- vom 1. August 1918 eingebracht. . Danach soll Artikel 54 der Reichsversaffung wie folgt geändert werden: Der Reichskanzler und die Reichsminister bedürfen zu ihrer Amtsführung des Vertrauens des Reichstages. Bei Beginn der Amtsführung und jeder Wahlperiode ist dieses Vertrauen durch einen Mehrheitsbeschluß des Reichstages festzustellen. Eine Zweidrittelmehrheit des Reichstages ist erforderlich» wenn der Reichsregiernng oder dem Reichskanzler oder eine« der Reichsminifter das Vertrauen wieder entzöge» «erde« soll. Es genügt die einfache Mehrheit, wenn der Antrag auf Zuerkennung des Vertrauens in Verbindung mit der Schlußabstimmung in der dritten Lesung des ordentlichen Haushalts erfolgt. In Artikel 85 sollen anstelle der Absätze 4 und 5 folgende Vorschriften treten: „Der Reichstag kan» im Entwurf des Haushaltsplanes ohne Zustimmung der Reichsregiernng und des Reichsrates Ausgaben nicht erhöhen oder neu einfetzen. Der gleichen Zustimmung bedürfen Gesetze und andere Beschlüsse des Reichstages, welche eine Erhöhung der im laufenden Haushaltsgesetz vorgesehenen Ausgaben zur tick-tack. Bißchen laut, nicht wahr, aber sie geht doch. Di hören Sie aus der Tasche ticken. Ruhlaer Uhren sind «ich totzukriegen." Im Weiterschretten plauderte er: »Diese Uhren sind wi manche Menschen. Man kann Holz auf ihnen hacken, mai kann sie treten und quälen und sie leben doch." Das Mädchen seufzte. Kara nickte ihm zu. »Ich glaube es Ihnen. Wir auf der Schattenseite de: Lebens haben immer zu seufzen." Das Mädchen wollte erwidern. Aber da war der Bäcker laden schon Es schwieg. -Darf ich Sie nach Hause begleiten," fragte Kara. Sie nickte und verschwand im Laden. Als sie wieder herauskam, tat Kara jehr erstaunt. „Was haben Sie da aufgepackt, Iuffrouw! Der Decke geht ja kaum zu. Hat Mevrouw einen jo guten Appetit „Wir haben Besuch." „Sie Aermste! Run haben Sie für drei zu sorgen." „Für vier," sagte das Mädchen. „Das ist ja noch schlimmer. Wohl recht anspruchsvoll, Gäste?" „Ach nein. Das Meisje ist sehr possierlich, aber Mijnheei ist dreist." „Wenn man so hülffcki ist, Iuffrouw, ist das kein Wunder/ Sie errötete. „Och, fon Alter." sagte sie, „und wenn er doch schon 'r Mädchen hat! — Der ist ein ganz Schlimmer." „Wieso — ein Schlimmer?" „Wenn die Frau verreist ist, wohnt man doch nicht mi: seinem Kinde bei — bei —" Sie fand das rechte Wort nicht. »Bei Verwandten," ergänzte Kara. „Hm." machte das Mädchen und sagte: „Na ja." Kara war plötzlich still geworden. Er wußte sa nun genug und dann machte ihm die ungewohnte Unterhaltung mi: diesem Mädchen scheußliche Schwierigkeiten. Jeden Satz mußte er vorausdenken, um ihn so herauszubringen, daß ei den üblichen Stil hatte. Und dieser Stil war nicht der seine Er war froh, als sie vor Dolly Bakker» Haus standen »Nun sind Sie so ruhig geworden," sagte das Mädchen »Es ist der Abschied, Iuffrouw. Der macht nie froh." »Muß es denn Abschied sein?" Montag, den 17. Dezember 1928. Folge haben. Ergibt sich im Laufe eine» Haushaltsjahre» aufgrund der Ergebnisse eines Vierteljahres, daß die Ein- gänge aus Steuern und Zöllen den Voranschlag um mch» als 10 Prozent übersteigen, so sind die Mehrringänge bi» zu 10 Prozent zur Verminderung des Anlejhebedarfe» «der zur Schuldentilgung zu verwenden. Der die Mehreingäng, um 10 Prozent übersteigende Betrag ist im Laufe des Haus. haltSjahres zurückzulegen und bei Aufstellung des folgen, den Hau-haltsplanes zur Steuersenkung zu verwenden. — Die Zustimmung der Reichsregierung und des ReichSrate» 'kann gemäß den Vorschriften des Artikels 74 ersetzt werde«. Als Artikel 85a der Verfassung soll folgende Vorschrift eingestellt werden: Die Grundsätze des Artikels 85, Absatz 4, 5 und 0 über die AuSgabenbewilllgun« sind sinngemäß auch bei den Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden durchzuführen. Sie neue» Mglieder de» VerwaliuWrnie« der Relch-datn Berlin, 16. Dez. Die Reichsregiernng hat durch B«. schluß vom 14. Dezember 1S28 die Herren Dr. Her««»» Schmitz, Geh. Kommerzienrat und Borstandsmitglted der J.-G.-Farbenindustrte in Berlin, Dr. h. c. Welcker, Gene- raldirektor der Firma Hantel & Eo. in Duisburg, Lokemo- ttvführer Mattheus Hermann in Nürnberg und aus Benennung der preuß. Staatsregierung Dr. Otto Jeidels, Ge- schäftsinhaber der Berliner Handelsgesellschaft in Berti« vom 1. Januar 1929 zu Mitgliedern des Berwaltungs- rats der Deutschen Reichsbahngesellschaft ernannt. Mit der Ernennung des Lokomotivführers Hermann ist ein alter Wunsch des Personals, einen Sitz im Berwaltungs- rat zu haben, tn Erfüllung gegangen. Es ist zu begrüßen, daß Beamten- und Betriebsrat dem Anerbieten des Reichs- verkehrsministers von Gnerard, ihnen gemeinschaftlich einen Titz im Berwaltungsrat zu gewähren, durch Einigung nachgekommen sind und einen Vertreter ihrer Gesamtintcressrn in Vorschlag gebracht haben. Das Rcichskabinctt hat diesem Vorschläge geschlossen zugestimmt. Das Reichsdefizil ist schwer zu decken Berlin, 15. Dez. Wie die „B. 3 " berichtet, hat sich da» Reichskabinett entschlossen, die Verabschiedung des Etats für 1929 bis nach Weihnachten, also bis Anfang deS nächsten Jahres, zurückzustellen. Die einzelnen Ministerien find noch Immer damit beschäftigt, durch Streichungen an den einzelnen Etatspositionen, das Defizit zu verringern. Ungeklärt sei noch immer die Decknngsfrage. Die Versuche des Kanzlers im Zusammenhang mit den Koalittonö- »esprechungen dieses entscheidende Problem gemeinsam mit den der in der Regierung ve tretenen Parteien zu lösen, mußten ebenfalls bis zum Wie ''erznsammentrttt des ReichS- iags Mitte Januar vertagt wc den. Die vom Finanzmini- ter vorgeschlagenen Steuererb. ngcn haben bet den Parieren keine Zustimmung gefunden. Pr»d»kti»«»-*dmg«»g<« der deutschen und der polnische» Landwirtschaft. Don vr. Boetticher, Berlin-Steglitz. Die Produktionsrichtung der polnischen und der ostdeutschen Landwirtschaft zeigt eine weitgehende lieberem« stimmung darin, daß Kartoffelbau und Schweinezucht das Rückgrat ihrer Produktion sind; darum bildet der polnische Agrarexport das Hauptproblem des deutsch-polnischen Handelsvertrages. Die Landwirtschaft Polens ist in ihrem Wirtschastsbetriebe der deutschen Konkurrenz von vornherein dadurch im Vorteil, das heißt, sie kann billiger produzieren, als sie einmal soziale Lasten kaum kennt, und daß sie ferner geringere Löhne zahlt als die ostdeutsche Landwirtschaft. Im inneren Verkehr Polens hat der Zloty eine größere Kaufkraft, als ihm nach seinem Goldwerte zukommt. In- folgedeffen kann sich der polnische Landmann für eine bestimmte Geldsumme eine größere Warenmenge kaufen, als es in Deutschland der Fall ist. Der polnische Arbeiter, so- wohl der ländliche wie der industrielle, gibt für kulturelle Bedürfnisse und Ansprüche bedeutend weniger aus als der deutsche Arbeiter. Diese Unterschiede kommen auch in »er Lohnhöhe zum Ausdruck. In den vom Reichsernährungsministerium heraus- gegebenen »Berichten über Landwirtschaft" (Band 8, Heft 3, 1928) veröffentlicht vr. W ö r m a n n einen Artikel über den polnischen Handelsvertrag und die deuffche Landwirtschaft, worin er u. a. die Frage behandelt, unter welchen wirtschaftlichen Bedingungen die Landwirtschaft in Westvolen »eo- „Sie meinen, wir ionnten uns wiederlehn?" Das Mädchen nickte. „Gehen Sie heute mit dem Meisje spazieren? Jas Dingelchen muß doch an die Luft. Oder führt es Mijnheei leibst aus?" „Ach der," sagte das Mädchen. »Dem sind größere Meis- jes lieber. Rach dem Frühstück fahren die Herrschaften nach vchevenlngen zum Baden. Ich bin gegen elf im Vondelpark Venn Sie kommen wollen, ich sitze am Melkhuis." Natürlich wollte er kommen. Und so schieden sie einstweilen. ^ Was nun, dachte Kara. Leod und Hannele befanden sich bei Dolly Bakker. Del Later hatte ein Recht an seinem Kinde, er hatte aber nicht )as Recht, es ohne Wissen der Mutter bei einer Tänzerin imterzubringen. Das wußte er. Hatte nun die Mutter das Recht, ihr Kind ohne Wissen »es Vaters einfach wegzuholen? Das wußte er nicht. Holland war ja nicht Indien und auch nicht Java. Das satte er erfahren müssen, als er Arbeit suchte. Daheim war jeder zur Arbeit willkommen, der arbeiten wollte. Hier wurden erst Papiere und Ausweise verlangt, bevor man rrbeiten durfte. Es war hier ja alles so anders wie daheim. So wenig freundlich und jo wenig erfteulich. Ueberall! In den Häusern und auf den Straßen, an deren Ecken Polizeilerck« standen, .die finstere Gesichter machten. Alles war anders, iogar die Sonne schien anders als in llndien. Er kannte die impulsive Art feiner Herrin, die um ihr Kind bangte und keine Minute zögern würde, den Weg zu Dolly Bakker zu gehen. . Ob der Weg aber der richtige war, das mußte jemand eyr scheiden, der es wußte Und Kara war ensschlvssen. f«M einen entscheiden zu lassen. Er klopfte bei Traute an. Klingeln mochte er nicht. Das war aufdringlich uni erschreckte. Traute öffnete. Sie machte große, weite Augen, al» ft ihn sah. „Ich möchte bitten, Herrin, mitzukommen," sagte er, „Gesunden?" fragte sie. Rr. 295. Jahrgang 1928. Der SaaMite * vtnstzet»« SetouW. Montag, den 17. Dezember 1928. tzuziert und 'wie sich diese von der deutschen unterscheidet, besonders bezüglich der Löhne. Danach gestalten sich die Aufwendungen für den Gesamtjahreslohn eines Deputanten in Deutschland, Polen und Danzig im Jahre 1926: Pom- mern zahlt «inen Gesamtlohn von 1080 Mark, in Roggen 112 Zentner: Polen 1580 Zloty, in Roggen 96 Zentner; Danzig 1150 Gulden, in Roggen 119 Zentner. Wenn man die Löhne Pommwrns gleich 100 setzt, so betragen sie im Verhältnis: Reichsdurchschnitt 97, Polen 85, Danzig 106. Polen hat somit, verglichen mit Deutschland und Danzig, geringere Löhne, die Unterschiede schwanken zwischen 15 und 26 Prozent. Wenn man noch die geringere Belastung der Betriebe mit sozialen Abgaben und allgemeinen Unkosten, die Dr. Wörmann auf 30 Prozent ansetzt, berücksichtigt, so ergibt sich in dieser Beziehung eine Vorzugsstellung der polnischen Landwirtschaft. Nicht zu unter- schätzen für den Ausgleich des Arbeiterbedarfs im Laufe des Jochres ist auch das Moment der Saisonarbeiter, die der polnischen Landwirtschaft uneingeschränkt zur Verfügung stehen, während in Deutschland die Zahl der polnischen Schnitter kontingentiert und stark eingeschränkt ist. Damit wird der deutsche Hackfruchtbau verteuert und in engeren Grenzen gehalten als in der Vorkriegszeit. Der Verfasser unterzieht bei dem Vergleich der Produktionsbedingungen auch die Löhne der Industrie- arbe i ter und Gewerbetreibenden einer kurzen Betrachtung, da durch diese Löhne die Kosten der in der Landwirtschaft notwendigen Reparaturen an Gebäuden, Maschinen und Geräten bestimmt werden. Danach betragen die tarifmäßigen Stundenlöhne in Reichsmark fiir Schmiede in Ostdeutschland 0,61, Westpolen 0,41; fiir Maurer in'Ostdeutschland 1,08, Westpolen 0,49; für Zimmerleute in Ostdeutschland 1,06, Polen 0,51; für Elektromonteurs in Ostdeutschland 0,98, Polen 0,63. Wenn auch gegenüber diesen bedeutend billigeren Löhnen für die polnische Landwirtschaft auch manche Erschwernisse, wie z. B. die hohen Einfuhrzölle aus Maschinen und andere Betriebsmittel, zu beachten sind, so bleibt doch kein Zweifel, daß die polnische Landwirtschaft unter billigeren Bedingungen produzieren kaMn als die deutsche; insbesondere hat sie vor der deutschen Kankurrenz den Vorsprung in der Kultur von arbeitsintensiven Früchten, im Anbau von Rüben und Kartoffeln. Der Kartoffelbau hat wiederum die Ausdehnung der Schweinehaltung und Mast gefördert. Or. Wörmann beschäftigt sich sodann mit der Frage, welche Kartoffelverwertung — in Geld cms« gerückt — sich bei einem bestimmten Schweinepreis erzielen läßt, und zwar gesondert betrachtet in Ostdeutschland und i» Polen. Nach seinen Berechnungen würde bei einem Schweinepreise von 55 Mark je Zentner Lebendgewicht der Derwertungspreis für einen Zentner Kartoffeln 1,50 Mark betvagen. Der Schweinepreis von 55 Mark würde etwa ei««n Preise von 110 Zloty entsprechen. So ergibt sich eine Kavtoffelverwertung von 4 bis 4,20 Zloty je Zentner. Bei eiwem Ernteertrag von 90 Zentner Kartoffeln je Morgen einem Rohertrag von 135 Mark in Ostdeutschland ein r von 360 Zloty in Westpolen gegenüber. In Ost- chland finkt somit die Kartoffelverwertung zur Schweinemast auf einen Preis herab, der die R e n t a b i l i t ä t des Kartoffelbaues für diesen Derwertungspreis in Frage st e l l t; für die polnische Landwirtschaft gestalten die Verhältnisse günstiger, da die gleiche Erntemenge je gen mit geringeren Löhnen und darum auch mit geringeren Gcsnmtunkosten gewonnen wird als in Ostdeutfch- Dr. Wörmann erklärt es schließlich als verständlich, daß bei der gegenwärtig herrschenden Krise die deutsche Land- wipffchaft dem Abschluß des Handelsvertrages mit Polen mit Unbehagen entgegensieht und bezüglich der Schweineeinfuhr berechtigte Vorbehalte macht. Dieses .Unbehagen" kann man ruhig erweitern auf begründete und absolute U» wehr gegen jeden polnischen Agrar- t m p p o r t. Letzte Telesramme in Kürze Der Mainzer Lpiouageraba«. Mainz» IS. Dez. Die Ermittlungen der Untersuchungsrichters in der Spionageallgelegenheit haben bisher kaum greifbare Ergebnisse gezeitigt, die auf Spionage schließen ließen. Es deutet alles darauf hin, daß wahrscheinlich eine Anklage höchstens wegen Eiubruchdiebstahls erhoben werden kann. Diese Gelegenheit haben sich die Franzosen nicht entgehen lassen, im eine große Spionagepropaganda für sich ins Werk zu setzen. Uebersall aus einen Reichswehrsoldate». In der letzten Nacht wurde die Berliner Feuerwehr nach der Lettestraße S alarmiert. Dort wurde der Obergefreite der 3. Eskadron des sächsischen Reiterregiments Willi R o t - s ch a l k, der sich auf dem Rückwege zur Kaserne befand, von einer Bande Rowdies überfallen und durch Messerstiche schwer verletzt. Er brach zusammen und wurde von Passanten gefunden. Seit Wochen treiben sich in der dortigen Gegend junge Burschen herum, die die Passanten anrempel». Bisher war es nicht möglich, dieses Gesindel zu fassen. Rotschalk wurde zur Charitee gebracht. Dort wurden mehrere Stichverletzungen am Kopfe festgestcllt. Durch einen Stich ist das linke Auge ausgelaufen. Die Nachforschungen nach den Tätern sind noch in derselben Nacht ausgenommen worden. Jvgbnnfall des deutschen Gesandte« in Budapest. Budapest, 15. Dez. Der deutsche Gesandte in Budapest, Baron von Schoen, der bei dem Grafen Szeckeny zu Gast war, hat in der Nähe von Stuhlweißenburg einen Treiber erschossen. Er zielte im Boot auf eine Schar vorüberfliegender Wildenten, verlor das Gleichgewicht und stürzte ins Wasser. Gleichzeitig ging sein Jagdgewehr los und die Tchrotladung traf den Treiber Saryajo in den Oberschenkel, wobei die Schlagader verletzt wurde. Der angelegte Not- verbanb konnte die Blutung nicht zum Stillstand bringen rind der Treiber wurde, da ärztliche Hilfe nicht in der Nähe war, in das Spital von Stuhlweißenburg gebracht, starb ober bereits auf dem Transport dahin. Die Jagd wurde darauf sofort abgebrochen. Für den Unfall trifft laut Aussage von Augenzeugen niemand die Verantwortung. Ei« französischer Soldat wegen Notzucht sestgenommen. Mainz, 18. Dez. Bon der französischen Gendarmerie fest- geuvmmen wurde der französische Soldat, der vor einigen Wochen ein junges Mädchen in der Nähe von Mombach schwer mißhandelt und an ihm einen Notzuchtversuch verübt hatte. Der Soldat wurde in das Militärgefängnis etn- geliefert. U"ber das Verbrechen wird demnächst verhandelt werben. Aus Rah und Fern. * Sinsheim, 17. Dez. (Der silbern« Sonntag.) Der Glanz des Weihnachtsfests ist auch auf die ihm vorhergehenden Sonntage gefallen. Der zweitletzte Sonntag vor dem Fest heißt der „Silberne", der letzte „Goldene". Beide spielen im Geschäftsleben als Haupttage der Wcihnachtssaison eine große Rolle. Der gestrige Sonntag brachte ein reges Weihnachtsgeschäft, wozu auch das herrliche Winterwetter wohl beigetragen hat. Teilweise war die Nachfrage sehr rege und übertraf die des „kupfernen" Sonntags, der auch lebhaften Geschäftsgang gebracht hat. Anderseits aber wirkte sich auch die allgemeine Wirtschastsdepreffiv« aus. so daß die Kaufsumm« des einzelnen Käufers vielleicht etwas zurückging, die Zahl der Käufer aber größer war. Es folgt nun noch eine «reignisreche Woche, die vom Goldenen Sonntag gekrönt wird. Und dann ist Weihnachten! i Sinsheim, 17. Dez. (Kanarienausstellung.) Der Kanarien- zucht- und Vogelschutz-Verein veranstalte im Löwensaal eine Kanarienausstellung. die sich bis jetzt eines guten Besuchs-zu erfreuen hatte. Heute ist die Ausstellung zum letzten Mal geöffnet. — Die Züchter können mit ihren Erfolgen zufrieden fein, ist doch die Zucht nach Ansicht des Preisrichters, der im letzten Jahr ebenfalls hier gerichtet hat —, bedeutende Fortschritte gemacht. Fn den beiden Klassen — Selbstzucht und Allgemeine Klasse — ist die Reihenfolge der Sieger wie folgt: Srlbstzuchtklasse: 2. Michel. Sinsheim 306 Punkte I. Sieger, gold. Bundesme daille und Stadlehrenpreis; 2. Hoffman», Eichtersheim, 289 P. 2. Sieger, silb. Bundesmedaille und Mk. 5; 2. Michel, Sinsheim. 288P., 3. Sieger, gr. gld. Pereinsmedaille und Mk. 5; Wachtmstr. Henrich, Rappenau, 276 P., 4. Sieger und Mk. 5; Otto Haag, Reihen, 271 P., 5. Sieger und Mk. 4; Wachtmstr, Henrich, Rappenau, 270 P., 6. Sieger und Mk. 4; Franz Hummel. Reihen, 224 P., 7. Sieger und Mk, 4. Allgemeine Klasse: Aug. Kaufmann. Sinsheim. 290 Punkte, 1. Sieger, kl. gold, Bereinsmcdaille und Stadtehrenpreis; Obering. Kern. Sinsheim. 285 P., 2. Sieger, gr. silb. Bereinsmedaille und Mk. 3; Hch. Gmelin, Sinsheim. 258 P., 3. Sieger, und Mk, 4; Aug. Kaufmann. Sinsheim, 255 P., 4. Sieger und Mk. 4; H. Rittlinger. Reihen 252 P.. 5. Sieger und Mk. 4; 2. Nrumeyer, Sinsheim, 249 P., 6. Sieger und Mk. 4; W. Geiß, Sinsheim, 219 P., 7. Sieger, und Mk. 4. Die Erfolge sind ein gutes Zeugnis für die während des 2ahres innerhalb des Vereins geleistete Arbeit unter Führung seines Vorstandes, sowie der selbstlosen UUnterstützung der älteren Züchter durch Borträge und dergl. und dem Zusammenhalt der Mitglieder untereinander. Der Besuch war bis jetzt ein guter und haben sämtliche Besucher befriedigt und teilweise mit schönen Gewinnen das Lokal verlassen. * Sinsheim, 17. Dez. (Wann gelten Sonntagsrückfahrkarte« zu Weihnachten und Neujahr?) Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, gelten an Weihnachten 1928 Sonntagsrückfahrkarten zur Hinfahrt: am Samstag, den 22. Dezember von mittags 12 llhr an, am Sonntag, den 23. Dezember, am Montag, den 24. Dezember, am I. Weihnachtsfeiertag, den 25. Dezember, und am 2. Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember. Zur Rückfahrt gelten sic: am Sonntag, den 23. Dezember, Montag, den 24. Dezember bis 9 Uhr vormittags. Dienstag, den 25. Dezember, Mittwoch, den 26. Dezember, und Donnerstag, den 27. Dezember (bis 9 Uhr vormittags. Die Rückfahrt muß auf dem Zielbahnhof der Sonntagsrückfahrkarte am Montag, den 24. Dezember, und am Donnerstag, den 27. Dezember, spätestens um 9 Uhr, von Unterwegsbahnhöfen spätestens mit dem Zug angetreten oder fortgesetzt werden der den Zielbahnhof um 9 Uhr vormittags verläßt. Die Rückfahrt ist nach 9 Uhr ohne Unterbrechung, bei Zugwechsel mit dem nächsten anschließenden Eil- oder Personenzug zurückzulegen. * Sinsheim, 16. Dez. «erL«te. Lyau-Echnitt, GrStzr 4L «*MM> (Saftet 64nüt>. £6054 TanMeid aus »rchideenfarLige» Seqrg et i eirezw pir junge Mädchen. Saale Form mit reiche» Blen- Lenverzierung. Dt« Biente» greift», linksftiivch ansteigend, übereinander; Samibandgürtel. £»»«- Schnitt, «röhe 42, ech«« ch («r«feer S ch nitt ». S 1389 Begonie« Boflfitfb au« rosa Sevrgestekrex? fb junge Mädchen. In jcheig ansteigender Linie find de» Bock drei gereihte »alauts aufgearLeitet. Dazu leichte» EeideimnterNeid. Wandschmuck. Lyon. 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Bei juristischen Personen ist die gleichartige Haftpflicht ihrer gesetzlichen Vertreter versichert. Schäden an den Empfangsanlagen selbst, ganz gleich, auf welche Ursache sie zurückzuführen sind, fallen nicht unter die Versicherung. Sinsheim, 16. Dez. (Die Verbesserung der Postznstellung auf dem Lande.) Schon seit einiger Zeit richtet die Postverwaltung ihr Augenmerk auf eine Verbesserung der Postverhältnisse auf dem Lande. So hat die Oberpostdirektion Karlsruhe bisher in drei Bezirken, nämlich Rastatt, Kehl und Bruchsal, die „Der- krastung" der Landpost durchgeführt, d. h. die Post wird in Kraftwagen den Landorten täglich zweimal zugefiihrt und auch zweimal ausgetragen. In den kommenden Monaten soll diese „Verkraftung" auf weitere elf badische Postbezirke, darunter auch der hiesige ausgedehnt werden. □ Eschelbronn, 15. Dez. (Bei der gestrigen Treibjagd) wurden 14 Hasen und kein Reh erlegt. Dieses schlechte Ergebnis dürste auf das Wildererunwesen und auf die wildernden Hunde zurück- zuführen sein. /L Siegelsbach, 15. Dez. (Reue Orgel.) In Verbindung mit der Investur des neuen Seelsorgers, Pfarrer Beuschlein. fand hier die Einweihung und erste Vorführung unserer neuen Orgel statt. Dieselbe wurde erstellt von der Orgelbauanstalt Bader in Hardheim. Der erzbischöfliche Orgelbaumeister Steinhart (Karlsruhe) äußerte sich sehr lobend über das Werk. % Bad Rappenau, 16. Dez. (Aufleben einer alten Sitts.) Ueber die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage wird auf dem Vorplatz der Kirche ein Gemeindechristbaum für die gesamte Einwohnerschaft des Badeorts Rappenau zur Aufstellung gebracht. Damit wird einer Anregung des hiesigen Kur- und Verkehrsvereins und einer schönen Sitte, wie man sie vielfach in anderen Orten vorfindet, entsprochen. Getragen von dem Bewußtsein. Friede und Freude in die Herzen der Einwohnerschaft zu tragen, gibt man sich der großen Hoffnung hin. daß dieser Gemeindechristbaum begeisterte Aufnahme finden und viel zur Verschönerung des eindrucksvollen Weihnachts- und Neujahrsfestes beilragen mögq. Am heiligen Abend (24. Dezember) wird derselbe erstmals von 6—8 Uhr brennen. In der selben Zeit am Sylvesterabend. Bei Beginn des Neujahrs — also nachts um 12 Uhr — wird der Baum angezündet und nachdem die Kirchenglvcken das neue Jahr eingeläutet haben, wird unter Beteiligung des Gemeinderats. Kirchengemeinderats und der gesamten Einwohnerschaft eine kleine eindrucksvolle Feier veranstaltet, wobei der Posaunenchor. Musikverein. Männcrgesangverein „Frohsinn" und -er evangl. Kirchenchor Mitwirken. * Itttingen, 15. Dez. (Ankauf von Grundstücken.) Nach, dem am 8. ds. Mts. der Bürgerausschuß den vom Gemeindemt beschlossenen Ankauf der Grundstücke der Freiherren von Gem mingcn-Hornberg abgelehnt hat. hat die Grundherrschafi auf gestern und heute einen öffentlichen Versteigerungstermin angesetzt, zu dem viele Kaufliebhaber erschienen waren. Die Versteigerung ging dementsprechend flott vonstatten; fast sämtliche Grundstücke wurden verkauft. Für das Ar wurden von 17—59.50 RM. geboten. Auf Antrag des Bürgermeisters hat die Grundherrschafi von Gemmingen-Homberg, in Anbetracht der guten Steigerung, den bisherigen Sportplatz in Größe von 54 Ar der Gemeinde zu Eigentum geschenkt. Die Grundherrschafi hat sich durch diese schön« Tat bei der Gemeinde, insbesondere auch bei der sportbegeisterten Ipgend ein dauerndes Andenken bewahrt. ** Heidelberg i«. Tez. (BerlehrSunfall.) Auf der Wirb linger Landstraße fuhr in der vergangenen Nacht ein verheirateter Kaufmann von hier gegen einen Leitungsmast der Straßenbahn. Während der Fahrer unverletzt blieb, erlitt der Beifahrer erhebliche Verletzungen am Kopfe und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. ** Karlsruhe, 16. Dez. (Todesfall.) Ganz unerwartet starb hier im Alter von 71 Jahren Turninspektor Adam Leonhardt. Noch am Tage vorher leitete er einen Turn- abend. Mit ihm ist einer der bekanntesten und bedeutendsten Turnpädagogen Badens auS dem Leben geschieden. Er war Assistent des Direktors der TurnlehrerbtkdungSawstalt Alfred Maul. ** Karlsruhe, 16. Dezember. Mit einem Farrenschwanz in einer Wirtschaft verprügelt wurde am Freitag ein ver- heiratete! 27 jähriger Hilfsarbeiter aus Durlach. Er er- hielt mehrere Schläge auf den Kopf, die erhebliche Verletzungen und eine Gehirnerschütterung zur Folge hatten. Die Täter sind ermittelt. ** Muggensturm, 15. Dezember. Bei Vornahme von Grd- arbeiten auf dem hiesigen Versuchsgut, Weber Plantagen A.-G., wurde in einer Tiefe von zirka 60 Zentimeter ein menschliches Skelett aufgefunden. Gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet Guter Fang -er Polizei Dreizehn Verbrecher bei einem Sektgelag« verhaftet. Berlin» 18. Dez. Wie die Nachtausgabe meldet, ist vergangene Nacht der vor etwa einem Monat aus dem Moabiter Untersuchungsgefängnis ausgebrochene berüchtigte Einbrecher Roman Przadkar zusammen mit zwölf Komplizen unter sensationellen Umständen verhaftet worden. — Przadkar gehörte zu -er Bande des Einbrecherhäuptlings Leo Gulski, die vor etwa zwei Monaten unschädlich gemacht worden war. Sie hatte im Berliner Geschäftsviertel Dutzende von Einbrüchen verübt und für etwa eine Viertel Million Mark Werte gestohlen. In der vergangene» Nacht wurde Przadkar von Kriminalbeamten erkannt. Die Beamten nahmen den Einbrecher aber nicht fest, sondern folgten ihm in ein Haus der Blumentalstratze in Lichtenberg. Wenige Minuten nachdem Przadkar eine Wohnung betreten hatte, traten die Beamten die Tür der Wohnung ein und fanden dort eine aus mehr als einem Dutzend Personen — darunter sieben Frauen — bestehende Gesellschaft beim Sektgelage vor. Die Kriminalbeamten konnten die aufgeregte Gesellschaft unschädlich machen. Przadkar hatte sich in dem Augenblick, als die Kriminalbeamten erschienen, unter die Röcke seiner Frau verkrochen. Die Beamten stellten nun das Haus unter strenge Bewachung. Eine halbe Stunde später versuchte Przadkar mit geladenem Revolver in der Han- zu entfliehen, konnte aber überwältigt und gefesselt werden. Die Kriminalbeamten haben insgesamt 18 Personen, darunter auch den Bruder Przadkars, festgenommen. Bet einet Durchsuchung der Wohnung fand man etne Unmenge von Diebesgut. Turne«. Sport und Spiel. Fußball-Ergebuisse aus Süddeutschland. Gruppe Württemberg: Germania Brötzingen — Union Böckingen 1 :0. Stuttgarter Kickers — Sportfreunde Stuttgart 4 :1. V.f.B. Stuttgart — F.E. Birkenfeld 3:1. Gruppe Rordbayern: Sp.Bgg. Fürth — A.S.B. Nürnberg 3:0. Franken Nürnberg — F.B. 04 Würzburg 2 :1. Bayern Hof — 1. F.E. Bayreuth 1 :3. Gruppe Südhayern: \ Wacker München — Bayern München 1 :2. Schwaben Ulm — Schwaben Augsburg 2 :7. Gruppe Baden: Sport-Elub Freiburg — F.E. Billingen 2:2. Freiburger F.E. — Karlsruher F.V. Rastatt 2 :3. Phönix Karlsruhe — Sp.Bgg. Freiburg 6:0. Gruppe Main: Eintracht Frankfurt — Rot Weiß Frankfurt 3 : l. Union Niederrad — F.S.P. Frankfurt 2 :1. F.Bgg. 03 Fechenheim — Offenbacher Kickers 3 :4. Germania Bieber — Viktoria Aschaffenburg 5 : l. Sp.Bgg. 60/94 Hanau — 1. F.E. Hanau 93 1 :3. Gruppe Hessen: D.f.L. Neu Isenburg — Alemannia Worms 5 :0. Sport-Gem. Höchst — F.S.P. 05 Mainz 2 :7. Sp.Bgg. Arheiligen — F.E. 03 Langen 4 :2. S.V. Wiesbaden — Haffia Bingen ö': 1. Gruppe Rhein: SB. Maldhof Mannheim — P.fL. Neckarau 2 : l. Phönix Ludwigshafen — F.E. Mannheim 08 6 : 0. B.f.R. Mannheim — F.E. Mundenheim 3 :0. Sp.Bgg. Sandhofen — Pfalz Ludwigshafen 3 :2. Die wichtigsten Sport-Ereignisse. In Turin soll am 2. März 1929 das Fußball-Länderfpiel Deutschland—Italien ftattfinden. Französische Hockeyspieler des PUC. Paris, weilen am 23. Dezember bei der TG. 78 Heidelberg zu Gast. Das Degenturnier des Frankfurter Fechtklubs Hermanja gegen die französischen Fechter der Grafschaft Burgund wurde von den Franzosen mit 23 zu 13 Siegen gewonnen. Der in Mailand zwischen dem Deutschen Hein Domgörgen und dem Mulatten Iaccovacci ausgetragene Kampf um die Euro- pameisterschaft im Mittelgewicht, ist durch ein öffentliches Fehlurteil zugunsten Iaceooaceis entschieden morden. Wetterbericht. Voraussichtliches Wetter vom IS. bis 22. Dezember. Der milde Weststrom, der Ende voriger Woche «ach Mitteleuropa gelangt war, ist erwartungsgemäß schnell wieder von einer kalten Norbströmung abgelvst worden. Belm Uebergang aus der einen in die andere Luftwaffe ist es zu verbreiteten Niederschlägen gekommen, die in der frischen Kaltluft auch im Flachland großenteils als Schnee gefalle» find. Im Gebirge hat sich die Schneedecke weiter zum Teil erheblich vermehrt, so daß der Wintersport allgemein in vollem Umfange ausgenommen worden ist. — In klaren Nächte« ist es teilweise, z. B. in Noröwestdcutschland, schon zu erheblichen Strahlungsfrösten gekommen. Da sich über Skandinavien weiterhin große Kaltlust- maffen mit Temperaturen von bis zu minus 80 Grab au- sammeln, wird in der nächsten Woche unsere Witterung wei- terhin vorwiegend ziemlich winterlichen Charakter zeigen. Allerdings ist die Wetterlage noch nicht vollkommen störungs- frei, da uns vom Mittelmeer her weiterhin zum Teil kräftige Schlechtwettergebietc bedrohen, die bei ihrer nach Rordost gerichteten Bewegung Warmluft bis zu uns tragen können Es besteht daher auch weiterhin gerade in den südlichen Lan- deSteilen öle Gefahr vorübergehenden TauwetterS vis »«' ttwa 400 biS 500 Meter hinauf. Aussichten. Allgemein: Uebermiegend winterliche Witterung bet nördlicher Luftzufuhr; vorübergehendes Tau» weiter i« Lagen bis zu etwa 500 Meter nicht ganz ausgeschlossen; weitere Niederschläge; bei nächtlicher Aufheiterung besonders in de Gebieten mit geschloffener Schneedecke scharfe Strahlnngsfröste. /fester denn Leicht zu besorgen und immer erwünscht Die meisten Weihnachtsgeschenke werden mit solcher Mühe ausgesucht, und doch ist man nie sicher, dal sie gefallen werden. Eine Schachtel Reichardt-Pralinea aber ist so leicht gekauft; man findet eine schöne ist ein Gesdienk, das wirklich Freude bereiiet. Mit einem Sollen oMsx.. Anzug einem schmudien Mlejple-Siveaier einer gediegenen, vornehmen j8 fetfle - Weste treffen Sie immer das Richtige. Besichtigen Sie bitte unsere reichhaltige Auswahl in neuen modernen Formen und Farben. E. SPEISER. SIKBEIM. I Danksagung. Jedem, der an Rheumatismus, Ischias oder Gicht leidet, teile ich gern kostenfrä mit, was meine Frau schnell und billig kurriert«. 15 Pfg. Rückporto erbeten. H.RSller. Obersekretär a. D.. Dresden ta Neustädter Markt 12. SntkenSie Absatz? dann inserieren Sie laufend in Landbolen der Heimatz e it u b g, Hämorrboidii! selbst alte Leiden heilt med. Salbe ohne Operation für immer! Ausk., Rezept «. genaue Gebr.»Auweis««g geg. Nachnahme o.°ck 3.00 bereitwilligst, Schulz, Ljftli» dach a.M. Senefelderftr.83. Packung, eine delikate Mischung und hat damit ein Geschenk» das beinahe jedem auf der Weihnachtlist« Freude macht. Wenn Sie Reichardt-Pralinen kaufen» sind Sie doppelt sicher, Freude zu machen. 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